A Closer Look: "Der treue Husar"


Es war einmal ein treuer Husar, /Der liebt' sein Mädchen ein ganzes Jahr, /Ein ganzes Jahr und noch viel mehr, /Die Liebe nahm kein Ende mehr.“


Stanley Kubrick selbst war der Meinung, dass „Full Metal Jacket“, sein filmischer Kommentar zum amerikanischen Fiasko in Vietnam, gut zehn Jahre zu spät gekommen ist. Ob man diese Meinung nun teilen möchte, oder nicht – immerhin ist „Full Metal Jacket“, wie es sich für einen Antikriegsfilm gehört, in seiner Intention universell veranlagt, sei an dieser Stelle mal dahingestellt. Unstrittig ist jedoch, dass Kubrick schon dreißig Jahre vor „Full Metal Jacket“ einen gewichtigen Beitrag zum Genre des Antikriegsfilms geleistet hat. Der 1957 entstandene „Wege zum Ruhm“ ist nicht nur Statement gegen den Unsinn des Krieges, sondern vor allem auch Anklage gegen die Planspiele der militärischen Führung im Spannungsfeld von konservativen Vorstellungen des Krieges und der durch die Technik induzierten Entfesselung der Vernichtung. Kubrick zeigt in „Wege zum Ruhm“ den einfachen Soldaten als das, was er ist: Als eine veränderbare Variable, die in den Planspielen der Militärs nicht mehr wert ist, als die Waffe die der Soldat in den Händen trägt. Damit nimmt Kubrick einige wesentlichen Motive vorweg, die er in „Full Metal Jacket“ wieder aufgreifen und erweitern wird. Am Ende des Films, als der „kleine Mann“ zur Genüge umsonst gestorben ist, die Ungerechtigkeit triumphiert hat, führt Kubrick den Film zu seinem ergreifenden Ende, dessen volle Tragweite in der Synchronisation allerdings verloren geht: Eine klare, helle und schüchterne Stimme hallt durch eine Gasstätte, die mit Angehörigen der französischen Infanterie gefüllt ist, die auf den nächsten Marschbefehl warten. Gekommen sind sie, um eine deutsche Kriegsgefangene zu verspotten und zu demütigen. Doch als das Mädchen die Stimme erhebt und das deutsche Volkslied „Der treue Husar“ anstimmt, wird es still und die von den Schrecken der Front gezeichneten Männer beginnen voller Ergriffenheit die Zeilen, die sie nicht verstehen und doch vestehen – die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen – mit zu summen. Es soll hier gar nicht erst versucht werden, mit Worten zu beschreiben, was nicht zu beschreiben ist. Die Bilder sprechen für sich. Man folge einfach dem Antlitz von Susanne Christiane Harlan, die Stanley Kubrick anschließend zur Frau nahm.


Quellennachweis: Abbildung aus "Wege zum Ruhm". © MGM


TV-Empfehlungen für die Woche vom 30.03.09 - 05.04.09

Montag, 30.03.09


Die Braut, die sich nicht traut“ (Sat 1, 20.15 Uhr)

Letzte Woche schrieb ich, dass ich mit „Pretty Women“ sehr gut leben könne, „denn für das, was diese Romanze sein will, ist der Streifen exzellent gemacht. Es gibt immerhin einen Grund warum jeder „Pretty Woman“ kennt, während unzählige Filme ähnlicher Machart schnell in Vergessenheit geraten.“ Tja, und hier sind sie nun wieder: Richard Gere und Julia Roberts. Julia Roberts und Richard Gere, in einem Film ähnlicher Machart, den man schnell vergessen sollte, da es ihn nicht braucht.


Departed – Unter Feinden“ (ZDF, 22.15 Uhr)

Filme, die es nicht braucht - Wir bleiben beim Thema. Als ich den Streifen das erste mal gesehen habe (In Unkenntnis von „Infernal Affairs“) fand ich den ziemlich gut. Doch nun, was hat Scorsese aus der Vorlage gemacht? Das Ende, so verkorkst wie es nur sein kann, und das von dem Mann der „Taxi Driver“ gemacht hat. Enttäuschend! Mittlerweile bin ich fast versucht zu sagen, dass das beste an „Departed“ die Dropkick Murphys sind. Naja, wenigstens ist der Film nicht langweilig.


Dienstag, 31.03.09


Infernal Affairs“ (ZDF, 00.20 Uhr)

Immerhin hat das ZDF noch den Anstand einen Tag später das Original aus Hong Kong zu senden. In der Inszenierung um einiges stringenter, ohne unnötig in den Plot konstruierte Frauenfigur, sowie dem einzige annehmbaren Ende, spielt „Infernal Affairs“ auf dem Niveau, dass sein amerikanisches Pendant nicht erreicht. - Rezension


Rififi“ (ARD, 00.35 Uhr)

Der König der Heist-Movies: Das Herzstück des Films ist ohne Zweifel die eigentliche Raub-Sequenz, die einen Großteil der Spieldauer beansprucht, von akribischer Genauigkeit ist und ohne ein einziges Wort auskommt, noch nicht mal Musik ist zu hören. Dessin erzeugt eine Spannung, die geradezu körperlich zu erspüren ist. Wenn man plötzlich eine Stecknadel hören würde, die zu Boden fällt, man würde ohne Zweifel erschrocken zusammen zucken. Ein Meisterwerk des französischen Kinos.


Mittwoch, 01.04.09


Anatomie“ (Kabel 1, 22.40 Uhr)

Deutschland versucht sich an Horror im Mediziner-Milieu und der Versuch geht schief. Selten bis gar nicht spannend bleibt der Versuch ein Versuch. Nun ja, man hat sie offensichtlich bemüht, und was die Floskel „bemüht“ in einer Beurteilung bedeutet dürfte ja klar sein.


Annies Männer“ (RBB, 22.50 Uhr)

Noch nicht gesehen, aber immerhin wurde das Drehbuch 1989 für einen Oscar nominiert (Was da jetzt belegen soll, was ich auch gerade nicht). Außerdem spielt Susan Sarandon mit, und die ist ja so schlecht nicht. Wird aufgenommen.


Rockstar“ (HR, 23.15 Uhr)

Lief gerade erst letzte Woche und ich habe ihn mir nun angesehen. Und ich muss sagen, dass das mit dem Wahlberg als Rockstar doch erstaunlich gut funktioniert hat. Kein Film, der zu wahren Stürmen der Begeisterung führen wird, schon allein weil er in seiner Geschichte in die Klischees verfällt, die er eigentlich offen legen will, doch in der Summe doch annehmbar ist und gute Unterhaltung bietet.


Donnerstag, 02.04.09


Tricks“ (Sat 1, 20.15 Uhr)

Tricks“ funktioniert erstaunlich gut, und zieht seinen Charme vor allem aus seinem Hauptdarsteller. Es ist immer wieder erfreulich Cage mal nicht in einem simplen Actioner zu sehen. Seine Verkörperung des neurotischen Roy ist humorvoll, ohne sich auf plumpe Art und Weise über seinen Charakter lustig zu machen. Zudem kann der Film gegen Ende mit einer überraschenden Wendung aufwarten, die zu Gefallen weiß.


The Scorpion King“ (Vox, 20.15 Uhr)

Ach, bei all den Prequels und Sequels rund um Sommers wunderbaren Sommerhit „Die Mumie“ hat sowieso schon jeder den Überblick verloren. Dieses Prequel zum Sequel kann man sich ansehen, sollte man aber nicht. Und das sich mir hinterher keiner beschwert, ich hätte ihn nicht gewarnt. Und wem es doch gefallen hat, der kann dann ja in die Videothek gehen und sich noch The Scorpion King 2: Aufstieg eines Kriegers“, ein Prequel zum Prequel vom Sequel, besorgen. - Und nun hab ich schon wieder den Überblick verloren...


Der Flug des Phoenix“ (Das Vierte, 20.15 Uhr)

Dann doch lieber den Abend mit einem wahren Klassiker verbringen. Sand und Wüste gibt es bei diesem Film immerhin auch. Und einen tollen James Stewart.


Freitag, 03.04.09


Exorzist – Der Anfang“ (RTL II, 22.35 Uhr)

Prequel zum „Exorzisten“ mit Stellan Skarsgård in der Hauptrolle. Im Übrigen hat man diesen Film zwei mal gedreht. Der ursprüngliche Film „Dominion: Exorzist - Der Anfang des Bösen“ (auch mit Skarsgård in der Hauptrolle) fiel jedoch beim Studio durch, so dass man einfach mit neuem Regisseur von vorn angefangen hat. Viel genutzt hat es nicht, in der Summe ein akzeptabler Film, mehr aber auch nicht.


Der Schakal“ (RTL II, 00.55 Uhr)

Wer auf die Idee gekommen ist „Pretty Man“ Richard Gere als harten Kerl zu besetzten, sollte sich mal hinterfragen. So bin ich auf Seiten von Bösewicht Bruce Willis, und würde es nicht im Drehbuch stehen, Lusche Gere hätte gegen McClane nicht den Hauch einer Chance. Ach ja, ist ein (ziemlich mieses) Remake.


Samstag, 04.04.09


Ey Mann, wo is' mein Auto?“ (RTL II, 20.15 Uhr)

Ey Mann, wo ist der gute Film?


Der Untergang“ (BR, 21.20 Uhr)

Bruno Ganz als Führer. Eigentlich wollte ich mir den die ganze Zeit, nun da ich nicht mehr nur C.H., sondern C.H. B.A. bin (Hust!), noch mal hinsichtlich seiner qualitativen Güte ansehen. Leider konnte ich mich bislang noch nicht aufraffen, so bleibt es bei der Erstsichtung damals im Kino.


