

Über den Neustart des James Bond Franchise im letztem Jahr ist wohl mittlerweile alles gesagt, die Argumente für das Pro und Contra ausgetauscht worden. Deswegen können sich an dieser Stelle die einführenden Worte auf ein Minimum beschränken: „Casino Royale“ war nicht nur ein harter Schnitt, sondern zu Vorderst eben auch ein ausgezeichneter Vertreter der Reihe um den berühmtesten Agenten im Namen ihrer Majestät. Daniel Craig, der sich im Vorfeld des 21. Ableger des Franchise harte und zum Teil hämische Kritik hatte anhören müssen, konterte diese Angriffe schließlich ganz cool im Film und lieferte eine Darstellung Bonds, von der ein Pierce Brosnan zu Letzt nur Träumen konnte. Zugegeben, mit der Wahl für einen neuen Darsteller war gleichzeitig auch eine massive inhaltliche Neuausrichtung verbunden. James Bond war nun endgültig im 21. Jahrhundert angekommen, sein Stil erinnerte wohl nicht von Ungefähr an den von Jason Bourne, dem zweiten wesentlichen cineastischen Agenten der letzten Jahre. Sowohl die Bilder als auch die Inszenierung von „Casino Royale“ waren düster, blutig und dreckig, der in schwarz-weiß gehaltene Prolog ließ von der ersten Minute keinen Zweifel aufkommen, wohin das Franchise in Zukunft führen sollte. Aus dem Charmeur war eine rabiater, gewalttätiger, schwer zu kontrollierender Berserker mit blitzenden blauen Augen geworden, der unter seiner harten Schale aber doch einen weichen Kern verbarg. Als dann auch noch das typischen Bondgirl in der Art des blickfangenden Sexy-Bunnies mehr oder weniger ad acta und an deren Stelle Vesper Lynd (Eva Green) mir kühl-erotischer Aura trat, die sowohl für Bond als eben auch für die erzählte Geschichte von eminent wichtiger Bedeutung war, war der endgültige Reset des Franchise perfekt.
Das nunmehr 22. Abenteuer von 007 „ Quantum of Solace“ setzt und auch das ist im wesentlichen Neu, direkt am Ende von „Casino Royale“ ein. Nach dem Tod seiner Liebe Vesper Lynd ist James Bond endgültig zum unkontrollierbaren Berserker geworden, der seiner Arbeit nur noch insofern nachkommt, als das die Ziele des MI6 mit denen seiner persönlichen Vendetta deckungsgleich sind. War am Ende von „Casino Royale“ zu Sehen, wie Bond Mr. White, einen der Angehörigen jener noch unbekannten Verbrecher-Organisation, die Vesper auf dem Gewissen hat, in seine Gewalt brachte, setzt „Quantum of Solace“ mit Bonds Bemühungen ein, diesen sicher in die Obhut des MI6 zu überführen. Doch als sich herausstellt, dass das Syndikat sowohl in den MI6 als auch in der der CIA Maulwürfe hat und dieser ein Attentat auf Bond und M verübt, welches nur knapp fehl schlägt, scheint vor allem M (Judi Dench) klar, dass man es hier mit einer Organisation zu tun hat, dessen ganze Bedrohungspotential bislang nur zu erahnen ist. Bond mach sich in der Folge von Siena, Italien auf den Weg nach Port-au-Prince, Haiti, wo er nicht nur die nächste Leiche hinterlässt, sondern auch noch auf die undurchsichtige Camille (Olga Kurylenko) und den Unternehmer Dominic Greene (Mathieu Amalric) trifft, der sich der Öffentlichkeit als Umweltschützer präsentiert. Erst in Bregenz (Österreich) gelingt es Bond hinter die Ausmaße der Verschwörung zu gelangen, doch als Bond blind vor Rache, eine weitere Leiche hinterlässt, kollidieren seine Interessen endgültig mit denen der britischen Regierung und M sieht sich gezwungen 007 seines Status zu entheben, wovon sich Bond, angetrieben von seiner persönlichen Vendetta, nicht stoppen lässt und in seinem Rachefeldzug immer tiefer in die Organisation eindringt, in die Greene offensichtlich involviert ist.
