FFF - Rezension: "The Thaw - Frozen"















Natürlich kann auch das Fantasy Filmfest um die Gefahr der Klimaveränderung und die damit verbundene Erwärmung der Erde keinen Bogen machen und liefert mit „The Thaw – Frozen“ gleich den passenden Beitrag zum Thema. Wobei man sich natürlich nicht in die Irre führen lassen sollte: Die Erderwärmung ist mitnichten eine fantastisches Konstrukt, wohl aber die ekligen Krabbelviecher, um die es in der dieser kanadisch-amerikanischen Co-Produktion geht. Regisseur Marc A. Lewis, der auch gleich das zugehörige Drehbuch zum Film verfasst hat, versucht sich in „The Thaw – Frozen“ an einem Mix aus ökologischer Botschaft, die allerdings mehr Mittel zum Zweck ist, Thriller und Insekten-Schocker mit einigen deftigen Szenen. Als prominentes Zugpferd der Besetzung fungiert dabei Val Kilmer, der jedoch nur in wenigen Szenen zu sehen ist. Mit anderen Worten: Wer mit den Gedanken spielt sich den Film wegen Kilmer anzusehen, kann sich den getrost schenken. Und um an dieser Stelle mal das Fazit vorweg zu nehmen: Alle Anderen eigentlich auch, denn schneller als man den Film gesehen hat, hat man ihn auch schon wieder vergessen.


Die Erwärmung der Erde führt bekanntlich dazu, wer hätte das gedacht, dass das Eis der Arktis und Antarktis immer mehr zusammenschmelzt und damit Dinge freigibt, die besser im Verborgenen geblieben werden. Als Dr. Krupien (Val Kilmer) mit seinem Team im Rahmen einer Forschungsexpedition in der kanadischen Arktis ein gut erhaltenes Mammut entdeckt, ist die Freude zunächst riesengroß. Doch schon bald stellt sich heraus, dass in dem Mammut eine tödliche Gefahr schlummert, die sich für den Menschen zu einer handfesten Bedrohung auswachsen kann, sollte sie die Einöde verlassen. Aus dieser Perspektive ist es außerordentlich ungünstig, dass sich just in diesem Moment eine Gruppe von Studenten, darunter auch die Tochter von Krupien (Martha MacIsaac) auf dem Weg in die Arktis befinden. Dort angekommen finden sie niemanden vor, nur einen toten Eisbären. Am nächsten morgen zeigen die ersten Studenten Wunden von Insektenstichen. Der Auftakt zu einem Kampf auf Leben und Tod mit den Gewalten der Natur.


Ekelhafte Käfer, die sich in den Menschen einnisten, um dann effektvoll aus allen Diesem wieder heraus zu krabbeln, sind wohl ein Klassiker des Films. Und wenn etwas schon unzählige Male erzählt worden ist, muss sich jeder nachfolgende Film um Innovation bemühen, damit er nicht in der Masse der Beliebigkeit verschwindet. Leider sind in „The Thaw – Frozen“ derlei Neuerungen, die den Film ein wenig beleben würden, nicht wirklich zu finden. Außer dem standardisierten Dezimieren der Gruppe, dem einsetzenden Psychospielchen im Angesicht des Todes, sowie einigen blutig-ekligen Momenten, ist Marc A. Lewis nicht wirklich viel für seinen Film eingefallen. Immerhin muss man „The Thaw – Frozen“ zugestehen, dass er wenigstens versucht sich für den Spannungsaufbau Zeit zu nehmen. In Anbetracht der Tatsache jedoch, dass der der Film in etwa so viel Leidenschaft für seine Sujet mitbringt, wie ein Faultier auf Valium, kommt dies auch einer steten Gratwanderung zur gepflegten Langeweile gleicht. Von den Darstellern ist somit nicht sonderlich viel zu erwarten, die ihr Programm dann in den meisten Fällen routiniert runterspielen. Und unter dem Gesichtspunkt, dass Val Kilmer in seiner Rolle völlig lustlos und uninspiriert wirkt, ist es wohl ein Glück das dieser nur in wenigen Szenen zu sehen ist.


Einzig die Prämisse des Films, die an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden soll, bietet zumindest ein wenig Potential. Dies wird dann aber - man möchte schon fast sagen konsequenterweise - nicht wirklich ausgenutzt. Punkten kann der Film dann immerhin auch noch auf der Ebene der Identifikationsmechanismen, den es gelingt ihm relativ schnell aus der potentiellen Opfergruppe die Personen herauszuschälen, mit denen das Publikum mitfühlen kann. In der Summe jedoch reicht das einfach nicht, um „The Thaw – Frozen“ zu einem Film werden zu lassen, der sich von dem Genre-Einerlei absetzt. Dabei kann man noch nicht einmal behaupten, dass der Film langweilig im eigentlichen Sinne wäre, solide Unterhaltung wird ja geboten und doch: Irgendwie hat man sich da in der Summe doch mehr von diesem Projekt versprochen, als der letztliche Film dann schließlich dem Zuschauer offeriert. Schade eigentlich. Und so bleibt am Ende dann nur noch zu konstatieren, dass auch die von Lewis ventilierte Message des Films (Wenn sich die Menschheit nicht ändert, hat sie es nicht anders verdient), nicht wirklich zu überzeugen weiß. - Fazit: 5,5 von 10 Punkten.


Rezension erschienen bei Wicked-Vision


Quellennachweis: Abbildungen aus "Thaw - The Frozen". © 2009 Ascot


3 Kommentare:

Frau Flinkwert hat gesagt…

Ja, diese platte Öko-Moral hätten sie sich echt sparen können.

tumulder hat gesagt…

Die Screenshots sehen ja schon mal überhaupt nicht Frozen aus.^^

C.H. hat gesagt…

Naja, wir haben ja auch die böse Klimaerwärmung... ;-)

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