Rezension: "Avatar - Aufbruch nach Pandora"












Jetzt lassen wir die Kirche doch mal besser im Dorf. Schluss mit dem Gezeter und Gemecker, das James Cameron mit „Avatar“ abseits einer technischen Machtdemonstration des im Kino mittlerweile Möglichen nichts geschaffen hätte. Die Erzählung sei inhaltslos, stereotyp und in ihrer gesamten utopischen Naivität nur schwer zu ertragen, so ist immer wieder zu lesen. Ironischerweise ist es dann auch noch James Cameron selbst, der mit seinen früheren Werken als Negativfolie für seinen neuen, lange entwickelten und geplanten Film herhalten muss. Ernsthaft? Als ob „Terminator 2“, der unbestritten als Meilenstein des Actionkinos gelten darf, aber dies eben auch und vor allem ob seiner damals bahnbrechenden visuellen Spielereien und Effekte ist, ein Film wäre, der der charakterlichen Tiefenpsychologie letzter Schluss wäre. Nicht wirklich, oder? Als ob die zu Recht hochgelobte Liebeschnulze „Titanic“ mit ihrem zur Schau getragenen Ständedrama „mittelloser Rumtreiber trifft versnobbte Lady“ sonderlich clever konstruiert gewesen wäre. Anyone? Eben! Auch wenn James Cameron in „Aliens“ zumindest ansatzweise gezeigt hat, dass er sehr wohl in der Lage ist clever verwobene und angelegte Charakterkonstellation zu erschaffen, so lebte und lebt sein Kino stets für den Effekt. Mit anderen Worten: Die von Cameron erzählten Geschichten waren noch nie sonderlich viel mehr als der Treibstoff, um seinen visuellen Visionen eine Daseinsberechtigung zu geben. Das weiß man aber nun auch schon seit mehr als zwanzig Jahren, ist somit nichts Neues, wird aber wohl ganz gerne im Zuge nostalgischer Erinnerungen, die per definitionem die nicht mehr ganz so rationale ultimative Lobhudelei in sich trägt, ganz gerne verdrängt.


Verdrängt hat James Cameron über viele Jahre hinweg auch „Avatar“. Er wollte warten bis die Bilder, die in seinem Kopf existierten, auch technisch umsetzbar sind. Uns so drehte er 1997 eben erst mal kurz für 200 Millionen Dollar „Titanic“, spielte damit weltweit weit über eine Milliarde Dollar ein, bevor er schlussendlich mit dem bis dato erfolgreichsten Film aller Zeiten auch noch elf Oscars einheimsen konnte. Danach verschwand Cameron, an der Spitze des Olymps angekommen, erst einmal für zwölf Jahre von der großen Bühne Hollywood. Nun, im Jahr 2009, ist er wieder da, das Warten hat ein Ende, der Zeitpunkt scheint gekommen, an dem sich Camerons Vorstellungen technisch realisieren lassen. „Avatar“ nämlich soll in all seiner technischen Brillanz, man möchte fast sagen Potenz, das etablierte Kino – so hat es James Cameron selbst immer wieder im Vorfeld kolportiert – in seinen Grundfesten erschüttern und von Grund auf revolutionieren. Nun ist es durchaus so, dass angekündigte Revolutionen nur in den seltensten Fällen auch tatsächlich stattfinden, jedoch wird man nach dem Besuch von „Avatar“ eines nicht von der Hand weisen können: Niemals zuvor sah die am Rechner entstandene künstliche Realität dermaßen real aus, wie in diesem Film. Doch für Revolutionen braucht es dann eben doch mehr als handwerkliche Perfektion, und damit sei die Antwort auf die wohl für Viele dringlichste und wahrscheinlich in den nächsten Wochen auch am heftigsten diskutierte Frage gleich zu Beginn gegeben: „Avatar“ ist weder ein Meilenstein des Kinos, noch das Meisterwerk, das von den Einen erhofft und von den Anderen wiederum befürchtet worden ist. Wohl aber ist „Avatar“ ein gewichtiger Schritt auf dem Weg der mannigfaltigen Möglichkeiten, die das Kino der Zukunft bereithalten wird. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.


