"This magic moment/ So different and so new/ Was like any other/Until I met you/ And then it happened/ It took me by suprise/ I knew that you felt it too/ I could see it by the look in your eyes."
David Lynchs „Lost Highway“ ist ein Kunstwerk von einem Film, das auf diesem Blog schon (zu recht) mit einer ultimativen Lobhudelei bedacht worden ist. So faszinierend das Suchen nach einer schlüssigen Interpretation der Bilderwelten Lynchs auch sein mag, so können Filme von David Lynch doch auch stets als ein sich ausschließlich auf der audiovisuellen Ebene abspielendes Erlebnis wahrgenommen werden, welches man ohne Probleme aus dem übergeordneten Kontext lösen kann. Das ist - zumindest für mich – das Faszinierende an David Lynch: Seine Filme überzeugen auf der inszenatorischen Ebene ebenso gut, wie auch auf der inhaltlichen. Natürlich ist die Trennung dieser beiden Ebenen an dieser Stelle nur ideeller Natur, schlägt doch das Lyncheske Spiel mit Codierungen jeglicher Couleur stets die Brücke zur inhaltlichen Interpretation. Und so wimmelt es auch in „Lost Highway“ nur so vor versteckten Andeutungen und Symbolen, die gleichzeitig auch oftmals wahrhaft magische Momente des Kinos sind. So auch in jener Szene, als der Mechaniker Pete zum ersten mal auf seine Femme Fatale (verkörpert von der wunderbaren Patricia Arquette) trifft. Lynch zitiert im Zuge von "Lost Highway" direkt (In dieser Szene), wie im allgemeinen Hitchcocks, „Vertigo“, in welchem Hitchcock zum Einen Kim Novak einen auslösenden Moment anziehend-zerstörerischer Wirkung auf James Stewart angedeihen lässt, und zum Anderen mit einem imaginären Wunschbild des Mannes spielt, dass dieser von seiner Femme Fatale entwickelt. Beides greift David Lynch in „Lost Highway“ auf und veredelt diese Motive in einer Sequenz die nicht nur im metaphorischen Sinne einen magischen Moment evoziert, sondern in diesem Fall, wie könnte es passender sein, auch als eben solcher besungen wird. Um tief in die Welt des Lynchesken einzutauchen, folge man einfach der blond gelockten Arquette, Inbegriff einer Femme Fatale.
Quellennachweis: Screenshot aus "Lost Highway". © by October Films, CiBy 2000, Asymmetrical Productions, Lost Highway Productions LLC






12 Kommentare:
Mensch Christian, kann doch nicht sein, daß Deine Leser für den Content sorgen müssen.;)
Ah ja, bin wahrscheinlich doch zu blöd für dieses Intanett.*ganzgebücktundkleinlautdenraumverlassend*
Herr Kollege, das würde mir auch nie im Traum einfallen. Ich schrieb doch nicht ohne Grund, man solle der blond gelockten Arquette folgen um zur Szene zu gelangen... Und mein Video ist noch dazu viel toller als deins... ;-)
*ganzgebücktundkleinlautdenraumverlassend*
LOL!!! - Da hat einer den Fehler bemerkt, aber macht ja nix: Doppelt hält besser...:D
Wo du ja so ein Fan von diesem Film bist... den ich ja etwas problematisch finde :) ... möchte ich dir abseits von VERTIGO auch gerne einmal LAURA und L'AVVENTURA ans Herz legen - zwei Filme, die hier ebenso Referenzmaterial bilden.
Die beiden Streifen sind zur Kenntnis genommen. ;-)Aber was ist denn deiner Meinung nach an "Lost Highway" problematisch?
Dass er sich kokett auf drei solche Meisterwerke bezieht, ohne deren Tiefsinnigkeit zu erreichen, gleichwohl aber vorzutäuschen.
Für mich ist LOST HIGHWAY auch nie komplex gewesen (keine Ahnung, was alle an Lynch generell immer so verschachtelt etc. finden wollen), das ist einfach ein Film über Unverlässlichkeit von Narratologien und... gähn... das Mysterium der (blonden) Frau.
Altherrenkram. :)
Altherrenkram. :)
LOL. Als wenn es hier um das Mysterium blonde Frau gehen würde. Ich weiß zwar auch nicht warum sich viele so schwer mit Lost Highway tun, aber um Frauen geht es überhaupt nicht. Es geht einzig und allein um Männlichkeit.;)
Logisch, darum geht es dann folgerichtig, um die Gender-Divergenz - und da Lynch ein unglaublich unreflektierter, männlicher und - pardon - extrem heterosexueller Regisseur ist (also das totale Gegenteil von Cronenberg, mit dem er gern in einen Topf geschmissen wird), geht es deshalb vor allem um Männlichkeit. Leider. Ganz anders als eben in Premingers LAURA, Antonionis L'AVVENTURA und Hitchcocks VERTIGO.
Aber echt, Lynch die Sau, ist er einfach männlich und heterosexuell. Was fällt ihm ein? Und dann noch dazu das Mysterium der (blonden) Frau, das wohl auch nur ein - pardon - homosexueller Kritiker zum gähnen finden kann... ;-)
Seine Männlichkeit muss deshalb gleich den ideologischen Blick bestimmen? Ich erwarte von einem Regisseur, der sich so wenig determinierend und so aufgeladen mit metaphysischer Schaumschlägerei simpelsten Geschlechterfragen annähert, eben ein gewisses Über-den-Tellerrand-Blicken, vor allem, wenn er so überhypt ist wie Lynch. Siehe Cronenberg, auch ein stock-heterosexueller Regisseur, der das jedoch in jedem Film bis zum physischen Exzess hinterfragt. Oder Hitchcock. Oder Preminger. Alles extrem heterosexuelle Regisseure mit oft extrem nicht-heterosexuell verhandelten Sujets. Oder zumindest einer femininen Perspektive, die Lynch nie hat. Seine Frauen sind Männer-Konstrukte. Und zwar ganz üble, besonders in WILD AT HEART.
Siehe Cronenberg, auch ein stock-heterosexueller Regisseur, der das jedoch in jedem Film bis zum physischen Exzess hinterfragt.
Ja Du bist ja auf den richtigen Weg. Das macht Lynch doch mit Lost Highway auch. Wozu führt denn hier die allgemein gültige oder auch unterbewußte ideologische Auffassung von Männlichkeit? Fred tötet aus Eifersucht Rene, da ihr vermutetes Fremdgehen seine Männlichkeit in Frage stellt. Petes Männlichkeitsbeweiß, hier romantisch dramatisiert, an Alice endet auch in der Katastrophe von Mord oder meinetwegen Todschlag. Lynch ist da sehr radikal.
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