TV-Empfehlungen für die Woche vom 30.11.09 - 06.12.09


Montag, 30.11.09

Prestige – Meister der Magie (Pro 7, 20.15 Uhr)

Christopher Nolans Spiel um Schein und Sein ist meiner Meinung nach ein ausgezeichneter Film, der einen schnell durch seine Inszenierung, die fantastischen Schauspieler und seinem magischen Thema in den Bann zieht. Vor allem das Duell Christian Bale vs. Hugh Jackman zieht den Zuschauer sofort in den Bann. Und Micheal Caine ist sowieso immer großartig.


Ghost Dog – Der Weg des Samurai“ (Arte, 21.00 Uhr)

Wurde mir mal als unwahrscheinlich grandioser Geheimtip empfohlen, fand ich aber dann nur irgendwie nett. Ist vielleicht aber auch nur ein klassischer Fall von überhöhten Erwartungen gewesen. Die Zweitsichtung hat es im übrigen nicht besser gemacht. - Dafür aber die Sichtung einiger weitere Filme vvon Jim Jarmusch, so dass „Ghost Dog“ jetzt zwar immer noch nicht zu meinen Favoriten des Regisseurs gehört, wohl aber besser einordnen kann.


Dienstag, 01.12.09


Lost in Space“ (Tele 5, 20.15 Uhr)

Meine mich an solide (familiengerechte) Unterhaltung erinnern zu können. Nichts desto trotz gehört dieser Science-Fiction nicht zu den Filmen, die ich unbedingt noch mal sehen müsste.


Mittwoch, 02.12.09


Ritter aus Leidenschaft“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Für mich nach wie vor ein Ritter, der Leiden schafft. Kann mit dem Film, dem Thema und auch sonst nichts anfangen. Wird wie immer links liegen lassen, wer mag darf sich gerne bedienen.


Demolition Man“ (SWR, 23.00 Uhr)

Solider Actioner mit den üblichen Verdächtigen rund um Sylvester Stallone und Wesley Snipes. Was Sandra Bullock in dem Streifen zu sichen hat, erschließt sich jedoch nicht so ganz. Kann man sich ansehen, muss man aber nicht (Und das sind mal wieder 5 Euro ins Phrasenschwein).


Sieben Tage, sieben Nächte“ (Arte, 23.30 Uhr)

Ist aber auch egal, denn ich werde wohl mal wieder bei Arte hängen bleiben. Der Sender macht sich mal wieder durch TV-Premieren auf sich aufmerksam, die man sonst auf keinem anderen deutschen Sender finden würde. Fragt mich also nicht genau worum es in dem Film geht, ich darf zitieren: “Havanna de Cuba, hier und jetzt: Castros Regime neigt sich schleichend seinem Ende zu, der Putz an den sozialistischen Fassaden bröckelt, doch statt des großen Umbruchs regiert die Leere der Gewohnheit. Gewalt, Unterdrückung und Machtmissbrauch herrschen auch unter der Bevölkerung.“


Donnerstag, 03.12.09


Transporter – The Mission“ (Vox, 20.15 Uhr)

Der eindeutig schwächste Teil der bisherigen Statham-Transporter-Trilogie. Richtig gehört: Der dritte Teil ist besser als der Zweite. Und wie man Kate Nauta in diesem Film auch nur annähernd attraktiv finden kann, erschließt sich mir ebenfalls nicht.


Beowulf & Grendel“ (ZDF, 00.35 Uhr)

Eine zweischneidige Angelegenheit: Absolut beeindruckenden Aufnahmen der nordischen Landschaft und einer interessanten und ernstzunehmenden Adaption der Legende, steht meiner Meinung nach eine völlig unzureichende Dramaturgie entgegen. Mit anderen Worten: Der Film hat kein Gespür für den Moment, für Spannung und für die Größe der eigentlichen Geschichte. Verdammt schade!


Freitag, 04.12.09


Der Knochenjäger“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Gähn! Langweilig und wenig überzeugend. Wer einen vernünftigen Thriller mit „Serienmörder-Thematik“ sehen möchte, sollte sich an die Klassiker des Genres wenden, z.B. Fincher's „Sieben“ oder „Zodiac“, aber dieses Jolie/Washington Vehikel braucht eigentlich kein Mensch.


Lethal Weapon“ (RTL II, 22.05 Uhr)

Dann greift man doch besser zur bewährten Genrekost mit Mel Gibson, als er noch relativ jung und zu ertragen war. Macht eigentlich immer wieder Spaß. Eine runde Sache also.


Adams Äpfel“ (SWR, 22.25 Uhr)

Ausgezeichnete schwarze Komödie, aber: Vor dem ganzen schwarzen Humor und den grotesk anmutenden Szenen, die der Film bietet, dessen Drehbuch ebenso exzellent geschrieben, wie umgesetzt ist, sollte jedoch Eines nicht außer Acht gelassen werden: Wenn man sich die ganze Geschichte einmal genauer ansieht, dann ist „Adams Äpfel“ weniger Komödie, denn Drama in christlicher Konnotation. MEHR


Samstag, 05.12.09


Batman“ (ZDF, 00.00 Uhr)

Im Gegensatz zu Burtons' zweiter Batman-Adaption kein sonderlich gelungener Film: Zu konventionell, zu einfach die Figuren, zu offensichtlich auf Event getrimmt, verharrt „Batman“ über die gesamte Spieldauer in seinen durchaus vorhandenen Ansätzen, die dann oftmals auch nur vom Joker ausgehen. Letztendlich verkommt dieser Film zu einem „Stlye over Substance“ Destillat effektheischender optischer Effekte, die dann zu allem auch noch, gerade in der bemüht actionlastigen Schlusssequenz, zu lang geraten sind und den Film unnötig in die Länge ziehen. Das Batman“ über die gesamte Spieldauer eine latente inspiratorische Leerstelle, vor allem in der Narration, weniger in der optischen und sehr düsteren Umsetzung, inhärent ist, kann somit zu keinem Zeitpunkt kaschiert werden MEHR


Sonntag 06.12.09


Bärenbrüder“ (RTL, 20.15 Uhr)

Interessiert mich wie (fast) immer in diesem Genre überhaupt nicht. Ist aber für die Zielgruppe ganz bestimmt töfte und kindgerechte Unterhaltung. Free-TV-Premiere noch dazu.


Ghostrider“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Nun werde ich mir diesen in der Regel übel verrissenen Comic-Spaß (sic!?) mit Nici Cage (der soll Pleite sein!?) und Eva Mendes gönnen. Mal sehen, ob der Film wirklich so schlecht ist, wie überall geschrieben steht.


Kill Bill Vol. 1“ (Pro 7, 22.30 Uhr)

Hui, auf den hätte ich in der Tat auch mal wieder Lust. Gefällt mir ja ein Stück weit besser als der zweite Teil. Wie dem auch sei: Ob nun der Soundtrack oder allen voran Uma Thurman als rächende Braut, das ist ganz großes, gewaltiges und blutiges Kino.


Irina Palm“ (ARD, 00.05 Uhr)

Und nun kommen wir zum gefeierten Film der Berlinale 2007, der in der ARD seine Premiere im deutschen Fernsehen feiert. Die Mittfünfzigerin legt an ganz delikater Stelle regelmäßig selbst Hand an, um dem kranken Enkel die notwendige Operation zu finanzieren. Wird definitiv angesehen wenn Zeit da ist, ansonsten aufgenommen.



Und wer meinem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags). Und schließlich gibt es noch jede Menge (unkommentierte) TV-Tipps bei der Astronautenbar.


