Star Trek – Der Film (1979)
Am Anfang war natürlich Gene Roddenberrry, immerhin hätte es ohne seine Vision kein „Raumschiff Enterprise“ gegeben. Doch wenn man ehrlich ist, ohne George Lucas „Krieg der Sterne“, der zwei Jahre zuvor weltweit die Herzen der Zuschauer eroberte und die Kassen klingeln ließ, hätte es wohl auch kein Star Trek im Kino gegeben. So aber gab Paramount die Idee einer zweiten Star Trek-Serie im Fernsehen, die damals in Planung war, ganz schnell wieder auf. Das große Geld lockte nun an den Kinokassen und man wollte natürlich auch am lukrativen Science-Fiction Kuchen partizipieren. Als Regisseur konnte Robert Wise („West Side Story“) verpflichtet werden, der sich im Laufe seiner Karriere bereits im Genre bewährt hatte („Andromeda“, „Der Tag an dem die Erde still stand“). In der Folge wurde die alte Crew um das Triumvirat Kirk, Spock und McCoy wieder zusammengetrommelt und in selten dämliche Kostüme in babyblau und rotzgelb gesteckt, die eher nach Schlafanzügen und weniger nach Uniformen aussahen. Die Story, die in diesem ersten Film ganz offensichtlich versuchte den Spagat zwischen unterhaltsamer und philosophischer Science-Fiction zu schaffen und sich in ihrem Kern um eine zerstörerische Wolke auf der Suche nach ihrem Schöpfer dreht, besiegelte das unausgegorene Resultat dieses ersten Leinwandabenteuers des Franchise. „Star Trek – Der Film“ gefällt sich viel zu sehr darin optisch beeindrucken zu wollen, die Nähe zu „Kubricks 2001 – Odyssee im Weltraum“ ist auch rein optisch nicht zu verkennen, ohne allerdings die Klasse von Kubrick zu erreichen. Vielleicht war Robert Wise auch ganz einfach der falsche Mann für Star Trek, der zwar einen optisch überzeugenden Film erschuf und die Enterprise auf Cinemascope erstrahlen ließ, zu den Charakteren aber nie einen Draht fand. Die alten Haudegen wirken in dem Streifen seltsam deplatziert, was zuvorderst an der sträflichen Vernachlässigung ihrer schrulligen Charaktere liegen dürfte. Dieser erste Film der Reihe, wird von den Fans in aller Regel eher stiefmütterlich behandelt, nichts desto trotz bahnte er auf Grund eines finanziellen Erfolgs den Weg für nunmehr zehn weitere Filme. „Star Trek – Der Film“ mag somit ein akzeptabler Science-Fiction Film sein, aber nie war ein Star Trek-Film weniger Star Trek. - Fazit: 5 von 10 Punkten.
„Star Trek II – Der Zorn des Khan“ (1982)
Nachdem sich ein großer Teil der Fans vom ersten Film enttäuscht gezeigt hatte, war auch Paramount schnell klar, dass sich einiges ändern musste. Und so ist es dann gekommen: Mit Regisseur Nicholas Meyer nahm zwar wieder ein Mann auf dem Regiesessel platz, der zwar auch nicht mit Star Trek vertraut war, aber im Gegensatz zu Wise einen Zugang zu seinen Figuren fand. Zunächst aber machte er sich daran seine Vision von Star Trek umzusetzen (Das geht sogar soweit, dass er Kirk im 22. Jahrhundert eine Brille spendierte). Die helle und aufgeräumte Optik des ersten Teils wurde abgelöst von einem beengtem und dunklerem Grundtenor, der Assoziationen zu dem Innenleben eines U-Bootes weckte. Auch die Uniformen bekamen nun in ihrer roten Einfärbung einen wesentlich militärischeren und ernsteren Look, der auch in den nächsten Filmen beibehalten wurde. Sogar die Enterprise selbst kam für das zweite Kinoabenteuer im neuen Gewand daher. „Der Zorn des Khan“ kommt somit in jeder Hinsicht einem qualitativen Quantensprung gleich. Mit Ricardo Montalban als Khan bediente man sich eines der besten Schurken der Serie und ließ ihn ein Duell auf Leben und Tod mit seinem Intimfeind James T. Kirk bestreiten. „Rache ist ein Gericht, dass am besten kalt serviert wird“ ist einer jener prägenden Sätze im Film, der zwanzig Jahre später auch von Quentin Tarantino zitiert werden wird. Einer der Höhepunkte im Film ist natürlich die packende Raumschlacht zwischen der Enterprise und der von Kahn gekaperten Reliant, die sich in ihrer Inszenierung von dem Gewusel der Star Wars-Schlachten deutlich unterscheidet, erinnert sie doch in ihrer Choreographie doch mehr an ein Duell zweier alter Kriegsschiffe auf hoher See. Aber auch das menschlich-dramatische kommt bei Meyer diesmal nicht zu kurz. Eine Entwicklung, die natürlich am Ende mit dem Opfer-Tod von Spock ihren tragischen Höhepunkt erreicht. Der Film-Tod des wohl beliebtesten Charakters der Serie war für die Fans ohne jeden Zweifel ein Schock, doch wie wohl heute jeder weiß, sollte dieser nur bis zum nächsten Abenteuer andauern. „Der Zorn des Khan“ gehört jedenfalls zu den besten Filmen, die das Franchise jemals hervorgebracht hat. - Fazit: 9 von 10 Punkten.
