Kurz und Knackig Vol. 6


Anonyma – Eine Frau in Berlin“ (2008)

Schon seit einigen Jahren entdeckt – oder besser gesagt thematisiert - die deutsche Gesellschaft ihre Opferperspektive im zweiten Weltkrieg. Jörg Friedrichs Buch „Der Brand“, aber auch Fernsehproduktionen wie „Dresden“, „Die Flucht“, oder auch der „Untergang der Pamir“ beschäftigen sich nicht mit deutschen Tätern, sondern mit deutschen Opfern. Das diese Perspektive politisch höchst sensibel ist, und von verschiedenen Seiten schnell mit dem Adjektiv des Geschichtsrevisionismus belegt wird, ist oftmals ebenso übertrieben, wie diese Warnung im Prinzip ein gutes Zeichen ist. Auch „Anonyma“ schlägt also in diese Kerbe und beschäftigt sich basierend auf autobiographischen Aufzeichnungen mit den Massenvergewaltigungen, vor allem durch Soldaten der sowjetischen Roten Armee, denen deutsche Frauen nach dem Krieg im besetztem Berlin zum Opfer fielen. Das von der Brisanz dieses vor allem in der Nachkriegsgesellschaft tabuisierten Themas im letztendlichen Film nicht mehr sonderlich viel über geblieben ist, sondern sich als typisch-deutsches Hochglanzkino präsentiert, vermag letztlich nicht wirklich zu überraschen. Dreh und Angelpunkt ist die von Nina Hoss verkörperte „Anonyma“, und die Hoss ist auch das Einzige was den Film über den Durchschnitt hilft, verleiht sie ihrer Rolle doch als Einzige zumindest über weite Strecken die Ecken und Kanten, die für einen solchen Film doch so eminent wichtig sind. Der Rest der Regiearbeit von Max Färberböck gefällt sich jedoch viel zu sehr in der zu glatt, zu harmlos, und zu harmonisch gezeichneten Umgebung, in der dieses schreckliche Thema am Ende leider Gottes nicht viel mehr als Scharade ist, um den Zuschauer vorzugaukeln er hätte eine ernste filmische Auseinandersetzung mit dem Thema gesehen. - Fazit: 5,5 von 10 Punkten.


Australia“ (2008)

Baz Luhrmanns "Australia" ist großes Kino, da muss man gar nicht lange drum herum reden. Das es zu dem ganz großen Wurf, quasi zum überzeitlichen Meisterwerk, was „Australia“ zweifelsohne sein möchte, nicht reicht, liegt dann eben auch an der schieren Überladenheit des Drehbuchs. Was in bester „African Queen“ zwischen australischem rauh-charmanten Cowboy (Jackman) und englischer Lady (Kidman) beginnt, wandelt sich schnell zur abenteuerlichen Outback-Romantik, bevor sich „Australia“ in der zweiten Hälfte in den Wirren des zweiten Weltkrieges zum epochalen Melodram auswächst. Und über allem schwebt der Anspruch diese epic Love Story mit einem politischen Statement hinsichtlich des Umgangs der australischen Behörden und Gesellschaft mit den Aborigines zu überwölben. Das ist in der Tat viel narratives Holz, an dem sich Luhrmann in der Summe dann doch ein wenig überhebt. Nichts desto trotz bleibt „Australia“ mit seinen elegischen Bildern, großartigen Schauspielern und dem Mut zurm altmodischen Kino ein mehr als einfach nur lohnenswerter Film, der eben sehr gut, aber nicht überragendes Kino darstellt. Prunkstück von „Australia“ sind neben den immer wieder atemberaubenden Bildern ohne jeden Zweifel seine beiden Hauptdarsteller. Kidman gelingt innerhalb des Films auf eindrucksvolle Art und Weise die Wandlung von der zierlichen und hochnäsigen Lady zur anpackenden und selbstbewussten Frau, und Jackman seht dieser memorablen Performance in nichts nach. Im Nachhinein muss es also als großes Glück bezeichnet werden, dass Russel Crowe im Vorfeld aus dem Projekt ausgestiegen ist, und so für Jackman den Weg bereitet hat. - Fazit: 8,5 von 10 Punkten.


Der Tiger von New York“ (1955)

Stanley Kubricks zweiter richtiger Spielfilm ist durchaus ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite gefällt die Geschichte um einen erfolglosen Boxer (Jamie Smith) und seinem love interest als Genre-Mix irgendwo zwischen Liebesfilm und Noir. Auf der anderen Seite jedoch lassen sich die Schwächen innerhalb der unausgereift wirkenden Geschichte und der schwankenden Darstellerleistungen nicht verhehlen. Kubrick selbst war später mit dem Film nicht mehr sonderlich zufrieden, und das vermag nicht weiter zu verwundern. Wirklich interessant und ein „Muss“ ist der Streifen somit nur aus filmhistorischer Sicht in Sachen Kubrick. Die Experimentierfreudigkeit von Kubrick in bezüglich Schnitten, Einstellungen der Kamera und nicht zuletzt der musikalischen Untermalung deutet schon vieles an, was der Meister in seinen späteren Film perfektionieren wird. Exemplarisch hervorzuheben ist an dieser Stelle sicherlich der Showdown zwischen Protagonist und Antagonist in einer Fabrik für Schaufensterpuppen. Eine Szenerie die dem Ganzen eine fast surrealen Touch verleiht. Mag „Der Tiger von New York“, bzw. „Killer's Kiss“ - so der ungleich bessere englische Titel – auf der filmhandwerklichen Ebene also schon einiges vorweg nehmen, so untypisch für einen Kubrick ist der Film auf der inhaltlichen Ebene. Somit war der Abschluss in einem Film, der trotz seiner nur 68minütigen Spielzeit diverse Längen aufweist, noch das Überraschendste an der ganzen Veranstaltung. In der Summe ist „Der Tiger von New York“ somit der erste von mir gesehene Film von Stanley Kubrick den ich nicht mit 10/10 Punkten bewerten wollen würde. - Fazit: 7 von 10 Punkten.


Road Trip“ (2000)

Unter dem Eindruck von „Hangover“ und dank der dieswöchigen Wiederholung im NDR ein weiteres mal mit der latenten Hoffnung gesichtet, dass sich mir denn nun endlich der Reiz dieser Teenie-Klamotte erschließen möge. Die erhoffte Khartasis blieb jedoch aus: „Road Trip“ ist eine nur schwer erträgliche Rumblödelei die sich auf einem konstant unter der Gürtellinie spielendem Niveau befindet. Dabei ist der Prämisse, die dem Film zu Grunde liegt, ein gewisser Reiz nicht abzusprechen. Mit anderen Worten: „Road Trip“ könnte ohne weiteres funktionieren, wenn Phillips seine Vorstellung von Humor auch mal nur eine Sekunde überdacht, oder von mir aus auch nur variiert hätte. Was den Film vor einem totalen Reinfall rettet sind dann in der Tat die Konstellation der Figuren: Obschon nicht wirklich originell, sondern in der Zusammensetzung eher ein instant classic (siehe auch „Hangover“), vermögen sie doch Phillips Teenie-Filmchen einen Hauch von Charme zu verleihen. Das sich Todd Phillips dabei nicht nur in der Besetzung (Seann William Scott aka Stifler) beim „großen“ Vorbild „American Pie“ bedient ist allerdings jederzeit mehr als nur offenkundig. Nichts desto trotz bleibt „Road Trip“ zumindest in der Retrospektive interessant, zeigt sich nämlich im direkten Vergleich zu „Hangover“ durchaus, dass sich Todd Phillips Humorverständnis mitnichten geändert hat. Wohl aber hat er gelernt diesen nun auf eine Art und Weise zu präsentieren, die zwar immer noch von Zeit zu Zeit geschmacklos ist, aber in ihrer plakativen Visualisierung nicht mehr auf Toastscheiben und „Finger-in-Po“-Spielchen zurückgreifen muss. Deshalb gilt durchaus: Wer die qualitative Weiterentwicklung von „Road Trip“ zu „Hangover“ nicht erkennt, muss in der Tat mit bemerkenswerter Blindheit geschlagen sein. - Fazit: 3 von 10 Punkten.


