TV-Empfehlungen für die Woche vom 28.09.09 - 04.10.09


Man wird mit Sicherheit nicht behaupten können, dass in der nächsten Woche nur Schrott in der Flimmerkiste kommt. Es werden sogar eine ganze Reihe von sehr empfehlenswerten Filmen gesendet, die allerdings in der Masse Wiederholungen darstellen. Trotzdem möchte ich auf diese Filme gerne hinweisen und bitte meine regelmäßigen Leser wegen der Wiederholungen auf meinem Blog um Nachsicht. ;-)


Montag, 28.09.09

Die Truman Show“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Ist so ziemlich der einzige Film mit Jim Carrey, den ich mir gerne ansehe. Das ist doch immerhin auch schon mal was.


Zusammen ist man wenig Allein“ (SWR, 23.00 Uhr)

Das Audrey Tautou mehr kann, als zuckersüß-altruistische Améliechen zu spielen, beweist sie in „Zusammen ist man wenig allein“, der im Übrigen die bessere Amélie ist. Intelligent, witzig, dabei nicht ohne Ecken und Kannten, reüssiert dieser Film dort, wo Jeunets Kitschbombe versagt hat: Mich zu berühren. Fabelhaft ist eben doch ein dehnbarer Begriff.


Interview mit einem Vampir (Arte, 23.55 Uhr)

Rice' Vampir-Story wartet mit einer interessanten Perspektive auf: „Interview mit einem Vampir“ dreht dreht sich nämlich nicht um die Jagd nach einem Vampir, sondern um das Leben eines Vampirs und der Problematik unsterblich zu sein, sprich dem „Fluch der Zeit“ zu unterliegen. Am deutlichsten manifestiert sich dies schlussendlich in der Rolle von Kristen Dunst, die für ihr Alter eine grandiose Schau bietet.


Bube, Dame, König, Gras“ (RTL II, 02.15 Uhr)

Es wäre mit Sicherheit keine Übertreibung zu behaupten, dass die ersten beiden Filme von Guy Ritchie seine Besten sind. Man darf gespannt sein, was der Brite und Ex-Mann von Madonna demnächst mit seiner Neuverfilmung von „Sherlock Holmes“ abliefert. Einstweilen kann man sich noch mal in Erinnerung rufen, warum Vinnie Jones so unfassbar cool ist.


Dienstag, 29.09.09


Last Action Hero“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Werde ich nicht wirklich warm mit, obschon ich die Prämisse des Films als überaus Gelungen erachte. Trotzdem: Muss ich nicht unbedingt sehen.


Kiss Kiss Bang Bang (Tele 5, 22.30 Uhr)

Wundervolle Hommage an den Film Noir im modernen Gewand. Robert Downey Jr. Und Val Kilmer in herrlichen Rollen tragen einen Film, der nicht nur locker, leicht, witzig und intelligent ist, sondern auch zutiefst schwarz. Du checkst es nicht hä? Das is hier nicht guter Cop, böser Cop, das hier is Schwuchtel und Kanalratte.“


Leaving Las Vegas“ (RBB, 22.50 Uhr)

Las Vegas ist in diesem Film nicht mehr als eine Schablone. Figgis macht dies auch optisch deutlich. Die Lichter der Stadt verschwimmen zu einem undefinierbaren Ganzem: Es geht in diesem Film nicht über die „sündige Stadt“, sondern um das Schicksaal zweier Menschen „Leaving Las Vegas“ erzählt seine Geschichte in langsamen, eindringlichen Bildern. Der ruhige, jazz-lastige Score (Der ebenfalls von Figgis komponiert wurde), der oftmals nur von den Klängen eines Pianos getragen wird, unterstreicht den melancholischen Tenor des Films.“ - KLICK


Little Miss Sunshine“ (NDR, 23.00 Uhr)

Liebe, Verzweiflung, und Tod, das sind keine einfache Themen, denen man sich aber unverkrampft nähern kann. Mit einem Auge für das Detail, und ohne den Zuschauer für Blöd zu verkaufen. Natürlich dreht es sich in „Little Miss Sunshine“ darum, dass jeder an sich glauben, seine Träume verwirklichen soll, und doch: Der berühmte „American Dream“ ist in diesem Film nicht mehr als eine leere Hülse, die immer weiter an Bedeutung verliert, je näher wir dem Ende des Films kommen, denn weder ist das Leben einfach, noch kann jeder Traum in Erfüllung gehen. Manchmal werden wir enttäuscht, und müssen das Beste aus der Situation machen – Darum, und noch um viel mehr geht es in „Little Miss Sunshine“ - REZENSION


Mittwoch, 30.09.09


The Italian Job“ (Tele 5, 22.35 Uhr)

Den kann ich immer noch gut leiden. Erstens ist der Film trotz all seiner Oberflächlichkeit unterhaltsam geraten. Zweitens sehe ich Edward Norton gerne und Drittens sind die Mini Copper eh die heimlichen Stars des Films.


Nosferatu“ (Arte, 03.00 Uhr)

Murnaus expressionistischer Stummfilm gilt wohl zu Recht als DER Klassiker unter den Vampir-Streifen. Max Schreck Verkörperung als Graf Orlok ist unfassbar erschreckend. Leider scheint ARTE den Film, der - wie mit Sicherheit jeder weiß – eine bewegte Geschichte hinter sich hat, in der schwarz-weiß Fassung auszustrahlen und nicht in der restaurierten Fasssung, die seit einiger Zeit von der Murnau-Stiftung auf DVD herausgebracht worden ist.


Donnerstag, 01.10.09


Speed“ (Vox, 20.15 Uhr)

Darf mittlerweile zu Recht als Klassiker gelten. Sandra Bullock sieht man in dem temporeichen Streifen genauso gerne wie Keanu Revees. Und das ist ja nun wahrlich nicht immer so.


The Maschinist“ (WDR, 23.15 Uhr)

Einer der beiden in dieser Woche ausgestrahlten Filme die ich noch nicht kenne und auf die ich sehr gespannt bin. Christian Bale, den ich durchaus gerne sehe, soll ja in diesem Streifen eine der besten schauspielerischen Leistungen seiner Karriere abgeliefert haben. Man wird sehen und mehr zu dem Film gibt es beim Kollegen nebenan.


Freitag, 02.10.09


Krieg der Sterne“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Die Schauwerte des ersten Teils übersteigen den Plot um Längen. Der Mythos Star Wars, so scheint es mir zumindest, lebt ganz ohne Zweifel vor allem durch seinen erreichten Nimbus. Möge die Macht mit den Fanboys sein, für den Rest ist dieser erste Film nicht mehr als eine gut gemachte Weltraum-Oper.“ - KLICK


Magnolia“ (Pro 7, 02.30 Uhr)

Paul Thomas Andersons episodenhaftes Drama ist ein unbestrittenes Meisterwerk, dass dem Zuschauer, so er die nötige Geduld und Bereitschaft aufbringt, unter die Haut gehen wird. Ist für mich sogar noch einen Tick besser als die gleichsam fabelhaften Schicksals-Dramen von Alejandro González Iñárritu.


Samstag, 03.10.09


Das Imperium schlägt zurück“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

In der Summe aber erzählt „Das Imperium schlägt zurück“ die begonnene Story konsequent weiter und dies im Übrigen auf eine durchaus überzeugendere Art und Weise, als im Vorgänger. Ach ja: Wären nicht Harrison Ford aka Han Salo und sein zotteliges Maskottchen Chewbacca, die Filme würden bei mir um Einiges schlechter abschneiden.“ - KLICK


Equlibrium“ (Pro 7, 22.45 Uhr)

Ist der zweite Film auf den ich mich diese Woche ganz besonders freue. Und wie es der Zufall so will, spielt auch in „Equlibrium“ Christian Bale die Hauptrolle. Und für eine schöne Science-Fiction Dystopie bin ich ohnehin immer zu haben.


Die Klapperschlange“ (Sat 1, 00.35 Uhr)

Wir bleiben beim Thema Dystopie. John Carpenter hat mit „Die Klapperschlange“ Kurt Russel wohl die Rolle seines Lebens ermöglicht. Die Rezension beim Nachbarn endet mit dem Wort „Großartig“. Dem ist nichts hinzuzufügen.