Sein Name ist Mad Dog“ (Kabel 1, 01.20 Uhr)

Wer den Film noch nicht kennt, sollte vielleicht mal überlegen die Aufnahme zu programmieren. Eine vorsichtige Empfehlung meinerseits also. Regisseur John McNaughton („Wild Things“) entwirft eine im Grund ganz sympathische Gangster-Komödie, die ihre Charaktere gegen den Strich besetzt: Robert de Niro als weinerlichen Cop, sowie Bill Murray als harten Mafiosi. Dazu gibt’s eine hübsche Uma Thurman, sowie einen harten David Caruso.


Sonntag, 05.04.09


Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter“ (RTL, 20.15 Uhr)

Sonntag der Free-TV Premieren: Zuerst im Angebot: Drachen-Fantasy, die jedoch seinerzeit bei den Kritiken durch die Bank weg durchgefallen ist. Genre-Freunde können jedoch sicher einen Blick riskieren. Eine ausführliche Review gibt’s beim benachbarten Kollegen.


World Trade Center“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Und dann hätten wir da noch Oliver Stones Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Trauma 11. September. Auch diesem Film mit Nici Cage in der Hauptrolle sind nur durchwachsene Kritiken beschieden gewesen. Ich werde ihn mir aber auch Interesse trotzdem ansehen.


About a Boy oder: Der Tag der toten Ente“ (RTL II, 20.15 Uhr)

Ich muss gesehen, dass ich diesen Film irgendwie mag. Woran das liegt, weiß ich eigentlich auch nicht so genau. Wie dem auch sei, der Film ist auf jedenfalls sehenswert und hat seine sehr starken Momente.


Hostage“ (Pro 7, 22.40 Uhr)

Bruce Willis in einer weiteren Variation seiner Parade-Rolle als Polizist, der einfach nur seine Ruhe haben will, dann aber die Kohlen mannhaft aus dem Feuer holt. Routinierte Unterhaltung, die es nicht braucht, aber auch nicht schadet. Auf jeden Fall keine Konkurrenz für „Die Hard“.


Die Blechtrommel“ (ARD, 00.05 Uhr)

Ich hab es bis heute nicht auf die Reihe bekommen Volker Schlöndorffs Verfilmung des berühmten Romans von Günter Grass anzusehen. Einer der Klassiker des deutschen Films. Wird aufgenommen, dann kann er mir nicht mehr weglaufen.


Taxi Driver“ (Kabel 1, 00.10 Uhr)

Und da ist er nun, wahrscheinlich Scorseses bester Film. Dafür hätte er den Oscar bekommen müssen. „Die Kraft des Geistes auf dem falschen Weg“ mit diesen Worten, die ich sehr passend finde, hat Scorsese den Charakter von Travis Bickle beschrieben, der sich in dem im Moloch Metropole spielenden „Taxi Driver“ einem Strudel ambivalenter Moral ausgesetzt sieht. Meisterwerk, Klassiker und potentieller Konsens-Film (Was die Rezeption angeht).



Und wer meinem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Donnerstags beim Zeitverschwender, Samstags bei From Beyond und Hard Sensations (vielleicht), sowie Sonntags bei Duke's Movieblog (vielleicht) und Blockbuster-Entertainment.


A Closer Look: "This Magic Moment"


"This magic moment/ So different and so new/ Was like any other/Until I met you/ And then it happened/ It took me by suprise/ I knew that you felt it too/ I could see it by the look in your eyes."


David Lynchs „Lost Highway“ ist ein Kunstwerk von einem Film, das auf diesem Blog schon (zu recht) mit einer ultimativen Lobhudelei bedacht worden ist. So faszinierend das Suchen nach einer schlüssigen Interpretation der Bilderwelten Lynchs auch sein mag, so können Filme von David Lynch doch auch stets als ein sich ausschließlich auf der audiovisuellen Ebene abspielendes Erlebnis wahrgenommen werden, welches man ohne Probleme aus dem übergeordneten Kontext lösen kann. Das ist - zumindest für mich – das Faszinierende an David Lynch: Seine Filme überzeugen auf der inszenatorischen Ebene ebenso gut, wie auch auf der inhaltlichen. Natürlich ist die Trennung dieser beiden Ebenen an dieser Stelle nur ideeller Natur, schlägt doch das Lyncheske Spiel mit Codierungen jeglicher Couleur stets die Brücke zur inhaltlichen Interpretation. Und so wimmelt es auch in „Lost Highway“ nur so vor versteckten Andeutungen und Symbolen, die gleichzeitig auch oftmals wahrhaft magische Momente des Kinos sind. So auch in jener Szene, als der Mechaniker Pete zum ersten mal auf seine Femme Fatale (verkörpert von der wunderbaren Patricia Arquette) trifft. Lynch zitiert im Zuge von "Lost Highway" direkt (In dieser Szene), wie im allgemeinen Hitchcocks, „Vertigo“, in welchem Hitchcock zum Einen Kim Novak einen auslösenden Moment anziehend-zerstörerischer Wirkung auf James Stewart angedeihen lässt, und zum Anderen mit einem imaginären Wunschbild des Mannes spielt, dass dieser von seiner Femme Fatale entwickelt. Beides greift David Lynch in „Lost Highway“ auf und veredelt diese Motive in einer Sequenz die nicht nur im metaphorischen Sinne einen magischen Moment evoziert, sondern in diesem Fall, wie könnte es passender sein, auch als eben solcher besungen wird. Um tief in die Welt des Lynchesken einzutauchen, folge man einfach der blond gelockten Arquette, Inbegriff einer Femme Fatale.


Quellennachweis: Screenshot aus "Lost Highway". © by October Films, CiBy 2000, Asymmetrical Productions, Lost Highway Productions LLC


TV-Empfehlungen für die Woche vom 23.03.09 - 29.03.09

Montag, 23.03.09


Pretty Woman“ (Sat 1, 20.15 Uhr)

Richard Gere und Julia Roberts. Julia Roberts und Richard Gere. Nun ja, mein Fall ist der Film mit Sicherheit nicht, doch kann ich durchaus mit dem Streifen leben. Denn für das, was diese Romanze sein will, ist der Streifen exzellent gemacht. Es gibt immerhin einen Grund warum jeder „Pretty Woman“ kennt, während unzählige Filme ähnlicher Machart schnell in Vergessenheit geraten.


U-571 – Mission im Atlantik“ (Kabel 1, 20,15 Uhr)

Mir ist nicht ersichtlich, was man in diesem offensichtlich „Das Boot“ - Klon finden kann. Finde den in allen Belangen mehr als durchschnittlich, und das Bon Jovi aus schauspielerischer Sicht kein Grönemeyer ist, wird auch offensichtlich. Ne, da muss man echt nicht einschalten.


White Noise“ (ZDF, 22.15 Uhr)

Ist sogar, wenn ich mich nicht irre, eine TV-Premiere. Scheint aber nicht überzeugend zu sein, der Film. Die Kritiken sind doch eher mau. Man halte sich zur weiteren Orientierung einfach an den Wertungs-Spiegel von Moviepilot.


Urteil von Nürnberg“ (ARD, 01.10 Uhr)

Die Aburteilung der verbliebenen Nazi-Größen in den Nürnberger Prozessen darf natürlich auch im Film nicht fehlen. Ich selber habe den Film noch nicht gesehen, aber Kollege fincher zeigt sich begeistert: "Das Urteil von Nürnberg" ist mit seiner künstlerisch gelungenen Kinematographie, überragenden Darstellern und einem Schuss wertvollem Anspruch ein wahrlich bewegender, mitreißender, gewichtiger und vor allem immer aktuell bleibender Gerichtsfilm, der konsequent und sachlich - ohne die üblichen Gut/Böse-Klischees - eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte und deren Beweggründe skizziert." - Wird aufgenommen.


Dienstag, 24.03.09


Black Widow“ (NDR, 23.00 Uhr)

Willem Dafoe spielt die Hauptrolle, und ich sehe den Mann sehr gerne. Aber selbst die TVMovie, die sonst jeden Dreck toll findet, ist der Meinung der Film sei scheiße. Nun gut, wie heißt es so schön? No risk no fun...


Mittwoch, 25.03.09


Gangs of New York“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Das Martin Scorsese bei diesem Film gescheitert ist, kann man ruhig sagen. Scorsese verzettelt sich bei der Besetzung der Rollen (vor allem Diaz), sowie bei der letztlichen Umsetzung, die außer einigen großen Bildern, wenig zu bieten hat. Nichts desto trotz ist es aber auch so, dass selbst ein gescheiterter Scorsese immer noch irgendwo sehenswert bleibt.


Rock Star“ (BR, 23.40 Uhr)

Mark Wahlberg als Rock Star? Kann das gut gehen? Ich werde mir ein Bild machen.


Donnerstag, 26.03.09


Die Liga der außergewöhnlichen Gentelmen“ (Vox, 20.15 Uhr)

Wenn selbst ich bemerke, wie grottig da eine Moore-Vorlage umgesetzt worden ist, wie es ein Ding der Unmöglichkeit sein kann, dass der Comic so schlecht ist, wie der Film dann muss einiges im argen sein. Was muss sich da Flo eigentlich erst bei dieser Vergewaltigung des Comics denken? Ich spekuliere auf eine Wertung im Bereich von -5. Nein, im Ernst: Schaut euch bloß nicht diesen Mist an und vergebt Connery sein Mitwirken bei dem Teil.


