TV-Empfehlungen für die Woche vom 01.03.10 - 07.03.10

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Montag, 01.03.10


Terminal“ (Sat 1, 20.15 Uhr)

Pro: Kein Meisterwerk, aber eine interessante Geschichte und gute Unterhaltung, besonders für einen Montagabend. Catherine Zeta-Jones und Tom Hanks in einer netten Komödie über das außergewöhnliche Leben auf einem Flughafen. Pro 2: Ja, „Terminal“ ist wirklich nett und Tom Hanks ohnehin eine Charmebolzen. Ist aber auch einer der Filme, die für mich nur in die kalte Jahreszeit passen. Von daher strahlt Sat 1 den gerade noch rechtzeitig aus.


James Bond 007 – Octopussy“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Pro: Roger Moore. Contra: Roger Moore.


Babel“ (HR, 23:30 Uhr)

Pro: Der Episodenfilm besteht nicht nur aus verschiedenen Geschichten, sondern greift um die ganze Erdkugel. Zwar geht das Drama unter die Haut und weist so manchen guten Schauspieler auf, dennoch nach einiger Zeit wirkt der Film dann doch ermüdend und einige Momente zu lange. Contra: Um mal ein wenig den Advocatus Diaboli zu spielen: „Babel“ mag ja ein guter Film sein, aber man merkt dann doch, dass dieser dritte Teil von Iñárritu Schicksalstrilogie am ehesten auf Hollywood gebürstet ist.


Dienstag, 02.03.10


Whole Ten Yards – Keine halben Sachen 2“ (Tele 5, 20.15 Uhr)

Contra: Leider läuft nichts anderes im TV als diese Filmkomödie mit Bruce Wills. Könnte man sich aber genauso gut sparen. Pro: Amanda Peet. Oder noch besser: Man besorgt sich einfach den ersten Teil. Das ist nämlich ein richtig spaßiger Film, und das eben nicht nur weil Fräulein Peet dort – nun ja - alles gibt.


Lethal Weapon“ (Tele 5, 20.15 Uhr)

Contra: Der Erstling in der Actionfilmreihe, gepaart mit einem Schwung Humor. Aber, Achtung Chauvi-Modus, typischer Männerfilm. Pro: Und wie das ein typischer Männerfilm ist. Deswegen finde ich den auch toll: „I'm too old for this shit!“


Mittwoch, 03.03.10


Twisted – Der erste Verdacht“

Contra: Der Thriller versucht sich als „Film Noir“ zu bezeichnen. Scheitert aber an der Knappheit der Spannung und fehlenden Innovationen. Arme Ashley Judd, eine gute aber unterschätze Schauspielerin. Contra 2: Der Film ist ja recht neu (2004) und sagt mir absolut gar nichts. Und so wie ich die Sache sehe, bleibt das auch so.


Schlaflos in Seattle“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Pro: Einmal kann man sich die kitschige Liebeskomödie von Schreibgöttin Nora Ephron ruhig zumuten. Weitere Male sind auf eigene Gefahr zu genießen. Contra: Nur wenn ich mal Schlaflos in Hannover weilen sollte. Da ich allerdings ein reines Gewissen habe, und von daher sehr gut schlafe…


The Amityville Horror“ (Kabel 1, 22.20 Uhr)

Contra: Es gibt Menschen die kennen sich in diesem Genre aus. Noch schlimmer, sie sind dem Ganzen zugetan. Jedem das Seine. Schließlich ist das eine freie Filmwelt. Pro: Nana, so schlecht ist „The Amityville Horror“ nun aber wirklich nicht. Im Gegenteil: Adäquate Unterhaltung für zwischendurch.


Das Haus der Lady Alquist“ (RBB, 22.45 Uhr)

Pro: Klassiker der Woche von George Cukor. Der Regisseure spezialisierte sich auf weibliche Darstellerinnen und somit brachte der Psychothriller Ingrid Bergman ihren Ersten von Drei Oscars. Der Film aus dem Jahr 1944 basiert auf einem Theaterstück aus dem gleichen Jahrzehnt. Also ziemlich alt, aber gut. Pro 2: Wen wird es noch ernsthaft überraschen? Wenn es an die Klassiker der Woche geht, habe ich meist keine Ahnung. Ingrid Bergman reicht mir in diesem Fall aber als Begründung.


