Das Kinojahr 2009 - Ein Rückblick


Nun wird bald auch das Kinojahr 2009 Geschichte sein. Und auch wenn 2009 der Ruf zuteil wird, dass aus cineastischer Hinsicht außer Spesen nicht viel gewesen sei, so gab es sie doch: Außergewöhnliche Filme, mit denen man lachen, leiden und weinen durfte. Dafür musste man sich aber zumeist den kleineren Filmen, dem Independentkino und sonstigen internationalen Produktionen außerhalb von Hollywood seine Aufmerksamkeit schenken. Die großen Blockbuster nämlich, welche seit Jahren die riesigen Säle der Multiplexxe dominieren, wollten in diesem Jahr nicht so wirklich zünden (Ausnahmen bestätigen da nur die Regel). So entpuppten sich Filme wie zum Beispiel „Wolverine“, „Public Enemies“ und allen voran natürlich der desaströse „Terminator – Die Erlösung“ im besten Fall als solide aber fade Kost, und im schlechtesten Fall als ungenießbarer Fast Food. Verlierer des Jahres ist dann auch ganz klar Christian Bale, im Vorjahr mit „The Dark Knight“ noch auf der Sonnenseite zu finden, der erst mit seiner verunglückten John Connor-Interpretation entscheidend dazu beitrug, das Terminator-Franchise vor die Wand zu fahren, und dann noch das Pech hatte, in Manns verunglücktem Gangster Epos "Public Enemies" eine tragende Rolle spielen zu müssen. Immerhin aber hat er sich mit seinem Ausraster am Set von „Terminator 4“ den Award für den Ausraster des Jahres verdient. Glückwunsch!


Deutlich besser lief es da für Kate Winslet, die 2009 endlich für ihre jahrelangen Spitzenleistungen belohnt wurde. Sie durfte nicht nur zwei Golden Globes mit nach Hause nehmen, sondern endlich, endlich auch ihren ersten Oscar. Das sie diesen für ihre im direkten Vergleich schwächere Rolle als Hannah Schmitz in „Der Vorleser“ bekommen hat, und eben nicht für „Zeiten des Aufruhrs“, lässt sich unter diesen Gesichtspunkten leicht verschmerzen. Und so ist es mit Sicherheit keine Überraschung, wenn Kate Winslet auch bei mir persönlich das Rennen um den Titel der besten Darstellerin 2009 gemacht hat. Dabei war ihre Konkurrenz mit Charlotte Gainsbourg (Platz 2), die sich in Lars von Triers Tour de Force „Antichrist“ bis zur Selbstaufgabe die Seele aus dem Leib gespielt hat, sowie Penélope Cruz (Platz 3), die in Pedro Almodóvars „Zerrissene Umarmungen“ irgendwo zwischen Monroe und Hepburn mit Esprit und Leidenschaft agierte, durchaus hochkarätig. Im Übrigen würde ich mit dem Kollegen von Nebenan durchaus d'accord gehen: Gegen die Nominierung von Paz de la Huerta als „Hottest Actress in a supporting Role of the Year“ für ihre Rolle in „The Limits of Control“ hätte ich ebenfalls nichts einzuwenden. Bei den Männern hingegen kann es in diesem Jahr nur einen geben, auch wenn die Academy dies anders gesehen hat. Sean Penns Verkörperung von Harvey Milk in „Milk“ war nun mal die wichtigere Rolle und trotzdem: Mickey Rourkes bewegende Verkörperung des abgehalfterten Kämpen in Darren Aronofskys Sport-Drama „The Wrestler“ war trotz dessen kolossaler Erscheinung von einer solchen imposanten Zartheit geprägt, wie man es Rourke nicht zugetraut hätte. Dagegen kann der ohne Zweifel in „Inglourious Basterds“ begnadet aufspielende Christoph Waltz auch nichts mehr ausrichten.


Auch musikalisch war das Kinojahr 2009 mit Sicherheit nicht ohne, auch wenn Quentin Tarantino „Inglourious Basterds“ mit einen für seine Verhältnisse sehr zurückhaltenden Soundtrack ausgestattet hat, so dass die musikalische Untermalung nicht so dominant war, wie in seinen bisherigen Filmen. Was in diesem Fall vielleicht auch ganz gut war. Für die Top 3 in dieser Kategorie hat es dieses Jahr jedenfalls (zu meiner Überraschung) nicht gereicht. Auf den dritten Platz kann sich Alexi Murdoch platzieren, der mit seiner ruhigen, gittarenlastigen und melancholischen Musik den ebenso melancholischen „Away we Go“ dominiert, und sich allen voran mit „All My Days“ als echter Glücksgriff für den Film erweist. Auf den zweiten Platz hat sich der Boss höchst persönlich geschoben. Bruce Springsteens gleichnamiger Titelsong für „The Wrestler“ wurde in diesem Zusammenhang völlig zu Recht mit dem Golden Globe ausgezeichnet. Das Rennen macht jedoch eine aktuelle Präsidentengattin. Carla Bruni versüßt mit ihrer rauchigen Stimme die wunderbar romantische Antiromanze „(500) Days of Summer“, die per se mit einem extrem wandelbaren und ausgezeichneten Soundtrack aufwarten kann. Brunis „Quelqu'un qui m'a dit“ ist da nur noch das Tüpfelchen auf dem I.


Aber gehen wir nun langsam ans Eingemachte. Fasst man meine regulären Kinobesuche, Pressevorführungen, sowie meinen „Dauereinsatz“ beim diesjährigen Fantasy Filmfest zusammen, habe ich in diesem Jahr 75 Filme auf der großen Leinwand sehen dürfen (und ja, zum Teil auch sehen müssen). Aus diesen die Top 10 der besten Filme zusammenstellen ist nun kein Ding der Unmöglichkeit, aber auch nicht gerade einfach. Im Folgenden werden sich zwei Listen finden lassen. Zunächst werde ich unter Berücksichtigung regulärer Filmstarts und den Premieren auf dem Fantasy Filmfest zehn Filme in alphabetischer Folge auflisten, die mir ganz besonders gut gefallen haben, oder die ich als wichtig erachte. Filme, jedenfalls, die ich Jedem ans Herz legen wollen würde. Dann wird es richtig spannend: Von Platz 10 bis Platz 1 werden sich die zehn Kinofilme wieder finden, die meiner Meinung nach die Highlights dieses Jahres darstellen. Here we Go! PS: Ein Klick auf das Bild zum Film, bringt euch dann zur der vollständigen Rezension des jeweiligen Films.



Falls es auch der Letzte immer noch nicht begriffen haben sollte: „Can you finally dig it?“ Es ist Black Dynamite! *Dynamite! Dynamite!* Der coolste Motherfucker in Town. 2009 war die Blaxploitation wieder en vogue. Ein bisschen jedenfalls, denn ernst genommen werden wollte „Black Dynamite“ natürlich zu keinem Zeitpunkt. Bleibt nur zu hoffen, dass der Film im nächsten Jahr endlich einen Verleih findet, denn diese kleine und ultralustige Hommage hätte es mehr als verdient. „Black Dynamite“ stellt nämlich nicht weniger als den lustigsten Film des Jahres dar. Und das ist jetzt zur Abwechslung mal völlig ernst gemeint.



Ole Bornedals „Deliver us from Evil“ taucht aus genau einem Grund nicht in der der nachfolgenden Top 10 der Kinofilme auf. Ich habe die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben, dass dieser Film im nächsten Jahr hierzulande doch noch seine reguläre Kinoauswertung erfährt. Bornedal gelingt mit seinem Film über alltägliche Gewalt und Rassismus im Dänemark des 21. Jahrhunderts einen der eindringlichsten, wuchtigsten und niederschmetternsten Filme in diesem Jahr. Die Abgründe, die Bornedal in seinem auch in der Optik nachhaltig wirkenden Film thematisiert, sind so tief, dass man sich unweigerlich erschrecken muss. Auch wenn das Finale – zugegeben – vielleicht eine Spur zu dick aufträgt. Die Höchstwertung von 10/10 ist enichts desto trotz eine wohl überlegte und hoch verdiente Angelegenheit.



The House of the Devil“ ist ein klassisch altmodischer Horrorfilm in Achtziger Jahre Optik. Leider ist diese Art von Horrorfilm in den Kinos nur noch sehr selten zu finden. In welcher Tradition dieser kleine, aber durchaus dreckige Horrorspaß steht, daraus macht der Film zu keinem Zeitpunkt einen Hehl. Wenn einem also das Gezeigte immer wieder bekannt vorkommt, dann liegt das in der Natur der Sache, zumal der Film bewusst mit den Erwartungen der im Genre geschulten Publikumsaugen spielt. Und auch wenn es das obere Bild durchaus suggeriert, richtig blutig wird die ganze Angelegenheit erst gegen Ende. Bis dahin versteht sich Regisseur Ti West, mit wohltuender Bedächtigkeit inszenierend, gekonnt darauf den Horror zuvorderst durch eine passend durchkomponierte Klangkulisse in Szene zu setzten. Dass mit Jocelin Donahue noch dazu eine absolut sympathische Darstellerin gewonnen werden konnte, rundet das ganze Bild noch zusätzlich ab.