Ich glaub', ich steh im Wald“ (RTL II, 03.00 Uhr)

Flo attestiert dem Film Kultstatus: Weshalb der Film besonders gut funktioniert, ist sein Soundtrack und allen voran der Nostalgie-Faktor bei seinem Schauspielerensemble. Sicher eine der gelungensten Komödien der achtziger Jahre und zurecht mit Kultstatus.“ - Wird aufgenommen, was auch sonst bei der Uhrzeit?


Freitag, 27.03.09


Dragonheart“ (Vox, 20.15 Uhr)

Kommt gefühlt auch alle paar Tage im Fernsehen. Macht aber nichts, denn der Film ist liebevolle Unterhaltung für die ganze Familie und wird deshalb durchgewunken.


Beowulf“ (Pro 7, 00.10 Uhr)

Christopher Lambert ist Beowulf. B-Movie, der selten überzeugen kann und oftmals einfach nur doof ist. Nein, mein Fall ist es nicht.


Samstag, 28.03.09


Tiger and Dragon“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Man muss sich an diesen Film-Stil gewöhnen, der erst mal für den westlich geprägten Zuschauer ungewohnt ist, aber wenn man sich erst mal darauf eingelassen hat, wird „Tiger & Dragon“ zu einem wahrhaft magischen und faszinierenden Filmerlebnis.


Ring 2“ (Pro 7, 22.25 Uhr)

Super. Nachdem ich das letzte mal, als das Sequel zum ersten „Ring“ mit Naomi Watts lief, die Aufnahme verpennt hatte, werde ich selbige jetzt gleich programmieren. Ich freue mich auf den Film. Erwähnte ich bereits, dass die Naomi Watts eine große ihres Fachs ist?


Sonntag, 29.03.09


Bruce Allmächtig“ (RTL, 20.15 Uhr)

Jim Carrey spielt Gott und vergrößert der Aniston die Titten. Entschuldigung, aber das sagt ziemlich viel über einen Film aus, der lustig sein will, es aber nicht ist. Morgan Freeman ist in diesem Streifen auch so was von verschenkt. Ach, was solls...


Fluch der Karibik 2 (Pro 7, 20.15 Uhr)

Was ich nicht verstehen kann, wie man diesen zweiten Teil, der nicht einmal als eigenständiger Film funktioniert, ernsthaft besser finden kann, als den Abschluss der bisherigen Trilogie. Ich meine, beide Nachfolger hätten (aus künstlerischer Sicht) besser nie gemacht werden sollen, aber dieser zweite Teil ist doch noch im einiges schwächer, als „Am Ende der Welt“.


Good Will Hunting“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Die Geschichte, die dahinter steht, ist natürlich schon längst so etwas wie eine Legende: Damon und Affleck schrieben das Drehbuch, das erst keiner haben wollte, nur um dann hinterher mit einem Oscar dazustehen. Ist aber auch wirklich ein sehr sehenswerter Film, in dem Robin Williams einer seiner besten Leistungen abgeliefert hat.


Citizen Kane“ (ARD, 02.05 Uhr)

Gilt als einer der besten Filme aller Zeiten, in vielen Rankings steht Orson Welles Meisterwerk sogar an erste Stelle, und das auch nicht ganz zu unrecht. Formal, wie inhaltlich ganz ganz großes Kino.



Und wer meinem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Donnerstags beim Zeitverschwender, Samstags bei From Beyond und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Duke's Movieblog und Blockbuster-Entertainment.


Rezension: "Hilde"















Schauspielerin, Sängern, Sünderin - Hildegard Knef. Der erste große deutsche Weltstar nach dem zweiten Weltkrieg. Von den Deutschen selber geliebt und verachtet zugleich. Auf Erfolg folgte oftmals Misserfolg und umgekehrt. Ein Leben wie im Film für den Film, für die Bühne. Schillernd, voller Facetten, eine Karriere im Rampenlicht, die mit dem Tod der Knef im Jahr 2002 ihr Ende fand. Was bleibt sind ihre Filme, ihre Musik und die Erinnerung an jene Frau, die mit ihren biographischen Brüchen geradezu prädestiniert für eine Verfilmung ihres Lebens im Kino scheint. Folgerichtig stellt „Hilde“ nun genau diese Verfilmung der bewegten Vita der Knef dar. Basierend auf der Autobiographie „Der geschenkte Gaul“ hat sich Regisseur Kai Wessel daran versucht das von Maria von Heland geschriebene Drehbuch in einen Film münden zu lassen, welcher der Knef gerecht wird. Als Hauptdarstellerin verpflichtete man Heike Makatsch, die mit dieser Rolle vor allem zweierlei konnte: Entweder endgültig in die Riege der besten deutschen Schauspielerinnen aufzusteigen, oder aber an der Knef grandios scheitern. Und gescheitert sind bei „Hilde“ einige, Makatsch aber, soviel ist sicher, gehört nicht dazu.


Die biographische Verfilmung eines Lebens ist immer ein schwieriges Unterfangen, muss doch zwangsläufig selektiert werden, gerade wenn man sich an so ein bewegtes Leben, wie des der Hildegard Knef wagt. „Hilde“ geht an dieser Stelle den Weg, den zum Beispiel auch ein „Walk the Line“ gegangen ist: Wessel erzählt in seinem Film nicht das ganze Leben der Knef, sondern nur einen Ausschnitt, der von einem besonderem Ereignis im Leben der Protagonistin eingerahmt wird. In diesem Fall ist es der erste Auftritt von Hildegard Knef in der Berliner Philharmonie, der als Ausgangspunkt für die Rückblenden benutzt wird, die durch den Film führen. Routiniert klappert der Film die wichtigsten Stationen ihrer Karriere ab. Die Anfänge im Dritten Reich werden dabei ebenso wenig außer acht gelassen, wie die Rolle der Knef im Volkssturm gegen Ende des Krieges. Inmitten der Trümmer eines zerstören Deutschlands beginnt dann die zweite Karriere der Schauspielerin mit der rauchigen Stimme, bevor sie es zum ersten mal (erfolglos) zu Selznick nach Hollywood verschlägt. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland sorgt sie in der Rolle der „Sünderin“ für einen gesellschaftlichen Aufruhr und kehrt, diesmal mit Erfolg, nach Amerika zurück, bevor sie nach ihrer abermaligen Heimkehr in die Bundesrepublik als Sängerin große Erfolge feiert.


Das Problem, an dem „Hilde“ krankt, ist ohne Zweifel die fehlende Fokussierung auf die eigentliche Aussage, die der Film treffen will. Dem Zuschauer wird diese nämlich nicht, oder nur selten ersichtlich. Zwar bemüht sich Wessel darum, die wichtigsten Ereignisse im Leben von Hildegard Knef in den Vordergrund zu stellen, doch bleibt seine Hilde dem Zuschauer seltsam fremd. Warum Hildegard Knef tut was sie tat bleibt oftmals im Unklaren. Obschon sich der Film vor allem an den Liebesbeziehungen der Knef orientiert, und diese offensichtlich zu seinem roten Faden erkoren hat, bleibt „Hilde“ in weiten Teilen erkennbares Stückwerk. Dies indes vermag nicht weiter zu verwundern: Zu viele wichtige Stationen der Knefschen Karriere werden erstaunlich oberflächlich behandelt, so vor allem ihrer großer Erfolg in den USA nach „Die Sünderin“, und auch diese eigentliche „Skandalrolle“ wird in aller Schnelle abgehandelt. Hinzu kommt, dass Wessel zu seinem Film offensichtlich auch inszenatorisch keinen stimmigen Zugang gefunden hat. Die Parallel-Montage des Erfolgs von Knef nach dem Krieg bei der Premierenfeier zu „Die Mörder sind unter uns“ zu der gleichzeitig stattfindenden Hinrichtung ihres früheren Nazi-Liebhabers Ewald von Demandowsky (Anian Zollner) lässt eine Lesart des Charakters von Knef aufkommen, die so mit Sicherheit nicht impliziert war, und kann paradigmatisch für den doch unharmonischen Tenor von „Hilde“ gesehen werden. Wenig zu überzeugen weiß ebenfalls das Stilmittel zwischen den einzelnen Abschnitten des Films kurze Verse der Knef einzubinden, die in ihrer separierenden Wirkung den bruchstückhaftem Charakter des Films noch zusätzlich verstärken.


Kann „Hilde“ somit auf der rein inhaltlichen Ebene nur eingeschränkt überzeugen, spielt Heike Makatsch diese schwierige Rolle absolut großartig. Stimmlage und Gesang, sowie das gesamte Auftreten von Makatsch machen diesen Film erst wirklich sehenswert. Ihr ist es zu verdanken, dass der Film nicht zu einem wirklichen Reinfall wird. Nein, Heike Makatsch ist an „Hilde“ nicht gescheitert und hat ihre große Chance genutzt, wird aber von dem schwachem Drehbuch eindeutig behindert. Nicht desto trotz ist sie es – und nur sie – die für die glanzvollen und nachhaltigen Momente in diesem Film sorgt. Groß ist etwa die Szene, als sie der prüden und moralisch verstaubten bundesdeutschen Gesellschaft, die in einem scheinheiligen Akt beschlossen hat die Sünderin Knef als „Schande für das deutsche Volk“ zu ächten, den Spiegel mit der Bemerkung vorhält, ob den schon alle vergessen hätten, welche Greuel im deutschen Namen nur wenige Jahre Jahre zuvor begangen worden sind. Aber selbst in dieser an sich gelungenen Szene schwächelt das Drehbuch und verschenkt eine Menge Potential, in dem es den Eindruck vermittelt, dass es bei „Die Sünderin“ nur um zwei nackte Brüste gegangen wäre. Das der Film noch dazu mit Suizid und Prostitution zwei Themen tangierte, die in der Gesellschaft ebenso tabuisiert waren, wird in „Hilde“ jedoch nicht ersichtlich.


