FFF - Rezension: "Mutants"















Es ist wohl ein ungeschriebenes Gesetzt, dass kein Fantasy Filmfest ohne Zombies auskommt. Und so kommen auch dieses Jahr Freunde der nicht gerade nett anzusehenden Kreaturen wieder voll auf ihre Kosten. Die französische Produktion „Mutants“ geht dabei den Weg, den viele andere Filme mit ähnlichen Thematiken vorher auch schon gegangen sind: Ein tückisches Virus hat große Teile der Menschheit in menschenfressende Zombies verwandelt. Die wenigen verbliebenen Menschen befinden sich fortan auf der steten Flucht vor den degenerierten Unholden. So auch das Liebespaar Marco (Francis Renaud) und Sonia (Hélène de Fougerolles), die sich auf dem Weg zu einer Militärbasis der französischen Armee befinden. Einer der wenigen Orte an denen man noch sicher ist. Doch der Weg dorthin erweist sich als überaus gefährlich. Und auch ihrer Begleitung, einer Armeeangehörigen, die die Beiden unterwegs aufgegabelt haben, scheint man nicht trauen zu können.


Mutants“ bietet gewohnte Genrekost von der Stange ohne besondere Höhepunkte und lässt dabei das ohne Zweifel vorhandene Potential fast völlig unter den Tisch fallen. Dabei kann der Film allein schon durch sein stimmiges Ambiente Punkte sammeln. Die bleiche und ausgewaschene Farbgebung, die den Film durchzieht, passt sich wunderbar der in „Mutants“ erzählten Dystopie an. Die in Eis und Schnee gehüllten französischen Wälder unterstreichen diese trostlose Umgebung noch einmal zusätzlich, so dass der Film optisch als überaus stimmig bezeichnet werden kann. Auch die erste Hälfte der Inszenierung Morlets ist gelungen, wirft der Film doch an dieser Stelle einen etwas anderen und damit interessanten Blick auf das Genre. Marco nämlich wird zu Beginn des Films gebissen, und ist somit mit dem Virus infiziert worden. Sonia, von Beruf Krankenschwester, schlägt daraufhin die Standard-Prozedur im Genre (Wer zum Zombie wird, wird um die Ecke gebracht) in den Wind und steuert ein verlassenes Krankenhaus an.


Dort kümmert sich sich um ihren Liebsten und begleitet ihn auf den schweren Weg, der zum unvermeidlichen Ende führt. Das Spiel mit Liebe, Wut, Schmerz und Trauer wird somit zum essentiellen Charakteristikum von „Mutants“, der in diesen Szenen durchaus darin reüssiert eine emotionale Bindung zum Zuschauer zu evozieren. Leider aber versäumt es David Morlet dieses Thema, was man ja durchaus zu einer Fantasy-Parabel über palliative Pflege hätte aufbauen können, konsequent auszugestalten. Stattdessen nimmt der Film ab der Mitte der Spielzeit wieder mehr Tempo auf und verlässt diese eher nachdenklichen Gefilde. Was sich dann entspinnt, läuft nur noch unter dem Motto des standardisierten Formelkompromiss im gängigen Einerlei des Genres. Zombies brechen aus dem Wald hervor und jagen die Menschen durch das Krankenhaus, was die Implementierung einiger blutigen Szenen zur Folge hat, ohne die wohl auch dieser Film nicht auszukommen glaubte. Das diese Sequenzen dann noch nicht einmal besonders packend umgesetzt worden sind, unterstreicht noch mal zusätzlich wie unnötig diese Gewaltmomente eigentlich in „Mutants“ sind. Gleiches gilt im Übrigen für die Ausgestaltung der Infizierten, die nicht wirklich zu beeindrucken weiß.


Bedauerlich ist dann vor allem die Einfallslosigkeit der Handlung zu nennen, der gegen Ende außer der typischen Heilsbringer-Nummer nichts mehr eingefallen ist. Sonia erweist sich nämlich als gegen das Virus immun und ist noch dazu schwanger, so dass sie mal eben zur potentiellen Retterin der Menschheit stilisiert wird, die unter allen Umständen lebend gerettet werden muss. Der Weg zu dieser Rettung erweist sich dann dementsprechend zäh und uninspiriert, so dass sich „Mutants“ einiges von dem, was er sich zu Beginn aufgebaut hat, wieder kaputt macht. Highlights des Films sind dann aber auf jeden Fall seine beiden Hauptdarsteller, die vor allem im bereits gelobtem ersten Abschnitt des Films zeigen, dass auch in Zombie-Streifen mehr möglich ist, als unmotiviert durch die Gegend zu schreien. Der Wandel zweier sich liebender Menschen hin zu einem Zustand, bei dem sich der eine irgendwann nicht mehr kontrollieren kann und seinen nun von Angst erfüllten Partner nackt und blutverschmiert durch die Gänge jagt, gehört zu den eindringlichsten und gelungensten Szenen von „Mutants“. Insgesamt ist dieses französische Produktion somit eine zweischneidige Angelegenheit, die zwar ihre Momente hat, zu oft aber auch im Nirgendwo des Genres verschwindet. Das mag dann zwar noch für ganz solide Unterhaltung ausreichend sein, führt aber auch unweigerlich dazu, dass der Film in der Summe erschreckend uninteressant geworden ist. - Fazit: 5 von 10 Punkten.


Rezension erschienen bei Wicked-Vision


Quellennachweis: Abbildungen aus "Mutants". © 2009 Tiberius


2 Kommentare:

Kaiser_Soze hat gesagt…

Woher nimmst du nur die Zeit für so viele ausführliche Reviews? Semesterferien? :)

C.H. hat gesagt…

Jop. Semesterferien. Ansosnten hätte ich auch gar nicht erst dei Zeit gehbat, die ganze Filme überhaupt zu sehen. ;-)

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