„Star Trek III – Auf der Suche nach Mr. Spock“ (1984)
Im Grunde war der dramatische Abschluss des zweiten Abenteuers des Franchise von Beginn an so etwas wie ein zahnloser Tiger gewesen, formulierte Nimoy doch bereits während der Dreharbeiten zu „Kahn“ den Wunsch auch zukünftig in der Rolle des spitzohrigen Vulkaniers schlüpfen zu können. Stellte dieses Bekenntnis zur eigenen Rolle für die Anhänger von Star Trek eine gute Nachricht dar, so musste sie für den kommenden dritten Teil der Reihe nicht unbedingt einer positiven Nachricht kommen, gerade aus dramaturgischer Hinsicht. Nimoy selbst brachte dieses Dilemma äußerst trocken mit den folgenden Worten auf den Punkt: „Falls sich Captain Kirk am Ende des Films mit den Worten, dass man Spock leider nicht gefunden hätte, der Kamera zuwenden würde, würden die Leute die Leinwand mit Steinen bewerfen.“ Da „Auf der Suche nach Mr. Spock“ in dieser Hinsicht äußerst vorhersehbar war, opferte Drehbuchautor Harve Bennett einen der wichtigsten Protagonisten der Serie: Die Enterprise höchst selbst. Die Zerstörung des lieb gewonnenen Raumschiffes, sollte den emotionalen Knackpunkt (bis auf das Ende natürlich) eines Films markieren, der ansonsten alles andere als frei von Schwächen ist, und das hohe Niveau seines Vorgängers zu keinem Zeitpunkt halten kann. Das liegt weniger an der Regie von Leonard Nimoy, der seine darstellerische Abstinenz für einen gelungenen Ausflug hinter die Kamera nutze, sondern an der reichlich unausgegorenen Zeichnung von Plot und Charakteren. Knüpft „Auf der Suche nach Mr. Spock“ quasi direkt an seinen Vorgänger an, ist davon im letztendlichen Film nicht mehr viel zu merken. Die in „Zorn des Khan“ mit viel Brimborium eingeführte Dr. Carol Marcus, Ex-Flamme Kirks und Mutter seines Sohnes, fällt in dem Film komplett unter den Tisch, dazu wird die Rolle von Kirks Sohn David in einem ziemlich sinnlosen Anfall von testosterongeschwängerten Heldentums ebenso verschenkt, wie das Potential der Geschichte um das Genesis-Projekt. Was bleibt ist die ganz charmante Idee, dass ausgerechnet McCoy den Geist des verblichenen Spocks in seinem Kopf mit sich rumschleppen muss. Das die klingonischen Antagonisten in bewährter Eindimensionalität gezeichnet worden sind, ist in Anbetracht des doch recht mittelmäßigen Endresultats noch nicht einmal wirklich erwähnenswert. Alles in allem stellt „Auf der Suche nach Mr. Spock“ ein routiniert heruntergespieltes Sci-Fi Abenteuer mit einigen netten Momenten dar. - Fazit: 6,5 von 10 Punkten.
Star Trek IV – Zurück in die Gegenwart (USA 1986)
Nachdem der bei den Fans so beliebte spitzohrige Grünblüter am Ende des dritten Abenteuers wieder in die Welt der Lebenden zurückgeholt wurde, zeigte sich in diesem vierten Film etwas ganz entscheidendes. Star Trek konnte zum damaligen Zeitpunkt eher auf die Enterprise verzichten, als auf Spock. Viele sind der Meinung, dass „Zurück in die Gegenwart“ zu den besten Abenteuern des Franchise gehört. Unstrittig ist jedoch, dass diese Reise zu denen gehört, die auch bei erklärten Nicht-Trekkern am ehesten auf Anklang gestoßen ist. Das dürfte nicht zuletzt dem gekonnten Mix aus Komödie und Science Fiction geschuldet gewesen sein, der sich aus dem Kulturschock des Aufeinandertreffens zweier sich fremder Generationen speiste. Wie so oft in der Geschichte von Star Trek, bemühte man sich auch für diesen Film um einen großen Namen. Eddie Murphy, mitte der achtziger Jahre auf dem Höhepunkt seiner Karriere, sollte den Meeresbiologen spielen, der dann im Endeffekt doch zu einem (unnötigen) weiblichen Love Interest für Kirk umgeschrieben wurde. Murphy nämlich entschied sich gegen Star Trek und für „Die Jagd nach dem goldenen Kind“. Die falsche Entscheidung, aber im Nachhinein ist man ja bekanntlich immer schlauer. Star Trek IV, der in seiner inhaltlichen Konzeption direkt an „Auf der Suche nach Mr. Spock“ anknüpft, sowie von seiner Intention unschwer als Plädoyer für den Umweltschutz zu sehen ist, wurde ein weiteres mal von Leonard Nimoy inszeniert, der sich als Regisseur im Vorgänger bewährt hatte. Zukunft triff auf unsere Gegenwart, die deren Vergangenheit ist – Ein Konzept, das in diesem Film wirklich aufgeht. Positiv zu bemerken ist des weiteren, dass Nimoy darauf achtete, dass jeder der Charaktere kleine Szenen bekam, in denen sich in den Vordergrund gespielt werden konnte. „Zurück in die Gegenwart“ wurde sowohl beim Publikum, als auch bei der Kritik ein großer Erfolg. In Deutschland dürfte in diesem Zusammenhang vor allem der Winkelzug, den Untertitel des Films mit „Zurück in die Gegenwart“ zu übersetzten (In Anlehnung an den erfolgreichen Zeitreise-Spaß „Zurück in die Zukunft“ [1985]) und in den Vordergrund zu stellen das Übrige dazu beigetragen haben. Und am Ende des Films kehrte das Franchise endgültig zu seinen Anfängen zurück: James T. Kirk nahm nun wieder als Captain auf der Brücke der neuen Enterprise NCC-1701 A platz. - Fazit: 8 von 10 Punkten