Was in der Summe von „Hilde“ bleibt ist ein ohne jeden Zweifel unterhaltsamer Film, doch ist er dies aus den falschen Gründen. Er ist einfach viel zu wenig Hilde, sondern viel mehr Heike. Der Zuschauer wird sich an der Darstellung von Heike Makatsch als Hilde erfreuen, und weniger an der Abbildung des Lebens von Hildegard Knef. Mit anderen Worten: Letztlich sollte man sich den Film wegen der formidablen Performance von Heike Makatsch ansehen, nicht weil es eine Verfilmung des Lebens von Hildegard Knef ist, denn dieses Leben bleibt einem seltsam fremd – Und dies kann wohl kaum im Sinne des Erfinders gewesen sein. - Fazit: 5,5 von 10 Punkten.


Quellennachweis: Abbildungen aus "Hilde". © 2009 Egoli Tossell Film/ MMC Independent, Warner Bros.


Just Noticed: "Grace Kelly. Fotografien "

Sie war nie auf Distanz zwischen sich und den anderen bedacht. Und doch verstummte alles, sobald sie den Raum betrat.“ (Cary Grant)


Diese Woche stand bei mir – unter anderem – ganz im Zeichen „großer Frauen“, so habe ich mir gestern „Hilde“ angesehen (Rezension folgt). Zuvor, am Dienstag ging es dann mit zwei Freunden in die Fotoausstellung zu Grace Kelly, die noch bis zum Sonntag im Theatermuseum Hannover zu sehen ist. Und zu dieser möchte ich an dieser Stelle noch ein paar Worte verlieren. Grace Kelly, die erst vor einiger Zeit hier auf diesem Blog zu „Hitchcocks Super-Blondine“ gekürt worden ist, dürfte den Meisten, meint man die Schauspielerin Kelly, natürlich vor allem natürlich aus den drei Filmen bekannt sein, in denen sie sie unter der Regie des Masters of Suspense brillierte. Aber schon zuvor hatte sie sich durch ihr Mitwirken in „12 Uhr Mittags“ zu einer der beliebtesten Darstellerinnen in Amerika gemausert. Der Gewinn des Oscars für die beste Hauptdarstellerin in „Ein Mädchen vom Lande“ markiert dabei sicher einen der schauspielerischen Höhepunkte ihrer Karriere. Die Rolle ihres Lebens, wenn man es so ausdrücken möchte, war dann aber in der Folge sicher jene als Landesmutter Gracia Patricia von Monaco. Ein bewegtes Leben also, das 1982 durch einen tragischen Unfall zu früh beendet wurde.


Um diese Stationen ihres Lebens geht es in der besagten Fotoausstellung, die auf circa 100 Fotographien die verschiedenen Stadien des Lebens von Grace Kelly beleuchtet. Sind die Fotographien allesamt von beeindruckender Eleganz und voller Anmut (Und definitiv einen Besuch wert), muss leider doch konstatiert werden, dass die Ausstellung an sich erstaunlich wenig aus ihren Möglichkeiten macht, und somit viel Potential verschenkt. Auch wenn die Ausstellung in ihrer Konzeption als Fotoausstellung natürlich darauf baut, dass die Bilder für sich sprechen, wäre es in meinen Augen dennoch unabdingbar gewesen zumindest einige erklärende Texte zur Ausstellung zu offerieren. So aber beschränkt sich die Ausstellung auf das pure zeigen der Bilder, die so jedoch erstaunlich wenig Aussagekraft in sich tragen, und nur durch eine lieblos gestaltetes zweiseitiges Blatt rudimentär mit Titel und Personenangabe ergänzt werden. Einziger Lichtblick in dieser informativen Wüste war ein kurzer Film über das Leben der Kelly, den wir aber auch nur durch Zufall entdeckten. Immerhin war dieser Film dann recht ansprechend, was allerdings nicht das Verdienst der Ausstellung an sich war, ist der Film doch, wie unschwer durch das Senderlogo zu erkennen war, ursprünglich ein Beitrag von 3Sat gewesen. Alles in allem war die Ausstellung somit recht unmotiviert und beliebig angelegt. Gerade hinsichtlich des Wandels von der Schauspielerin Grace Kelly zur Landesmutter Gracia Patricia und ihre damit verbundenen Rolle im Boulevard, hätte es doch so viele gute Ansatzpunkte gegeben. So bleibt doch leider am Ende von der Fotoausstellung Grace Kelly die Erkenntnis, dass diese außer den großartigen Fotos zu wenig zu bieten hatte.


TV-Empfehlungen für die Woche vom 16.03.09 - 22.03.09

Im Rausch der Tiefe“ (Arte, Montag 16.03.09, 21.00 Uhr)

Luc Bessons Tauch-Abenteuer. Soll ja einer seiner guten Film sein. Habe ich immer noch nicht gesehen, wird sich dieses mal aber sicher ändern. Arte sendet in HD (Habe ich nichts von) und natürlich ohne Werbepause (Habe ich was von).


Zabriskie Point“ (HR, Montag 16.03.09, 01.30 Uhr)

Ich glaube das ich noch keinen Film von Michelangelo Antonioni gesehen habe. Für Unwissende wie mich ist HR an diesem Montag dann wohl eine Fundgrube. Neben „Zabriski Point“, eine Hommage an die 68er Bewegung, gibt es an diesem Montag auch noch „Blow Up“ (23.45 Uhr) und „Liebe 1962“ (3.15 Uhr)


Magnolia“ (Kabel 1, Mittwoch 18.03.09, 20.15 Uhr)

Paul Thomas Andersons „Magnolia“ ist nicht nur im Genre des Episoden-Films ein Meisterwerk, sondern kann diesen Titel auch universell für sich beanspruchen. Ganz, ganz großes Kino in dem Tom Cruise eine der besten Leistungen seiner Karriere dargeboten hat.


The Frighteners“ (Vox, Donnerstag 19.03.09, 22.35 Uhr)

Ist als kurzweiliges Grusel-Vergnügen zu goutieren. Macht wirklich Spaß und Michael J. Fox sieht man ja ohnehin gerne.


Jurassic Park 3“ (RTL II, Freitag 20.03.09, 20.15 Uhr)

Steven Spielberg ist nicht mehr als Regisseur dabei, dafür ist Sam Neill wieder mit an Bord. Was die dritte Ausgabe der Dino-Saga aber auch nicht mehr rettet. Ein Film, so unnötig wie beschämend.


The Fog“, (Das Vierte, Freitag 20.03.09, 22.30 Uhr)

John Carpenter's Horror-Klassiker. Atmosphärisch von einer ungeheuren Dichter, können sich da so einige eine Scheibe von abschneiden. Punkt!


Full Metal Jacket“ (RTL II, Freitag 20.03.09, 00.30 Uhr)

Auch wenn Kubricks Beitag zum Vietnam-Trauma der USA – auch nach seiner eigenen Meinung – 10 Jahre zu spät kam, ist seine Ode über die Entmenschlichung des Soldaten immer noch von Relevanz. „Full Metal Jacket“ fristet in vielen Kreisen leider ein Dasein als bierseliger Gröl-Film, indem die ersten 45 Minuten als ganz toll und witzig und die zweite Hälfte als unfassbar langweilig erachtet werden. Das der Film weitaus mehr zu sagen, bleibt dann mit schöner Regelmäßigkeit (so nach dem fünften Bier) auf der Strecke.


The Ring“ (Pro 7, Samstag 21.03.09, 20.15 Uhr)

Naomi Watts ist für mich eine ganze Große. „Mulholland Drive“, natürlich, aber auch hier im Remake des japanischen Horror-Klassikers ist die Frau einfach nur einsame Spitze. Im Übrigen mag ich dieses Remake mehr als das Original.


Conan der Barbar“ (ZDF, Samstag 21.03.09, 23.45 Uhr)

Jaja, damit ist er groß geworden, der Arnie. Und über diese Karriere kann ich immer noch ungläubig mit dem Kopf schütteln. Chapeaux Mr. Schwarzennegger.


John Carpenter's Vampires: Los Muertos“ (Pro 7, Samstag 21.03.09, 00.10 Uhr)

Frage was kann man schon von einem Film erwarten in dem John Bon Jovi als harter Vampir-Jäger agiert? Richtig: Weniger als nichts. Der Film ist ein cineastisches Brechmittel.


Fluch der Karibik“ (Pro 7, Sonntag 22.03.09, 20.15)

War für mich damals – Captain! Jack Sparrow – im Kino ein echter Knaller, auch weil man soviel Entertainment von dem Film nicht erwartet hätte. Tja, hätte man es doch bei diesem einmaligen Abenteuer belassen.


Irgendwann in Mexiko“ (Pro 7, Sonntag 22.03.09, 23.10 Uhr)

Abschluss der Mariachi-Trilogie. Ein ausführliches Review gibt’s beim Kaltduscher. Meine Meinung in einem Satz: Serviert das, was man erwartet und geht somit in Ordnung.



Und wer meinem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Donnerstags beim Zeitverschwender, Samstags bei From Beyond und Harry's Blog , sowie Sonntags bei Duke's Movieblog und Blockbuster-Entertainment.