Mexikan“ (RTL II, 02.15 Uhr)

Harmlose, bis weilen auch dämliche Unterhaltung mit Julia Roberts und Brad Pitt. Geschaut und auch schon vergessen, eignet sich dieser Film, auch in Anbetracht der Sendezeit, als Einschlafhilfe. Glücklicherweise habe ich einen gesunden Schlaf.


Sonntag 04.10.09


Ocean's Twelve“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Während „Ocean's 11“ ein rundum gelungener Spaß ist, krankt das Sequel an dem Irrglauben alles schneller, verworrener und größer machen zu müssen. Enttäuschender Nachfolger, erst mit „Ocean's 13“ ging es wieder leicht bergauf.


Der Exorzist III“ (Die Vierte, 22.15 Uhr)

Es begab sich zu der Zeit, dass ich eines Tages bei einer nun insolventen Kaufhauskette die Filiale mit der Absicht betrat mir nun endlich einmal „Der Exorzist“ auf DVD zuzulegen. Schnell hatte ich auch die DVD für einen Preis von 9,99 € in der Hand. Beim anschließendem rumstöbern viel mir die dann die „Exorzist“-Sammelbox mit allen 5 Filmen der Reihe ins Auge. Neugierig schaute ich auf den Preis: 9,99 €. Diese Anekdote ist somit dafür verantwortlich, dass ich einerseits sagen kann das der dritte Ableger der Reihe immerhin mehr taugt als das Katastrophen-Sequel, und anderseits vermag die finanzielle Schieflage der Kette angesichts solcher Geschichten nicht wirklich zu verwundern.


The Gathering“ (3 Sat, 00.00 Uhr)

Solider britischer Horror-Thriller den man sich vor allem wegen Christina Ricci ruhig ansehen kann. Da gibt es in der Tat sehr viel schlechtere Vertreter des Genres. Im Übrigen Schade, dass die Ricci bislang nicht in einer wirklich großen Rolle glänzen durfte. Die kann nämlich wirklich was.



Und wer meinem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags).


Foto: „One less TV“ by Kevin Steele, lizenziert unter CC-BY-NC


Kino Vorschau 2009 Vol. 4.: Oktober - Dezember

Es kommt mir wie Gestern vor als ich meinen Lesern im Zuge der letzten Kinovorschau einen schönen Sommer gewünscht habe und nun steht tatsächlich schon der Oktober vor der Tür, der das letzte Quartal des Jahres einleitet. Zeit also für die vierte und letzte Ausgabe dieser Rubrik in diesem Jahr. Stand heute stehen in den nächsten drei Monaten wieder 15 Filme auf meiner Agenda. Ob ich mir die tatsächlich alle ansehe, wird man dann aber noch sehen müssen. Neben einer kleinen Nachlese des diesjährigen Fantasy Filmfests, so erfahren neben dem jüngst angelaufenen „District 9“ auch „Carriers“ und Park Chan-Wooks „Durst“ ihre reguläre Kinoauswertung, freue ich mich zur Zeit vor allem auf den neuen Film von Woody Allen („Whatever Works“). Gespannt bin ich auch auf „Der Solist“ von dessen Besetzung (Jamie Foxx und Robert Downey Jr.) ich mir eine ganze Menge verspreche, sowie dem auf der diesjährigen Berlinale gefeierten „Gigante“. Nicht zu verachten ist mit Sicherheit auch „Das weiße Band“ mit dem Michael Haneke in Cannes die goldene Palme einheimsen konnte. Natürlich darf auch die obligatorische Dosis Trash nicht fehlen, der wohl in Form von Emmerichs „2012“ und dem Megan Fox-Vehikel und Horrorfilmchen „Jennifer's Body“ kredenzt werden dürfte. „Liebe Mauer“ (Noch kein Plakat und Trailer) ist im Übrigen im Moment nur aufgeführt damit ich meinen bissigen Kommentar à la „Was Besseres als eine Liebeschnulze auf der Mauer fällt dem deutschen Kino zum zehnjährigen Jahrestags des Mauerfalls nicht ein!“ ablassen kann. Aber vielleicht belehrt mich der Streifen ja wider Erwarten eines Besseren. Tja, und ansonsten gibt es in den nächsten Wochen und Monaten noch dies und das in den Kinos zu sehen. Verschafft euch einfach am Besten einfach selbst einen Überblick. Zu den Trailern gelangt man wie immer über die Poster und am Ende des Jahres wartet dann tatsächlich noch James Camerons „Avatar“ auf uns.



A Closer Look: „Visions are worth fighting for!“


Ah, Mr. Welles, is it all worth it? - „It is when it works!“


Das zwischen Genie und Wahnsinn mitunter nur eine schmale Grenze besteht, zeigt sich nicht zuletzt an jenem Mann, der gemeinhin als „schlechtester Filmregisseur aller Zeiten” aller Zeiten bezeichnet wird, nach seinem Tod jedoch vor allem durch seinen Film Plan 9 from Outer Space” Kultstatus erlangte und seinerzeit gerne in Frauenkleidern herum rannte. Die Rede ist an dieser Stelle natürlich von Edward D. Wood Jr., dem Tim Burton 1994 mit dem gleichnamigen Film ein anrührendes Denkmal setzte. Neben Johnny Depp, der die Rolle des idealistischen Filmemachers verkörperte, ist es vor allem Martin Landau in der Rolle des alternden Bela Lugosi, der „Ed Wood“ prägt. Der von Burton in schwarz-weiß gehaltene Film über Wood gehört dabei ohne jeden Zweifel zu dem besten Film, die unter der Regie von Burton entstanden sind, wenn es nicht sogar sein bisheriges Meisterstück ist. Und das will in Anbetracht von Filmen wie „Sweeney Todd“, „Edward mit den Scherenhänden“ oder auch „Batmans Rückkehr“ wirklich etwas heißen. Und so bieten sich in „Ed Wood“ eine ganze Reihe von großartigen Szenen an, die an dieser Stelle Erwähnung finden könnten. Exemplarisch soll an dieser Stelle von der Sequenz gesprochen werden, in der Ed Wood in einer Bar nach einem miesen Tag auf sein großes Vorbild Orson Welles trifft, der gerade mit „Citizen Kane“ gegen alle Widerstände „seinen“ Film fertiggestellt hat. In der Folge entspinnt sich ein von Depp und Vincent D'Onofrio fantastisch gespieltes Gespräch über das wahre Wesen des Filmemachens: „Visions are worth fighting for.“ Das auch Tim Burton diesen Grundsatz verinnerlicht hat, beweist er mit seiner liebevollen und humorvollen Hommage an einen Mann, der vom Kino träumte und für das Kino lebte. Zur entsprechenden Szene gelangt man dann wie immer über den Sreenshot.


Quellennachweis: Abbildung aus "Ed Wood". © Touchstone


TV-Empfehlungen für die Woche vom 21.09.09 - 27.09.09



Montag, 21.09.09

Wayne's World (Super RTL, 20.15 Uhr)

Komödiantischer Klassiker der frühen Neunziger mit Mike Myers, den ich eigentlich überhaupt nicht gerne sehe, der aber in diesem gut gelaunten Filmchen völlig in Ordnung geht. Kult ist dann vor allem eine Szene. Ich sag nur „Bohemian Rhapsody“!


Dienstag, 22.09.09


Eyes Wide Shut“ (Tele 5, 22.35 Uhr)

Ist nach wie vor mein Favorit unter den großartigen Filmen von Stanley Kubrick, der ja nun leider (oder zum Glück) nicht gerade ein Vielfilmer war. Von dem Score über die Atmosphäre bis hin zu den Schauspielern passt einfach alles. „Eyes Wide Shut“ ist dabei der Film, der mich zu meinem ersten langen Text über Filme animierte: KLICK


Zusammen ist man wenig allein“ (BR, 22.50 Uhr)

Das Audrey Tautou mehr kann, als zuckersüß-altruistische Améliechen zu spielen, beweist sie in „Zusammen ist man wenig allein“, der im Übrigen die bessere Amélie ist. Intelligent, witzig, dabei nicht ohne Ecken und Kannten, reüssiert dieser Film dort, wo Jeunets Kitschbombe versagt hat: Mich zu berühren. Fabelhaft ist eben doch ein dehnbarer Begriff.