Holocaust und Nationalsozialismus waren auch in diesem Jahr wieder ein beliebtes (und überstrapaziertes) Thema im Kino. „Der Junge im gestreiften Pyjama“ war da ohne jeden Zweifel der qualitative Ausreißer nach oben. Mark Herman ist mit diesem Film eine feinfühlige und behutsame Adaption des gleichnamigen Jugendbuchs gelungen, welches die Schrecken des Holocaust durch die (unschuldigen) Augen eines Kindes betrachtet. Von allen Beteiligten nuanciert gespielt, sowie mit einem wunderbaren Score ausgestattet, mündet der Film am Ende in ein nur schwer zu schluckendes, in Anbetracht des Themas aber konsequentes Ende. Schade, dass sich auch dieser Film, der zu den stärksten des vergangenen Jahres gehört, in der Folge mit revisionistischen Vorwürfen herumschlagen musste.



Gus van Sants „Milk“ brachte Sean Penn seinen zweiten Oscar ein. Eine Auszeichnung an der es in der Sache nichts zu rütteln gibt. Auch der Film selbst, der sich mit dem Leben und letztlich auch Sterben von Harvey Milk beschäftigt, in den USA der Siebziger Jahre als erster Homosexueller in ein wichtiges öffentliches Amt gewählt, weist im Grunde nur wenige Schwächen auf. „Kämpfe für deine Rechte“ ist dabei die überdeutliche und richtige Botschaft des Films, dessen Stärke es auch ist, in seinen letztendlichen Aussagen ein Manifest gegen Diskriminierung und Benachteiligung jeglicher Couleur zu sein.



Vielleicht hätte Michael Mann besser bei Jean-François Richet angerufen und sich erzählen lassen, wie man das mit den Staatsfeinden im Kino vernünftig hinbekommt. Richet nämlich ist mit seinem doppelten Biopic („Mordinstinkt“/“Todestrieb“) über Jacques René Mesrine, in den Siebziger Jahren Frankreichs meistgesuchter Verbrecher, ein echtes Highlight gelungen. In weiten Teilen absolut überzeugendes Erzählkino, mit Anleihen an den klassischen französischen Kriminalfilm der sechziger und siebziger Jahre ausgestattet, sowie mit teils abstoßender Gewalt versehen, gelingt dem Film eine luzide Darstellung eines ambivalenten Kriminellen, ohne aber in diesem Zusammenhang in eine sklavische Aneinanderreihung von Ereignissen zu verfallen. Die hervorragende Performance von Vincent Cassel setzt der ganzen Angelegenheit dann endgültig die Krone auf.



Mr. und Mrs. Smith“ kann man getrost vergessen, wenn man „Sexykiller“ hat. Oder mit anderen Worten: Die kleine, aber feine spanische Produktion ist all das, was der Brangelina Kindergeburtstag gerne wäre: Witzig, sexy und sehr, sehr blutig. Dabei ist die ganze Chose, (Studentin mit einer fast schon krankhaften Affinität zu Barbie verdingt sich in ihrer Freizeit als Profikillerin) natürlich hochgradiger Schwachsinn. Das tut dem Spaß jedoch keinen Abbruch, zumal mit Macarena Gómez ein Mädel für die männermordende Amazone an Land gezogen wurde, dessen Äußeres der Attraktivität des Plots in nichts nachsteht. Schade nur, das dem Streifen in der zweiten Hälfte und dem damit verbundenen Schwenk weg von der Serienkiller-Hommage und hin zur Zombie-Klamotte ein wenig die Luft ausgeht.



„Trick' R Treat“ wird wohl für die nächsten Jahre mein ganz persönlicher Streifen für Halloween werden. Angelegt als flotte Mixtur aus knallbunter Bonbonoptik und deftig blutigen Elementen, zeichnet sich „Trick' R Treat“ vor allem durch seinen schwarzen Humor aus, der den Streifen stetig durchzieht. Vor allem Anna Paquin gefällt in ihrer Rolle des Mauerblümchens, das bei weitem nicht so harmlos ist, wie es wirkt. Die anekdotenhafte Struktur des Films erweist sich in diesem Fall als echter Glücksgriff, so dass der herrlich skurrile Halloween-Spaß zu keinem Zeitpunkt wirklich langweilig wird. In diesem Sinne: Süßes oder Saures!



Sam Mendes' Yates-Verfilmung „Zeiten des Aufruhrs“ bringt mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet das Traumpaar von James Camerons Schiffsausflug mit Eisberg wieder zusammen, nur das es diesmal mit der Idylle und Harmonie in der zwischen Beiden nicht sonderlich weit her. In dem Drama, das wie so oft bei Mendes, Beziehungen und deren oftmals scheinheiligen Perfektion gnadenlos auseinander nimmt, zeigt sich dann, was DiCaprio und Winslet drauf haben, so man sie richtig "kitzelt". Beide spielen nämlich unter der Leitung von Mendes auf, wie nur selten zuvor. Die Folgen sind bekannt, das mit dem Oscar und den Globes für Kate hatten wir ja vorhin schon einmal.



Wenn es ein Zombiefilm in eine meiner Bestenlisten schafft, dann ist entweder etwas verkehrt gelaufen, oder aber der Film war in der Tat sehr, sehr gut. Letzteres ist in der causa „Zombieland“ der Fall. Vielleicht liegt es aber daran, dass der Film das ganze Zombiethema nicht ernster nimmt, als unbedingt nötig. Und wenn dann noch zum Einen Woody Harrelson als gutmütiger „Natural Born Killers“ - Verschnitt um die Ecke kommt und zum Anderen Bill Murray einen der genialsten Cameos des letzten Jahres abliefert, ist das Glück perfekt. Ich freue mich jetzt schon auf die DVD, einen Twinkie und den schon beschlossenen Nachfolger zu diesem sehr gelungenen Spaß für Zwischendurch.


Und bevor es nun ernst wird, ist es an der Zeit für eine kleine Pause. Diese versüßen wir uns mit einem kurzen, aber eindrucksvollen Zusammenschnitt aus Trailern des letzten Jahres. Aber auch hier ist der Fokus auf die großen Blockbuster offenkundig. Zyniker könnten an dieser Stelle glatt behaupten, dass sich alles, was zur Zeit im Kino falsch läuft, in diesen 1.39 Minuten bündelt.



Die zehn besten Kinofilme in 2009



Auf der Berlinale gefeiert und dann doch zu wenig beachtet. Das war leider das Schicksal von Adrián Biniez' Debüt "Gigante". Dabei hat der Uruguayer abseits von Hollywood einen stillen lauten Film von wohltuender Bedächtigkeit geschaffen, dem man spätestens auf DVD eine Chance geben sollte. Die völlig untypische Beziehungskomödie, immerhin wechselt der gutmütige Jara (Horacio Camandulle) bis zum Ende kein einziges Wort mit seiner Angebeteten, präsentiert sich sich als nachdenklich-humorisitsches Kammerspiel dessen Bühne ein nächtlicher Supermarkt ist.



Der Freund des klassisch-okkulten Horrors, ich habe es in Sachen „The House of the Devil“ bereits angedeutet, hat es im Kino der letzten Jahre nicht gerade leicht gehabt. Zu oft definiert sich der gegenwärtige Schrecken im Kino durch rauschende Blutbäder und exzessive Gewalt. Zum Glück gibt es ja auch noch Sam Raimi, der zwischen seinen Spinnenmann-Blockbustern mit „Drag me to Hell“ einen wunderbar altmodischen Horrorfilm mit Augenzwinkern abgedreht hat. Eine knackige Soundkulissse, sowie gekonntes Spiel mit den Schatten einerseits und den Geistern der Horrorgeschichte andererseits, nebst einer nicht geringen Priese schwarzen Humors, wachsen sich zu einem gelungenen Horrorspaß der Extraklasse aus. Das die von Raimi erzählte Geschichte nicht gerade innovativ geraten ist und das das Ende doch arg vorhersehbar ist, mag da den Gesamteindruck nur rudimentär schmälern.



Sometimes I like it in films when people just sit there, not saying anything“ - Dieser Satz, entnommen aus Jim Jarmuschs „The Limits od Control“ ist für mich das Kinozitat des Jahres. Es war Tilda Swinton vergönnt diese Zeile zu sprechen, und so wie ich die bei vielen Gelegenheiten äußert klug und scharfsinnig über das Kino parlierende Schottin einschätze, spricht aus diesen Worten nicht nur die Filmrolle. Jim Jarmusch jedenfalls gelingt mit seinem aktuellsten Film ein vor Zitaten nur so strotzendes Leinwaldgemälde, dessen intelligenten Gedanken über die individuelle Subjektivität der Wahrnehmung als zentrales Element des Films fungieren. Keinesfalls jedoch ein Film für die Massen, die auf jede Frage zwingend eine Antwort verlangen.