Wer, und das ist in der Tat ein absolutes Novum, den direkten Vorgänger „Casino Royale“ nicht kennt, der steht zwar nicht vor unüberwindbaren Problemen was das Verständnis des Streifens angeht, sehr wohl aber vor essentiellen Schwierigkeiten. Nicht nur, dass es den Verantwortlichen gelungen ist, die Geschichte des Vorgängers flüssig weiter zu spinnen, nein auch der Transfer der Protagonisten ist in der Regel auf überzeugende Art und Weise gelungen. Vesper Lynd, obwohl natürlich physisch nicht mehr präsent, ist Antrieb und Schwäche für Bond zugleich, die ihn blendet, gleichzeitig aber motiviert, die aber natürlich auch die ganze Zeit wie ein Damoklesschwert über ihm zu Schweben scheint. Le Chiffre, Bonds Antagonist aus „Casino Royale“ , war, so wird nun endgültig deutlich, im Vergleich zu Greene nur ein relativ kleines Licht in der Organisation „Quantum“. Wie schon in „Casino Royale“, so ist auch in „Quantum of Solcae“ der amerikanische CIA-Agent Felix Leiter (Jeffrey Wright) wieder mit von der Partei, ebenso wie René Mathis (Giancarlo Giannini), dessen Schicksaal im Vorgänger offen blieb und der nun im neuen Abenteuer wiederum eine nicht ganz unwesentliche Rolle in Bezug auf James Bond zu spielen hat. Es gäbe also ganz ohne Zweifel eine Menge zu erzählen, viel zu Klären – Wenn man sich denn die Zeit dazu genommen hätte.
Der deutschstämmige Schweizer Marc Forster, der für „Quantum of Solace“ als Regisseur verpflichtet wurde und sich seine Sporen bislang eher im dramatischen Fach, so unter Anderem im wunderbaren „Finding Neverland“ verdiente, hat sich aber augenscheinlich dazu entschlossen die Narration, gerade am Anfang des Films, in zahlreichen Action-Sequencen in den Hintergrund zu rücken. Das er hierbei, vor allem zu Beginn, durchaus seine Schwierigkeiten hat, ist ebenso offensichtlich, wie auch die Quelle seiner Inspiration. Auch hier stehen die ganz ohne Zweifel die Bourne-Filme Pate, dessen rasante Schnitte und die Verwendung wackeliger Handkameras er ganz offensichtlich adaptiert hatte. Es ist jedoch ein schmaler Grat auf dem Forster da wandelt, einen Grat den er von Zeit zu Zeit deutlich überschreitet, wenn sich in einer seine Action-Orgien die Übersichtlichkeit endgültig verabschiedet. Das dies im weiteren Verlauf besser wird, ist als großes Glück zu bezeichnen und spätestens wenn es auf der Seebühne von Bregenz zu einem ersten großen Showdown kommt, die Mittelsmänner von Bond während der laufenden Aufführung enttarnt werden und sich die Action auf geschickte Art und Weise in den Bildern mit der Aufführung vermengt, zeigt sich das Forster nicht völlig untalentiert ist, dass er aber auf dem Gebiet des Action-Thrillers durchaus noch einiges zu Lernen hat.
Aber auch wenn die Action zu Gunsten der Narration im weiteren Verlauf des Films – bis zum ultimativen Showdown natürlich – wieder in den Hintergrund tritt, kann „Quantum of Solcae“ das Niveau seines direkten Vorgängers nicht halten. Dies liegt weniger an der Rahmenhandlung, die nahtlose Fortsetzung von „Casino Royale“ ist, sondern vor allem an der Figurenkonstellation, die im direkten Vergleich leider abfällt. Dominic Greene ist nicht Le Chiffre - Mathieu Amalric ist nicht Mads Mikkelsen. Camille ist nicht Vesper Lynd - Olga Kurylenko, weniger hinsichtlich der reinen Optik, als der Aura der Ausstrahlung, keine Eva Green. Das also im 22. Abenteuer des Franchise sowohl der direkte Antagonist als auch Bonds „Partnerin“ relativ blass bleiben, zumindest hinsichtlich der Möglichkeiten, die der Vorgänger aufgezeigt hat, ist zu bedauern. Es hätte an dieser Stelle ganz sicher nicht geschadet den kürzesten Bond aller Zeiten ein paar Minuten zu Gunsten des Ausbaus der Figuren zu verlängern. Große Konstante ist hier natürlich Daniel Craig der Daniel Craig und damit James Bond geblieben ist und es geschafft hat noch ein Stück weiter in seine Rolle hineinzuwachsen. Die physische und psychische Kraft, die dieser Mann auf die Leinwand transportiert ist aller Ehren wert. Mit diesem Sequel hat sich endgültig bestätigt, dass die Wahl von Craig als 007, die doch damals von so vielen Seiten angefeindet worden ist, die eindeutig Richtige war.