The Reaping – Die Boten der Apokalype“ (2007)

Wissenschaft vs. Religion, Beweis vs. Glauben – Ein uralter Gegensatz, der auch im Film immer wieder gerne aufgegriffen wird. Diesmal in Form der Wissenschaftlerin Katherine Winter (Hilary Swank), die einst ihre Tochter und damit ihren Glauben an Gott verlor und sich nunmehr darauf verlegt hat, potentielle Wunder mit wissenschaftlichen Erklärungen zu widerlegen. „The Reaping“ ist in etwa so vorhersehbar, wie es der Ablauf der zehn Plagen auch ist. Es gibt blutige Flüsse, Heuschrecken, Frösche und was das alte Testament noch so zu bieten hat. Mit anderen Worten: Der Film bietet dem Zuschauer vertraute Genrekost, die mit den üblichen Mitteln auf Hochglanz gebürstet worden ist, und nutzt dazu noch einen der ältesten aber immerhin effektiven Trick: Stecke das Böse in den Körper eines kleinen Mädchens. Erfreulich ist dann immerhin noch, dass Regisseur Stephen Hopkins wenigstens versucht seinen Horror auf subtile Art und Weise zu erzeugen und weniger durch mögliches blutige Bilder. Was eine Hilary Swank in dem Streifen verloren hat, fragt man sich aber trotzdem, da diese in ihrer Rolle völlig unterfordert scheint. Letztlich kann man „The Reaping“ dann aber doch als Unterhaltung für zwischendurch durchwinken, auch wenn dieser okkulte Streich mit Sicherheit, kaum das er gesehenist, schon wieder vergessen ist. Und davon, dass dieser Hokus Pokus in seiner Prämisse, die an dieser Stelle natürlich nicht verraten wird, durchaus als reichlich schwachsinnig bezeichnet werden kann, war an dieser Stelle noch nicht einmal die Rede. - Fazit: 5 von 10 Punkten.


Tremors – Im Land der Raketen-Würmer“

Im Land der Raketen-Würmer“ ist einer dieser Fälle, wo der deutsche Titel so herrlich bescheuert ist, wie der Film dann tatsächlich lustig ist. Lustig zumindest dann, wenn man einen Sinn für humorigen B-Movie-Trash hat. Denn das und nichts anderes ist dieser Film, dem seine Geschichte herzhaft egal ist, gar nicht erst nach den Gründen fragt, sondern sich viel mehr einen Spaß daraus macht die Protagonisten des Films nicht ohne das gewisse ironisierte Augenzwinkern durch den Sand der Wüste zu jagen. Was „Im Land der Raketen-Würmer“ vor allem anderem auszeichnet ist der verwegene Haufen, der sich da mitten in der Wüste zu wilden Würmerjagd versammelt, wo über die nichtsnutzigen McKee und Bessett (Großartig: Kevin Bacon und Fred Ward) über die hübsche Wissenschaftlerin bis zum amerikanischen Waffen-Junkie-Ehepaar wirklich alles dabei ist. Das der Film somit in seiner Summe weniger erschreckend, als brüllend komisch ist, liegt dann wohl in der Natur der Sache. Und so ist der Film dann auch bestes Beispiel dafür, dass weder eine großen Budgets, noch sündhaft teurer Effekte bedarf, um einen Film zu schaffen, der witzig und voller Esprit ist. - Fazit: 7 von 10 Punkten.


TV-Empfehlungen für die Woche vom 27.07.09 - 03.08.09

Montag, 27.07.09 (und auch diese Woche wieder mit Lalia)

Ladykillers“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

(Leider) Immer noch nicht gesehen. Aber irgendwie reizt mich der Streifen auch nicht wirklich, und das trotz der Tatsache, dass zum Einen Tom Hanks in der Hauptrolle zu sehen ist, und zum Anderen die geschätzten Coen Brüder Regie geführt haben.


The Rocky Horror Picture Show“ (Kabel 1, 22.15 Uhr)

Verfilmung des Broadway-Hits mit skurillen Charakteren, mitreißender Musik und viel (schwarzem) Humor. Ein eher konservatives Paar landet in einem geheimnisvollen Schloss und lernt dessen Bewohner näher kennen, als ihnen lieb sein sollte.


Rififi“ (HR, 01.30 Uhr)

Der König der Heist-Movies: Das Herzstück des Films ist ohne Zweifel die eigentliche Raub-Sequenz, die einen Großteil der Spieldauer beansprucht, von akribischer Genauigkeit ist und ohne ein einziges Wort auskommt, noch nicht mal Musik ist zu hören. Dessin erzeugt eine Spannung, die geradezu körperlich zu erspüren ist. Wenn man plötzlich eine Stecknadel hören würde, die zu Boden fällt, man würde ohne Zweifel erschrocken zusammen zucken. Ein Meisterwerk des französischen Kinos.


Dienstag, 28.07.09


Scarface“ (Arte, 21.00 Uhr)

Ist hierzulande immer noch indiziert. Von daher sollte man um jede TV-Fassung einen großen Bogen machen, da diese doch noch gekürzt ist. Ansonsten ist De Palmas Ausflug ins kriminelle Milieu vor allem durch das Wirken von Al Pacino geprägt.


Mittwoch, 29.07.09


Zusammen ist man weniger allein“ (BR, 21.45 Uhr)

Hab ihn das letzte mal leider verpasst. Von daher gilt immer noch: Ich erwähnte ja bereits im Vorigen, dass ich dem französischem Film nicht so ganz abgeneigt bin. Deshalb werde ich auch „Zusammen ist man weniger allein“ eine Chance geben, und hoffe das diese Liebeskomödie trotz des Mitwirkens von Audrey „Amélie“ Tautou nicht ganz so hemmungslos verzuckert und verkitscht ist, wie „Die fabelhafte Welt der Amélie“.


Donnerstag, 30.07.09


Sweet Home Alabama“ (Sat1, 20.15 Uhr)

Liebeskomödie mit Reese Witherspoon und Patrick Dempsey, 08/15-Streifen mit einer Dreiecksgeschichte von Verlobtem, noch-Ehemann und Südstaatlerin, die ganz witzige Dialoge und Situationen bietet und da heute nix anderes kommt, kann ich nur das hier als Tipp weiter geben.


Freitag, 01.08.09


Dumbo” (Super RTL, 20.15 Uhr)

Disney-Zeichentrick aus dem Jahr 1941 über einen kleinen Zirkuselefanten mit zu großen Ohren. Als Kind musste ich immer weinen, wenn Dumbo wieder einmal gehänselt und geärgert wurde. Da half dann auch das Ende nicht drüber hinweg, dass ich den Film bis heute als viel zu traurig empfinde. Dennoch ein Klassiker.


Der Sturm zieht auf“ (arte, 21.00 Uhr)

TV-Dreiteiler über eine Familie im Strudel der europäischen Geschichte. Eine neuere Produktion von 2007, erinnert beim lesen etwas an Buddenbrooks, aber wohl mehr auf die geschichtliche Fakten, als auf die Familie bezogen. Einen Blick riskieren schadet sicherlich nicht.


Die sieben Schwerter“ (ZDF, 00.15 Uhr)

Annehmbares Asia-Kino, dass durch seine Bilder überzeugen kann, in der Summe jedoch bei weitem nicht so fesselnd daherkommt, wie es die Inhaltsangabe suggeriert.


American Psycho“ (RTL II, 3.40 Uhr)

Psychothriller mit Topbesetzung, typischer Investmentbanker versucht seinem Leben mehr Pepp zu geben, mit Drogen und Exzessen, bis hin zu wahllosen Morden. Doch ist dies alles Wirklichkeit oder doch nur Wahn?! Die Buchvorlage wurde in Deutschland indiziert und erst durch einen Einspruch wurde es hier frei verkäuflich.

Definitiv lohnenswert, schon allein wegen Christian Bales Monologen quer durch die Musik-Landschaft.


Samstag, 02.08.09


Reine Nervensache II“ (RTL II, 22.00 Uhr)

Teil 1 = Amüsante Komödie auf ansprechendem Niveau. Teil 2 = Braucht kein Mensch. Selbst Robert de Niro kann da nicht mehr helfen.