Wie ich bereits an einer anderen Stelle geschrieben habe: Bevor man sie nicht in einem Film von Pedro Almodóvar erlebt hat, hat man Penélope Cruz noch nicht schauspielern sehen. „Zerrissene Umarmungen“ ist somit auch zuvorderst der Film der Spaniern, aber nicht nur. Die Geschichte des blinden Regisseurs mit der traurigen Liebesgeschichte, stellt nicht nur eine Liebeserklärung an das Kino dar, sondern schickt den Zuschauer auch durch ein Wechselbad der Gefühle. Das simple Schneiden einer Tomate ist wohl noch nie zu solch einem Akt der unendlichen Traurigkeit stilisiert worden, wie in „Zerrissene Umarmungen“. Wunderschön auch das Ende: Wenn die kathartische Wirkung eingesetzt hat, und zerstörte und verloren geglaubte Bilder wieder zusammengesetzt worden sind, findet Almodóvar den passenden Abschluss seiner Erzählung, der ebenso einfach wie poetisch ist: „Filme muss man zu Ende bringen“.



Der seltsame Fall des Benjamin Button“ wurde zum großen Verlierer der diesjährigen Oscar-Verleihung. Dies aber mit Sicherheit zu Unrecht, schließlich ist es nicht die Schuld von David Fincher, dass man diesen auf den ersten (aber nur auf den ersten) Blick wenig „fincheresquen“ Film zum großen Favoriten hochgejazzt hat. Die Geschichte des rückwärts alternden Benjamin ist ein wunderschön melancholischer und rührender Film geworden, ohne dabei seine optischen Glanzlichter und Spielereien über Gebühr in den Vordergrund zu rücken. Dies zeigt sich nicht zuletzt an der Tatsache, dass der Films seine stärksten Momente dann hat, wenn es am Wenigsten auf die Spezialeffekte ankommt. Brad Pitt und Cate Blanchett verzaubern in einem Film über das Leben und den Tod, der in seinen besten Momenten die Unendlichkeit für sich entdeckt.



Gran Torino“ soll, so hat es Clint Eastwood jedenfalls kolportiert, sein letzter Auftritt vor der Kamera gewesen sein (als Regisseur bleibt uns Eastwood ja zum Glück noch erhalten). Mit „Gran Torino“ hätte er sich keinen besseren Abschied verschaffen können, als in diesem Rassismus-Drama. Freilich, die Geschichte ist weder sonderlich komplex noch innovativ, doch gelingt Eastwood in diesem Film abermals (wie auch schon in „Erbarmungslos“) eine - in diesem Fall humoristische - „Abrechnung“ mit seinen eigenen Filmmythen. Die martialische und selbst legitimierte Geste des Dirty Harry führt beim Eastwood des 21. Jahrhunderts nicht länger zum Ziel, und verkommt zu einer mit Trommelwirbeln unterlegten ironisierten Metapher. Clint Eastwood ist eben schon längst nicht mehr der ultimative Darling der Konservativen. Aber selbst die können dem alten Mann eigentlich nicht länger bösen sein, wenn Clint selbst am Ende von Gran Torino“ die ersten melancholischen Töne des Abschluss-Songs anstimmt.



James Camerons „Avatar“ ist mit Sicherheit nicht Jedermanns Sache. Wo die Einen widerlichen Ethnokitsch sehen, entdecken die Anderen (Ich) eine zwar simple, aber dennoch herzerwärmende Geschichte mit sympathischen Figuren. „Avatar“ ist ein Märchen mit absolut beeindruckenden Schauwerten, der flächendeckende Einsatz der 3D-Technik, sowie die von Cameron bis ins letzte Detail liebevoll umgesetzte Flora und Fauna von Pandora machen es möglich. Aber letztlich ist das ganze Pro und Contra nicht mehr als eine müßige Erbsenzählerei. Thomas von „Schöner Denken“ hat den ganzen Sachverhalt schön auf den Punkt gebracht: „Aber auch daran [also an die „Erbsenzählerei“] habe ich im Kino keinen Gedanken verschwendet, weil es mir zwischendurch den Atem verschlagen hat, wenn im dreidimensionalen Kino der Blick über Abgründe geht und in dieser gleichzeitig so realen und so naiven Welt Pathos, Trauer und Begeisterung mit einem durchgehen, dass mir die Tränen nur so gegen die 3-D-Brille klatschten.“ Nun, die Tränen sind mir zwar nicht gegen die 3D-Brille geklatscht; das könnte aber auch daran gelegen haben, dass mir diese, wenn überhaupt, schon vorher gegen meine reguläre Sehhilfe geklatscht wären.



Wie Clint Eastwood besaß auch Sam Mendes die "Frechheit" 2009 mit zwei Filmen in den deutschen Kinos zu starten. Von „Zeiten des Aufruhrs“ war im Vorigen bereits die Rede. Noch ein Stück weit besser hat mir aber dessen Independentfilm „Away we Go“ gefallen, den ich ja auch schon im Vorigen für seinen famosen Soundtrack gelobt habe. In „Away we Go“ jedenfalls verquickt Mendes geschickt Road Movie, Komödie und Melodram zu einer ruhigen und melancholischen Komödie. Wie so oft in seinen Filmen, so nimmt sich Mendes auch in diesem Film wieder dem innersten Seelenleben einer Beziehung an. Diesmal jedoch ist sein Fokus ein Anderer. Sam Mendes war in seinen bisherigen Filmen noch nie ein Träumer. Das er in diesem Film dazu bereit ist, seine Protagonisten mit einem optimistischen Blick in die Zukunft zu entlassen, macht „Away We Go“ zu seinem bislang schönsten Film.



Quentin Tarantino ist wieder da und seine Rückkehr gleicht einem cineastischen Paukenschlag. So lässt er in einem kleinen französischen Kino Hitler und seine versammelte Entourage in Flammen aufgehen. Das Kino siegt also über die Historie. Hell of a Show! Da musste erst ein amerikanischer (Ex)Videothekar kommen, um - gewollt oder ungewollt – das mythisch-verzerrte Bild des Dritten Reichs, das die Filmgeschichte in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht und kultiviert hat, zu desavouieren. Tarantino macht dies, nicht etwa weil er sich dafür eine Erlaubnis besorgt hätte, sondern weil er es kann. Es ist das das dezidierte Verlangen eines sich durch sich selbst befreiendes Kinos, das in „Inglourious Basterds“ seinen Tribut fordert. Von Christoph Waltz war ja bereits die Rede, so dass an dieser Stelle noch ein Gedanke an Mélanie Laurent verschwendet werden soll: Merveilleux!



Mein persönliche Nummer 1 in diesem Jahr ist dann aber doch ein anderer Film. Einer der wenigen Fälle, in denen ich mit exorbitanten Erwartungen in einen Film herein gegangen bin und hinterher in dem Gefühl das Kino verlassen habe, dass diese Erwartungen noch zu niedrig waren. „The Wrestler“ ist ohne jeden Zweifel der Film von Mickey Rourke, der sich mit diesem Auftritt wieder ganz nach oben katapultiert hat. Gleichzeitig ist es Darren Aronofsky aber auch gelungen die Genres Sportfilm und Drama so gekonnt mit einander verschmelzen zu lassen, wie man es im Sportfilm selten, vielleicht auch noch gar nicht gesehen hat. Aufmerksame Leser werden es bereits registriert haben: Für diesen Jahresrückblick habe ich nochmal in meinen eigenen Besprechungen herrumgekramt und immer wieder prägnante Sätze wiederverwendet, einfach weil ich es nicht besser ausdrücken kann, als ich es bereits getan habe. So auch in diesem Fall: „The Ram“ Robinson geht seinen letztlich bitteren Weg mit Stolz und voller Passion, und wenn „The Wrestler“ in seinen letzten Momenten noch leiser wird, als er es ungeachtet der abgebildeten Gewalt ohnehin schon war, dann ist das der einzige denkbare Abschluss - „Bring it!“


Das war er nun also; mein ganz persönlicher Rückblick auf das vergangene Filmjahr. Ich hoffe, dass es eine interessante Lektüre war und sich keiner langweilen musste. In diesem Sinne wünsche ich meinen Lesern einen guten Rutsch, sowie ein frohes neues Jahr. Mögen eure (und natürlich auch meine) Ziele, Wünsche und Hoffnungen für 2010 in Erfüllung gehen!


Titelfoto: "The ghost cinema" by phill.d. Freigegeben unter einer Creative-Commons Lizenz


TV-Empfehlungen für die Woche vom 28.12.09 - 03.01.10


Montag, 28.12.09

The Illusionist“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Ging damals im Fahrtwasser von Nolans „The Prestige“ ein wenig unter; auch ich habe den Film damals ein wenig aus den Augen verloren. Jedenfalls freue ich mich auf den Streifen: Zauberei, Edward Norton und Jessica Biel (Was fürs Auge, nicht das mir noch einer auf den dummen Gedanken kommt, das ich Frau Biel für eine gute Schauspielerin halten würde). Ich habe jedenfalls das gute Gefühl, das Neil Burger mit seinem Spielfilmdebüt etwas ganz ansehnliches gelungen ist.


