Montag, 30.03.09
„Die Braut, die sich nicht traut“ (Sat 1, 20.15 Uhr)
Letzte Woche schrieb ich, dass ich mit „Pretty Women“ sehr gut leben könne, „denn für das, was diese Romanze sein will, ist der Streifen exzellent gemacht. Es gibt immerhin einen Grund warum jeder „Pretty Woman“ kennt, während unzählige Filme ähnlicher Machart schnell in Vergessenheit geraten.“ Tja, und hier sind sie nun wieder: Richard Gere und Julia Roberts. Julia Roberts und Richard Gere, in einem Film ähnlicher Machart, den man schnell vergessen sollte, da es ihn nicht braucht.
„Departed – Unter Feinden“ (ZDF, 22.15 Uhr)
Filme, die es nicht braucht - Wir bleiben beim Thema. Als ich den Streifen das erste mal gesehen habe (In Unkenntnis von „Infernal Affairs“) fand ich den ziemlich gut. Doch nun, was hat Scorsese aus der Vorlage gemacht? Das Ende, so verkorkst wie es nur sein kann, und das von dem Mann der „Taxi Driver“ gemacht hat. Enttäuschend! Mittlerweile bin ich fast versucht zu sagen, dass das beste an „Departed“ die Dropkick Murphys sind. Naja, wenigstens ist der Film nicht langweilig.
Dienstag, 31.03.09
„Infernal Affairs“ (ZDF, 00.20 Uhr)
Immerhin hat das ZDF noch den Anstand einen Tag später das Original aus Hong Kong zu senden. In der Inszenierung um einiges stringenter, ohne unnötig in den Plot konstruierte Frauenfigur, sowie dem einzige annehmbaren Ende, spielt „Infernal Affairs“ auf dem Niveau, dass sein amerikanisches Pendant nicht erreicht. - Rezension
„Rififi“ (ARD, 00.35 Uhr)
Der König der Heist-Movies: Das Herzstück des Films ist ohne Zweifel die eigentliche Raub-Sequenz, die einen Großteil der Spieldauer beansprucht, von akribischer Genauigkeit ist und ohne ein einziges Wort auskommt, noch nicht mal Musik ist zu hören. Dessin erzeugt eine Spannung, die geradezu körperlich zu erspüren ist. Wenn man plötzlich eine Stecknadel hören würde, die zu Boden fällt, man würde ohne Zweifel erschrocken zusammen zucken. Ein Meisterwerk des französischen Kinos.
Mittwoch, 01.04.09
„Anatomie“ (Kabel 1, 22.40 Uhr)
Deutschland versucht sich an Horror im Mediziner-Milieu und der Versuch geht schief. Selten bis gar nicht spannend bleibt der Versuch ein Versuch. Nun ja, man hat sie offensichtlich bemüht, und was die Floskel „bemüht“ in einer Beurteilung bedeutet dürfte ja klar sein.
„Annies Männer“ (RBB, 22.50 Uhr)
Noch nicht gesehen, aber immerhin wurde das Drehbuch 1989 für einen Oscar nominiert (Was da jetzt belegen soll, was ich auch gerade nicht). Außerdem spielt Susan Sarandon mit, und die ist ja so schlecht nicht. Wird aufgenommen.
„Rockstar“ (HR, 23.15 Uhr)
Lief gerade erst letzte Woche und ich habe ihn mir nun angesehen. Und ich muss sagen, dass das mit dem Wahlberg als Rockstar doch erstaunlich gut funktioniert hat. Kein Film, der zu wahren Stürmen der Begeisterung führen wird, schon allein weil er in seiner Geschichte in die Klischees verfällt, die er eigentlich offen legen will, doch in der Summe doch annehmbar ist und gute Unterhaltung bietet.
Donnerstag, 02.04.09
„Tricks“ (Sat 1, 20.15 Uhr)
„Tricks“ funktioniert erstaunlich gut, und zieht seinen Charme vor allem aus seinem Hauptdarsteller. Es ist immer wieder erfreulich Cage mal nicht in einem simplen Actioner zu sehen. Seine Verkörperung des neurotischen Roy ist humorvoll, ohne sich auf plumpe Art und Weise über seinen Charakter lustig zu machen. Zudem kann der Film gegen Ende mit einer überraschenden Wendung aufwarten, die zu Gefallen weiß.
„The Scorpion King“ (Vox, 20.15 Uhr)
Ach, bei all den Prequels und Sequels rund um Sommers wunderbaren Sommerhit „Die Mumie“ hat sowieso schon jeder den Überblick verloren. Dieses Prequel zum Sequel kann man sich ansehen, sollte man aber nicht. Und das sich mir hinterher keiner beschwert, ich hätte ihn nicht gewarnt. Und wem es doch gefallen hat, der kann dann ja in die Videothek gehen und sich noch „The Scorpion King 2: Aufstieg eines Kriegers“, ein Prequel zum Prequel vom Sequel, besorgen. - Und nun hab ich schon wieder den Überblick verloren...