Im Übrigen setzt „Quantum of Solcae“, was die generelle Ausrichtung des Mythos James Bond fort, was sein Vorgänger begann. Alberne technische Spielereien gehören ebenso der Vergangenheit an, wie die vertrauten Oneliner. Auch das Bond-Girl an sich und auch da bleiben die Verantwortlichem ihrem Kurs treu, wird weniger als bloßes Sex-Objekt für Bond, sondern als ernsthafte Partnerin inszeniert, was sich in diesem Fall aus den gleichen Rache-Motivation von Camille und Bond erklärt, dessen Respekt und Verständnis für diese Frau offenkundig ist. Das James Bond trotzdem nie Gefahr läuft, nicht mehr James Bond zu sein und im Durchschnittsbrei irgendeines beliebigen Agenten zu versinken, ist vor allem der Tradition zu verdanken, die ein Jason Bourne einfach (noch) nicht hat und die natürlich auch in „Quantum of Solace“ bedient wird: Natürlich hat James Bond ebenso sein obligatorisches, wenn auch kurzes, amouröses Techel-Mechtel mit der MI6-Agentin Strawberry Fields(!) (Gemma Arteton), wie sich auch mehr oder weniger subtile Reminiszensen an die Vorgänger des Franchise finden lassen, welche der Connaisseur zu goutieren weiß, die nun aber eben nicht mehr so mit dem Holzhammer daherkommen wie ein „Geschüttelt, nicht gerührt“. Traditionell ist, wie immer halt, auch das obligatorische Intro, diesmal untermalt mit dem äußerst druckvollen und gefälligen Song „Another way to die“ von Jack White und Alicia Keys.
Alles in allem fährt James Bond in seinem Aston Martin weiter auf der richtigen Straße, auch wenn man das Gefühl nicht los wird, als hätte da jemand ein wenig auf die Bremse getreten. Anders ausgedrückt: Man hat vor einem Jahr ein neues, noch unbekanntes Restaurant besucht und das dortige Drei-Gänge Menü war vorzüglich. Nun ist man wiedergekehrt, erhoffte sich dasselbe, doch aus irgendeinem Grund bekam man nur das Dessert – Das allerdings war vorzüglich. Insgesamt fällt somit „Quantum of Solace“ im direkten Vergleich zu „Casino Royale“ (9 von 10 Punkten) ein ganzes Stück weit ab. - Fazit: 7 von 10 Punkten.
Quellennachweis: Abbildungen aus "Ein Quantum Trost". © by Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), Columbia Pictures, Danjaq, Eon Productions, United Artists






32 Kommentare:
und Mr. White von diesem Maulwurf liquidiert wird
Öhm...nein? Hast ihn in Bregenz übersehen?
Ansonsten könnte man meinen, wir beiden hätten unsere Reviews in Partnerarbeit geschrieben *g* Nur dass du eben ein Craig-Fanboy bist und ich nicht. Und CR fand ich auch nicht so prall. Ach ja, und:
Conniasseur
Was 'n das, Herr Professor?
Ach ja James Bond ist ja schon angelaufen. Dann weiß ich ja was ich samstag Abend mache^^.
Also wieder kein "Geschüttelt, nicht gerührt"? Wie kommt man nur auf die Idee so einen wichtigen Satz rauszulassen. Etwas neues auszuprobieren schön und gut aber alt bewährte Elemente könnte man trozdem einbringen
Und zu Miss "Strawberry Fields" fällt mir nichts mehr ein. Haben die eigentlich gesoffen als die das Script geschrieben haben? Unfassbar!!
@ Rudi
Damn you Mr. Forster. Tja, wenn es noch eines Beweises seiner unübersichtlichen Schnitt-Technik gebraucht hätte. Dachte den hätts erwischt, da habe ich die Übersicht verloren. Habs korrigiert. Danke!
Ansonsten könnte man meinen, wir beiden hätten unsere Reviews in Partnerarbeit geschrieben. Nur dass du eben ein Craig-Fanboy bist und ich nicht.
