

Und noch eine Comic-Verfilmung, muss das denn wirklich sein? So oder so ähnlich hätte man im Vorfeld des deutschen Kinostarts von „Wanted“ argumentieren können. Zu oft war es in letzter Zeit der Fall, dass ein potentiell interessanter Film zu Gunsten eines breiteren Publikums kastriert wurde, unabhängig ob dies nun schon im Zuge der eigentlichen Produktion oder aber letztendlich im Nachhinein durch verstümmelnde Schnitte bewerkstelligt wurde. „Wanted“ aber geht an dieser Stelle einen anderen Weg, der jetzt zwar nichts Innovatives darstellt, in meiner Meinung jedoch von einer geradezu erfrischenden Geradlinigkeit geprägt ist. Und als ich dann vor einiger Zeit beim Kollegen von „From Beyond“ im Zuge der dort zu findenden Besprechung von „Wanted“ lesen durfte, dass dieser Film für Alle, die es leid sind, „dass die ästhetischen Mätzchen aus 'Matrix' und 'Fight Club' - zwei der absolut stilbildenden Filme der 90er - nur immer wieder aufs Neue reproduziert, aber nie erweitert werden“, ein Muss ist, keimte dann doch so etwas wie eine gewisse Erwartung auf, der in Form eines Kino-Besuchs nachgekommen werden musste.
Wenn man ehrlich ist, konnte man sich ja eigentlich denken, worauf man sich in Bezug auf „Wanted“ einlässt, wenigstens kann man das jetzt im Nachhinein leicht behaupten. Der russische Regisseur Timur Bekmambetov, der sich durch seine beiden russischen Blockbuster „Wächter der Nacht“ und „Wächter des Tages“ schlagartig bekannt machte und sich vor allem auch in Amerika für höhere Aufgaben empfahl, drückt auch „Wanted“ ganz ohne Zweifel seinen inszenatorischen Stempel auf. Es war nicht zu Letzt der interessante Mix aus knalliger Action und Fantasy, der sich in seinen beiden vorigen Werken in wunderschönen, komponierten Bildern den Weg auf die Leinwand bahnte, der zu Gefallen wusste und nun in „Wanted“ in Bezug auf die Choreographie der Action seine Weiterentwicklung erfährt.
Die erzählte Geschichte ist dabei in diesem Fall nur Mittel zum Zweck, die Comic-Vorlage nur die Folie vor dessen Hintergrund sich die Ereignisse des Films entspinnen. Eine Story, die in dieser Form weder besonders originell, noch innovativ ist, sondern sich vielmehr darauf verlässt schon bekannte Versatzstücke aufzugreifen und zu zitieren. „Wanted“ macht aus diesem Sachverhalt erfreulicherweise jedoch auch überhaupt keinen Hehl und suggeriert dementsprechend auch gar nicht etwas Anderes sein zu wollen, als grundsolide und rasant inszenierte Action und das trifft an dieser Stelle auf wohlwollende Anerkennung. Dementsprechend ist die Handlung, die dem Film zu Grund liegt, auch schnell erzählt, eine Handlung die zudem vom Zuschauer einfach hingenommen werden sollte, um den größtmöglichen Spaß am gebotenen Spektakel zu evozieren, denn um mehr geht es in diesem Film wirklich nicht.
Wesley Gibson (James McAvoy) ist eines jener armen Würstchen, welches praktisch von Niemanden wahrgenommen wird, es sei denn natürlich seine unförmige und neurotische Chefin kommt mal wieder auf die Idee Wesley wegen Diesem und Jenem zu schikanieren. Unterstützung könnte Wesley also, wenn überhaupt, nur von seinem besten Freund erfahren, wenn dieser nicht jede Gelegenheit dazu nützen würde, Wesleys Freundin zu besteigen. Als unser Held dann auch noch feststellen muss, dass Google zu seinem Namen keinen Treffer finden kann, ein Sachverhalt der in unserer medialiserten Gesellschaft ohne Zweifel für den Einen oder Anderen einer mittleren Katastrophe gleichkommen muss, wird es auch wirklich Zeit, dass ihm eines Tages die ebenso mysteriöse wie attraktive Killerin Fox (Angelina Jolie) über den Weg läuft, die ihn in den Zirkel der „Bruderschaft“ einführt. Ein Bund von Killern, so erfährt Wesley von deren Oberhaupt Sloane (Morgan Freeman), die mit Hilfe eines Webstuhls, der die Namen der zu liquidierenden Personen liefert, das Gleichgewicht der Welt zu bewahren sucht. Einer der Bruderschaftler, Cross (Thomas Kretschmann), sei jedoch abtrünnig geworden, so berichtet Sloane und habe Wesleys Vater, den besten Killer des Bundes getötet und nun sei es doch bitte schön am Junior die verborgenen Talente zu entdecken und den fiesen Meuchelmord am Vater zu rächen.
