Der Sommer steht vor der Tür, und damit auch der Juli. Zeit also für die nächste Kinovorschau mit Filmen die auf meiner Agenda stehen, und die im dritten Jahresquartal anlaufen. Tja, und wenn ich mir das so betrachte, dann habe ich entweder eine ganze Menge tolle Filme übersehen, oder aber es kommt schlicht und ergreifend in den nächsten Monaten ziemlich magere Kinokost auf uns zu. Was im Übrigen auch nicht so schlimm wäre, denn immerhin vertraue ich fest darauf, dass der Sommer sowieso viel zu schön wird, um die Zeit im Kino zu verplempern. Ach ja: Wer sich fragt warum der neue Harry Potter (Ich weiß noch nicht einmal den Titel) in dieser Auflistung fehlt, dem kann ich nur sagen, dass mich der Streifen – wie auch schon die Romane und die anderen Filme – nicht die Bohne interessiert. Ob ich mir „Ice Age 3“ ansehe, kann ich auch noch nicht sagen, gleiches gilt für „Zack and Miri make a Porno“, der hier im Moment aus layout-ästhetischen Gründen Aufnahme gefunden hat (4x3 Poster). Und so bleibt dann nicht mehr allzu viel: Gespannt bin ich auf „Inglourious Basterds“, richtig Vorfreude herrscht in Bezug auf „Ein Mädchen aus Monaco“, und „Berlin '36“ (noch kein Trailer) will ich mir eigentlich nur wegen Karoline Herfurth ansehen, denn mehr als deutsches Moralkino ist da wohl nicht zu erwarten. Naja, was mich sonst noch so interessiert kann man ja den Postern entnehmen, die auch - wie immer - den Weg Richtung Trailer weisen. Und sollte ich ganz ganz tolle Filme vergessen haben, die bei uns von Juli bis September anlaufen, dann möge man dies bitte in den Kommentaren kund tun. Ansonsten wünsche ich an dieser Stelle schon mal all meinen Lesern einen schönen Sommer.
TV-Empfehlungen für die Woche vom 29.06.09 - 05.07.09
Montag, 29.06.09 - (Auch diese Woche wieder mit der freundlichen Unterstützung von Lalia)
„U21 EM-Finale: Deutschland - England“ (ZDF, 20.45 Uhr)
Wenn ich das richtig sehe, bietet das filmische TV-Programm an diesem Montag nur Schrott. Macht aber nichts, da unsere U21 im Klassiker gegen England nach dem EM-Titel greift, was angesichts der Tatsache, dass die DFB-Junioren im Moment auch in der U17 und U19 Titelträger sind, durchaus historisch wäre. Wer hätte das vor einigen Jahren in Zeiten der Rumpelkicker unter der Führung von Ribbeck für möglich gehalten?
„Die Outrider“ (Das Vierte, 20.15 Uhr)
Western mit Charlton Heston, der Buffalo Bill verkörpert. Typischer Western mit der Erschließung des Westens als Hauptproblem – und natürlich mit Indianern.
OK, Lalia hat dann für diesen Montag offensichtlich doch noch was gefunden, was man sich im Fernsehen angucken kann.
„The Game“ (WDR, 22.45 Uhr)
Raffinierter Thriller, bei dem man das Ende nicht kennen sollte. Michael Douglas und Sean Penn spielen ein Spiel, welches zum Albtraum wird.
„Mit eisernen Fäusten“ (WDR, 0.45 Uhr)
Western mit Burt Lancester ein Frühwerk von Sydney Pollack. Pelztierjäger Joe wird von Indianern beraubt und bekommt dafür Gesellschaft von einem entlaufenen Sklaven.
Kenn ich persönlich nicht, aber Westernfans kommen sicher auf ihre Kosten.
Dienstag, 30.06.09
„Mrs. Brisby und das Geheimnis von Nimh“ (Tele 5, 7.35 Uhr)
Trickfilm von 1980, der aber locker mit neueren Trickproduktionen mithalten kann. Es geht um Mäuse und Ratten und das Geheimnis eines Labors… Kindgerechte Anprangerung von Tierversuchen. (vergleichbar mit „Unten am Fluss“).
Meine (eventuellen) Kinder sitzen später aber definitiv nicht am Dienstag Morgen um 07.35 Uhr vor dem Fernseher. Auch nicht in den Ferien. ;-)
„Das Yakuza-Kartell“ (Tele 5, 20.15 Uhr)
Action-B-Movie mit Russell Crowe. FBI-Agent Zack will eine Gangsterbande hochgehen lassen. Doch es kommt zum Massaker… Verdient eine Chance.
Oder wie sich so schön geschrieben habe: Wer Lust auf Russel Crowe hat, der kann bestimmt einschalten. Mich interessiert das ganze irgendwie weniger, und so bleibt der Fernseher am Dienstag aus.
„Land der Gottlosen“ (ARD, 0.20 Uhr)
Wieder ein Western, diesmal mit Errol Flynn (immer noch wegen seinem 100. Geburtstag) und Ronald Reagan (bevor er Präsident wurde). Ein religiöser Fanatiker versucht die Sklaverei mit Waffengewalt abzuschaffen am Vorabend des US-Bürgerkrieges. Solide.
„Tötet Smoochy“ (RTLII, 3.05 Uhr)
Komödie mit Robin Williams und meinem Lieblingsschauspieler Edward Norton, Regie Danny DeVito *lol* das kann wirklich nur lustig sein. Leider kenne ich den gar nicht, und werde um diese Uhrzeit auch nicht extra aufstehen…Wer mehr zu dem Film weiß, bitte bei mir melden!
Mittwoch, 01.07.09
„Bandidas“ (ZDF, 20.15 Uhr)
Ähm, der beinhaltet genau zwei Gründe um sich den anzusehen. Ich nehme mir den jedenfalls mal auf. Und wer ihn sich ins Regal stellen möchte: Computer-Bild verramscht den gerade als Heft-DVD für wenig Geld, aber nur mit deutscher Tonspur.
„Ronin“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)
„Ausgezeichneter Thriller vor europäischen Setting. Robert de Niro spielt wirklich Klasse und gerade die Verfolgungsjagd ist zu Recht immer wieder in aller Munde. Das hat nämlich rein gar nichts mit stupide-krachender Bay-Möchte-Gern-Action zu tun! Und das Beste: „Ronin“ braucht seine Action nicht um zu Bestehen, im Gegensatz zu Bay.“ - Das habe ich vor ungefähr 8 Moanten zu „Ronin“ geschrieben. Ob ich das jetzt angesichts meiner 5 Punkte für „Transformers 2“ auch noch darf? :D
„Leon – der Profi“ (Kabel 1, 22.35 Uhr)
Thriller mit Jean Reno und Natalie Portman. Auftragskiller wird zum Ziehvater der kleinen Mathilda und diese bringt sein Leben ganz schön auf Trapp. Ruhig erzählter und tiefsinniger Killerfilm, der vom Geheimtipp zum absoluten Kultfilm wurde.
Jean Reno war übrigens meiner Meinung nach niemals besser, als in Leon.
„Im Jahr des Drachen“ (HR, 22.59 Uhr)
Copthriller mit Mickey Rourke, arrogant und menschenverachtend kämpft die Polizei in Chinatown NY gegen Schutzgeld-Erpresser und Drogenbosse. Düstere Gesellschaftsstudie aus den 80ern.
Donnerstag, 02.07.09
„Postman Blues“ (WDR, 23.15 Uhr)
Japan-Kinokomödie Naiver Briefträger gerät ins Visier der Yakuza und der Polizei… Halbwelt trifft Antihelden – für Fans des Asienkinos sicher ein Blick wert.
„Tagebuch eines Skandals“ (ARD, 23.30 Uhr)
Tipp der Woche. Sowohl Dench, als auch Blanchett spielen auf absolut höchstem Niveau: „Der Zuschauer muss sich also positionieren, wird sich dabei ertappen wie er die Seiten wechselt, wie er mitleiden und hassen wird, ist somit involviert im Ganzen, kann sich diesem nicht entziehen, und wird am Ende keinerlei Absolution vorfinden, so wie vielleicht erhofft, sondern das Gegenteil wird der Fall sein, da das Leben in all seiner Ambivalenz weitergeht, ja sich vielleicht sogar wiederholen wird.“ - REZENSION
„Geboren am 4. Juli“ (HR, 23.50 Uhr)
Gefeierter Kriegsfilm von Oliver Stone mit Tom Cruise in einer seiner besseren Rollen. Der Vietnamkrieg verändert das Leben vieler, auch von denen, die am 4. Juli geboren sind. Ausgezeichnet mit 2 Oscars.
Junge, Junge – Ich hab den immer noch nicht gesehen...
„Playing God“ (Sat1, 0.25 Uhr)
Gangsterfilm mit David Duchovny und Angelina Jolie. Kenn ich wieder nicht, aber das klingt schon mal sehenswert. Junkie-Doktor rettet Mafiaboss mit einem Kleiderbügel das Leben ^-^ „Spektakel á la Pulp Fiction“
„Spektakel á la Pulp Fiction“ - Sagt wer, bitte? Aber Duchovny und Jolie? Wird aufgenommen.