High Fidelity“ (Super RTL, 22.05 Uhr)

Basiert auf der gleichnamigen Literaturvorlage von Nick Hornby. Ich kenne den Film allerdings noch nicht. John Cusack wäre jedenfalls ein guter Grund mal einzuschalten.


Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis“ (ZDF, 23.45 Uhr)
Actionfilm mit einem gehörigen Schuss Humor und Witz getragen vom Zusammenspiel von Mel Gibson und Danny Glover. Grundaufbau ist das typische Cop-Motiv, zwei gegen den Rest der Welt, mit coolen Stunts und flotten Sprüchen.


„Die schwarze Dahlie“ (MDR, 00.10 Uhr)

Wunderbar photographiert, spannend inszeniert, sowie großartig besetzt. Jaja, ich finde die schwarze Dahlie immer noch top. Kann man nichts machen.


Sonntag 03.08.09


Zwölf Uhr mittags – High Noon“ (das Vierte, 18.30 Uhr)

Westernklassiker mit Gary Cooper und Grace Kelly und dem wohl am häufigsten neu-aufgelegten Showdown der Filmgeschichte. Sheriff Kane will sich ins Privatleben zurückziehen, doch zuvor muss er noch eine letzte Sache mit Killer Frank Miller regeln…


XxX“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Möchtegern-Bond-Verschnitt (Vin Diesel) macht einen auf Cool. Das „xXx“ in einigen Szenen dann auch noch überraschend unterhaltsam ist, wurde damals von mir erstaunt zur Kenntnis genommen, ergo: Kann man ganz gut mit Leben.



Und wer meinem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender und Hard Sensations., sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags).


Vorschau: Teaser zu "Alice in Wonderland"




Nun, da das Katz und Maus Spiel zwischen der Internetgemeinde und dem Verleih endlich vorbei ist, da der erste Teaser zu Tim Burtons „Alice in Wonderland“ nun offiziell vorgestellt wurde, und sich somit nicht länger der ständigen Gefahr ausgesetzt sehen muss, ständig gelöscht zu werden, will ich auch endlich meinen Senf in der causa Alice dazu geben: Ich bin ja davon überzeugt, dass „Alice in Wonderland“ etwas ganz ganz Großes werden wird. 1. Lewis Carrolls Vorlage ist geradezu prädestiniert für eine Tim Burton Verfilmung. 2. Anne Hathaway sieht als weiße Königin ebenso unfassbar gut aus, wie Helena Bonham Carter als rote Königin schräg aussieht. 3. Ein Burton, in dem Johnny Depp agiert, ist bislang noch immer ein Garant für großes Kino gewesen. Um es also kurz zu machen: Ich freue mich wie Bolle auf den Film, und der erster Teaser sieht ja auch in der Tat phänomenal aus. Und nun genug der übersprudelnden Worte (zumindest bis zum Release des ersten richtigen Trailers).


Quelle: TrailerAddict


Rezension: "Hangover"














Man konnte es schon seit einigen Wochen hören und lesen: „Hangover“ schwang sich in den USA zu dem Überraschungshit des Sommers und des bisherigen Jahres auf. Und es dauerte nicht lange, bis die nicht gerade sonderlich prominent besetzte Komödie, die unter der Regie von Todd Phillips abgedreht wurde, mit dem kurzen aber bedeutsamen Wörtchen Kult bedacht wurde. Und trotz der schier überbordenden Lobhudelei mit der „Hangover“ von weiten Teilen der Kritik und des Publikums bedacht wurde, schien ein gewisses Maß Skepsis bis zum hiesigen Kinostart geboten. Immerhin ist an dieser Stelle von einem Regisseur die Rede, der sich in seiner Karriere noch für keinen sonderlich beeindruckenden Film verantwortlich zeigte, und in seinem Debüt „Road Trip“ in Form einer reichlich abartigen Verwendung von Toastscheiben ein ziemlich merkwürdiges Humorverständnis an den Tag legte. Nun steht mit „Hangover“ Phillips neuester Versuch im so schwierigen Genre der Komödie an, und welches Ereignis und welche Stadt böte sich da besser an, als ein feucht-fröhlicher Junggesellenabschied in Las Vegas: „Viva Las Vegas!“, „One Wild Night!“, „What happens in Vegas, stays in Vegas!“ - Es gäbe in der Tat eine Menge griffige Phrasen um die an den Tag gelegte Grundstimmung von „Hangover“ zu beschreiben. Am passendsten wäre dann wohl aber doch frei nach Shakespeare: „Ein Königreich für eine Erinnerung!“


Es soll für Doug (Justin Bartha) der schönste Tag seines Lebens werden. Doch vor dem Tag an dem er seine Tracy (Sasha Barrese) zur Frau nehmen wird, schließt sich einem ungeschriebenem Gesetz zur Folge noch die obligatorische Junggesellenparty an, die zu Ehren des zukünftigen Bräutigams begangen werden muss. Und so fahren Doug und seine Freunde Phil (Bradley Cooper), Stu (Ed Helms), sowie sein schräger zukünftiger Schwager Alan (Zach Galifianakis) zwei Tage vor der Hochzeit nach Las Vegas, um es noch einmal ordentlich krachen zu lassen: Alkohol, Frauen, Glückspiel, es sollte die für die Freunde eine unvergessliche Nacht werden. Umso größer am nächsten Morgen der Schock: Aus der unvergesslichen Nacht, wurde ein Abend der am nächsten Morgen im wahrsten Sinne des Wortes dann doch leider vergessen ist. Warum ist das luxuriöse Hotelzimmer in der die Freunde einquartiert sind völlig verwüstet? Warum raucht der Sessel? Warum befindet sich im Badezimmer ein ausgewachsener und lebendiger Tiger? Warum fehlt dem Zahnarzt Stu ein Schneidezahn? Was macht eigentlich das verlassene Baby in dem halbzerstörten Zimmer. Und vor allem: Wo ist eigentlich der Bräutigam? Fragen über Fragen, mit denen sich Phil Stu und Alan am nächsten Morgen - von den nächtlichen Abenteuern schwer gezeichnet – stellen müssen, und auf die sie keine Antwort haben. Mühsam versuchen sie ihre Schandtaten der letzten Nacht zu rekonstruieren, denn viel Zeit bleibt nicht mehr bis zur Hochzeit am nächsten Tag, auf der sich die Anwesenheit des Bräutigams als durchaus praktikabel erweisen würde.


Soweit die Ausgangslage von „Hangover“, der sich somit eines ebenso simplen wie effektiven Kniffs bedient: Der Zuschauer ist immer nur genauso schlau, wie die Protagonisten innerhalb des Films. Aus dieser einfachen Prämisse holt Todd Phillips nahezu das Optimum heraus, denn es gelingt ihm mit „Hangover“ eine Komödie abzuliefern, die nicht nur witzig, sondern auch voller Tempo ist. Dabei zehrt der Film vor allem auch von den im Drehbuch gezeichneten Figuren, nebst der zugehörigen Besetzungen der Rollen. Freilich, Bradley Cooper der den angehenden Bräutigam Doug verkörpert, hat in dieser Hinsicht in gewisser Weise den undankbarsten Part, da dieser in seiner Eigenschaft als zu suchendes Objekt nur am Anfang, sowie am Ende des Films zu sehen ist. Seine drei Kollegen dürfen hingegen zeigen, was sie können. Während Bradley Cooper seinen Phil irgendwo zwischen unwilligem Lehrer, elegantem Playboy und Familienmensch mit Frau und Kind anlegt, und Ed Helms einen herrlich stereotypen Looser, der von seiner Frau gerne mal betrogen und verprügelt wird, verkörpert, ist der unbestrittene Star des Films ohne jeden Zweifel Zach Galifianakis. Der bärtige, verschrobene und skurrile Alan sorgt für die größten und meisten Lacher des Films. „Hangover“ ist somit ein weiteres Beispiel dafür, dass es der großen Gesichter auf der Leinwand nicht bedarf, um überzeugende bis überragende Schauspielleistungen im Kino zu sehen.