Foto: „One less TV“ by Kevin Steele, lizenziert unter CC-BY-NC


Iiihhh.... Werbung: Dropbox

Wer kennt das nicht? Man arbeitet mit verschiedenen Rechnern und hat die Datei, das Dokument, oder was auch immer man gerade braucht, prinzipiell auf dem PC, an den man gerade nicht heran kommt. Wenn man Glück hat, hat man einen USB-Stick in der Tasche auf der sich die benötigten Dateien befinden. Und wenn nicht? Dann tritt das ein, was mir ständig passiert ist (Arbeite mit drei Rechnern): Schlechte Laune, weil man wieder nur Stress und Rennerei hat. Doch nun habe ich, einem meiner Professoren sei Dank, endlich eine Lösung gefunden. „Dropbox“ nennt sich das Programm, das Dateien jeglicher Art online auf verschiedenen Computern synchronisiert. Mit anderen Worten: Fügt man zum Beispiel ein Dokument in den Dropbox-Ordner seines Desktop-PC hinzu (oder bearbeitet dieses), wird sich dieses Dokument (Internet-Verbindung natürlich vorausgesetzt) auch auf seinem Netbook oder Notebook (in der aktualisierten Version) finden lassen. Zusätzlich sind die Dateien auch noch direkt über die „Dropbox“-Homepage abrufbar, falls man mal an einem fremden Rechner arbeitet. Das tolle: Clienten gibt es für Windows, Mac und Linux und in der Basisversion mit 2 Gigabyte Speicherplatz ist der ganze Spaß auch noch umsonst. Natürlich gilt es zu Bedenken: Was Online auf einem Server abgelegt ist, kann im Zweifel auch eingesehen werden, man macht sich also wieder einmal noch gläserner. Deswegen sollte man doch besser darauf verzichten sensible Daten dort abzulegen. Aber dafür ist Dropbox ja auch nicht gemacht. Ich jedenfalls nutzte Dropbox nun seit gut zwei Wochen, bin wirklich begeistert (und stressfreier). Wer sich für die Nutzung für „Dropbox“ interessiert würde ich bitten über DIESEN LINK zu gehen. Denn natürlich habe ich dann auch was davon: Für jeden neuen Nutzer nämlich, den ich über diesen Link gewinnen kann, werden mir 250 Mb an Speicherplatz gutgeschrieben. Man muss schließlich auch mal an sich denken dürfen... ;-)


PS: TV-Tipps gibt es auch noch. Hoffentlich noch heute Abend (ja, ich schwächel wie die anderen Kollegen heute auch), ansonsten spätestens Morgen.


Rezension: "True Blood" (Staffel 1 & 2)














Dieser Blog hat sich bislang noch nicht durch groß angelegte Besprechungen von TV-Serien verdient gemacht. Und dies soll prinzipiell auch so bleiben, doch ist es nun an der Zeit für eine Ausnahme. In Fernsehen und Kino ist zur Zeit eine Entwicklung zu beobachten, die nur einen Schluss zulässt: Der Vampir lebt. De facto ist es sogar so, dass eine gewisse Übersättigung des Marktes, ob nun in Form von Büchern, oder eben Filmen und Serien eingetreten ist. Die untoten Blutsauger haben also Hochkonjunktur, auch wenn Dracula, der Inbegriff des Vampirs, aktuell in einen tiefen Schlaf verfallen ist. Dabei sind es zur Zeit vor allem vor allem Frauen, welche sich um die postmoderne Arbeit am Mythos verdient machen. Auf der einen Seite ist es Stephanie Meyer, die mit ihrem von reaktionären und erzkonservativen Moralvorstellungen getränkten Vampirzyklus "Twilight" erst die Beststellerlisten dominierte, und nun seit einem Jahr auch die Kinosäle füllt. Dabei waren die Vampire wohl selten anämischer und langweiliger, als in der Romanze zwischen Edward und Bella. Warum eine Geschichte, die so offensichtlich das Gebot der Enthaltsamkeit feiert (was ja durchaus legitim ist), sowie Sex (vor der Ehe) per se als etwas Gefährliches stilisiert (was bei weitem nicht mehr so in Ordnung ist), in Zeiten von sexueller Selbstbestimmung (aber auch einer gewissen Überdosis Sex in den Medien) einen derartigen Erfolg bei der Zielgruppe der heranwachsenden Frauen hat, ist dann in der Tat keine Frage der Filmkritik, sondern ein Fall für die Kulturwissenschaften. Auf der anderen Seite lässt sich Meyers' Vision ein anderer Vampir-Zyklus gegenüber stellen, der zur Zeit - forciert durch die erfolgreiche Adaption für das amerikanische Fernsehen – in aller Munde ist. Dabei handelt es sich um The Southern Vampire Mysteries, geschrieben von der (ebenfalls amerikanischen) Autorin Charlaine Harris, die HBO zur Zeit (zwei Staffeln sind bereits gesendet worden) unter dem Titel "True Blood" für das Fernsehen aufbereiten lässt.


Unter der Federführung von Alan Ball, der sich bereits für die exquisite Serie "Six Feet Under" verantwortlich gezeigt hat, stellt "True Blood" bislang ohne jeden Zweifel eine der gelungensten Mystery-Serie der jüngeren (amerikanischen) TV-Geschichte dar. Eine Einschätzung, die auf Grund des aktuell laufenden Prozess der Serie zwar gewagt, aber auf Grund der Qualität der bisher verfügbaren 24 Folgen gerechtfertigt ist."True Blood" spielt in den Südstaaten der Vereinigten Staaten, genauer gesagt in dem fiktiven Städtchen Bon Temps in Louisina. Den Reiz der Sendung bezieht "True Blood" vor allem aus der der Serie zu Grunde liegenden Prämisse der Co-Existenz von Vampiren und Menschen, die durch die japanische Entwicklung True Blood ermöglicht wurde. Dieser synthetisch hergestellte Blutersatz erlaubt es den Vampiren nun (zumindest theoretisch) auf das Trinken von menschlichem Blut zu verzichten und sich so als gleichberechtigte Bürger in die Gesellschaft einzugliedern. Dass dieser Prozess ein schwieriger und konfliktreicher Vorgang ist, gehört zu den tragenden Säulen der Serie, die daneben vor allem von der Geschichte von der Telepathin Sookie Stackhouse (Anna Paquin) und dem Vampir Bill Compton (Stephen Moyer) geprägt wird. Auch "True Blood" handelt also von einer Romanze zwischen Mensch und Vampir, doch steht dieses dem in "Twilight" entworfenen Bild diametral gegenüber. Das Vampirbild, das in "True Blood" in diesem Zusammenhang kultiviert wird, orientiert sich im Übrigen im Großen und Ganzen an den typischen Elementen des Mythos. Holzpflöcke, Sonnenlicht und Silber sind für die Blutsauger immer noch ziemlich ungesund, während im Serienuniversum Kruzifix und Knoblauch ihren Schrecken verloren haben. Nach wie vor müssen Vampire jedoch eingeladen werden, möchten sie das Haus eines Fremden betreten.


"True Blood" definiert sich neben den typisch dramaturgischen Bedingungen einer in knapp einstündigen Episoden aufgeteilten Serie, vor allem durch seine zahlreich in den Plot intelligent eingewobenen Konfliktlinien. Dabei zehrt die Serie natürlich unzweifelhaft von der sorgfältigen Vorarbeit der literarischen Vorlage. Als Indiz für die inhaltliche Qualität der Serie kann in diesem Zusammenhang allein schon der (mit einem "Emmy" nominierte) Vorspann von "True Blood" herangezogen werden. Die geschickte Verquickung von sexuellem Verlangen, Tod, Vergebung, Verfolgung von Minderheiten, sowie religiösem Fanatismus erweist sich als beeindruckende Collage der in der Serie immer wieder thematisierten Konfliktfelder. Gerade der für amerikanische TV-Verhältnisse erstaunlich freizügige Umgang mit der expliziten Darstellung sexueller Handlungen, muss in diesem Zusammenhang durchaus überraschen, ist allerdings angesichts der Intention der Romanvorlage nur konsequent. Letztlich ist es der dem Vampir-Mythos schon immer inhärent gewesene Topos der Verquickung von Eros und Gewalt, die in diesem Zusammenhang immer wieder thematisiert wird. Diese Prämisse ist dem "Twilight" inne wohnenden Bild zwar, nicht per se überlegen, ist angesichts der Unterlassung eines auf dieser Ebene dogmatischen erhobenen Zeigefingers allerdings auch um einiges ehrlicher als Meyers zu leicht zu durchschauende Ideologie.


Handelt die erste Staffel konsequenterweise zuvorderst von der Einführung der wesentlichen Protagonisten, ist es daneben vor allem die Jagd nach einem in Bon Temps sein Unwesen treibenden Serienkiller, welche das narrative Gerüst der Serie darstellt. Durch die faktische Existenz des Übernatürlichen ergeben sich natürlich neue kulturelle Codes, die im Serienuniversum eine Rolle spielen, so zum Beispiel die Bezeichnung "Fangbangers" für Menschen, die sich mit Vampiren einlassen. Die in diesem Kontext in "True Blood" konstruierten Konfliktfelder wurzeln natürlich in unserer eigenen Gegenwart (Allein die semantische und gewollte Ähnlichkeit im us-amerikanischen Original macht dies überdeutlich: "...don't like Fags" wird zu "... don't like Fangs"). Doch macht es sich "True Blood" in Sachen der Thematisierung der Diskrimierung von Minderheiten nicht allzu leicht. So sind auch die Vampire Opfer und Täter zu gleich. In "True Blood" werden auch immer noch ab und an Menschen gejagt, wie diese aber gleichzeitig auch Vampire auf der Suche nach V (Vampirblut wirkt bei Menschen als unfassbar effektive Droge) zur Strecke bringen. Gerade die zweite Staffel erweist sich in dieser Hinsicht in einem ihrer drei großen Handlungsstränge als überaus gelungen konstruiert, führt sie doch die fundamentale und radikale Kirche "Fellowship of the Sun" ein. Es muss einem ob der schallenden Ohrfeige, welche die Macher der Serie für (christlichen) religiösen Fundamentalismus (der in den USA immer noch viruelent ist) parat haben, vor Freude das Herz aufgehen. Letztlich stellt "True Blood" in allen der Serie innewohnenden Facetten eine ungemein clever konstruierte Erzählung dar, die in einigen Momenten durchaus an der Perfektion kratzt.