„Die Nacht vor der Hochzeit“ (ARD, 1.15 Uhr)
Scewball-Komödie mit Katharine Hepburn, Gary Crant und James Stewart, das Original zu „Die oberen Zehntausend“. Alte Liebe rostet nicht, so wird der Abend vor der zweiten Hochzeit zu einer Offenbarung für die Braut. Sehr amüsant, unbedingt mal anschauen!
Freitag, 03.07.09
„Species“ (RTL II, 22.00 Uhr)
Natasha Henstridge ist ja ganz nett anzusehen. Das war es dann aber auch. Andererseits gibt es natürlich auch noch weitaus Schlimmeres, ziemlich öde ist es trotzdem. Trotzdem habe ich vor einiger Zeit die DVD für 2,99 mitgenommen. Aber das ist ja nun auch kein Preis. Ansonsten laufen diesen Freitag noch so Knaller wie „Sliver“ (Das Vierte) und „Shanghai Knights“ (Pro 7)
„16 Uhr 50 ab Paddington“ (HR, 0.00 Uhr)
Miss Marple-Klassiker in schwarz-weiß und der berühmten Musik *g*
„Sherlock Holmes Nacht“ auf 3Sat ab 2.20 Uhr
Drei Krimis mit Basil Rathbone als bekannter Detektiv Sherlock Holmes: „Verhängnisvolle Reise“, „Die Frau in Grün“, „Stimme des Terrors“
Samstag, 04.07.09
„Der Schatzplanet“ (RTL, 20.15 Uhr)
Animationsfilm: die Schatzinsel ins Weltall verlegt und mit tollen Animationen, sowie liebenswerten Charakteren aufgepeppter Film für die ganze Familie. Dieser Film macht einfach nur Spaß und Lust auf mehr.
Rom 10-teilige Serie (RTL II, 20.15 Uhr)
2. Staffel der Historienserie, man mag halten, was mal will: ob nun zu vulgär oder zu tröge, oder historisch bedenklich – ich find es gut, dass Geschichte mal lebendig dargestellt wird. Wer sich für die „wirklichen“ Geschehnisse interessiert, kann sich immer noch danach schlau machen. Tipp!
Ich komme einfach nicht dazu mal bei der ersten Staffel einzusteigen. Hätte ich doch nur Zeit. ;-)
„Zeugin der Anklage (ARD, 0.00 Uhr)
Gerichtskrimi von 1957 mit Marlene Dietrich, Regie Billy Wilder. Vole soll eine reiche Witwe ermordet haben. Im Zeugenstand belastet ihn seine Frau Christine schwer…
Na sieh mal einer an. Billy Wilder und Marlene Dietrich und ich hätte den Streifen beinahne übersehen.
„Der Fluch – The Grudge“ (Pro 7, 22.15 Uhr)
Horror mit Sarah Michelle Gellar, und wie so oft ein Remake eines asiatischen Originals. Ob der was taugt, vermag ich nicht zu sagen. Versuch macht klug.
„Boogie Nights“ (Kabel 1, 00.00 Uhr)
Immerhin noch ein Film diese Woche den ich noch nicht kenne, und auf den ich mich mal richtig freue. Von Paul Thomas Anderson hat mir bislang noch alles gefallen. Wird somit aufgenommen. - REZENSION.
Sonntag 05.07.09
„Kampf der Welten“ (Arte, 20.15 Uhr)
Ich hab das Spielberg-Vehikel mit dem Cruise in der Hauptrolle immer noch nicht gesehen, die Aufnahme liegt noch auf der Festplatte. Und nun werde ich damit auch warten, bis ich diesen Vorgänger gesehen habe.
Laut Lalia auch eine kluge Entscheidung: Film von 1953 nach H.G. Wells Roman mit einem Oscar für die besten Effekte. Nun heute lächelt man darüber müde, aber für die damalige Zeit wirklich gut gemacht. Wer den Tom Cruise Film nicht sehen wollte, sollte diesem Werk eine Chance geben.
Und wer meinem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender und Hard Sensations., sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags).
Vorschau: Trailer zu "Daybreakers"
Lange war es ziemlich ruhig in der Vorschau-Rubrik bei „Kino, TV & Co“, doch im Moment rauscht es nur so vor Trailern, die mein Interesse wecken. Die untoten Blutsauger sind offensichtlich nicht tot zu kriegen (Welch platter Kalauer), denn es naht ein neuer Film in der langen, langen Ahnenreihe der wenigen guten und sehr vielen miesen Vampirfilme. Ich bin da bekanntlich relativ schmerzfrei und schau mir so ziemlich jeden Film mit Vampirthematik an. Schon allein deshalb, weil dann hinterher wenigstens ordentlich gemeckert und genölt werden kann. Ausnahmen, die in jüngster Zeit die Regel bestätigen, also wirklich richtig,richtig gut sind, sind leider sehr selten geworden. Doch immerhin, man siehe „So finster die Nacht“, gibt es sie noch. Und nun steht also 2010 der neueste Versuch die Blutbank zu melken an, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: „Daybreakers“ beschäftigt sich mit der gar nicht mal so dummen Frage, was die Vampire eigentlich treiben, wenn die Vampire der Mehrzahl der Gesellschaft stellen, und ihnen die Menschen ausgehen. Dumme Sache. Der nun erschienene Trailer erlaubt zwar keine übergroßen Freudensprünge, irgendwie erinnert dies alles ein wenig an „The Matrix powered by Vampire“, der Cast jedoch rechtfertigt es dieses Projekt weiterhin im Auge zu behalten: Sam Neill (Ok), Ethan Hawke (Gut), sowie vor allem Willem Dafoe (Nice!) lassen diesen schon mal recht namhaft erscheinen, was man von den Regisseuren Michael und Peter Spierig, die sich auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnen, nicht gerade behaupten kann. Who the Fuck are the Spierigs?
Quelle: TrailerAddict
Rezension: "State Of Play - Stand der Dinge"


Jeder, der den aktuell schwelenden Kulturkampf zwischen etablierten und neuen Medien verfolgt, wird sich das Schmunzeln zu Beginn des Films nicht verkneifen können. „Warum sie nicht einfach ein paar Blogs lesen würde?“ - Mit diesen Worten giftet Cal McAffrey (Russell Crowe), der schrullige und alteingesessene Starreporter des „Washington Globe“, seine junge Kollegin aus der Online-Redaktion an, die ihn zwecks Recherche um Informationen gebeten hatte. Die an dieser Stelle kolportierte Antipathie ist jedenfalls gegenseitiger Natur, denn auch Della Frye (Rachel McAdams) kann mit dem analogen Haudegen, dessen schlampige Kleidung und der seit Monaten nicht mehr gestutzte Bart ihrem äußerlich makellosen Auftreten diametral gegenüber steht, nicht sonderlich viel anfangen. Die aktuelle Zeitungskrise in den USA ist somit auch elementares Thema von „State of Play“, welches zwar nicht das den Film dominierende Sujet ist, doch stets omnipräsent bleibt. Das „State of Play“ stets auch einen Ton einschlägt, der (vor allem im wunderbaren Abspann) die schreibende Zunft stets auch ein wenig romantisiert und verklärt, fällt dabei nicht weiter schwer ins Gewicht. Denn zum Einen ist dieser in der „wirklichen Welt“ im Moment mit harten Bandagen geführte Konflikt stets mit einem leicht ironisierenden Unterton versehen, so weiß der Running Gag mit der digitalen Stiftlosigkeit durchaus zu Gefallen, zum Anderen plädiert „State of Play“ in seiner letztendlichen Intention für das einzig Richtige in diesem Konflikt: Verständigung und Kooperation. Schon allein die Tatsache, dass es den an „State of Play“ Beteiligten gelungen ist, auch den Brückenschlag zu den heutigen Medienverhältnissen zu schaffen, zeigt welch gute Arbeit in der Adaption der gleichnamigen Mini-Serie der BBC geleistet wurde. Schon allein deshalb, weil es in der Tat als anspruchsvolles Unterfangen bezeichnet werden muss, eine solche Serie auf nur etwas mehr als zwei Stunden Spielzeit zu verdichten. Die Drehbuchautoren haben jedenfalls in dieser Hinsicht ganze Arbeit geleistet, mit der Konsequenz das „State of Play“ der bislang beste Polit-Thriller des aktuellen Kinojahres geworden ist. Stets am gesellschaftlichen Puls der Zeit, gelingt es „State of Play“ Anspruch und Unterhaltung miteinander zu vereinen.