Star Trek V – Am Rande des Universums (USA 1989)
Bereits kurz nach dem Kinostart des vierten Teils der Serie sickerte durch, dass es sich im fünften Teil nicht mehr Nimoy, sondern William Shatner auf dem Regiesessel gemütlich machen sollte. Dieser hatte sich diese Klausel als Bedingung für sein Mitwirken in „Zurück in die Gegenwart“ in den Vertrag schreiben lassen. Wahrscheinlich war Shatner der Meinung, dass er nicht hinter Nimoy zurückstehen dürfe, immerhin war er der Captain. Sein Versprechen einen vordergründig an der Action und guten Laune orientierten Star Trek-Film abzuliefern, konnte er dann aber doch nicht in Gänze einlösen – Und Sean Connery bekam er auch nicht. In der Retrospektive betrachtet, gehört „Am Rande des Universums“ eindeutig zu den schwächeren Ablegern der Serie. Dies spiegelte sich seinerzeit nicht nur bei der Kritik, sondern auch an den Kinokassen wieder, wo der Film bei weitem nicht so gut ankam, wie die von Nimoy inszenierte Zeitreise. Shatner nölte später, dass dieses schlechte Ergebnis der 1988 gestarteten „Next Generation“ geschuldet gewesen sei, die die Zuschauer vom Kino ferngehalten hätte. Ein müde Ausrede, denn Fakt ist, dass zum einen die erzählte Geschichte als solche nicht wirklich überzeugen konnte und das zum anderen die Special Effects, die in diesem Film zum ersten mal nicht mehr von der Industrial Light & Magic hergestellt wurden, schlicht und ergreifend billig aussahen. Ein abtrünniger Vulkanier Sybok (Laurence Luckinbill) als Spocks Halbbruder, gehört dabei noch zu den gelungenen Aspekten dieses Films, der sich nicht erblödete die Suche nach Gott zum Thema des Films zu machen. Immerhin, auch „Am Rande des Universums“ hat seine Momente, so zum Beispiel zu Beginn, als das legendäre Triumvirat Urlaub im Grünen macht, oder die unzähligen Kinderkrankheiten der nagelneuen Enterprise. Letztlich jedoch erwies sich dieser fünfte Ableger des Franchise als eindeutiger Rückschritt im direkten Vergleich zum Vorgänger. - Fazit: 6 von 10 Punkten
Star Trek VI – Das unentdeckte Land (USA 1991)
Zu Beginn des sechsten Teils stand eine verwegene Idee, die einem heute – wo der Restart des Franchise in Form von „Star Trek (XI)“ kurz bevor steht, bekannt vorkommt. Es gab Pläne in diesem sechsten Film von den frühen Jahren der berühmten Crew zu erzählen: „Starfleet Academy“ Doch dieses Unterfangen war den Entscheidungsträgern von Paramount dann doch ein zu großes Risiko, so dass pünktlich zum 25. Geburtstag von Star Trek auf den bewährten Wassern weiter gesegelt wurde. Herausgekommen ist ein Film, der so offensichtlich wie nie zuvor auf die damals aktuelle politische Weltlage reagierte: Glasnost und Perestroika im Weltraum. Das klingonische Imperium steht nach einem katastrophalen Unfall auf dem Mond Praxis (Tschernobyl lässt grüßen) vor dem Zusammenbruch und sucht nun nach einem Ausgleich mit der Föderation. Die Parallelen zum Zusammenbruch der Sowjetunion sind offenkundig, und nach dem eher enttäuschenden fünften Teil, ging es nun – zumindest inhaltlich – wieder deutlich bergauf. Die Grundprämisse des Films, nämlich dass das klingonisches Imperium und die Föderation von nun an friedlich koexisiteren sollten, wurde geschickt mit dem persönlichen Hass Kirks auf die Klingonen verwoben, die bekanntlich seinen Sohn auf dem Gewissen haben. Ansonsten aber ist der Film nicht ganz zu unrecht als „Nicholas Meyer-Desaster“ in die Geschichte eingegangen, der nach „Der Zorn des Khan“ zum zweiten mal Regie führte, und sich, wie auch schon im zweiten Film, wenig um die Befindlichkeiten des Star Trek Universum scherte, nur mit dem Unterschied, dass er in „Das unentdeckte Land“ endgültig die Balance verlor. Warum es auf der neuen Enterprise Mannschaftsunterkünfte geben musste, wo doch schon bei der „alten“ Enterprise jedes Crewmitglied eine eigene Kabine hatte, ist ebenso unklar, wie Meyers Idee eine altmodische Küche auf der Enterprise zu installieren. Und das alles nur, um der Wirkung eines billigen dramaturgischen Effekts willens, so konnte er so in einer Szene zwei Kochtöpfe mit einem Phaser verdampfen (Und warum zur Hölle hängen in einer Küche Phaser?). Ebenso zu hinterfragen ist die Szene, in der sich Uhura im 22. Jahrhundert mit einem gedruckten!! klingonischen Wörterbuch herumschlagen muss – und das auf der Brücke der Enterprise. Sei's drum, es war die die letzte gemeinsame Reise der alten Haudegen, die ansonsten auf gutem Niveau spielte – Hamlet zitierende Klingonen inklusive, die mit General Chang (Christopher Plummer) auch endlich mal wieder einen veritablen Antagonisten aufbieten konnten. - Fazit: 7 von 10 Punkten.
