

Für das Genie und den Egozentriker Tony Stark (Robert Downey Jr.) könnte das Leben eigentlich gar nicht besser laufen. Mit dem Bau und dem Verkauf ebenso teurer wie tödlichen Waffen hat er ein Vermögen gemacht. Ein Vermögen, dass er im Stile eines echten Playboys für „Autos, Blackjack und Nutten“ genüsslich auf den Kopf hauen kann. Die einzige Unannehmlichkeiten in seinem Leben bestehen aus den nervigen Fragen einiger Journalisten, die ihn nach seiner moralischer Verantwortung fragen. Aber selbst das kann Stark nicht wirklich aus der Balance bringen. Ganz im Gegenteil: Seinen Titel als „Händler des Todes“ findet er gar nicht mal so uncool, außerdem erliegt Zeitungs-Mausi nur Sekunden nach ihrer letzten Frage dem Reiz des „Bösen und Gefährlichen“, und findet sich eher in Stark's Bett wieder, bevor sie „Händler des Todes“ auch nur buchstabieren kann.
Alles könnte also so schön sein, wäre da nicht eines Tages dieser kleine und unerfreuliche Zwischenfall während einer Waffen-Präsentation in Afghanistan: Im Zuge eines Anschlags auf seinen Konvoi, wird Stark gefangen genommen. Das Ultimatum der Terroristen: Entweder baut Stark für diese Waffen, oder sein Leben findet ein Ende. Stark jedoch hat eigene Pläne:Heimlich kann er einen Anzug bauen, eine eiserne High-Tech Rüstung, mit deren Hilfe er aus der Gefangenschaft entkommen kann. Zurück in den USA beginnt nun das zweite Leben des geläuterten Tony Stark, der sich als Iron Man daran macht, seine Untaten von Früher rückgängig zu machen.
Es ist beileibe kein großes Geheimnis mehr, dass mit Comic-Verfilmungen mittlerweile viel Geld verdient werden kann. In dieser Hinsicht ist „Iron Man“ nur der nächste Schritt einer logischen Konsequenz. Wenn das Ergebnis, und das sei an dieser Stelle schon einmal angemerkt, jedoch so ansprechend ausfällt, dann können von mir aus noch einige Schritte folgen, bevor der Weg zu Ende ist. Regisseur Jon Favreau hat mit diesem Streifen einen Film abgeliefert, der in vielen Belangen überzeugen kann, gerade in Bezug auf seinen Hauptdarsteller.
Natürlich muss an dieser Stelle nicht lange darüber diskutiert werden, dass der Film in seinem Aufbau auf zahlreiche Stereotypen zurückgreift. So geschieht die Läuterung unseres Helden, nach dem alten und bewährten Prinzip „Wer nicht hören will, muss fühlen“ Ein traumatisches Erlebnis reicht auch in diesem Fall aus, damit sich das Arschloch zum heiligen Samariter wandelt. Des Weiteren ist die Wahl der Terroristen an den heutigen us-amerikanischen Zeitgeist angepasst. Völlig klar an wen die diese erinnern, und erinnern sollen. Auch der erzählerische Stil der Geschichte ist mehr als konventionell: Exposition – traumatisches Erlebnis – Wandlung – Showdown – Ende.
Für einen an der Unterhaltung orientierten Actioner sind diese Makel jedoch nur rudimentärer Natur, zumal „Iron Man“ in einem Aspekt so ziemlich alles richtig gemacht hat: In Zeiten, wo sich der Action/Comic-Film im verstärktem Maße auf seine immer gewaltiger werdenden Actionszenen verlässt, um Eindruck zu schinden, legt „Iron Man“ einen seiner Schwerpunkte auf den Helden des Films. Um ganz ehrlich zu sein: Wenn man es genau nimmt sind die reinen Actionszenen eher spärlich ausgefallen. Nach einer verkorksten „Schau-Orgie“ im Zuge von „Spiderman 3“ war mir das aber gar nicht mal so unrecht.
Es ist das große Glück des Films, dass Robert Downey Jr. ein Könner seiner Zunft ist, der allein durch seine charismatische Wirkung Ecken und Kanten mit sich bringt. Diese überträgt er geschickterweise auf seinen Charakter, so dass aus Tony Stark ein „überheblicher Symphatieträger“ wird, oder, um es anders auszudrücken, eine absolut endcoole Sau, die man mit dieser Ausstrahlung lange nicht mehr auf der Leinwand gesehen hat. An seiner Seite stehen der nicht minder begabte Jeff Bridges in der Rolle des zwielichtigen Firmenpartners Stane, und Gwyneth Paltrow als seine Assistentin Virgina „Pepper“ Potts.
Und so bietet „Iron Man“ in der Summe 118 Minuten krachende und humorvolle Unterhaltung, die sich gewaschen hat. Jon Favreu hat in eindrucksvoller Manier gezeigt, dass es eben nicht drauf ankommt die CGI-Effekte zu immer neuen Superlativen zu führen (Wobei damit natürlich nicht angedeutet werden soll, dass „Iron Man“ schlecht aussieht). Viel mehr ist es nämlich der Mix aus charismatischen Helden, ultra-trockenen Humor und gepflegter Action, die einen wahrlich gelungenen Actioner ausmachen. Fazit: 8 von 10 Punkten.
Quellennachweis: Scrennshots aus "Iron Man" © by: Dark Blades Films, Fairview Entertainment, Marvel Enterprises, Marvel Studios, Road Rebel, Paramount






6 Kommentare:
Ich denke, so weit auseinander liegen unsere Meinungen zum Film gar nicht. Denn bis auf die Tatsache, dass mir der Fokus zu stark fixiert bzw. die Wandlung des Helden zu lange gedauert hat, sind wir so ziemlich einer Meinung. Ich muss zugeben, dass ich es gut finde, dass es kein Showdown-Marathon wie bei Spidey 3 ist. Aber die ein oder andere Flugeinlage hätte mir da doch sehr gefallen. Denn ich bin mir sicher, der Iron Man hat eigentlich noch viel mehr drauf.
Jop. Sehe ich auch so. De facto liegen unsere Bewertungen ja auch nur 1,5 Punkte auseinander.
Und ich bin mir sicher, dass uns in Teil 2 und 3 noch einige Flugeinlagen geboten werden... ;-)
Hoffen wir´s. ;)
Also für mich blieb Tony Stark seinen Schwächen treu, und bleibt der überhebliche Sohn reicher Eltern. Daher, warum das ganze so aufbauschen und den Gutmenschen versuchen herauszulocken?
das Beste hast du übriogens ausgelassen: SHIELD, die Szene nach dem Abspann ^^
Na, aber man verrät doch in der Rezension nicht das Beste. ;-)
Dazu aber eine kleine Anekdote: Ich war mit Freunden abends in dem Film und hab zu denen gesagt: Lass mal bis zum Ende dableiben. Nach dem Abspann kommt noch etwas.
Das wussten außer uns nur noch so ne Gruppe pubertierender Comic-Nerds die hinter uns gesessen haben. Und dann kommt besagte Szene und der Kerl hinter mir krakelt auf Einmal volles Rohr durchs Kino: "SO EIN SCHEIß. THE SHIELD IST DOCH NICHT SCHWARZ" - Oh Man, ich konnte nicht mehr vor lachen... :D
*lach* also, wenn er sonst keine anderen Probleme hat, dann passt das ja *g*
War bei uns aber auch so, es blieben nur drei oder vier andere noch sitzen.
Und irgendwie warte ich noch auf die Ankündigung zum großen SHIELD Film, ich weiß auch nicht...
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