Ein Mensch stirbt bei einer nächtlichen Schießerei, ein anderer wird schwer verletzt und fällt ins Koma. Am nächsten Morgen stirbt auch die Fachreferentin des Kongressabgeordneten Stephen Collins (Ben Affleck), als diese von einer U-Bahn überrollt wird. Als Collins ob der Todesnachricht während einer Pressekonferenz in Tränen ausbricht, kommt heraus, dass der verheirate Mann mit seiner Referentin eine Affaire hatte. Ein gefundenes Fressen nicht nur für die Presse, sondern auch für das private Sicherheitsunternehmen PointCorp, das im Auftrag der Regierung in aller Welt für Sicherheit sorgen soll, in ihren Mitteln jedoch auch oftmals über das Ziel hinausschießt. Dieses Unternehmen sieht sich von den Untersuchungen Collins, der dem Treiben dieser Firma nicht länger tatenlos zusehen will, mehr als einfach nur bedroht. Als Cal McAffrey kurz nach den Todesfällen nicht nur auf Verbindungen zwischen diesen Ereignissen stößt, sondern auch handfeste Beweise in der Hand hält, dass der Tod der jungen Referentin vielleicht doch kein Unfall gewesen sein könnte, sticht er tief in ein Wespennest, das bis in die höchsten Stellen der Politik reicht. Erschwert wird seine Arbeit dabei nicht zuletzt durch einen persönlichen Interessenkonflikt, sind er und Stephen Collins doch eng befreundet. Zusammen mit seiner Kollegin Della Frye macht sich McAffrey auf die Suche nach des Rätsels Lösung, stets auf dem schmalen Grat zwischen Freundschaft und Arbeitsethos balancierend.
Nicht nur die Medienkrise wird also in „State of Play“ thematisiert, sondern auch die (kritische) Rolle, die private Sicherheitsfirmen wie Blackwater in aktuellen Krisenregionen wie im Irak oder Afghanistan spielen, deren Söldner von der Regierung nur schwer zu kontrollieren sind, und deren Todesfälle auch nicht in den offiziellen Statistiken der US-Regierung geführt werden. Wenn auch dieses Thema im Film nicht erschöpfend dargestellt wird, so gelingt es aber doch die an Profit orientierten Interessen dieser Wirtschaftsunternehmen zu thematisieren und zu problematisieren: Der Krieg ernährt den Krieg. Letztlich jedoch ist „State of Play“ vor allem, abseits all dieser inhaltlichen Thematiken, ein wunderbar photographierter und inszenierter Thriller, der stets voller Dynamik ist, dabei jedoch nie zu hektisch wirkt. Nicht der einfache Effekt prägt den Film, sondern ausgefeilte Dialogszenen, sowie pointiert eingesetzte Actionszenen. Mit Kevin Macdonald konnte noch dazu ein Regisseur gewonnen werden, der bereits mit „Der König von Schottland“ auf sich aufmerksam machen konnte, und auch in „State of Play“ für Qualität hinter der Kamera steht. Doch auch vor der Kamera hat sich ein Ensemble versammelt, dass sich mit ihren im Film angebotenen Leistungen wirklich sehen lassen kann. Russel Crowe brilliert als brummbäriger, dabei jedoch nicht unsympathischer Journalist der alten Schule, der sich nicht nur mit der Story und seiner Kollegin, sondern auch mit seiner Freundschaft herumschlagen muss. Ben Affleck hingegen gefällt als smarter und idealistischer Politiker, der die Schattenseiten seines Berufs kennen lernen muss. Einzig Rachel McAdams mag es nicht so recht gelingen, ihre Figur mit Leben auszufüllen, denn abseits ihres aufstrebenden Ehrgeizes, bleibt die junge Frau leider recht unbeleuchtet. Eine absolute Galavorstellung legt jedoch Helen Mirren in ihrer Rolle der toughen und kratzbürstigen Chefredakteurin Cameron Lynne hin, deren Auftritte mit die Höhepunkte des Films bilden.
Wenn am Ende der Redaktionsschluss immer wieder nach hinten verschoben wird, um die große Story noch in der nächsten Tagesausgabe abdrucken können, zeigt sich noch einmal die ganze Nostalgie eines Gewerbes, das in seiner jetzigen Form an einem Wendepunkt steht, denn Online gibt es keinen Redaktionsschluss mehr, der von der Druckerpresse reglementiert ist. „Bei manchen Themen sollten die Leute die Druckerschwärze an den Fingern spüren“ - Ein schöner Satz, der da gegen Ende im Film fällt. Und bei machen Filmen ist es so, dass man zwar nicht das Zelluloid an den Fingern spüren kann, wohl aber merkt man, wenn ein Film in seiner Konzeption und Umsetzung mit eben soviel Leidenschaft erstellt wurde, wie ein gut recherchierter und geschriebener Zeitungsartikel. „State of Play“ ist einer dieser Filme. - Fazit: 9 von 10 Punkten.
Quellennachweis: Abbildungen aus "State Of Play - Stand der Dinge". © 2009 Universal Pictures
Update: Vorschau: Trailer zu "Inglourious Basterds"
Vorsicht: Der Text enthält Spoiler. Wer darauf nicht scharf ist, springt gleich zum Trailer. Der Sommer rückt näher (hoffentlich bald mal auch gefühlt), und damit auch Quentin Tarantinos neuer Streich „Inglourious Basterds“. Nach dem 1. Teaser ist nun auch der erste Trailer zu Quentins NS-Klamotte erschienen, und was soll ich sagen? Nun, ich freue mich drauf. Erstens bin ich auf Christopher Waltz gespannt, der in Cannes für seine Rolle des SS-Offiziers ausgezeichnet wurde. Dann bin ich auf den Soundtrack zum Film gespannt, da darf man ja bei Quentin immer einiges erwarten. Und last but not least sehe ich mit Freuden der zur erwartenden Debatte im deutschen Feuilleton entgegen, quasi nach dem Motto „Hui, darf man Hitler im Film einfach ganz und gar kontrafaktisch um die Ecke bringen?“ Man sieht also, es gibt viel Anlass zur Vorfreude. Ich hoffe das Ding hält was es verspricht, denn die ganzen Blockbuster-Pleiten der letzten Woche gehen mit so langsam aber sicher auf die Nerven. Egal, einstweilen wünsche ich viel Spaß beim Trailer. Zu diesem gelangt man, da ich einstweilen noch nichts zum Einbinden gefunden habe, über das (hübsche) Antlitz von unserem Hollwood-Export Diane Kruger: Tja, ist zwar schade für Diane, aber es ging dann doch schnell, und nun kann der Trailer doch in altbewährter Manier hier direkt auf dem Blog bestaunt werden:
So, und nun noch mal eben ein schnelles Update. Der Kollege Kaltduscher hatte nämlich Recht: Was ich hier als Trailer angepriesen hatte war kein Trailer, sondern nur ein langer TV-Spot. Nun, da doppelt bekanntlich besser hält, soll an dieser Stelle noch mal der "richtige" Trailer nachgeliefert werden. Der ist immerhin gut 20 Sekunden länger. ;-)
Quelle: TrailerAddict
Vorschau: Trailer zu "Das Mädchen aus Monaco"
Neben der Tatsache, dass man nicht selten in den Genuss eines qualitativ hochwertigen Kinofilms kommt, bietet der Besuch von kleineren, unbekannteren (Arthaus)-Produktionen wie zum Beispiel „The Limits Of Control“, oder auch „Public Enemy No.1 – Mordinstinkt/Todestrieb“ den nicht zu verachtenden Vorteil, dass einem außer der standardisierten Blockbustertrailer von der Stange, auch Trailer zu eher unbekannten Filmen unter die Augen kommen. Und so durfte ich vor einiger Zeit der Vorschau zu der französischen Produktion „Das Mädchen aus Monaco“ beiwohnen, einem Mix aus Komödie und Drama, der mir im Zuge von „The Limits Of Control“ spendiert wurde. Worum es in diesem Film geht, darf man gerne dem unten eingebundenen Trailer entnehmen. Was im besten Fall erwartet werden kann, firmiert wohl unter der Kategorie locker-leichter Sommerfilm nebst mediterranen Flair inklusive Sonne, Palmen, Strand und Meer. Da macht es auch wenig, dass mir weder die beteiligten Darsteller, noch die Regisseurin ein Begriff sind. Und im schlechtesten Fall läuft es halt auf inhaltlichen Müll hinaus, der dann allerdings immer noch nett anzusehen sein dürfte. Mit anderen Worten: Genau der richtige Film, um das laufende Semester in launiger Runde inklusive Kinobesuch und nachfolgendem Zwischenstop im Biergarten zu beenden. Da passt es in Bild, dass der Film in meinem favorisierten Kino in Hannover, nämlich den Hochhaus-Lichtspielen Hannover gezeigt wird, und zwar 33,88 Meter über dem Boden in einem ehemaligem Planetarium. Feine Sache!