Mittwoch, 23.09.09


Mexican Kids – Temporada de Patos“ (Arte, 23.15 Uhr)

Arte verdient sich mit seiner Programmauswahl immer mal wieder Lorbeeren. Warum? Weil dort auch mal Spielfilme gebracht werden, die man eben im deutschen Fernsehen sonst nicht zu sehen bekäme. Einer von diesen ist das Spielfilmdebüt des Mexikaners Fernando Eimbcke, welches kammerspielartige, in schwarz-weiß gehaltene Unterhaltung verspricht.


Donnerstag, 24.09.09


Gladiator“ (Sat 1, 20.15 Uhr)

Ridley Scotts Sandalen-Epos hat auch nach gut zehn Jahren noch nichts von seiner Wucht verloren. Knackig-unterhaltsamer Historien-Spaß mit starken Bildern, einer gehörigen Portion Pathos und einem famosen Russel Crowe.


Harry Potter und der Stein der Weisen“ (Vox, 20.15 Uhr)

Mich interessieren weder die Bücher, noch die Filme von diesem komischen Zauber-Jungen. Ich glaube, dass ich mal vor Jahren den ersten Film gesehen habe und dabei fast eingeschlafen bin. Anmerkung: Ich hab mich gerade bei meinem Kollegen über die Reihe schlau gemacht, und festgestellt, dass „Der Stein der Weisen“ besagter Film ist, wo ich fast eingeschlafen wäre. Na dann...


Freitag, 25.09.09


Die Mothman Prophezeiungen“ (RTL II, 20.15 Uhr)

Ist auch einer dieser Filme, die ich mir nicht ansehen mag. Und wer ist daran Schuld? Richard Gere natürlich. Ich kann den Mann einfach nicht sehen. In so gut wie jedem seiner Filme kann er mich einfach nicht überzeugen. Gere hätte einfach nach „Pretty Woman“ seine Karriere beenden sollen.


Insider“ (Das Vierte, 20.15 Uhr)

Ist natürlich ein sehr guter Film, und eine der letzten richtig guten Rollen von Al Pacino, aber nichts desto trotz läuft der Streifen nun doch auch ein wenig zu oft im Fernsehen. Wie dem auch sei: Wer „Insider“ noch nicht kennt, sollte dem Filme eine Chance geben. Michael Mann zeigt da nämlich noch was er kann, ganz im Gegensatz zu seinem jüngsten „Public Enemies“-Desaster.


28 Days Later“ (RTL, 22.25 Uhr)

Gerade in der ersten Hälfte ein unwahrscheinlich starker Film, der vor allem von seinen beeindruckenden Bildern eines verlassenen Londons lebt. In der zweiten Hälfte baut „28 Days Later“ dann aber doch gehörig ab, so dass er das Prädikat „sehr Gut“ dann doch deutlich verfehlt.


Fulltime Killer“ (Tele 5, 00.00 Uhr)

Fulltime Killer“ ist ein gelungener Vertreter des asiatischen Action-Kinos. Zügig und schnell inszeniert, ausgestattet mit einem überaus gefälligen Soundtrack und überzeugenden Actionszenen, sowie einer routinierten Handlung, welche durchaus einen leichten Hang (im positiven Sinne) ins Abgedrehte hat. Fazit: Macht Spaß


Samstag, 26.09.09


Ein Fisch namens Wanda“ (MDR, 23.57 Uhr)

Gehört ohne jeden Zweifel zu den besten und gelungensten Komödien, die jemals gemacht worden sind. Feinde des britischen Humors werde aber natürlich wenig begeistert sein. Da denen aber ohnehin nicht mehr zu helfen ist, gilt: „Don't call me STUPID!“ Sehr viel ausführlicher werde ich in meiner Rezension zum Film.


Dark City“ (Pro 7, 01.40 Uhr)

Seit nunmehr vier Jahren werde ich von einem guten Bekannten und Kenner des dystopischen Science-Fiction Metiers immer wieder gefragt, ob ich „Dark City“ endlich mal gesehen hätte. Seit vier Jahren muss ich dies verneinen. Es scheint nun der Tag gekommen, an dem ich Alex Proyas Werk endlich... …aufnehme.


Im Vorhof der Hölle“ (ARD, 02.30 Uhr)

Mir sagt der Film leider überhaupt nichts, dennoch werde ich ihn wohl aufnehmen: Sean Penn und Gary Oldman in den Hauptrollen sind einfach zu erfolgversprechend, um den Film zu ignorieren. Weiß vielleicht einer mehr?


Sonntag 27.09.09


Mr und Mrs. Smith“ (RTL, 20.15 Uhr)

Ist einer der Filme bei denen sich das ganze Dilemma der glattgebügelten FSK-12 Kuscheltierstreifen zeigt, die sich dann unverschämterweise noch einen verruchten Anstrich geben sollen. Diese Geschichte in der Art von „Sexykiller“ umgesetzt, der absolut keine Gnade kennt und die Sache würde schon ganz anders aussehen.




Und wer meinem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags).


Foto: „One less TV“ by Kevin Steele, licensed under CC-BY-NC


Happy Birthday!

Fotos: Dolorix

Zwar in meiner Abwesenheit, aber der automatischen Veröffentlichungsfunktion sei Dank dennoch pünktlich: „Kino, TV und Co“ feiert Geburtstag. Zwei Jahre sind es nun schon (oder erst?), in denen diese Seite mit Leben gefüllt wird. Ein großes Dankeschön geht natürlich wieder einmal zuvorderst an meine Leser und meine Kommentatoren. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Ohne die Debatten hier auf diesem Blog würde das Ganze nicht mal halb so viel Spaß machen. Mittlerweile ist der inhaltliche Schwerpunkt dieses Blogs auch endgültig gefunden. Denn bis auf die Implementierung einiger neuer Rubriken hat sich hier inhaltlich nicht mehr viel getan. Ein sicheres Zeichen dafür, dass das hier im Augenblick eine richtig runde Sache ist. Wie gesagt: Herzlichen Dank!


Apropos „runde Sache“: Wie ihr ja mitbekommen habt, präsentiert sich „Kino, TV und Co“ nun seit einiger Zeit nicht mehr nur mit 2 Spalten, sondern mit 3. Die Reaktionen auf dieses Layout, geht man nach der veranstalteten Umfrage, waren ja durchaus durchwachsen. Ungefähr der Hälfte hat dieses Layout gefallen, beziehungsweise fand es „ok“, während die andere Hälfte diesem Redesign eher abgeneigt war. Die schlechte Nachricht vorweg: Wem dieses Layout nicht gefällt, der muss nun leider damit leben. Das bleibt nämlich so. Aber natürlich ist diese Veränderung nicht ohne Grund geschehen: Die verwendeten PC-Monitore werden immer größer (Ausnahme: Netbooks) und damit nimmt auch der Platz, der bisher verschenkt wurde, zu. In der linken Spalte findet sich nun also quasi das Blog-Archiv mit sämtlichen Rubriken, Rezension, der Suchfunktion, etc., während die rechte Spalte den Schwerpunkt auf das Aktuelle und die weiterführenden Links (Blogroll, Feeds, etc.) legt. Durch die zusätzliche Spalte können nun also diese Inhalte weitaus prominenter als zuvor (sprich weiter „oben“) angezeigt werden und verschwinden nicht im Nirvana des Blogs, wo ohnehin nie einer hinscrollt. Der „Nachteil“ der Geschichte: PC-User mit kleineren Monitoren werden in der Breite ein wenig scrollen müssen, aber schon ab einem 17-Zoll Desktop-Monitor und einem 15,4-Zoll Laptop-Display kann der Blog vollständig angezeigt werden. Im Übrigen zeigen meine Statistiken aus dem letzten Jahr, dass in den letzten 12 Monaten ziemlich genau 75 % aller Besucher diesen Blog mit einer Bildschirmauflösung besucht haben, die oberhalb der im Vorigen angesprochenen "kritischen" Grenze liegt, so dass diese Maßnahme auch durch die Statistik gerechtfertigt ist.