American Gangster“ (ZDF, 22.15 Uhr)

Ridley Scotts Film über den Drogenhändler Frank Lucas habe ich mir vor einigen Monaten im Bewusstsein der zahlreichen schlechten Kritiken angesehen, und muss doch sagen das ich angenehm überrascht war. Russel Crowe und Denzel Washington spielen ganz ansehnlich, so dass der Film – obschon er einige Längen aufweist – durchaus akzeptable Unterhaltung bietet.


Alien“ (Kabel 1, 22.45 Uhr)

Wir bleiben bei Ridley Scott und wenden uns seinem großen Klassiker „Alien“ zu. Zum Film an sich muss wohl nicht mehr sonderlich viel gesagt werden. Sigourney Weaver als Lt. Ripley ist mittlerweile Legende und so weiter und so fort. Komisch ist nur die Ausstrahlungs-Politik von Kabel 1, die die Reihe völlig durcheinander sendet. Schade.


Dienstag, 29.12.09


Troja“ (ZDF, 20.15 Uhr)

Wird vom ZDF in der Kinofassung ausgestrahlt (und dürfte geschnitten sein): Jedenfalls ist der Directors Cut um einges runder, als die Kinofassung. Brad Pitt ist nicht schlecht, Orlando Bloom dafür zum weglaufen. Hat in der Summe seine starken Momente und trotzdem wäre ich persönlich ja mehr dafür gewesen, das der Sage inhärente Eingreifen der Götter zum essentielle Bestandteil des Films zu machen. Aber mich fragt ja keiner.


Wenn Träume fliegen lernen“ (Sat 1, 20.15 Uhr)

Ich halte Marc Forsters Film über J.M. Barrie, den Autoren von „Peter Pan“, nach wie vor für einen überaus gelungen, warmherzigen und rührenden Film. Der kleine Freddie Highmore, Kate Winslet und Johnny Depp tragen maßgeblich dazu bei, dass dieses Fest der Fantasie doch gut funktioniert, wie es letzemdöich funktioniert. Großartiges Kino.


Immer Ärger mit Harry“ (Arte, 21.00 Uhr)

Ich könnte mich bei dem Film, wohl Hichcocks lustigster, immer wieder wegschmeißen, wenn Harry verzweifelt versucht auf einer gottverlassenen Wiese, die auf einmal dem Elbtunnel zur Rush hour gleicht, die Leiche (Dreh- und Angelpunkt des Films) zu entfernen. Ganz große Komödie von Alfred Hitchcock.


Hitchcock – Im Schatten eines Genies“ (Arte, 22.35 Uhr)

Und nun aufgepasst. Freund Arte zeigt an diesem Abend eine knapp zweistündige Dokumentation über den Master of Suspense von 1999, die - so suggeriert es zumindest meine TV-Zeitung, noch nie im deutschen Fernsehen zu sehen war. Priceless!


„Aliens – Die Rückkehr“ (Kabel 1, 22.40 Uhr)

James Camerons Anteil an der Alien-Saga. Starkes Kino, das einen völlig andere Akzentuierung vornimmt, als noch der Auftakt von Scott. Rangiert bei mir mit dem Fokus auf das Militär und den damit verbundenen zahlreichen Actionszenen, ich hatte es letzte Woche bereits erwähnt, in der Quadrologie auf dem dritten Platz.


Mittwoch, 30.12.09


Der Glöckner von Notre Dame“ (Sat 1, 20.15 Uhr)

Kann es wirklich sein, dass Disneys „Der Glöckner von Notre Dame“ wirklich noch nicht im deutschen (frei empfangbaren) Fernsehen zu sehen gewesen ist? Ich habe den 1996 im Kino gesehen, kann mich aber an den Film kaum noch erinnern. Da ist wohl eine kleine nostalgische Erinnerungsstütze fällig.


Marie Antoinette“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Und da hat Sofia Coppola dann doch ein wenig daneben gegriffen. Freilich, die unorthodoxe Musikuntermalung ist vorzüglich, die Dekadenz des französischen Adels ist ebenfalls gut getroffen und Kirsten Dunst spielt wirklich gut. Aber ansonsten vermag der Film, vor allem inhaltlich, nicht wirklich überzeugen. Schade!


Donnerstag, 31.12.09


Das fünfte Element“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Am Silvesterabend sitzt doch sowieso niemand vor dem Fernseher, falls aber doch eröffnet sich mit „Das fünfte Element“ wenigstens eine hochkarätige Alternative. Ich bin jedenfalls feiern; mein TV-Konsum an Silvester wird sich somit klassisch auf „Dinner for One“ und „Ekel Alfed“ *DAS IST PUNSCH!* beschränken.


Freitag, 01.01.10


Catch me if you can (ARD, 20.15 Uhr)

Steven Spielbergs Geschichte um den Hochstapler Frank W. Abagnale (Leonardo DiCaprio) gefällt durch seine luftige Erzählweise, die aber auch immer zu den richtigen Zeitpunkten der Schwenk zu ernsthaften Momenten gelingt. Tom Hanks ist ja sowieso (fast immer) gut. Ergo: Kann man nicht viel verkehrt machen.


Batman Begins“ (RTL, 20.15 Uhr)

Christopher Nolans Reboot von „Batman“ ist nicht überall auf Wohlwollen gestoßen. Und wenn man ehrlich ist, stimmt es durchaus, dass der Film dem mit dem Batman-Universum Vertrauten nicht sonderlich viel neues anbietet. Ich mag den neuen Look, sowie Christian Bales Interpretation des dunklen Rächers trotzdem, auch wenn der Film gerade im direkten Vergleich zu „The Dark Knight“ nicht mehr ist, als ein lockerer Aufgalopp.


Robin Hood – König der Diebe“ (Sat 1, 20.15 Uhr)

Der Robin Hood Costnerscher Prägung präsentiert sich als Mix des zu Unrecht in Ungnade gefallenen „distressed Lord“, sowie dem „rural Gentelman“, dem (angelsächsischen) Landedelmann, der sich qua Willensentscheid ins Exil begibt. Ganz im Gegensatz zum „bold yeoman“, dem verwegenen Bauern. Und so was kommt dabei herum, wenn man Historiker an Robin Hood-Filme dran lässt. Ach ja, ich mag diese Verfilmung der Legende übrigens nicht sonderlich.


Und täglich grüßt das Murmeltier“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Na sieh mal einer an, den hatte ich ja schon vermisst. Eine von Bill Murrays ganz großen Rollen und einfach ein ganz und gar wunderbarer Film. Jedes Mal wieder gerne gesehen. Ich würde sogar behaupten wollen, dass der Film annähernd perfekt ist.


Sleepy Hollow“ (Pro 7, 22.05 Uhr)

Wenn ich es mir genau überlege, dann könnte „Sleepy Hollow“ sogar mein Lieblingsfilm von Tim Burton darstellen. Johnny Depp hat da schon einmal erfolgreich für seine spätere Paraderolle Jack Sparrow üben können und so gelingt dem Film der gekonnte Mix aus angenehm gruseliger Athmosphäre (auch aus visueller Perspektive ist der Film eine Wucht) und herrlich komischen Elementen. Und Christina Ricci spielt auch noch mit.


Samstag, 02.01.10


Alexander“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Völlig aufgeblasener Sandalen-Film über Alexander den Großen, der zu keinem Zeitpunkt abseits der Schlacht-Szenen zu überzeugen vermag. Dies liegt nicht zuletzt an den beteiligten Schauspielern, die in ihren Rollen zu angestrengt oder zu blass sind. Ich mag den nicht.


John Carpenters Vampire“ (RTL II, 22.30 Uhr)

Diesen Streifen hingegen mag ich ja irgendwie. Im Prinzip (hier natürlich geschnitten) völlig töfter B-Movie von Carpenter, der Vampirfilm und Western ziemlich gekonnt verquickt. Kann man sich definitiv ansehen.


Reservoir Dogs“ (RBB, 23.50 Uhr)

Quentin Tarantinos Debüt im Öffentlich-Rechtlichen. Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Natürlich sehr gelungene Variation des Heist-Movies. Und schon bei seinem Debüt hat er schamlos geklaut, der Quentin. Der Soundtrack ist natürlich auch aller Bonheur. Ansonsten: Intro, Madonna-Speech, etc. pp. Gehört zum 1x1 des Cineasten.


Sonntag 03.01.10


Die Bluthochzeit“ (ARD, 21.45 Uhr)

Deutsche Groteske, die - glaube ich jedenfalls - vor einigen Jahren in den Kinos war. Keine Ahnung ob die was taugt, ich werde wohl wegen Armin Rohde einen Blick riskieren. Den sehe ich nämlich irgendwie immer wieder gerne.


Walking Tall“ (Pro 7, 22.20 Uhr)

Und wenn die blutige Hochzeit doch nichts taugen sollte, bleibt ja immer noch die Action Alternative mit Dwayne „The Rock“ Johnson über. Und wenn man eines gelernt hat, dann folgendes: Der gute Dwayne mag zwar nicht immer in den besten Filmen mitspielen, an ihm jedenfalls liegt es eigentlich nie.