Um auf das am Anfang bemühte Zitat zurückzukommen, man hätte es wirklich kaum besser ausdrücken soll, trifft es doch genau den Kern des Ganzen, ebenso wie in „Wanted“ so mancher Schädel durch eine Patrone gekonnt zum Platzen gebracht wird. Sicher, das ist ganz ohne Zweifel nicht nach Jedermanns Geschmack, ebensowenig wie es völlig unbedenklich ist und doch ist es in gewisser Weise ein Zeichen von geradezu entwaffnender Ehrlichkeit, da nämlich „Wanted“ die Anforderungen, die der gemeine Zuschauer an einen Actioner stellt, eben Diesem deutlich vor Augen führt und nicht hinter einem milchigen Schleier oder einem doppelten Boden zu verstecken sucht. Wo zum Beispiel ein „Matrix“ seine durchstilisierte Gewalt hinter dem Mantel eines essentiellen Kampfes zwischen Mensch und Maschine verbirgt und diese in ihrer visuellen Härte nicht zum ultimativen Ende führt, wo ein „Fight Club“ auch immer noch gesellschaftliche Satire mit doppelten Boden ist, muss „Wanted“ in der Sprache seiner Bilder dem sprichwörtlichen Schlag in die Fresse gleichkommen, der dem Primat der Unterhaltung Vorrang vor moralistischen Spielereien einräumt. Drauf geschissen also, wenn im Kampf zwischen Protagonist und Antagonist mal eben ein paar hundert Unschuldige, eingepfercht in einen Zug, zu Tode stürzen. Schicksale nämlich, die dem Zuschauer in einem Actioner eben nicht interessieren, da dieser Fiktion und nicht Realität ist, oftmals aber dadurch entschärft werden, dass nicht klar zu Sehen ist, wer eigentlich alles in einem Action-Film so drauf gehen muss. Eigentlich schade ist nur, dass Bekmambetov diese Drastik nicht zur Gänze beibehalten kann und in ein, zwei Szenen wieder in einen moralistisch-legitimierenden Tenor verfällt.
Nichts desto trotz aber weiß „Wanted“ natürlich zu gefallen. Die Narration ist in ihrer Entwicklung luzide vorgetragen, die Wandlung vom Weichei zum Killer weiß zu unterhalten, sogar die eine oder andere Wendung innerhalb des Plots ist implementiert worden. Ebenso gelungen sind die ganzen visuellen Spielereien, die in ihrer ganzen Konzeption von Slow-Motion, Bullet-Time und schnellen Schnitten, sowie Kugeln, die um die Ecke fliegen, „Wanted“ zu einem krachenden Spektakel werden lassen, dessen letzter Showdown nicht von Ungefähr an „300“ erinnert, nur dass hier anstatt mit Schwertern und Speeren mit Kanonen hantiert werden darf. Umrahmt wird dies alles dann noch durch den überaus wohlklingenden Score von Danny Elfman, der die Wucht der Bilder mühelos in seine Kompositionen zu übertragen weiß. Müßig zu erwähnen, dass den Schauspielern an dieser Stelle nur eine untergeordnete Rolle zukommt. Von Freeman wird ebenso wenig verlangt, wie von Jolie, nur dass von der noch erwartet wird, dass sie Gut aussieht. In meiner, rein subjektiven Wahrnehmung, gelingt gerade dies auch ganz ausgezeichnet. Es ist natürlich James McAvoy als Zentrum des Films von dem schauspielerisch noch am Meisten eingefordert wird, aber selbst wenn er es nicht hinbekommen hätte, was er aber hat, hätte das wahrscheinlich auch niemanden interessiert, denn „Wanted“ lässt es zur Genüge krachen, ist von fast unverschämter Brutalität und hat dabei trotzdem noch immer ein Augenzwinkern in Petto - Fazit: 7 von 10 Punkten.
Abbildungen aus "Wanted". © by Universal Pictures International






31 Kommentare:
Sehr schönes Review :)
ich freu mich fast schon auf den Film, wenn nur mal einer ins Kino mitgehen würde.