Kino Vorschau 2009 Vol. 2.: April - Juni

Das zweite Quartal in diesem Jahr rückt näher, und damit ist es Zeit für eine neue Vorschau der mich interessierenden Kino-Starts in Deutschland von April bis Juni. Nachdem ich das in der "Vorschau Januar-März" aufgestellte Pensum tatsächlich geschafft habe, was mich doch ein wenig überrascht hat (Im Moment fehlen nur noch „Watchmen“, sowie natürlich das 8-Oscar Vehikel „Slumdog Millionaire“. Vielleicht gibt es auch noch „Hilde“), gilt es nun in den nächsten drei Monaten fleißig weiter das freundliche Kino von nebenan zu besuchen (Und ganz nebenbei meinen Freunden und Bekannten mit Kino-Empfehlungen weiter auf die Nerven zu gehen). Zur Zeit freue ich mich besonders auf „Illuminati“ (BAMERANG!), sowie „Radio Rock Revolution“. Des Weiteren darf man gespannt sein, was der neue „Terminator: Salvation“ so zu bieten hat. Die größte Neugier bringe ich zu Zeit Sam Raimis Rückkehr ins Horror-Genre entgegen. Leider gibt es zu "Drag me to Hell" im Moment weder ein Poster, noch bewegte Bilder, aber das wird sich ja wohl bald ändern. Last but not least bitte ich in den Kommentaren um Anmerkungen und Ergänzungen, sollte ich etwas Entscheidendes bei den Neustarts April-Juni übersehen haben. Ach ja: Zu den Trailern gelangt man wie immer durch den Klick auf das jeweilige Poster.









TV-Empfehlungen für die Woche vom 09.03.09 - 15.03.09

Vertical Limit – In größter Gefahr“ (ZDF, Montag 09.03.09, 22.15 Uhr)

Sagen wir mal so: Campbells Bergsteiger-Abenteuer unterhält gut. Sogar sehr gut. Sicher, es gäbe im Detail einiges zu kritisieren. Aber was solls? Der Berg ruft!


Verdammt in alle Ewigkeit“ (BR, Dienstag 10.03.09, 23.25 Uhr)

Gewann 8 Oscars, unter anderem wurde in der besten Nebenrolle Frank Sinatra ausgezeichnet. Ist einer der sehenswerten Filme der amerikanischen Kriegsfilme aus den fünfziger Jahren. Man darf also gerne einschalten.


Das geheime Fenster“ (Kabel 1, Mittwoch 11.03.09, 20.15 Uhr)

Gerät der Anfang noch ganz annehmbar, geht diesem Mysterie-Streifen nach Stephen King mit zunehmender Spielzeit die Luft aus. Auch Depp kann da nichts mehr retten, wenn der Film in seiner selbstgesponnenen Beliebigkeit versandet. Gerade das Ende ist so zwanghaft auf originell gebügelt, dass es sich ins krasse Gegenteil verkehrt.


Final Destination“ (Kabel 1, Mittwoch 11.03.09, 22.10 Uhr)

Der doch sehr konstruierte Todes-Tanz macht Spaß, unterhält, und ist von Zeit zu Zeit sogar ein wenig originell. Hebt sich erfrischend vom Genre-Einerlei ab.


12 Monkeys“ (SWR, Mittwoch 11.03.09, 23.00 Uhr)

Ich schrieb zu dem Film am 20.01.09:Terry Gilliams verwirrend-beeindruckende Sci-Fi-Dsytopie. Moderner Klassiker, den man Gesehen haben muss – Läuft nun zum wiederholten Male im Fernsehen, da aber „12 Monkeys“ bei jeder erneuten Sichtung besser wird, vermag dies nicht weiter zu stören. Daran erkennt man im Übrigen wahre Meisterwerke.“ - Tja und da der diese Woche schon wieder zwei mal im Fernsehen kommt, ist er nun definitiv der beste Film aller Zeiten. Die spinnen, die Öffentlich-Rechtlichen....


Die Ritter der Kokosnuss“ (Arte Donnerstag 12.03.09, 21.00 Uhr)




Die drei Tage des Condor“ (Das Vierte, Freitag 13.03.09, 20.15 Uhr)

Unter der Regie von Sydney Pollack entstand ein routiniert inszenierter und spannender Thriller, dessen Sichtung lohnt. Ist einer der wenigen Film mit Robert Redford, die ich mag. Das will schon was heißen.


Exit Wounds“ (RTL II, Freitag 13.03.09, 22.05 Uhr)

Es soll ja durchaus Leute geben, die Steven Seagal gerne sehen. Und diese sagen mir dann immer, dass dieser Film ja nicht so schlecht sei. Das mag sein, ich lehne trotzdem dankend ab, wünsche aber allen anderen viel Spaß.


Wer früher stirbt ist länger tot“ (BR, Samstag 14.03.09, 20.15 Uhr)

Leider immer noch nicht gesehen. Aber diesmal. Aufnahme wird sofort programmiert. Man hört ja eigentlich nur lobende Stimmen zu dieser Komödie.


The Day After Tomorrow“ (RTL, Sonntag 15.03.09, 20.15 Uhr)

Roland Emmerich's Katastrophen-Vehikel. Ich muss ja gestehen, dass ich den immer mal wieder ganz gerne sehe. Ich finde die Protagonisten sympathisch, die Effekte gelungen. Kann man meiner Meinung nach gut mit leben.


Foxy Brown“ (Das Vierte, Sonntag 15.03.09. 23.10 Uhr)

Klassiker des Blaxploitation-Kinos mit Pam Grier in der Hauptrolle. Wer wissen will, warum Tarantino die Dame in „Jackie Brown“ besetzt hat, der schaut hier mal rein.



Und wer meinem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Donnerstags beim Zeitverschwender, Samstags bei From Beyond und Harry's Blog , sowie Sonntags bei Duke's Movieblog und Blockbuster-Entertainment.


Rezension: "Gran Torino"















Meine Rezension zu Clint Eastwoods „Der fremde Sohn“, der als erster der beiden in diesem Jahr unter der Regie von Clint Eastwood anlaufenden Filme in die deutschen Kinos kam, beschloss ich mit den Worten: „[...] machen 'Der fremde Sohn' trotz seiner Schwäche zu seinem sehenswerten Film, der jedoch nicht in der Liga von Eastwoods letzten drei Filmen spielen kann.“ Mit seinem Rassismus-Drama „Gran Torino“ hat Clint Eastwood jetzt nicht nur nachgelegt, sondern noch mal in diesem Jahr ordentlich an der Qualitätschraube gedreht. Es ist ohne Zweifel ein sehr persönlicher Film den Eastwood mit diesem Drama gedreht hat. Ein Film, der mit Sicherheit sein eigenes Leben reflektiert, beziehungsweise seine Sicht auf die Welt, vor allem aber eine Auseinandersetzung mit seinen eigenen Filmrollen ist. Eastwood führt an dieser Stelle den Weg weiter, den er einst im Zuge seines Abgesangs auf das Western-Genre mit „Erbarmungslos“ begonnen hatte. Dort war seine Rolle des Bill Munny eine unverstellte und deutliche Abrechnung mit den Mythen und Idealen seines eigenen Rollentypus, den Eastwood in Leones Spaghetti-Western kultivierte – und die ihn schauspielerisch auch groß machte. Die zweite Rolle, die mit Eastwoods Namen automatisch verbunden wird, ist die des Cops Harry Callahan. So wie auch in Eastwoods Western, ist auch „Dirty Harry“ Sinnbild für die Skepsis an der Funktionalität staatlicher Methoden und in gewisser Weise auch Plädoyer für das über das Gesetzt gestellte, eigenmächtige und gewaltsame Handeln, sofern diese Aktionen einer angeblich gerechten Sache dienen. Oder mit anderen Worten: „Dirty Harry“ kann als Statement für Selbstjustiz gelesen werden. Ein Film, der also in seinen intendierten Werten zutiefst konservativ, manche sagen (zu Recht) reaktionär ist, der aber den schauspielerischen Ruhm von Eastwood zementierte. Und wie schon im Falle von „Erbarmungslos“, scheint Eastwood noch nicht am Ende seiner Beschäftigung mit den eigenen Rollen angekommen. Was Erbarmungslos für die die „Italo-Western“ ist, ist „Gran Torino“ in Bezug auf „Dirty Harry“.


Gran Torino“ erzählt von Walt Kowalski (Clint Eastwood). Einem Veteran des Korea-Krieges, der in Detroit jahrzehntelang für Ford gearbeitet hat, und nicht nur seine geliebte Frau zu Grabe tragen muss, sondern auch noch dem Verfall seines Viertels zusehen muss. Zu seinen eigenen Söhnen hat er ein distanziertes Verhältnis, mit seinen Enkeln und deren modernen Lebensgewohnheiten kann er nichts anfangen. Und so verbringt er die Tage damit, Bier trinkend und Zigaretten rauchend auf seiner Veranda zu sitzen, und sein Viertel zu beobachten. Und was er da sieht, das gefällt dem ausgemachten Rassisten ganz und gar nicht. Das Viertel, durch den wirtschaftlichen Niedergang zusehends verarmt, fällt in die Hände von rivalisierenden Straßen-Gangs. In seiner Nachbarschaft ziehen zu seinem Verdruss asiatische Immigranten ein. Diese „Sumpfratten“, wie er sie voller Verachtung nennt, haben in seinen Augen in seinem Viertel nichts verloren. All seine Vorurteile scheinen zunächst ihre Bestätigung zu finden, als der junge Thao (Bee Vang ) eines Tages im Zuge eines Banden-Rituals versucht Walts geliebten 1972er Ford Gran Torino zu stehlen. Walt kann den Diebstahl verhindern, und als er einen Tag darauf noch die Gang von seinem Rasen vertreibt, die Thao dazu zwingen will, erneut bei ihren Machenschaften mitzumischen, wird er quasi aus Versehen zum Helden seiner neuen Nachbarn, von denen er doch so gar nichts wissen will. Nur die Schwester von Thao, Sue (Ahney Her), vermag zu dem verbitterten alten Mann durchzudringen, so dass Walt mit der Zeit einen Schritt auf die ihm eigentlich verhasste fremde Kultur zugeht.


