

Die Olympischen Sommerspiele 1972 in München. Es sind heitere Tage im spätsommerlichen Deutschland, wo Deutschland der Welt ein offenes, freundliches Gesicht zeigt. Am frühen Morgen des 5. Septembers jedoch finden diese unbeschwerten Spiele ein jähes Ende. Acht schwer bewaffnete Angehörige der palästinensischen Terrororganisation „Schwarzer September“ dringen in das olympische Dorf ein und bringen elf israelische Olympioniken in ihre Gewalt. Die Forderung: Die Freilassung von über 200 in israelischen Gefängnissen inhaftierten Palästinensern, sowie der deutschen „RAF-Größen“ Andreas Baader und Ulrike Meinhof. Die Geiselnahme findet ihr gewaltsames und tragisches Ende auf dem Münchener Flugplatz Fürstenfeldbruck, als im Zuge einer desaströs geplanten und unkoordinierten Befreiungsaktion der deutschen Polizei fünf der Terroristen, aber auch alle israelischen Geiseln getötet werden. Die Welt steht unter Schock, die Fratze des internationalen Terrorismus ist zum ersten Mal vor die medialisierte Öffentlichkeit getreten. Auch innenpolitisch wird dieses Desaster nicht ohne Folgen bleiben: Nie wieder soll die Bundesrepublik einer Geiselnahme machtlos gegenüber stehen, so die Marschrute der bundesdeutschen Regierung. Nur wenig später wird damit begonnen aus dem Bundesgrenzschutz heraus die Antiterroreinheit GSG 9 aufzustellen. Fünf Jahre später, im sogenannten „Deutschen Herbst“, wird diese Eliteeinheit in Mogadischu die Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ durch ein palästinensisches Terrorkommando zu einem gewaltsamen, aber im Gegensatz zur „Geiselnahme von München“, erfolgreichen Ende bringen – Alle Geiseln überleben und kommen frei. Wäre die GSG 9 1972 schon existent gewesen, das zeigten später Planspiele deutscher und israelischer Behörden, es wäre wohl nicht zu jenem Desaster gekommen, welches schlussendlich das Leben von 17 Menschen gefordert hat.
Während das IOC sich dazu entscheidet die Spiele fortzusetzen - „The Games must go on!“ - die in Folge natürlich unter dem schwarzen Schatten des Terrors stehen, beginnen in Israel die innenpolitischen Überlegungen, wie auf diesen Terror-Akt zu reagieren wäre. In dessen Zuge wird der Plan gefasst die Hintermänner der Geiselnahme von München durch ein Kommando des Mossad liquidieren zu lassen. An diesem Punkt schließlich setzt der Spielfilm „München“ ein, der nach „Schindlers Liste“, wohl das Werk von Steven Spielberg ist, welches mit der meisten gesellschaftlichen Relevanz, aber eben auch Brisanz, ausgestattet ist. Der künstlerische Ansatz von Spielberg historische Fakten und fiktive Elemente miteinander zu vermischen, musste wohl zwangsläufig diverse Kontroversen nach sich ziehen. „München“ rekurriert dabei in seiner Konzeption auf das Buch „Vengeance. The True Story of an Israeli Counter-Terrorist Team“, welches vom kanadischen Autoren George Jones verfasst wurde. In diesem Buch beschreibt Jones das Vorgehen des israelischen Geheimdienstes im Zuge der Operation „Zorn Gottes“. Sein Kronzeuge, an dessen Authentizität Spielberg glaubt [1]: Juval Aviv, nach eigener Aussage Mossad-Offizier und beteiligt an den Vergeltungsschlägen der israelischen Regierung gegen die Drahtzieher des Terror-Akts von 1972.
In „München“ kommt diese Schlüsselposition dem jungen Agenten Avner (Eric Bana) zu, der zusammen mit seinem Team von der Regierung beauftragt wird eine Liste mit elf Namen abzuarbeiten. Ein Name für jeden getöteten israelischen Olympioniken. „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ also. Die Welt soll sehen, dass es Israel nicht dulden wird, dass Juden straflos getötet werden – Nirgends auf der Welt, und zu keinem Zeitpunkt. Und so begibt sich Avner zusammen mit seinem Team, bestehend aus Steve (Daniel Craig), Hans (Hanns Zischler), Robert (Mathieu Kassovitz) und Carl (Ciarán Hinds), auf die Jagd, die sie quer durch Europa bis nach Beirut führen wird. Paradoxerweise ist Spielberg für diesen Film Kritik von zweierlei Seiten entgegen geschlagen, die sich eigentlich per se gegenseitig ausschließen. Während die Einen in „München“ anti-israelische Tendenzen zu entdecken meinen, wird Spielberg von anderer Seite der Vorwurf entgegengebracht, sein Film versuche es zwanghaft jeder Seite Recht zu machen, und entziehe sich damit einem klaren Statement.