Weiss gar nicht, warum der so einen schlechten Ruf hat
@ kaltduscher:
thx ;-)
@ jmk:
Weiss gar nicht, warum der so einen schlechten Ruf hat
War ja vorher auch eher skeptisch, aber man hat echt seinen Spaß, wenn man sich im Klaren ist, worauf man sich einlässt
Weiss gar nicht, warum der so einen schlechten Ruf hat
Ich schon.
Ich schon.
Warum wusste ich das nur? :D
Du scheinst das unlogische Ende auch geschluckt zu haben wie ein Katholik die Hostie. Zumindest erwähnst du es nicht mal. Schade eigentlich.
"Unverschämte Brutalität"? "Mit einem Augenzwinkern"?
Verdammt, jetzt muss ich mir diesen Film auch noch anschauen! ;-)
@ TheRudi:
Oh Weia. Als ob in diesem Film nur das Ende der völlige Inbegriff der Unlogik wäre, auch schon vorher gibt es Löcher in der Logik zu Hauf. Nur sollte man sich daran in der Tat nicht stören, wenn man Spaß haben möchte und ich dachte ich hätte mit "eine Handlung die zudem vom Zuschauer einfach hingenommen werden sollte, um den größtmöglichen Spaß am gebotenen Spektakel zu evozieren" ausreichend auf diesen Sachverhalt hingewiesen. Wenn sich aber daran stört, dann ist klar was dabei rumkommt.
@ orangedoe:
Aber nicht das ich hinterher Schuld bin... ;-)
Das erscheint mir dann wieder wie ne Absolution. Filme brauchen keinen Inhalt, solange die Bilder richtig stimmen. Dann könnte man ja auch 2-stündige Musikvideos drehen und die auf die Kinoleinwand projizieren. Für mich ist es in Ordnung, wenn ein Film in seiner eigenen Welt spielt, aber auch diese Welten haben (ihre eigene) Logik. Und wenn man dann auch noch die verrät, dann Gute Nacht.
Naja, es ist ja nicht so, dass "Wanted" keinen Inhalt bieten würde, er hat halt seine Schwächen in der Logik.
Komisch nur, dass du auf der einen Seite "Wanted" die fehlende Logik vorwirfst und ihn deshalb schlecht findest (Glaube ich zumindest bei dir rausgelesen zu haben, aber dein Verriss (?) wird ja sicher noch folgen), aber auf der anderen Seite "Wild Things" für einen "raffinierten kleinen Thriller" hältst, obwohl auch dieser Film genug Lücken in der Logik hat, die so groß sind, dass die Oberweite von der Richards zweimal durchpassen würde... ;-)
Aber nun genug der Logik. Ich finde "Wanted" ist ein wunderbarer Film um sich entspannt unterhalten zu lassen und mehr will ich dann manchmal auch nicht - Vielleicht liegt da der Unterschied zwischen uns... ;-)
Dann musst du mir die Logiklöcher in Wild Things nochmal aufführen, mir sind da keine sonderlich bewusst.
Also ich werde jetzt hier nicht den ganzen Film auseinander nehmen, aber es ist doch wohl so, dass "Wild Things" schon allein von seiner ganzen Grundkonzeption nicht wirklich als logisch zu bezeichnen ist.
Man muss sich das mal überlegen: Da wird davon ausgegangen, dass verschiedene Personen quasi "übersinnliche Fähigkeiten" besitzen, mit denen sich genau erahnen können, wie ein Mensch reagiert, wie dieser Handeln wird. Diese Kontruktion, die sich auf 6!! Personen erstreckt, die alle etwas anderes wollen und keiner weiß was der Andere macht, der aber wiederum durch einen Anderen gesteuert wird, ist per se so etwas von Unglaubwürdig.
Aber, und das ist der Punkt: Sehe ich darüber hinweg, und akzeptiere diese "Unlogik" als Gegeben, funktioniert der Film unter dem Gesichtspunkt der reinen Unterhaltung ganz ausgezeichnet. Gilt dies aber für "Wild Things", dann muss es auch für "Wanted" gelten.