„Star Trek VII – Treffen der Generationen“ (USA 1994)
1994 war es soweit, die „Next Generation“ um Captain Jean-Luc Picard (Patrick Stewart) hatte sich sechs Jahre und sieben Staffeln lang erfolgreich im TV bewährt, und sollte nun die erste Generation auch im Kino beerben. Leider muss der Entschluss der Verantwortlichen bei Paramount einen Crossover von alter und neuer Crew zu evozieren, als Fehler bezeichnet werden. Zu unausgegoren, zu uninspiriert, zu verworren die Geschichte, die auf mehreren Zeitebenen und Dimensionen spielt. Der Fokus des Films liegt dabei eindeutig auf den beiden Captains der Enterprise, die sich - Treffen der Generationen – zusammen in die Schlacht gegen den Antagonisten Soran begeben. Shatner soll es später bedauert haben, dem Filmtod seines Charakters zugestimmt zu haben, zumal das letztliche Ende einer Legende in seiner Inszenierung als überaus unbefriedigend bezeichnet werden muss, und zu keinem Zeitpunkt an die Emotionalität des Ablebens Spocks anknüpfen kann. Auch die Enterprise D findet in ihrer letzten Schlacht gegen einen klingonischen Bird of Prey ihr Ende, zu unförmig wirkte das Modell auf der großen Leinwand. „Treffen der Generationen“ ließ somit jede Menge Luft nach oben für die weiteren Abenteuer der „Next Generation“, doch schon in diesem ersten Teil zeigte sich die Fokussierung auf die Charaktere von Stewart (Picard) und Spiner (Data), unter die der Rest der Crew auch in den folgenden Ablegern der Reihe zu leiden hatten. In der Summe aber geht der Film wohl in Ordnung, wobei dies eher für die Trekker gelten wird, denen mit zahlreichen Cameos aus der Serie (so finden die Duras-Schwestern im siebten Teil ihr verdientes Ende) die Spielzeit versüßt wurde, während sich Star Trek VII für neutrale Science Fiction Fans als schwerfälliges Vergnügen präsentieren musste. Und warum sich in diesem Film die Uniformen der Crew auf einmal als wilder und sinnfreier Mix aus „Deep Space Nine“ und „The Next Generation“ darstellte, wird wohl auch ewig ein Geheimnis der Verantwortlichen bleiben. - Fazit: 6 von 10 Punkten
„Star Trek VIII – Der erste Kontakt“ (USA 1996)
Nahm der erste Film um Picard und seiner Crew durchaus noch enttäuschenden Charakter ein, sollte sich „Der erste Kontakt“ als einer der besten Vertreter der Serie erweisen. Das ist wohl nicht zuletzt auch der Tatsache, dass mit Jonathan Frakes (Riker) ein ausgesprochener Kenner der Serie auf dem Regiesessel platz nahm, und vor allem auch dafür sorgte, dass jedes Mitglied der Stammcrew wenigstens eine gute Szene für sich beanspruchen konnte. 1996 war auch das Jahr von Emmerichs „Independence Day“ auf dessen Erfolgswelle Star Trek mitschwamm, und durch einen geschickt geschnittenen Trailer den Eindruck eines schnellen Sci-Fi Actioners mit gewaltigen Raumschlachten suggerierte. Und auch dieser Star Trek blieb sich in der Hinsicht treu, als dass er sich für die Rolle von Zefram Cochrane um einen großen Namen bemühte. Tom Hanks, selbst erklärter Star Trek Fan, sollte diese Rolle spielen, was dem Film natürlich noch weitaus mehr Aufmerksamkeit eingebracht hätte. Leider kam dieses Engagement letztlich nicht zu Stande, doch wurde mit James Chromwell adäquater Ersatz gefunden. „Der erste Kontakt“, der in seinem düsteren Tenor sehr an den „Zorn des Kahn“ erinnert, dürfte auch von der Rückkehr der tödlichsten und faszinierendsten Feinde der Föderation profitiert haben: Den Borg, die sich erneut an der Invasion der Föderation versuchen, und als dies mit militärischen Mitteln nicht funktioniert, in die Zeit zurück reisen, um den ersten Warpflug der Menschheit und damit den ersten Kontakt mit den Vulkaniern zu verhindern. Das Zentrum des Films liegt dabei ganz klar zum einen Picard, der der Föderation einst als assimilierter Locutus von Borg bei Wolf 359 eine vernichtende Niederlage beibrachte, und nun in den Fängen seines eigenen Hasses auf die Borg verstrickt ist – Captain Ahab lässt grüßen. Es ist der Film, in dem der leidenschaftliche Theaterdarsteller Stewart seine ganze Klasse ausspielen kann. Zum anderen steht mal wieder Data im Vordergrund, der sich den Machenschaften der Borg-Königin ausgesetzt sieht. Das es Frakes in dieser Konstellation gelungen ist, den Film mit zahlreichen sinnvollen Anspielungen anzureichern, und noch dazu auch die anderen Darsteller zu integrieren, ist anzuerkennen. Flott, spannend, unterhaltsam, dramatisch, dabei aber nicht ohne Humor: Mit „Der erste Kontakt“ hatte die nächste Generation im Kino ihren Höhepunkt erreicht. - Fazit: 8 von 10 Punkten
„Star Trek IX – Der Aufstand“ (USA 1998)