Quelle: TrailerAddict
Rezension zu "Transformers: Die Rache"


Das mit Michael Bay ist ja bekanntlich immer so eine Sache. Während die Einen das Baysche Kino mit Freuden als reines Popcornkino zu goutieren wissen, bekommen die Anderen ob des von Bay inszenierten Krach- und Schepperkinos mit schöner Regelmäßigkeit einen Tobsuchtsanfall. Das Gute an Bay ist jedenfalls, dass man vorher genau weiß worauf man sich einlässt, wenn man sich in einen Film begibt, der unter der Regie von Michael Bay inszeniert wurde. Und so lassen sich dann auch in der Tat Filme wie „Bad Boys“ oder „The Rock“ durchaus ohne Probleme als lockerer Blockbuster-Spaß durchwinken. Das dabei stets das Sprichwort „Schuster, bleib bei deinem Leisten“ gelten muss, gilt umso mehr für Michael Bay: Denn außer möglichst viel in möglichst wenig Zeit effektvoll in die Luft jagen, kann er eigentlich nichts: So misslang sein Ausflug in das ernste Fach im Zuge von „Die Insel“, und selbst dem Kinogänger, der Bay ansonsten recht wohlgesonnen ist, musste angesichts des hanebüchenen und vor falschen Pathos nur triefenden „Pearl Harbour“ die Halsader anschwellen. Von daher muss Bays Rückkehr zur krachenden Spaß-Unterhaltung, die 2007 im Zuge von „Transformers“ vollzogen wurde, als konsequent bezeichnet werden. Der Film, der auf der gleichnamigen Spielzeugserie basiert, schlug bei den Zuschauer jedenfalls ein wie eine Bombe, und machte mit einem Einspielergebnis von über 700 Millionen Dollar einen Nachfolger zur logischen Konsequenz. Dieses Sequel, nämlich „Transformers - Die Rache“, bleibt dabei all jenen Dingen treu, die das Kinos von Michael Bay definieren, und ist mit einer Spielzeit von 147 Minuten für einen Blockbuster auch noch überaus lang geraten. Wie dem auch sei: Wer mit dem Gedanken spielt „Transformers - Die Rache“ im Kino einen Besuch abzustatten, sollte die folgende Checkliste zu zumindest fünfzig Prozent mit „check“ beantwortet haben.
Erstens: Die erzählte Geschichte ist nicht zu hinterfragen. War man der Meinung, dass der erste Teil alles erzählt hatte, was zu erzählen gab, muss sich nun erwartungsgemäß eines Besseren belehren lassen. Bösewicht Meagtron mag zwar in den Tiefen des Meeres ruhen, doch das Böse schläft niemals und so macht sich Oberbösewicht The Fallen auf den Weg zur Erde, denn dort befindet sich seit Anbeginn der Menschheit ein Artefakt, das die Decepticons dort einst im Zuge ihres Krieges, den sie unter anderem auch auf der Erde führten, zurücklassen mussten. Ein Artefakt, mit dem man nicht nur die Energie der Sonne anzapfen könnte, sondern auch die Erde zerstören würde. Unterdessen haben sich die Autobots unter der Führung von Optimus Prime für den Staatsdienst verpflichten lassen und kämpfen nun zusammen mit der Menschheit gegen Decepticons, die mittlerweile auf der Erde wandeln. Sam Witwicky (Shia LaBoeuf) hat hingegen ganz andere Probleme, denn sein Umzug ins College steht an, und damit auch die räumliche Trennung von Seiner Freundin Mikaela Banes (Megan Fox) und seiner Autobot-Karosse Bumblebee. Doch das lockere Collegeleben ist für Sam nur von kurzer Dauer, leidet er doch urplötzlich unter seltsamen Visionen, und dann steht eines schönen Tages auch schon Optimus Prime vor ihm, und bittet um Hilfe: Der Krieg sei noch nicht vorbei, und die Erde könnte in diesem Krieg der Maschinen durchaus als gewaltiger Kollateralschaden enden. Was Michael Bay dem Zuschauer während der über zweistündigen Spielzeit also als Inhalt anbietet, ist nicht mehr als der reinste (und teilweise hanebüchene) Mittel zum Zweck, der ausschließlich als Aufhänger für viel Bumm Bumm und einigen Witzchen fungiert.
Zweitens: Der Zuschauer sieht, wie auch schon in „Transformers“ einen Werbefilm der amerikanischen Streitkräfte. Captain William Lennox (Josh Duhamel) führt seine tapfere Ranger-Truppe, diesmal unterstützt von den Autobots, ein weiteres mal in den Kampf (Diesmal dürfen auch die Briten fleißig mitmischen, die „Achse der Willigen“ lebt!). Wie so oft in seinen Filmen beschwört Bay den Geist des guten, unerschrockenen und heroischen Infanteristen, der ungeachtet innerer und äußerer Widerstände in den Kampf für die gerechte Sache zieht. Bei soviel Werbung in eigener Sache lässt sich dann auch das Pentagon nicht lumpen und spendiert Bay für sein Kriegsspiel all jene hübschen Spielzeuge, von denen er als Kind wohl geträumt hat, aber wahrscheinlich nicht mit spielen durfte. Aber jetzt darf er ja, und so gibt es militärische Spitzentechnologie vom Feinsten und en masse: Flugzeuträger, nebst Begleitflotte, Kampfjets, Panzer und Geschütze, so weit das Auge reicht. Dies alles wird dann Stilecht von Bay in glorifizierender Pose in Szene gesetzt, gerne auch mal vor untergehender Sonne.
Drittens: Gigantismus herrscht nicht nur an der militärischen Front, sondern auch in Sachen Action. Die Anzahl der Autobots und Decepticons hat sich – ganz standesgemäß für ein Baysches Sequel – exorbitant erhöht, was logischerweise zu einem gesteigerten Zerstörungspotential führt. Das Bay auch in „Transformers - Die Rache“ keine Gefangenen macht, unterstreicht er gleich in den ersten Minuten, als zahlreiche Straßenzüge von Schanghai en passant in Schutt und Asche gelegt werden: Brücken stürzen ein, Autos fliegen durch die Luft – das volle Programm eben. Und so geht es dann in einer Tour weiter. Ob nun im Wald, in der Wüste, oder auf See, stets darf man sich sicher sein, dass Michael Bay alles zerstören wird, was nicht bei drei auf den Bäumen ist – und noch nicht einmal die sind vor der Zerstörungswut Bays sicher. Das der Film mindestens eine halbe Stunde zu lang geraten ist, zeigt sich nicht zuletzt auch an der Action, die – wie auch im übrigen gerade im Zuge von „Terminator: Die Erlösung“ zu beobachten ist – irgendwann zur Ermüdung des Zuschauers führen muss. Ansonsten ist das natürlich alles State of the Art, und in einzelnen Szenen durchaus beeindruckend. Auch wenn man durchaus mal anmerken muss, das man besser nicht großartig darüber nachdenkt, was die von Bay inszenierten Actionorgien, die in ihrer Visualisierung auf familienfeundlich getrimmt sind, eigentlich hinsichtlich der von Bay nie gezeigten, aber definitiv vorhandenen „zivilen Opfer“ bedeutet. Das wiederum ist allerdings ein Sachverhalt, der nicht nur auf die Filme von Michael Bay zutrifft.
Viertens: Von den Darstellern darf nicht sonderlich viel erwartet werden. Immerhin nimmt man Shia LaBoeuf seine Rolle, wie auch schon im Vorgänger, ab und so gelingt es ihm zumindest dem Zuschauer, anders als im vierten Teil von „Indiana Jones“, nicht auf die Nerven zu gehen. Und von Megan Fox wird sowieso nicht mehr erwartet, als gut auszusehen, und sich in jeder auch nur erdenklichen Szene mit aller gebotenen Laszivität zu bewegen. Das immerhin gelingt ihr ganz ausgezeichnet. Und ansonsten treten eigentlich alle Rollen und Figuren, die auch schon im ersten Teil zu bewundern waren, auch im Sequel wieder auf. Und mehr ist zu den Darstellern auch gar nicht mehr zu sagen, denn auf die kommt es Bay ohnehin nicht wirklich an. Garniert wird das ganze dann noch mit einigen humoristischen Einlagen, die mal mehr und mal weniger gelungen sind, aber beim Publikum – da kann man sich sicher sein – Gefallen finden werden. Das Primat der Unterhaltung regiert „Transformers - Die Rache“. Dafür ist dieser Film gemacht worden, dies ist seine Ausrichtung. Dafür kann man Michael Bay kritisieren, oder eben nicht. Vielleicht kann man dies sogar kritisieren, und seinen Film letztlich doch durchaus unterhaltsam finden (Zu dieser Gruppe würde sich der Rezensent zählen wollen). Lange Rede, kurzer Sinn: Wer „Transformers“ (und Bay im allgemeinen) mag, der wird auch mit „Transformers - Die Rache“ nichts verkehrt machen. Wer allerdings von dem Bayschen Gigantismus und seiner exzessiven Pyroshow, und der Film stellt in dieser Hinsicht definitiv den Höhepunkt des filmischen Schaffens von Michael Bay dar, mit schöner Regelmäßigkeit angewidert ist, sollte einen großen Bogen um den Film machen: Anschwellende Halsschlagadern und Tobsuchtsanfälle sind ansonsten garantiert. - Fazit: 5 von 10 Punkten.