Die Geschichte, die Clint Eastwood an dieser Stelle erzählt, sie ist eine einfache. Ohne viele Wendungen richtet er den Fokus auf die Figur des Walt Kowalski und damit auch auf sich selbst. Es würde zu weit gehen, diesen Film als totale und ultimative Dekonstruktion des Harry Callahan zu verstehen, noch ist es dessen bloße und plumpe Veralberung. Passender wäre es wohl „Gran Torino“ als Eastwoods gekonnte Ironisierung seines eigenen Filmmythos zu bezeichnen. Eastwood hat offensichtlich noch nicht alles zu seiner eigenen Rolle erzählt und er erzählt es in diesem Film, der somit um einiges persönlicher ist, als es „Der fremde Sohn“ in diesem Jahr war. Dabei ist der eastwoodsche Charakter keinesfalls eindimensional angelegt, sondern viel mehr in seinem Wesen höchst ambivalent, zwischen Rassisten und weichem Kern pendelnd. Der Zuschauer vergisst schnell, und das ist auch ganz eindeutig der gewollten Manipulation von Eastwood geschuldet, wem man da eigentlich seine Sympathien schenkt. Das man sich mit diesem Misanthropen und übelsten Rassisten identifiziert, ist ein Automatismus, dem man sich nur schwer entziehen kann.


Und so gefällt sich Eastwood in der ersten Hälfte damit, sein eigenes Film-Image zu ironisieren, dass es eine wahre Freude ist. Der knurrige Blick, das verbissene und finstere Gesicht. Die stetigen Beschimpfungen und Spitzen gegenüber seinen eigenen Verwandten, dem Pfarrer der sich nach dem Tod von Walts Frau seiner annehmen möchte und vor allem gegenüber den zahlreichen Immigranten im Viertel, verkommen schnell zu Phrasen, deren Ernst duch den bewirkten Humor in den Hintergrund gerückt wird. Und so werden rassistische Beschimpfungen zu kleinen Neckereien unter Freunden, so nennt ihn sein Friseur stets „dreckiger Pollacke“, während Walt diesen als „Spaghetti-Fresser“ tituliert. Das dies ein schmaler Grat ist, dass sich Eastwood in diesem, seinen Film wenig um politische Korrektheit schert, steht außer Zweifel. Gleiches gilt für den Zuschauer, der in diesem Film ob des schrulligen Kowalski häufig und laut lachen wird. Dass dabei über einen Mann gelacht wird, dem Sätze wie "Ich schieß' euch ein Loch ins Gesicht und schlaf' danach wie ein Baby" völlig ernst sind, bleibt in diesem Stadium des Films gekonnt im Hintergrund. Dass sich die zweite Hälfte dann mit der Läuterung dieses Mannes beschäftigt, die Khartasis zum letztendlichen Ende geführt wird, mag man als konstruiert und arg simpel erachten, und ist seiner Dramaturgie ganz sicher nicht besonders innovativ, doch ist es letztendlich das, was Eastwood mit diesem Film sagen möchte: So ist „Gran Torino“ in seiner Intention eben auch Absage an die Ideale eines Callahan. Die martialische und selbstlegitimierte Geste des bewaffneten Mannes verkommt zu einer mit Trommelwirbeln unterlegten ironisierten Metapher. Die Gewalt, die Kowalski in diesem Film eigenmächtig für eine gute Sache einsetzt, schlägt voll auf die zurück, die er schützten wollte. Kowalski kommt mit den Methoden eines „Dirty Harry“ nicht zum Ziel – Was du sähst, wirst du ernten – sagt Eastwood in diesem Film. Am Ende rüstet sich der alte Haudegen zum letztem Gefecht. Doch in „Gran Torino“ sind es am Schluss die staatlichen Institutionen, die gebraucht werden, um der Situation Herr zu werden.


Eastwood spielt seine Rolle mit einer Eindringlichkeit, die an der Wichtigkeit, die er „Gran Torino“ offensichtlich selber beigemessen hat, keinen Zweifel lässt. Eine ganze Reihe unbekannte Darsteller, allen voran natürlich Bee Vang und Ahney Her, helfen dem Film über seine eigentlich einfache Handlung, und verschafft ihm eine Komplexität, die dem Thema Rechnung trägt. „Gran Torino“ ist ein Film, der in seinem Inszenierungsstil für einen Eastwood im Vergleich zu seinen letzten Werken, relativ locker ist, dabei jedoch viel zu sagen hat: „Gran Torino“ wirft einen ehrlichen Blick auf das heutige Amerika. „Gran Torino“ nimmt sich der Problematik des Rassismus und den Auswirkungen der Spirale der Gewalt an. „Gran Torino“ ist ein Film über Einsamkeit. Und natürlich ist „Gran Torino“ Eastwoods kritische Reflexion des eigenen kreativen und künstlerischen Schaffens im Herbst einer langen Karriere. Eastwood hat bereits angedeutet, dass dies seine letzte Hauptrolle gewesen sein könnte. Und auch wenn Eastwood seinen Kowalski oft mit einem Augenzwinkern versieht, und der Zuschauer dies mit einem Lachen goutiert, ist man nicht davor gefeit sentimental zu werden, wenn der alte Mann am Ende von „Gran Torino“ die ersten melancholischen Töne des Abschluss-Songs anstimmt. - Fazit: 9 von 10 Punkten.


Quellennachweis: Abbildungen aus "Gran Torino". © 2008 Warner Bros. Ent.


Vorschau: Zweiter Trailer zu "Star Trek"

Gestern im Kino lief der erste kurze Teaser zum kommenden Star Trek – Film „Star Trek“ Und als die Kamera langsam über das legendäre Raumschiff fuhr, kam bei mir tatsächlich so etwas wie ein bisschen Vorfreude auf. Und das, obwohl ich den ersten richtigen Trailer natürlich schon gesehen hatte, der bei mir nicht so gut ankam und eher Skepsis auslöste. Diese Vorfreude hat nun gerade mal eine ganze Nacht gehalten. Eben sah ich bei Equilibrium, dass nun der nächste Trailer zum neuesten Abenteuer erschienen ist. Und wie sagte der Kollege so schön: „Nein, das möchte ich nicht!“ Ich möchte mich diesem Statement einfach nur anschließen. Das gefällt mir alles ganz und gar nicht und ich gebe mich nun der utopischen Hoffnung hin, dass die einfach nur zu blöd waren einen vernünftigen Trailer zu produzieren. Ich harre also den Dingen die da kommen mögen, und werde die Zeit bis zum Kinostart (Mai) dazu nutzen in einem „Kurz & Knackig“ - Spezial eine Retrospektive der bisherigen Leinwand-Abenteuer des Franchise zu erstellen.


Quelle: TrailerAddict


Rezension: "Der Vorleser"














Bernhard Schlinks Roman „Der Vorleser“ erschien 1995 und trat einen raschen Siegeszug an. Ein Großteil der Kritiker stand Schlinks Buch äußerst wohlwollend gegenüber und dann gelang dem Roman etwas, was vor ihm noch kein deutschsprachiges Buch zuvor geschafft hatte: „Der Vorleser“ schaffte es auf Platz 1 der Bestsellerliste der New York Times und wurde so vor allem auch im englischsprachigem Raum ein großer Erfolg. Mittlerweile ist Schlinks Roman sogar in den Schulkanon zahlreicher Bundesländer aufgenommen, so dass sich tausende von Schülern in ganz Deutschland, ob sie nun wollen oder nicht, mit Schlinks literarischer Auseinandersetzung mit dem Holocaust und dem schwelendem Generationenkonflikt zwischen Kindern und Eltern im Spannungsfeld von Schuld und Sühne beschäftigen müssen. Die Entscheidung von Bernhard Schlink in seiner Geschichte die Perspektive der Täter und nicht der Opfer zu thematisieren, ist von einigen Kritikern scharf angegriffen worden. Gleiches gilt sowohl für sein Konzept der in die Geschichte eingewobenen Love-Story, als auch für die Tatsache, dass Schlink „seine“ Täterin als Analphabetin zeichnet. Der Roman verharmlose den Holocaust, führe zu einem Relativieren der deutschen Schuld und sei somit Geschichtsverfälschung par exellance, da Schlink den Leser zu einer Identifikation mit den eigentlich Schuldigen zwingen würde. Aber relativiert Mitleid wirklich Schuld?, Relativiert Verständnis (Im Sinne von "nachvollziehen können", nicht im Sinne von "die Meinung teilen") Schuld? Versucht Schlink in diesem Roman also Auschwitz und die deutsche Schuld zu relativieren?


Ich sage entschieden und eindeutig: Nein! Wahr ist, dass Schlink durch das Stilmittel den Roman durch die Augen von Michael Berg zu erzählen, in der Tat Sympathie für Hanna beim Leser weckt, der quasi automatisch die Rolle von Michal einnimmt. Doch durch diese empathischen Empfindungen von Seiten des Lesers gelingt Schlink in der Folge etwas sehr wichtiges: Er evoziert nämlich die erschreckende Erkenntnis, dass es für die Greuel unter dem NS-Regime eben nicht unbedingt des verblendeten Antisemiten, Rassisten und Ideologen bedurfte. Die Täter waren in den meisten Fällen „ganz normale“ Männer und Frauen. Eine Erkenntnis, die eine sehr unangenehme Tatsache zu Tage bringt: Dadurch nämlich, dass Schlink die Täter aus dem diabolischen Dunstkreis des Bösen löst, zerstört er den Mythos der angeblichen Unwiederholbarkeit von Völkermorden. Wer nun aus der Figur Hanna Schmitz einen Geschichtsrevisionismus interpretieren möchte, der begeht einen entscheidenden Denkfehler in der Rezeption des Romans, weil er nämlich in einer Form des fehlgeleiteten Automatismus ein Beispiel auf der Mikroebene (Hanna Schmitz) per se auf die Makroebene (Holocaust) bezieht. Dies aber ist zurückzuweisen, denn auch wenn Hanna als Figur zum nachdenken anregt, steht sie nicht repräsentativ für die gesamte Tätergruppe. Mal abgesehen davon, dass auch Hanna Schmitz als Individuum nicht zum relativieren taugt. Sie ist schuldig geworden. Schuldig im juristischen Sinne, wie vor allem auch im moralischen Sinne und so kann auch ihr Analphabetismus keine Entschuldigung sein.


