Rezension zu Elizabeth: Das goldene Königreich

Am Donnerstag startete „Elizabeth: Das goldene Königreich“ in den deutschen Kinos, neun Jahre nach dem ersten Teil. Man durfte gespannt sein, ob dieser Film die Klasse seines Vorgängers würde erreichen können.


Zum Inhalt: Ging es in „Elizabeth“ noch um die frühen Jahre der Königin, so steht in „Elizabeth: Das goldene Königreich“ die Machterhaltung der Regentin im Fokus des Interesses. Gefahr droht sowohl von Innen, als auch von Außen. Die Königin soll Opfer eines Attentats werden, von dem Maria Stuart, schottische Königin und Cousine Elizabeths, profitieren würde da sie Elizabeth auf den englischen Thron folgen würde. Derweil rüstet sich Spanien mit seiner Armada um England herauszufordern. Auch wenn sich der Plot somit auf die historisch bekannten Tatsachen beruft, historische Korrektheit sollte man auf keinen Fall erwarten. Würde ich den Film an Hand dieses Kriteriums bewerten müssen, er wäre Schrott. Wenn zum Beispiel der Freibeuter Walter Raleigh (Clive Owen) als Entdecker Amerikas stilisiert wird, ist das zum Totlachen.


Ein weiterer Kritikpunkt: Der Film hat, vor allem im ersten Teil, Längen. Am Anfang geht es um das Leben am Hof, beileibe nicht unwichtig, doch die Frage scheint berechtigt warum der Film erst in der letzten Stunde richtig zum Leben erwacht. Das hätte man besser ausbalancieren können. Genau wie das Verhältnis zwischen „Gut und Böse“. König Philpp II. von Spanien wird dermaßen lächerlich dargestellt, das es schon Schmerzen bereitet: Er wird als religiöser Fanatiker skizziert, dem jeglichesrationalen Beweggründe abgesprochen wird. Eindeutig zu viel des Guten. Besser gelungen ist dies bei Maria Stuart, die zwar als Intrigantin aber auch als intelligent handelnde Frau dargestellt wird.


Warum der Film trotz dieser Schwächen sein Eintrittsgeld wert ist? Das liegt gewiss an der schauspielerischen Klasse von Cate Blanchett. Sie gehört mittlerweile, das ist Gewiss, zu den ganz Großen in Hollywood. Ihre Darstellung der englischen Königin zwischen Regentin, welche in schwierigen Zeiten das Land zu führen hat, und der „normalen Frau“ ist exzellent. Wobei auch dieser Film in der Synchronisation verliert. Cate Blanchett im Original zu erleben ist noch um einiges imposanter. Die hervorragende schauspielerische Leistung bleibt dabei nicht auf die Hauptdarstellerin beschränkt, auch die anderen Akteure wissen sich zu behaupten, allen voran Geoffrey Rush in seiner Rolle des Sir Francis Walsingham.


Insgesamt gesehen kann „Elizabeth: Das goldene Königreich“ somit überzeugen. Natürlich darf die typische Liebesgeschichte zwischen den Hauptprotagonisten nicht fehlen. Auch ansonsten bietet der Film alles was ein guter Historienfilm braucht: Oppulente Kostüme, bombastische Musik – Alles ist im Überfluss vorhanden. Visuell weiß der Film somit ebenfalls zu überzeugen. Zwar reicht der Nachfolger auf keinen Fall in den hervorragenden ersten Teil heran, er ist jedoch beileibe kein schlechter Nachfolger. Ich vergebe 5 von 10 möglichen Punkten für den Film und addiere noch mal 2 weitere für die hervorragende Leistung von Cate Blanchett. Daraus ergibt sich somit eine Bewertung von 7 Punkten.


Quellennachweis: Screenshot aus "Elizabeth: Das goldene Königreich". © Motion Picture ZETA Produktionsgesellschaft, Studio Canal, Working Title Films

9 Kommentare:

lalia hat gesagt…

wegen Cate Blanchet kann man diesen Film sehen, aber sonst...
Ich habe nun die doppel DVD und war tief enttäuscht vom zweiten Teil.

Die Königin nur noch als eifersüchtige Närrin agieren zu lassen. Wo sie zuvor doch so eine starke Frau mit eisernem Willen und verborgenen Gefühlen war. geht mal gar nicht. Auch die große Schlacht der Amarda war doch ziemlich kurz und knapp und irgendwie scheint da Geld gefehlt zu haben... ich weiß auch nicht.

Tolle Plattform für die Schauspieler, das Drehbuch ist aber grottig.

C.H. hat gesagt…

Deinen Worten kann ich komplett zustimmen. Hatte den im Kino gesehen, da war es Jahre her, dass ich den ersten gesehen habe. Mittlerweile habe ich mir den ersten noch mal angesehen. Und muss sagen: Absolut kein Vergleich. Es ist ausschließlich Blanchett, die diesen Film sehenswert werde lässt.

lalia hat gesagt…

weißt du, zum ersten Mal fällt mir auf, dass deine Einträge kein Datum haben...
Wann hast du denn den Film gesehen? *g*

C.H. hat gesagt…

Ja, die Daten hab ich irgendwann mal raugenommen. ;-) Ich habe den Film gesehen als er im Kino lief. Muss so Dezember 2007 gewesen sein.

lalia hat gesagt…

oooookay... ^^#

anders gesagt, wenn du nicht immer so viel schreiben würdest zu einem Thema, wäre ich ja schon durch deinen Blog durch *g* aber wäre ja schade ;) ich lass mir dann einfach weiterhin Zeit ^^

C.H. hat gesagt…

ich lass mir dann einfach weiterhin Zeit ^^

...und ich werde dich mit Sicherheit nicht abhalten. ;-)

lalia hat gesagt…

is nur alles anstrengend XD *g*

vor allem bekomm ich gar keine Mitteilung, wann wo was geantwortet wurde, also muss ich alles von vorn durchforsten *lol*

C.H. hat gesagt…

Naja, dem kann abgeholfen werden. Unter dem Kommentar-Eingabefenster kannst du ja den Feed zu den Kommentaren zum Post abonnieren. Dann weißte bescheid... ;-)

lalia hat gesagt…

hab ich ein feed Programm? hm, nö, abgeschafft. daher stöbern ^^

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