Naja, wäre ein großartiges Fundament für eine Pro-Contra-Diskussion. Die gleichen Argumente, zum Teil ins Gegenteil verkehrt (Auf jeden Fall was Craig angeht.;-) )
@ Franzi
Nein, nix ist mit Geschüttelt. Zu Strawberry Fields: Bond-Figuren haben doch oftmals "komische" Namen. Im Übrigen erfährt man im Film selbst nur den Nachnamen, der Vorname ist nur aus dem Abspann ersichtlich. Auf jeden Fall viel Spaß im Kino...
Ein sehr schönes Gleichnis machst du da am Ende auf! :)
Bzgl. Craig stimm ich dir zu. Nach Casino Royale war ich noch skeptisch, nun hat er meinen Respekt. Und der Vorname von Frau Fields ist mir gar nicht aufgefallen. Da haben sich die Autoren mal wieder selbst übertroffen! ;)
Du erwähnst ja die Tradition, die Bond von der Bourne-Trilogie abhebt. Ich frage mich allerdings, ob jemand, der zuvor keinen Bond-Film gesehen hat, ihn tatsächlich aus dem "Einheitsbrei" heraushalten kann? Der Charme von Bond war ja auch immer ein bisschen der Anachronismus.
@ orangedoe:
Ich frage mich allerdings, ob jemand, der zuvor keinen Bond-Film gesehen hat, ihn tatsächlich aus dem "Einheitsbrei" heraushalten kann?
Das ist natürlich wahr. Die Frage ist dann ob sich Neulinge daran wirklich stören, eben weil sie das Franchise ja nicht kennen. Die Kenner von Bond aber, die das kritisieren, sollten die Heinweise, eben weil sie Kenner sind, ja erkennen.
Nachtrag @ Rudi:
Connaisseur = Kenner, gerade im kulniarisch Bereich zu finden. War quasi die Vorbereitung meines Abschluss-Gleichnis. :D Aber gut das du fragst, hab da nämlich nen Buchstabendreher drin gehabt, oder hast du gerade deswegen gefragt? Man weiß es nicht... ;-)
Nee, ich frag hier immer nur, wenn ich was nicht verstehe. Also ziemlich oft ;)
Zudem sage ich ja, dass Craig den Part erfüllt, nur ist er für mich selbst nicht Bond.
Im Nachhinein fällt auch auf, daß der neue Bond jeglicher Ironie entbehrt. Das war eigentlich immer das verbindende Element der Franchise und auch seine Daseinsberechtigung. So verkommt Bond leider zum xbeliebigen Actioneinheitsbrei. Ich bleibe dabei, noch 6 Jahre warten und Robbie Williams hat endlich das Bondalter erreicht. Dann gibt's auch endlich wieder was zum schmunzeln.;)
Ich bleibe dabei, noch 6 Jahre warten und Robbie Williams hat endlich das Bondalter erreicht
Der Herr belieben zu Scherzen!! ;-)
Wäre aber ne lustige Vorstellung ;-)
Und wie du das schreibst, ist der Film voller Anspielungen auf James Bond - dem ist aber nicht so. Und selbst wenn: Anspielungen und Selbstzitate reichen in diesem Fall nicht, um aus einem x-beliebigen Actionfilm einen Bond-Film zu machen, was "Ein Quantum Trost" definitv" nicht ist.
Der Herr belieben zu Scherzen!! ;-)
Wieso? Das war lange Zeit nicht nur ein Gerücht und es scheint, aus dem Portfolio der möglichen Kandidaten ist er tatsächlich lediglich aufgrund seines jungen Alters heraus gefallen.:)
@ Xander:
Und wie du das schreibst, ist der Film voller Anspielungen auf James Bond
Das sehe ich nicht so. Ich habe davon gesprochen, dass es gewisse Eckpunkte gibt des Bond-Mythos gibt, die auch nach wie vor bedient werden. unstrittig ist aber natürlich,dass einige Aspekte weggefallen sind.
Ich vermute aus deinen Worten und ein kleiner Blick in deine Review hat mich da gerade bestätigt, dass du generell Probleme mit der Neuausrichtung des Franchise hattest. Das ist natürlich verständlich, ich sehe aber, wie gesagt diese Richtung als Verbesserung an.