Absolut überragend gelungen sind vor allem aber auch die Charakterzeichnungen der Protagonisten der Serie. Neben den beiden wesentlichen Hautpfiguren, nämlich der Telepathin Sookie und dem Vampir Bill, sind dies vor allem der Barbesitzer und Gestaltwandler Sam Merlotte (Sam Trammell), Sookies beste Freundin Tara (Rutina Wesley), sowie der charismatische und undurchsichtige Vampir Eric Northman (Alexander Skarsgård). Nicht nur mit der vor allem durch die "X-Men"-Reihe bekannten Anna Paquin (für "True Blood" folgerichtig mit einem Golden Globe ausgezeichnet) erweist sich die Serie als durch die Bank weg überaus stark besetzt, so dass sich bislang nur wenig Schwachpunkte innerhalb der Serie ausfindig machen lassen können. Gerade das schwül-warme Südstaaten-Setting inklusive den soziostrukturellen Paradigmen rund um Rednecks, Irak-Veteranen, religiösen Fanatikern, Homosexuellen und nun eben auch noch Vampiren, erweist sich als perfekte Location für "True Blood". Positiv ist im Übrigen noch hervorzuheben, dass das sich in den ersten Folgen der Serie ankündigende und überaus beliebte Dauerthema einer Drama-Sendung "Kriegen sie sich, oder kriegen sie sich nicht", schon bald entschärft und zu Gunsten der wesentlich interessanteren Beziehungsprobleme, die sich aus einer Liaison zwischen Mensch und Vampir ergeben müssen, verlagert wird. Insgesamt bleibt somit nach den bisherigen zwei Staffeln zu konstatieren, dass "True Blood" für alle Jene Pflichtprogramm darstellen sollte, die sich mit der Existenz von Vampiren, Werwölfen, Gestaltwandlern und sonstigen übernatürlichen Elementen in der Moderne anfreunden können. Somit bleibt nur noch zu hoffen, dass das amerikanische Publikum die Qualität dieser Serie erkennt und zu schätzen weiß (wonach es zur Zeit durchaus aussieht), so dass "True Blood" noch einige Staffeln Bestand hat. Eine dritte Staffel ist immerhin schon einmal von HBO bestätigt und geordert worden.


Fazit Staffel 1: 9/10 Punkten

Fazit Staffel 2: 9/10 Punkten


Quellennachweis: Abbildungen aus "True Blood". © HBO


Rezension: "Die Tür"


Ein Mystery-Thriller aus deutschen Landen? Ob das gut gehen kann, ist in der Tat eine berechtigte Frage. In Sachen „Die Tür“ ist es immerhin schon einmal nicht völlig in die Hose gegangen. Das liegt zuvorderst an den beiden Hauptdarstellern. Mads Mikkelsen und Jessica Schwarz helfen dem neuen Film von Anno Saul über einige seiner Schwächen hinweg, schaffen es aber leider nicht sämtliche Probleme des Films zu übertünchen. Woran es sonst noch so krankt und warum man vielleicht doch einen Blick riskieren kann, lässt sich in meiner Besprechung beim MANIFEST nachlesen.


Quellennachweis: Abbildung aus "Die Tür". © 2009 Senator

Rezension: "2012"












Wie heißt es doch so schön? Schuster bleib bei deinen Leisten. Diese Maxime gilt besonders für Deutschlands Hollywood-Export und „Krach-Bumm-Schepper“-Experten Nr. 1 Roland Emmerich. Inhaltliche Tiefe ist bekanntermaßen seine Sache nicht und so vermag es eigentlich niemanden zu überraschen, dass gerade auch seine letzten zwei Filme, die sich nicht in irgendeiner Art und Weise mit dem Weltuntergang beschäftigt haben, wirklich furchtbar geraten sind. Dies gilt gleichermaßen für das Mel Gibson.-Vehikel „Der Patriot“, wie auch insbesondere für seinen letzten Film „10000 BC“, der nicht nur bei der Kritik, sondern auch ganz massiv beim Publikum durchfiel. Nach diesem Flop brauchte Roland Emmerich wieder einen Erfolg und so wie die Sache momentan aussieht, wird ihm dieser mit seinem neuen Film „2012“ auch wieder reichlich beschieden sein. So konnte „2012“ nach dem ersten Wochenende nach dem Kinostart weltweit bereits 225 Millionen Dollar einspielen, über 12 Millionen davon allein in Deutschland. Kunststück, möchte man meinen, kehrt Roland Emmerich mit seinem aktuellen Streich mal wieder in das Genre zurück, in dem er sich erfahrungsgemäß am besten auskennt: „Krach-Bumm-Schepper“. Zurück im Geschäft, lässt es sich der gebürtige Stuttgarter nicht nehmen, es nach „Independence Day“ und „The Day after Tomorrow“ ein drittes Mal ordentlich krachen zu lassen.


Die Maya haben es ja schon immer gewusst: Im Jahr 2012 ist der Tag der Apokalypse gekommen. Die Welt wird untergehen, Weihnachten fällt auch aus und überhaupt: Vornehmen sollte man sich für den besagten Zeitpunkt auch nichts mehr. Immerhin aber weiß die Menschheit, beziehungsweise ein erlauchter Kreis von Eingeweihten, schon im Jahr 2009 wie der Hase läuft: Eine ungewöhnlich heftige Sonneneruption hat dazu geführt, dass die Erde mit einer hohen Anzahl von Neutrinos beschossen worden ist, was eine stetige Aufheizung des Erdkerns zur Folge hat. Im Jahr 2012 wird der Schnellkochtopf Erde schließlich gewaltig Dampf ablassen: Die Erdkruste wird schmelzen, die tektonischen Platten massiv in Bewegung geraten. Die Welt, wie sie bis dato existiert hat, wird zu ihrem Ende kommen. Zum Glück aber wird die Menschheit von ziemlich coolen Leuten regiert. Und so treffen sich im Jahr 2009 die Staats- und Regierungschefs der G8 und fassen einen kühnen Plan, von dem der Rest der Menschheit natürlich nichts wissen darf: Die Chinesen werden kurzerhand damit beauftragt Archen zu bauen, die 400000 Menschen Platz bieten und das Überleben der Menschheit sichern sollen. Der Rest der Menschheit muss dann eben leider – Schwund ist nun mal überall – vor die Hunde gehen. Einer dieser potentiellen „ins Gras Beißer“ ist der in Beruf und Leben erfolglose Schriftsteller Jackson Curtis (John Cusack), der mit seinen Kindern just in dem Moment im Yellowstone Nationalpark Urlaub macht, als der Weltuntergang beginnt. Und so wird der Urlaub, die Apokalypse hat nun mal eben Priorität, hastig abgebrochen, um Heim zur Exfrau (Amanda Peet) zu düsen, diese mit den Kindern unter den Arm zu klemmen und hurtig aus dem gerade untergehen Los Angeles zu verschwinden.


Es steht natürlich völlig außer Frage, dass „2012“ aus inhaltlicher Perspektive völliger Schwachsinn ist. Das macht aber natürlich erst einmal überhaupt nichts, geht es Emmerich doch primär darum, den Weltuntergang möglichst gut aussehen zu lassen und das gelingt „2012“ ausgezeichnet. Ob nun hektische Verfolgungsjagden durch das in die Tiefe stürzende Los Angeles, Tsunamis, oder aber heftige Vulkanausbrüche im Yellowstone, stets ist die aktuelle Technik und damit der Weltuntergang State of the Art und damit aus optischer Perspektive durchaus beeindruckend. Logischerweise bekommen auch markante nationale Symbole von Emmerich wieder ihr Fett weg. Ließ Emmerich das Weiße Haus in „Independence Day“ noch von bösartigen Aliens vaporisieren, ist es nun in „2012“ an John F. Kennedy – in Form des gleichnamigen Flugzugträgers – den Sitz des amerikanischen Präsidenten dem Erdboden gleich zu machen. Von Zeit zu Zeit sind Emmerich und seinem Team durchaus originelle Bilder gelungen, so zum Beispiel als sich die Zerstörung von Petersdom und Sixtinischer Kapelle in einen gekonnt in Michelangelos berühmten Gemälde platzierten feinen Riss andeutet. Hell of a Show! In der zweiten Hälfte des Films verliert sich die Dynamik der Bilder und die damit verbundene Lust an der Zerstörung jedoch relativ schnell. „2012“ tritt dann in eine für seine Verhältnisse „gemächliche“ Phase ein und diese gereicht dem Film nicht gerade zum Vorteil, offenbart sie doch seine offensichtlichen Schwächen.