Diesen nutzt Schlink für die zweite gesellschaftlich relevante inhaltliche Säule seines Romans. Der Analphabetismus von Hanna Schmitz zum Einen als Kulminationspunkt weitreichender Gedankenspiele um Schuld und deren Reichweite, sowie letztlich zum Anderen auch als Mittel um ein gesellschaftliches Bild vom Nachkriegsdeutschland der fünfziger und sechziger Jahre zu skizzieren. Ein Land, in dem es im Dunstkreis des drohenden Kalten Krieges, des Wiederaufbaus und dem Wunsch des Vergessens, scheinbar ausreichte einige Wenige für die Verbrechen im Nationalsozialismus zu bestrafen und dann zur Tagesordnung überzugehen. Der Roman entfaltet in diesem, seinen zweiten Abschnitt, seine eindrücklichste Wirkung, zeigt er doch den jungen Studenten Michael Berg erst als selbsternannte Spitze einer aufstrebenden Avantgarde, die den Anspruch erhebt die Schuld der Elterngeneration aufzudecken und zu sühnen. Die Gedanken und Probleme, im Verbund mit den emotionalen wie juristisch motivierten Zwiespalt, den Schlink durch Michael erzählt, wissen viel über den Generationenkonflikt in Deutschland zu berichten, der dann ja bekanntlich auch in die 68er Bewegung mündete.


Der Leser mag sich jetzt vielleicht fragen, warum der Roman in dieser Besprechung so viel Platz eingeräumt bekommt, wo es doch eigentlich um den Film gehen soll. Die Antwort auf diese Frage ist jedoch ganz einfach: Wer den Roman auf Grund der im vorigen thematisierten potentiellen Kritikpunkte verdammt, wird auch den Film nicht mögen. Ich würde sogar behaupten, dass er den Film noch viel weniger mögen wird, hat dieser doch in gewisser Weise die verstärkende Wirkung eines Brennglases, aber dazu später mehr. Wer hingegen Schlinks Roman als interessante und gelungene Beschäftigung mit wichtigen Themen ansieht, der wird Stephen Daldrys Verfilmung zumindest akzeptabel finden. Es war wohl sowieso nur eine Frage der Zeit bis dieser international so erfolgreiche Roman seine Adaption auf Zelluloid erfährt. Im Rückblick betrachtet muss man wohl froh sein, dass sich Nicole Kidman aus der Produktion wieder zurückgezogen hat, so war der Weg frei für Kate Winslet, die - flankiert von Ralph Fiennes und David Kross - in diesem Jahr dann auch endlich ihren ersten Oscar bekam. Ob das nun unbedingt für diese Rolle hätte sein müssen, brillierte sie in diesem Jahr doch auch im wunderbaren „Zeiten des Aufruhrs“, sei an dieser Stelle mal offen gelassen.


Ist der Film in den ersten Minuten eine sehr getreue Adaption des Romans, ändert sich dies mit zunehmendem Verlauf. Die von mir bereits thematisiere Wirkung des Brennglases ist wohl Wasser auf die Mühlen jener Kritiker, die den Stoff als revisionistisch brandmarken. Dies liegt ohne jeden Zweifel daran, dass Daldry den Fokus der Geschichte zunehmend auf Hanna legt, was Kritiker der Geschichte dazu veranlassen werden, einen Relativismus zu konstatieren, der noch stärker durchscheint als er es im Roman ohnehin schon tun würde. Dies hat zuvorderst auch mit dem Verlust der Ich-Perspektive aus dem Roman zu tun, die so im Film nicht adaptierbar war. Stattdessen beginnt der Film nun im Berlin des Jahres 1995 und erzählt die Ereignisse in der Rückblende: Wie der junge Michael Berg eines Tages auf der Straße von Hanna aufgelesen und nach Hause gebracht wird, als ihm schlecht ist. Wie er nach seiner Krankheit wieder zu ihr kommt, wie er ihr verfällt, wie er sich in die ältere Frau verliebt. Bist dahin ist der Film/Roman durchaus eine nicht ungewöhnliche Comig of Age Story. Doch eines Tages ist Hanna verschwunden und Michael sieht sie erst Jahre später als Student in einem Gerichtsaal als Angeklagte wieder, als ihre Verbrechen als Angestellte der SS verhandelt werden.


Gelingt es Daldry den ersten Teil des Romans mühelos abzubilden, verliert der Film in seiner zweiten Hälfte eindeutig den Fokus. Die weitgehenden Reflexionen von Michael um Schuld, Moral und deren Reichweite fallen zum großen Teil unter den Tisch. Es gibt nur wenige Szenen, wie zum Beispiel die aufgeheizte Debatte von Michael und seinen Kommilitonen im Seminar, die etwas von den gesellschaftlichen Konflikten der Zeit abzubilden vermögen. Eingeschränkt gelingt dies auch noch im Gerichtsaal, wenn mit ekelhafter Eindringlichkeit gezeigt wird, wie einfach es doch ist einige Wenige zu verurteilen und den großen Rest mehr oder weniger aus der Verantwortung zu entlassen. Eine schöne Szene auch, als Hanna den vorsitzenden Richter fragt, was er denn an ihrer Stelle gemacht hätte. Und es darf spekuliert werden, warum der Richter im Film stumm bleibt, während er im Buch antwortet. Jedenfalls zeigt diese Szene eindrücklich um die Schwierigkeit des richtigen Verhaltens, welches Mut erfordert, wo eben dann auch zu Viele versagen mit der Folge, dass sie Schuld auf sich laden. Wenn aber, und diesen Vorwurf muss sich der Film gefallen lassen, der Fokus von der innerlichen Zerrissenheit des Studenten Michael auf Hanna zentriert wird, zerfasert Schlinks Vorlage zusehends zu einer tragischen Liebesgeschichte. Hanna wird auch im letztem Abschnitt des Films fälschlicherweise zur zentralen Figur, wenn ihr Leben im Gefängnis gezeigt wird. Ein Leben, was im Buch nur durch die Augen von Michael erzählt wird, hier aber eine Eigenständigkeit erlangt. Das Daldry dann noch in der Szene des letzten Auseinandertreffens zwischen Michael und Hanna die Kurve kommt, muss als großes Glück bezeichnet werden: Zeigt sich doch an dieser Stelle die moralische Leerstelle, die Hanna in sich trägt, nämlich das Scheitern des Erkennens der eigenen Schuld. Der Film ist an dieser Stelle bedeutend härter als der Roman, so als ob Daldry eingefallen wäre, dass er bislang seine Hanna zu weich gezeichnet hätte.


Dies liegt auch an Kate Winslet, die in gewisser Weise vielleicht einfach auch nur zu schön für diese Rolle gewesen ist. Zwar versucht sie zu Beginn ab und an die Kälte zur Schau zu stellen, die im Roman so charakteristisch für Hanna ist, doch gelingt ihr das nur selten, auch weil Daldry seine Hanna an Stellen weinen lässt, an denen im Roman keine Tränen fließen. Erst im Zuge des Prozesses gelingt es Winselt Hanna mit der Ambivalenz zu verkörpern, die ihrer Rolle angemessen ist. David Kross schließlich ist zwar kein Totalausfall, kann sich aber gegen seine ominpräsente Kollegin nicht behaupten. Das ist im ersten Abschnitt des Films noch nicht weiter zu bemängeln, im zweiten wird es aber umso ärgerlicher, da er sich da mehr in den Vordergrund hätte spielen müssen. Besser zu gefallen weiß da Ralph Fiennes, der den Film einleitet und beendet und in seiner Verkörperung des erwachsenen Michael ganz gut erahnen lässt, was die Zeit mit Hanna in ihm angerichtet hat. Alles in allem ist „Der Vorleser“ im großem und ganzem eine gelungene Adaption des Romans mit einer stellenweisen tollen Kate Winslet, auch wenn er die Prioritäten verlagert. Am Ende wird sich der Zuschauer dabei ertappen, dass er mit Hanna Schmitz mitfühlt. Dann wird ihm einfallen, dass diese Frau schreckliches getan. Und wenn er dann auf dem Weg nach Hause noch ein wenig über den Film nachdenkt, hat der Film seinen Zweck erfüllt. Leider aber werden sich all die, die schon vorher laut und apodiktisch "Geschichtsverfälschung" gebrüllt haben (Im schlimmsten, aber nicht seltenen Fall ohne den Roman zu kennen), keine Gedanken machen - Sie haben ihr Urteil schon längst gefällt. Aber wer nicht will, der hat bekanntlich schon - Fazit: 7 von 10 Punkten.