Rezension erschienen bei Wicked-Vision
Quellennachweis: Abbildungen aus "Transformers: Die Rache". © 2009 Paramount Pictures
TV-Empfehlungen für die Woche vom 22.06.09 - 28.06.09
Hausmitteilung: Seit mehr als einem Jahr lassen sich jetzt auf diesem Blog die wöchentlichen Empfehlungen zu Highlights und Gurken des TV-Programms nachlesen. Zeit also ein wenig frischen Wind in die verstaubten Strukturen zu bekommen, schon allein deshalb, weil ich so ein wenig das Gefühl habe, dass ich mich seit Wochen wiederhole (Was im Übrigen angesichts der ununterbrochen Wiederholungen des Programms nicht weiter verwunderlich ist). Lange Rede, kurzer Sinn. In dieser Woche (Anmerkung: Wenn es nach mir geht, gerne auch regelmäßig) gibt es neben meinem üblichem Geschwafel zur Abwechslung auch mal was Konstruktives zu lesen, bekomme ich doch Unterstützung von der geschätzten Blog-Nachbarin Lalia. Angesichts der Tatsache, dass sich die wöchentliche TV-Tipps-Connection in der Blogosphäre sowieso durch einen viel zu hohen Testosteronspiegel auszeichnet, ist ein wenig weibliche Perspektive auf das wöchentliche TV-Programm sehr zu begrüßen.
Montag 22.06.09 (oder Klassiker en masse)
„King Kong und die weiße Frau“ (Arte, 21.00 Uhr)
Klassikerabenteuerfilm von 1933. Die Vorlage zum Drehbuch über den Riesengorilla stammt von Edgar Wallace. Im Anschluss kommen noch zwei Ableger des Streifens: King Kongs Sohn und Panik um King Kong.
Und diesmal denke ich auch daran den Film aufzunehmen, um ihn dann auch endlich mal sehen zu können.
„Kiss Kiss Bang Bang“ (ZDF, 22.45 Uhr)
Wundervolle Hommage an den Film Noir im modernen Gewand. Robert Downey Jr. Und Val Kilmer in herrlichen Rollen tragen einen Film, der nicht nur locker, leicht, witzig und intelligent ist, sondern auch zutiefst schwarz. „Du checkst es nicht hä? Das is hier nicht guter Cop, böser Cop, das hier is Schwuchtel und Kanalratte.“
„Ein süßer Fratz“ (SWR, 23.00 Uhr)
Musicalklassiker mit Audrey Hepbrun und Fred Astair. Übrigens hätte Julie Andrews die Rolle bekommen, wenn sie nicht Mary Poppins gedreht hätte. Der Oscar ging an sie. Weitere unwichtige Info ;): Das ist der Film, den Lorelei und Christopher an ihrem Date anschaun (siehe Gilmore Girls 7. Staffel).
„Sein letztes Kommando“ (ARD, 1.20 Uhr)
Western mit Errol Flynn und Gene Lockhart in scharz-weiß. Es geht mal wieder um die Schlacht am Little Big Horn, allerdings ist diese Darstellung historisch nicht unbedingt korrekt.
Dienstag 23.06.09
„Citizen Kane“ (RBB, 22.50 Uhr)
Drama und laut imdb Top 1 Film der Geschichte. Von und mit Orson Wells, der eine Geschichte eines Medienmoguls in Rückblenden und durch Erinnerungen von Weggefährten erzählen lässt. Und alle fragen sich, was „Rosebud“ ist… Unbedingte Empfehlung.
„Drei Schwestern aus Montana“ (ARD, 0.35 Uhr) (auch Sonntag 13.20 WDR)
Melodram. Wieder mit Errol Flynn (sein Geburtstag jährt sich zum 100. Mal). Wer eben Klassiker liebt und am nächsten Tag nicht früh aufstehen muss...
Mittwoch 24.06.09
„Amores Perros“ (SWR, 23.00 Uhr)
Alejandro González Iñárritu's Auftakt zu seiner grandiosen Episoden-Trilogie um menschliche Schicksale und um die Rolle der Kommunikation. Es folgten „21 Gramm“ und Babel. Jeder der Filme ist eigentlich ein „Must See“ Welcher aber der Beste ist, dass soll jeder für sich entscheiden.
Donnerstag 25.06.09
„Plötzlich Prinzessin“ (VOX, 20.15 Uhr)
Disney-Realfilm mit Anne Hathaway als Aschenputtel, dass auch ohne Prinz zur Prinzessin wird. Dies allerdings erst lernen muss. Seichte aber leichte Unterhaltung, schadet keinem den Film mal zu sehen.
Ich glaube den Film will ich trotzdem nicht sehen. Ob er nun schadet, oder nicht... ;-)
„Alien – Die Wiedergeburt“ (VOX, 22.20 Uhr)
Der vierte und bislang letzte Teil der Alien-Quadrologie. Es wäre besser bei einer Trilogie geblieben. Wenn gegen Ende des Films die Ripley-Aliens erscheinen bin ich bereits mehr als bedient. Immerhin spielt Ron Perlman mit.
„Volver – Zurückkehren“ (ARD, 22.45 Uhr)
Eine der Top-Empfehlungen für diese Woche: „Vor der malerischen Kulisse spanischer Dörfer entspinnt sich also eine Geschichte, die zunächst einmal sehr humorig daher kommt, zur Mitte hin ein wenig „gespenstisch“ angehaucht wird, um dann gegen Ende ihre volle Tragik zu entfalten. Es ist der Punkt an dem sich herausstellt, dass „Volver“ eminent wichtige und schwierige Themen anspricht, diese aber dann aber auch in einer fast unerhörten Leichtigkeit zu erzählen weiß. Ein sehr interessanter Film, der durch eine tolle Inszenierung und großartige Schauspielerinnen zu bestechen weiß.“ KLICK
„Gorillas im Nebel“ (HR, 23.35 Uhr)
Drama nach den wahren Begebenheiten der Zoologin Dian Fossey, die im Dschungel von Ruanda ermordet wurde. Etwas zäh, aber tolle Aufnahmen.
Freitag 26.06.09
„Die Schönheit und das Ungeheuer“ (SWR, 13.30 Uhr)
Dieses Fantasyfilmchen von 1961 macht gerade die dritten Programme durch. Hab es beim durchzappen zufällig gesehen und es weiß zu gefallen. Es ist nur leicht an „Die Schöne und das Biest“ angelehnt. Es geht mehr um die Suche nach dem Fluchverursacher.
„Shang-High Noon“ (Pro 7, 20.15 Uhr)
Kann mir eigentlich mal einer erzählen, was so Viele an Jackie Chan finden? Ich kann mit dem Kerl nichts anfangen und so ist es wenig überraschend, wenn ich um „Shang-High Noon“ einen großen Bogen mache.
„Shaun of Dead“ (RTL II, 22.30 Uhr)
Manchmal kann einer einziger Film Perspektiven verändern. Bei der Erstsichtung fand ich „Shaun of Dead“ akzeptabel, mehr aber auch nicht. Dann sah ich eines Tages den später entstandenen „Hot Fuzz“, woraufhin auch „Shaun of Dead“ beim zweiten Sehen gewann. „Hot Fuzz“ gefällt mir aber trotzdem besser.
„The Fog – Nebel des Grauens“ (Das Vierte, 22.30 Uhr)
Der ist für all die, die sich letzte Woche das unsägliche Remake zu Carpenter's Horror-Klassiker angesehen haben. Und zur Strafe wird nun eben nach gesessen.
Samstag 27.06.09
„V wie Vendetta“ (RTL, 22.05 Uhr)
Scifi-Comicadaption mit Natalie Portman. England in einer alternativen Zukunft. V kämpft gegen die Diktatur und für eine allgemeine Freiheit. Er bringt Portmans Charakter dazu, sich ihm anzuschließen und am Guy Fawkles Day das Regime zu stürzen. Tolle Optik, muss man IMO zweimal gesehen haben.
… den kann man auch ganz gut ein drittes, viertes, oder fünftes Mal sehen. Meiner Meinung nach einer der besten Comic-Verfilmungen überhaupt. Auch wenn das Alan Moore mal wieder anders sieht.
„Identität“ (Pro 7, 22.50 Uhr)
Gefälliger Thriller mit überzeugender Besetzung (Cusack, Liotta, Peet), der damals im Kino erstaunlich gut funktioniert hat. Ja, den sehe ich wirklich immer wieder gerne.
Sonntag 28.06.09
„The Italian Job“ (Pro7, 20.15 Uhr)
Actionkomödie mit einer Gaunertruppe, die einfach Laune versprüht, und mit tollen Käfern äh Minis Gold abstaubt. Einer der Filme, wo ich eine Fortsetzung begrüßt hätte. Der Film ist ein Remake von „Charlie staubt Millionen ab“.
„Jungfrau (40), männlich, sucht... (RTL, 20.15 Uhr)
Einer der seltenen Fälle, wo der Titel des Films nicht für die Qualität des letztendlichen Films spricht. Nicht nur Steve Carell rechtfertigt die Sichtung. Amüsante Unterhaltung kann garantiert werden.