Und wer meinem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender\Künstliche Welten und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags). Und schließlich gibt es noch jede Menge (unkommentierte) TV-Tipps bei der Astronautenbar.


Foto: „One less TV“ by Kevin Steele, lizenziert unter CC-BY-NC


Rezension: "Der Solist"














Manchmal liegen die besten Geschichten auf der Straße herum, und in diesem Fall ist das sogar ganz und gar wörtlich zu verstehen. „Der Solist“ erzählt die wahre Geschichte von Nathaniel Ayers, der - obschon ein hochbegabter Cellist – viele Jahre lang ohne Heim auf den Straßen von Los Angeles lebte. Dort begegnete er eines Tages Steve Lopez, Journalist bei der Los Angeles Times, dem der auf einer nur zweiseitigen Violine musizierende Mann sofort ins Auge sprang. Der Journalist witterte schnelle eine gute Story und widmete Nathaniel Ayers eine eigene und mit der Zeit erfolgreiche Kolumne. Schnell wurde aus den flüchtigen Begegnungen zwischen dem Journalisten und Nathaniel eine regelmäßige Angelegenheit und je mehr Lopez über die Umstände von Nathaniels Schicksal heraus fand, desto enger wurde die Beziehung zwischen den Beiden. Eine Freundschaft, die Steve Lopez später zum Thema einer autobiographischen Erzählung machen sollte. Diese bildet auch die Grundlage für den nun erschienenen gleichnamigen Film, dessen Story, da muss nicht lange drum herum geredet werden, geradezu prädestiniert für eine Verfilmung a la Hollywood ist. Mit Jamie Foxx und Robert Downey Jr. fand sich eine hochkarätige Besetzung für den Film, der aber ansonsten viele seiner zahlreichen Versprechen nicht einzulösen vermag.


Jamie Foxx, der vor einigen Jahren für seine Rolle in dem autobiographischen „Ray“ mit einem Oscar ausgezeichnet worden ist, erweist sich in diesem Zusammenhang schnell als größte Trumpfkarte des Films. Dass Foxx zu den talentiertesten Darstellern der Gegenwart gehört, kann er auch in „Der Solist“ immer wieder beweisen. Seine Interpretation des an Schizophrenie leidenden Musikgenies Nathaniel hat definitiv seine Momente und lebt aus dem emotionalen Spiel Foxx' heraus. Dieser reüssiert immer wieder in der Angelegenheit Nathaniels Stimmungsschwankungen, mal impulsiv, mal introvertiert, glaubhaft auf die Leinwand zu übertragen. Seine stimmgewaltigen, wirr wirkenden Monologe, stehen den ruhigen Momenten des Films in nichts nach. Herausragend wird es jedoch immer dann, wenn Foxx respektive Nathaniel zur Violine, beziehungsweise Cello greift. Die nuancierte Mimik des gebürtigen Texaners weiß in diesen Momenten mehr auszudrücken, als es Worte könnten. Leider steht die Performance von Robert Downey Junior klar hinter seinem Kollegen zurück. Der Akteur wirkt über die gesamte Spielzeit zu teilnahmslos und vermag bei Weitem nicht die Emotionalität zu evozieren, die sich bei Foxx ohne jeden Zweifel wiederfinden lässt. Dabei bietet das Drehbuch, zumindest im Ansatz, welches Steve Lopez als Mann zwischen drohender Midlife Crisis und beruflichem Misserfolg anlegt, durchaus das Potential für eine im Kern leidenschaftlich-wuchtige Darstellung. Robert Downey Jr. fällt allerdings außer einer latent zynischen Attitüde zu diesem Thema nicht sonderlich viel ein, was sehr schade ist.


Mit Joe Wright führt ein Mann Regie, der vorher die die Gefühlsschinken „Stolz und Vorurteil“ und „Abbitte“ in das richtige Licht gerückt hat und auch „Der Solist“ ist immer dann am stärksten, wenn sich Wright drauf einlässt die Bilder einfach mal laufen zu lassen. Der Zauber der Musik tut das Übrige dazu und wenn Nathaniel dann am Rande einer vielbefahrenen Straße sein Instrument erklingen lässt und die Kamera über die Straßen und den von Tauben erfüllten Himmel von Los Angeles gleiten lässt, entwickelt der Filme endlich einmal eine jener bewegenden Sequenzen von denen es in der Summe aber leider zu wenig gibt. Ansonsten versäumt es der Film in zunehmenden Maße die zentrale Geschichte seiner Freundschaft zwischen zwei grundverschiedenen Männern in Szene zu setzten. Geradezu fahrlässig für den Erzählfluss der Geschichte erweisen sich in diesem Zusammenhang die zahlreichen Rückblenden in die Vergangenheit von Nathaniel, die sein Schicksal näher beleuchten sollen, in ihrer letztlichen Ausgestaltung aber eher störend, als wirklich hilfreich sind. Noch viel weniger überzeugend ist dann der - gleichwohl ehrbare, aber in diesem Kontext wenig überzeugende – Versuch gelungen, das Obdachlosenproblem der Stadt der Engel in Szene zu setzten. Ähnlich wie schon „Slumdog Millionaire“, der ebenfalls eine märchenhafte Geschichte mit Sozialkritik verbinden wollte, führt dieser Dualismus nicht zum Ziel, sondern wird zu einer halbgaren Angelegenheit, die nicht zu überzeugen vermag.


Insgesamt ist „Der Solist“ als ein Fest der verschenkten Möglichkeiten zu beurteilen. In weiten Teilen wenig inspirierend umgesetzt, noch dazu mit einer sehr hakeligen Erzählstruktur ausgestattet, rechtfertigen nur wenige Lichtblicke den Kinobesuch. Einer davon ist der im vorigen bereits hochgelobte Jamie Foxx, dem man wieder mal gerne zusieht. Ansonsten aber stellt sich die von Wright in „Der Solist“ erzählte Geschichte als wenig herzerwärmende Angelegenheit dar. Joe Wright hätte den Fokus seiner Geschichte auf die beginnende Freundschaft von Steve und Nathaniel legen, und nicht noch unnötige Nebenkriegsschauplätze eröffnen sollen. So bleibt am Ende die Erkenntnis, dass „Der Solist“ ein Film ist, der für seine wenigen und kurzen Momente lebt. Dies ist aber in Anbetracht der zweistündigen Spielzeit zu wenig. - Fazit: 5 von 10 Punkten.


Quellennachweis: Abbildungen aus "Der Solist". © 2009 Universal Pictures

TV-Empfehlungen für die Woche vom 21.12.09 - 27.12.09


Die Weihnachtswoche steht an, und mit der verhält es sich bekanntlich wie beim Festtagesessen. Es ist nicht unbedingt immer als Gold was glänzt, aber es gibt reichlich von Allem. Von daher also an dieser Stelle mal wieder die sehr ausführliche TV-Tipps-Weihnachtsshow. Ich glaube Flo war sich nicht so ganz bewusst, auf was er sich in dieser Woche eingelassen hat, als er mir seine erneute Unterstützung zugesagt hat („in der Tat, ein Mal und nie wieder!“ - „Stimmt: Weihnachten ist erst in einem Jahr wieder“ ;-)). Dafür jedenfalls mal wieder ein dickes Dankeschön. In dieser Woche nun lege ich mehr oder weniger gekonnt vor und der Kollege darf dann vollenden. Was uns bleibt ist an dieser Stelle allen unseren Lesern entspannte und fröhliche Festtage zu wünschen. Merry Christmas!



Montag, 21.12.09

I Spy“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Pro: Ach, das ist schon eine relativ charmante Adaption der beliebten Reihe aus den Sechzigern mit Cosby & Culp. Und unsichtbare Fahrzeuge passen hier noch besser rein als beim Bond-Vehikel. - Contra: Ich habe es ja bereits des öfteren erwähnt, dass mit Eddie Murphy in den letzten zehn, fünfzehn Jahren nichts mehr los ist. Und Owen Wilson ist meiner Meinung nach auch fast immer ein Contra.


Die Apothekerin“ (Das Vierte, 20.15 Uhr)

Pro: Dein Contra klingt eher wie pro („zumindest solide“). Aber gut, auf so ne Art kann ich auch: Deutschen Filmen muss man schon aus Mitleid eine Chance geben. Aber der hier ist zumindest scheiße….behaupte ich jetzt mal, hab ihn nie gesehen. - Contra: Die Katja Riemann finde ich ja auch eher anstrengend. Nichts desto trotz: Der Film ist zumindest solide, das will für deutsche Verhältnisse ja schon mal immerhin etwas.


Casper“ (RTL II, 20.15 Uhr)

Pro: Der geht aber mal wirklich in Ordnung, zumindest sagt mir das gerade meine schon leicht verschwommene Erinnerung. Wie dem auch sei: Für die Kleinen genau das richtige Fernsehprogramm für den ersten Ferientag. - Contra: Ähem. Also. Egal, Anekdoten-Stunde: Den hab ich mal So. allein gesehen als Kind und mir im Rucksack Chips und Mezzo Mix ins Kino „geschmuggelt“. Eiskalt.