Mit 158 Minuten ist „2012“ für einen Katastrophenfilm nämlich überaus lang geraten, was sich gerade gegen Ende hin deutlich bemerkbar macht. Ansonsten verlässt sich Emmerich natürlich auch in „2012“ auf die bewährten Konventionen des Genres. Der erste Akt dient dazu dem Zuschauer die Protagonisten zu präsentieren, mit denen er sich in der Folge identifizieren darf und von denen man schon vorher weiß, dass sie den Weltuntergang überleben werden. Folgerichtig besteht die Spannung in „2012“ nicht in der Frage, ob der von Jackson verkörperte Curtis plus seine Familie durchkommen wird, sondern wie dieser sich immer wieder aus den zahlreichen Schlamasseln befreien kann. Mit John Cusack, Amanda Peet, sowie Chiwetel Ejiofor als dritten wesentlichen Protagonisten des Films, präsentiert sich Emmerichs Neuster dabei als sympathisch, sicher und adäquat besetzte Unterhaltung. Der an zahlreichen Stellen immer wieder eingestreute Humor erfüllt in diesem Zusammenhang seinen Zweck, gerade der als Weltuntergangs-Prophet wunderbar gecastete Woody Harrelson mit langer Löwenmähne komplettiert dieses im Grunde positive Bild, das Emmerich dann aber in der Folge wieder einmal ein Stück weit selbst nivelliert.


Ironie ist Emmerichs Sache nämlich ebenso wenig, wie tiefschürfender Inhalt. Danny Glover als altruistischer (afroamerikanischer) Präsident der USA wirkt als Anlehnung an das aktuelle Zeitgeschehen ebenso bemüht, wie Emmerichs Angie Merkel-Referenz. Es sind gerade Emmerichs Moral-Lektionen, mit der er seinen Film wieder aufgeladen hat, die relativ schnell nerven, auch weil er kaum einen der inhaltlichen Aspekte die er aufgreift (so unter anderem der Aspekt der 1-Milliarden-Dollar Eintrittskarten auf die Archen) konsequent zu Ende denkt. Gleichzeitig erweist sich der gute Roland auch als Freund konventioneller Familien-Bande: Dass zum Beispiel dem Stiefvater von Curtis Kindern, der somit der Mann ist, der der Familienvereinigung im Weg steht, kein gutes Schicksal beschieden ist, ist eine solche Offensichtlichkeit, dass man diese noch nicht einmal als Spoiler kennzeichnen muss. Und wenn es am Ende (natürlich) ausgerechnet der bis dato vergessene afrikanische Kontinent ist, der als einziger Landstrich übrig bleibt, wünscht man sich dann doch, dass sich „2012“ drauf beschränkt hätte, die Welt in Schutt und Asche zu legen. Emmerichs erhobenen Zeigefinger braucht nämlich kein Mensch und schon gar nicht in einem Film, dessen Inhalt nicht nur so dünn ist, dass er auf einen Bierdeckel passt, sondern der vorher auch im Zuge der großen Untergangs-Gaudi mit Genuss Milliarden von Menschen ins Jenseits befördert hat. Abseits dessen ist „2012“ jedoch immerhin gelungenes Popcorn-Kino. Und das ist ja irgendwo das Schöne an Emmerichs Katastrophen-Kino; man weiß was man bekommt. - Fazit: 6,5 von 10 Punkten.


Quellennachweis: Abbildungen aus "2012". © 2009 Sony


TV-Empfehlungen für die Woche vom 23.11.09 - 29.11.09


Montag, 23.11.09

Der Baader Meinhof Komplex (2) (ARD, 20.15 Uhr)

Zweiter Teil der Bernd Eichinger „Ich versammle alle deutschen „Stars“ und habe dann einen tollen Film“-Produktion. Wer sich übrigens mit der Hoffnung trägt, dass es im zweiten Teil besser wird, der irrt. Ganz im Gegenteil: „Der Baader Meinhof Komplex“ verliert sich mehr und mehr im Rausch seiner Bilder.


Ghostbusters“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Dann doch lieber die berühmten Geisterjäger rund um Bill Murray und Dan Aykroyd. Herrlich amüsanter Geisterspaß der, obschon natürlich mittlerweile ein wenig dated, immer wieder gern gesehen ist. Man darf auf die Neuauflage gespannt sein, die es im kommenden Jahr zu bestaunen geben wird.


Time Bandits“ (Arte, 21.00 Uhr)

Auf den freue ich mich sehr. Von Terry Gilliam und Michael Palin geschrieben, erwarte ich eine interessant-amüsante Reise durch die Geschichte. Diese nämlich (sprich: Der Film) ist bislang nämlich immer an mir vorbei gegangen.


The Sixth Sense“ (ZDF, 22.15 Uhr)

M. Night Shyamalan's Mystery-Thriller ist ein gutes Beispiel dafür wie ein insgesamt guter Film nachhaltige Folgen in dem Sinne haben kann, das hinterher alle so sein wollen wie in diesem Fall „The Sixth Sense“. Das aber die Überraschung (völlig überraschenderweise) nur beim ersten mal überrascht, hat selbst Shyamalan, der sich in der Folge immer wieder selbst kopiert hat, nicht begriffen.


Dienstag, 24.11.09


Clockwise - In letzter Sekunde“ (Das Vierte, 20.15 Uhr)

Die TV-Zeitung meines Vertrauens schreibt zu dieser Groteske: „Schulleiter (John Cleese) will pünktlich sein Reiseziel erreichen. Wenns sein muss mit roher Gewalt...“ - Hört sich vielversprechend an, vor allem wegen dem Mitwirken von John Cleese, so dass dem Film zumindest eine Chance gegeben wird.


Ein Fisch namens Wanda“ (NDR, 23.45 Uhr)

Und wir bleiben bei John Cleese: Gehört ohne jeden Zweifel zu den besten und gelungensten Komödien, die jemals gemacht worden sind. Feinde des britischen Humors werde aber natürlich wenig begeistert sein. Da denen aber ohnehin nicht mehr zu helfen ist, gilt: „Don't call me STUPID!“ Sehr viel ausführlicher werde ich in meiner Rezension zum Film.


Sweet November“ (ARD, 00.20 Uhr)

Wiederum in meiner TV-Zeitung ist zu lesen das Charlize Theron für diesen Film das Mitwirken im ultimativen Bay-Schrott „Pearl Harbour“ sausen ließ. Dafür kann man ihr nur gratulieren. Ob man ihr „Sweet November“ gratulieren darf, vermag ich allerdings (noch nicht) zu beurteilen.


Mittwoch, 25.11.09


Der Navigator - Eine mittelalterliche Odyssee“ (Arte, 23.10 Uhr)

Mittwoch ist aus TV-technischer Hinsicht noch mehr Ebbe als ohnehin schon. Einzig Arte vermag vielleicht als rettender Anker zu fungieren und zeigt mit dieser australisch-neuseeländischen Produktion aus den Achtzigern einen Film, der zumindest vom Inhalt her schon einmal interessant klingt.


Donnerstag, 26.11.09


Ocean's Eleven“ (Vox, 20.15 Uhr)

Ohne Stephen Soderbergh zu nahe treten zu wollen: „Ocean's Eleven“ ist wohl sein zweitbester Film und natürlich mit Abstand der Beste der „Ocean's“-Trilogie. Beschwingte Unterhaltung in perfekter Inszenierung, inklusive einer gut aufgelegten Darsteller-Regie sind in diesem Fall wahrlich mehr schon als nur die halbe Miete.


Blade II“ (Vox, 22.25 Uhr)

Das erinnert mich daran das ich mir „Blade II“ schon lange mal wieder ansehen wollte, um den del Toro in dem Film zu entdecken. Natürlich werde ich dies aber auf DVD erledigen, da die TV-Fassung um diese Uhrzeit zerschnitten sein wird.


Freitag, 27.12.09


Collateral“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Starker Film von Michael Mann in dem er noch vieles von dem, was er in diesem Jahr im Zuge des katastrophalen „Public Enemies“ verkehrt gemacht hat. Allein die Exposition für sich genommen stellt unfassbar großes Kino das, mit dem ungemein sympathischen Jamie Foxx, sowie Tom Cruise und Jada Pinkett Smith großartig besetzt ist, wie auch der Kollege von Intermoviession findet.


Training Day“ (RTL II, 22.10 Uhr)

Verschaffte Denzel Washington den Oscar, der somit für diesen Film als erster afroamerikanischer Darsteller mit dem Academy Award für die beste Hauptrolle ausgezeichnet wurde. Ansonsten aber ist „Training Day“ zu Recht nicht mehr als eine Randnotiz der Filmgeschichte.