Avatar“ nimmt den Zuschauer mit in eine für die Menschheit trostlose Zukunft. Die ewige Gier nach Ressourcen, sowie der damit verbundene unverantwortliche Umgang mit dem Planeten Erde hat diesen im Jahr 2154 in eine graue und trostlose Einöde verwandelt. Gelernt hat die Menschheit aus ihren Fehlern aber offensichtlich nicht; ganz im Gegenteil. Auf der Suche nach neuen Ressourcen und Profitmöglichkeiten hat der Mensch den Planeten Pandora für sich entdeckt. Dort schlummern unter der Oberfläche unermessliche Bodenschätze, die ohne jede Rücksicht auf die dort heimische Flora und Fauna gefördert werden sollen. Vor allem die hochgewachsenen und blauhäutigen Einwohner Panoras, die Na'vi, haben unter dem Menschen zu leiden und werden immer weiter aus ihrer ursprünglichen Heimat heraus gedrängt. Zwar gibt es unter der Leitung der Wissenschaftlerin Dr. Grace Augustine (Sigourney Weaver) Bestrebungen einen kulturellen Wissensaustausch zwischen Na'vi und Mensch zu implementieren, doch wird dieses Projekt von den industriellen Eliten eher widerwillig geduldet, als wirklich unterstützt. Als der nach einem Unfall querschnittsgelähmte Ex-Marine Jake Sully (Sam Worthington) nach Pandora kommt, um den Platz seines verstorbenen Bruders einzunehmen, wird ihm seine neue Aufgabe mitgeteilt: Die Wissenschaft hat es ermöglicht, dass der menschliche Geist in den aus Menschen- und Na'vi-DNA künstlich hergestellten Körper zu schlüpfen, den sogenannten Avataren, und somit mit der indigenen Bevölkerung zu interagieren. Die auf Pandora stationierten Militärs unter der Führung von Col. Quaritch (Stephen Lang) haben freilich mit diesem Projekt ganz andere Pläne: Sie wollen das Avatar-Programm dazu nutzen, potentielle Schwachstellen der Na'vi auszuspionieren. So findet sich Jake schnell in einer Doppelrolle wieder. Unter dem Deckmantel der Wissenschaft schanzt er dem Militär wichtige Informationen über die fremde Kultur zu. Doch je mehr Sully das Vertrauen der Na'vi, und allen voran die Zuneigung von Neytiri (Zoë Saldaña) gewinnt, sowie deren Lebensweise und Umgang mit der Natur kennen lernt, kommen dem Ex-Marine Zweifel an seinem ursprünglichen Auftrag.


Die von James Cameron in „Avatar“ erzählte Geschichte präsentiert sich als neu durchkomponierte Mixtur aus bereits alt bekannten Geschichten. Ob nun „Pocahontas“, oder „Der mit dem Wolf tanzt“, die jeweiligen Paten sind mehr als offensichtlich. Die Erzählung des in Frieden lebenden Naturvolkes, das durch den „Weißen Mann“ existentiell bedroht wird, erfährt im Zuge von „Avatar“ seiner intergalaktische Fortsetzung. „Cowboy und Indianer“ im Weltraum, Kolonisationskritik, wie man diese ganze Angelegenheit auch immer nennen möchte, stets ist die Gesellschaftskritik Camerons an der an die eigene Überlegenheit glaubende und ohne Rücksicht auf Verluste vorgehende westlichen Moderne offenkundig. Gewürzt mit einer nicht geringen Dosis grüner, ökologisch korrekter Botschaft, inszeniert Cameron die Utopie eines Volkes, das im gegenseitigen Respekt und Einklang mit der Natur lebt. Gleichzeitig scheint es, als ob sich Cameron einer tiefen Sehnsucht hingibt, dem säkularen Trend westlicher Rationalisierung einen spirituellen Lebensentwurf entgegen zu stellen. Das alles ist, gerade auch was die klassisch anmutende Romanze zwischen Mensch und Na'vi angeht, wenig überraschend und doch konsensfähig. Die Werte und Normen die Cameron in „Avatar“ einfordert, mögen zwar holzschnittartig deluxe vorgetragen werden, stehen im Kern jedoch nicht zur Debatte. Seine konsequente Schwarz/Weiß Zeichung innerhalb der Geschichte, lässt in diesem Zusammenhang jedoch die einzige, dabei aber natürlich je nach Sichtweise gewaltige, Schwäche klar hervortreten. „Avatar“ ist keinesfalls intelligent erzähltes Kino, dabei jedoch in seiner Naivität beinahe liebenswert entwaffnend. Zumal Cameron in der Angelegenheit reüssiert das Publikum mit seinen Protagonisten mitfühlen zu lassen. Das gilt sowohl für die Love Story zwischen Jake Sully und Neytiri im Einzelnen, als auch für das Schicksal der Na'vi im Besonderen.