Und nun, wie auch schon im letzten Jahr, noch ein wenig Statistik. Mittlerweile hat es „Kino, TV und Co“ sowohl auf einen ominösen Pagerank-Wert von „4“geschafft (Kann man sich dafür was kaufen?), als auch Aufnahme in das DMOZ gefunden. Dies hat immerhin zur Folge, dass man, wenn man nun „Kino, TV und Co“ bei Freund Google eingibt, einen tollen kleinen erklärenden Text vorfindet, den ich noch nicht einmal selber schreiben musste. Top-Artikel Nummer 1 ist im Übrigen mit weitem Abstand die Besprechung von „Der Vorleser“ , gefolgt von dem Versuch meiner Analyse zu „Mulholland Drive“. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: Gerade in Bezug auf meinen Text zu Mulholland Drive muss ich immer wieder feststellen, dass dieser in Teilen immer wieder übelst plagiert und kopiert worden ist. Das ist umso ärgerlicher, da ich meine Texte ohnehin schon unter einer Creative Commons-Lizenz freigeben habe, und nicht mehr als einen simplen Nachweis der Quelle verlange. Doch sind dies letztendlich Nebensächlichkeiten, die mich tatsächlich nur peripher tangieren. Ich freue mich jedenfalls auf das dritte Jahr von „Kino, TV und Co“. Mal sehen wohin die Reise geht. Herzliche Grüße, und nun Musik ab:



Rezension: "Antichrist"











Was soll man über „Antichrist“ schreiben, wo beginnen? Was darf Kunst, oder vielleicht sogar wichtiger: Muss Kunst erklärbar sein, beziehungsweise ist der Künstler dazu verpflichtet sein Werk zu kontextualiseren? Zumindest ein Teil der schreibenden Zunft hat genau dies von Lars von Trier in Cannes nachdrücklich verlangt. Dieser jedoch lehnte dies ab. Er mache seine Filme weder für ein Publikum, noch für die Kritik, sondern zuvorderst für sich selbst. Er habe es somit nicht nötig irgendetwas zu erklären. Die diesjährigen Filmfestspiele von Cannes hatten somit ihren Skandalfilm: „Antichrist“ brachte die Croisette zum Erzittern, teilweise schien Lars von Trier sogar der blanke Hass ins Gesicht zu schlagen: Sein bei Publikum und Kritik überaus kontrovers aufgenommener Film spaltet ohne jeden Zweifel die Gemüter. Über weite Strecken nur schwer erträglich, stellt „Antichrist“ – wie auch immer man zu diesen Film steht – einen der eindringlichsten Filme dieses Jahres dar, dessen Intensität nicht Wenige vor dem Ende des Films aus dem Kinosaal getrieben haben dürfte. In den Interviews, die Lars von Trier im Zuge der Premieren von „Antichrist“ gegeben hat, hat dieser immer wieder kolportiert, dass dieser Film nicht zuletzt das Resultat eines schwer Depressiven gewesen sei: „Als ich "Antichrist" geschrieben habe, hatte ich eine schwere Depression, und irgendwo in meinem kranken Kopf existierten ebendiese Bilder“ (Quelle: SPIEGEL). In dieser Lesart ist „Antichrist“ somit nicht weniger als Lars von Triers persönliche Therapiebewältigung einerseits und damit verbunden die Weitergabe seiner Dämonen an den „unschuldigen“ Kinozuschauer andererseits. Ob man die Einlassungen von Triers als glaubwürdig, oder doch eher als geschickt lancierte Äußerungen interpretiert, immerhin entstand ein großer Teil des Drehbuchs zu „Antichrist“ schon vor mehreren Jahren, muss schlussendlich jeder für sich selbst entscheiden. In Anbetracht des exaltiert-fatalistischen Bildersturms, den Von Trier in „Antichrist“ entfesselt, scheint erstere Deutung jedoch keinesfalls abwegig.


Es sind elegische, pathetische und – ja – auch prätentiöse Bilder mit denen Lars von Trier den Epilog von „Antichrist“ eröffnet. Die kleine, subtile Geste hat in diesem Film keinen Platz. Es regiert die surreal anmutende, in schwarz-weiß gehaltene und in Zeitlupe gefilmte Stilisierung des singulären Moments, der mehr Gemälde und weniger Film ist. Georg Friedrich Händels „Rinaldo“ ertönt voll der Trauer und Dramatik, während es das Ehepaar (Willem Dafoe und Charlotte Gainsbourg) unter der Dusche ekstatisch mit einander treibt. Draußen vor dem Haus tanzen die Schneeflocken im Wind, als der kleine Sohn erwacht. Kurz beobachtet er seine Eltern beim Sex, bevor er das Fenster in seinem Zimmer öffnet und auf die Fensterbank klettert. Dann fällt er in die Tiefe, einen Moment scheint es fast so, als ob er schweben würde. Das Kind stirbt, während Sie zum Höhepunkt kommt. Nur der Schnee fällt weiter, als ob nichts geschehen wäre. Während Er den Tod seines Sohnes verarbeiten kann, zerbricht Sie an ihre Trauer und muss stationär behandelt werden. Er, von Beruf Therapeut, will seine Frau – entgegen den Gepflogenheiten des Geschäfts – selbst behandeln und holt seine depressive Frau nach Hause. Dort konfrontiert Er Sie im Zuge der Therapie mit ihren Ängsten und fährt mit ihr in den Wald und zu der Hütte, in der sie im letzten Jahr ihre Dissertation über die Hexenverfolgungen in Europa begonnen hatte. Und so geht es in die Natur, wo ihm schon bald ein sich selbst zerfleischender Fuchs begegnen wird, der ihm ein warnendes „Chaos regiert!“ entgegen faucht.


Aufgeteilt in vier verschiedene Kapitel, dazu noch den Prolog und den Epilog, erzählt Lars von Trier vordergründig von einer an der Trauer zerbrechenden Ehe. Was sich im Einzelnen in die Kapitel „Trauer“, „Schmerz“ , „Verzweiflung“ und die „Drei Bettler“ unterteilt, ist jedoch letztlich viel mehr als ein simples Beziehungsdrama. Mit anderen Worten: Es ist nicht die Geschichte an sich, die den wahren Schrecken von „Antichrist“ definiert, sondern das was – um im Bild zu bleiben – unter der Wurzel schlummert. Angst ist das bestimmende Element des Films, die hemmt, die entfesselt und die gebändigt werden muss, aber vielleicht, zumindest in der Lesart des Films, besser niemals gebändigt worden wäre. Es ist geradezu entsetzlich dieser umfassenden Selbstzerstörung zweier Existenzen beiwohnen zu müssen, die sich am Ende in der grünen Hölle aus Farnen, Bäumen und Eicheln nichts mehr schenken und die Spirale eskalierender und schockierender Gewalt zur ultimativen Vollendung treiben. Unerträglicher ist dabei nur noch der Zynismus von Lars von Trier, mit der er seine Figuren, mit denen er scheinbar zu keiner Sekunde mitzufühlen bereit ist, in die Verdammnis führt. Dabei sind es nicht die in so ziemlich jeder Besprechung mal mehr und mal weniger ausführlich thematisierten Szenen der Verstümmlung, die - obgleich sie nur schwer zu ertragen sind - „Antichrist“ zu einem Manifest des Grauens werden lassen, sondern viel mehr das, was sich im unterschwelligen Bereich abspielt.


