Es kommt selten vor, aber es kommt vor. Man sieht einen Film, von dem man wahrscheinlich noch nicht einmal viel zugetraut hat, und am Ende ist man völlig gefangen genommen von dem was man da gerade gesehen hat. Das Genre, ob Komödie oder Drama, ist in diesem Zusammenhang völlig unwichtig.
Als Beispiel führe ich in an diesem Zusammenhang immer gerne „Fluch der Karibik“ an: Man ging 2003 in den Film ohne große Erwartungen an den Film, heraus ging man dann anschließend mit offenem Mund (Nun, nach zwei Fortsetzungen ist der Zauber verflogen). Die Stimmung, die ein wirklich hervorragender und außergewöhnlicher Film erzeugen kann, hat etwas magisches. Und damit habe ich nun die Überleitung hergestellt zu dem Film, der an dieser Stelle besprochen werden soll: Das Fantasy-Drama „Prestige – Die Meister der Magie“.
Als dieser im Januar 2007, also vor genau einem Jahr, in die Kinos kam, bin ich nicht dazu gekommen einen Kino-Besuch einzurichten. Im Nachhinein gesehen war dies ein schwerer Fehler., denn Prestige ist meiner Meinung nach einer dieser besonderen Filme: Mit Liebe zum Detail inszeniert, stimmungsvoll, tolle Schauspieler, und mit einem Plot ausgestattet, der voll Wirrungen und Irrungen ist und den Zuschauer ständig an der Nase herumführt.
Wer erinnert sich nicht daran als Kind (Oder auch später noch) bei einer Zauberei-Vorstellung dabei gewesen zu sein? Dort sitzt man dann, und wundert sich wie das alles funktioniert, was man dort gerade gesehen hat. Und ja, man möchte es Wissen, die Unwissenheit lässt einem keine Ruhe. Aber möchte man es wirklich hinter das Geheimnis blicken? Wirklich? Verliert der Trick doch dann seinen Zauber, sobald seine Demaskierung stattgefunden hat. „Prestige – Die Meister der Magie“ handelt von jenen Männern, den Magiern, die es sich zum Ziel gemacht haben die Menschen zu unterhalten und zu verwirren. Wie reagieren diese wenn ein anderer Zauberer einen Trick verwendet, den man selber nicht versteht?
„Jeder große Zaubertrick besteht aus drei Akten. Der Erste Akt ist die Ankündigung: Der Magier zeigt etwas gewöhnliches, aber natürlich ist es das gar nicht. Der zweite Akt ist die Wendung: Der Magier bring das Gewöhnliche dazu etwas ungewöhnliches zu tun. Nun sucht man das Geheimnis, aber man findet es nicht, deswegen gibt es noch einen dritten Akt: Die perfekte Illusion. Der Teil, indem sich alles dreht und wendet. Man sieht etwas, was man vorher noch nie gesehen hat.“
Das Problem bei dieser Rezension ist es Diese um den Inhalt der Films herum zu stricken, denn jede weitergehende Ausführung würde dazu führen, dass die „perfekte Illusion“ ihre Makellosigkeit verliert. Jeder der schon mal von einem unliebsamen Zeitgenossen das Ende von „The sixth Sense“ gesteckt bekommen hat, weiß wovon ich Rede. Im Kern geht es in "The Prestige" um die Rivalität der beiden Magier Alfred Borden und Robert Angier, die darum wetteifern wer von Beiden der größte Magier aller Zeiten ist, und, so scheint es mir, ist alles Nötige zum Inhalt des Films gesagt.
Nun mag der Plot eines Films eine ganze Menge ausmachen, wenn die anderen Parameter, die den Film definieren, nicht auf dem selben Niveau sind, kann auch ein Solcher nicht überzeugen. Beginnen wir also zunächst mit dem Regisseur. Die Regie von „Prestige“ übernahm Christopher Nolan. Genau: Das ist der Mann, welcher schon mit dem berühmt-berüchtigten „Memento“ erst für Verwirrung, dann für Begeisterung unter den Cineasten sorgte. Und als jeder dachte, dass es Nolan doch unmöglich sein müsse nach „Memento“ so bald einen zweiten Film der gleichen Qualität nach zulegen, zaubert dieser „Prestige“ aus dem Hut. Inszenatorisch ist „Prestige“ somit „ganz großes Tennis“, die Dramaturgie entwickelt sich zielstrebig zum abschließenden Finale.
