A Closer Look: „Visions are worth fighting for!“


Ah, Mr. Welles, is it all worth it? - „It is when it works!“


Das zwischen Genie und Wahnsinn mitunter nur eine schmale Grenze besteht, zeigt sich nicht zuletzt an jenem Mann, der gemeinhin als „schlechtester Filmregisseur aller Zeiten” aller Zeiten bezeichnet wird, nach seinem Tod jedoch vor allem durch seinen Film Plan 9 from Outer Space” Kultstatus erlangte und seinerzeit gerne in Frauenkleidern herum rannte. Die Rede ist an dieser Stelle natürlich von Edward D. Wood Jr., dem Tim Burton 1994 mit dem gleichnamigen Film ein anrührendes Denkmal setzte. Neben Johnny Depp, der die Rolle des idealistischen Filmemachers verkörperte, ist es vor allem Martin Landau in der Rolle des alternden Bela Lugosi, der „Ed Wood“ prägt. Der von Burton in schwarz-weiß gehaltene Film über Wood gehört dabei ohne jeden Zweifel zu dem besten Film, die unter der Regie von Burton entstanden sind, wenn es nicht sogar sein bisheriges Meisterstück ist. Und das will in Anbetracht von Filmen wie „Sweeney Todd“, „Edward mit den Scherenhänden“ oder auch „Batmans Rückkehr“ wirklich etwas heißen. Und so bieten sich in „Ed Wood“ eine ganze Reihe von großartigen Szenen an, die an dieser Stelle Erwähnung finden könnten. Exemplarisch soll an dieser Stelle von der Sequenz gesprochen werden, in der Ed Wood in einer Bar nach einem miesen Tag auf sein großes Vorbild Orson Welles trifft, der gerade mit „Citizen Kane“ gegen alle Widerstände „seinen“ Film fertiggestellt hat. In der Folge entspinnt sich ein von Depp und Vincent D'Onofrio fantastisch gespieltes Gespräch über das wahre Wesen des Filmemachens: „Visions are worth fighting for.“ Das auch Tim Burton diesen Grundsatz verinnerlicht hat, beweist er mit seiner liebevollen und humorvollen Hommage an einen Mann, der vom Kino träumte und für das Kino lebte. Zur entsprechenden Szene gelangt man dann wie immer über den Sreenshot.


Quellennachweis: Abbildung aus "Ed Wood". © Touchstone


14 Kommentare:

Flo Lieb hat gesagt…

Du hast es ja angesprochen, es gibt viele gute Szenen. Ich selbst finde die von dir ausgewählte nun per se aber vor allem im Vergleich mit den Anderen nicht unbedingt eines closer looks würdig. Aber hauptsache wir sind uns alle einig, dass ED WOOD ein Meisterwerk ist :-)

C.H. hat gesagt…

Ich finde das besagte Szene sowohl über die Natur von Ed Wood, als auch über den Film eine Menge auszusagen vermag. Deshalb habe ich diese Szene gewählt. Für was hättest du dich denn entschieden?

Flo Lieb hat gesagt…

Z.B. für die Szene in der Wood sich als Transvestit outet oder für die Szene in Lugosis Wohnzimmer. Natürlich ist das jetzt hier nett, wenn Welles sagt, dass man für seine Träume kämpfen muss und sich das auch auf Wood beziehen lässt. Also inhaltlich nett, aber ich dachte bei deiner Serie hier geht es eher um die Größe des filmischen Moments und da steht die Szene imho zumindest hinter einigen anderen zurück. Aber wie gesagt, solange wir den Film alle dufte finden, ist das Jammern auf höchstem Niveau ;-)

xander81 hat gesagt…

Auf jeden Fall ein Film, den ich auch unbedingt noch sehen muss. Und da ich ihn hier seit kurzem liegen habe, freue ich mich schon darauf - und ganz besonders, wenn er einige Szenen enthält, die eines "closer looks" würdig sind...

fincher hat gesagt…

Hätte da jetzt spontan auch an die viel eindringlicheren Szenen mit Lugosi - sei es die in seinem Wohnzimmer oder im Krankenhaus oder wenn Lugosi in einer Pütze leicht alkoholisiert mit einem Gummikragen bei Nacht kämpfen muss - gedacht. Woods zufälliges Treffen mit Welles ist ganz nett, aber sonderlich in Erinnerung ist mir diese Sequenz eher nicht geblieben. ;P

C.H. hat gesagt…

aber sonderlich in Erinnerung ist mir diese Sequenz eher nicht geblieben. ;P

Dann wurde es ja Zeit das ich dir besagte Szene mal wieder ins Gedächtnis rufe. ;P

tumulder hat gesagt…

Ich gebe Christian da völlig Recht. Wenn der Film eine Schlüsselszene hat, dann ist es die Begegnung Woods mit Wells. Als ob sein Outing am Set oder seine Beziehung zu Lugosi für den Kern des Filmes wichtig wären. Orson Wells das verkannte und schlecht behandelte Genie, das den "wichtigsten" Film aller Zeiten drehte bestärkt Ed Wood den wohl "unwichtigsten" Regisseur in seinem Vorhaben. Ganz klar A Clooser Look wert.^^

tumulder hat gesagt…

Welles natürlich, aber ihr könnt schon froh sein, daß ich nicht Orwell geschrieben habe.;)

Flo Lieb hat gesagt…

Als ob sein Outing am Set oder seine Beziehung zu Lugosi für den Kern des Filmes wichtig wären.

Eben. Hätte man auch draußen lassen können.

Kaiser_Soze hat gesagt…

Ich seh das so ähnlich wie Tumulder.

Allerdings stehen Magic Moments, oder wie du es nennst, "A closer look", für cineastische Momente, deren inhaltiche Relevanz erst einmal nicht hinterfragt werden muss. Es geht um das Magische, das Großartige, das einen emotional berührt, das so nur das Kino erschaffen kann.

Bei "EW" sind es für mich folgende Szene:

- zum einen die Szene, in der Ed Wood die Friedhofsszene dreht, während neben ihm die Baptisten, also seine Geldgeber, stehen und ihm ungläubig bei der dilettantischen Arbeit zusehen. Göttlich!

- und: eigentlich alle intimen Szenen zwischen Lugosi und Wood, vor allem aber die, in der Wood Lugosi nach einer Überdosis besucht.

C.H. hat gesagt…

Jop, so in der Art ist diese Rubrik auch gedacht. Und deswegen habe ich mich persönlich auch für diese Szene entschieden. Denn abseits der Relevanz für den Film, sprüht besagte Sequenz imho mur so vor "Magie": Man muss nur mal auf den Blick achten, den sich Depp selber zuwirft, als er registriert in welchem Aufzug er sich seinem Idol gleich vorstellen wird und auch danach ist Depps Spiel mit Gestik und Mimik einfach wunderbar.

Flo Lieb hat gesagt…

Depps Spiel ist in den meisten Fällen wunderbar ;-)

Kaiser_Soze hat gesagt…

NEIN! Ich glaub´s nicht. Wir sind mal alle einer Meinung :D^^

Rajko Burchardt hat gesagt…

Denke auch, dass dies die Schlüsselszene des Films bildet. Gerade in der Ungleichheit der beiden findet Burton eine treffende Übereinstimmung, nämlich die der kreativen Geister, die an den Reglen und Normen Hollywoods nur scheitern konnten. Die Szene ist zutiefst menschlich und verrät viel über Burtons künstlerisches Veständnis von Film.

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