Doch sind dies zunächst erst einmal alles Aspekte, die sich in der Diskussion abseits des konkreten Spielfilms „München“ abspielen. Man sollte deshalb nicht vergessen, dass Spielberg mit diesem Streifen einen Beitrag abgeliefert hat, der höchst spannend inszeniert, und hervorragend photographiert ist. Die Politik als eminent wichtiges Topos von „München“ wird herunter gebrochen auf das einzelne Individuum, und so ist es vor allem die Person des Avner, um den sich der Film herum aufbaut. Jenen Mann, der Frau und Kind besitzt, die er zurücklassen muss für einen Auftrag der so geheim ist, dass er nicht einmal existiert. Ein Mann, der mit der Zeit an eben diesem Auftrag zerbrechen wird, da seine moralischen Grundsätze, mit seinem Handeln in Konflikt geraten werden, und doch sind diese keineswegs eine unveränderliche Konstante, sondern viel mehr einem Prozess des Erfahrens und Lernens ausgesetzt. Der erste Auftrag, der erste Name auf der Liste, und man sieht Avner die Schwierigkeiten an, die er hat. Der letzte Schritt, das finale Abdrücken, geht eben nicht einfach so von der Hand. Die zweite, dritte, vierte Tötung mag vielleicht leichter gehen, und doch stellt sich Avner irgendwann die Frage, wohin das alles führen soll. Avner ist der moralische Kompass des Film. Er muss erkennen, dass für jeden, den er tötet, jemand nachkommt, dass der „schwarze September“ Vergeltung übt, Unbeteiligte den Tod finden. Gewalt erzeugt Gegengewalt, eine Teufelskreis, dessen Ende nicht zu durchbrechen ist. Die „Geiselnahme von München“ an sich, sie ist zwar das Thema des Films, doch nicht das Zentrum, sondern nur auslösendes Element. Gezeigt am Anfang, und immer wieder zwischendurch in der Imagination Avners, der die Bilder von Gewalt und Schrecken nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Die Bilder werden sein ständiger Begleiter, die wohl nicht mehr verschwinden werden. Und auch wenn Spielberg durch Avner Kritik am Vorgehen der Rache-Aktion des Mossad üben mag, so ist das wohl nicht gegen Israel per se gerichtet, setzt nicht die israelischen Agenten mit Terroristen gleich, wie oftmals vorgeworfen, sondern ist viel mehr als Fingerzeig zu verstehen, der auf die Folgen hinweist, welches ein solches Vorgehen auch und vor allem auf den Handelnden selbst hat.
Man mag Spielberg in Bezug auf „München“ Naivität vorwerfen. Man mag ihm vorwerfen, dass er den Film mit einer mehr als offensichtlichen Message überlädt, die zwar richtig und wichtig ist, aber nichts desto trotz mehr Resultat eines „Gutmenschen“ ist, als Anerkennung der Realität. Ja, man mag ihm vorwerfen, dass Spielberg den wesentlichen politischen Fragen ausweicht. Diese Kritikpunkte mögen ohne Zweifel im Bereich des Möglichen sein, und doch führen sie am innersten Zentrum von „München“ vorbei. Spielberg ist eben nicht naiv, weil er ganz genau weiß, dass er in einem Film keinen Lösungsansatz für das Nah-Ost Problem anbieten kann, und trotzdem versäumt er es nicht, dass Problem an sich zu thematisieren. Wenn sich Israeli und Palästinenser inkognito gegenüber stehen, und sich die Probleme zwischen den beiden Gruppen im Dialog offenbaren, dann ist das eine ebenso starke wie eindeutige Szene. Und so ist „München“ dann eben doch mehr als ein einfacher Thriller von handwerklich herausgehobener Klasse. Spielberg gibt der einen Seite ebenso eine Stimme, wie der Anderen. Das ist mehr, als in Realitas oftmals überhaupt möglich ist, in diesem Kampf der sich um das höchste Gut, nämlich „der Heimat“, entzündet hat. Daran sollte gedacht werden, bevor man Spielberg vorwirft, dass er sich um eine klare Haltung herumdrücken würde.