Übersinnliche Fähigkeiten? Mhm, für mich ist WILD THINGS ein kleiner Thriller, in dem sich jeder gegeneinander ausspielt. Wohingegen WANTED ein Finale zelebriert, in dem sich der Held nicht einmal an seine eigenen Regeln hält. Aber gut, da interpretieren wir beide eben so, wie wir es gerne sehen :D
@c.h.
kurz zu Wild Things. Das was du dem Film vorwirfst trifft auf fast jeden Thriller/Krimi zu. Das ist einer der Prämissen wieso solche Filme funktionieren. Hat aber nichts mit Logik zu tun, selbst wenn sich Personen entgegen ihrem Charakter verhalten, können diese Handlungsweisen in sich schlüssig sein. Jeder Film ist per se ein Konstrukt und basiert auf Annahmen des Autors. Das ist kein Kritikpunkt.
Ich habe Wanted ja noch nicht gesehen, aber an einen Film der die Physik augenscheinlich ausser Kraft setzt, hege ich keine grossen Erwartungen bzgl. der Handlung.
aber an einen Film der die Physik augenscheinlich ausser Kraft setzt
Das ist ja auch nicht mein Kritikpunkt, sondern eher die Moral, die zum Schluss ad absurdum geführt wird.
okay, das werde ich noch überprüfen müssen
@ jmk:
Naja, aber gerade bei "Wild Things" ist es doch so, dass sich die Ausgangs-Konstruktion des Films völlig außerhalb des "Möglichen" abspielt, und somit (für mich) unlogishch ist. Der Film setzt darauf, dass mehrere Personen andere Personen in einem Maße steuern und manipulieren, welches im "realen Leben" gerade auch auf Grund der Tatsache, dass sich in "Wild Things" 6 Leute gegenseitig und gleichzeitig verarschen, niemals funktionieren würde.
Das hat nichts mit dem Charakter der Protagnoisten zu tun und die Schlüssigkeit der Handlung wird in "Wild Things" eben genau dadurch erzeugt, dass man den im Vorigen skizierten Sachverhalt als Gegeben vorraussetzt und akzeptiert.
Und nochmal: Ich würde das "Wild Things" niemals zum Vorwurf machen, wollte daurch nur verdeutlichen, dass man, wenn man "Wanted" unter dem Gesichtspunkt der Logik, hinterfragt auch andere Filme hinterfragen muss.
@ Rudi:
Aber ich glaube jetzt endlich das ich weiß worauf du hinaus möchtest. Geht es dir um die Szene gegen Ende, wo Wesley die halbe Bruderschaft umlegt, ohne das er dafür den Auftrag vom "Webstuhl" bekommen hat?
Ja mei, aber das ist ja auch das was ich mit dem Satz "du musst akezptieren was du siehst" ausdrücken wollte. Bekmambetov kümmert sich in der Tat einen Dreck um solche "Nebensächlichkeiten". Wenn man nur einen Moment anfängt diesen Film zu hinterfragen, bekommt man eh Porbleme, schon allein wegen Gewalt und so.
Oh, ich war zu langsam.... Schweinerei! :D
Geht es dir um die Szene gegen Ende, wo Wesley die halbe Bruderschaft umlegt, ohne das er dafür den Auftrag vom "Webstuhl" bekommen hat?
Mir geht es darum, dass ich durchaus glaube, dass der Webstuhl die Namen aller Killer ausgespuckt hat. Sie unterscheiden sich schließlich nicht in ihrem Naturell von Sloane. Während Fox sich oder der Bruderschaft also treu bleibt und konsequent handelt, reagiert Wesley selbstsüchtig und raubt damit gleichzeitig die Vorlage sich herauszunehmen, Sloane zu töten. Ich will darauf hinaus, dass McAvoy sich selbst hätte ebenfalls richten müssen. Vor allem da nur eine Frage der Zeit sein dürfte - u.a. wegen seinen Handlungen um an Sloane zu geraten - dass der Webstuhl seinen Namen wieder ausspuckt. Im Endeffekt ist Wesley also keinen Deut besser als Sloan, was wiederum die von Bekmambetov bemühte Wandlung der Bruderschaft als Retter der Welt verrät.
Das ganze Konzept des Filmes geht in meinen Augen nicht auf, was man durch mehr Treue zur Vorlage hätte vermeiden können. Aber who cares, die Masse liebt den Streifen und somit ist jeder zufrieden. Die Zuschauer und die Macher.
und somit ist jeder zufrieden.
Mit Ausnahme von Rudi natürlich... ;-)
Ach, ich tanz ja immer aus der Reihe. Da stört sich keiner dran ;-)
Ich Frage mich mal, welchen Film der Kritiker hier gesehen hat?!