Es war einst Eva, die im Garten Eden von der verbotenen Frucht kostete, was die Vertreibung von Adam und Eva aus Gottes Paradies zur Folge hatte: Der Sündenfall. Lars von Trier ist immer wieder vorgeworfen, gerade auch in Bezug auf „Antichrist“, dass seine Filme zutiefst misogyn seien. Und in der Tat, das reaktionäre und mittelalterliche Bild, das Von Trier in „Antichrist“ zeichnet, ist unübersehbar. Ja, noch nicht einmal über Von Triers Verhältnis zu Frauen muss großartig spekuliert werden, wo er doch erst vor kurzem offen eingestand: „Ja, ich hasse die Frauen.“ […] „Ich liebe sie auch.“ (Quelle: FAZ) Es vermag also nicht weiter überraschen, dass „Antichrist“ die Dämonen seines Schöpfers wie ein Brennglas bündelt und fokussiert: Die Brücke wird geschlagen von der urchristlichen Stigmatisierung der Frau im Zuge des Sündenfalls, über den schrecklichen Exzessen der Hexenverfolgungen in der Frühen Neuzeit, bis hin zu der sich am Tod des Kindes schuldig fühlenden und selbst verdammenden Mutter. So Trier an dieser Stelle tatsächlich seine eigenen seelischen Abgründe erforscht, sollte man ihn nicht für diese verurteilen, sondern eher bemitleiden. Die christliche Metaphorik des Filmst ist somit offenkundig, ebenso wie die durch die Depression der Protagonistin induzierten Verkehrung der Vorzeichen: So kehren Mann und Frau zurück nach Eden, doch es ist nicht das Paradies, sondern viel mehr die Hölle. Die Natur sei das Reich Satans und da der Mensch – in der Lesart von „Antichrist“ vor allem die Frau - Teil dieser Natur sei, sei auch er Böse. Und in der Tat: Die Erhabenheit und Schönheit der Natur wird von „Antichrist“ ad absurdum geführt und ins krasse Gegenteil verkehrt: Eicheln hämmern unerbittlich auf das Dach der Hütte, Wanzen saugen Blut, Vögel fressen ihre eigenen Küken und Rehkälbern hängt die Totgeburt noch am Leib: Die Natur ist grausam, das Chaos regiert.


In diesem Chaos tobt nicht weniger als der ultimative Geschlechterkampf zwischen der männlichen Ratio und der weiblichen Libido. Es ist Seine Arroganz, sein Urvertrauen in die Wissenschaft, die Beide erst in den Wald brachte, die seine Frau mit ihren Dämonen konfrontiert hat und die schlussendlich doch zum Scheitern verurteilt ist. Erst eignete Sie sich im Zuge ihrer Recherchen zu den frühneuzeitlichen Gynoziden jenes furchtbare Frauenbild an, das sie eigentlich kritisch hinterfragen sollte und dann scheitert Er im Versuch seiner Frau zu helfen. Und mehr noch: Ihre Befreiung von ihren sie ängstigenden Dämonen gelingt nur unter dem Preis der Entfesselung etwas viel Bösartigerem: Ihrem eigenem Selbst. Die Verquickung von Sexualität und Schuldhaftigkeit, wie sie ab der ersten Minute von „Antichrist“ immer wieder kultiviert wird, keiner der Protagonisten kann sich dieser Interdependenz entziehen: „Der Therapeut fickt seine Patientin nicht“ doziert Er – und tut es trotzdem. Am Ende versinkt der Film in pure Agonie: Genitalien werden verstümmelt, Stangen durch Beine gerammt und mit einem Schleifstein beschwert. „Wolltest du mich umbringen?“ wird Er Sie am Ende fragen. Und Sie wird antworten: „Noch nicht. Die drei Bettler (Trauer, Schmerz und Verzweiflung) waren noch nicht da. Erst wenn sie erscheinen, wird jemand sterben müssen. Es wird Sie sein, die am Ende von den Bettlern heimgesucht wird. Die Hexe ist tot. Der Scheiterhaufen brennt.


Charlotte Gainsbourg spielt diese Rolle mit einer Inbrunst, die geradezu zum Fürchten ist. Ohne jegliches Erbarmen schreit, wütet und weint sie sich durch „Antichrist“. Sie spielt im wahrsten Sinne des Wortes auf, als ob ihr der Leibhaftige höchst persönlich erschienen wäre. Ohne Rücksicht auf Verluste, überwindet sie sämtliche Grenzen, die einem die eigene Scham für gewöhnlich setzt und fegt diese beiseite. Ihre Auszeichnung in Cannes kann somit wohl nur als konsequent bezeichnet werden, ist ihre Verkörperung der wildgewordenen Furie von einer Intensität gekennzeichnet, die einem in Mark und Bein übergeht. Ihr Gegenüber Willem Dafoe steht ihr in kaum etwas nach. So impulsiv Gainsbourg spielt, so zurückhaltend agiert Dafoe und verleiht seinem Charakter einen erschreckend emotionslosen Anstrich. Man möchte sich gar nicht ausmalen, wie dieser Film an den physischen und psychischen Substanzen der Darsteller gezehrt haben muss. Lars von Trier hat mit „Antichrist“ einen Albtraum in Filmgestalt inszeniert, der in seinen düsteren und fatalistischen und streckenweise gewalttätigen Bildern immer wieder an die Grenzen des psychisch Ertragbaren geht. Doch dieser Film hat keine wirkliche Botschaft, man kann nichts lernen. Oder vielleicht doch? „Antichrist“ ist ein Blick in die sprichwörtliche Hölle, die man niemals wieder betreten möchte. Ich weiß nicht, ob „Antichrist“ ein guter oder ein schlechter Film ist, denn dies sind ohnehin problematische Kategorien, die an dieser Stelle endgültig den Dienst versagen. „Antichrist“ ist verstörend und erschreckend, ja, es ist ein fürchterliches Erlebnis, das den Zuschauer gehörig in die Mangel nimmt. „Antichrist“ ist mit Sicherheit auch Kunst, die zu beeindrucken vermag. Wie man aber in diesem Fall „beeindruckend“ definieren will, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn Lars von Trier mit „Antichrist“ tatsächlich seinen eigenen, ihn quälenden Dämonen ein Bild gegeben haben sollte, danke ich Gott das ich nicht Lars von Trier bin. - Fazit: Ohne Wertung.


Quellennachweis: Abbildungen aus "Antichrist". © 2009 MFA


Rezension: "District 9"













Science-Fiction ist oftmals ein Spiegel, der der gegenwärtigen Gesellschaft ihre Probleme vor Augen führt. Neill Blomkamp, der Regisseur von „District 9“, trifft somit den Nagel auf den Kopf, wenn er die Science-Fiction als das am besten geeignete Genre einstuft, um die eigene Gegenwart zu reflektieren: „Und zwar deshalb, weil die Zuschauer in die Zukunft versetzt werden und deshalb lange nicht realisieren, dass der Film tatsächlich von ihnen und ihrem eigenen Leben handelt. Und deshalb kann man viel weiter gehen, viel extremer werden, als wenn man sich direkt mit der Gegenwart beschäftigen würde.“ Der nur mit einem verhältnismäßig geringen Budget ausgestattete Film (Man spricht von ungefähr 30 Millionen Dollar), stellt sich somit in eine Reihe der Meilensteine des Science-Fiction-Films, ohne jedoch letztendlich deren Klasse zu erreichen. Wenn von Seiten eines Teils der Zuschauer und der Kritik also immer wieder unterschwellig kolportiert wird, dass es sich bei „District 9“ um den besten Science-Fiction Film der letzten Jahre handeln würde, dann scheint dies letztendlich doch ein wenig übertrieben. Unstrittig ist jedoch, dass Neill Blomkamp mit „District 9“ einen vielversprechenden und in der Summe überaus interessanten Film abgeliefert hat. Nicht zuletzt aus dieser Perspektive ist es ein absoluter Glücksfall, dass aus dem von Peter Jackson und Neill Blomkamp geplanten ursprünglichen Projekt das Computerspiel „Halo“ zu verfilmen nichts geworden ist. Nichts hätte das Kino weniger gebraucht, als eine weitere missglückte Videospiel-Adaption, zumal es dann wohl erst mal nicht zu „District 9“ gekommen wäre. So aber drückte Jackson Blomkamp 30 Millionen Dollar in die Hand, verbunden mit der Aufforderung daraus etwas Sinnvolles zu machen.


