FFF - Rezension: "Trick'R Treat"















Am 31. Oktober wird überall in den USA Halloween gefeiert. Ausgehöhlte Kürbisse, ausgelassene Festivitäten, und nicht zuletzt das tradionelle "Trick or Treat" (zu Deutsch: "Süßes oder Saures") gehören dabei zum klassischen Kanon der gruseligen Feier. Auch wenn Halloween mittlerweile ebenso zu einer kommerzialiserten Veranstaltung verkommen ist wie zum Beispiel Weihnachten, so hat der ganze Spaß natürlich auch seinen historischen Hintergrund. Einst glaubte man das am 31. Oktober, dem Ende der jährlichen Erntesaison (deswegen auch die Kürbisse), die Grenzen zwischen der Welt der Lebenden und der Toten verschwimmen. Und damit die Toten nicht von den Lebenden Besitz ergreifen, versuchte man sie mit allerlei Opfergaben und rituellen Festen zu besänftigen. Mittlerweile werden wohl keine Geister mehr besänftigt, höchstens kleine Quälgeister, die sich von den Erwachsenen die Taschen mit Süßigkeiten füllen lassen, damit diese von den sonst obligatorischen Streichen der Kleinen verschont bleiben.


Vor diesem Hintergrund hat sich Michael Dougherty bei seinem Regiedebut einen kleinen aber feinen Film einfallen lassen, der vor bitterbösen, dabei aber auch zugleich überaus erheiternden Momenten nur so strotz. Weniger als durchgängige Geschichte angelegt, sondern viel mehr als ineinander verwobener Episodenfilm reüssiert "Trick' R Treat" als gelungener Mix aus harmlos anmutender kunterbunter Bonbon-Optik und geschmacklos-blutigen Elementen. Und so erleben ein verliebtes Pärchen, eine Gruppe nach Mutproben strebender Kinder, ein seltsamer Vater und sein noch seltsamerer Sohn, nebst dem Halloween hassenden Nachbarn, sowie eine Horde notgeiler junger Frauen, am diesjährigen Hallowenn überaus saure Überraschungen. Die Prämisse des Films ist dabei ebenso genial, wie simpel: An Halloween sieht dich keiner sterben.


Und es ist in der Tat schon von einer herrlichen Skurillität gekennzeichnet, wenn sich ein blutverschmiertes Opfer auf der Suche nach Hilfe mitten durch die Menschenmassen der Parade schleppt, aber niemand von dem armen Mädchen Notz nimmt, weil sowieso jeder im Rahmen seines Konstüms mit (Kunst)Blut besudelt ist. Vor allem lebt "Trick' R Treat" von dem Gespür seines Regisseurs, der mit den gängigen Genre-Erwartungen des Zuschauers spielt, um sie dann ironisirend zu brechen. Es gibt mehr als einen Moment wo man das Eine ganz klar erwartet, dann aber etwas völlig anderes heruaskommt, was nicht weniger, sondern wahrscheinlich sogar umso lustiger ist. Bei all den guten Ansätzen verliert der Film jedoch in der zweiten Hälfte ein wenig an Schwung, was nicht zuletzt daran liegen dürfte, dass er seine besten Episoden schon zu Beginn in die Wagschale geworfen hat. Dies aber ist dann in der Tat Jammern auf ziemlich hohem Niveau, entpuppt sich "Trick' R Treat" in der Summe doch als ein recht aufgeweckter Spaß, der nach dem eher durchschnittlichem Trailer so nicht unbedingt zu erwarten war.


Dieses Lob verdient sich "Trick' R Treat" auch deshalb, weil sich der Film nicht auf die im Genre der Horror-Komödie, und dies ist "Trick' R Treat" ohne jeden Zweifel, manchmal so beliebten Kotz- und Fäkalwitze beschränkt. Diese werden zum Glück schnell hinter sich gelassen, so dass Doughertys Debut auch keinesfalls mit der "Scary-Movie"-Reihe in Verbindung gebracht werden sollte, die sich gerne böse gibt, während "Trick' R Treat" tatsächlich böse ist. Dabei kann dieser kleine Halloween-Spaß sogar mit einer Riege von Darstellern aufwarten, von denen zumindest zwei einem größeren Publikum bekannt sein dürfte: Brian Cox und Anna Paquin. Gerade Letztere, bekannt als Roque aus "X-Men", weiß als verschüchterter Rotkäpchenverschnitt zu Gefallen, die auf der Suche nach einem etwas Anderem "Ersten Mal" ist.


Insgesamt weiß "Trick' R Treat" somit wirklich zu überzeugen: Sowohl das Setting, die Atmosphäre, als auch der im Film immer wieder eingestreute tiefschwarze Humor, der fast britische Töne erkennen lässt, bilden in der Summe ein ganzes Sammelsurium an guten Gründen, dem Film beim nächsten Halloween-Fest eine Chance zu geben. Das Publikum sah das im Übrigen ähnlich: "Trick' R Treat", der beim Fantasy Filmfest in der "Fresh Blood"-Rubrik antritt, wurde während und vor allem nach dem Film, mit mehr als nur warmen Applaus bedacht. Und dem ist dann in der Tat nichts mehr hinzuzufügen. - Fazit: 7,5 von 10 Punkten.


Rezension erschienen bei Wicked-Vision


Quellennachweis: Abbildungen aus "Trick'R Treat". © 2009 Warner Bros.


4 Kommentare:

SheephunteR hat gesagt…

Na, bei dir gehts aber grade ganz schön zur Sache, ich komme mit dem lesen kaum noch nach.

C.H. hat gesagt…

Aber Hallo. Und ich hab hier noch FFF Rezensionen offen/liegen für die nächsten 15 Tage. Bedenkt man die Tatsache, dass ich pro Tag nicht mehr als einen Beitrag posten möchte, wird das hier noch gut 3 Wochen rund gehen. :D Aber die Posts laufen ja nicht weg... ;-)

Anonym hat gesagt…

Hört sich direkt nach nem Film für mich an ^^

Phil

C.H. hat gesagt…

Ich glaube da werden noch einige Filme für dich dabei sein... ;-)

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