Vor allem aber ist die Kritik an der vermeintlichen Offensichtlichkeit der Spielbergschen Message von „München“ völlig fehl am Platz. Sicher, das Prinzip Gewalt führt zu Gegengewalt wird von Spielberg bis zum Exitus ventiliert, genau wie seine prinzipielle Kritik am System von „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ Doch ist „München“ im Kontext seines Entstehungszeitraum zu sehen, nämlich in der „Ära Post-9/11“. Es ist die letzte Sequenz, die meiner Meinung nach von Vielen falsch gedeutet wird. Der langsame Schwenk auf die Türme des „World Trade Centers“ kulminiert zum abschließenden Bild des Films. Spielberg will mit diesem stilistischen Mittel mit Nichten eine direkte Linie vom Terror der Spiele von München bis zum Terror von Al-Qaida evozieren – Eine Kontinuität die auch keinesfalls so in dieser Eindimensionalität zu ziehen ist. Nein, es geht Spielberg um etwas anderes, um einigen Aspekt der nicht weniger wesentlich ist und der gleichzeitig die Kritik an der vermeintlich fehlende politische Konnotation von „München“ ins Leere laufen lässt. Einer der zentralen Sätze des Films fällt schon relativ zu Beginn des Films, als Spielberg der israelischen Ministerpräsidentin Golda Meir die (fiktiven) Worte sprechen lässt: „Every civilization finds it necessary to negotiate compromises with its own values.“
Dieser Satz ist nicht weniger als die konkrete Versinnbildlichung des Dilemmas, dem sich die (westlichen) Demokratien im Kampf gegen den Terror ausgesetzt sehen. Das Prinzip „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ ist doch schon längst, heute mehr den jeh, zum Politikum, ja zum prinzipiellen Inhalt der Politik selbst geworden, oder anders ausgedrückt: Wie weit sollte man gehen, darf man gehen? Der Irak-Krieg, gegen den sich Spielberg laut und deutlich ausgesprochen hat, ist eben vor allem das Resultat eines Terroranschlages, der die USA im Mark erschüttert hat, und die Prinzipien der Demokratie vor eine tiefgreifende Belastungsprobe gestellt hat. In solchen Momenten werden die eigenen Wertevorstellungen Kompromissen unterzogen, die von Zeit zu Zeit zu weit gehen mögen. Wenn die Demokratie zum Mittel der Gewalt greift, dann macht sie sich vor allem moralisch angreifbar, und droht an dieser Belastung zu zerbrechen: Gewalt ist in einer Demokratie eben nur im konkreten Fall eines Angriffs gerechtfertigt. Die gezielte Tötung von Terroristen wie sie in „München“ gezeigt wird, wie sie Israel, die USA (aber auch andere Länder) bis heute exerzieren, untergräbt somit zum Einen die ethischen Grundwerte für die die Demokratie steht und ist zum Anderen keinesfalls Erfolgsgarant um dem Terrorismus Herr zu werden. Das ist es, was uns Spielberg in „München“ am konkreten Beispiel deutlich macht, und dessen Aktualität er an Hand des Schwenks zum World Trade Center vor Augen führen möchte.
Es ist ein höchst spannender, packender und auch bewegender Thriller der da präsentiert wird. Gelungene Charakterzeichnungen inklusive, vor allem Eric Bana, überzeugt in seiner Rolle in seiner Verkörperung des „treuen Soldaten“ in seiner ganzen Zerrissenheit. Ein Film der vielleicht sogar nur unter dem Gesichtspunkt der Unterhaltung gesehen werden kann, wobei mir dies zum Beispiel – da bin ich ganz ehrlich – nicht möglich ist. Nichts desto trotz, Spielberg gelingt es auf packende Art und Weise den Weg von der Aktion über die Reaktion zu Ende zu gehen und zu einem wertenden Abschluss zu bringen. Ein Film der mit Sicherheit keine uneingeschränkte historische Authenzität bieten kann, diesen Anspruch zum Einen aber auch gar nicht für sich in Beschlag nimmt, und zum Anderen auch nicht Nötig hat, da sich sich seine universale Botschaft vom historischen Beispiel löst. Schlussendlich ist „München“ nicht weniger als Spielbergs Plädoyer für Ethik und Moral - Und das ist politischer, als manch einer denken mag. Fazit: 9 von 10 Punkten.