Bei all dem berechtigtem Lob, welches sich „Hangover“ ohne jeden Zweifel verdient hat, bleiben dann doch letzte Schönheitsfehler, die dem Film die Aufnahme in die absolut höchsten Sphären der Wertungsskala vermasseln. Was allerdings nichts an der Tatsache ändert, dass es sich bei „Hangover“ um die beste Komödie des bisherigen Kinojahres, wahrscheinlich sogar des gesamten Jahres 2009, sowie auch in den letzten Jahren handelt. Es kann eine Menge gelacht werden in diesem Film, das ist überaus erfreulich, und doch: Auch wenn es „Hangover“ immer wieder gelingt Situationskomik zu erzeugen, herrlich bissige und anrüchige Pointen zu landen, sowie eine wunderbare Chemie zwischen den Darstellern spürbar werden zu lassen, so ganz kann Todd Phillips offensichtlich nicht aus seiner Haut: Es sind zwar nur wenige Szene, in denen „Hangover“ die imaginäre Grenze zwischen gelungenem Slapstick und übertriebenem (und dann auch sofort unnötigen und nicht mehr funktionierenden) Kalauer überschreitet, doch sind diese ohne jeden Zweifel vorhanden. Doch zum Glück bleiben diese Aussetzer wirklich eine Ausnahme, und werden nicht zuletzt auch durch einen absolut famosen Soundtrack locker überspielt.


In der Summe ist „Hangover“ also ein knackiger, gut hundertminütiger Spaß, der seinen ganzen im Film gezeigten Eskapismus aber auch als eben solchen einzuordnen vermag. Das Leben ist nun mal kein ewig währender alkoholisierter Trip in Las Vegas, und „Hangover“ suggeriert dies auch an keiner einzigen Stelle: Am Ende steht natürlich die obligatorische Hochzeit. Die eine und wilde Nacht mündet für die Freunde – bis auf eine Ausnahme (Und diese Episode mag zwar berechenbar sein, doch macht sie das nicht weniger charmant) wieder in die geregelten Bahnen des Lebens. Last but not least ist „Hangover“ ein Film – und das muss durchaus auch noch einmal herausgestellt werden - der den Kauf der Eintrittskarte schon fast alleine durch seinen launigen Abspann rechtfertigt. True Story! - Fazit: 8,5 von 10 Punkten.


Quellennachweis: Abbildungen aus "Hangover". © 2009 Warner Bros.


Rezension: "Tödliches Kommando"


Kathryn Bigelow, die den Meisten durch Filme wie „Gefährliche Brandung“ und „Strange Days“ bekannt sein dürfte, ist eine der wenigen Action-Regisseurinnen Hollywoods. Und diesem Genre bleibt sie auch im Zuge von „Tödliches Kommando“ treu. Der sehr geschätzte Kollege Flo und ich sind öfters mal einer Meinung was Film-Bewertungen angeht, doch ist dieser Streifen – obschon wir beide durchaus der Meinung sind, dass es sich hierbei um einen handwerklich einwandfrei inszenierten Actioner handelt - einer jener Filme, wo wir nicht zusammen kommen. Denn während Flo in seiner Besprechung einen Film sieht, der von proamerikanischer Propaganda durchdrungen ist, das es nur so trieft, sehe ich in „Tödliches Kommando“ einen überraschend entpolitisierten Beitrag über den Irakkrieg, der auf der Mikroebene dreier Soldaten tief auf deren alltäglichen Erfahrungswelten im Einsatz blickt. Völlig unerheblich wer von uns Beiden an dieser Stelle Recht hat – vermittelt euch am Besten selbst ein Bild - möchte ich „Tödliches Kommando“ als lohnenswerten Film für den Kinobesuch empfehlen – und verweise somit auf meine Besprechung zum Film beim Manifest (Kinostart ist dann der 13.08.09).


Quellennachweis: Abbildungen aus "Tödliches Kommando". © 2009 Concorde



Special: "Deep Space Nine"


Es ist wohl für die Leser meines Blogs schon lange kein Geheimnis mehr, dass ich mich in der Frage, ob nun „Star Wars“ oder „Star Trek“, sollte ich eines Tages vor die Wahl gestellt werden, für das letztere Franchise entscheiden würde. Als einer, der sämtliche Serien und alle 11 Filme gesehen hat – und von dem letzten Kinoableger nicht sonderlich begeistert war – maße ich mir durchaus ein fundiertes (und natürlich subjektives) Urteil über die Frage an, welche Serie denn wohl die beste im Star Trek“-Universum gewesen ist. Meiner Meinung wird der dritte Serienableger „Deep Space Nine“ oftmals viel zu stiefmütterlich behandelt, handelt es sich doch um die Serie des Franchise, die mit Abstand das dichteste Handlungsgerüst und die verflochtensten Charakterkonstellationen des Franchise zu bieten hat. Mit anderen Worten: Was besseres als „Deep Space Nine“ wird mal wohl in Sachen „Star Trek“ nicht zu sehen bekommen können, auch wenn Einige nicht ganz zu Unrecht den düsteren Tenor der Serie als wenig Roddenberry-like kritisieren mögen. Wie dem auch sei: Für das Manifest habe ich im Rahmen des dortigen „Star Trek“-Specials einen Essay zu „Deep Space Nine“ verfasst, den ich interessierten hiermit ans Herz legen möchte. Und um sämtlichen Gerüchten aufkommen: Nein, ich bin keiner jener „Trekkis“ die mit spitzen Ohren und dem Klingonisch-Wörterbuch unterm Arm auf die Conventions rennt, ich schreibe nur übers Thema ;-) Zum Artikel geht es dann wie gewohnt HIER entlang.


TV-Empfehlungen für die Woche vom 20.07.09 - 26.07.09

Montag, 20.07.09 (und auch diese Woche wieder mit Lalia)


Ein wahres Verbrechen“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Von und mit Clint Eastwood – Mehr Informationen bedarf es für mich nicht, um zu wissen das ich mir den Streifen ansehen werde.


Basic Instinct“ (ZDF, 22.15 Uhr)
Thriller mit Sharon Stone als Femme Fatale und dem berühmten Beinüberschlag. Mittlerweile ist der Film 18 Jahre alt und man hat nun viel Ähnliches gesehen. Ein Star wird mit einem Eispickel ermordet, schnell ist dessen Freundin im Visier der Polizei, und die Polizei am Haken der Schönen. Erotisch?!

Ich habe noch anzumerken: Es war ja schon unnötig genug, dass das ZDF letzte Woche Sharon Stones öden Aufguss des ersten Teils gesendet hat, aber wie bescheuert ist es eigentlich, den zweiten Teil vor dem Ersten zu senden?


Raumpatroullie Orion – Rücksturz ins Kino“ (BR, 22.30 Uhr)

Deutsche Sci-Fi Serie im Aufguss von 2003. Anscheinend ein Film aus verschiedenen Serienszenen. Die Serie kann ich nur jedem empfehlen, der auch ein Herz für die alte Enterprise hat und mit schwarz-weiß zufrieden ist. Einfach deutscher Kult!


The Way of the Gun“ (Kabel 1, 22.35 Uhr)

Geht einigermaßen vernünftig los, um dann in die tiefsten Tiefen eines absoluten Grottenfilms zu versinken. Noch nicht mal Benicio del Toro und Juliette Lewis können da noch was retten. Einige wenige warnende Worte meinerseits können HIER nachgelesen werden.


Dienstag, 21.07.09


Kevin – Alleine gegen Alle“ (Super RTL, 20.15 Uhr)

1. Öder Abklatsch des Originals mit Macaulay Culkin (Was macht der eigentlich heute?). 2. Wie behämmert kann man eigentlich sein und einen Weihnachtsfilm im Hochsommer ausstrahlen?