Während Sam Worthington seine Rolle und den zwangsläufigen Wandel vom Saulus zum Paulus routiniert über die Bühne schaukelt, wie überhaupt „Avatar“ von seinen Darstellern nicht sonderlich viel verlangt, ist es primär Sigourney Weaver, die in ihrer Rolle der kratzbürstigen Wissenschaftlerin ein wohltuendes Profil entwickeln darf. Der eigentliche Star von „Avatar“ ist aber natürlich der mit all seinen Lebewesen brillant in Szene gesetzte Planet Pandora. Was sich James Cameron für diesen Film aus visueller Hinsicht hat einfallen lassen, entbehrt jeglicher Beschreibung. „Avatar“ ist schlicht und ergreifend wunderschön geraten, mit wahnsinnig viel Liebe zum Detail umgesetzt, und stellt somit im wahrsten Sinne des Wortes ein visuelles Feuerwerk der Extraklasse dar, das durch seinen absolut harmonischen Score noch verstärkt wird. Nicht zuletzt deswegen ist es die erste Hälfte des Films, die sich mit der Einführung von Jake Sully in die Welt von Pandora beschäftig, die im Vergleich mit dem zweiten Abschnitt des Films die Stärkere ist. Der ultimative und unvermeidliche Showdown sieht zwar ganz schick aus, stellt aber nicht den Höhepunkt dar, als der er im Vorfeld des Kinostarts ganz gerne verkauft worden ist. Überhaupt ist zu bemerken, dass die in „Avatar“ eingesetzte 3D-Effekte (und man sollte unbedingt von der Idee Abstand nehmen „Avatar“ nicht in 3D zu sehen; das ist keine Option) immer dann am Stärksten ist, wenn es Cameron nicht darauf anlegt diese neue Technik dem Zuschauer auf Zwang vorzuführen. Gerade die Szenen, die innerhalb der menschlichen Basis stattfinden und vor beiläufigen Effekten nur so strotzen, zeigt das ganze Potential dieser Technik, die dazu geeignet sein dürfte das Medium Film mit noch mehr „Realität“ auszustatten. Zumal die 3D-Technik im Fall von „Avatar“ auch ein Stück weit dazu beiträgt die Künstlichkeit der Bilder zu nivellieren. Letztlich wird „Avatar“ die Gemüter spalten. James Cameron ist ein Film gelungen, der obschon einfach gestrickt, sehr wohl berühren kann. Es reicht eben manchmal doch, wenn Filme einfach wunderschön aussehen, denn die glänzende Oberfläche birgt in diesem Fall mehr, als allein mit den Augen wahrzunehmen ist. - Fazit: 9 von 10 Punkten.


Quellennachweis: Abbildungen aus "Avatar". © 2009 20th Century Fox


21 Kommentare:

Flo Lieb hat gesagt…

und man sollte unbedingt von der Idee Abstand nehmen „Avatar“ nicht in 3D zu sehen; das ist keine Option

Dem würde ich widersprechen wollen. Der Film funktioniert ohne 3-D genausogut. Der Effekt ist ein netter Bonus (was er für die 2€ zusätzlich auch sein sollte), ändert aber nichts am Eindruck des Filmes selbst. Zu sagen "3-D oder gar nicht" ist für mich somit eine in die Irre führende Aussage.

C.H. hat gesagt…

Ok, ist vielleicht ein wenig zu hart formuliert. Was ich damit sagen wollte: Wer die Wahl hat zwischen 3D und 2D sollte sich nicht, wegen den 2 oder 3 Euro mehr, dazu verleiten lassen die 2D-Karte zu spielen.

Dr. Borstel hat gesagt…

Hätte ich ein 3D-Kino vor der Haustür, wäre die Wahl tatsächlich offensichtlich ... ;-)

Hm, das klingt doch mal wirklich gut. Meine letzten Vorbehalte lösen sich langsam in einen Riesenbrocken Neugierde auf. Ich hoffe, ich setze nicht schon wieder zu hohe Erwartungen an den Film.

C.H. hat gesagt…

Ich hoffe, ich setze nicht schon wieder zu hohe Erwartungen an den Film.