Layer Cake“ (WDR, 22.30 Uhr)

Britischer Ganster-Thriller mit dem aktuellem Bond Daniel Craig in der Hauptrolle. Noch nicht gesehen, obwohl der Film seit Monaten bei mir herumsteht. Mein Tipp: Solide Unterhaltung.


Samstag, 28.11.09


Erin Brockovich“ (MDR, 22.00 Uhr)

Und hier kommen wir wohl zum besten Film von Stephen Soderbergh, wobei das natürlich meine rein subjektive Sichtweise ist. Ich jedenfalls sehe den immer wieder gerne, und war erst neulich wieder überrascht – obwohl ich den schon so oft gesehen habe – das sich hinter dem wilden Rocker Aron Eckhart verbirgt. Manchmal ist man auch echt mit Blindheit geschlagen.


Sonntag 29.11.09


Über den Dächern von Nizza“ (ZDF, 15.15 Uhr)

Wunderbarer Film um einen grauen Sonntagnachmittag im Herbst zu verbringen. Der wohl entspannteste Hitchcock, vor der malerischen Kulisse der Côte d'Azur spielend. Dazu Grace Kelly und Cary Grant. Was will man mehr?


Cars“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Animationsspaß aus dem Hause Pixar. Für mich definitiv uninteressant, aber man kann sich wohl sicher sein, dass auch dieser Film gelungene Unterhaltung für die ganze Familie darstellt. Manchmal kann man Sat 1 also doch noch einschalten.


Insomina“ (RTL II, 20.15 Uhr)

Es bleibt natürlich dabei: Christopher Nolan! inszeniert diesen von der Konzeption erfolgversprechenden Thriller!!, in Alaska spielend, mit schauspielerischen Schwergewichten wie Hillary Swank!! und Al Pacino!!! Dazu noch ein Robin Williams der in seinen (seltenen) besten Momenten ebenfalls zu den Großen gehören kann. Und was ist dabei rumgekommen? Eine der gewaltigsten filmischen Enttäuschungen die mir jemals unter die Augen gekommen ist.


300“ (Pro 7, 22.30 Uhr)

This is Madness: Leni Riefenstahl, Euthanasie, Homophobie, Rassismus, Bush-Propaganda, Al-Qaida-Propaganda, Iran-Feindlich – Was haben sich die Kritiker in Sachen „300“ nicht alle das Maul zerrissen – der natürlich einige dieser Lesarten durchaus auch provoziert. Nur das der Film gleichzeitig auch das Resultat eines über 2000 Jahre lang gewachsenen Konglomerats aus westlichen „Orient“-Klischees ist, die alle Welt stetig kultiviert ohne sich dessen bewusst zu sein, ist kaum Einem aufgefallen. Wen wunderts, waren doch bestimmt einige der KritikerInnen viel zu sehr damit beschäftigt lecker Sarotti-Schokolade zu verdrücken (natürlich nur stilecht mit dem Sarotti-Mohr), während sie ihre Verrisse verfasst haben. Im Übrigen bin und bleibe ich der Meinung das „300“ durchaus töfte Unterhaltung darstellt, dessen Inhalt man nicht wichtiger machen sollte, als er ist. End of the Story.


Full Metal Village“ (HR, 01.15 Uhr)

Dokumentarfilm der koreanischen Regisseurin Cho Sung-hyung über das alljährlich in Wacken stattfindende berühmt-berüchtigte Metal-Festival. Auf die Doku freue ich mich sehr, auch weil mich die Symbiose aus „harten Rockern“ und gutmütiger Dorfgemeinde jedes Jahr aufs neue fasziniert.



Und wer meinem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags). Und schließlich gibt es noch jede Menge (unkommentierte) TV-Tipps bei der Astronautenbar.


Foto: „One less TV“ by Kevin Steele, lizenziert unter CC-BY-NC

Rezension: "(500) Days of Summer"














Es ist eine so abgestandene Einleitung in „(500) Days of Summer“ das man sie eigentlich gar nicht bemühen möchte, aber irgendwie kommt man um sie nicht herum, nimmt sie doch auch der Film selbst in Anspruch: Es handelt sich bei „(500) Days of Summer“ eben nicht um einen dieser romantischen Liebesfilme die jede zweite Woche in den Kinos anlaufen. Es ist kein Film mit großen Namen, die als Zugpferd in einer ansonsten konventionell und stringent zum unvermeidlichen Happy End geführten Erzählung fungieren. Nein, das Langfilm-Debüt von Marc Webb, der sich seine Brötchen bislang vor allem mit dem Drehen von Musikvideos verdiente, ist all dies nicht und somit so viel mehr. Dass das, was wir gemeinhin als Liebe bezeichnen, eine äußerst diffizile Angelegenheit ist, hat wohl jeder selbst das eine oder andere Mal erlebt: Das erste Aufeinandertreffen, die erste Verabredung, die erste gemeinsame Nacht, aber natürlich auch der erste Streit, sowie auch das letztendliche auseinander gehen, was eben auch dazu gehört – all dies wird in „(500) Days of Summer“ thematisiert. Ein Film, der vielleicht auch deshalb so gut ankommt, weil er sich eben nicht damit aus der Affaire zieht, dem Publikum eine heile Welt vorzuspielen, die es abseits der großen Leinwand nur in den seltensten Fällen gibt.


Den Anfang nimmt diese Liebesgeschichte, die ja keine Liebesgeschichte ist, in einer Agentur die sich auf die Gestaltung für Glückwunsch-, Trauer- und sonstigen Grußkarten spezialisiert hat. Dort arbeitet auch Tom Hansen (Joseph Gordon-Levitt) dessen Traum in seinem studierten Beruf als Architekt zu arbeiten sich nicht erfüllt hat. Tom jedenfalls hat ziemlich klare Vorstellungen von der Liebe und Beziehungen: Wahre Liebe ist für ihn keine Metapher sondern existent. Ein Glaubensgrundsatz, der bei aller Romantik auch immer wieder dafür sorgt, dass Tom nach Trennungen in Löcher fällt, die tiefer als der Marianengraben sind. Bei einem der wöchtlichen Besprechungen im Betrieb trifft er dann eines Tages auf Summer Finn (Zooey Deschanel), die neue Assistentin seines Chefs. Es dauert nicht lange bis Tom merkt, dass er sich zu der jungen Frau hingezogen fühlt. Der nächste Karaokeabend der Belegschaft (inklusive reichlich Alkohol) bietet ihm die Gelegenheit den ersten Schritt zu wagen. Summer jedoch will keinen festen Freund und keine feste Beziehung. An die wahre Liebe glaubt sie schon mal gar nicht. Nichts desto trotz kommen sich beide immer näher, der erste Schritt ist gemacht und schon sind Beide mittendrin in den „(500) Days of Summer“.


Während „konventionelle“ Filme des Genres ihre Geschichte für gewöhnlich linear von Anfang bis Ende durchexerzieren, schlägt „(500) Days of Summer“ einen anderen Weg ein. Wie ein Flickenteppich aufgebaut, springt der Film immer wieder sprunghaft von der einen zur anderen Episode innerhalb der 500 Tage währenden Beziehung zwischen Tom und Summer. Dem Regisseur Marc Webb und den Drehbuchautoren Scott Neustadter und Michael H. Weber gelingt es somit die Beziehung zwischen Tom und Summer auf erfrischend kurzweilige und abwechslungsreiche Art und Weise zu erzählen, was nicht zuletzt Resultat des ständigen Wechsels zwischen Freude und Trauer ist, dem der Film ständig unterworfen ist. „(500) Days of Summer“ wandelt stets auf einem schmalen Grat zwischen beschwingter Komödie und melancholischem Melodram. Das der Film diesen Balanceakt jederzeit meistert ohne den Halt zu verlieren, gehört zu den zahlreichen Stärken von „(500) Days of Summer“. Es ist nicht zuletzt der Soundtrack, der sich schnell in den Vordergrund drängt, und neben der musikalischen Untermalung von Sam Mendes „Away We Go“ zu den gelungensten Soundtracks des aktuellen Kinojahres zählt. Hervorzuheben in einer unisono hochkarätigen Trackliste, die von „Simon & Garfunkel“ bis „Wolfmother“ reicht, ist in diesem Zusammenhang sicherlich das melodische „Quelqu'un m'a dit“, das Präsidentengattin Carla Bruni mit ihrer markanten rauchigen Stimme zu passenden Szene gefühlvoll intoniert.