@ tumulder:
Ich hoffe wirklich, dass dies niemals Realität werden wird!!!
um aus einem x-beliebigen Actionfilm einen Bond-Film zu machen
Was macht denn einen Actionfilm zu einem Bondfilm? Q? Moneypenny? Q und Moneypenny?. Dass er seinen Namen sagt? Dass er Wodka Martini geschüttelt und nicht gerührt trinkt? Beides? Alles vier? Das ist dann doch sehr engstirnig in meinen Augen. Inhaltlich ist QOS durchaus an dem bond'schen Schema orientiert, dass sich in etlichen Filmen der Reihe wiederfindet.
Ich hoffe wirklich, dass dies niemals Realität werden wird!!!
Weil Du genau wie TheRudi anscheinend nicht verstehst wieso Bond bisher so erfolgreich war;)
Ach, tumulder:
Ich denke schon, dass ich das ganz gut verstehen kann. ;-) Im Übrigen ist Bond seit den 60ern immer wieder (mehr oder weniger) mit der Zeit gegangen und hat sich gewandelt - und wird sich immer wandeln. Trotzdem muss ich nicht wollen, dass ein Nicht-Schauspieler-EX-Take-That-Singer James Bond spielt.
Und du redest ja auch davon, dass QOS zum "xbeliebigen Actioneinheitsbrei" verkommen ist. Rudi (Hey, wir diskutieren mal auf der gleichen Seite ;-) ) stellt die einzige richtige Frage: Was macht denn einen Actionfilm zu einem Bondfilm?
Und das ist eben der Kern. Ironie als verbindenes Element? Wohl kaum allein. Selbst wenn der Film ironisch bis zum Anschlag gewesen wäre, die eingefleischten Kritiker der letzten beiden Bonds würden darin dann auch keinen Bond-Film sehen. Ja, was ist denn Bond?
Richtig: Ein subjekiver Prozess der Traditionsbildung. Noch 20 Bond-Filme in der Art von Craigs Bond Verkörperung und das "allgemein typische" Bild von Bond hat sich geändert und das alte ist verdrängt.
Wir erleben im Moment im Franchise einen harten Schnitt (Und keiner weiß, ob dieser Bestand haben wird, welcher dem Einen besser gefällt und dem Anderen weniger. Trotzdem ist es ein Bond-Film, genau wie ein Bond mit Connery, Moore, Brosnan, etc... Man kann den Film ja von mir aus in Konzept und Umsetzung Mist finden, aber James Bond war nie weg und ist nicht weg... ;-) Im Übrigen ist es doch nicht so, dass die aktuelle Diskussion das Erste mal geführt wird. Bei anderen Beubesetzungen wurde auch diskutiert und nun sind sie allen in der Bond-Ahnengalerie aufgenommen.
Ja, du magst Recht haben, so ganz mag ich die Neuausrichtung nicht. Und ich bin vielleicht jetzt auch nicht DER Experte in Sachen Bond-Filme um sagen zu können was genau einen Bond-Film ausmacht. Ich weiß nur, das ich halt alle Teile noch einmal vorher geschaut habe, kann aber nicht einmal mit Sicherheit sagen, woran es liegt, das sie sich auch wie Bondfilme anfühlen - ich weiß nur, mit Craigs Bond ist dieses Gefühl erst mal weg. Ich will das auch nicht an bestimmten Rollen festmachen. Q und Moneypenny machen keinen Bond-Film aus, auch wenn sie bisher dazugehörten. Vielleicht liegt es an der Ausstrahlung der jeweiligen Schauspieler, oder an den Regisseuren, die bisher immer wussten worum es geht - "Ein Quantum Trost" ist mir zu kalt, zu emotionslos. Action und Gewalt sind mit Sicherheit NICHT die Dinge, die einen Bond ausmachen.
Action und Gewalt sind mit Sicherheit NICHT die Dinge, die einen Bond ausmachen.
So sieht es aus. Was Bond aber garantiert bisher ausmachte, war diese gewisse Lässigkeit gegenüber den Gegnern. Nicht in jeder Szene, aber im Gesamtbild.
Inwiefern lässig? Im Sinne von "du Nullinger" oder dass er ihn problemlos besiegen kann? Ich selbst habe im übrigen durchaus Ironie in QOS gefunden, vielleicht geht die ja lediglich durch die Synchro verloren. Und lässig im ersten Sinne war Craig durchaus gegenüber Greene.