Nach dem (überraschend) großen Erfolg des achten Teils bei Publikum und Kritikern, waren die Erwartungen an den neunten Teil der Reihe natürlich groß. Regie führte, wie auch schon in „Der erste Kontakt“, Jonathan Frakes, der sich hinter der Kamera bewährt hatte. Nach dem doch recht dramatischen und actionlastigen Vorgänger, schlug „Der Aufstand“ einen deutlich zurückhaltenderen Ton an. Star Trek besann sich wieder auf seine philosophischen Grundfragen, beziehungsweise versuchte dies zumindest. In der Summe nämlich kann die Geschichte um Moral und Ethik, mit ihrer Fragestellung nach den Rechten Weniger zugunsten Vieler, nur eingeschränkt überzeugen. Zu sehr bleiben die Themen, die der Film offensichtlich tangieren will, an der Oberfläche. Und so ruhte „Der Aufstand“ quasi in seinem eigenen Star Trek Universum, dass für den Insider mehr, und für den Außenstehenden nur wenig bereit hielt. Die zahlreichen Anspielungen an die Fernsehserie mögen eingefleischte Fans zufrieden stellen, für den Rest des Publikums ist dieser neunte Teil bei weitem nicht so massentauglich, wie es der achte Teil noch war. Im Zentrum des Film steht mal wieder Patrick Stewarts alter Ego Jean-Luc Picard, der sich zum eigenmächtigen Anwalt der Schwächeren macht, und von seiner Crew natürlich nicht in Stich gelassen wird. Letztlich aber ist Star Trek IX ein nettes kleines Abenteuer, dem man nicht böse sein kann. Das dies das Publikum ebenso sah, zeigte sich dann auch an den Kinokassen, als der Film seine Kosten locker wieder einspielte - Ganz im Gegensatz zu Star Trek X. - Fazit: 7 von 10 Punkten
„Star Trek X – Nemesis“ (USA, 2002)
Man muss es leider so deutlich sagen: Dieser zehnte Film, der noch dazu das eiserne Star Trek-Gesetz: „Die Geraden ins Töpfchen, die Ungeraden ins Kröpfchen“ ad absurdum geführt hat, bedeutete ein ziemlich unrühmliches Ende der „Next Generation“ im Kino. Das Star Trek 2002 (und zur Zeit auch noch) in einer Krise steckt, zeigte sich dabei auch und vor allem an den Kinokassen. Zum ersten mal in der Geschichte von Star Trek schaffte es ein Film nicht seine Kosten an den US-Kinokassen wieder einzuspielen. Dabei waren dem Film, zumindest auf dem Papier, eigentlich alle Voraussetzungen inhärent, um bei Kritik und Publikum ein Erfolg zu werden: Eine düster angehauchte Story rund um die Gefahren der Klontechnik, dazu wurden endlich in einem Kinofilm die Romulaner thematisiert. Leider aber macht „Nemesis“, entstanden unter der fehlerbehafteten Regie von Stuart Baird so ziemlich alles falsch, was man falsch machen konnte: Fehlendes Timing, wenig Gefühl für die Charaktere der Protagonisten, dazu wenig überzeugende und nur auf Effekt getrimmte Action-Elemente. Mit anderen Worten: Stuart Baird hatte keine Ahnung von nix, und die Verantwortlichen bei Paramount wären gut beraten gewesen die Regie wieder Frakes anzubieten, der aber gar nicht erst gefragt wurde. Brent Spiner war wohl einer der Wenigen, der die Zeichen der Zeit erkannte, und sein Mitwirken nur unter der Bedingung des Ablebens seines Charakters Data zustimmte, so dass zum dritten mal in der Geschichte von Star Trek einer der Hautcharaktere den Filmtod sterben musste. Und so endete die Reise der nächsten Generation im Kino mit einer handfesten Enttäuschung: Für die Kritik, für das Publikum, für das Franchise, aber natürlich auch für die Darsteller, die diese Rolle gut 15 Jahre lang verkörpert hatten. - Fazit: 5 von 10 Punkten.







26 Kommentare:
Ich bin ja kein großer Star Trek Fan. Die einzigen beiden Charaktere, die mich durch jeden Film brachten sind dann auch Pille und Spock. Jetzt kannst Du Dir ausrechnen welche Filme der Serie als völlig uninteressant erachte.;)
Da hat aber einen seinen ralph Snader gelesen:-))
das schlimme bei TMP war schlicht, dass es ein Remake von the Changeling (Kirk argumentiert eine Bombe zu Tode) war, für Fans also nix neues bot. In der Tat wurde aber vieles war ST ausmachte von Wise schlicht unterschlagen.
STTWOF halte ich ja für einen der besten, wenn nicht besten SF Streifen überhaupt, weil er so essentiell und zeitlos daherkommt. Klassische Duellsituation, wie du schon sschriebst, aber da passt eben auch alles. btw: toller Score.
STTSFS war imho komplett überflüssig, eigentlich auch STTVH, der ja den meisten nicht-Trekkies meist am besten gefällt.
Zusehr auf Zurück in die Zukunft und zu sehr auf Komödie getrimmt.
Ich mag ja STTFF. wären die Tricks ein wenig besser und der Spannungsbogen ausgearbeitet, hätte er richtig gut werden könne, aber auch sonst sind passt hier maehr als fehlschlägt.
Die Kritik an STTUC ist völlig korrekt aber scheint sie mir ein wenig zu überspitzt. Das ist der erste "Abenteuer" Film der Crew, der doch alles drin hatte. Tolle Frauen, schräge Aliens, Raumschlachten, eine spannende Story und ein tolles tolles Finale.
Da darf Chris Plummer auch gerne Shakespeare rezitieren.
STTFC ist natürlich auch toll, STI ist wie schon geschrieben mehr als okay und über Nemesis legt man besser den Mantel des Schweigens.
Am spannendsten war Der Erste Kontakt, am unterhaltsamsten Zurück in die Gegenwart
@tumulder: Ist nicht weiter schwer auszurechnen. Ist ja auch in Ordnung - glaube du hattest deine Abneigung gegen Picard auch schon mal erwähnt. ;-) Aber wie sieht es denn bei dir beim 8. Teil aus? Eigentlich sollte der ja auch für jemanden, der nicht so sehr mit Star Trek verbunden ist, relativ töfte sein, oder? Spannend, Action, Humor, etc...