Freddy vs. Jason“ (Kabel 1, 22.10 Uhr)

Pro: Tumulder sagt der ist gut. Hab den mal nur so halb verfolgt, weil Kelly Rowland und so – Filme mit Sängern drin nehme ich nicht wirklich ernst. - Contra: Habe ich noch nicht gesehen und interessiert mich auch nicht wirklich. Allerdings: Bei neu durchgemixten Crossovern zweier Klassiker der Horrorgeschichte ist erfahrungsgemäß ein prophylaktisches Contra angebracht, oder doch nicht?


Inside Man“ (ZDF, 22.15 Uhr)

Pro: Ist mir auch noch unbekannt, aber da ich unter anderem „25 Stunden“ von Spike Lee als sehr gelungenen Film erachte und außerdem Clive Owen und Willem Dafoe auf der Habenseite zu verbuchen sind, entscheide ich mich an dieser Stelle für ein Pro. - Contra: Geht aber auch nur beim ersten Mal. Danach wird’s irgendwie ziemlich offensichtlich belanglos.


Sein oder Nichtsein“ (HR, 00.15 Uhr)

Pro: Bislang bin ich diese Woche ja mal wieder eine große Hilfe. Auch den Lubitsch-Klassiker von 1942 habe ich noch nicht gesehen, allerdings fällt die Pro-Prognose an dieser Stelle nicht sonderlich schwer. Wird aufgenommen. - Contra: Ich könnte jetzt sagen: für Filme, die man nicht gesehen hat, gibt es einen Grund. Aber die Wahrheit ist wohl, dass der auf der Ninotschka-VHS ist und die immer noch hier rumfährt.


Dienstag, 22.12.09


Der Polarexpress“ (Sat 1, 20.15)

Pro: Man wird nicht verhehlen können, dass das in „Der Ploarxepress“ verwendete Motion Capture Verfahren noch ziemlich künstlich aussieht, trotzdem schaue ich mit den Film zu Weihnachten immer mal wieder gerne an. - Contra: Zemeckis’ Kinderfasching-Motion-Capture ist doch zum in die Tonne kloppen.


Liebe braucht keine Ferien“ (ZDF, 20.15 Uhr)

Pro: Auch noch nicht gesehen, ist aber auch egal. Da spielt Kate Winslet mit. Wie schlecht kann der dann schon sein? Ist trotz des ätzenden Titels gebongt. - Contra: Gäääääääääääääääääähn. Einzig die Winslet-Black-Storyline hat so was wie eine Handlung, aber wenn schon das Original langweilig ist, kann das US-Remake nicht besser sein (ist es auch nicht).


Wayne's World“ (SRTL, 20.15 Uhr)

Pro: Wie ich neulich schon mal erwähnt hatte. Schöner Film mit einem ganz gewaltigen, mittlerweile zum Klassiker avancierten, Pro: „Bohemian Rhapsody“! - Contra: Gibt’s nicht.


Babel“ (RBB, 22.05 Uhr)

Pro: Babel“ ist ungeheuer intensives und eindringliches Erzählkino, auf das sich der Zuschauer allerdings einlassen muss. Wer dazu bereit ist, der erlebt 138 Minuten Kino vom Feinsten. Und sollte sich dann hinterher noch die anderen beiden Filme der Schicksalstrilogie von Iñárritu' besorgen. - Contra: Der schwächste von Iñárritus Trilogie.


Margarete Steiff“ (Arte, 22.20 Uhr)

Pro: Das Thema des Films interessiert mich ja nicht wirklich, da aber die Heike Makatsch die Hauptrolle spielt, möchte ich denn dann doch empfehlen wollen. Die Makatsch gehört nämlich zu den wenigen richtig guten Schauspielerinnen die wir in diesem Land haben. - Contra: Steiff-Spielzeug ist überteuert.


The Salton Sea“ (Tele 5, 22.30Uhr)

Pro: D.J. Carusos bester Film. - Contra: Ein D.J. Caruso Film. Ich: LOL


Ein Platz an der Sonne“ (BR, 23.50 Uhr)

Pro: Montgomery Clift (der neben Jimmy Dean und Marlon Brando zu den ganz Großen zählt) und Elizabeth Taylor (als sie noch heiß aussah). Und die Story ist auch gut (so als kleiner Bonus).


2 Tage Paris“ (SWR, 00.00 Uhr)

Pro: Liebt bei mir immer noch ungesehen auf der Festplatte herum, bin mir aber sehr, sehr sicher das die July Delpy One Woman Show schwer in Ordnung geht. - Contra: Bisschen zu viel Klischee-Denken (gibt aber schlechtere Filme).


Mittwoch, 23.12.09


Scream“ (Kabel 1, 22.05 Uhr)

Pro: Der Auftakt zur Scream-Trilogie. Immer wieder nett anzusehen, kann „Scream“ durchaus im gewissen Maße als kultig bezeichnet werden. Besinnliche Feiertage sage ich da nur. - Contra: Hat seine Momente, aber auch seine Längen.


Stirb Langsam“ (Sat 1, 22.30 Uhr)

Pro: Es ist bald Weihnachten und da darf natürlich der Weihnachtsactioner Nummer 1. nicht fehlen. Das Unterhemd ist zurück: Now I have a machine gun! Ho, ho, ho!. Natürlich mit Abstand der beste Teil der Reihe - Contra: Wenn, dann an Weihnachten. Und nicht am Tag davor.


Auf der Flucht“ (SWR, 23.00 Uhr)

Contra: Der hat mir ja noch nie wirklich gefallen, was so Viele an dem finden, ist mir nicht ersichtlich. Und Harrison Ford nervt mich in dem Film irgendwie auch nur. Pro: Ich glaub mein Schwein pfeift! Ganz toller Film, allein der Kanal-Dive ist superb. Und Ford ist immer gut. IMMER!


Starship Troopers“ (Pro 7, 23.10 Uhr)

Pro: Absolut großartige Satire bei der ich mich immer wieder schlapp lachen könnte: „Wollen Sie mehr wissen?“ Herrlich! Aber natürlich in dieser Fassung übel zerschnitten. - Contra: Warum machst du plötzlich auf Pro? Sonst jammerst du doch immer, dass der Film auf Deutsch so doof sei. Tz. Natürlich ist das eine ganz großartige Satire.


Armee der Finsternis“ (Kabel 1, 00.10 Uhr)

Pro: Der dritte Teil der „Tanz der Teufel“-Trilogie von Sam Raimi und die einzige die ich an dieser Stelle aus Überzeugung mit einem Pro bedenken wollen würde. Es ist gerade der gekonnte Mix aus Horror und Komödie, der mir in „Armee der Finsternis“ so gut gefällt. - Contra: Habischnischgesehen. Und den ersten Tanz der Teufel fand ich auch irgendwo so lala. Aber Bruce Campbell ist toll.


Dem Himmel so fern“ (ARD, 01.20 Uhr)

Pro: Klasse Melodrama wie sich das für’s Genre gehört. Und Dennis Quaid ist eh am Besten, wenn er richtig spielt. Contra: Kenne ich mal wieder noch nicht.


Donnerstag, 24.12.09


America's Sweethearts“ (Sat 1, 14.20 Uhr)

Pro: Eine positive Einschätzung von meiner Seite, aber nur eine ganz dezente: Julia Roberts, Catherine Zeta-Jones , Billy Crystal, John Cusack, Christopher Walken – das klingt zwar gut und trotzdem ist diese Komödie nicht mehr als solide Unterhaltung. - Contra: Kotz. Würg. Julia Roberts UND Catherine Zeta-Jones. Yikes. Und Crystal & Walken retten da auch nix mehr.


Der Zauberer von Oz“ (Ki.Ka, 15.50 Uhr)

Pro: Weihnachten ist mir ja scheißegal. Ein Kommerztag ohne Bedeutung. Aber das schönste Weihnachten hatte ich, als ich als Kind mal Mittags Der Zauberer von Oz zum ersten Mal gesehen hab. Seitdem hab ich immer vergeblich Ausschau gehalten. Ein Omen? Contra: Ich habe den erst aus der Liste rausgelassen, weil ich der irrigen Annahme war, dass KIKA den Steifen aus den 70ern senden würde. Aber zu dem hier gibt’s natürlich keine Alternative.


Schlaflos in Seattle“ (Sat 1, 16.15 Uhr)

Pro: Aber auch nur weil gerade Weihnachten ist. Na gut, ich gebe es zu: Der ist auch ansonsten ganz in Ordnung, schon allein weil Tom Hanks eigentlich in jedem Film eine sichere Bank ist. PS: Ich merke gerade schon selbst, dass ich diese Woche in dieser Rubrik ein wenig zu nett bin. - Contra: Wenn Wizard of Oz läuft, schau ich lieber den.