Überhaupt ist es eine der großen Stärken, dass der Film stets das Gefühl für das passende Timing besitzt. Es haben sich bereits unzählige Filme daran versucht eine Musical-Nummer zu integrieren und sind an dieser Aufgabe zumeist gescheitert. Auch „(500) Days of Summer“ wartet mit einer Musical-Einlage auf, die von der ersten Sekunde an den richtigen Ton trifft und somit auch auf Grund der dieser Szene innewohnenden Komik zu einer der gelungensten Sequenz des Films werden lässt. Aber natürlich steht und fällt der Film mit seinen Hauptdarstellern und aus dieser Perspektive ist die Besetzung von Joseph Gordon-Levitt und Zooey Deschanel ein wahrer Glücksgriff. Während Gordon-Levitt seinen Charakter gekonnt zwischen den emotionalen Extremen hin und her pendeln lässt, gelingt es Deschanel jenen Typ Frau zu verkörpern, der den Männern nicht nur auf Grund des Aussehens, sondern vor allem wegen der Ausstrahlung und des Charismas den Atem stiehlt. Das die Chemie zwischen den beiden Darstellern gestimmt haben muss, die sich in zahlreichen Sequenzen immer wieder gekonnt die Bälle zuspielen, ist immer wieder offensichtlich.


Gleichwohl ist „(500) Days of Summer“ nicht gänzlich frei von Schwächen. Auch dieser Film kann sich nicht in Gänze von den gängigen Klischees des Genres befreien. So sind zum Einen die beiden besten Freunde von Tom im Grunde nicht mehr als klassische Stereotypen, denn sorgfältig gezeichnete Protagonisten und zum Anderen ist auch das Ende des Films nicht frei von jenen konventionellen Stereotypen, die der Film bis dato doch stets erfolgreich vermieden hat. Größtes Manko ist jedoch die Figur der kleinen Schwester von Tom. Diese Zwölfjährige wird in „(500) Days of Summer“ zu jenem Typ altklugen Gör, das man zum Beispiel auch in „Juno“ bestaunen darf. Was zu Beginn vielleicht noch eine humoristische Note besitzt, ist im weiteren Verlauf eigentlich nur noch nervig und letztendlich für die Geschichte auch unnötig. Abseits dieser Kritikpunkte überwiegen aber ganz klar die Stärken in Webbs Debüt, das sich somit zu Recht rühmen darf einer der gelungensten - weil interessantesten - Independent-Streifen dieses Jahres zu sein. Zu verdanken hat er dies den zahlreichen guten Einfällen, die den Film immer wieder durchziehen. Sei es der wiederholte Verweis auf den (in der Filmgeschichte) immer wieder zitierten Nichols-Klassiker „Die Reifeprüfung“, oder aber das auch in filmischer Hinsicht geschickt umgesetzte Spiel mit Wunsch und Realität, stets hat man das Gefühl, dass man hier einem Film beiwohnt der erkennbar mehr sein will, als die typische romantische Komödie von der Stange. „(500) Days of Summer“ ist somit alles: Herzlich, lustig, traurig und vor allem: ausgezeichnetes Kino. - Fazit: 8 von 10 Punkten.


Quellennachweis: Abbildungen aus "(500) Days of Summer". © 2009 20th Century Fox


Rezension: "Der Informant"














Man wird Stephen Soderbergh mit Sicherheit nicht absprechen können, dass er ein überaus wandelbarer Regisseur ist – zumindest was die Wahl seiner Stoffe angeht, die er dann anschließend filmisch aufbereitet. So steht in seinem bisherigem Werk reine Unterhaltung, wie zum Beispiel die „Oceans“-Reihe, gleichberechtigt neben Filmen (jüngstes Beispiel: Soderbergs Duo über Che Ernesto Guevara), die auf der politisch-gesellschaftlichen Ebene durchaus Relevanz beanspruchen. Das ausgerechnet diese Projekte meistens nicht vollends zu überzeugen wissen, scheint sich so langsam aber sicher zu einer Konstante des Regisseurs Soderbergh auszuwachsen (siehe auch: „The Good German“). Das handwerkliche Perfektion nicht alles ist, das hat nicht zuletzt das bereits angesprochene Guevara-Doppel gerade erst wieder bewiesen. Im Übrigen sollte man sich nicht täuschen lassen: Auch die „Oceans“-Reihe glänzt primär durch seine illustre und regelmäßig gut aufgelegte Schauspieler-Combo rund um Clooney und Pitt und nicht wegen der Regie von Soderbergh. Mit „Der Informant“ versucht sich Stephen Soderbergh nun an einem Stoff, der nicht nur zutiefst tragisch sondern gleichzeitig auch durchaus komisch ist.


Basierend auf der wahren Lebensgeschichte des Hochstaplers Mark Whitacre erzählt Soderbergh in „Der Informant“ eine Geschichte rund um Wirtschaftsverbrechen und Betrügerein. Gewisse Parallelen zu Spielbergs „Catch me if you can“ sind nicht von der Hand zu weisen und drängen sich durchaus auf, zumindest was die Prämisse zu Lügen und zu Trügen was das Zeug hält angeht und dabei stets so harmlos aufzutreten, wie der sprichwörtliche Wolf im Schafspelz. Man schreibt das Jahr 1992 als der für den Agrarkonzern Archer Daniels Midland (ADM) tätige Biochemiker Mark Whitacre (Matt Damon) auf einen vermeintlichen Spionagefall in seinem Konzern aufmerksam wird. Durch die Spionage und einen die Lysin-Produktion eingeschleusten Virus verliert der Konzern eine Menge Geld. Whitacres Vorschlag das Problem mit einer schnellen Barzahlung an den Erpresser zu lösen, wird von seinen Bossen schnell verworfen. Stattdessen wird das FBI eingeschaltet, das sich unter der Führung von Brian Shepard (Scott Bakula) und Bob Herndon (Joel McHale) schon bald mit dem Fall beschäftigt. Als sich diese auch an Whitacre heften, bekommt Whitacre, der bei weitem nicht so harmlos ist wie er wirkt, kalte Füße und wechselt die Seiten. Fortan versorgt er das FBI mit heißen Informationen die einen umfassenden Wirtschaftsskandal aufdecken könnten: ADM, so Whitacre, treffe immer wieder mit ihren Konkurrenten aus aller Welt umfassende Preisabsprachen – Selbstredend zum Vorteil der Konzerne und zum Schaden der Kunden.


Wie bereits erwähnt, „Der Informant“ handelt von einer im Kern sehr ernsten Angelegenheit, die von Soderbergh allerdings im Gewand einer schwarzen Komödie erzählt wird. Das stete Bemühen des Films witzig sein zu wollen, ist an fast jeder Stelle zu spüren. Dies ist allerdings auch die Crux der ganzen Angelegenheit, denn wirklich witzig ist „Der Informant“ nur selten. Es ist viel eher ein unterschwelliges Daueramüsement das sich quer durch den ganzen Film zieht. Geprägt wird der „Der Informant“ zum Einen durch die oftmals ironischen Kommentare aus dem Off von Whitacre, als auch zum Anderen der betont beschwingten musikalischen Untermalung, die in ihrer Intonation dem Thema des Films immer wieder diametral gegenüber steht. Und auch hier zeigt sich wieder das Soderbergh in weiten Teilen zu angestrengt, zu bemüht ist um mit seinem letztendlichen Film so locker-spritzig rüber zu kommen, wie er es unzweifelhaft gerne täte. Somit zeigt sich auch bei diesem Film das in der Einleitung thematisierte Dilemma Soderberghs: Abseits der handwerklichen Perfektion und Sicherheit, die der Regisseur auch in diesem Fall wieder versprüht (gerade die Neunziger Jahre sind von Soderbergh wunderbar eingefangen worden), regiert mal wieder viel Stückwerk, was dazu führt das es der Zuschauer mehr als schwer hat sich für den Film und die darin gezeigten Protagonisten zu interessieren.


Das ist gerade auch deswegen mehr als schade, weil Matt Damon im Zuge seiner Rolle als Mark Whitacre eine wirklich schöne Leistung abliefert. Damon, der sich für die Rolle mal eben über 15 Kilo zusätzlichen Speck angefuttert hat, zeigt in diesem Film wohl seine wandelbarste Rolle seit Jahren und beweist somit endgültig das er zu Recht zu der ersten Riege seines Fachs gezählt wird. Mit Scott Bakula steht ihm diesmal ein Kollege zur Seite, der in seiner Rolle - ob nun gewollt oder ungewollt, da kann man sich nicht ganz sicher sein - zu den komischsten Elementen des Films gehört. Sein ständiger und überakzentuierter Blick der Verwirrung und Überraschung den er mit Verve zur Schau stellt, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Wunderbar gegen den Strich besetzte Rollen, wie zum Beispiel die von „King of Queens“-Star Patton Oswalt, runden den positiven Eindruck der Besetzung zusätzlich noch ab. An den Darstellern liegt es also (wieder mal nicht) das Soderbergs Film nicht wirklich zu zünden weiß.