Und wer meinem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender und Hard Sensations. Samstags bei From Beyond, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags).
Rezension: "Terminator: Die Erlösung"


Man könnte eine Besprechung zu „Terminator: Die Erlösung“, dem viertem Teil des Terminatoren-Franchise, bei James Cameron beginnen lassen. Man würde dann erzählen, wie jener Mann 1984 mit „Terminator“ den Grundstein für den Nachfolger „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ legte, welcher sich nicht nur zu den wenigen Sequels der Filmgeschichte zählen darf, welches besser ist als sein Vorgänger, sondern auch zu den besten Actionfilmen der Neunziger Jahre zählt und mittlerweile zu Recht als Meilenstein des Genres gilt. Man würde dann auch davon berichten, wie Arnold Schwarzenegger mit der ihm eigenen Coolness, sowie einer gehörigen Portion Selbstironie ausgestattet in der Rolle des T-800 zu einer Legende wurde. Vielleicht würde man dann auch noch vom drittem Teil „Terminator – Rebellion der Maschinen“ erzählen, der schon sehr unter der Abwesenheit seines Schöpfers Cameron gelitten hatte, und dem Franchise so seine ersten Risse bescherte, zumindest dachte man dies bis, ja bis „Terminator – Rebellion der Maschinen“ gemacht wurde. Würde man also eine solche Rekapitualtion des Franchise vornehmen, man täte dies aus einem einzigen Grund: Eine Einleitung, gedacht als Folie, von der man „Terminator: Die Erlösung“ abgrenzen könnte, mit der man diesen vierten Teil desavouieren könnte, mit der man deutlich machen könnte, welch kolossaler Fehlschlag dieser Film eigentlich ist. Und also ob dies nicht schon schlimm genug wäre, muss man in diesem Moment erkennen, dass es dieses quasi historischen Vergleichs mit der Ahnenreihe der Terminatoren gar nicht bedarf, um zu erkennen welch schwachen Film Regisseur McG dem Zuschauer da eigentlich vor die Füße gerotzt hat.
Man schreibt das Jahr 2003, als der zum Tode verurteilte Mörder Marcus Wright (Sam Worthington) seine Organe der Firma Skynet zu Forschungszwecken zur Verfügung stellt. 15 Jahre später ist die Welt, wie wir sie kennen, schon nicht mehr. Der Mensch, der meinte Herr und Gebieter über die Maschinen zu sein, wurde von jenen eines Besseren belehrt. Eine Lektion, die für die Menschheit eine äußerst schmerzhafte war, wurde sie ihnen doch in Form eines durch Skynet ausgelösten Nuklearkrieg eingebläut. Im Jahr 2018 versammeln sich nun die letzten Überlebenden im Widerstand und versuchen die Herrschaft der Maschinen zu beenden. Ihr kommender Anführer John Connor (Christian Bale) kämpft dabei nicht nur an der Front gegen den maschinellen Feind, sondern auch mit den Erinnerungen seiner Mutter, aus denen er sich Aufschluss über seine in der Zukunft zu spielende Rolle innerhalb des Widerstands erhofft. Vor allem aber sucht Connor nach jenem Kyle Reese (Anton Yelchin), den er in naher Zukunft in die Vergangenheit schicken wird, um seine Mutter zu beschützen, und der so zu seinem Vater werden wird. Connor weiß ganz genau, sollte Skynet Reese vor ihm in die Hände bekommen, wäre dies nicht nur sein ganz persönlicher Untergang, sondern das Ende der gesamten Menschheit. Doch es ist nicht Connor, der Reese zu erst findet, sondern Marcus Wright, der urplötzlich wieder auf der Bildfläche erscheint, und sich außer an seinen Namen an nichts erinnern kann.
„Terminator: Die Erlösung“ begibt sich in die Zeit, die Camerons Filme stets nur angedeutet hatten: Der Krieg der Maschinen gegen die Menschheit war stets nur die Begründung warum man einen Roboter in die Vergangenheit, also unsere Gegenwart, zurückschickt. In diesem vierten Film jedoch wird die Endzeitvision zum bestimmenden Szenario. Auch „Terminator: Die Erlösung“ beschreitet somit den Weg zur absoluten Ernsthaftigkeit, der nach 9/11 Einzug in das Kino gefunden hat („Bourne“, „James Bond“, „Batman“). Ein Schritt, der ganz ohne jeden Zweifel sowohl legitim, als auch durchaus reizvoll ist, doch bereits in der visuellen Umsetzung nur bruchstückhaft gelungen - weil durchaus schnell ermüdend - geraten ist: Die Zukunft besteht augenscheinlich nur aus Wüste, Sand und sintflutartigen Regengüssen, was die Umgebung – ob nun schon lange verlassen oder nicht – aber nicht daran hindert ununterbrochen vor sich hin zu brennen. Was McG da allein auf visueller Ebene zu seiner apokalyptischen Zukunftsversion eingefallen ist, ist abgesehen von ausgewaschenen Farben nicht sonderlich viel. Wenig Abwechslung herrscht auch in den (zahlreichen) Actionszenen, die an sich zwar durchaus gelungen, oder anders ausgedrückt befriedigend sind. Aber auch die Action ist von McG ohne jeglichen Esprit, ohne Drive, ohne Enthusiasmus inszeniert, so dass spätestens ab der Hälfte der Spielzeit gepflegte Langeweile regiert. Irgendwie ist „Terminator: Die Erlösung“ nicht viel mehr, als eine andauerndes Gefecht zwischen Maschine und Mensch, dass nur durch wenige noch weniger überzeugende die Geschichte forcierende Momente unterbrochen wird.
Nun wäre in der Tat wenig sinnvoll, einen Terminator-Film anhand der logischen Konsistenz der Narration beurteilen zu wollen. Die schon in den den ersten drei Teilen ventilierte Prämisse der Zeitreise bietet mehr als nur einen Fallstrick, um die Logik der Geschichte zu strapazieren, doch entschuldigt das nicht einige ziemlich suboptimale Momente, die „Terminator: Die Erlösung“ dem Zuschauer da ernstlich verkaufen möchte. So kann es sich dem Zuschauer wohl kaum erschließen, warum Skynet auch nur eine einzigen Wimpernschlag zögern sollte, Kyle Reese in der Sekunde eine Kugel in den Kopf zu jagen, in der sie diesem habhaft werden können. Immerhin hätten sich mit dem Tod von Reese, dem Vater von Connor, sämtliche Probleme von Skynet gelöst. Mal ganz abgesehen von der berechtigten Frage, woher Skynet zu diesem Zeitpunkt eigentlich wissen will, dass John Connor der Mann sein wird, der die Menschheit am Ende des Krieges zum Sieg über Skynet führen wird. Aber nun genug der grübelnden Worte zur fehlenden Logik der Geschichte, immerhin ist diese Leerstelle auch nicht der ausschlaggebende Faktor für die fehlende Qualität dieses Films. Zu selten sind einfach jene Momente, in denen der Film wirklich überzeugen kann. Eingeschränkt gilt dies für die Referenz an Schwarzenegger, und im vollem Maße trifft dies eigentlich nur auf das mit dem bekannten Theme untermalten Intro des Films zu - Und dieser (traurige) Sachverhalt ist dann in der Tat bezeichnend für „Terminator: Die Erlösung“.
Als Fehlschlag muss, so Leid es mir tut, auch die Besetzung von Christian Bale als John Connor bezeichnet werden. Eine Besetzung, die wohl aus rein marktstrategischen Gründen vorgenommen wurde, in der Praxis jedoch nicht überzeugt. Bale, der ansonsten durchaus zu den Könnern des Fachs gehört, gelingt es einfach nicht jenen charismatischen Führer (durchaus im Sinne von Max Weber) zu verkörpern, der in dieser Rolle einfach von Nöten gewesen wäre. Immerhin ist John Connor ein Mann, fast einem Messias gleichend, dem der Widerstand bedingungslos gehorcht. Warum ihm seine Soldaten allerdings so bereitwillig folgen, wird aus den drei von Bale im Film angebotenen grimmigen Gesichtsausdrücken nur schwerlich deutlich. Christian Bale variiert in „Terminator – Rebellion der Maschinen“ einfach nur seine zweite Heldenfigur Batman, übersieht jedoch, dass diese Darbietung für den dunklen und einsamen Ritter durchaus passend ist, für den charismatischen Anführer jedoch keineswegs. Und so wird Bale die Schau noch am ehesten von Worthington gestohlen. Von den zahlreichen verschenkten Darstellern im Film, allen voran Helena Bonham Carter (welch niederschmetternder Auftritt) soll an dieser Stelle am besten gar nicht erst angefangen werden. Was bleibt also am Ende zu „Terminator: Die Erlösung“. Außer Spesen nichts gewesen? Nun, das mag vielleicht für den Zuschauer gelten, der einen in der Summe haarscharf am Desaster wandelnden Film gesehen hat, nicht aber für den Verleih: Der Film wird seinen Schnitt machen, ein fünfter Ableger wurde bereits bestätigt. Man könnte die Rezension natürlich auch mit einem nahe liegenden Kalauer über die wahre Bedeutung des Titels „Erlösung“ beenden, aber noch nicht einmal dazu hat der Rezensent an dieser Stelle noch die Kraft, denn „Terminator: Die Erlösung“ ist nicht weniger als einer der enttäuschendsten Filme des bisherigen Kinojahres. - Fazit: 4 von 10 Punkten.
