TV-Empfehlungen für die Woche vom 31.05.10 - 06.06.10

proudly presented by Tan, Flo & C.H.


Tans Empfehlungen der Woche


Montag, 31.05.10


Die Geschichte der Adèle H.“

Leider gibt es nicht allzu viele Informationen zu diesem französischen Film von Francois Truffaut aus dem Jahre 1975. Die Handlung beinhaltet die Geschichte von Adèle Hugo, die Tochter des Schriftstellers Victor Hugo und ihrer Suche nach Liebe. Auf den Film bin ich vor einigen Monaten gestoßen, als ich mich der langjährigen Oscargeschichte der „Besten Hauptdarstellerin“ widmete und mir Isabelle Adjani aufgefallen ist, die laut einigen Kritiken, eine sehr hingebungsvolle Darstellung ablieferte.


Das Mädchen Irma la Douce“ (HR, 23.30 Uhr)

Billy Wilder, Jack Lemmon und Shirley MacLaine sind grundsätzlich ein qualitative Garantie für humorvolle Unterhaltung. Aber „Irma la Douce“ ist so viel mehr. Die banale Geschichte über eine naive Prostituierte und einem überinteressierten Polizisten ist einem Musical nachempfunden und erfüllt jedes Kriterium, das eine gute Komödie braucht um jahrelang lang zu bestehen. Man kann sich auf einen wundervollen Klassiker freuen. Einen den man beruhigt in der heutigen Zeit schauen kann. Im Anschluss zeigt HR „Verdammt sind sie alle“, ebenfalls mit der zauberhaften Shirley MacLaine, plus Dean Martin und Frank Sinatra. Ein Melodram unter der Regie von Vincente Minnelli.


Donnerstag, 03.06.10


Ein Werk Gottes“ (Tele 5, 16.20 Uhr)

Die Handlung des Arztdramas gibt die Geschichte zweier Männer wieder, die trotz ihrer unterschiedlichen Rasse und den Diskriminierungen der 1940er Jahren gemeinsam an einem medizinischen Projekt arbeiten und somit vielen Menschen das Leben retten können. Der Film beruht auf einer wahren Geschichte. Gespielt wird die Hauptrolle von Alan Rickman, den ich für einen, nennen wir es mal außergewöhnlichen Schauspieler halte. Mos Def, der den schwarzen Assistenten mimt, ist für so manchen Filmliebhaber ein verstecktes Naturtalent. Für mich ist er einfach nur ein Hip Hop-Musiker. Der Film soll dennoch sehr beeindruckend sein.


Freitag, 04.06.10


Die Geisha“ (Sat 1, 20.15 Uhr)

Regisseur Rob Marshall erschuf mit „Chicago“ ein zeitloses Musical und lieferte 3 Jahre später diese wundervolle Romanverfilmung ab. Memoirs of a Geisha“, so der Originaltitel, bietet dem Zuschauer vor allem etwas fürs Auge. Die Geschichte der kleinen Chiyo, die von ihrer Familie an ein Geisha-Haus verkauft wurde und später zu einer der berühmtesten Geishas avanciert, schmückt sich hauptsächlich mit einem eindrucksvollem Japan und der grandiosen Filmmusik. Irgendwie durchbricht der Film jedoch nicht seine oberflächliche Handlung, spielt nie mit Gefühlen und verlässt sich fast nur auf seine optische Schönheit. Dennoch, das Historiendrama kann trumpfen und bleibt eine gute und solide Romanverfilmung.


Der talentierte Mr. Ripley“ (Das Vierte, 20.15 Uhr)

Das Drama basiert auf den gleichnamigen Roman von Patricia Highsmith und wurde von dem talentierten Anthony Minghella verfilmt. Mingehella hatte einen Hang zu komplexen Geschichten und zu Jude Law. Beides ist mir immer sehr willkommen. Tom Ripley und sein Mix aus Verachtung, Hingabe, Neid, Eifersucht und Liebe treiben den Protagonist bis hin zum Mord, und dem damit zusammenhängenden situationsgebundenem Ideenreichtum. Der Film schwankt immer wieder zwischen Drama und Krimi, ist aber spannend aufgebaut und hinterlässt ein ungutes Gefühl. Aber die Hauptsache ist, dass ein Film überhaupt ein Gefühl hervorruft, denn dann hat er irgendwas richtig gemacht. Trotzdem: Ich hasse Matt Damon. Damit ich das auch mal gesagt habe. Ich bitte um Verzeihung.