„Der Flug des Phoenix“ (Das Vierte, 20.15 Uhr)
Dann doch lieber den Abend mit einem wahren Klassiker verbringen. Sand und Wüste gibt es bei diesem Film immerhin auch. Und einen tollen James Stewart.
Freitag, 03.04.09
„Exorzist – Der Anfang“ (RTL II, 22.35 Uhr)
Prequel zum „Exorzisten“ mit Stellan Skarsgård in der Hauptrolle. Im Übrigen hat man diesen Film zwei mal gedreht. Der ursprüngliche Film „Dominion: Exorzist - Der Anfang des Bösen“ (auch mit Skarsgård in der Hauptrolle) fiel jedoch beim Studio durch, so dass man einfach mit neuem Regisseur von vorn angefangen hat. Viel genutzt hat es nicht, in der Summe ein akzeptabler Film, mehr aber auch nicht.
„Der Schakal“ (RTL II, 00.55 Uhr)
Wer auf die Idee gekommen ist „Pretty Man“ Richard Gere als harten Kerl zu besetzten, sollte sich mal hinterfragen. So bin ich auf Seiten von Bösewicht Bruce Willis, und würde es nicht im Drehbuch stehen, Lusche Gere hätte gegen McClane nicht den Hauch einer Chance. Ach ja, ist ein (ziemlich mieses) Remake.
Samstag, 04.04.09
„Ey Mann, wo is' mein Auto?“ (RTL II, 20.15 Uhr)
Ey Mann, wo ist der gute Film?
„Der Untergang“ (BR, 21.20 Uhr)
Bruno Ganz als Führer. Eigentlich wollte ich mir den die ganze Zeit, nun da ich nicht mehr nur C.H., sondern C.H. B.A. bin (Hust!), noch mal hinsichtlich seiner qualitativen Güte ansehen. Leider konnte ich mich bislang noch nicht aufraffen, so bleibt es bei der Erstsichtung damals im Kino.
„Sein Name ist Mad Dog“ (Kabel 1, 01.20 Uhr)
Wer den Film noch nicht kennt, sollte vielleicht mal überlegen die Aufnahme zu programmieren. Eine vorsichtige Empfehlung meinerseits also. Regisseur John McNaughton („Wild Things“) entwirft eine im Grund ganz sympathische Gangster-Komödie, die ihre Charaktere gegen den Strich besetzt: Robert de Niro als weinerlichen Cop, sowie Bill Murray als harten Mafiosi. Dazu gibt’s eine hübsche Uma Thurman, sowie einen harten David Caruso.
Sonntag, 05.04.09
„Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter“ (RTL, 20.15 Uhr)
Sonntag der Free-TV Premieren: Zuerst im Angebot: Drachen-Fantasy, die jedoch seinerzeit bei den Kritiken durch die Bank weg durchgefallen ist. Genre-Freunde können jedoch sicher einen Blick riskieren. Eine ausführliche Review gibt’s beim benachbarten Kollegen.
„World Trade Center“ (Pro 7, 20.15 Uhr)
Und dann hätten wir da noch Oliver Stones Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Trauma 11. September. Auch diesem Film mit Nici Cage in der Hauptrolle sind nur durchwachsene Kritiken beschieden gewesen. Ich werde ihn mir aber auch Interesse trotzdem ansehen.
„About a Boy oder: Der Tag der toten Ente“ (RTL II, 20.15 Uhr)
Ich muss gesehen, dass ich diesen Film irgendwie mag. Woran das liegt, weiß ich eigentlich auch nicht so genau. Wie dem auch sei, der Film ist auf jedenfalls sehenswert und hat seine sehr starken Momente.
„Hostage“ (Pro 7, 22.40 Uhr)
Bruce Willis in einer weiteren Variation seiner Parade-Rolle als Polizist, der einfach nur seine Ruhe haben will, dann aber die Kohlen mannhaft aus dem Feuer holt. Routinierte Unterhaltung, die es nicht braucht, aber auch nicht schadet. Auf jeden Fall keine Konkurrenz für „Die Hard“.
„Die Blechtrommel“ (ARD, 00.05 Uhr)
Ich hab es bis heute nicht auf die Reihe bekommen Volker Schlöndorffs Verfilmung des berühmten Romans von Günter Grass anzusehen. Einer der Klassiker des deutschen Films. Wird aufgenommen, dann kann er mir nicht mehr weglaufen.
„Taxi Driver“ (Kabel 1, 00.10 Uhr)
Und da ist er nun, wahrscheinlich Scorseses bester Film. Dafür hätte er den Oscar bekommen müssen. „Die Kraft des Geistes auf dem falschen Weg“ mit diesen Worten, die ich sehr passend finde, hat Scorsese den Charakter von Travis Bickle beschrieben, der sich in dem im Moloch Metropole spielenden „Taxi Driver“ einem Strudel ambivalenter Moral ausgesetzt sieht. Meisterwerk, Klassiker und potentieller Konsens-Film (Was die Rezeption angeht).
Und wer meinem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Donnerstags beim Zeitverschwender, Samstags bei From Beyond und Hard Sensations (vielleicht), sowie Sonntags bei Duke's Movieblog (vielleicht) und Blockbuster-Entertainment.