Weil Du genau wie TheRudi anscheinend nicht verstehst wieso Bond bisher so erfolgreich war
Ich hoffe jetzt fängt bei dir nicht auch schon diese Vega'sche Besserwisserei an.
Hier könnt ihr sehen was Bond ausmacht. Und genau hinhören wie ihn Robbie Coltrane charakterisiert. Foster hat davon nichts übrig gelassen.
@Xander81:
kann aber nicht einmal mit Sicherheit sagen, woran es liegt, das sie sich auch wie Bondfilme anfühlen
Eben, das ist es was ich mit "subjektiver Traditionsbildung" meinte. Über die Jahrzehnte fand ein steter Prozess der Konditionierung des Zuschauers statt, der in der Folge ein bestimmtes emotional-subjektives Bild in dessen Kopf generierte. Mit großten Teilen dieses Bildes ist jetzt gebrochen worden und das bewirkt bei Vielen den von dir beschriebenen Unmut. Ergo: Man kann seine Empfindung "Bond" oder "Nicht-Bond" in Bezug auf "QOS" nur schwer rational begründen.
@Xander81 und tumulder:
Action und Gewalt sind mit Sicherheit NICHT die Dinge, die einen Bond ausmachen.
Aber das Vorhandensein eben dieser beiden Komponenten hat auch nicht die automatische Konsequenz zur Folge das "QOS" KEIN Bond ist.
Im übrigen teile ich die Meinung von Rudi: Die (verbale) Lässigkeit von Bond existiert immer noch, auch in "CasRoy" und "QOS"!
@ tumulder die Zweite:
Schönes Video, auch weil es die visuelle Beweisführung für meinen Traditionsaspekt liefert. ;-) Der Macher des Videos hat nämlich genau die Elemente, die sich über die Jahre in den Köpfen festgesetzt hat, aufgegriffen: Bond, "as a charming and sophisticated secret agent!" Doch sind diese Attribute nicht unumstößlich!
(Übrigens ist Bond imho immer noch in Ansätzen dieser Typ, wenn auch in veränderter, vielleicht subtileren Form, auch weil er nun in einer anderen Welt operiert.
@ C.H.: "Aber das Vorhandensein eben dieser beiden Komponenten hat auch nicht die automatische Konsequenz zur Folge das "QOS" KEIN Bond ist."
Nein, das nicht. Beide Komponenten gab es auch schon des öfteren in den anderen Bonds, ich denke da auch an Daltons Rachefeldzug. Aber ein Film, der nur aus Action und Gewalt besteht, ist noch lange kein Bond-Film, nur weil es in diesen auch mal Action und Gewalt gab. Doch wahrscheinlich ist es so, wie du sagst: Durch "jahrzehntelange Konditionierung" (so alt bin ich aber nicht *g*) ist ein Bild entstanden und jetzt soll dieses durch ein neues ersetzt werden. Schade eigentlich, ich fands schön ;-)
Scheinbar ist QOS ein schönes Beispiel dafür, wie Menschen unterschiedlich Filme wahrnehmen. Kollege mediensucht fühlte sich quasi allein gelassen, wusste nicht so recht wer oder wa Quantum eigentlich ist und welche Rolle die Organisation spielt. Ich dagegen fand Quantum nicht nur ausreichend erläutert, sondern auch dementsprechend sehr gut in den Film platziert. Für xander bestand der Film dagegen scheinbar nur aus Action und Gewalt. Ich selbst fand Gewalt im Film selbst glücklicherweise unterrepräsentiert, so auch die Action, nimmt man mal die ersten 20 Minuten raus. Der Film ist ja auch ab 12 freigegeben, kann somit keine explizite Gewaltdarstellung beinhalten. Meinem Empfinden nach spielt Action innerhalb der Bond-Reihe durchaus eine große Rolle, verstärkt natürlich durch den Wandel der Gesellschaft, was man bereits in der Bond-Ära bewundern konnte.
Im Übrigen halte ich es für falsch, einen Film Kriterien von anderen Leuten oder Videos zu unterziehen. Nur weil Mrs. Broccoli sagt, Bond ist dann Bond wenn xyz und der Scheitel im 40° sitzt oder weiß der Geier, ist das ja immer noch individuell für jeden selbst zu bestimmen. Für mich selbst ist Bond (als Franchise) nicht die Figur, sondern das Konzept - und das war hier durchaus vorhanden. Und selbst wenn es kein Bond-Film ist, fand ich ihn dennoch zehnmal besser als WANTED und fünfzigmal besser als BOURNE ULTIMATUM.
was man bereits in der Bond-Ära bewundern konnte.