Es ist nicht zuletzt auch die verschachtelte Geschichte, die es dem Publikum nicht gerade leicht macht der Persönlichkeit Whitacre näher zu kommen. Anstatt so viel Augenmerk auf das Äußerliche zu richten, hätte sich Soderbergh lieber eingehender mit seinem Protagonisten beschäftigt. Dieser bleibt einem nämlich relativ fremd, was durchaus Schade ist, da das Potential für eine tiefergehende Beschäftigung ja jederzeit vorhanden gewesen und mit Damon auch ein Darsteller verfügbar gewesen wäre, der dies adäquat hätte umsetzen können. So aber bleibt mal wieder die Gewissheit einen Soderbergh gesehen zu haben, von dem man zwar nicht wirklich behaupten kann, dass es ein schlechter Film im eigentlichen Sinn gewesen wäre – aber eben auch kein Guter. Zu Beginn von „Der Informant“ weist Soderbergh darauf hin, dass seine Geschichte zwar auf wahren Begebenheiten fußt, aber ansonsten eigentlich fast alles erfunden sei: „Ätsch!“ Eigentlich hätte er noch hinzufügen können, dass er mal wieder sein übliches Programm herunter geleiert hat und es ihm herzlich egal ist, was sein Publikum davon hält (was ja nicht unbedingt eine schlechte Eigenschaft sein muss): „Ätsch!“ - Fazit: 6 von 10 Punkten.


Quellennachweis: Abbildungen aus "Der Informant". © 2009 Warner Brothers


TV-Empfehlungen für die Woche vom 16.11.09 - 22.11.09


Montag, 16.11.09

Timeline“ (Pro7, 20.15 Uhr)

Michael Crichton-Verfilmung in der eine Gruppe von Historikern in das 14. Jahrhundert reist. Nun ja, um den Streifen macht man besser einen großen Bogen: Langweilig, uninspiriert und belanglos – was will man von einem Film mit Paul Walker in der Hauptrolle schon erwarten?


Besser geht’s nicht“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Dann hält man sich doch besser an Jack Nicholson und Helen Hunt. Wunderbare Komödie die man sich immer wieder ansehen kann. Nicholson Verkörperung des schreibenden Misanthropen Melvin Udall ist schon ganz großes Kino.


12 Monkeys“ (Arte, 21.00 Uhr)

Ach, da sind die 12 Affen ja schon wieder. Ich hatte schon Entzugserscheinungen. Der war ja schon mindestens zwei Wochen nicht mehr im Fernsehen zu sehen.


Shining“ (Kabel 1, 23.05 Uhr)

Jack Nicholson kann aber natürlich nicht nur komisch, sondern auch das konträre Genre bedienen. Kubricks einziger Horrorfilm stellt zum einen der besten Horrorfilme überhaupt da und firmiert somit auch als – trotz der genommenen Freiheiten – eine der gelungensten King-Verfilmungen überhaupt. Klassiker!


Dienstag, 17.11.09


Harry and Sally“ (NDR, 23.50 Uhr)

Verwechsel ich aus unrerfindlichen Gründen immer wieder mit „Besser geht’s nicht“. Ist natürlich vor allem wegen der berühmt-berüchtigten „Orgasmus-Szene“ in die Filmgeschichte eingegangen (In der Wikipedia sogar mit einem eigenen Kapitel versehen, ich lach mich gerade weg: „Szene, die in die Filmgeschichte eingegangen ist“). Aber auch ansonsten ein lohnenswerter Film.


Mittwoch, 18.11.09


Blade Runner - Der Final Cut “ (SWR, 23.00 Uhr)

Muss ich nichts zu schreiben. Hat man gesehen zu haben. End of the Story.


Donnerstag, 19.11.09


Der Anschlag“ (Sat 1, 20.15 Uhr)

Ist einer dieser typischen Filme die man mal gesehen hat, sich dann hinterher immerhin unterhalten gefühlt hat, gleichzeitig aber auch weiß das man sich den niemals mehr ansehen will/muss. Recht konventionelle Clancy-Verfilmung ohne große Höhepunkte dafür aber mit bösen Nazis und Atombomben.


The Green Mile“ (Vox, 20.15 Uhr)

Erst letzte Woche wieder gesehen und für einen ausgezeichneten Film befunden. Meiner Meinung nach liegt das „Geheimnis“ des Films vor allem in seiner Besetzung begründet, die man sich nach dem Sehen gar nicht mehr anders vorstellen kann: Ob nun Tom Hanks und Michael Clarke Duncan in den Hauptrollen, oder aber unter anderem David Morse und Barry Pepper in den Nebenrollen – sie alle scheinen für ihre Rollen wie gemacht. Fazit: Ganz großes Kino.


Donnie Darko“ (Arte, 21.00 Uhr)

Überaus clever konstruierter Film, der zum Nachdenken anregt und auch über die reine Spielzeit hinaus präsent bleibt. Gelungen ist Richard Kelly im Zuge von „Donnie Darko“ vor allem das Spiel mit den verschiedenen Genres. Insgesamt jedoch „nur“ ein starker Film, aber nicht das an einigen Stellen kolportierte Meisterwerk.


Freitag, 20.12.09


Ultraviolet“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Es ist fast schon wieder bemerkenswert wie schlecht dieser Film eigentlich ist. Wirklich ganz, ganz fürchterlicher Film um den man einen großen Bogen machen sollte.


Die Insel“ (RTL II, 22.05 Uhr)

Man liest es ja an verschiedenen Stellen immer wieder und auch ich bin auf dieser Linie zu verorten: Erstaunlich gelungene erste Hälfte von Bays Sci-Fi Dystopie, der aber in der zweiten Hälfte zur Beruhigung aller Bay-Kritiker in die alten Bayschen Bahnen zurückfällt. Dennoch natürlich in der Summe ein annehmbarer Film.


Volver“ (WDR, 23.15 Uhr)

Bevor man Penelope Cruz nicht unter Pedro Almodóvar hat spielen sehen, hat man die gebürtige Spanierin nicht spielen sehen. Nächster Nachholtermin für alle Unwissenden ist somit der kommende Freitag: KLICK


Samstag, 21.11.09


Meine teuflischen Nachbarn“ (RTL II, 23.50 Uhr)

Eine der gelungensten Komödien überhaupt der auch die Zeit nichts anhaben könnte. Der junge Tom Hanks darf hier eindrucksvoll zeigen wo er eigentlich zu Hause ist. Wer den Film noch nicht kennt, sollte ihn sich nicht entgehen lassen. KLICK


Sonntag 22.11.09


Der Baader Meinhof Komplex (1)“ (ARD, 20.15 Uhr)

Selbstzitat: Wo Tiefe erforderlich gewesen wäre, bietet der Film nur (gutgemachte) Bilder und simple Trivialität. Wo Bedächtigkeit erforderlich gewesen wäre, schlägt der Film ein scharfes Tempo ein. Wo eine Positionierung von Nöten gewesen wäre, bleibt der Film ohne Haltung. Eichinger und Aust berufen sich immer wieder auf die kompromisslose Darstellung der Morde der RAF, doch ist dies nicht ausreichend für einen Film, der sich der RAF annehmen will. Menschen definieren sich durch Taten, das mag richtig sein, doch das Zeigen der Taten bleibt ohne Deutung inhaltslos - Anspruch und Wirklichkeit stehen sich diametral gegenüber. „Der Baader-Meinhof Komplex“ ist nicht der erste Film über die RAF, doch es ist der erste dieser Größenordnung gewesen. Das es noch dazu einer der Schwächsten ist, der nun den Weg ins Kino gefunden hat, ist zu Bedauern.“ - Auch die verlängerte TV-Fassung wird die vorhandenen Schwächen mit Sicherheit nicht ausmerzen können.


Spider-Man 3“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Optisch mal wieder äußerst eindrucksvoll, verpasst es Raimi diesmal auch inhaltlich weitere Akzente zu setzen. Insgesamt somit enttäuschender dritter Teil um den Spinnenmann. Ich hoffe sehr das es mit dem vierten Teil wieder aufwärts geht, auch wenn der Kollege von nebenan das ein wenig anders sieht.



Und wer meinem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags). Und schließlich gibt es noch jede Menge (unkommentierte) TV-Tipps Astronautenbar.