@ jmk: Es ist nicht zu leugenen, dass ich den Sander zumindest für die Teile I-VI noch mal überflogen habe. Wenn man das so deutlich rausliest, dann hätte ich hin besser als Fußnote angeben sollen. ;-) Die Sache ist halt die: Er schreibt ne Menge unnötiges Zeug, aber in vielen Punkten stimme ich ihm durchaus zu. Noch mal zum 6. Teil: Geht auch durchaus in Ordnung, gerade auch die zahlreichen Shakespeare-Geschichten, aber Meyer treibt es imho in diesem Film echt zu weit mit seinen kruden Ideen. Aber insgesamt, scheine ich ja mit meinen Bewertungen auf deiner Wellenlänge zu liegen. ;-)
@ Angeles: Da fehlt in deiner Aufzählung nur noch "Der Zorn des Khan" und wir sind völlig d'accotd. ;-) Btw: Ich bin auch gespannt auf den neuen Film - auch wenn ich bislang skeptisch bin.
ja klar, mit den Bewertungen gehe ich schon konform:-)
der Sander ist nun mal das deutsche Standardwerk bzgl. Trek, eigentlich schade, dass er nicht weiter machte
@c.h.
Den habe ich auch im Kino gesehen (man wird ja ständig in irgendeinen Film mitgeschleppt;)). Mir fehlt bei den meisten Kinoausflügen von TV Serien das gewisse Etwas, das epische, das elegische, das Herz. Ich meine ein Konzept - ich weiß ich wiederhole mich mal wieder -, das für 40 oder 25 Minuten ausgelegt ist, mit all seinen Charakteren usw., kann man kaum fürs Kino aufbereiten. Klar, die Star Trek Filme sind grundsätzlich solide, letzten Endes jedoch nur eine aufgehübschte und teurer produzierte Doppelfolge der Serie. Das gilt auch für STVIII. Ich halte aber auch Nemesis für den aller überflüßigsten Teil der Franchise überhaupt.
das heisst also, wenn eine Serie Geschichten erzählt die 45 Minuten lang sind, kann man keine Handlung entwerfen die über 90 Minuten trägt.
Der Verweis, dass die Filme immer überlange tV Folgen wären, ist so alt wie falsch. Das wäre nur der Fall wenn TV Autoren sich an den Geschichten versuchten, was kaum der Fall war.
Bis auf STTMP, der "zufällig" eine alte Epsiode nacherzählte, steht jeder Film für den Gegenbeweis. Vor allem STTWOK der sich zwar auf eine alte Episode beruft, aber die knapp 120 Minuten locker über die Bühne bringt.
Das ist nicht das Hauptproblem. Es liegt eher an der begrenzten Fähigkeit der Charaktere eine echte Katharsis zu durchlaufen. Was neuen Serien mittlerweile über ein oder zwei Staffeln gelingt, davor verwehrten sich ja die alten TV Serien. Wenn, dann fand die Veränderung höchstens innerhalb des jeweiligen Abenteuers statt, ein ganz bestimmtes Problem betreffend. Kirk, Picard etc. bleiben jedoch immer die selben, mit den gleichen Handlungsmustern ausgestatteten, Figuren. Ging ja auch gar nicht anders innerhalb des Serienkonzepts. Jedenfalls damals.
Innerhalb der Kinofilme erleben die Charaktere aber durchaus eine Katharsis, das merkt man gerade an Kirk in THE UNDISCOVERED COUNTRY. Zudem stimme ich JMK zu, dass Serien sich sehr wohl als Kinofilme ausarbeiten lassen. Du (Tumulder) hattest doch selbst mal SERENITY als Beispiel angeführt. Erneut stimme ich JMK zu, dass speziell bei KHAN die Zeit wie im Fluge vergeht (und auch für Zuschauer funktioniert, die jene betreffende Khan-Episode damals nicht in der Serie gesehen haben).
@flo
Möchte ich ja gar nicht grundsätzlich abstreiten. Aber im Verhältnis zu einer Veränderung, wie sie z.B. die Skywalkers vollziehen kann es ja gar nicht kommen. Eine Carrie Bradshaw wird doch niemals im vielleicht nächsten Sex City Streifen auf Manolos und New Yorker Tussie Leben pfeifen und zur Umweltaktivistin in Orange County mutieren.^^ Und Whedon hatte es da ja auch viel einfacher, konnte er doch alle Ideen für die zweite Staffel in einen Film unterbringen, da sie Serie eh tod war. Zumal er ja auch ein begnadeter Autor ist.;)
Aber im Verhältnis zu einer Veränderung, wie sie z.B. die Skywalkers vollziehen kann es ja gar nicht kommen.Muss es das? Gehst du nach neunzig Minuten aus dem Kino, wenn die Katharsis nicht einsetzt?
Zumal er ja auch ein begnadeter Autor ist.Dafür, dass er so begnadet ist, saugt DOLLHOUSE ziemlich ;)
Muss es das? Gehst du nach neunzig Minuten aus dem Kino, wenn die Katharsis nicht einsetzt? Darum geht es doch gar nicht.
@tumulder: Keine "Star Trek-Star Wars" Vergleiche, gerade was die Wandlung der Charaktere angeht. Die Star Wars Reihe wurde fürs Kino erfunden, ganz im Gegensatz zu Star Trek, wo die Chataktere bereits in den TV-Serien, sowohl "Classic" als auch "TNG", geformt worden sind. Deshalb finde ich es nicht schlimm, wenn die Charaktere in den Filmen nicht so wandelbar sind. Und das Amnsätze auf jeden Fall vorhanden sind, hat ja Flo schlüssig mit dem sechsten Teil begründet.
Die Star Wars Reihe wurde fürs Kino erfunden, ganz im Gegensatz zu Star Trek, wo die Chataktere bereits in den TV-Serien, sowohl "Classic" als auch "TNG", geformt worden sind.Aaaaarrrrrgggghhhhh. Wovon spreche ich hier denn die ganze Zeit?*gg*
@tumulder
dein Posting von 19.04 beweist leider dass du TNG nie gesehen hast, geschweige denn DS9.