[¹] "Ich würde sterben für Israel"
Quellennachweis: Screenshots aus "München". © by DreamWorks SKG, Universal Pictures, Amblin Entertainment, Kennedy/Marshall Company, The, Barry Mendel Productions, Alliance Atlantis Communications, Peninsula Films






18 Kommentare:
Spielberg ist eben nicht naiv, weil er ganz genau weiß, dass er in einem Film keinen Lösungsansatz für das Nah-Ost Problem anbieten kann, und trotzdem versäumt er es nicht, dass Problem an sich zu thematisieren.
In meinen Augen versäumt er es total.
Wenn sich Israeli und Palästinenser inkognito gegenüber stehen, und sich die Probleme zwischen den beiden Gruppen im Dialog offenbaren, dann ist das eine ebenso starke wie eindeutige Szene.
Viel zu schwach thematisiert ist diese Szene, geht dem Problem nicht nach, reißt es an und verliert es sofort wieder aus den Augen.
Ich dachte damals, Spielberg dreht einen Film über den Terroranschlag. Die Szenen zu diesem sind auch exzellent geraten. Die Geschichte um Avner schlachtet er stattdessen zu einem konventionellen Thriller aus, der die eigentliche Thematik des Filmes nie wirklich aufgreift. Klar, Gewalt erzeugt Gegenwalt, juhu, dass weiß man aber auch, ohne MUNICH zu sehen.
Als gewöhnlicher Thriller funktioniert der Film für mich schon, für das was er aber hätte sein müssen, bedenkt man die Thematik, versagt er jedoch - wie gesagt: in meinen Augen - vollkommen.
Ich gehe, obwohl ich dem Film locker 8 Punkte gebe, auch eher mit TheRudi D'accord. Natürlich kann man all die Dinge in München sehen wenn man sich ein gewisses Vorwissen angelesen hat. Doch bleibt ohne dieses Vorwissen eher ein spannender Agententhriller mit fantastischem Zeitkolorit übrig. Spielberg legt den Fokus viel zu sehr auf die Attentate. Avnars Zwiespalt wird natürlich ersichtlich, doch im Vergleich zum Rest der Handlung ist sie eher oberflächlich dargestellt. Ich erkläre mir dies nicht mittels einer bei diesem Thema durchaus angebrachten Ambivalenz sondern eher mit Spielbergs nicht vorhandener Fähigkeit tiefgründigere und komplexere Themen zu beleuchten. Das zeigten schon z.B. Schindlers Liste, Privat Ryan oder auch Amistad und ließ ihn auch letztendlich mit Krieg der Welten scheitern, dessen Vorlage eine höchst politische ist. Knipse einmal all Dein historisches Vorwissen zum Film aus und schaue nach was übrig bleibt. Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß das Review wieder einmal hervorragend geschrieben ist;)
@ Rudi & tumulder:
Knipse einmal all Dein historisches Vorwissen zum Film aus und schaue nach was übrig bleibt.
So, ist ausgeknipst :), und ich sehe einen gutgemachten Thriller, der mir nebenbei noch sagt, dass Gewalt keine Lösung ist. Somit sind wir uns einig, dass "München" als Thriller auf jeden Fall funktioniert.
In meinen Augen versäumt er es total.
We haved to disagree! Der Nahost-Konflikt stellt meiner Meinung nach nicht das ZENTRALE Element des Films, sondern in Form der Geiselnahme 72 nur den Aufhänger. (Wobei man dann natürlich darüber diskutieren könnte, ob der Aufhänger eine kluge Wahl war). "München" beschäftigt sich eben vordergründig nicht mit dem Konflikt zwischen Iraelis und Palästinensern, sondern die langfristige Nutzlosigkeit der verwendeten politischen Mitteln von Gewalt und Gegengewalt.
Deswegen finde ich, dass der Nahost-Komplex in Bezug auf "München", der natürlich bei diesem speziellen Thema automatisch eine Rolle spielt (Auch bei der Rezeption des Films), ausreichend tangiert ist, so z.B.in Form der angesprochenen Szene, oader aber auch mit den Dialogen zwischen Avner und sein Mutter.