Und so ging es schließlich an die Produktion von „District 9“, von dem die große Masse erstmal nicht sonderlich viel mitbekam. Erst das geschickt eingesetzte virale Marketing um den Film,eröffnete dem Film eine medienwirksame Plattform. Mittlerweile hat sich „District 9“ zu einer veritablen Erfolgsnummer entwickelt, die ihre Kosten allein schon am ersten Abend des Kinostarts in den USA zur Hälfte wieder eingespielt hatte. Der Erfolg setzte sich auch auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest fort, auf dem der Film von den Zuschauern zum besten Film in der Newcomer-Rubrik gekürt wurde. Mit seinem Kinodebut reüssiert Neill Blomkamp, der mit „District 9“ seinen eigenen Kurzfilm „Alive In Jo´Burg“ ein weiteres mal verfilmt hat, nicht zuletzt in der Angelegenheit seinen Film als unterhaltsame und dabei gleichsam allegorische Lehrstunde auf das Apartheid-Problem seines Heimatlandes zu inszenieren. Der Südafrikaner Blomkamp hat somit die Chance genutzt im weitesten Sinne eine Geschichte über die Geschichte seines Heimatlandes erzählen: „District 9“ ist auch und vor allem ein Film über Vorurteile, Rassismus, Diskriminierung und Segregation, dem es aber in seiner letztlichen Intention auch gelingt die südafrikanischen Grenzen zu Gunsten einer universellen Botschaft zu transzendieren. Nichts desto trotz: Der Fokus des Films liegt natürlich auf Südafrika. Jenem Land, das im nächsten Jahr die Fußballweltmeisterschaft austragen soll und nach wie vor von zahlreichen Konflikten und Problemen durchzogen ist: Aids, Kriminalität, die nach wie vor existierenden Slums, sowie die immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen Arm und Reich, zählen zu den virulenten Problemfeldern, die dem nach wie vor im Land stets schwellenden Rassismus immer neue Nahrung geben.


Vor nunmehr zwanzig Jahren tauchte über dem Himmel von Johannesburg ein riesiges Raumschiff auf. Sämtliche Versuche mit den Unbekannten Kontakt aufzunehmen, waren ohne Erfolg, so dass sich die südafrikanischen Behörden dazu entschlossen in das Raumschiff einzudringen. Dort fand man über eine Million halbverhungerter Aliens. Man errichtete alsbald ein Lager direkt unter dem Raumschiff, District 9 genannt, in das die insektoiden Neuankömmlinge eingepfercht wurden. Es dauert nicht lange bis die Aliens mit den Menschen in Konflikt geraten. Vorurteile und wahre Begebenheiten befeuern sich gegenseitig, so es dass irgendwann zu ersten Ausschreitungen zwischen der Bevölkerung und den „Shrimps“, wie die Aliens von den Menschen despektierlich genannt werden, kommt. Die Verantwortung für das hermetisch abgeriegelte Lager, in der die fremdartigen Besucher unter lebensunwürdigen Bedingungen hausen müssen, trägt die sogenannte Multi-National United Organistaion, die sich im Verbund mit einer privaten Sicherheitsfirma um die Bewachung und Aufrechterhaltung von District 9 kümmert. Nebenbei ist die MNU aber auch der zweitgrößte Waffenproduzent der Welt, so dass es nicht weiter zu verwundern vermag, dass der MNU wenig an dem Wohlergehen der „Shrimps“ liegt, dafür umso mehr an ihren wirtschaftlichen Interessen. Die Waffentechnik der Aliens könnte sich nämlich als überaus lukrativ für die MNU erweisen. Dies Sache hat nur einen Haken, denn die Funktion der Waffen der Außerirdischen ist an deren DNA-Signatur gekoppelt. Als die MNU auf Grund der anhaltenden Proteste der Bevölkerung die Entscheidung trifft, District 9 aufzulösen und die fremden Besucher an einen Platz außerhalb von Johannesburg anzusiedeln, wird die Verantwortung dem jungen Teamleiter Wikus van de Merwe (Shartlo Copley) übertragen. Doch die Umsiedlung verläuft nicht wie geplant. Als Wikus van de Merwe versehentlich mit einer Flüssigkeit der Aliens in Kontakt kommt, beginnt eine langsame Transformation, an deren Ende seine Verwandlung zum „Shrimp“ steht. Da sich nun aber seine DNA mit der der Aliens verbindet und er somit die Waffen der Außerirdischen bedienen kann, wird er für die MNU zum Lottogewinn und zum meistgesuchten Menschen des Planeten.


District 9“, der mehr oder weniger in Rückblenden erzählt wird, brilliert vor allem in seinem ersten Drittel, das weniger an einen Spielfilm, sondern an einen Dokumentarfilm erinnert. In diesen Phasen gelingt es Neill Blomkamp dann auch einen ungeheuer dichten und faszinierenden Science-Fiction Film zu erzählen, der einen Blick für die im Film thematisierten Probleme hat. Rassismus, Vorurteile, wirtschaftliche Interessen, sowie die Mechanismen der medialen Berichterstattung in all ihren Facetten, fließen in diesem ersten Abschnitt zu einem verflochtenen Gesamteindruck zusammen, der mehr auszusagen vermag, als es die letzten beiden Drittel von „District 9“ dann noch vermögen. Gerade auch die Entscheidung die Aliens nicht von vornherein als mitleidserregende Kreaturen zu zeichnen, sondern diese ganz im Gegenteil mit einer ganzen Reihe von negativen Attributen auszustatten, führt zu einem ambivalenteren und somit gelungenem Gesamtbild. Vor allem aber bleibt sich Blomkamp an dieser Stelle selbst treu, wo er doch der Meinung ist, dass auch der beste Science-Fiction-Film bei aller Kraft und Schärfe nur reflektieren, aber nichts verändern könne. Und so ist „District 9“ nicht weniger als eine gekonnte Reflektion seiner eigenen Perspektive über die Geschichte und den vorhandenen Status Quo seiner Heimat. Leider aber bleibt er diesem Stil im weiteren Verlauf des Films nicht treu, so dass er ihn zwar nicht in Gänze ad absurdum führt, wohl aber degradiert er diesen zu einem bloßen Mittel zum Zweck. Der Zweck ist dann leider doch wieder nur der altbekannte Fokus auf eine actionlastige Geschichte. So einfordernd nämlich der erste Abschnitt des Films ist, so popcornlastig wird es dann gegen Ende. Das macht „District 9“ mit Sicherheit nicht zu einem schlechten Film, zumal die Action von Blomkamp mehr als nur gekonnt in Szene gesetzt worden ist, führt aber dazu, dass „District 9“ Potential verschenkt.


Überaus gelungen ist zudem die Optik des Films. Den Aliens merkt man ihre Herkunft aus dem Computer kaum an und auch ansonsten hat „District 9“, nebst nicht weniger Referenzen an das Genre, eine Menge starker Bilder zu bieten, die erheblich zu der im Film stets stimmigen Atmosphäre beitragen. Man könnte an dieser Stelle noch anfügen, dass dies im Anbetracht der geringen Mittel überaus erstaunlich ist, vielmehr kann dies aber wohl als Indiz dafür genommen werden, was möglich ist, wenn man die vorhandenen Mittel effektiv einsetzt. Mehr als einfach nur Gelungen ist dann im Übrigen die Leistung des prägenden Protagonisten des Films. Shartlo Copley gelingt eine überaus starke Performance zwischen vorurteilsbehaftetem Bürokraten und anschließend von den eigenen Leuten Verfolgten, der ausgerechnet bei den „Shrimps“ Hilfe findet. Insgesamt stellt „District 9“ somit einen würdigen Vertreter des Science-Fiction Genres da. Über weite Strecken überaus intelligent, ansprechend und auch innovativ geraten, verhindern es die angesprochenen Schwächen im Detail und vielleicht sogar die fehlende Konsequenz den zu Beginn eingeschlagenen Weg fortzusetzen, dass es zu höheren Weihen reicht. - Fazit: 7,5 von 10 Punkten.


Anmerkung: Die in der Besprechung zitierten Äußerungen Blomkamps stammen aus seinem Gespräch mit dem SPIEGEL: „Aliens im Asylantenlager“.