Bezüglich Charakterentwicklung hast du recht, wenn du das auf die Classic Series beziehst. Aber das konnt eine Serie aus den 60ern kaum aufweisen. Da lag der Fokus auf anderen Dingen.
Jeder Charakter, von Crusher oder Troi mal abgesehen durchläuft innerhalb der sieben Jahre einige Veränderungen.
Genau das, unter anderem, machte TNG und DS9 so aussergewöhnlich.
Flo hat recht, warum muss es auch zwingend zu einer, wie auch immer und wie weit auch immer gearteten Veränderung kommen. Das ist für den Zuseher auch kaum wünschenswert und würde dementsprechend auch jede Realität vermissen lassen. Veränderungen, innerhalb bestimmter Grenzen gerne, aber nachvollziehbar müssen sie sein.
Wie oft ärgert man sich doch bei billigen und teuren Horrorfilmchen, wenn Teenie Mauerblümchen zu weiblichen Rambos mutieren?!
Yeah Star Wars Vergleiche. Gibs mir!!.-))
Mein Posting vom 19.04.? Meinst Du vielleicht die Sache mit den Ferengis? Ja, mein Gott. Wer außer den Trekkis kann das eigentlich alles auseinander halten?;)
Jeder Charakter, von Crusher oder Troi mal abgesehen durchläuft innerhalb der sieben Jahre einige Veränderungen.
Was habe ich eigentlich bisher geschrieben?^^
Wovon spreche ich hier denn die ganze Zeit? -
Was habe ich eigentlich bisher geschrieben?^^Nix genaues weiß man nicht. Glaube wir reden famos aneinander vorbei. Aber mir fällt dazu noch was ein ;-) :D: KLICK
LOL
"Wenn, dann fand die Veränderung höchstens innerhalb des jeweiligen Abenteuers statt, ein ganz bestimmtes Problem betreffend. Kirk, Picard etc. bleiben jedoch immer die selben, mit den gleichen Handlungsmustern ausgestatteten, Figuren."Das ist doch deine Behauptung, dass sich die Figuren nicht verändern.
btw. cinemassacre behandelt auch ST2-4
http://www.spike.com/video/cinemassacre-trek/3146903
Stand-Alone-Kommentar:
Ich finde die Charaktere haben im 1. Teil durchaus teilweise Raum zur Entfaltung. Ohnehin sehe ich den Film etwas besser als du, wobei er natürlich nicht sonderlich gut ist. Ich schätze mal, man hat fürs Kinoformat versucht dem Mainstreampublikum einen besseren Zugang zur Materie zu bescheren.
die sich in ihrer Inszenierung von dem Gewusel der Star Wars-Schlachten deutlich unterscheidetIn STAR WARS fliegen ja auch nicht nur zwei Raumschiffe am Arsch der Welt aufeinander zu. Außerdem spielt STAR WARS (man beachte den Titel) im Krieg. Ich hab noch keinen Krieg ohne Gewusel im Gefecht gesehen. Du? ;-P
Stimme aber zu, KHAN ist sicherlich der beste Teil der Reihe (auch wenn ich ihn noch so hoch einordne, wie du). Dank Montalban, trotz Alley.
Beim dritten Teil stimmen wir dagegen in der Wertung überein. Mich selbst hat zwar die Pille-Spock-Story nicht so begeistert, aber gut, das Teil ist im Prinzip eh nur die filmische „Nachgeburt“ von KHAN.
VOYAGE HOME fand ich auch schon immer klasse, unsere Wertung unterscheidet sich auch nur minimal. Der Humor steht hier in der Tat im Vordergrund und ist in meinen Augen mitunter auch zu übermütig verwendet. Aber wenn ich dann Chekov sehe, wie er mitten auf der Straße fragt „Where is the nuclear vessel?“, geht mir das Herz auf.
Bei FRONTIER sind wir wieder deckungsgleich. Fand den speziell am Ende recht ermüdend und außer seinem Humor hatte der Streifen wenig zu bieten.
Identisch auch die Wertung zum sechsten Abenteuer, wobei ich das wohl etwas besser sehe, als du. Gerade die politische Geschichte hat mir hier sehr gefallen. Das Finale genauso. Da verzeiht man dem Film auch Catrall, die wird immerhin mit Slater ausgeglichen.
Meine Meinung dürfte wohl auch bei GENERATIONS wohlgesonnener sein, selbst wenn sich unsere Einordnungen nur minimal unterscheiden. Für mich ist Shatner hier die halbe Miete, da TNG ohnehin nie an TOS herankam. Und Data nervt extrem.
Jetzt driften wir auseinander, Christian, tut mir leid. Wäre NEMESIS nicht, würde CONTACT bei mir ganz klar den letzten Platz einnehmen. Und auch so bewegt er sich nur minimal davor. Ich kann mit keiner der beiden Handlungen etwas anfangen. Cromwells Schauspiel evozierte bei mir nur Fremdschämen deluxe, was nur noch vom katastrophalen Overacting Alfre Woodwards überboten wird. Zudem fand ich die Borg schon immer unwahrscheinlich lahm, sodass mir der Film größtenteils einfach am Arsch vorbei geht. Da hätte ich mich mehr auf Q als Antagonisten gefreut.
INSURRECTION sehe ich etwas schwächer als du, wobei wir da grundsätzlich durchaus auf einer Ebene sind. Aber der ständige Fokus auf Picard (man merkt es vor allem immer im Finale der TNG-Filme) ätzt schon, selbst wenn dieser Teil den größten humoristischen Faktor der neuen Generation bereit hält. Dass er (für mich) funktioniert, verdankt sich eben jenem moralisch-ethischen Subtext.