Ausser ein paar amüsianten Szenen enthält der Film lediglich eine geradlinige, stupide Handlung die an Doofheit nicht übetroffen werden könnte. Ob man bei 10.000 mit Zeitbomben bestückten Ratten anfängt oder Webmaschine des "Schicksals", welche die nächsten Opfer vorhersagt (leider nicht die nächsten Lotto-Zahlen :-) ), endet. Da bekommt der Ausruf "Gib mir mal den Stoff" gleich einen suizidhaften Charakter.
Ich frag mich nur, wie sich Morgan Freeman und Angelina Jolie (aber vorallem Morgan Freeman!!!!) für so einen scheiss hergeben konnten. Naja...die Kinder scheinen der wohl die Haar vom Kopp' zu fressen und die alte braucht Kohle :-) !
Technisch, das muss man dem Film schon lassen ist er gut inszeniert, jedoch sollte der Betrachter, hingegen der Ansicht meines Vorredners, "Wanted" nicht auf eine Stufe mit "300" stellen wollen. Denn so würde man nicht etwa Äpfel mit Birnen vergleichen, sondern eher ...ach ich weiss nicht, der film ist einfach scheisse !
Der Kritiker ist sich ziemlich sicher denselben Film gesehen zu haben, wie der Kommentator.
Der Kritiker muss im Übrigen auch gerade ein wenig lachen, weil der Kommentator augenscheinlich sehr viel Wert darauf legt, dass "Wanted" doch bitte schön nicht mit "300" zu vergleichen sei, so wie das der Kritiker in einem Satz getan hat, da dieser Vergleich "300" nicht Gerecht werden würde.
Als ob "300" irgendeinen Deut besser wäre als "Wanted". Eine Handlung ist bei beiden Filmen nicht existent, bzw. spielt keine Rolle. Und ob nun in der Tat 10000 Ratten, oder aber Monster-Zombie-Perser bescheuerter sind, darüber vermag sogar der Kritiker keine klare Wertung abzugeben ;-)
Fazit: Technisch sind beide Filme gut, haben amüsante Szenen - Welches Setting einem jetzt besser gefällt, ist Geschmacksache und auch in Ordnung. Aber man erwecke hier bitte nicht den Eindruck, als sei "300" (Äpfel)im Gegensatz zu "Wanted" (Birnen) so etwas wie anspruchvolles Kino. De Facto sind beide Filme eher das reinste Junk-Food. ;-)
Zu oft war es in letzter Zeit der Fall, dass ein potentiell interessanter Film zu Gunsten eines breiteren Publikums kastriert wurde, (...) „Wanted“ aber geht an dieser Stelle einen anderen Weg
Ich kenne kaum eine Geschichte, die mehr kastriert wurde, um dem breiteren Publikum zu gefallen ;)
rauf geschissen also, wenn im Kampf zwischen Agonist und Antagonist mal eben ein paar hundert Unschuldige, eingepfercht in einen Zug, zu Tode stürzen.
Soviel zum Thema "Töte einen, rette Tausend" ;)
Und ob nun in der Tat 10000 Ratten, oder aber Monster-Zombie-Perser bescheuerter sind, darüber vermag sogar der Kritiker keine klare Wertung abzugeben
Dass mit der Perser-Darstellung ist ja immer so ein Fehler der Kritiker. Perser-Zombies und Unsterbliche, das ist ja nur ein "Bild", welches Delios am Ende den Heimgebliebenen skizziert, wahrscheinlich um diese nochmals aufzustacheln. "Da, schaut her, Monster und Unsterbliche hat Leonidas gekillt, nur für euch. Und wenn 300 das schaffen, dann schafft ihr 10.000 das auch", etc.
Logischerweise - ich hab es jetzt erst gelesen - stimme ich dir in keinem Punkt zu, ähnlich wie schon bei DARK KNIGHT. Nett geschrieben, für den Plebs halt, aber vom literarischen Stil und Inhalt fand ich das Batman-Review dann weitaus besser.
ich hab es jetzt erst gelesen
Dafür hast du aber hier schon ganz schön rum gewütet. ;-)
Ich kenne kaum eine Geschichte, die mehr kastriert wurde, um dem breiteren Publikum zu gefallen
Ich kenne den Comic ja nicht. Mag also schon sein, aber das ist ja genau das was ich dir schon beim Review vom Kaltduscher gesagt habe: Dein "Problem" ist, das du die ganzen Comics immer so gut kennst... ;-)
Soviel zum Thema "Töte einen, rette Tausend" ;)
Und deswegen auch mein Satz: "Eigentlich schade ist nur, dass Bekmambetov diese Drastik nicht zur Gänze beibehalten kann und in ein, zwei Szenen wieder in einen moralistisch-legitimierenden Tenor verfällt."