Soll natürlich "Brosnan-Ära" heißen.
Ok, der Film bestand nicht NUR daraus. Aber für mein Empfinden halt zu großen Teilen. Sicherlich war der Film besser als Action-Film besser als "Wanted". Er will halt nicht nur ein Action-Film sein.
Ich merke aber schon, wir drehen uns im Kreis. Eine richtige Meinung gibt es nicht und wie ich das sehe, werden wir dann beim dritten (von bisher meines Wissens vier) Craig-Bond wissen, wohin die Reise führt - und ob sich manche, mich eingeschlossen, nicht zu voreilig aufgeregt haben...
@ Rudi:
individuell für jeden selbst = subjektiv = Very Right. ;-)
@Xander81:
Bin ja auch noch nicht so alt :D Zum Glück kann man ja in Zeiten der DVD die Bond-Filme in schneller Folge hintereinander sehen. Habe bei dir die ganzen Bond-Reviews gesehen. Respekt dafür!
Natürlich bleibt einem dann nicht mehr die Zeit so ausführliche Reviews zu schreiben, wie man sie bei dir findet... dafür Respekt von mir dafür ;-)
Was dieser Film mit James Bond zu zun haben soll, erschließt sich einem treuen Fa, der seit 1983 alle Filme im Kino gesehen hat leider nicht. Diese humorlose Kampfmachine weist niht ein einziges Cliché aller anderen Bond auf. Weder der Charme gegenüber Frauen ist zu sehen, noch stellt sich beim mänlichen Betrachter der Wunsch ein, so sein zu wollen wie James Bond. Zu guter Letzt lädt dieser Ford Werbestreifen niht gerade zur Schwämerei über schöne Autos ein...
Sollten Wilson und Broccoli nicht im nächsten Film die Notbremse ziehen und zumindest einige Clichés wiederbeleben, ist die Serie mausetot!
FSJ
Ja, die Craig-ist-Bond-oder-auch-nicht-Diskussion ist ja in den Kommentaren lang und breit diskutiert worden. ;-) Nur noch so viel: Imho ist die Serie jetzt wieder richtig lebendig!
also ich hatte keine lust eure Kommentare oder überhaupt das Review zu lesen.........
Wollte einfach was los werden. Craig ist nicht unbedigt ein schlechter Bond, jedoch ist in der gesamten Geschichte der Bond-Factor zu kurz gekommen. Einfach kein Bond feeling.
ansonsten gibt es bei dem Film nicht viel zu sagen.
Ausser:
Viel Aktion und nichts dahinter.
PS: Keine Angst ich lese mir den Rest jetzt durch.........
Einfach kein Bond feeling
Tja, und vor allem um diese Frage ging es dann auch in der Diskussion in den Kommentaren, da hier zwei Fraktionen aufeinander gestroffen sind, die inhaltlich auf keinen gemeinsamen Nenner kommen können. Ich finde die Neuaurichtung des Franchise großartig, also bitte weiter so... ;-)
xander und ich waren uns da relativ einig, auch ich bekam kein Bond Feeling, als ich aus dem Kino kam. dennoch hatte ich einen guten actionreichen Zwischenteil gesehen und freue mich auf einen dritten Teil, der die Quantum-Story zum Abschluss bringt. Die Verwandlung zum 007, wie man ihn liebt, ist vollzogen, wenn er auch künstlerisch im neuen Jahrhundert angelegt ist.
Narrativ um einiges schwächer als "CR", die andauernden Kurzkampfszenen haben mich dann in ständiger Wiederholung echt genervt. Der Film hat aber einige Momente, die rein von der Bildsprache "CR" übertreffen. So etwa, als die kleine Schießerei bei der Oper plötzlich auf stumm geschaltet wird, oder etwa der Anfang mit seinen hektischen Schnitte. Weil "EQT" in der zweiten Hälfte stark nachlässt und im - meiner Meinung nach - recht doofen Finale einen negativen Höhepunkt findet, gibt's von mir 6/10.
Kommentar veröffentlichen
In den Kommentaren können die folgenden HTML-Tags benutzt werden:
kursiv = <i>Testwort</i>
fett = <b>Testwort</b>
Links = <a href="http://www.deineURL.de/">Link Text</a>