Quellennachweis: Abbildungen aus "District 9". © 2009 Sony


FFF - Rezension: "Doghouse"















Die Geschichte ist einfach zu gut, um sie nicht zu erzählen. Als Regisseur Jake West bei einem seiner letzten Gastspiele auf dem Fantasy Filmfest in Hamburg verweilte, krönte er den Besuch in der Hansestadt mit einem Abstecher auf die Reeperbahn. Dies inspirierte ihn so sehr, dass er anschließend zu dem Schluss gekommen sein soll: „Now I have to make a movie about Zombie-Strippers!“ Da sieht man wieder einmal zu welch kreativen Input ein Besuch der legendären sündigen Meile mit der legendären Vergnügungsmeile führen kann. Lange Rede, kurzer Sinn: „Doghouse“ ist jedenfalls das Ergebnis der Gedankenspiele von Jake West. Ein Ergebnis, das sich im übrigen durchaus sehen lassen kann. Dabei steht auch „Doghouse“ in der Tradition der britischen Splatter-Komödien, wie sie vor allem auch durch „Shaun of Dead“ geprägt worden sind. Das Genre, das also gekonnt Komik mit Splatter verknüpft und sich somit per se nicht ganz ernst nimmt, steht also weiterhin ganz hoch im Kurs. Das auch im Fall von „Doghouse“ die erzählte Geschichte nicht mehr ist, als Mittel zum Zweck – diese in diesem Fall aber sogar einigermaßen konsistent ist – muss wohl nicht weiter erwähnt werden.


Doghouse“ ist somit ein herrlich alberner Spaß, wohl besonders auch für jene Herren der Schöpfung, die mal wieder das Gefühl haben von ihrer Angebeteten in letzter Zeit ordentlich malträtiert worden zu sein. Und so geht es ja schließlich auch den sechs (Maul)Helden des Films, die ihren Frauen mal wieder für ein Wochenende entfliehen wollen. Ziel ihrer Reise, die sie von London direkt in das mit lauter willigen Frauen bevölkerte Paradies bringen soll, ist ein kleiner verschlafener Ort mitten im Wald namens Moodley. Schon bei der Wahl der Lokalität ihres Selbstfindungstrips hätten die Sechs misstrauisch werden sollen, doch nun ist es zu spät. Ein von der Armee freigesetztes Virus hat sämtliche Frauen von Moodley in furienhafte Zombies verwandelt. Dies sind zwar immer noch äußerst willig, aber auf eine etwas andere Art und Weise als die sechs Kumpels sich das vorgestellt hatten, denn immerhin haben die degenerierten Ladys von „Fleischeslust“ nun eine etwas andere Vorstellung.


Schon der Beginn von „Doghouse“ bringt alles mit, was man sich von so einem Film erwartet. In schnellen, kurzen und knackigen Episoden werden die Protagonisten des Films vorgestellt. Es sind sechs ganz und gar verschiedene Kumpel, die aber eigentlich alle eine Gemeinsamkeit haben: Sie werden von ihren (Ex)Frauen und (Ex)Freundinnen mit einem herzhaften „Basterd!“ in den wohlverdienten und offensichtlich schwer nötigen Urlaub verabschiedet. Gerade zu Beginn erweist sich Jake Wests Ferienspaß als überaus einfallsreiche Angelegenheit. Da werden die weiblichen Ungeheuer mit allem bekämpft, was die Umgebung von Spielzeugautos bis Golfschlägern so her gibt. Müßig zu erwähnen, das „Doghouse“ eine überaus blutige Angelegenheit ist, da bekommt der Ausdruck „Finger Food“ gleich mal eine ganz neue Bedeutung. Man sieht es dem Film einfach zu jedem Zeitpunkt an: „Doghouse“ ist ein Film von Freunden des Genres für Freunde des Genres. Zarte Gemüter werden mit diesem Abenteuer, das erfolgreich die Grenzen des schlechten Geschmacks auslostet, nur wenig Freude haben. Die heimlichen Heldinnen des Films sind dann aber doch natürlich die Frauen, beziehungsweise genauer gesagt das, was von diesen übrig ist. Ob nun die durchgeknallte, mit Scheren herumfuchtelnde Friseuse, die beleibte Schlachterin, oder eben die im ersten Absatz angesprochenen Zombie-Strippers, sie alle bieten für die Jungs eine perfekte Zielscheibe für Attacken aller Art bis hin zum improvisierten Flammenwerfer.


Klar ist aber auch, dass „Doghouse“ in der zweiten Hälfte doch ein wenig an Esprit verliert (Ich weiß, dass dies in ungefähr jeder zweiten Rezension zu lesen ist, aber es ist nun mal so). Die guten Ideen werden weniger, dafür steigt der Bodycount. Woran sich Einige vielleicht sogar stören mögen, soll an dieser Stelle positiv vermerkt werden: Es treten zwar sechs Leute den Urlaub an, doch es werden nicht alle Sechs dessen Ende erleben. Wie zum Beispiel auch schon im Falle von „Sexykiller“ ist eben auch „Doghouse“ einer jener Film, die ohne Rücksicht auf Verluste in die Vollen gehen. Das ist nicht nur nett anzusehen, sondern vor allem eine zutiefst ehrliche Angelegenheit, die entscheidend dazu beiträgt, dass der Film letztendlich so gut funktioniert wie er funktioniert. Und so prügeln, metzeln und hacken sich unsere Helden durch die Geschichte, beziehungsweise bis der nächste Morgen anbricht. Gute Sache! - Fazit: 7 von 10 Punkten.


Rezension erschienen bei Wicked-Vision


Quellennachweis: Abbildungen aus "Doghouse". © 2009 Splendid


FFF - Rezension: "Grace"















Hauptsache man badet erst mal in Klischees. Jedenfalls tut „Grace“ zu Beginn alles dafür, um seiner Ausgangsgeschichte noch mehr Intensität zu verleihen. Madeline (Jordan Ladd) ist nämlich nicht nur Vegetarierin , sondern sogar Veganerin. Fleisch, Milch, also alles Tierische kommt ihr natürlich nichts ins Haus. In der Küche laufen den ganzen Tag Filme, die das Leiden der Tiere in den Schlachthöfen dokumentieren. Selbstredend wird die Hauskatze dafür getadelt, wenn sie eine Maus erlegt hat, immerhin bekäme sie doch tolles Katzenfutter. Zum Arzt geht Madeline, obwohl hochschwanger natürlich auch nicht. Sie vertraut viel mehr einer privaten Geburtshelferin, bei der sie sich geborgen und sicher fühlt. Verheiratet ist sie im Übrigen auch noch. Mit Michael (Stephen Park). Der liebt seine Frau, doch seine Schwiegermutter, die ihren Sohn nicht loslassen kann, kann dafür die zukünftige Mutter ihres Enkels nicht leiden. Als Grace und ihr Mann eines Abends mit ihrem Auto schwer verunglücken, ist nicht nur Michael tot, sondern auch das ungeborene Kind. So scheint es jedenfalls, denn als Grace die vermeintliche Totgeburt zur Welt bringt, erweist sich der kleine Racker auf einmal als quicklebendig. Gut, er müffelt ein wenig, ist ständig von Fliegen umgeben, die Haare fallen ihm auch aus und das Stillen wird für Grace auch eine eher schmerzhafte Angelegenheit, aber immerhin: Das Kind lebt.


Filme, die sich mit Zombies beschäftigen, gibt es nun ja wirklich wie Sand am Meer. Alleine bei dem diesjährigen Fantasy Filmfest hatten Fans die Gelegenheit nicht weniger als sieben Vertreter des Genres beizuwohnen. Die Art der Zombiefilme war dabei überaus vielfältig. Es gab Zombies die gar nicht wussten, dass sie Zombies sind („Wasting Away“). Zombies die aus lauter weiblichen Furien bestanden („Doghouse“), oder aber auch die klassischen Zombies, die halt da waren, weil sie da waren („Mutants“). Dies waren nur ein paar Beispiele und mit „Grace“ gibt es nun eben ein Baby-Zombie. Auf so eine Idee muss man ja auch erst mal kommen und letztlich, so viel kann an dieser Stelle ja schon mal verraten werden, hätte es auch keinen gestört, wenn man auf diese Idee nicht gekommen wäre.