Underworld“ (Tele 5, 20.15 Uhr)

Style over substance“- in diesem Fall ist es akzeptiert, hingenommen und geduldet. Nein, Underworld“ ist auf keinen Fall so episch, so düster, so blutig, als dass er im Genre Maßstäbe setzen könne, vielmehr ein Film der eben nur Ausdruck einer stilisierten Optik ist, und doch scheint dieses „nur“ an dieser Stelle genug zu sein. Genug für einen Film der seine starken Momente hat, wie in seiner Eröffnung, wie das Aufblitzen der blauen Augen zum Läuten der Glocken, ebenso wie seine unbestrittenen Schwächen in der Narration. -. Rezension


Quatermain – Der Schatz von Alexander dem Großen“ (Tele5, 20.15 Uhr)

Abenteuer-Abklatsch von Indiana Jones der viele Anekdoten bietet und versucht an das große Vorbild heran zu kommen. Die Filme kann man ruhig sehen und wieder vergessen ;)

Sinn und Sinnlichkeit“ (WDR, 22.45 Uhr)

TV-Dreiteiler nach der Buchvorlage von Jane Austen. Teil 1: Elinor und Marianne sind zwei wesentlich unterschiedliche Schwestern, die beide nach einer erfüllten Liebe suchen. Die eine verliebt sich leidenschaftlich, die andere zaghaft und intensiv. BBC-Verfilmung aus dem Jahr 2008 (auch Samstag 15.55 Uhr)


Secretary – Womit kann ich dienen?“ (SWR, 00.10 Uhr)

Getragen von zwei exzellent aufspielenden Darstellern (Maggie Gyllenhaal und James Spader) schwingt sich „Secretary“ zu einer intelligenten, interessanten, herzlichen, unverkrampften und zuweilen auch etwas schrägen Tragikomödie auf, und gefällt mit seiner durchaus unorthodoxen Prämisse Sadomasochismus als kathartisches Mittel gegen Autoagessionen zu stilisieren – Ein Arschvoll war wohl selten so heilsam, wie der, den sich die verschüchterte Lee (Gyllenhaal) bei ihrem Chef (Spader) abholt, und so zu neuem Lebensgefühl findet.


Mittwoch, 22.07.09


Die fetten Jahre sind vorbei“ (ARD, 20.15 Uhr)
Deutsche Tragikomödie, die oft genug ausgezeichnet wurde. Alt 68er zeigen den Jungen, wie man gegen Kapitalismus rebelliert. Lohnt sich sicher, wenn man deutschen Film mag.

Den kenne ich auch noch nicht. Muss ich also mal aufnehmen.


Django“ (SWR, 23.00 Uhr)

Western – „Django zahl heute nicht“: zwei Banditengruppen bekämpfen sich an der Grenze zwischen Mexiko und den USA. Ein Klassiker mit guter Musik und wie ich gerade sehe ab 18 Jahren. *oha*


Donnerstag, 23.07.09


Jarhead – Willkommen im Dreck“ (VOX, 21.50 Uhr)

Sam Mendes hat mit diesem Film einen sehr nachdenklichen Streifen abgeliefert, in seinem Aufbau zwar stringent, aber eben auch teilweise quälend langsam, äquivalent zur Quälerei des Wartens der Soldaten. Der Krieg bleibt über weite Strecken des Films für uns Zuschauer ebenso gesichtslos, wie für die Protagonisten des Films, und damit löst er sich in gewisser Weise von der konkreten Begebenheit des zweiten Golfkrieges, hin zu einer universell gültigen Aussage. Welche Halbwertszeit der Film haben wird, wird man mit den Jahren sehen müssen.“ (REZENSION) – Und es hat in der Tat nicht lange gedauert, denn die alltäglichen Erfahrungswelten westlicher Streitkräfte im Irak oder Afghanistan sehen heute mittlerweile ganz anders aus. Kathrin Bigelows „Tödliches Kommando“ (der in einigen Wochen in die deutschen Kinos kommt) kann somit meiner Meinung nach als Weiterführung von Mendes „Jarhead“ verstanden werden.


Freitag, 24.07.09


Original Sin“ (Das Vierte, 20.15 Uhr)

Öde und uninspiriert plätschert der Streifen vor sich hin, der aufregend sein möchte, dabei aber offensichtlich nicht verstanden hat, wie das funktioniert. Oder aber die Beteiligten an dem Film haben sich gedacht, dass es schon reichen würde, wenn man die Jolie möglichst oft ins rechte Licht setzt. Nun ja, diese Rechnung ging jedenfalls nicht auf.


From Hell“ (RTL II, 22.00 Uhr)
Thriller mit Johnny Depp als Jäger des Jack the Ripper.
Wie in allen Ripper Filmen wird ein düsteres London des 19 Jahrhunderts gezeigt. Und wie immer gibt es auch hier keine eindeutige Lösung des Falls, aber das braucht es bei diesem Ensemble auch nicht.

Ach, den Film mag ich irgendwie auch muss ich mal sagen.


Samstag, 25.07.09


Die fabelhafte Welt der Amelie“ (Vox, 20.15 Uhr)

Letztlich istDie fabelhafte Welt der Amélie“ dann auch nicht mehr als das fabelhafte Märchen, als das es angepriesen wird. Nun ist gegen diese ganze Utopie der Glückseligkeit, mag sie auch noch so dick aufgetragen sein, eigentlich nichts einzuwenden, ist sie doch im Kern eigentlich ganz schön, doch der Konsum von Jeunets Zuckerstange ist ein klebriger Genuss, so überkandidelt, so süß das zumindest dem Einen oder Anderen hinterher schlecht sein dürfte. Fabelhaft ist dann halt doch ein sehr dehnbarer Begriff.“ - Mehr leicht spöttelnde Worte finden sich HIER


Erbarmungslos“ (ZDF, 23.45 Uhr)
Clint Eastwood Western mit vier Oscarn ausgezeichnet. Ein Kopfgeldjäger wird von Huren angeheuert, um Rache zu üben. Der verbitterte Ex-Revolverheld legt sich bei seiner Suche auch mit dem Gesetzeshüter an. Der Plot ist nicht so interessant, wie die Schauspieler und die Bildsprache es dem Zuschauer dann zeigen.

Und mal ganz nebenbei noch dazu eine grandiose Dekonstruktion eines, wenn nicht sogar des uramerikanischen Genres. Grandios inszeniert und gespielt von Clint Eastwood.


Zwei glorreiche Halunken“ (ARD, 01.15 Uhr)

Und noch ein Westernklassiker mit Clint Eastwood, diesmal von Sergio Leone. The good – ein mysteriöser Fremder, the bad – ein Revolverheld, and the ugly – ein sadistischer Krimineller sind gemeinsam hinter einem Schatz her. Auch hier ist der Plot nicht so wichtig, die Charaktere machen den Klassiker draus.


Sonntag 26.07.09


Glauben ist alles!“ (Pro7, 14.45 Uhr)
Komödie mit religiösem Zusatz. Edward Norton und Ben Stiller verleihen der Ernsthaftigkeit die Leichtigkeit, die der Film zu einer Komödie braucht. Das hätte sonst auch mächtig schief gehen können.


The Fast and the Furious: Tokyo Drift“ (RTL, 20.15 Uhr)

Kenne ich nicht, und will ich auch nicht kennen.


King Arthur“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Historischer Kostümfilm in dem mal wieder die Arthur Sage verwendet wurde. Da die ursprüngliche Geschichte nur Sage ist, kann man sie auch so interpretieren, dass Arthur ein Römer war. Wenn man sich damit anfreunden kann, und auf Schlachten mit Schwertern steht, dann kann man diesen Film anschauen. Und wen das nicht überzeugend genug ist, für den gibt es Clive Owen oder Keria Knightley als Augenschmaus.

Oder aber: Lachhaft, grottig, eine Katastrophe. Und als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, kommt dann auch noch Till Schweiger als thumber Sachse aus dem Wald gesprungen. Das ist mehr als ein normaler Mensch ertragen kann. Nein Danke! ;-)


Domino – Live fast, die young“ (Pro 7, 23.25 Uhr)

Keira Knightley versucht sich als toughe Kopfgeldjägerin in Tony Scotts Action-Vehikel, das für sich in Anspruch nimmt auf einer wahren Begebenheit zu beruhen. Vor Jahren einmal gesehen, meine ich mich daran zu erinnern, dass ich mich zumindest von Scotts Bilderflut unterhalten gefühlt habe.


A.I. - Künstliche Intelligenz“ (ARD, 23.55 Uhr)

Von Stanley Kubrick erdacht und schließlich von Spielberg umgesetzt, zeigt sich dieser Dualismus auch unzweifelhaft in den Bildern, die in ihren stilistischen Brüchen nicht wirklich homogen wirken. Mir hat der Film beim ersten Sehen jedenfalls gefallen, ohne das ich mir jedoch weitergehende Gedanken zur Intention und Umsetzung gemacht habe. Deshalb werde ich mich an dieser Stelle einem endgültigem Urteil verweigern.