Hope so! Bei mir kommt halt noch dazu, dass ich mir meine "3D-Premiere" für Avatar aufgehoben habe und somit ohnehin völlig euphorisiert war, ob des ganzen Spektakels. ;-)

Anonym hat gesagt…

Mal schauen - habe eben mal bewusst die Rezension ignoriert und will mich nich beeinflussen lassen, wenn ich mir den Film Montag (auch in 3-D anschaue) ^^

Phil

C.H. hat gesagt…

Er wird dir gefallen, da bin ich ziemlich sicher. ;-)

Thomas hat gesagt…

Es beruhigt mich bei Dir 9 von 10 Punkten zu sehen. Gelesen habe ich Deinen Beitrag aber nicht, denn jetzt werde ich erstmal durch die klirrende Kälte zum Kino stapfen und mir "Avatar" anschauen, natürlich in 3D und danach mit einem Tässchen Tee in der Hand, werde ich hier wieder reinschauen und lesen :-)

Jannik hat gesagt…

Hey :D
Ich war gestern in dem Film (natürlich auf 3D)und es ist wirklich der beste film den ich je Gesehen habe ;) Einfach klasse
Ich habe sehnsucht nach Pandora xD
Viel Spaß 10 von 10 Punkten Der ist einfach super

doscorazonesblog hat gesagt…

Wow, so eine Übereinstimmung mit meinen Kritikpunkten sehe ich selten. Die 3-D-Technik verblüfft und gitb dem Film, insbesondere Pandora den gewissen Tick und macht den Film zum großen Teil erst sehenswert.
James Camerons Kinofilme leben nicht nur für den Effekt, sondern vom Effekt - und das beherrscht dieser Regisseur einfach perfekt.

Anonym hat gesagt…

rotfl³!

Anonym hat gesagt…

Schöne Rezension, kann ich beinahe voll unterschreiben. Bei mir kommen aber nach mittlerweile 4 (!) Kinobesuchen 10/10 Punkten zusammen ;)

Auffällig ist, dass der Film beim mehrmaligen Sehen so gut wie nichts von seiner Faszination verliert UND dass ein Großteil des Publikums bislang stets am Ende geklatscht hat ... kannte ich bisher nur aus den U.S.A.
Selbst die für mich etwas befremdlich wirkenden "Esoterik-Voodoo"-Szenen kann ich locker übersehen, so großartig fühle ich mich, wenn ich diesen Film betrachte - und freue mich, dass es einen Big-Budget-Film gibt, der meinen Geschmack völlig trifft.

C.H. hat gesagt…

4 Kinobesuche? Holla die Waldfee. Schön, dass dir der Film so gut gefallen hat.

lalia hat gesagt…

bei uns wurde auch geklatscht ^^, aber das gab es auch schon bei Findet Nemo und... noch irgendwo

Avatar ist schön, ich glaube auf keinen Film hat dieses Wort je besser gepasst.

filmgaffer hat gesagt…

Treffende Kritik, deckt sich weitgehend mit meinen Eindrücken. Als Meilenstein sehe ich den Film schon, denn Avatar hat/wird Hollywood verändern.

Dein Blog gefällt mir, werde ihn in meine Blogliste aufnehmen.

http://filmgaffer.blogspot.com/

Henning Kuersten hat gesagt…

"Schön" ist ein Understatement - er ist phantastisch! Endlich lohnt sich Kino wieder. Warnung: Die Rückkehr auf die Erde ist enttäuschend.

Anonym hat gesagt…

Der Film Avatar war bis jetzt das schönste was ich gesehen habe. Er hat mich total fastziniert, er ist jetzt mein absuluter Lieblingsfilm. Kann es kaum erwarten bis er auf dem Markt erscheint!

Alexander Langer hat gesagt…

Ich finde es mitunter etwas schwierig anderer Leute Kritikpunkte, wie dass der Showdown nicht das versprochene Über-Spektakulum ist und dergleichen, zu lesen. Dabei ist mir natürlich klar, dass eine Filmkritik viele Aspekte umfasst und dass hier durch den Film einfach emotional voreingenommen bin.
Das wiederum würde ich auch rational als Kompliment an den Film werten.

M.E. muss man nicht bis Pocahontas (die es ja tatsächlich gab) und "Der mit dem Wolf tanzt" gehen. Cameron selbst hat sich in seinem Schaffen immer wieder mit dem Weg den wir Menschen eingeschlagen haben fiktional auseinandergesetzt.

Denken wir nur an Camerons grandiosen "The Abyss", in dem die Menschen ähnlich wie in "Der Tag an dem die Erde stillstand" ihrer Auslöschung durch Außerirdische entgegen sehen, die die Erde vor den Menschen retten wollen. Nehmen wir Terminator, in dem die Menschen ihr eigenes Schicksal besiegeln, nehmen wir die düstere Zukunftsvision aus "Dark Angel".