Tans Warnung der Woche


Freitag, 04.06.10


Brothers Grimm“ (RTL 2, 20.15 Uhr)

Wie war das eben? Ich hasse Matt Damon! Besonders in dieser lächerliche Verfilmung der Geschichtenerzähler. Der Fantasyfilm beinhaltet lediglich einige der Märchenfiguren und erzählt nur wenig über die Gebrüder Grimm. Die Geschichte ist dermaßen überladen, dass man nach einigen Minuten fast schon aufgeben möchte. Aus meiner Sicht scheitert Terry Gilliam in diesem Projekt vor allem an der ganzen Unordnung und der übertriebenen Deklaration der Gebrüder Grimm zu Actionfigurhelden. Einfach unnötig.



Christians Empfehlungen der Woche


„Dienstag, 01.06.10)


Shooting Dogs“ (ZDF, 22.15 Uhr)

1994 blamierte sich die Weltgemeinschaft, die nach den Erfahrungen mit der NS-Diktatur eigentlich nie mehr einen Genozid zulassen wollte, bis auf die Knochen und setzte ein Fanal der Schande. Der Völkermord in Ruanda, der von der UN nicht unterbunden werden konnte, ist neben „Hotel Ruanda“ auch in „Shooting Dogs“ thematisiert worden. Die deutsch-britische Produktion, in der auch die BBC ihre Finger mit im Spiel hat, ist – geht man nach den Kritiken – im direkten vergleich mit „Hotel Ruanda“ der bessere der beiden Filme. Falls sich das bestätigen sollte, währe das in der Tat mal eine echte Hausnummer, fand ich doch „Hotel Ruanda“ auf seine Art und Weise auch schon ziemlich gelungen.


Donnerstag, 03.06.10


Das Wilde Leben“ (Sat 1, 20.15 Uhr)

In einer nicht gerade überragenden TV-Woche (obgleich ein Blick auf die Filmauswahl meiner Kollegen zeigt, dass abseits der klassischen 20.15-Zeit doch Einiges zu finden ist), beginne ich dieses Mal mit einer TV-Premiere. Dabei kann ich auch noch nicht genau sagen, ob die Lebensverfilmung der Uschi Obermaier wirklich was taugt. Die Kritiken waren ja zum Teil ziemlich gemischt, und wenn der Film doch nichts taugen sollte, kann man sich immerhin damit trösten, dass Natalia Avelon, die die 68er-Ikone spielt, nett anzuschauen ist, und noch dazu auch singen kann. Zumindest mag ich den Titelsong zum Film ziemlich gerne.


Donnerstag, 03.06.10


Departed - Unter Feinden“ (ARD, 23 Uhr)

Um die Tatsache, dass Scorseses Remake mit dem Original aus Hong Kong („Infernal Affairs) nicht mithalten kann, muss man gar nicht lange drum herum reden. Vor allem mit dem Ende seiner Fassung leistet sich Scorsese einen für ihn ungewohnten, weil offensichtlich dem Mainstream, geschuldeten Schnitzer. Natürlich ist „Departed“ aber nach wie vor ein sehenswerter Film, der aber letztlich, so viel ist auch klar, unnötig ist. Das Scorsese dann ausgerechnet für einen unnötigen Film, wo er doch so viele Filme gemacht hat, die nicht unnötig waren, den Oscar bekommen hat, ist dann sowieso ein Treppenwitz der Oscargeschichte.


Freitag, 04.06.10


Zu Zweit ist es leichter“ (Arte, 20.15 Uhr)

Wenn sich die anderen Sender mit der x-ten Widerholung mittelmäßiger Hollywood-Produktionen überschlagen lohnt für gewöhnlich ein Blick auf Arte oder 3 Sat (Marcel Reich-Ranicki hätte gerade seine helle Freude), die immer mal wieder einen Spielfilm einstreuen, den man noch nicht gesehen hat. So wie an diesem Freitag die 2009 entstandene französische Produktion „Zu Zweit ist es leichter“, in der ein Rentner und eine Studentin aus finanziellen Gründen zusammen in eine WG ziehen. Wenn diese Ausgangslage in Sachen Generationenkonflikte kein Potential hat, dann ist ohnehin schon alles zu spät.


Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben“ (ARD, 23.30 Uhr)

Wir bleiben bei dem großen Literaturkritiker mit der bewegten Lebensgeschichte, der vor einiger Zeit das hiesige Fernsehen zu recht auf dessen eigener Bühne gescholten hat, und dann quasi zum Dank einen eigenen Film spendiert bekommen hat. Bei der Premiere habe ich den Film, der vom SPIEGEL als glänzend bezeichnet worden ist, noch verpasst. Dieses Mal bin ich gewillt dem Film endlich anzusehen. Dabei sind Biographien, das Beispiel „Hilde“ hat es erst jüngst wieder gezeigt, eine durchaus schwierige Angelenheit, die auch sehr oft scheitern. Von Schweighöfers Verkörperung des großen Intellektuellen soll Reich-Ranicki im Übrigen sehr überzeugt gewesen sein. Dessen Worte: „Fabelhaft!“ Mehr kann wohl nicht verlangen.


Christians Warnung der Woche


Freitag, 04.06.10


Jeepers Creepers“ (RTL II, 22.00 Uhr)

Horrorfilme, die nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Böse enthüllt wird, zu unterhalten wissen, und dies dann noch dazu recht zeitig machen, hasse ich ja wie die Pest. In diesem Fall wird die ganze Chose sogar relativ schnell zu einer Lachnummer. Beginnt der Film noch ganz ansprechend, versackt er relativ schnell in den Ödnissen der Langeweile. In der Summe somit eine ziemlich ärgerliche Angelegenheit, um die man besser einen großen Bogen macht. Im Genre gibt es so viele Filme in denen man ansprechender unterhalten wird.



Flos Empfehlungen der Woche


Donnerstag, 03.06.10


Ein ganz verrückter Sommer“ (VOX, 9.55 Uhr)

Mit achtziger Jahre Filmen, die John Cusack beherbergen, kann man per se nichts falsch machen. Auch wenn Savage Steve Hollands „One Crazy Summer“ - ebenso wie bereits der vorjährige „Better Off Dead...“ - kein „The Sure Thing“ oder „Say Anything...“ ist. Dennoch macht dieses kleine Filmchen, in dem auch Demi Moore zu finden ist, Laune, auch wegen Hoops Illustrationen. Wie die kommenden beiden Empfehlungen sieht man recht schnell, welche Schauspieler meine Sympathien besitzen und was dies für Auswirkungen auf ihre filmische Rezeption hat.


Happy Gilmore“ (RTL II, 17.20 Uhr)

Wenn ein Film von Adam Sandler es schafft, the Voice of a Generation, formerly known as Kanye West, zu einer Textzeile zu inspirieren (“I eat pieces of shit like you for breakfast” – “You eat pieces of shit for breakfast?”), dann kann eben jener Film nicht schlecht sein. Und ist es auch nicht. Im Gegenteil, neben „Big Daddy” zählt „Happy Gilmore” zu meinen Lieblingsfilmen von Sandler, schon allein wegen der Fernsehszenen, in denen Happys Flucherei zensiert werden muss, dem Kampf gegen Bob Barker und dem Prolog, unterlegt von Lynyrd Skynyrd.


Sudden Death” (VOX, 22 Uhr)

Mit „Sudden Death” begann The Muscles of Brussels langsam seinen Ausstieg aus Hollywood, auch wenn spätere Filme wie „The Quest” (schöne Reflektion auf seinen Durchbruch mit „Bloodsport”), „Maximum Risk“ („Double Impact“ meets „Little Odessa“) und „Double Team“ („The Prisoner“ lässt grüßen) ebenfalls nicht zu verachten sind. Auch seine DTV-Werke wie „Wake of Death“ sind bisweilen noch sehr gelungen. Ist mir von allen 80’s Heroes (Dudikoff, Norris, Stallone, Lundgren, Seagal, Schwarzenegger) seit jeher der Liebste gewesen. Show ‘em, Jean!


Samstag, 05.06.10


Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ (RTL II, 14.35 Uhr)

Der Debütfilm von Joe Johnston, vielleicht neben „Jumanji“ das einzig Erträgliche, was der Mann, der „Jurassic Park“ als Franchise erledigt hat, in seiner Filmographie vorweisen kann. Rick Moranis geht immer und ich weiß noch, wie ich in den Universal Studios durch die Filmhalle gelaufen bin, mit Riesenameisen und meterhohen Grashalmen. Lockte in Deutschland damals 400.000 Menschen in die Kinos (das waren noch Besucherarme Zeiten), in den USA dagegen avancierte er - nicht zu Unrecht - zum fünfterfolgreichsten Film 1989 und landete dadurch noch vor den Sequels zu „Back to the Future“ und „Ghostbusters“.