Quellennachweis: Abbildungen aus "Terminator: Die Erlösung". © 2009 Sony Pictures
TV-Empfehlungen für die Woche vom 15.06.09 - 21.06.09
Montag, 15.06.09
„Cop Land“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)
Ich habe es tatsächlich immer noch nicht geschafft, diesen Film zu sehen. Nun aber (vielleicht)!
Dienstag, 16.06.09
„Im Bann des Jade Skorpions“ (3Sat, 20.15 Uhr)
Oh, Ja! I like it! Sehr starke Screwball Komödie von und mit Woody Allen. Helen Hunt ist, ich bin sonst kein großer „Fan“; in diesem Fall: Bezaubernd. Mehr zum „Skorpion“ in meiner Review. Im übrigen veranstaltet 3 Sat eine Allen-Woche mit fünf Filmen des New Yorkers, an die man sich angesichts des mauen TV-Programms in dieser Woche durchaus halten sollte.
„Wir waren Helden“ (Tele 5, 22.05 Uhr)
Ich bin ganz ruhig, ich bin ganz ruhig, ich bin.... Ach egal, Gibson-Bashing macht Spaß (allerdings auch nicht so viel Spaß, dass ich die Zeit aufwenden würde, mit eine neue Hass-Tirade auf den Film einfallen zu lassen): Mel Gibson pisst mit cooler Mine auf den überhitzen Mörser, während ihm die Kugeln des Vietcong um die Ohren pfeifen. Sein „Best Buddy“ zieht mit Colt in die Schlacht, Gewehr ist ja blöd. Dann zeigt man noch zum Alibi ein paar harte Bilder und ein bisschen Geflenne an der Heimatfront. Ich kann gar nicht so viel kotzen, wie ich wollen würde, über diesen Scheiß-Dreck von Film, der nichts Anderes ist als verdammter „Mel Gibson-Glorifizierungs-Patriotismus“.
Mittwoch, 17.06.09
„Sechs Tage, Sieben Nächte“ (ZDF, 20.15 Uhr)
Hat mich schon immer tierisch gelangweilt.
„Die Legende von Bagger Vance“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)
Namhafte Personen vor der Kamera (Smith, Damon, Theron) , hinter der Kamera (Redford) und an der Kamera (Ballhaus). Und kann man sich auch ohne Probleme ansehen, da der Film harmlose und angenehme Unterhaltung für zwischendurch bietet. Mehr aber auch leider nicht.
„Robocop“ (SWR, 23.00 Uhr)
Läuft mit schöner Regelmäßigkeit des Nächtens im Ersten, oder auf den Dritten. Trotzdem habe ich es noch nicht fertig gebracht mir Paul Verhoevens satirische Zukunftsvision anzusehen. Dürfte im TV aber eh nur gekürzt zu Sehen sein.
Donnerstag, 18.06.09
„Der Babynator“ (Sat 1, 20.15 Uhr)
…verkörpert so ziemlich alles, was ich am Kino hasse.
Freitag, 19.06.09
„Das fünfte Element“ (Pro 7, 20.15 Uhr)
Luc Bessons wunderbare Sci-Fi-Opera. Nicht nur optisch ein Genuss. Toll, wirklich toll! - Ich bleibe dabei, und natürlich auch so ziemlich das Highlight dieser Woche.
„Interview mit einem Vampir“ (RTL II, 22.05 Uhr)
Die Verfilmung nach dem Roman von Anne Rice. Mehr als gelungen, stimmig, voller Atmosphäre setzt sich dieser Film ernsthaft und unterhaltsam mit dem Vampir-Mythos auseinander. Mehr Informationen zu dem Film finden sich in meinem Beitrag „Der Vampir im Film“
Samstag, 20.06.09
„Mars Attacks“ (RTL II, 20.15 Uhr)
Äh ja, den hab ich nun mittlerweile gesehen und Tim Burton hin oder her, wirklich begeistert hat mich das Teil nicht. War durchaus ganz nett und mit Sicherheit auch kein schlechter Film im Sinne der Definition, aber werde ich mir so schnell bestimmt nicht nochmal ansehen.
„Zum Teufel mit den Millionen“ (Vox, 20.15 Uhr)
Der Heimwerkerkönig Tim Allen in einer Komödie, nicht Fisch nicht Fleisch. Kann man anschauen, wird sanft berieselt, sollte aber nicht zu viel erwarten.
„Rocky“ (RTL, 00.30 Uhr)
Grandioser Score, dazu einer der Paraderollen von Sylvester Stallone. Natürlich ein Klassiker. Und natürlich auch die 1000. Wiederholung, noch dazu durch Werbung zerschnitten. Anders ausgedrückt: Sollte man sich an diesem Tag wirklich sparen.
„Monty Pythons wunderbare Welt der Schwerkraft“ (00.30 Uhr)
Zu einem Spielfilm zusammengesetzte Sketche der britischen Kultformation. Noch nicht gesehen, wird also aufgenommen, doch fürchte ich, dass in der Synchronisation einiges von dem Humor der Pythons auf der Strecke bleibt.
Sonntag 21.06.09
„Aeon Flux“ (Pro 7, 20.15 Uhr)
Science Fiction – Vehikel mit Charlize Theron als Zugpferd. Die Kritiken sind der Meinung, dass der Film nichts taugt, und ich bin geneigt dieser Einschätzung auch ohne Kenntnis des Streifens zuzustimmen. Wer dies wieder Erwarten anders sieht, möge nun sprechen oder aber für immer schweigen.
„Underworld Evolution“ (Pro 7, 22.10 Uhr)
Um mal aus meiner Rezension zum dritten Ableger der Serie zu zitieren, der im übrigen besser ist, als eben dieser zweite Teil: „Underworld Evolution“ war zwar optisch um einiges schicker als der Vorgänger, stand ihm doch ein weitaus größeres Budget zur Verfügung, erreichte jedoch zu keinem Zeitpunkt den Charme seines Vorgängers. Nichts desto trotz für Genre-Freunde aber natürlich durchaus ansehbar.
„Robin Hood, König der Vagabunden“ (ARD, 00.15 Uhr)
HÖHÖ! Da ich morgen mit drei Kommilitonen ein Referat über das „Robin Hood Bild im Film“ halten darf, könnte ich zu dem Film (Da ich das ganze Wochenende mit Hood-Filmen, Aufsätzen, meinem Skript und einer hübschen Powerpoint verbracht habe [und noch verbringe]) eine ganze Menge schreiben. Doch ich tue es nicht, denn zum Einen wird es zu Hood zu gegebener Zeit ein „Kurz und Knackig - Spezial“ zum Thema geben, das dann zum Anderen noch durch die zugehörige Hausarbeit auf Cliotainment ergänzt werden wird. Einstweilen sei gesagt, dass der Flynn-Hood von 1938 nicht ohne Grund als ultimative Verfilmung der Legende bezeichnet wird. Anschauen!
Und wer meinem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender, Samstags bei From Beyond, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags).
Rezension: "Drag Me To Hell"


Würde man das junge Kinopublikum am heutigen Tage fragen, welche Filme sie mit dem Namen Sam Raimi in Verbindung bringen, man könnte sich relativ sicher sein, dass ein großer Teil der Befragten die Spider-Man Filme mit Tobey Maguire als Antwort nennen würde. Und diese Antwort wäre noch nicht einmal inkonsequent, zeichnen sich doch zumindest die ersten beiden Verfilmungen rund um den Spinnenmann nicht nur durch absolut atemberaubende Bilder und Effekte aus, sondern überzeugen auch durch ihre intelligente Geschichte und austarierten Charakterzeichnungen. Die Älteren, oder auch wahlweise die informierten Kinogänger, wissen aber natürlich um die wahre cineastische Herkunft Raimis, wissen um die Filme mit denen er sich erstmals einen Namen in der Szene gemacht hat. Mit seiner „Evil Dead“ - Trilogie, oder zu Deutsch: „Tanz der Teufel“, hat Raimi im Genre ein dickes Ausrufezeichen gesetzt, und mit diesen Filmen etwas geschaffen, was für nicht Wenige durchaus Kult ist. „Tanz der Teufel“, der in Deutschland auf Grund seiner exzessiven Gewaltdarstellung immer noch indiziert ist, markierte dabei den Auftakt der von Raimi erzählten Geschichte rund um das Buch „Naturon Demonto“, mit dem das pure Böse beschworen werden kann. Nahm sich der erste Teil rund um seinen längst zur Kultfigur avancierten Protagonisten Ash (nur echt mit Kettensäge) in seinem erzeugtem Horror noch durchaus ernst, zumal Raimi schon hier sein Talent für den atmosphärischen Grusel unter Beweis stellte, sollten die weiteren zwei Filme immer mehr in Richtung Slapstick-Horror abdriften. Diese Entwicklung kulminierte schließlich in „Armee der Finsternis“ zu einem im Vergleich zu „Tanz der Teufel“ ungleich harmloseren Grusel-Abenteuer mit hohem komödiantischem Anteil. Mit anderen Worten: Die in den Jahren von 1981 bis 1993 entstandene „Evil Dead“-Trilogie ist nicht zu ignorierender Bestandteil im Œuvre von Sam Raimi, dem viele seiner Anhänger in der Folge durchaus übel genommen heben, dass er sich in seiner weiteren Filmographie so weit von seinen Wurzeln entfernt hat. Gerade auch für jene Fans ist „Drag Me To Hell“ zwar keine Entschuldigung, denn ein Raimi hat es nicht nötig, sich für „Spider-Man“ zu entschuldigen, wohl aber ein kleines und nostalgisches Bonbon, dass den Zuschauer – und das gilt nicht nur für Anhänger der „Evil Dead“-Saga – in längst vergessen geglaubte Kinozeiten zurückversetzt.