Und wie oben schon angedeutet, ja, NEMESIS ist der schwächste Teil der Reihe, da stimmen wir auch in der Wertung überein. Hier ist es insbesondere Data bzw. eigentlich eher B4, der mir zum Hals raushängt. War wohl besser, dass mit dem Film die Serie erstmal ad acta gelegt wurde.
Ob dir der Neue gefällt, weiß ich nicht. Ist zumindest – wie man sich denken konnte – der actionreichste. Die Besetzungen gehen größtenteils in Ordnung, wobei ich manches etwas unpassend fand. Zudem ergibt die Handlung keinen Sinn, was von einem gewissen Blickwinkel aus aber nicht stört (und erst problematisch wird, sollte sich das Sequel direkt auf diesen Film beziehen).
Und weil ich mir die Mühe gemacht habe, hier noch ne Rangliste:
1. The Wrath of Khan
2. The Voyage Home
3. The Undiscovered Country
4. Star Trek
5. Insurrection
6. The Search For Spock
7. Generations
8. The Motion Picture
9. The Final Frontier
10. First Contact
11. Nemesis
P.S.: Wer Rechtschreibfehler findet … darf … sie … mir zurückgeben.
Nun, ich bin zweifach überrascht. A) Das wir in der Summe doch so nahe beinander liegen, aber natürlich auch B) Die Diskrepanz in Bezug auf "First Contact". Den als fast miesesten Star Trek-Film zu bezeichnen, ist, nun ja, nicht ohne einen gewissen Reiz. ;-) Ob mir nun der neue gefällt? Ich bin in der Tat gespannt, wir werden sehen. BTW: Thx für den ausführlichen Kommentar. Kann man ja auch mal ruhig sagen. ;-)
Naja, wenn man die Borg scheiße findet, ist doch nachvollziehbar, dass einem FC nicht unbedingt gefallen dürfte. Wie gesagt, Q hätte ich cooler gefunden.
Aber gegen die Q lässt es sich so schwer gewinnen. Sie nicken einmal mit dem Kopf und die Föderation hat es nie gegeben. Gerade diese Eigenschaft der Q hätte man relativieren und sie damit im künstlerischen Sinne 'zerstören' müssen, um damit einen Film zu machen. Aber dann wären es eben keine Q mehr.
Und nachher nicken die noch einmal mit dem Kopf, und es hat die Filme nie gegeben... ;-)
ich habe "den neuen" star trek gestern bei der us-premiere gesehen. seit dem suche nach einer kritik die meine reichlich gemischten gefühle zum ausdruck bringt; etwas kritisches, nachdem fast alle amerikanischen medien den film über den grünen klee gelobt haben. mittlerweile teile ich das gleiche gefühl der enttäuschung wie ich es nach dem film verspürte.
der tenor ist überall gleich: endlich konnte sich star trek aus dem muff und der lahmheit des original franchise "befreien". welch grandiose, laut-polternde kino-revolution! in einer zeit in der filme von michael bay und jerry brookheimer mit exzessiv zerebraler prätention jeden normalsterblichen aus dem kinosaal vergraulen, blieb j.j. abrams der ikonoklastischen linie von star trek treu und macht alles anders.
natürlich ist das ironie und etwas ernstes kann ich den meisten rezensenten leider auch nicht entgegen setzen, wenn er die auflösung einer selbsterklärt-humanistischen sifi-tradition zujubelt. in einem jahr in dem 8 von 10 kassenschlagern graphic novel adaptionen sein werden, hätte ein hauch "erwachsener" unterhaltung wirklich gut getan. nicht dass ich mit "watchmen" und "transformers" per se nichts anfangen könnte. aber warum brauchen wir einen weiteren klon dieser ästhetik in trügerischer verpackung?
j.j. abrams vision war thrilling und optisch eindrucksvoll. gelangweilt habe mich nicht -- anders als bei früheren star trek filmen. allerdings wurden für diesen effekt die seele und der geist des franchise geopfert. star trek ist leichenfledderei. der film schmückt sich mit den fremden federn eines toten vogels. der rest erscheint austauschbar und konservativ.
ist denn auch niemandem aufgefallen wie unsubtil amerikanische militär-glorifizierung, rückschrittliche rollenbilder, kulturelle klischees und abgeschmackte charakterelemente die originalserie wie eine wahrlich zukünftige sozialutopie aussehen lassen? ich spreche hier als jemand der aus überzeugung in den usa lebt. star trek war immer amerikanisch, auf eine gute art. jetzt ist es amerikanisch auf eine "top gun"-art.
ich möchte nicht in lächerliche verflachungsrhethorik abdriften, wie sie in deutschland zum guten ton gehört. aber zumindest ein kritischer blick auf unsere zeit hätte nicht geschadet. star trek hat immer versucht die gegenwart, ihre engpässe und träume einzuflechten. erst dachte ich dies fehle diesmal vollständig. ich habe mich getäuscht. der film zeigt, dass ironische verflachung und intellektuelle magersucht in der bürgerlichen mitte der gesellschaft angekommen sind.
HA! Grandios bissiger Kommentar. Wenn du in deinem Blog auch nur im Ansatz so pointiert schreibst, werde ich öfter mal reinsehen. ;-) Aber zur Sache: Hab den neuen Trek noch nicht gesehen, bin aber sozusagen gespannt pessismistisch. Was du geschrieben hast, hab ich jetzt schon öfter gehört, und halte es auch für plausibel. Gerade deine Worte zum unterschwellig ventilierten USA-Bild scheint einleuchtend, bedenkt man die Tatsache, dass "Star Trek" während der (unseligen) Ära Bush konzipiert worden ist. Aber ich werde es ja dann nächste Woche selbst sehen... ;-)
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