Merry Christmas“ (Sat 1, 18.05 Uhr)

Contra: Eigentlich ein schöner Film zu Weihnachten, und jeder der zum Beispiel schon mal „In Stahlgewittern“ von Ernst Jünger gelesen hat, kann sich rudimentär vorstellen, welche Hölle dieser vierjährige Graben- und Stellungskrieg an der Westfront gewesen sein muss. Und dann scheitert dieser Film an der Aufgabe diesen außergewöhnlichen kleinen Frieden im großen Krieg einfühlsam umzusetzen, eigentlich eine dankbare Angelegenheit, und veranstaltet stattdessen Opernshow mit Tussi im Schützengraben. - Pro: Arbeitsbeschäftigung für Schauspieler, die sonst wohl Stempeln gehen müssten? (Ich hab’s immerhin versucht).


Die Geister, die ich rief. (Sat 1, 20.15 Uhr)

Pro: Schnell weiter zu der Murray-Version von Dickens' berühmter Weihnachtsgeschichte. Immer wieder ein großer Spaß, schon allein weil ich mir gestern endlich die DVD zum Film gegönnt habe. Werbung, du kannst mich mal!. - Contra: Irgendwann langt’s mit dem Film auch mal. Der läuft ja im Dezember echt jeden Tag auf einem anderen Sender.


Der Name der Rose“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Pro: Kommt komischerweise auch immer wieder an Weihnachten, dabei will er in all seiner Düsterkeit und beklemmenden Atmosphäre gar nicht wirklich in diese Zeit hineinpassen. Jedenfalls ein großartiger Film den ich mir in der Tat mal wieder ansehen muss. - Contra: Umberto Eco ist für’n Arsch. Und Bernd-Eichinger-Filme auch. So!


Schöne Bescherung“ (Vox, 20.15 Uhr)

Pro: Und ich dachte schon er kommt dieses Jahr gar nicht mehr im Fernsehen. Clark Griswold ist aber auch echt eine Pfeife. Klassiker! - Contra: Kenn ich nicht. Auch da Weihnachtsfilm und so (siehe Zauberer von Oz).


Wild Wild West“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Contra: Mein ganz persönlicher Will Smith-Hassfilm. Nervig! Nervig! Nervig! Pro: … bin gleich soweit…eine Sekunde noch….


Constantine“ (Pro 7, 22.10 Uhr)

Pro: Kann man locker als unterhaltsame Höllen-Spielerei für zwischendurch durchwinken. Hab es ja schon oft genug erwähnt: Keanu Reeves ist immer dann gut, wenn von seiner Rolle verlangt wird permanent verwirrt und ausdruckslos in Kamera zu starren. Außerdem spielt Rachel Weisz mit. - Contra: Reeves als Constantine zu besetzen ist einfach nur…also echt. Warum muss eigentlich immer alles in die USA verlagert werden? Zumindest England dürften einige Amis als Land kennen. Ansonsten aber bisweilen Charmante Adaption.


Die Unbestechlichen“ (Kabel 1, 22.40 Uhr)

Pro: Wahrscheinlich der beste Film von Brian De Palma, weil sich sein Gespür für Suspense wohl nur selten mit einer so großartigen Ausstattung und optischer Brillanz sowie den richtigen Darstellern für den richtigen Film verbunden hat. - Contra: Das Finale auf dem Dach fand ich schon immer scheiße.


Phantoms“ (RTL 2, 23.50 Uhr)

Pro: „Ben Affleck was the bomb in Phantoms!“, sagt Ben Affleck. Und der muss es wissen. - Na dann...


Die Vögel“ (Vox, 00.00 Uhr)

Pro: Gehört ohne jeden Zweifel zu meinen Lieblingsfilmen von Alfred Hitchcock, schon allein deshalb weil es auch der erste Film war, den ich von dem Briten überhaupt gesehen habe. Allein Tippi Hedren ist ganz großes Kino. - Contra: Tippi Hedren mag ich nicht.


Ist das Leben nicht schön?“ (ZDF, 00.50 Uhr)

Pro: Wenn ich an dieser Stelle vom Kollegen contra bekommen, ist aber was los. ;-) Ein besseres Weihnachtsmärchen wird man über die Feiertage im TV nicht zu sehen bekommen. - Contra: Ein besseres Weihnachtsmärchen gab es vier Stunden zuvor bei RTL mit Die Jahrhundertlawine und Apokalypse Eis. So muss Weihnachten sein!


Vertigo“ (Vox, 02.00 Uhr)

Pro: Auch in diesem Fall ist natürlich die berühmt-berüchtigte Hitchcock-Blondine ein ganz entscheidendes Argument für den Film. Aber natürlich auch ansonsten ein wahres Meisterwerk, das man sich nicht entgehen lassen sollte. - Contra: Charmant, ja. Aber irgendwie auch so vorhersehbar (bei Hitchcock den Bösen spielen zu müssen ist gemein).


Das Fenster zum Hof“ (Vox, 04.05 Uhr)

Pro: Und weiter geht es mit den Hitchcock-Klassikern. Selten hat sich wohl bei einem Hitchcock Spannung und Humor so gekonnt verbunden, wie in „Das Fenster zum Hof“. Und dass Grace Kelly auch in diesem Film absolut bezaubernd ist, muss wohl nicht extra erwähnt werden. - Contra: Ich hab keine Lust mehr, schaut doch Hitchcock. Macht doch!


Freitag, 25.12.09


Die Hexen von Eastwick“ (RTL II, 17.55 Uhr)

Pro: Die Teufelei mit und um Jack Nicholson kann man sich immer mal wieder ohne größere Bedenken ansehen. Keine Einwände somit von meiner Seite.

Contra: Cher. Cher!


Der weiße Hai“ (RTL II, 20.15 Uhr)

Pro: Show me the way to go home/ I'm tired and I want to go to bed/ I had a little drink about an hour ago/ And it went right to my head (or it's gone straight to my head)/ Where ever I may roam/
On land or sea or foam/ You will always hear me singing this song/ Show me the way to go home. -
Contra: Hat irgendwie Längen finde ich. Gerade im Finale. Was weiß ich? Wie langt geht das hier noch?

Rendezvous mit Joe Black“ (Vox, 20.15 Uhr)

Contra: Uäh. Der Brad Pitt sieht in diesem Film so geleckt und borniert aus, da ist der Begriff Klischee schon gar nicht mehr ausreichend. Definitiv kein Film für mich. - Pro: Die Idee ist ganz nett. Wobei eine Faszination für Erdnussbutter unglaubwürdig ist. Aber interessante Interpretation von Bergmans Siebten Siegel.


Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ (ARD, 20.15 Uhr)

Contra: Für diesen Harry Potter Firlefanz bin ich nicht zuständig. Ich gebe ab an Herrn Lieb! - Pro: Mit dem ersten Teil eine der getreuesten Adaptionen (was bei der Seitenzahl nicht verwundert). Aber warum der ARD Teil 2 und 4 ausstrahlt (und 1 und 3 unterschlägt), bleibt mir ein Rätsel.


Mission Impossible 3“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Contra: Ich finde den Cruise in der dieser Rolle einfach nur nervig. Ganz vielleicht, aber auch nur ganz vielleicht würde ich mir den wegen Seymour Hoffman ansehen wollen. Obwohl, wenn ich es mir recht überlege: Doch nicht. - Pro: War lange Zeit der letzte Teil der Reihe. Aber der Vierte kommt ja nun doch. Anderes Pro: Ving Rhames und Philip Seymour Hoffman?


Spiel mir das Lied vom Tod“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Pro: Das Western-Genre ist bekanntlich nicht unbedingt meine Sache. Wenn also selbst ich einen Western über den Klee lobe, was an dieser Stelle in Form von Leones Klassiker der Fall ist, dann weiß man was die Stunde geschlagen hat. - Contra: Kein Clint Eastwood.


Stirb Langsam 2“ (Sat 1, 22.15 Uhr)

Contra: Widerspruch der bitte relativ zu sehen ist. Natürlich ist John McClanes zweite Show immer noch ein guter Film, doch gefällt mir der Flughafen-Abestecher bei weitem nicht so gut wie die Hochhaus-Action im ersten oder die New York-Schnitzeljagd im dritten Teil. - Pro: Macht mit Schnee gleich viel mehr Spaß.


Alien 3“ (RTL II, 22.30 Uhr)

Pro: Nach dem Ersten Alien-Film der meiner Meinung nach beste Nachfolger der Reihe. Sigourney Weaver darf sich in ihrer Paraderolle Leutnant Ripley in dem von David Fincher inszenierten 3. Teil der Reihe mit einer Horde von Strafgefangenen und natürlich dem Alien höchstpersönlich herumschlagen. Toll! - Contra: Wie Newt und Biehn aus dem Skript geschrieben werden, war mir schon immer zu einfach gestrickt. Aber ansonsten durchaus eine gelungene und innovative Fortsetzung.