Dieser Mist war in der Tat sehr inkonsequent, so auch die ganze Einführung der traurigen Geschichte von Fox.
Dass mit der Perser-Darstellung ist ja immer so ein Fehler der Kritiker.
Man unterstelle mir aber bitte nicht diesen Fehler. Ich weiß sehr wohl wie das von Miller gemeint war. Es findet sich ja eh alles auch bei Herodot wieder, auch die "Unsterblichen". Und ich mag diesen abgedrehten Stil bei "300", sowohl in der Comic-Vorlage, als auch im Film selbst.
Vielleicht habe ich mich da aber missverständlich ausgedrückt, so das ein falscher Eindruck entsteht. Es ging mir bei diesem Bsp. nur darum Anonym zu zeigen, dass er "300", den ich im Übrigen sehr schätze, nicht zum Arthouse-Kino hochjubeln soll. Unterstütz ihn bitte nicht noch in diesem Vorhaben... ;-)
Och jetzt kommt schon. Was hat Wanted bitte schön mit 300 oder gar The Dark Knight zu tun? Gar nichts außer, daß alle drei Actionfilme sind und im Kino liefen. Das ganze Teil ist doch so fern irgendeiner Realität und irgendeines Anspruchs der sich überhalb der reinen Unterhaltung bewegt. Wer würde dies irgend einem Videogame zum Stolperstein machen? Und genau auf diesem Niveau bewegt sich Wanted. Er verbindet reines Exploitationkino mit dieser neuen Unterhaltungsart. Das muß man doch einfach mal anerkennen und nicht in irgendwelchen moralischen Logiklöchern herumstochern. Ganz anders allerdings bei The Dark Knight, der ja von sich aus Bezüge zum aktuellen Weltgeschehen herstellt und die Frage nach der Moral in den Blickpunkt stellt.
Ja, tumulder, hier geht ordentlich der Bär ab. Zu "Wanted" ist anscheinend mehr zu sagen, als ich vorher gedacht hätte.
Im Übrigen unterschreibe ich deinen Kommentar zur Gänze, auch den letzten Satz zu "Dark Knight", da wir uns ja nicht darum kabbeln, ob dieser die Moral bewusst in den Blickpukt stellt, sondern "nur" wie die "moral von der Geschicht" zu interpretieren ist. Aber darum geht es ja hier nicht. ;-)
@therudi
Im Endeffekt ist Wesley also keinen Deut besser als Sloan, was wiederum die von Bekmambetov bemühte Wandlung der Bruderschaft als Retter der Welt verrät.
Ja aber genau diesen Punkt behauptet der Film ja auch gar nicht. Wesley rächt sich für den Tod seines Vaters an Sloan. So einfach wird ein Schuh draus. Löse Dich doch einfach mal von der Vorlage und mach Dich locker;) Ich habe Wesley im übrigen nicht als guten Helden wargenommen und die Bruderschaft auch nicht als Heilsbringer für die Welt. Ganz im Gegenteil. Und was Wesley zum Schluß letztendlich ist, das bleibt offen.
Och jetzt kommt schon. Was hat Wanted bitte schön mit 300 oder gar The Dark Knight zu tun? Gar nichts
Wo hab ich das denn behauptet? Ich meinte, dass mir C.H.s Argumentation bei Dark Knight besser gefiel, als hier der Fall. Das darf man ja wohl noch sagen, hier im Herzen der ganzen Fanboys.
Löse Dich doch einfach mal von der Vorlage und mach Dich locker
Die Szene hat doch gar nix mit der Vorlage zu tun. Wie sie hier alle brabbeln und die nicht mal kennen.
Hey, seit wann läßt Du dich in der dritten Person ansprechen?;)
Ich kenne kaum eine Geschichte, die mehr kastriert wurde, um dem breiteren Publikum zu gefallen
Na, aber ich denke schon, das du hier von der Vorlage geredet hast, oder?
Ich meinte, dass mir C.H.s Argumentation bei Dark Knight besser gefiel, als hier der Fall. Das darf man ja wohl noch sagen, hier im Herzen der ganzen Fanboys.
Aber natürlich darfst du das hier sagen, hehe. Im Übrigen gefällt mir meine "Dark Knight"-Rezi auch besser...
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