Rezension: "Machete"



Machete“ eignet sich als perfektes Beispiel um zu demonstrieren, warum sich nicht aus jeder guten Idee ein ebenso guter Film machen lässt. Als Robert Rodriguez und Quentin Tarantino vor einigen Jahren im Zuge ihres „Grindhouse“-Projekts eine Reihe von Faketrailern drehen ließen, machten die zwei Macheten-Minuten mit Danny Trejo ziemlich Laune. Insbesondere Trejo drängte in der Folge darauf, aus diesem Faketrailer einen wirklichen Film zu machen. Rodriguez erhörte schließlich dessen Wunsch und bescherte der coolsten Nebenrolle der Welt seine erste, aber nicht ganz so coole Hauptrolle. Dabei liegt es keinesfalls an Trejo, dass „Machete“ letztlich nicht funktioniert. Angereichert mit einer ganzen Riege von illustren Stars und Sternchen über Robert de Niro, Jessica Alba, Michelle Rodriguez, Lindsay Lohan bis hin zu Steven Seagal, entpuppt sich Rodriguez Langfassung von „Machete“ als überraschend zähflüssige Angelegenheit. Warum in einem Film, der erkennbar auf Trash gebürstet ist, so unglaublich viel gesabbelt werden muss, will sich dem geneigten Zuschauer nicht erschließen. Geht es in der Exposition des Films noch zügig und äußerst launig zur Sache, verfängt sich Rodriguez in der Folge viel zu oft in pseudopolitischen Gelaber über den amerikanisch-mexikanischen Grenzkonflikt, den erstens keine Sau interessiert, weil zweitens eine Trashorgie wie „Machete“ schlicht und ergreifend nicht der Platz ist, um ein solches Thema aufzubereiten. So hangelt sich der Film von einer Actionszene zur nächsten und versackt ansonsten in Dialogzeilen, die in den seltensten Fällen wirklich zünden. Was cool wirken soll, erscheint zumeist einfach nur aufgesetzt, oder ist – was noch schlimmer ist – äußerst redundant. Was bleibt, sind einige wenige Lichtblicke, in denen Rodriguez für kurze Zeit den Spaßfaktor erreicht, dem er die meiste Zeit vergeblich hinterher hechelt. Letztlich mag sich Danny Trejo mit „Machete“ einen persönlichen Wunsch erfüllt haben, einen großen Gefallen hat ihm Rodriguez mit diesem Film allerdings nicht getan. Prädikat: Enttäuschend. – Fazit: 5 von 10 Punkten.


9 Kommentare:

Anthony hat gesagt…

Ein Lebenszeichen. Freut mich :)

C.H. hat gesagt…

Ja, bin nicht weg. Aber im Moment ist so viel zu tun, dass das Blog leidet. Ich les bei euch auch noch mit, aber zum kommentieren reicht es meist auch nicht mehr. Wird sich auch wieder ändern; einer meiner Vorsätze für 2011. :)

Candide hat gesagt…

Ja, schön wieder mal was von Dir zu lesen.

Machete: sehen wir im Grunde ja sehr ähnlich, auch wenn er bei mir vielleicht dann doch etwas besser wegkommt, denn unterhalten fühlte ich mich letztendlich ja doch irgendwie, irgendwo.

donpozuelo hat gesagt…

Ah, danke. Noch jemand der "Machete" nicht so positiv gegenübersteht. Ich bin also nicht allein ;)

tumulder hat gesagt…

Hey, ich bin auch noch da. Ich fand den verdammt laaangweilig. Ein paar gute Szenen - na klar -, aber der Rest ist soetwas von belanglos. Ich gehe da mit völlig konform.

tumulder hat gesagt…

also mit Dir.;)

C.H. hat gesagt…

Schön, mal wieder von dir zu lesen. :) Was den Film angeht: In der Tat, Konsens.

xander81 hat gesagt…

Also, um die Meinungen hier mal zu spalten: Ich fand den gut.

Sky Fan hat gesagt…

Also ich habe den Film jetzt auch bei Sky gesehen und denke, dass der Film absolut kein Highlight ist und man die Zeit auch besser verbringen kann;-)

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