Und Lalia meint dazu: Spielbergs Sci-Fi Märchen á la Pinoccio. Ein Roboterjunge will ein echter Mensch werden. Der Look des Films ist großartig, auch die Charakterstudien sind gelungen, leider verliert der Film seinen Charme am Ende… Also einfach Ausschalten wenn der Jungs „schläft“ und dann weiß der Film zu gefallen.



Und wer meinem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender und Hard Sensations., sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags).


Rezension: "Kommissar Bellamy"














Man steht manchmal als Kritiker in der Verlegenheit über einen Film schreiben zu wollen, zu dem einem schlicht und ergreifend die Hintergründe zu den Beteiligten fehlen. Oder aber anders ausgedrückt: Die Kontextualisierung des gesehenen Films in das Gesamtwerk wird zu einer Sache oberflächlichen Nacherzählens schnell angelesener Informationen. So geht es mir jedenfalls im Fall von „Kommissar Bellamy“ des französischen Regisseurs Claude Chabrol. Chabrol, offensichtlich wesentlicher Vertreter der französischen Nouvelle Vague und bekannt für seine oftmals sehr sozialkritischen Filme, hat in seiner Karriere weit über 50 Filme abgedreht – von denen ich keinen einzigen gesehen habe. Optimale Voraussetzungen also den nun in den deutschen Kinos laufenden „Kommissar Bellamy“ mit Gérard Depardieu in der Hauptrolle zu besprechen. Mit anderen Worten: Weder kann diese Kritik eine Aussage über etwaige typische Elemente Chabrols treffen, die sich „Kommissar Bellamy“ eventuell wiederfinden lassen, noch kann der Film in einen größeren Gesamtkomplex eingefasst werden. Was jedoch bleibt, und darauf kommt es ja auch letztlich an, ist eine Kritik zu einem Film der an dieser Stelle – im Gegensatz zu vielen anderen zu lesenden Meinungen – überaus positiv ausfallen wird.


Es ist Sommer und der Kommissar Paul Bellamy (Gérard Depardieu) entflieht zusammen mit seiner Frau Françoise (Marie Bunel), wie in jedem Jahr, dem Pariser Trubel für ein paar Wochen und verbringt seinen Urlaub in dem ruhigem Städtchen Nîmes. Die holde Zweisamkeit wird jedoch jäh gestört, als ein fremder Mann ununterbrochen um das Ferienhaus des Kommissars herumschleicht. Schließlich kommt es zwischen beiden Männern doch zum Gespräch, in welchem von Noël Gentil (Jacques Gamblin), wie sich der Mann nennt, erfährt, dass dieser einen Mann getötet habe. Interessiert hört sich der Kommissar diese Geschichte um Liebe, Mord und einen Versicherungsbetrug an, und begibt sich in der Folge auf die Spur nach des Rätsels Lösung. Währenddessen trifft auch Bellamys Halbbruder Jacques Lebas (Clovis Cornillac) im Feriendomizil des Paares ein, was zwischen den Brüdern alsbald für Spannungen sorgt.


Was sich zunächst als Auftakt für einen Krimi mit Anleihen an die schwarze Serie nebst klassischer Femme Fatale präsentiert, wandelt sich schnell zu einer sozialkritischen Charakterstudie die zuvorderst auf die Persönlichkeiten der Protagonisten abzielt, und den zu lösenden Kriminalfall folgerichtig schnell in den Hintergrund treten lässt. Zentrum von „Kommissar Bellamy“ ist logischerweise Gérard Depardieu, den man in einer Hauptrolle schon lange nicht mehr so gut gesehen hat, gefällt mit seinem nuancierten und teils sehr physischen Spiel, das in diesem Film über Neugier, Eifersucht, Liebe und Wut und Verlangen die komplette Bandbreite menschlicher Emotionen abdeckt. Der von Depardieu verkörperte Charakter ist es auch, der die Verbindung zwischen den beiden narrativen Strängen des Films darstellt. Denn während es zum Einen um Verbrechen als Folge fehlgeleiteter Liebe geht, handelt der zweite – wahrscheinlich sogar wichtigere Teil des Films – von dem innerfamilären Konflikt zwischen den beiden Halbbrüdern. Letztlich ist das auch der Teil des Films, welcher der gelungenere von beiden ist, allein schon deshalb weil Chabrol die erzählte Kriminalgeschichte über weite Strecken schon nahezu fahrlässig vernachlässigt, und diese somit zu keinem Zeitpunkt sonderlich in die Tiefe geht.


Insgesamt ist „Kommissar Bellamy“ über weite Strecken gemächliches, aber sehr interessantes Darsteller-Kino, welches vor allem von Depardieu getragen wird, aber auch die anderen Darsteller wissen in ihren Rollen zu überzeugen. Wäre ich mit der literarischen Figur Kommissar Maigret vertraut, immerhin ist der Film unter anderem deren Schöpfer Georges Simeon gewidmet, mir würde zu „Kommissar Bellamy“ wahrscheinlich noch mehr einfallen. Und wäre ich mit dem Oeuvre von Chabrol vertraut, würde mir dementsprechend noch einiges mehr ein- und auffallen. So bleibt mir nur zu sagen, dass „Kommissar Bellamy“ ein äußerst lohnenswerter Film darstellt, auch wenn ich mir sicher bin, dass ich nur die Hälfte der von Chabrol in den Film implementierten Symbole und Metaphern verstanden habe. Allein das mir während des Films die Doppeldeutigkeit der Namen der Protagonisten nicht aufgefallen ist (Bellamy, Sancho, Leullet, Gentil, Bonheur, Lebas), erinnert mich an die alte Weisheit, das man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. - Fazit: 7 von 10 Punkten.


Quellennachweis: Abbildungen aus "Komissar Bellamy". © 2009 Concorde


Rezension: "The Broken"



"You have conquered, and I yield. Yet, henceforward art thou also dead — dead to the world and its hopes. In me didst thou exist — and, in my death, see by this image, which is thine own, how utterly thou hast murdered thyself." - Eine Edgar Allan Poe-Verfilmung mit Lena Heady in der Hauptrolle. Kann das gut gehen? Einfache Antwort: Ja, es kann. Sean Ellis gelingt mit dieser freien Interpretation der Poeschen Kurzgeschichte „William Wilson“ eine atmosphärisch dichte Grusel-Geschichte mit einer mehr als nur überzeugenden Lena Heady. Schon schade, dass es in den hiesigen Kinos nur noch zu „Saw“-Horror und miesen Asia-Remakes reicht (Ausnahme: „Drag Me To Hell“), für solch interessante Filme aber anscheinend kein Platz ist. Warum sich der nun erschiene Silberling mit dem Film lohnt, können Interessierte meiner Besprechung beim MANIFEST entnehmen.


Quellennachweis: Abbildungen aus "The Broken". © 2009 Koch Media


Rezension: "Ice Age 3 - Die Dinosaurier sind los"












2002 war die eiszeitliche Urwelt noch in Ordnung: Faultier Sid faulte, Mammut Diego stampfte und Säbelzahntiger Diego pirschte durch die Gegend. Nicht zu vergessen das Säbelzahnhörnchen Scrat, das einem pelzigem Sisyphos gleichend, auf der ewigen Jagd nach der Eichel war. Der erste Teil von „Ice Age“ stellte somit vor einigen Jahren eine echte und liebenswerte Alternative zum Branchenprimus Pixar dar, der wohl zu Recht zur absoluten Referenz im Genre des Animationsfilms gilt, und das eben nicht nur technisch, sondern vor allem auch inhaltlich. Und genau dort, auf dieser narrativen Ebene, hatte „Ice Age“ durch seine schrulligen und interessanten Charaktere seine Stärken. Mittlerweile ist auch das „Ice Age“ - Franchise vom technischen Standpunkt her State of the Art, doch konnte man schon im zweiten Teil beobachten, dass die Pointen nicht mehr ganz so oft zünden wollten, die Charaktere schon nicht mehr ganz so liebenswert waren, und das last but not least auch die erzählte Geschichte nicht mehr so gut funktionieren wollte. Heilsbringer in der Not war da mal wieder Scrat, der dem drohenden Abwärtsstrudel immerhin phasenweise Einhalt gebieten konnte. Nun steht mit „Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los“ das dritte Abenteuer der eiszeitlichen Helden an (in einigen Kinos sogar in 3D) und man darf gespannt sein, ob es den Beteiligten gelungen ist, den latenten Abwärtstrend zu stoppen.


