

Der Bauarbeiter Tom Witzky (Kevin Bacon) könnte eigentlich recht zufrieden sein. Sicher, er kann keine großen Sprünge machen, dafür hat er eine liebevolle Frau (Kathryn Erbe) und einen Sohn. Und trotzdem stört er sich an seiner Gewöhnlichkeit. Man sollte jedoch mit seinen Wünschen vorsichtig sein, sie gehen schneller in Erfüllung als gedacht. Als Tom eines Abends auf einer Feier von seiner Schwägerin hypnotisiert wird, hat er beunruhigende Visionen, welche auch in der Folge nicht mehr verschwinden. Auch sein kleiner Sohn (Zachary David Cope) scheint immer wieder Dinge zu sehen, die andere Leute nicht zu sehen bekommen.
1999 war anscheinend das Jahr, in dem Kinder Tote sehen konnten. „The Sixth Sense“ und „Echoes“ kamen beinahe zeitgleich in die Kinos, und in der Tat sind gewisse Parallelen nicht zu leugnen. Ich könnte mit vorstellen, dass „Echoes“ in den Bewertungen besser wegkommen würde, hätte es „The Sixth Sense“ nicht gegeben, aber so muss er sich mit seiner Konkurrenz messen – Und in diesem Duell zieht der von David Koepp inszenierte Film eindeutig den Kürzeren.
Dabei ist „Echoes“ eigentlich gar nicht mal so schlecht geworden, er könnte jedoch ohne Zweifel besser sein. Eines der Probleme liegt in der darin begründet, dass seine „Schocker-Momente“ zu konstruiert wirken, um noch wirklich zu überraschen. Des Weiteren verliert die übernatürliche Komponente des Films gegen Ende hin ihre übergeordnete Bedeutung, und der Film driftet in die Richtung eines konventionellen Thrillers ab.
Seltsamer ist es genau diese Wendung, die den Film besser macht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies so beabsichtigt war. Der zwanghaft wirkende Versuch in der ersten Hälfte des Films auf Teufel komm raus eine gruselige Atmosphäre zu erzeugen, wirkt zu verkrampft. Ungleich besser hingegen gelingt es „Echoes“ seine Spannung aus der Tatsache zu generieren, dass Tom auf etwas gestoßen ist, auf das er besser nicht gestoßen wäre.
Lichtblick des Films ist eindeutig Kevin Bacon. Seine Darstellung des einfachen Arbeiters, der erst an seinem Verstand zweifelt, gleichzeitig jedoch manisch angetrieben ist, das Rätsel zu lösen, weiß mehr als zu überzeugen. Leider kann dies von dem Rest der Besetzung nicht gesagt werden. Kathryn Erbe „muss“ die Ehefrau spielen, welche in ihrer Rolle der Panik-Macherin und Skeptikerin allzu Klischee-Behaftet rüberkommt, als das sie zu gefallen weiß. Auch Zachary David Cope in der Rolle des kleinen Jungen bleibt leider blass. War Haley Joel Osment der heimliche Star in „The Sixth Sense“, gelingt dies seinem Pendant in „Echoes“ nicht.
Dies mag sich vielleicht jetzt alles schlechter anhören, als es eigentlich ist. „Echoes“ ist ein „Horror-Thriller“ den man sich durchaus ansehen kann, man muss es aber nicht. Alles in Allem ein recht gewöhnlicher Streifen, der aus seinen Möglichkeiten genug macht um im Mittelfeld zu spielen, aber nicht genug um in höhere Sphären aufzusteigen. Fazit: 6 von 10 Punkten
Quellennachweis: Screenshots aus "Echoes". © by Artisan Entertainment






2 Kommentare:
Die Ähnlichkeiten mit the SixSense sind natürlich nicht zu leugnen, doch während der eine eher soften Grusel bietet, ist der andere eher ein Thriller. Mysteriös sind beide. Echoes ist der Thriller und schafft es sich über diesen Genreunterschied merklich abzusondern. Und natürlich hat Echoes Kevin Bacon, der wie immer überragend spielt - würde sein Filmsohn die gleiche Präsenz wie der kleine Oswald aus The Six Sense bieten, liefe das sehr zum Nachteil Bacons Spiel - es gibt halt meist nur einen dominanten Spieler.
Was hingegen wirklich etwas zu bemängeln ist, ist die allzu offensichtliche Konstruktion des Film, und der nicht zu leugnende "B-Movie" Charakter. Während ein SixSense glattgeschmiedet und überraschend war, kommt Echoes einfach unbequemer daher. Aber wahrscheinlich macht ihn genau das auch einfach spannender als The 6thSense.
Fazit: Guter Film, der besser hätte sein können, aber 1. nicht mit The 6th Sense verglichen werden sollte und 2. sich allein wegen Bacon schon lohnt.
Ich möchte deinem Kommentar, der sich in seinem Grundtenor durchaus mit meiner Besprechung deckt, nur in 2 Punkten widersprechen.
1. "Echoes" sollte vielleicht nicht mit "The Sixth Sense" verglichen werden, diesen Vergleich muss er sich aber wegen der Ähnlichkeit, noch dazu im selben Jahr entstanden, zwangsläufig gefallen lassen.
2. Es kann in einem Film durchaus auch mehr als einen "dominanten" Spieler geben, ohne das einer der beteiligten darunter leidet.
Kommentar veröffentlichen
In den Kommentaren können die folgenden HTML-Tags benutzt werden:
kursiv = <i>Testwort</i>
fett = <b>Testwort</b>
Links = <a href="http://www.deineURL.de/">Link Text</a>