Gewalt erzeugt Gegenwalt, juhu, dass weiß man aber auch, ohne MUNICH zu sehen.
Mich erstaunt diese Kritik immer wieder. Sicher, das ist eine bekannte Tatsache, aber trotzdem reagiert Spielberg mit "München" auf aktuelle Politik, sei es in Amerika, oder auch in Israel. Offensichtlich oder nicht, es ist wesentlicher Bestandteil des politischen Diskurses, und damit auch berechtigtes Thema in einem Film.
Avnars Zwiespalt wird natürlich ersichtlich, doch im Vergleich zum Rest der Handlung ist sie eher oberflächlich dargestellt.
Dem möchte ich noch nicht einmal wirklich widersprechen. Da wäre, obwohl ich die Umsetzung als gelungen erachte, mehr drin gewesen. Es gibt einen Grund, warum der Film keine 10 Punkte bekommen hat. ;-)
Irgendwie kann man München in wenigen Worten beschreiben: Totaler Spielberg-Müll, voller israelischer Propaganda. Das war nix.
voller israelischer Propaganda
Genau! Und deswegen wurde Spielberg ja auch von vielen Seiten vorgeworfen, dass "München" anti-israelische Tendenzen in sich tragen würde. :)
Manchmal kann man es sich aber auch in der Pauschalität seiner Aussagen zu einfach machen... ;-)
Sicher, das ist eine bekannte Tatsache, aber trotzdem reagiert Spielberg mit "München" auf aktuelle Politik, sei es in Amerika, oder auch in Israel.
Diese Art von Politik war immer und wird auch immer aktuell bleiben. Es liegt in der Natur des Menschen nach dem Schema "Auge um Auge..." zu reagieren. Wenn man seinen Film "München" nennt und an so einem einschlägigen Ereignis aufhängt, muss man sich auch der Thematik stellen. Hätte Spielberg den Terroranschlag per se weg gelassen, den Film wie geplant "Vengeance" genannt und mit Avners Rekrutierung eingesetzt und der Benennung "Rache wegen xyz, shalom" - dann könnte man den Film sicherlich mehr akzeptieren. So scheitert er für mich jedoch, abgesehen von dem reinen 0815-Thriller.
Diese Art von Politik war immer und wird auch immer aktuell bleiben.
Hat aber im Zuge des sogenannten "internationalen Terroorismus" neue Dynamik bekommen, gerade auch nach 9/11.
Hätte Spielberg den Terroranschlag per se weg gelassen, den Film wie geplant "Vengeance" genannt und mit Avners Rekrutierung eingesetzt und der Benennung "Rache wegen xyz, shalom" - dann könnte man den Film sicherlich mehr akzeptieren.
Diese Argumentation kann ich durchaus nachvollziehen. Ich hatte ja schon in meinem ersten Comment angedeutet, dass "München" als Aufhänger, eben weil er nicht im Zentrum steht, druchaus diskutabel ist - auch wenn ich es nicht so scharf sehe, wie du ;-)
"voller israelischer Propaganda"
"Es liegt in der Natur des Menschen nach dem Schema "Auge um Auge..." zu reagieren."
juhu, nur 5 post um solch ein niveau zu erreichen...
"Es liegt in der Natur des Menschen nach dem Schema "Auge um Auge..." zu reagieren."
Mein Zitat stammt aber aus dem 6. Post ;)
Jetzt frage ich den anonymen User, welches Niveau er meint?
Ich habe am Montag mit ein paar Kumpels über den Film diskutiert und wir waren aller der Meinung, dass Spielberg Propaganda für Israel macht. Wenn man sich allein die Dialoge anschaut, in denen die Kernaussage sowas ist wie "Wir haben uns das Land genommen, was uns sonst niemand gegeben hätte" oder "Nach 1000 Knechtschaft in Europa müssen wir unser Land [die Betonung auf unser Land, hm] mit aller Härte verteidigen", kann ich nur mit dem Kopf schütteln.
Jetzt kann man natürlich politisch stehen wo man will, pro-israelisch oder pro-palästinensisch sein, aber dass nenn ich eine Farce. Sicher, Spielberg stellt den Mossad im Verlauf des Filmes nach und nach in ein negatives Licht, aber die Kernaussage bleibt doch bis zum Ende bestehen.