In der doch arg unkonventionellen Herde rund um Faultier Sid stehen einschneidende Veränderungen an. Mammut-Pärchen Manni und Elli erwarten ihr erstes Kind, und was die Frau Mama in spe erstaunlich kalt lässt, führt bei Papa Manni zu erhöhtem Pulsschlag und geschäftigem Treiben. Seiner kleinen Familie soll es später an nichts fehlen – selbst gebautem Spielplatz für den Kleinen inklusive. Währenddessen befindet sich Säbelzahntiger Diego in einer waschechten Midlife-Crisis: Der alte Säbelzahn ist auch nicht mehr das, was er mal war, ist völliger außer Form geraten und kündigt den Freunden seinen Abschied an. Das quirlige Faultier Sid hingegen hat sich keine Spur verändert, und geht seiner Umgebung auf liebenswerte Art und Weise wie gehabt auf den Geist. Aber auch er spürt den Wind der Veränderung, und als er eines Tages einen Haufen scheinbar verlassener Eier findet, beschließt er seine eigene Familie zu gründen. Dumm nur, dass die Eier – und die bald daraus geschlüpften Babys – einer ausgewachsenen und ziemlich wütenden Tyrannosaurus Rex – Mama gehören, die sich nicht nur ihre Babys zurückholt, sondern auch Sid entführt. In diesen schwierigen Zeiten zeigt sich dann, dass die bunt zusammengewürfelte Herde wenn es drauf ankommt doch zusammenhält, und so machen sich Manni, Elli, Diego und die beiden hyperaktiven Opossums Eddie und Crash auf die Suche nach ihrem Freund. Einstweilen bekommt Scrat bei seiner Hatz nach der legendäre Eichel verführerische Konkurrenz: Säbelzahnhörnchenweibchen Scrate.


E soll an dieser Stelle nicht lange um den heißen Brei herum geredet werden: Dieser dritte Teil des Franchise kommt natürlich weder auch nur annähernd in die Nähe des ersten Teils, noch vermag er den Abwärtstrend, den der zweite Teil eingeleitet hat, wirklich zu stoppen. Sicher, handwerklich gibt es an „Ice Age 3“ nichts auszusetzen und ein wirklich schlechter Film sieht deutlich anders aus, und trotzdem: Das es den Machern nicht gelungen ist auch auf inhaltlicher Ebene wieder mal deutliche Akzente zu setzen, ist zu bedauern. Der Humor, der gerade auch den ersten Teil durchzog, und in seiner Ausrichtung den Spagat zwischen jungen Zuschauern und Erwachsenen schaffte, ist nun weitestgehend verflogen. Was bleibt sind recht offensichtliche, teils sogar ziemlich platte, und nur selten funktionierende Kalauer. Auch in der Entwicklung der Charaktere mag der Film nicht so recht vorankommen. Exemplarisch für diesen Sachverhalt ist die angebliche Sinnkrise von Diego, die schneller gegangen, als gekommen ist. Gerade der verschlagene Säbezahntiger war insbesondere noch im ersten Teil der wohl interessanteste Charaktere. Von dessen Ambivalenz ist nun aber endgültig nichts mehr über geblieben. Gelungen hingegen ist die Implementierung der neuen Figur Buck: Ein leicht durchgeknalltes Wiesel, dass sich als Exilant in der Welt der Dinosaurier in Rambo-Manier durch den Dschungel kämpft, und die Freunde bei der Suche nach Sid unterstützt. Hier gelingt es „Ice Age 3“ endlich mal wirklich neue Impulse zu setzen, die den Film zumindest zeitweise aus seinen ansonsten recht eingefahrenen Bahnen befreien können.


Apropos Dinosaurier: Die durften ja irgendwo auch nicht fehlen, und es war wohl in der Tat nur eine Frage der Zeit bis diese auch in „Ice Age“ ihren ersten Auftritt haben würden. Nun ist es soweit, doch die Verlagerung der Handlung in neue Gefilden kann – obschon optisch natürlich sehr gefällig – die bereits angesprochenen Schwächen des Films nur in Ansätzen übertünchen. Letztlich bleibt zu „Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los“ nicht viel zu sagen: Es ist ein schönes Wiedersehen mit lieb gewonnenen Charakteren, doch so langsam stellt man sich dann doch die unterschwellige Frage, ob man auf ein Wiedersehen nicht doch lieber verzichten wollen würde, wenn es in der Filmentwicklung weiter geht wie bisher. Man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am Schönsten ist. Dieser Zeitpunkt ist natürlich schon längst verpasst. Bleibt zu hoffen, dass das Franchise den Absprung schafft, bevor es endgültig den Bach runter geht. Oder aber „Ice Age“ bekommt tatsächlich noch mal die Kurve. Aber mal ernsthaft: Wer vermag daran, allein schon nach dem Verlauf des bisherigen Kinojahres mit all seinen mittel- und unterklassigen Sequels, die sich in der sicheren Gewissheit an der Kinokasse zu reüssieren in der Konzeption kaum noch Mühe geben – und „Ice Age 3“ reiht sich in diese ruhmlose Riege nahtlos ein – noch wirklich zu glauben? - Fazit: 5 von 10 Punkten.


Quellennachweis: Abbildungen aus "Ice Age 3 - Die Dinosaurier sind los". © 2009 2oth. Fox


TV-Empfehlungen für die Woche vom 13.07.09 - 19.07.09

Montag, 13.07.09 (und auch diese Woche wieder mit Lalia)


Hocus Pocus“ (SRTL, 20.15 Uhr)

Grandios. Nachdem ich vor einiger Zeit im Zuge des legendären Filmstöckchens „Hocus Pocus“ zu einem meiner erschreckendsten Filmerlebnissen meiner Kindheit erklärt hatte, und ich bis heute eigentlich gar nicht weiß, was ich daran so gruselig gefunden haben könnte, kommt der Fuilm nun tatsächlich im Fernsehen. Wird aus Nostalgiegründen somit aufgenommen. PS zum Thema unnütze Informationen, die die Welt nicht braucht: Ich sehe gerade, dass eine der drei Hexen von Sarah Jessica Parker gespielt wird.



Black Rain“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Ridley Scott setzt sich in Thriller-Form mit der amerikanischen und japanischen Kultur auseinander. Solide, aber nichts desto trotz schon allein wegen Michael Douglas für mich nicht wirklich ein Grund einzuschalten.


Basic Instinct - Neues Spiel für Catherine Tramell(ARD, 22.15 Uhr)

Liebe ZDF-Redaktion: Ich dachte es ginge euch bei euren Sommernachtsphantasien tatsächlich um ein wenig Phantasie nebst intelligenter Story, und einer Priese Erotik. Müßig zu erwähnen, dass all dies in diesem unnötigen, katastrophalen und miesen zweiten Teil nicht vorhanden ist.


Flucht aus L.A. (Kabel 1, 22.35 Uhr)

Kann man sich ansehen, schon alleine weil Kurt Russel als Snake Plissken immer noch unfassbar cool ist. Mir gefällt der Vorgänger aber trotzdem weitaus besser.


Frantic“ (WDR, 22.45 Uhr)

Polanski-Thriller mit Harrison Ford. Während eines Urlaubs verschwindet Walkers Frau in Paris. Eine Telefonnummer führt ihn zu einer Leiche und zu der üblichen Famme Fatale – Atmosphäre à la Hitchcock.


Stolz und Vorurteil“ (ARD, 01.45 Uhr)

Literaturverfilmung von Jane Austens Roman aus dem Jahr 1940. Kann gar nicht schlecht sein, da die Vorlage schon sehr amüsant und facettenreich ist. Es geht um Vorurteile wohlhabenden Leuten gegenüber, dem Stolz der Frauen, und umgekehrt. Wer schon immer mal wissen wollte, was es mit Mr. Darcy auf sich hat, sollte einen Blick auf den Stoff werfen.