Glücklicherweise finden Nolans Anweisungen bei der Riege der eingesetzten Schauspieler auch Gehör. Angeführt von Michael Caine, der den Trick-Erfinder Cutter darstellt, und das wissende Zentrum des Films darstellt, entwickelt sich die Rivalität von Borden (Christian Bale) und Angier (Hugh Jackman) zur Obsession. Während Caine somit den ruhenden Pol im Film verkörpert, kommt es Christian Bale und Hugh Jackman zu die Besessenheit ihrer Charaktere auf die Leinwand zu projizieren. Eine Besessenheit, die dazu führt, dass die anderen Aspekte des Lebens völlig zurücktreten. Sowohl Bale, als auch Jackman meistern diese Aufgabe mit Bravour, wobei mir persönlich die Darbietung von Christian Bale noch ein Quäntchen besser gefällt.
Auf Grund der Tatsache, dass die Handlung auf das persönliche Duell dieser beiden Männer zugeschnitten ist, kommt den weiblichen Darstellerinnen (leider) nur eine untergeordnete Rolle zu. Scarlett Johannsson sieht zuallererst erst einmal fantastisch aus, schauspielerisch gefordert wird sie jedoch kaum. Bei Rebecca Hall, die die Ehefrau von Borden spielt, sieht das nur unwesentlich besser aus. Nichts desto trotz würde ich diese Ausführungen noch nicht mal zwingend als Krtik verstanden wissen, da der Film, wie bereits erwähnt völlig in dem Dualismus der beiden Hauptdarsteller aufgeht.
Prestige spielt in London zur Zeit der Jahrhundertwende, und dieses Setting ist wunderbar fotografiert. Die Kostüme sind stimmig, ohne übertrieben zu wirken. Die jeweiligen Zaubertricks sind mit Liebe zum Detail umgesetzt. Somit fällt es dem Zuschauer leicht in diese Welt einzutauchen, sich von dieser in den Bann ziehen zu lassen. Auch diese perfekte Umsetzung ist somit maßgeblich dafür verantwortlich das „Prestige“ der Film geworden ist, der er ist.
Und somit komme ich zum Fazit, dass ebenso kurz wie prägnant ausfällt. „Prestige“ ist ist ein hervorragender Film. Da sieht man mal, dass keine 258 Millionen Dollar (Spider-Man3) für einen Film nötig sind, wenn sich das Drehbuch Mühe gibt eine feinsinnige Story zu erzählen, die schlussendlich durch Regie und Schauspieler mit Liebe zum Detail umgesetzt wird.. Ich tue mich immer mit dem Begriff „Meisterwerk“ schwer, gerade bei Filmen die erst wenige Jahre alt sind. Ob „Prestige“ ein Klassiker ist, wird sich zeigen. Fakt ist, dass dieser Film in meiner subjektiven Wahrnehmung einer der Besten ist, die ich seit Langem gesehen habe – Und ich sehe eine Menge Filme. Hätte ich diesen Film dieses Jahr im Kino gesehen, er hätte wohl die Wahl zum Besten Film 2007, die hier vor einigen Wochen auf meinem Blog durchgeführt habe, gewonnen. Bewertung: 10 von 10 Punkten – Danke für diesen Film!
Quellennachweis: Screenshot aus "The Prestige". © Newmarket Productions, Syncopy, Touchstone Pictures, Warner Bros. Picture






3 Kommentare:
oh ja, Fluch der Karibik war toll, alles danach... nicht den Kauf wert.
schön um alles herumgeredet, daher wohl auch keine Kommentare bekommen *g*
Nun, aber ich werde wohl mal deinen Beitrag meinem "Bale-Beitrag" hinzufügen müssen, denn dieser genannte Artikel ist der häufigst angeklickte bei mir, obwohl ich dort gar nicht über die Filme schreibe. XD
Der Film, wenn schon kein Meisterwerk, so doch sicherlich Kult in Filmliebhaberkreisen. Der einen verzaubert, ohne zu zaubern :)
Der einen verzaubert, ohne zu zaubern :)
Oh ja, muss ich mir auch unbedingt mal wieder ansehen!
daher wohl auch keine Kommentare bekommen *g*
Diese Kurzrezension stammte, wie die meisten anderen KR auch aus der Anfangszeit meines Blogs (Womit man wieder beim fehlenden Datum wäre) Da hat hier sowieso noch kaum einer kommentiert.
BTW: Mal wieder eine gute Gelegenheit all den fleißigen Kommentatoren hier einen Dank auszusprechen. Ohn euch würde es nur halb so viel Spaß machen!! ;-)
*lol* muss nur noch einer den Dank lesen *g*
aber ich geb das Danke gern zurück, wobei, das hab ich tatsächlich heut schon gemacht ^^
und ja, ansehen und genießen. beim zweiten Mal achtet man auf viel mehr Details *g*
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