Da ist es auch nur lachhaft, wenn Spielberg als Regisseur der Eröffnungsfeier der olympischen Spiele in Peking wegen der Verletzung der Menschenrechte seinen Job kündigt, aber mit einem Staat wie Israel, der fast im Stundentakt Menschen umbringt, sympathisiert.
Als ob sich der Herr Anonym hier noch mal sehen lassen würde. Das haben Anonyme meistens so an sich. Fall ich mich irre, will ich nichts gesagt haben.
Wenn man sich allein die Dialoge anschaut, in denen die Kernaussage sowas ist wie "Wir haben uns das Land genommen, was uns sonst niemand gegeben hätte" oder "Nach 1000 Knechtschaft in Europa müssen wir unser Land [die Betonung auf unser Land, hm] mit aller Härte verteidigen"
Diese Kritk ist nicht stichaltig. Mann kann ja zu den Methoden Israels, den Ursprüngen der Gründungsgeschichte des Staates, etc. stehen wie man will. Doch sind die Dialoge im Film eher Ausdruck einer Mentalität vor dem Hintergrund einer aktuellen Bedrohung, die in Israel 72 und heute noch vorhanden ist, und weniger ein Zeichen plumper Propaganda. Wie hätte man das denn ansonsten darstellen sollen?
Mal ganz abgesehen davon, dass diese Mentalität natürlich historisch und politisch begründet ist (Und dieser Satz kommt ganz ohne Wertung daher). Wir im gemütlichen Deutschland haben ja leicht Reden, während Israel von Iran die Existenzberechtigung abgesprochen wird, der mit Vernichtung droht, und dir jeden zweiten Tag Raketen aus dem Libanon auf den Kopf fallen.
Das diese Gangart der harten Hand von wenig Erfolg gekrönt ist, und zu hinterfragen ist, steht auf einem anderen Blatt - Im übrigen hinterfragt Spielberg diese Methodik ja auch.
C.H. argumentiert genau in die richtige Ecke, bzw. aus der richtigen Ecke (Dies ist jetzt nicht als verdunkelnde Metapher zu verstehen).
Sie aber, Herr Kaltduscher, sollten in absehbarer Zeit eine warme Dusche in Erwägung ziehen. Die kalten Wasserstrahlen scheinen sich auf ihren durch und durch männlichen Verstand niederzuschlagen (Das wiederum hat bewußt etwas metaphorisches) und jegliche Vernunft- und Verständnisprozesse im Kleinhirn einzufrieren...
Auch Männer dürfen mal weinen und warm duschen, wussten Sie das nicht?
"Ich habe am Montag mit ein paar Kumpels über den Film diskutiert und wir waren aller der Meinung, dass Spielberg Propaganda für Israel macht."
Dann kann Ihnen und Ihren "Kumpels" nur geraten werden, beim wöchentlichen Stammtisch der "Linken Verschwörungstheoretiker" alsbald andere abendfüllende Sujets zu suchen. Ich erlaube mir an dieser Stelle, Sie eben diesem Spektrum zuzuordnen. Denn auch in Ihrem Interesse hoffe ich, dass Sie sich nicht dem rechten Flügel der "Jüdischen Propaganda Witterer" zurechnen. Obschon es ebenso wenig etwas relativieren würde, Sie armer Tropf. Das Denken einer global operierenden „Jüdischen Propaganda“ stellt Sie so oder so in ein verachtenswertes Licht.
Nevertheless, es sei Ihnen und Ihrer Unbelehrbarkeit in beiden Fällen eine warme Dusche, als auch ein Israelbesuch empfohlen.
Das dort stündlich (sic) Menschen durch die örtliche Exekutive umgebracht würden (Ich nehme an Sie meinen mit Menschen nicht-israelische Staatsbürger, oder werden die auch umgebracht?) könnte jedoch womöglich auch letzteren Vorschlag im Wege stehen. Nur gut, dass Sie das Vergnügen haben in einem Staat zu leben, der die hier ansässige Rüstungsindustrie nicht sanktioniert, sondern als finanzieller Teilhaber gerne auch ermuntert, ihre Produkte in die exotischen Krisenherde dieser Erde zu exportieren. Da kann Ihr Gewissen bestimmt weitaus ruhiger schlafen, als zb. in Tel-Aviv. Sondern Sie Ihre Phobien bitte an anderer Stelle (= Ihr Stammtisch) ab, denn die hat dieser Blog (und auch kein Anderer) nicht verdient.
Auge um Auge, Verstand um Verstand...
