„Blood & Chocolate“ (4/10)
Billig produzierter, vor allem billig inszenierte und gespielte Werwolfaction, die erkennbar auf der Erfolgswelle von „Underworld“ und „Twilight“ mitschwimmen möchte. Dies gelingt jedoch nicht, säuft die Regiearbeit von Katja von Garnier doch bereits vor dem ersten Vollmond ab. Bezeichnenderweise ist das einzige Gruselige an dem Machwerk das Mitwirken von Katja Riemann, von dem hölzernen Nichts, das sich in dem Film Antagonist schimpft, fange ich besser gar nicht erst an. Was bleibt ist ein Filmtitel, der besser ist als der Film, und ein Trailer der dem Film in nichts nachsteht; mit Ausnahme des Songs am Ende.
„Die letzte Legion“ (4/10)
Rom ist am Ende. Genau wie ich, ob der katastrophalen Leistung von Ben Kingsley, den ich selten so schlecht gesehen habe, wie in diesem Film. „Die letzte Legion“ selbst ist dann nicht mehr als die x-te Variation der Artuslegende, ausgestattet mit dürftigen Actionsequenzen, dümmlichen Dialogen und einer Aishwarya Rai, die so plump in die Geschichte eingewoben ist, dass es eine Beleidigung des Zuschauers gleichkommt. Und bei diesem nervigen Dreikäsehoch als letzten Imperator Roms ist es kein Wunder, dass das römische Reich untergegangen ist.
„Erin Brockovich“ (9/10)
Nein, Julia Roberts musste man für diese Rolle keinen Oscar in die Hand drücken; gut gespielt hat sie aber trotzdem. Überhaupt ist die ganze Angelegenheit eine ziemlich runde Sache, die ich mir immer wieder ansehen könnte. Deswegen ist „Erin Brockovich“ – tut mir leid das sagen zu müssen – auch einer meiner Lieblingsfilme. Hübsche Bürohilfe hält ihren Boss auf Trab und bringt nebenbei einen raffgierigen Konzern zu Fall. Einfach nur schön!
„Geschenkt ist noch zu teuer“ (7/10)
Tom Hanks kann lustig, vor allem in den frühen Jahren seiner Karriere. Im direkten Vergleich ist zwar „Meine teuflischen Nachbarn“ der von mir favorisierte Film, nichts desto trotz geht auch diese Komödie in Ordnung, auch wenn sie doch immer wieder arg vorhersehbar geraten ist.
„Inglourious Bastards“ (8/10)
Wurde auch Zeit: Nach dem Basterds-Knaller von Quentin Tarantino war es schon längst überfällig sich auch mal mit der Vorlage zu beschäftigen. Enzo G. Castellaris „Ein Haufen verwegener Hunde“ erweist sich als runde Angelegenheit, die vor allem ob der zusammengewürfelten Combo aus Deserteuren ordentlich Laune macht. Letztlich jedoch um einiges harmloser, als ich vorher erwartet hatte. Warum der Film keine Jugendfreigabe erhalten hat, bzw. mittlerweile erhalten hat, ist kaum ersichtlich. Aber die Wege der FSK sind ja bekanntlich in den seltensten Fällen ergründbar.
„The Messenger“ (7/10)
Der bislang letzte Film den ich im Kino gesehen habe und dann war es gemessen an meinen Erwartungen auch noch eine Enttäuschung. Nach starker erster Hälfte gleitet der Film, der ein ebenso wichtiges wie interessantes Thema behandelt, in eine im direkten Vergleich mit dem gelungenen Beginn belanglose zweite Hälfte ab, die neben der obligatorischen und in diesem Fall wenig begründeten Romanze nicht mehr viel zu bieten hat. Nichts desto trotz: Woody Harrelson, der hier zeigt was er für ausgezeichneter Darsteller ist, und Steve Buscimi in einem an die Nieren gehenden Moment, retten den Film über die Ziellinie.
„Dänische Delikatessen“ (8/10)
Ein absoluter Knaller. Der dänische Film braucht sich vor Hollywood ebenso wenig zu verstecken, wie vor dem Rest Europas. Insbesondere die schwarzen Komödien von unserem nördlichen Nachbarn sind in den seltensten Fällen zu verachten. Dabei ist „Dänische Delikatessen“ nicht nur Komödie, sondern über weite Strecken auch noch absolut gelungenes Drama. Im Übrigen gefiel mir die dem Film zu Grunde liegende Pointe ziemlich gut, und – ich habe es an anderer Stelle schon einmal kurz angemerkt – wenn Mads Mikkelsen mit von der Partie ist kann ohnehin nicht mehr viel in die Binsen gehen.
„Ein Quantum Trost“ (7/10)
Die Zweitsichtung hat es noch mal eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Die Neuausrichtung des Bond-Franchise ist genau mein Ding. Wenn Forster seine zu Beginn doch sehr exzessive Wackelarie zu den Akten gelegt hat, überzeugt auch das zweite 007-Abenteuer mit Daniel Craig in der Hauptrolle. Kleine Anmerkung: Beim erneuten Sehen ist noch mal deutlich geworden, dass der Film das falsche Bondgirl in die ewigen Jagdgründe geschickt hat. Gema Arterton als Strawberry Fiels ist eindeutig verschenkt worden. Schade.
„Invictus“ (8/10)
Aus gegebenem Anlass und weil es einer der besten Filme des bisherigen Kinojahres war, sofort nach Erscheinen der DVD noch einmal gesichtet. Erwartungsgemäß kam der Film auf Englisch gleich noch ein wenig besser, auch wenn sich bestätigt, dass Eastwood in der zweiten Hälfte leicht abbaut. Nichts desto trotz ein toller Film, mit vielen tollen Momenten. Ich liebe den Augenblick, wenn Pienaar (Damon) seiner Familie Finaltickets mitbringt, und auch an die Haushälterin gedacht hat. Diese Szene ist von der betreffenden Darstellerin so großartig gespielt, dass es eigentlich Schande wäre „Invictus“ auf Freeman und Damon zu reduzieren.
„True Blood“, Staffel 3.1-3 (9, 9, 7/10)
Der dritten Staffel habe ich mir großer Spannung entgegen gefiebert und bin bislang – nach einem Viertel der Staffel – nicht enttäuscht worden. Die bisherige Ausrichtung der Season lässt eine Fokussierung auf die Lebensgeschichten der einzelnen Protagonisten vermuten. Wenn man diese Karte vernünftig ausspielt, dann könnte Staffel drei das Highlight der bisherigen Serie werden. Und wer immer noch auf die Verwirklichung des „Grindhouse“-Faketrailers „Werewolf Women of the SS“ wartet, braucht nur „True Blood“ zu sehen. Toll.
„Lady Gaga – Alejandro“ (7/10)
Von Lady Gaga kann man ja halten was man will, aber sie hat es verstanden dem Musikclip neues Leben einzuhauchen. Warum das Musikvideo tot sein sollte habe ich ohnehin nie verstanden. Nur weil die Zeiten von MTV und Konsorten vorbei sind? Da hat jemand wohl die Dynamiken des Internets nicht verstanden: Kurzfilme oder Clips sind ja nun mal wie geschaffen wie YouTube. Die Gaga-Lady hat das verstanden und inszeniert ihre Clips nicht nur das Medienereignis sondern auch als Kunstwerke. In „Alejandro“ gibt’s nun eine Homoerotik, ein wenig Blasphemie, dazu noch eine Fascho-SS-Ästhetik an der die Riefenstahl wohl ihre Freude gehabt hätte (Die Amis kommen nicht von los), und – natürlich - eine halbnackte Lady Gaga.