Was macht also eine Mutter, wenn sie feststellen muss, dass ihr Baby ein Zombie ist. Von dieser Prämisse handelt „Grace“ und gibt sich in der Folge alle Mühe diese Frage unterhaltsam zu beantworten. Einen ganz besonderen Reiz meint der Film dabei aus seiner im Vorigen angesprochenen Ausgangskonstellation beziehen zu können. Wenn Frau Mama den Verzehr von Fleisch aus vollster Überzeugung ablehnt, das Baby das nun aber mal ganz anders sieht und nicht nach Muttermilch, sondern nach Fleisch und Blut dürstet, hat Mamilein ein Problem. Oder auch nicht: Denn immerhin liebt man ja sein Kind und gibt ihm somit wonach es verlangt. Solange sich „Grace“ mit Madeline beschäftigt und deren Weg zum bitteren Erkennen, was sie da eigentlich groß zieht, betrachtet, gelingt es dem Film noch einigermaßen unterhaltsam zu sein. Letztlich muss man aber zu dem Schluss kommen, dass die Handlung von „Grace“ , obschon mit Sicherheit nicht ohne Potential, nicht mehr als der gut gemeinte Treppenwitz ist, als der er sich an dieser Stelle präsentiert.


Jordan Ladd gibt sich zwar alle Mühe ihrer Figur Charakter und emotionale Tiefe zu verleihen, doch vermag ihr das nicht wirklich zu gelingen. Ihr Schauspiel ist ebenso blutleer, wie ihr am Ende des Films ausgemergelter Körper. Auch die wenigen intensiven Szenen, die der Film zu bieten hat, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass „Grace“ mit zunehmender Spielzeit vor allem eines ist: Langweilig. Auch die Nebenhandlung um die böse Schwiegermutter, die der Mutter den Enkel entziehen lassen will, vermag den Film nicht wirklich Spannung einzuhauchen. Summa Summarum ist „Grace“ nicht mehr als ein uninspiriert wirkendes Filmchen, das es noch nicht einmal vernünftig hinbekommt mit den Mythen des Genres zu spielen. Nach Verwesung stinkende Babys inklusive des eigenen Fliegen-Fanclubs reichen da eben nun mal nicht aus, um das Publikum wirklich zu unterhalten. Veggie-Mütter die dann zu Metzgerinnen mutieren im Übrigen auch nicht. Das „Grace“ dann auch noch in ein überaus lahmes und wenig überzeugend Ende mündet, ist dann einerseits in Anbetracht des Films als Solchen nur konsequent, setzt andererseits der ganzen Veranstaltung aber wiederum auch die Krone auf. Auf den Punkt gebracht: Um „Grace“ macht man besser einen großen Bogen und schaut sich bei Bedarf gleich einen richtigen Zombiestreifen an. - Fazit: 3 von 10 Punkten.


Rezension erschienen bei Wicked-Vision


Quellennachweis: Abbildungen aus "Grace". © 2009 Leomax Entertainment


TV-Empfehlungen für die Woche vom 14.09.09 - 20.09.09

Montag, 14.09.09


Das Kartell“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Typische Verfilmung einer Clancy-Vorlage, bei der man bekommt was man erwartet. Harrison Ford und Willem Dafoe machen den Film sogar letztendlich noch ein Stück besser, als er eigentlich ist. Geht in Ordnung, ohne aber an „die“ Glancy-Verfilmung schlechthin („Jagd auf Roter Oktober) heranzureichen.


Dienstag, 15.09.09


Die Frau des Astronauten“ (Tele 5, 20.15 Uhr)

Johnny Depp und Charlize Theron lassen einiges versprechen. Den hatte ich schon so oft in der Hand und hab ihn dann doch nicht mitgenommen. Ein Omen?


Das Gespenst der Freiheit“ (RBB, 22.50 Uhr)

Den kenne ich noch nicht, der lässt aber großes Kunstkino erwarten. An dieser Stelle mal die Zusammenfassung der Wikipedia: „Das Gespenst der Freiheit (Originaltitel: Le fantôme de la liberté) ist ein italienisch-französischer Spielfilm von Luis Buñuel aus dem Jahr 1974. Der Film besteht aus einer lose zusammengehaltenen Folge von surrealen Szenen; er wird oft als satirischer Angriff Buñuels auf gesellschaftliche Konventionen und die Unerreichbarkeit von wahrer Freiheit begriffen.“ - Klingt in der Tat fantastisch.


Mittwoch, 16.09.09


Manderlay“ (ARD, 00.35 Uhr)

Der Däne Lars von Trier ist im Moment mit seinen neuem Streifen „Antichrist“ (Review wird wohl noch folgen) in aller Munde. Dies hat die ARD wohl zum Anlass genommen den zweiten Teil von Von Triers Amerika-Trilogie ins Programm zu nehmen. Ein intelligenter Sender hätte natürlich mit dem ersten Teil angefangen („Dogville“)


Donnerstag, 17.04.09


X-Men 2“ (Vox, 20.15 Uhr)

Gefällt mir persönlich noch ein ganzes Stück besser, als der erste Teil. Generell gilt aber sowieso in Bezug auf die ersten beiden X-Men-Streifen, dass diese zu den besseren Comic-Verfilmungen gehören. - REZENSION


Alien vs. Predator“ (Vox, 22.40 Uhr)

Ist natürlich viel zu harmlos und auf glatt gebügelt. Noch dazu ein Ausverkauf zumindest einer Film-Legende. Nichts desto trotz aber sogar noch irgendwie goutierbar.


Freitag, 18.09.09


Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Glaubt man den einhelligen Meinungen der Fanboys, dann hat George Lucas mit dieser neuen Trilogie den Karren „Star Wars“ gegen die Wand gefahren. Ich frage mich gerade, wo ich doch die Ursprungstrilogie erst vor kurzem das erste mal gesehen habe und dise sowieso nicht als überragend erachte, ob es mir dann vielleicht ein wenig anders geht.


Samstag, 19.09.09


Blade Runner“ (RBB, 00.20 Uhr)

Ohne jeden Zweifel einer der besten Science-Fiction Filme aller Zeiten, als auch eine der gelungensten Dystopien, die die Filmgeschichte jemals hervorgebracht hat. Über die Optik bis hin zur erzählten Geschichte die sich mit den Folgen der Technisierung, sowie ethischen und bioethischen Fragen beschäftigt, ein Meilenstein der Filmgeschichte. - REZENSION


Sonntag 20.05.09


Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Glaubt man den einhelligen Meinungen der Fanboys, dann hat George Lucas mit dieser neuen Trilogie den Karren „Star Wars“ gegen die Wand gefahren. Ich frage mich gerade, wo ich doch die Ursprungstrilogie erst vor kurzem das erste mal gesehen habe und dise sowieso nicht als überragend erachte, ob es mir dann vielleicht ein wenig anders geht.


Interview mit einem Vampir“ (Arte, 20.15 Uhr)

Rice' Vampir-Story wartet mit einer interessanten Perspektive auf: „Interview mit einem Vampir“ dreht dreht sich nämlich nicht um die Jagd nach einem Vampir, sondern um das Leben eines Vampirs und der Problematik unsterblich zu sein, sprich dem „Fluch der Zeit“ zu unterliegen. Am deutlichsten manifestiert sich dies schlussendlich in der Rolle von Kristen Dunst, die für ihr Alter eine grandiose Schau bietet.


Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ (Arte, 23.05 Uhr)

Murnaus expressionistischer Stummfilm gilt wohl zu Recht als DER Klassiker unter den Vampir-Streifen. Max Schreck Verkörperung als Graf Orlok ist unfassbar erschreckend. Leider scheint ARTE den Film, der - wie mit Sicherheit jeder weiß – eine bewegte Geschichte hinter sich hat, in der schwarz-weiß Fassung auszustrahlen und nicht in der restaurierten Fasssung, die seit einiger Zeit von der Murnau-Stiftung auf DVD herausgebracht worden ist.


Starship Troopers“ (Pro 7, 23.15 Uhr)

Ich kann nur immer wieder davon abraten diese vorzügliche Satire im öffentlich-rechtlichen Fernsehen – und damit auf Deutsch - zu sehen. Die Synchro verfälscht den Film in einem Maße das wirklich schmerzt.Noch dazu ist der natürlich in dieser Fassung geschnitten.


Und wer meinem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags).



 
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