Dienstag, 14.07.09


Ruby & Quentin“ (Pro7, 10.15 Uhr)
Komödie mit Jean Reno und Gérard Depardieu. „Der Killer und die Klette“ - Ich denke zu dieser deutschen Unterzeile muss man nicht mehr hinzufügen. Kurzweilig wegen den Schauspielern.


Superman II - Allein gegen alle“ (Tele5, 20.15 Uhr)

Comicverfilmung der ersten Stunden und eine der nicht so gelungenen Fortsetzungen. Drei Superverbrecher terrorisieren die Menschheit und nur einer kann sie stoppen. Für heutige Augen gewöhnungsbedürftige Effekte, storytechnisch eh nicht der Bringer, aber Christopher Reeve bleibt einfach ein Idol.


Vier Frauen und ein Mord“ (HR, 23.59 Uhr)

Miss Marple Film. Diesmal stolpert sie bei der Morduntersuchung auf eine Theatertruppe, die eher zweitklassig ist. Wie immer amüsant und einfach ein Klassiker.


Mittwoch, 15.07.09


Goodfellas – Drei Jahrzehnte einer Mafia (SWR, 23.00 Uhr)

Mit diesem Film hat Martin Scorsese meiner Meinung nach den besten Film im Milieu der Mafia abgeliefert, seit Coppolas „Der Pate“. Für mein dafürhalten einen Tick besser als „Casino“, aber was heißt das schon in dieser Preisklasse? Wobei man sagen muss, dass Matteo Garrones Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra“ mittlerweile die Referenz des Genres darstellt, auch wenn der Ansatz natürlich auch ein ganz anderer ist, als die Mafia-Streifen aus Hollywood.

@ Lalia: Wie ich deinen TV-Tipps entnommen habe, hast du den also noch nicht gesehen. Wie du dir denken kannst: Es lohnt sich.


Donnerstag, 16.07.09


Signs” (SAT 1, 20.15 Uhr)

Mystery von M-Night Shyamalan mit Mel Gibson und Joaquin Phoenix. Wenn man den Film nicht ernst nimmt, kann man super unterhalten werden. Ansonsten ist der Plot eher nervtötend und die „große Überraschung“ ist so lächerlich, dass wir damals im Kino alle nur lachen konnten. Inhalt: Kornkreise deuten auf eine Alieninvasion hin, Farmervater will seine Kinder beschützen…


München“ (ARD, 22.30 Uhr)

Meine ausführliche Meinung zu dem Film lässt sich an dieser Stelle nachlesen. Einstweilen an dieser Fazit meiner Rezension, verbunden mit einer uneingeschränkten Sehempfehlung: Schlussendlich ist „München“ nicht weniger als Spielbergs Plädoyer für Ethik und Moral - Und das ist politischer, als manch einer denken mag.“

Spielbergs Thriller über die Geschehnisse nach dem Attentat bei den Olympischen Spielen in München 1972. Super Besetzung und viele menschliche Emotionen machen diesen Film für mich zu einem perfekten Film. IMO wertet Spielberg weder die Aktionen des Mossads noch der PLO oder sonstiger Regierungsorganisationen, im Vordergrund steht die Spirale der Rachegelüste und der Gewalt.


Freitag, 17.07.09


Die Herrschaft des Feuers“ (Pro7, 20.15 Uhr)

Fantasy mit Christian Bale, der hier leider nichts retten kann. 2020 beherrschen feuerspeiende Drachen die Erde, nur ein paar Widerständler haben überlebt. Wer nun „Terminator - Die Erlösung“ gesehen hat, muss diesen Film nicht sehen. Mich erinnerte der Film etwas an den Flop „Postman“ , sowie „Dragonheart“ – mittlerweile eben auch an T4.

Ich fand den Film auch ziemlich dröge.


The Skulls“ (Pro 7, 00.10 Uhr)

Unbeschreiblich dämlicher Thriller im amerikanischen Verbindungs-Milieu. Läuft unter dem Motto: Filme, die die Welt nicht braucht.


Apollo 13“ (ZDF 00.15 Uhr)

Raumfahrerdrama nach einer wahren Begebenheit. „Houston, wir haben ein Problem!“. Ron Howard zeigt die Beklemmung und die Weite des Weltraums aus der Sicht der Apollo 13 Crew, deren Familien und der Bodenstation. Hat ein wenig von McGyver wie sie versuchen die Crew zu retten. Auch wenn man weiß, wie es ausgeht, spannend bleibt es.

Ja, kann man sich in der Tat ansehen. Trotzdem war ich von dem Film damals doch ein wenig enttäuscht.


Samstag, 18.07.09


Wege zum Ruhm“ (Das Vierte, 18.30 Uhr)

Ist natürlich ein ganz und gar großartiger Film. Dabei noch ganz nebenbei Kubricks bester Antikriegsfilm. Zu dem Streifen gibt es hier auf dem Blog auch schon ein „A Closer Look“, in dessen Zuge sich weiterführende Worte zu dem Film finden lassen.


Asterix und Kleopatra“ (Sat1, 20.15 Uhr)

Zeichentrick von 1968 – Klassiker nach den beliebten Comicbüchern über das kleine gallische Dorf, dass sich jeder Besatzung widersetzt. Diesmal helfen sie einem alten Freund, dem ägyptischen Architekten Numerobis. Dieser soll für Kleopatra eine Wette gegen Cäsar gewinnen und braucht dafür etwas Zaubertrankhilfe. „Oh diese Nase!“ witzig!

Dazu fällt mir noch DAS ein... :D


Arlington Road“ (RTL II, 20.15 Uhr)

Spannender Psycho-Thriller mit Jeff Bridges, der wirlich zu empfehlen ist.


Das Omen“ (RTL, 22.05 Uhr)

Modernes Remake des Originals aus den Siebziger Jahren mit Julia Stiles in der Hauptrolle. Kommt natürlich überhaupt nicht an das Original ran, funktioniert letztlich auf der Ebene der Unterhaltung jedoch einwandfrei.


Die Klapperschlange“ (Kabel 1, 00.00 Uhr)

Ganz, ganz toll: Der Film lebt wie bei einem Carpenter Streifen zu erwarten vor allem von seiner Atmosphäre. Carpenters spartanischer Synthiescore verschmilzt förmlich mit den düsteren Bildern Dean Cundeys, dessen Arbeit auch schon zuvor bei Halloween und The Fog für die außergewöhnliche unterschwellige Bedrohung sorgte.“


Sonntag 19.07.09


Paycheck“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

John Woo hat diesen Film dermaßen vermurkst, dass es fast schon körperliche Schmerzen bereitet. Kann man sich getrost sparen. Nein falsch, denn hat man sich zu sparen.


Ein süßer Fratz – Funny Face“ (Arte, 20.15 Uhr)

Musicalfilm mit Audrey Hepburn und Fred Astaire. Kleine graue Maus wird von einem Modemagazin umgestylt. Dadurch verändert sich nicht nur ihr Äußeres. Süß und vorhersehbar wie My Fair Lady, nur mit Happy End.


The Fountain – Quell des Lebens – ARD 23.55

Sci-Fi-Fantasy von Darren Aronofsky – Man muss sich schon auf diesen ungewöhnlichen Stil und einer dreigeteilten, über mehrere Zeitebenen gestreckten, Liebesgeschichte einlassen. Dann erlebt man einen bildgewaltigen Film, der einen auf einer Ebene berührt, die man schwer in Worte fassen kann. Warum streben wir nach dem ewigen Leben und fürchten den Tod?! Ist der Tod das Leben?!

Fantastisch. Das wird dann nach „The Wrestler“ endlich mein zweiter Aronofsky, und ich bin mir sicher, dass mir der Film auch gefallen wird. - REZENSION


Dead Man Walking“ (Kabel 1, 00.10 Uhr)

Von Sean Penn und Susan Sarandon großartig gespieltes Drama, das ich mir unbedingt mal wieder ansehen muss, weil mir leider zu viele Einzelheiten des Inhalts nicht mehr präsent sind.


Und wer meinem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender und Hard Sensations., sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags).


 
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