Mit Avatar hat er Cameron Ur-Sehnsüchte angesprochen, wie sie jeder halbwegs normale Mensch hat und sie so aufbereitet, dass sie auch jeder verstehen kann. Pandora ist unserer Erde nicht so unähnlich. Klar, man musste stark verändern und überzeichnen um uns die Wunder der Natur Pandoras nahezubringen, weil wir uns in unseren Autos, vor dem Fernseher und in unseren Häusern aus Stein schon seit langem so weit von allem Natürlichen entfernt haben, dass wir kaum mehr fähig sind die Schönheit der Natur zu erkennen.

Da braucht es dann schon den Holzhammer und eine Welt, in der selbst für uns Menschen deutlich wird, dass das Leben eines ganzen Planeten miteinander verbunden ist, dass nichts wirklich vergeht sondern alles nur in einem steten Wandel ist und dass wir alle zusammen eine Einheit bilden. Wir haben diesen Bezug, wie sie viele Urväölker und etwa die Natives in Nordamerika noch hatten / haben, längst verloren.

Zusammen mit einer Liebesgeschichte á la Titanic hat Cameron ein Werk geschaffen, das nicht nur visuell und technisch Maßstäbe setzt, sondern auch Elemente aus vielen seiner Werke verbindet. Ich weiß nicht, ob Cameron ein Öko und Romantiker ist, oder ob es gerade nur genug ist um es sich für seine filmischen Visionen zunutze zu machen.

Wer Avatar sieht und in der folgenden Zeit nicht über seinen und unseren Platz im großen Ganzen nachgrübelt, wer nicht diese Sehnsucht nach Einfachheit, Reinheit und Harmonie in Denken und Handeln verspürt, für den kommt wohl auch der Holzhammer noch zu spät.

C.H. hat gesagt…

Ich weiß nicht, ob Cameron ein Öko und Romantiker ist, oder ob es gerade nur genug ist um es sich für seine filmischen Visionen zunutze zu machen.

Das ist nämlich genau der Punkt. Ich weiß es auch nicht, und ich persönlich möchte "Avatar" auch gar nicht so aufladen. Sicher verbreitet Cameron in seinem Film die eine oder andere Botschaft. Diese allerdings ist im Angesicht des Spektakels eigentlich nur Nebensache.

Alexander Langer hat gesagt…

Interessehalber habe ich mal gestöbert und traut man Wikipedia setzt sich Cameron gerne für die Interessen von Indios ein.

Vermutlich ist es eine persönliche Geschichte, wie man den Film wahrnimmt und welche Aspekte der Story man für sich mitnimmt. Manche sehen den Film nur als CGI-Spektakel, manche als Abklatsch, mich persönlich packt das Gesamtpaket an meiner emotionalen Ader, womöglich etwas sensibilisiert, da ich zuletzt noch "The New World" sah.

Damit wären wir dann doch wieder bei Pocahontas - der Kreis ist geschlossen! ;)

Anonym hat gesagt…

ich habe ihn gesehen, leider nicht in 3d. aber ich fand ihn auch so klasse.

J.K. hat gesagt…

Also, wenn ich mir einen Film ansehe will ich gut unterhalten werden. 3D Technik handwerklich okay. Aber ich guck mir nen Film nicht nur wegen der 3D Bilder an.
Wenn die gesamte Handlung von der ersten bis zur letzten Minute vorhersehbar ist und es im gesamten Film nicht mal ein Schmunzler oder ein Huch!-Effekt vorkommt, weil jede Wendung mit einem großen ACHTUNG! Schild angekündigt wird verstehe ich nicht, was es an diesem Film als gut zu befinden gibt.
Die offensichtlichen Ungereimtheiten im Plot aufzuzählen spare ich mir einfach mal.
Handwerkliche Machart: gut (80 %)
Dramaturgie: ungenügend (25 %)
Handlungsablauf: mangelhaft (35 %)

Mittelwert: 46% oder gerundet 5 von 10 Punkten; ein ganz knappes ausreichend.

Wer Avatar sieht und in der folgenden Zeit nicht über seinen und unseren Platz im großen Ganzen nachgrübelt, wer nicht diese Sehnsucht nach Einfachheit, Reinheit und Harmonie in Denken und Handeln verspürt, für den kommt wohl auch der Holzhammer noch zu spät.

Dazu noch meine 2 Cent: Wenn 'das große Ganze' den Menschen in seinem Biotop (Erde) meint - sollte man dazu nicht Avatar gebraucht haben, um darüber nachzudenken, solange man den Kopf nicht nur zum Haare waschen verwendet.
Sehnsucht nach Einfachheit, Reinheit und Harmonie - ist wohl eher was für Leute, die lieber träumen als mit den Füßen auf dem Boden der Realität zu bleiben.
Frei nach Yoda: Nicht träumen - tun es oder lass es.

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