Quellennachweis: Abbildungen aus "Der Vorleser". © Senator


Rezension: "Underworld: Aufstand der Lykaner










Als sich Kate Beckinsale vor der eindrucksvollen Kulisse uralter Gemäuer, deren Silhouetten im Lichtspiel des tosenden Unwetters unheilvoll aufleuchteten, in die Tiefe stürzte um als Vampir-Amazone Selene auf die Jagd zu gehen, war der Überraschungshit des Jahres 2003 geboren. „Underworld“, ein gekonnter Mix aus düsterer und stilisierter Gothic-Optik im Verbund mit durchchoerographierter Action traf bei den Zuschauern ohne jeden Zweifel einen Nerv. Vor dem Hintergrund eines blutigen Krieges zwischen der Herrenrasse aristokratischer und dekadenter Vampire einerseits und deren ehemaligen Sklaven, den Werwölfen, andererseits, entspann sich ein Film der sich zwar zuvorderst das Prädikat „Style over Substance“ erwarb, gleichzeitig jedoch aus diesem Stigma eine Tugend machte. In seiner Summe reichte dies mehr als nur aus, um als spaßiger und schicker Actioner mit Vampir-Topic durchgewunken zu werden. Der große Erfolg des Films an den Kassen, führte dann in der Folge zu dem unvermeidlichen Sequel („Underwold Evolution“). Dieses war zwar optisch um einiges schicker als der Vorgänger, stand ihm doch ein weitaus größeres Budget zur Verfügung, erreichte jedoch zu keinem Zeitpunkt den Charme seines Vorgängers. Es scheint eine unumstößliche Konstante zu sein, dass die „Underworld“-Reihe die vorhandenen Möglichkeiten nie in Gänze auszuschöpfen vermag. Verschenkte man im ersten Teil noch einen großen Teil des Potentials der gar nicht mal so uninteressanten Geschichte, machte man sich im Sequel nicht einmal mehr wirklich die Mühe etwas aus den gestiegenen finanziellen Möglichkeiten zu machen. Nichts desto trotz war auch dieser erste Ableger ein Erfolg, so dass die Saga den Gesetzen des Marktes folgend, weitergesponnen werden konnte. Und da Kate Beckinsale keine Lust mehr auf das enge Latexkostüm hatte, machte man aus der Not eben eine Tugend und drehte mit „Underworld: Aufstand der Lykaner“ einfach ein Prequel, welches die Anfänge des Krieges zwischen Vampiren und Werwölfen beleuchtet.


Diese Entscheidung muss nicht zuletzt deswegen als vielversprechend bezeichnet werden, weil sich in den Anfangsminuten des ansonsten misslungenen Sequels „Underworld Evolution“ mehr als eindrucksvoll gezeigt hatte, wie reizvoll, ja wie stimmig der Transfer der Geschichte ins Mittelalter sein kann. Und so dufte man gespannt sein, wie die endgültige Verortung der Geschichte in das dunkle Zeitalter gelingen würde. Das Ergebnis, das kann ohne jeden Zweifel konstatiert werden, ist als ansprechend zu bezeichnen, auch wenn sich auch dieser dritte Teil in der Hinsicht treu bleibt, als dass er sehr viel Potential ungenutzt am Wegesrand liegen lässt. Die erzählte Geschichte greift dabei die Liebesgeschichte zwischen Lycaner-Führer Lucian (Michael Sheen) und Sonja (Rhona Mitra), der Tochter von Vampir-Fürst Viktor (Bill Nighy), auf, die im ersten „Underworld“ in Rückblenden bereits angedeutet wurde. Gewürzt wird diese Romeo & Julia Variation zwischen Vampirin und Werwolf noch durch eine gehörige Portion Klassenkampf. Lernte man im Sequel noch, dass die Lycaner ursprünglich eine wilde Horde von Bestien waren, die die Möglichkeit sich zu verwandeln verloren hatten, tritt nun mit Lucian der Erste einer Blutlinie auf, der sich nach Belieben verwandeln kann. Einst von Viktor am Leben gelassen, ist er der erste unter den Sklaven, die von den Vampiren in der Folge gezüchtet worden sind. Eine Armee von Lycanern, die unter der Peitsche ihrer Herren in den Steinbrüchen schuften und diese am Tag beschützen. Eine Liebe, die nicht sein darf und der Ruf nach Freiheit - Zwei wunderbare Themen um eine epische Geschichte zu erzählen, wenn Regisseur Patrick Tatopoulos dies denn auch versucht hätte.


Das er es nicht versucht hat, sondern viel mehr routinierte Arbeit von der Stange geliefert hat, ist umso ärgerlicher, weil die erzählte Geschichte sowieso schon von Beginn an ein nicht zu leugnendes Problem hat. Jeder, der den ersten Underworld gesehen hat, kennt die Geschichte in und auswendig, weiß um ihr Ende, weiß um die Stationen dahin. Ein wenig mehr Mut zu eigenen Größe hätte „Underworld: Aufstand der Lykaner“ mehr als nur gut zu Gesicht gestanden, gerade um dieses Problem zu kaschieren. Sowohl die Romeo & Julia - Story, als auch der verkappte Spartacus-Ansatz, hätten eine nicht zu knapp bemessene Portion Epik und dick aufgetragenes Pathos gebraucht. Wenn man schon eine opernhafte Optik wählt, dann sollte man sich durchaus auch trauen das volle Orchester zu mobilisieren und erschallen zu lassen. Trauriger Höhepunkt ist die Hinrichtungs-Szene von Sonja, die mit einer solch unbeteiligten Gleichgültigkeit und Schnelligkeit abgefilmt wird, dass es schmerzt. Dabei ist die gesamte Visualisierung mit ihrer düsteren und blauen Optik, den riesigen Sälen, sowie den zahlreichen Skulpturen im steten flackern der Kerzen, wieder ungemein gelungen. Zudem ist bedingt durch das Mittelalter-Thema alles ein wenig dreckiger und kantiger geworden. Der elegant-glänzende Matrix-Style der ersten beiden Teile wird abgelöst durch das Diktat des blanken Eisens des Schwertes und der Armbrust und derer zerstörerischen Wirkung. Härte, Blut und Brutalität sind diesem Streifen noch weniger fremd, als den ersten beiden Teilen, so dass die in den Film eingestreuten Action-Szenen durchaus zu gefallen wissen. Doch leider hält die Geschichte, wie schon erwähnt, mit dieser visuellen Gefälligkeit nicht mit. Ganz zu schweigen vom bedauerlich unpräsentem und unscheinbarem Score, dem an fast allen Fällen der nötige Druck fehlt. Wie wäre es den mal mit einer Verbindung von symphonischen Metal und Oper gewesen, um mal ordentlich auf den Putz zu hauen? Versäumt es der Film somit an diesen inszenatorischen Stellen zu punkten, überzeugt der Film auf einer Ebene, auf der man es eigentlich nicht erwartet hatte.


Denn gerade auf der schauspielerischen Ebene erweist sich die Entscheidung ein Prequel zu drehen, als ausgesprochener Glücksgriff. So können die zwei stärksten Charaktere der Reihe, die am Ende des ersten Teils gestorben sind, und dort auch nur eine Nebenrolle inne hatten, in den Vordergrund treten. Billy Nighy als Viktor und Michael Sheen als Lucian wissen in ihrem ultimativen Duell mehr als nur zu Gefallen. Dort der aristokratische eiskalte Vampir mit bedrohlich blitzenden blauen Augen, der mit Nighy mit offensichtlichem Spaß an der Freude gespielt wird, und da der leidenschaftliche und charismatische Revolutionsführer Lucian, der mit gleicher Verve bei der Sache ist. Es ist erstaunlich wie sehr Rhona Mitra im Zuge des Duells zwischen diesen beiden Männern in den Hintergrund tritt, und in ihrer Rolle eigentlich auf ein paar amazonenhafte Auftritte beschränkt bleibt. Und das erstaunliche dabei: Das vermag ebenso wenig zu stören, wie das Fehlen von Kate Beckinsale, die nur am Ende des Films in einer schönen Zitation der wohl atmosphärisch eindrucksvollsten Szene der Reihe kurz auftaucht. Nighy und Sheen helfen diesem dritten Teil der Reihe über den Wertungs-Durchschnitt und bügeln das aus, was „Underworld: Aufstand der Lykaner“ vom inhaltlichen her ansonsten versäumt hat, indem sie ihre Rollen mit ein wenig Pathos überzeichnen.


Das in „Underworld: Aufstand der Lykaner“ der Vampir-Mythos im Grunde kaum noch eine Rolle spielt, von einigen Ausnahmen mal abgesehen, vermag indes nicht weiter zu stören. Zu Bemängeln ist viel mehr die Story, die wieder mal zu wenig aus dem Potential der Epic Love Story mit revolutionären Spartacus Anstrich macht, sondern teilnahmslos vor sich hin plätschert. Das ist umso bedauerlich, als das mit Nighy und Sheen zwei Mimen am Werke sind, die sichtlich Freude an ihren Rollen haben und die Optik des Films noch dazu mal wieder zu überzeugen weiß. So ist „Underworld: Aufstand der Lykaner“ zwar ein gefälliger Actioner, der noch dazu um einiges runder ist als das Sequel, gleichzeitig aber auch ein Film, der an jenen Stellen viel zu leise und zu schüchtern ist, wo opernhafter Pathos mal wirklich am richtigen Platz gewesen wäre. Dennoch: Freunde der ersten beiden Teile werden auch an diesem drittem Teil Gefallen finden, so sie nicht nicht zu sehr auf Beckinsale als Aushängeschild des Franchise fixiert sind. - Fazit: 6 von 10 Punkten.


Rezension erschienen bei Wicked-Vision


Quellennachweis: Abbildungen aus "Underworld: Aufstand der Lykaner". © Sony Pictures


 
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