Foto: „One less TV“ by Kevin Steele, lizenziert unter CC-BY-NC


Vorschau: Von Orient-Klischees und griechischen Göttern

Das kommende Kinojahr 2010 kann ja heiter werden. Zum einen steht mit „Prince of Persia – The Sands of Time“ nicht einfach nur eine weitere Spielverfilmung, sondern mit dem persischen Prinzen sogar eine Adaption eines wahren Klassikers an. Was für die Einen jetzt schon nach „Bruckheimer-Kotzkino“ (Der werte Herr produziert den Streifen“) klingt, löst bei den Anderen mit Sicherheit schon mal ordentlich Vorfreude aus. Immerhin konnte mit Mike Newell ein Regisseur für das Projekt gewonnen werden, der sich mit Filmen wie „Donnie Brasco“, „Mona Lisas Lächeln“, oder aber auch „Harry Potter und der Feuerkelch“ einen Namen machen konnte, so dass mit Newell auf jeden Fall ein erfahrener Mann auf dem Regiestuhl Platz nimmt. Neben Jake Gyllenhaal, der den titelgebenden Prinzen spielen wird, werden unter anderem noch Ben Kingsley und Alfred Molina zu sehen sein. Interessant könnte „Prince of Persia – The Sands of Time“ vor allem auch deshalb sein, weil sich mit Jordan Mechner der Mann für das Drehbuch verantwortlich zeigt, der sich auch um die Entwicklung der Prince of Persia-Spiele verdient gemacht hat. Vielleicht also endlich auch mal eine Game-Adaption die mich zu überzeugen weiß. Die vor kurzem erschienenen Bilder zum Film sehen zumindest schon mal ganz ansprechend aus, auch – oder gerade weil sie vor westlichen Klischees über den Orient nur so triefen (HD HIER). Eine Menge durchgestylte Action verspricht auch das Remake von „Clash of the Titans“, welches sich ebenfalls für 2010. ankündigt. Es geht doch nichts über ein paar griechische Götter die sich gepflegt die Schädel einschlagen, dagegen kann „Troja“ einpacken. Mit Louis Leterrier übernimmt ein Mann die Regie, der vor allem durch „Transporter“ positiv auf sich aufmerksam machen konnte. Nun hat er die erneute Chance auf sich aufmerksam zu machen, denn immerhin steht ihm eine durchaus illustre Darstellerriege zur Verfügung. Sam Worthington, Mads Mikkelsen und dazu Ralph Fiennes als Hades, sowie Liam Neeson als Zeus wissen entsprechende Erwartungen zu schüren. Dazu ein wenig „300“-Style und der Spaß könnte perfekt sein. Der erste Teaser (HD HIER) ist in dieser Hinsicht schon mal überaus vielversprechend.


Quelle: TrailerAddict


Quelle: TrailerAddict


Rezension: "Jennifer's Body"














In der aktuellen Ausgabe des Kulturspiegels lässt sich ein ziemlich pointierter Artikel zu – so wird es zumindest oft genug kolportiert - Hollywoods derzeitigem Sexsymbol Nummer Eins finden. „Fox verkörpert genau jene Schlampe, die einer anderen Frau in null Komma nichts den Mann wegschnappt“(KulturSpiegel 11/09, S. 13) – mit diesen wohlfeinen Worten gelingt es dem Autoren des Artikels zu verdeutlichen, warum es Megan Fox beim weiblichen Publikum so schwer hat: „Wer geht schon ins Kino, um seinem Freund dabei zuzusehen, wie er erregt auf die Leinwand stiert?“ Und weil also den Herren der Schöpfung ob der körperlichen Reizen der betont lasziv auftretenden Fox die Augen mit schöner Regelmäßigkeit aus dem Kopf fallen, wäre es nur konsequent gewesen das neueste Megan Fox-Vehikel nicht „Jennifer’s Body“ sondern gleich Megan’s Body zu nennen. Schließlich waren es genau jene körperlichen Reize auf denen quasi das gesamt Marketing zum Film basierte. Ein Film, der in den USA schließlich vom sonst doch so genügsamen Publikum gnadenlos abgestraft wurde. Magere 16 Millionen US-Dollar vermochte der Film in den Staaten einzuspielen und blieb somit deutlich hinter den Erwartungen zurück.


Scharf, schärfer, Jennifer Check (Megan Fox). Sie ist wohl das heißeste Mädchen an ihrer Highschool: Die Klamotten stets eine spur zu knapp, dazu noch eine große Klappe. Nur ihre beste Freundin passt da nicht wirklich in das sonst so hippe Gesamtbild. Needy (Amanda Seyfried) nämlich ist ein unscheinbares Mädchen, das so gar nicht zu dem extrovertierten Auftreten von Jennifer passen will. Doch Sandkastenfreundinnen bleiben eben Sandkastenfreundinnen. Das gilt auch an jenem Abend, als sich Jennifer und Needy in die verrauchte Kneipe ihres Heimatortes begeben, um das Konzert einer aufstrebenden (und bis dato erfolglosen) Rockband zu besuchen. Diese sind mittlerweile des ertragsarmen musizierens überdrüssig und hecken einen im wahrsten Sinne des Wortes teuflischen Plan aus. Eine Jungfrau soll dem Leibhaftigen geopfert werden im Austausch für die große Karriere im Musikbusiness. Dumm nur das die satanischen Rocker mit Jennifer in Sachen Jungfrau nicht gerade ihre cleverste Wahl getroffen haben, so dass aus der nächtlichen Opfergaudi ein männermordendes Monster hervorgeht, welches fortan die örtliche Highschool terrorisiert.


Die Verbindung von Highschool und Horror hat im Film eine lange Tradition, so dass man sich mittlerweile schon etwas einfallen lassen muss, um dem Genre neue Seiten abzugewinnen. Immerhin: Mit Diablo Cody, die 2007 im Zuge ihres (meiner Meinung nach überschätzen) Erstlings „Juno“ quasi direkt von der Strip- zur großen Oscarbühne durchstartete, zeichnet sich eine Frau für das Drehbuch von „Jennifer’s Body“ verantwortlich, der man durchaus zutrauen könnte frischen Wind in das Genre zu bringen. Und zum Teil ist diese Angelegenheit sogar von Erfolg gekrönt. Wie auch schon im Fall von „Juno“ fokussiert sich Cody auf die Frauenfiguren in ihrer Geschichte, sowie einigen geschliffenen Dialogzeilen. Männer haben in „Jennifer’s Body“ nicht wirklich etwas zu melden, außer mit ihren Gedärmen als Futter für die stets hungrige Dämonin zu fungieren. Als inhaltliches Grundgerüst fungiert in dieser in der Summe doch arg harmlosen Horrorepisode das aufkommende Duell zwischen Jennifer und Needy, das in seiner Ausgestaltung wenigstens nicht in das „touched girl vs. untouched girl“-Klischee verfällt.


Abseits dieser wenigen positiven Aspekte bleibt jedoch nicht mehr viel über was es zu honorieren gilt. Das liegt wohl zuvorderst an der in Teilen fürchterlichen Inszenierung von Regisseurin Karyn Kusama. Sollte „Jennifer’s Body“ wirklich jemals den Anspruch gehabt haben zumindest von Zeit zu Zeit ein Horrorfilm zu sein, dann ist davon nichts mehr übrig geblieben. Erschreckend ist höchstens die gepflegte Langeweile, die sich alsbald beim Zuschauer einstellen muss. Und spätestens wenn zum gefühlt hundertsten Mal die ordinäre Schulbibliothek mit ihren fünf Büchern auf einmal mit ihrer reichhaltigen Auswahl an Ratgebern zum Thema okkulte Dämonenbeschwörung glänzt, ist die unfreiwillige Komik, die den Film immer wieder durchzieht, nicht mehr zu leugnen. Enttäuscht werden auch all diejenigen sein, die sich „Jennifer’s Body“ mit der Erwartung ansehen einen Blick auf Megan’s Body erheischen können. Denn da gibt sich die gute Megan außerordentlich züchtig, außer einem heruntergezogenen Reißverschluss ist da nicht viel drin, mal abgesehen davon das die gesamte Sexyness von Megan Fox dermaßen over the top verkörpert wird, das ohnehin gefragt werden muss, wer darauf eigentlich anspringen soll.´


Um es also auf den Punkt zu bringen: Selten ist ein Film dermaßen am Publikum vorbei konzipiert worden, wie „Jennifer’s Body“. Horrorfreunde werden nach der ersten Hälfte eingeschlafen sein. Frauen, die ob der von Diablo Cody inszenierten Frauenpower ihren Freunden ein triumphierendes „Da hast du es!“ an den Kopf schleudern könnten, werden sich ob der in der Einleitung der Besprechung genannten Gründe wohl kaum in den Film verirrt haben. Und sollte es wirklich den einen oder anderen geben der sich primär wegen Megan Fox ins Kino gewagt hat, hätten diese lieber Google bemüht. Das wäre ertragreicher gewesen. Und bevor ich mich an dieser Stelle noch weiter großartig darüber echauffiere wie viel Potential der Film eigentlich verschenkt, beende ich lieber die Besprechung. – Fazit: 4 von 10 Punkten.


Quellennachweis: Abbildungen aus "Jennifer's Body". © 20th Century Fox


 
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