Mit dunklen Flüchen sollte man besser vorsichtig sein, und vor allem sollte man – das lernt man schließlich schon in der Kinderstube – immer freundlich zu älteren Damen sein. Schließlich weiß man nie, was der Tag noch so bringen wird. Für Christine (Alison Lohman) jedenfalls bringt der Tag nichts Gutes: Lange schon träumt die Bankangestellte von einer Beförderung, doch die vakante Stelle des stellvertretenden Abteilungsleiters scheint, dass macht Christines Boss ihr unmissverständlich deutlich, wohl an ihren Konkurrenten Stu (Reggie Lee) gehen, da dieser in der Lage sei harte Entscheidungen zu treffen. Als Christine dann noch in der Mittagspause ihren Freund Clay (Justin Long) besucht, und dort heimlich mithören muss, dass die Frau Mama über die Liaison des Sohnemanns mit einer Landpomeranze ganz und gar nicht erfreut ist, immerhin habe der promovierte Arzt besseres verdient, ist für Christine die Laune endgültig dahin. Doch es kommt noch schlechter. Um sich bei ihrem Chef zu profilieren, lehnt Christine den Antrag der alten Zigeunerin Mrs. Ganush (Lorna Raver) auf Kreditverlängerung ab, die sonst ihr Haus verlieren würde. Und selbst als die alte Frau vor der Bankangestellten bettelnd und flehend auf die Knie fällt, bleibt Christine hart, und lässt die Sicherheit rufen. „Sie haben mich beschämt“ zischt die Alte und schwört, bevor sie aus der Bank geworfen wird, Rache. Als Christine abends zu ihrem Auto geht, lauert ihr die Zigeunerin auf, und belegt sie mit einem unheilvollen Fluch: Drei Tage lang soll sie von einem Dämonen gequält werden, bevor sie schließlich am dritten Tage in die Tiefen der Hölle gezogen werden wird, um dort bis in alle Ewigkeit zu schmoren.
Von der ersten Minuten an, ist es offensichtlich, dass Sam Raimi den Zuschauern mit „Drag Me To Hell“ einen wunderbar altmodischen Horror-Abend spendieren möchte. Das wird bereits mit dem auf alt getrimmten Logo von Universal offenkundig, so dass sich der Film von der ersten Sekunde an von den zur Zeit im Kino etablierten Konventionen des Horror-Genres abgrenzt. Dieser Eindruck setzt sich in der knackig-kurzen, eindrücklichen und druckvollen Exposition des Films nahtlos fort, die den Zuschauer das erste mal in den Schlund der Hölle blicken lässt, bevor in großen Lettern der Schriftzug „Drag Me To Hell“ und damit die optisch äußerst ansprechenden Credits erscheinen, die in den Film einführen. Phänomenal ist auch das Sound-Design von „Drag Me To Hell“ , welches sich mit einem Druck und Dezibelfaktor präsentiert, dass im Kino zur Zeit seinesgleichen sucht. Es ist im übrigen durchaus richtig, dass Sam Raimi dem Zuschauer in diesem Film auf der narrativen Ebene absolut nichts neues präsentiert. Der Plot ist konventionell, routiniert, und in weiten Teilen ohne jegliche Überraschungen. Es ist in der Tat so, dass man dies so, oder so ähnlich alles schon mal gesehen hat. Doch genau das ist auch des Pudels Kern, denn was Raimi dem Zuschauer da vorsetzt, mag man zwar schon mal gesehen haben, aber eben leider seit langer, langer Zeit nicht mehr im Kino.
In Zeiten, in denen sich Horror im Kino im Zuge der „Saw“-, „Hostel“-, aber auch zum Beispiel den „The Hills Have Eyes“ - Verfilmungen augenscheinlich darauf verlegt hat, den Schrecken zuvorderst durch ausgiebige Blutbäder zu evozieren, beschreitet Raimi mit „Drag Me To Hell“ einen ungleich antiquierteren, aber keineswegs schlechteren Weg – ganz im Gegenteil. Vor allem aber belebt Raimi mit „Drag Me To Hell“ den okkulten Horror, der nach seiner Hochphase in den späten Sechzigern und den Siebzigern im Zuge von „Rosemaries Baby“, „Der Exorzist“, sowie „Das Omen“ wieder in der Versenkung verschwunden ist, und paart ihn mit seiner ganz eigenen inszenatorischen Handschrift. Raimis Horror lebt in „Drag Me To Hell“ davon, dass man viel hört, aber wenig sieht. Sein Spiel mit den Schatten, mit alltäglichen Gegenständen im Verbund mit der famosen Kameraführung und der dazugehörigen Geräuschkulisse dominiert „Drag Me To Hell“ über weite Teile, der aber auch von seinen allerhand ekligen Momenten zehrt, die von Raimi nicht ohne ironischen Unterton eingestreut werden. Überhaupt ist es spezifisches Charakteristikum von „Drag Me To Hell“, dass sich zuerst erschrocken wird, und dann herzhaft gelacht werden darf. Raimi legt wie schon in „Armee der Finsternis“ sehr viel Wert auf das komödiantische Element, doch im Gegensatz zum Abschluss der Teufel-Trilogie, gelingt es Raimi in „Drag Me To Hell“ den Horror nicht durch den Humor zu nivellieren. Es ist ein waschechter Höllenritt ohne jegliche Pause, den Rami mit „Drag Me To Hell“ anbietet, wunderbar untermalt von all jenen passenden Chorälen und mystischen Klängen, die man sich in einem solchen Film wünscht.
Was „Drag Me To Hell“ durch seinen doch sehr reduzierten Plot versäumt, gleicht der Film bei seinen beiden Hauptdarstellern wieder aus. Alison Lohman, die ihre Rolle mit vollem Körpereinsatz verkörpert, nimmt man ihre unschöne Situation zu jeder Zeit ab. Gerade auch ihr charakterlicher Wandel, der nötig ist um ihrem Schicksal vielleicht doch noch zu entgehen, wird von Lohman, die angesichts der Tatsache, was da im Verlauf des Films alles in ihrem Gesicht landet, wirklich zu bemitleiden ist, glaubhaft dargestellt. Highlight des Film ist jedoch ohne jeden Zweifel die von Lorna Raver gespielte Mrs. Ganush, die in all ihrer Widerwärtigkeit und Bosheit zu den interessantesten Widersachern der letzten Zeit gehört, und einen durchaus memorablen Eindruck hinterlässt. Wenn es eines Beweises bedurfte, dass Raimi die Klaviatur des Horror-Genres noch beherrscht, dann hat er diesen mit der in „Drag Me To Hell“ dargebotenen Symphonie des Grauens ohne jeden Zweifel erbracht. Anhänger von Kultfigur Ash und seiner Abenteuer werden sich an den zahlreichen Reminiszenzen an die „Tanz der Teufel“-Filme erfreuen ,und der Rest kann sich endlich mal wieder mal an einem herrlichen Horrorfilm erfreuen. Das Sam Raimi, wenn er schon mal dabei ist, sämtliche Klischeekarten spielt, die ihm zur Verfügung stehen, ob nun die von den „gefährlichen Zigeunern“, oder gar den „bösen Bankern“, schadet „Drag Me To Hell“ nicht im Geringsten, zumal es gerade auch diese oft zitierten Motive des Horror-Genres sind, die immer wieder funktionieren: Und so darf natürlich auch nicht die obligatorische Friedhofsszene fehlen, selbstverständlich nur echt mit Blitz, Donner und Wolkenbrüchen. Sogar das doch arg vorhersehbare Ende des Films ist angesichts, der Tatsache, dass „Drag Me To Hell“ eine einzige Hommage an das Horror-Kino ist, auf die man so lange warten musste, nur konsequent. - Fazit: 8 von 10 Punkten.

