Sonntag, 06.06.10


Der Kaiser und seine Attentäter“ (WDR, 0.30 Uhr)

Die chinesische Geschichte vom Königreich Quin und der Zeit der Streitenden Reiche ist für das asiatische Kino mindestens ebenso ergiebig, wie im Westen der Zweite Weltkrieg bzw. Holocaust. Drei Jahre vor Zhang Yimous von allen Seiten gelobten und Oscarnominierten „Hero“ erzählte Chen Kaige die Geschichte vom König von Quin, der von seiner Konkubine und eigenem Attentäter verraten wird. Ein bildgewaltiges Action-Epos, das sich vor den nachfolgenden Wuxia-Filmen „Crouching Tiger, Hidden Dragon“ oder eben „Hero“ keineswegs zu verstecken braucht.


Flos Warnung der Woche:


Donnerstag, 03.06.10


Departed - Unter Feinden“ (ARD, 23 Uhr)

Es gibt vermutlich kein besseres Beispiel für Hollywoods Xenophobie und die Unsinnigkeit der Academy Awards als Martin Scorseses shot-for-shot Remake des Hong-Kong-Meisterwerks „Mou gaan dou“. Die Auszeichnung als Bester Film ist Hohn genug, Spott gab es zusätzlich durch die Verleihung der Preise an William Monahan und Scorsese selbst, die nichts Eigenständiges beizutragen hatten, außer das Ersterer die Untertitel des Originals abschrieb und Letzterer die Kameraeinstellungen und mise-en-scène seiner asiatischen Kollegen übernahm. Vielleicht sollte Ridley Scott einfach mal ein 1:1-Remake von „La Vita è bella“ drehen, dann kriegt auch er endlich seinen Oscar von der Academy hinterher geworfen.


Und wer unserem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweisen wir gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags). Und schließlich gibt es noch jede Menge (unkommentierte) TV-Tipps bei der Astronautenbar


Foto: „One less TV“ by Kevin Steele, lizenziert unter CC-BY-NC


5 Kommentare:

Dr. Borstel hat gesagt…

Bäm, Flos Warnung der Woche hab ich ja so was von vorausgesehen. ;-) Hab "Departed" seit dem ersten Mal nicht mehr gesehen, bin mir aber ziemlich sicher, er würde bei mir in keiner von beiden Sparten auftauchen. Trotzdem wird er nicht so viel schlechter als das Original sein, und das trotz Marky Mark.

Hm, Christian empfielt "Das wilde Leben" ... Vielleicht.

Phil hat gesagt…

An sich ne ziemlich filmarme Woche finde ich...

Hätte jedenfalls nicht gedacht, dass es Happy Gilmore tatsächlich in die Empfehlungen der Woche schafft ^^

Zu Departed...
Finde den Film sogar recht gut. Kenne zwar das Original nicht, aber vielleicht muss man das wohl kennen um das Remake schlecht zu finden...

lalia hat gesagt…

wer das Original Infernal Affairs kennt, kann nur Departed hassen. da geht es mir wie Flo.Fast alles eins zu eins abkopiert... daher der Film ist gut, aber nur weil das Original schon sensationell war.

Brothers Grimm als Warnung ist berechtigt, da der titel etwas anderes verspricht, als er dann wiederspielt. dennoch ist der Film okay, erinnerte mich etwas an ein schwächeres Sleepy Hollow

Vor Jeepers Creepers würde ich auch warnen, aber ich find eh kaum einen Horror empfehlenswert *g*

ansonsten ist die Aufteilung sehr verwirrend, Chris. Mal ist dort Freitag dann unten wieder...

C.H. hat gesagt…

@ lalia:

Schön dich mal wieder zu lesen. Die Aufteilung ist wohl deswegen so verwirrend, weil es mittlerweile nach Autoren und nicht nach Wochentagen geht: Erst kommt Tan, dann ich, dann Flo. ;-)

lalia hat gesagt…

strange... *g*
aber mit der Info blickt man's dann wieder ^^

und jo... ich hab mal wieder mein Passwort gefunden. evilbool aka facebook hat mich total in Beschlag genommen. dann noch Prüfungen und Arbeit und meine Hörbuchsucht *g* aber ich versuch grad auch wieder normal zu lesen und wieder mehr über Filme zu schreiben...

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