Damit dürfte in etwa das postulierte Niveau gemeint sein.
Um auf Ihre selbst erklärende Frage antworten zu müssen.
Der Herr Anonym ist doch noch mal wiedergekehrt: Ich tat dir Unrecht. Mea Culpa... :)
Nunja, dass ist nun das Problem in Deutschland, wenn man etwas sagt, aber gleich einem extremen politischen Spektrum oder dem Stammtisch zugeordnet wird. Sowas nenn ich dann peinlich.
Ich mach mir jetzt nen gegliedert-populistischen...
1.
Wenn Sie "dieses Deutschland" einem extremen politischen Spektrum zuordnen würde, weil Sie
etwas Extremes sagen, dann hätte "dieses Deutschland" ja sogar mal Recht - Freude Freude
Freude.
Auch (Herr/Frau) Anonym ist Deutschland!
Aber um Ihnen das Wort zu reden: "Deutschland" hat ja bereits nun wahrlich genug Probleme. Hah!
2.
Mit Ihrem Nationen-Verweis haben Sie sich weiterhin als Stammtischler geoutet. Denen fehlt
ja mitunter die Imaginationskraft, ihre Naivität (= Gesagtem) von solchen Konzepten zu abstrahieren. Die von mir getätigte rudimentäre Zuordnung Ihrer multimedialen Person (also Darstellung) erfolgte also nur nach einer Bewertung Ihrer intellektuellen Ausdünstungen. Damit haben Sie gewissen JBK Talkgästen einiges Voraus, die verzweifelt ein solches Niveau erreichen wollen.
Glückwunsch! Sie sind sogar ein extremer Kaltduscher.
Bestellen Sie mir zu dieser Feierlichkeit doch gleich ein Herrengedeck mit. Sie haben gewiss lange Zeit nicht mit einer peinlichen Personen angestoßen...
Danach gucken wir eine Runde "Zeitgeist" und "Loose Change". Das wird ein Spass! 10/10
3.
Denken Sie doch einmal darüber nach, ob Ihre obigen Aussagen eventuell nicht nur in "diesem
Deutschland" als mindfuck übelster Art gesehen wird (kein Konjunktiv)...?!
In der Hoffnung, dass weltweit solch gesagtes "etwas" bis zum Jüngsten Gericht als extrem diffamiert wird:
Anonym
hm, sehr wie-soll-man-sagen gestockte Diskussion hier.
Als erstes, ich liebe den Film. Ich mag ihn als Thriller, als moralischer Anstoß, als historischer Hollywood Film. So.
Dass Spielberg pro Israel oder anti, kann ich nicht sehen. Er lässt seine Figuren aus dem Moment heraus reden. Wie man zu der Zeit dachte, wenn man dieser oder jender Nationalität angehört.
Der Nah-Ost Konflikt spielt übrigens im Film mal gar keine Rolle, es wird als gegeben hingenommen, und sonst nichts.
Dass man eventuell mehr historisches Wissen braucht, um alle Feinheiten des Films zu verstehen, nun, das ist auch bei Walküre, Schindlers Liste, Alatriste, Elizabeth und weiteren historischen Filmen zu beobachten. Dennoch wird die Moral als Richtlinie eingesetzt, und die sollte bei jedem Menschen, der ein wenig religiös ist, vorhanden sein. Damit meine ich jede Religion.
Nächstenliebe, Mitgefühl und Barmherzigkeit.
Wer diese Moralansichten nicht achtet, versteht auch solch einen Film nicht.
und nein, ich bin nicht sehr gläubig, doch ich bin der festen Überzeugung, dass es ein Verdienst des Christentums ist, dass diese Lehre über die ganze Welt ausgebreitet wurde.
(dass das nicht immem rim Einverständnis geschah - nun, die Afghanen mögen die Besatzer sicherlich auch sonderlich.. das wiederholt sich alles, mit anderen Leitsätzen)
und die sollte bei jedem Menschen, der ein wenig religiös ist, vorhanden sein.
Di sollte auch bei jedem, der nicht religiös ist, vorhanden sein. ;-)
tja, gibt es Menschen, die wirklich wikrlich 100% keine religiöse Erziehung haben?
das glaube ich nicht *g* jeder glaubt an etwas, und wenn es nur Geld ist. Der wird in der jetztigen Finanzkrise echt heftig zu schlucken haben ^^
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