2046“ (3Sat, 23.50 Uhr)

Pro: Wong Kar-wai ist ein ganz talentierter Bursche. Und Chris Doyles Bilder sind wunderschön. Funktioniert als Stand-Alone besser denn als Fortsetzung zu In the Mood for Love.


Family Man“ (ARD, 00.25 Uhr)

Pro: Nette, umgekehrte Interpretation von Capras schönem Leben. Cage hat eine richtige (!) Frisur und Teá Leoni ist einfach nur süß. Und Don Cheadle nervt nicht so, wie er es sonst tut. Contra: Widerspruch in der causa Cheadle. Der nervt doch nicht...


Samstag, 27.12.09


Oliver Twist“ (RBB, 15.50 Uhr)

Pro: Der darf ja zu Weihnachten ebenfalls nicht fehlen. Roman Polanskis Adaption des Klassikers von Charles Dickens gefällt durch seine guten Darsteller, vor allem Ben Kingsley spielt mal wieder absolut großartig. - Contra: Polanski ist ein... (man kann sich denken, was da jetzt kommt. Ich weiß: Zensur. Skandal!)


Scary Movie 4“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Contra: Ach, die ganze Chose war schon im ersten Teil eher dämlich , als witzig und alles, was danach gekommen ist, verdient ohnehin nicht mehr die Bezeichnung Film. Was für ein Mist. - Pro: Löblich, dass Pro7 den 4. vor dem 3. sendet. Ich glaub den fand ich auch lustiger, als seinen Vorgänger. Oder war das der 5.? Gibt es einen 5.? Ach, egal.


King Kong“ (RTL, 20.15 Uhr)

Pro: Den Peter Jackson-Kong habe ich noch nicht gesehen, deswegen bin ich durchaus gespannt und habe beschlossen der Meinung zu sein, dass der Film so schlecht nicht sein kann. - Contra: Idiotisch, das Meisterwerk von damals mit noch mehr Effekten nachzudrehen. Braucht kein Mensch. Jackson ist eh einer der überschätztesten Regisseure die wo es gibt.


Der Mann in der eisernen Maske“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Contra: Man sollte sich in diesem Fall nicht von den großen Namen (DiCaprio, Irons, Malkovich und Depardieu) hinters Licht führen lassen, ist der Film in der Summe doch eher ziemlich öde, als unterhaltsam geraten. - Pro: Pro, dass es ein Contra gibt.


Harry Potter und der Feuerkelch“ (ARD, 20.15 Uhr)

Contra: Spielen wird das Spiel ein weiteres Mal: Ich gebe ab an Herrn Lieb! - Pro: Newell durfte nur ein Mal ran. Was auch besser ist, da der 4. der Schlechteste der Reihe ist. Versteh immer noch nicht, warum man nicht lieber den 3. sendet. Liegt vielleicht an den Rechten. Wobei der 4. auch schon Mal auf Pro7 oder RTL lief, oder? Ach, keine Ahnung.


Nicht auflegen“ (Vox, 20.15 Uhr)

Contra: Also ist nicht mein Fall. Irgendwie schon unterhaltsam, aber ich finde die Moral von der Geschicht' dann doch irgendwie beschissen – gerade wenn sie so real verpackt ist. Pro: Kiefer Sutherland wird am Ende erschossen. Ups, Spoiler.


Scary Movie 3“ (Pro 7, 21.50 Uhr)

Contra: Ach, die ganze Chose war schon im ersten Teil eher dämlich , als witzig und alles, was danach gekommen ist, verdient ohnehin nicht mehr die Bezeichnung Film. Was für ein Mist. Pro: Gefiel mir besser als der 4. Oder war das anders? Oder doch der 5.? Gibt es einen 5.?


Stirb Langsam: Jetzt erst recht“ (Sat 1, 22.30 Uhr)

Pro: Allein schon wegen Jeremy Irons ganz großes Klasse. Und Samuel Jackson als Sidekick funktioniert auch ganz vorzüglich. Naja, und DAS HIER hat ja ohnehin schon bei „Dr. Stangelove“ ganz vorzüglich funktioniert. - Contra: Bis ich mal das mit den Gallonen gescheckt hatte…wie kann man auch ne Rechenaufgabe in einem Actionfilm bringen? Hallo? Hätte ich wohl dennoch lieber als Lethal Weapon-Interpretation gesehen, auch wenn dann die Zeile „Simon Gruber ist Hans Grubers Bruder“ nicht-existent wäre.


Cast Away“ (ARD, 23.00 Uhr)

Pro: Tom Hanks gefällt in seiner Soloperformance als moderner Robinson Crusoe nebst Freund Wilson. Das Ende macht mich ja immer unfassbar traurig. - Contra: Lächerlich. Der Absturz ist sehr gut inszeniert, der Rest total belanglos und Hanks übertreibt es mal wieder.


Die Reifeprüfung“ (RBB, 00.15 Uhr)

Pro: Mike Nichols wunderbarer Film, welche das erzkonservative Weltbild der (damaligen) USA aufs Korn nimmt. Dustin Hoffman, Anne Banchroft, sowie Simon & Garfunkel fügen sich unter Nichols zu einem zeitlosen Klassiker zusammen. New Hollywood on the Road. Wer wissen will wie ein Happy End mit Ecken und Kanten aussieht, der kommt um den Film nicht herum. Ach was Rede ich: Um den kommt sowieso keiner herum. - Contra: Wird zu oft gesendet. Muss mal gesagt werden. And here's to you, Mrs. Robinson, Jesus loves you more than you will know.


Lost in Translation“ (ARD, 01.30 Uhr)

Pro: Vorsicht: Anfall akuter Hysterie: Meeeeissssterrwerk!!! Bill Murray: Grandio! Scarlett Johansson: Grandios. Sofia Coppola: Göttlich. So wunderschön der Film, mir fehlen schon wieder die Worte. Herr Kollege, holen sie mich auf den Boden der Tatsachen zurück... - Contra: Grandio? Isse hier alles italiano, oder wasse? Ein nettes Filmchen, aber Meisterwerk? *Hust* Und Johansson geht einem tierisch auf den Zeiger.


Sonntag 27.12.09


TMNT – Teenage Mutant Ninja Turtles“ (Pro7, 17.45 Uhr)

Pro: Wer Fan der vier mutierten Kröten ist, wird seinen Spaß haben. Die Animation gefällt und April ist hot, hot, hot. Aber der Film rückt leider zu sehr Raphael und Leonardo ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Und ich bin Donatello-Groupie. Funktioniert aber trotzdem. Contra: Au Weia.


Next“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Pro: Noch nicht gesehen. Mein Pros in diesem Fall sind Nici Cage und Jessica Biel. Den Rest dürfte mein Kollege gleich im Contra besorgen. - Contra: Nici ist doch eine Firma die Taschen herstellt, oder? Der Film verschenkt so viel Potential, das es weh tut. Und Biel ist zum Reinschlagen. Aber mit Anlauf. Die ersten 5 Minuten sind gut, der Rest…


Brothers Grimm“ (RTL II, 20.15 Uhr)

Pro: Lief der nicht gerade erst? Egal: Heath Ledger und Matt Damon gefallen in einer etwas anderen Form der Gebrüder Grimm Märchen. Teilweise schöne Bilder und eine überzeugende Atmosphäre trösten über eine nicht gerade fesselnde Geschichte hinweg. Nichts desto trotz ein guter Gilliam. - Contra: Überfrachtet.


X-Men: Der letzte Widerstand“ (RTL II, 20.15 Uhr)

Contra: Gelang den ersten beiden Filmen der „X-Men“-Reihe noch der Spagat zwischen Unterhaltung und intelligentem Inhalt, verlässt sich „der letzte Widerstand“ nur noch auf seine Effekte, sowie das Zugpferd Wolverine (Jackman). Das geht dann natürlich auch prompt schief. - Pro: Der Danger Room macht Laune und Ellen Page ist gut besetzt. Das war’s dann aber auch.


SWAT – Die Spezialeinheit“ (Pro 7, 22.10 Uhr)

Contra: Nicht wirklich spannend, wenig überzeugend gespielt und schlampig inszeniert, firmiert „SWAT“ als gängige Durchschnitts- und Massenware, die eher langweilt als wirklich unterhält. Pro: Nur ein Mal gesehen, wird aber sehr kurzweilig sein. Hab neulich gelesen, dass Jeremy Renner da eine kleine Rolle hat. Das ist doch mal was. Irgendwie. Oder auch nicht. Sehe gerade, das hier ist der vorletzte Film. *Durchatmen*


Leoparden küsst man nicht“ (BR, 23.50 Uhr)

Pro: Wunderbare Screwball-Komödie mit Cary Grant und der Hepburn in den Hauptrollen. Unbedingt zu empfehlen und unbedingt ein Klassiker.

Contra: Hab ich nicht gesehen. Welche Hepburn? Katharine oder Audrey? - Katharine.


Und wer unseren Urteilen nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags). Und schließlich gibt es noch jede Menge (unkommentierte) TV-Tipps bei der Astronautenbar.


Foto: "Christmas" by gadl. Freigegeben unter einer Creative-Commons Lizenz


 
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