Amorres Perros“ (BR, 00.00 Uhr)

Und da haben wir ihn auch schon: Alejandro González Iñárritu's Auftakt zu seiner grandiosen Episoden-Trilogie um menschliche Schicksale und um die Rolle der Kommunikation. Mein Vorschlag: Am Montag „Babel“ schauen und mir dann Mittwochnacht zustimmen, dass „Amorres Perros“ besser ist.


Donnerstag. 04.03.10


Der Babynator“ (Sat 1, 20:15 Uhr)

Contra: Vin Diesels Versuch ein echter Darsteller zu sein. Ohne Worte. Contra 2: Der Film ist unter Garantie Moppelkotze. Aber das war doch nicht der Film, wo sich Vin Diesel als echter Darsteller profilieren wollte. Hatte der so einen Film überhaupt?


Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ (Vox, 20.15 Uhr)

Pro: Der erste Teil der Trilogie von Peter Jackson und seinen Hobbits und Orks und den restlichen Wesen des Romans. Viel muss man dazu nicht sagen, gibt kaum einen Menschen der das Fantasyabenteuer nicht gesehen hat. Der erste Film ist eben der Beste. Contra: Stimmt. Wird aber mal wieder nicht in der Extended Version gezeigt, und damit gibt’s ein Contra. Und wer will schon dieses Epos von Werbung unterbrochen sehen?


Ein Fisch names Wanda“ (HR, 01.05 Uhr)

Pro: Beim American Film Institut auf Platz 21 der besten Komödien. Zu recht, da eine sehr gute und witzige Komödie. Fast schon zu viel Kult. - "Und wie heisst du?" - "Otto. Das ist italienisch und heisst 8." Einmalig. Pro 2: KLICK - Immer noch meine Lieblingskomödie, die ich so ziemlich für den lustigsten Film der Welt halte.


Freitag, 05.03.10


Two Much“ (Das Vierte, 20.15 Uhr)

Pro: Weil sonst nichts läuft und weil Antonia Banderas ein wenig Attraktivität besitzt und Joan Cusack eigentlich immer sehr witzig unterwegs ist, mal ein ganz dürftiges Pro. Contra: Da der ganze Rest aber nicht so berauschend ist, gibt’s von mir ein deutliches Contra.


Die Stunde des Jägers“ (RTL 2, 22.10 Uhr)

Contra: Ein Actionthriller mit Benicio Del Toro. Wundervoll. Wo bitte ist die Fernbedienung? Oh man, ein Freitagabend hat soviel Potenzial und alles was man bekommt sind langweilige B-Filme.
Pro: Ja gut, ist jetzt nicht gerade der Burner, kann man sich aber durchaus ansehen. Man kann es aber natürlich ebenso gut bleiben lassen. Man merkt schon, dass mir zu dem Film nichts einfällt. Schnell weiter zum Samstag.


Samstag, 06.03.10


Der letzte König von Schottland“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Pro: Obwohl die Kritiken für diesen Politthriller sehr gemischt sind, werden besonders die künstlerischen Fähigkeiten von Forest Whitaker unzählige Male gelobt. Klingt sehenswert. Pro 2: Ach sieh an. Den habe ich ja immer noch nicht gesehen. Aber der Whitaker ist ja ohnehin ein Guter. Schnell mal die Aufnahme programmieren, Samstag habe ich für den eh wieder keine Zeit.


Tränen der Sonne“ (Pro 7, 22.25 Uhr)

Pro: Der Film ist jetzt nicht herausragend, aber er ist gut und zufriedenstellend. Besonders ist dem Bürgerkriegsfilm hoch anzurechnen, dass die beiden Hauptfiguren, also das zu rettende Opfer und der Retter, nicht aus heiterem Himmel eine Liaison beginnen und es plötzlich ein dramatischer Liebesfilm wird und das ganze seine Linie verliert. In der Hinsicht und in vielen anderen bleibt er realistisch. Contra: Neee, nicht wirklich. Kein sonderlich gelungener Film. Allerhöchstens, mit viel Wohlwollen, Durchschnittskost, die eigentlich nur durch ihre ganz gelungenen Bilder überzeugen kann.


Caché“ (Bayern, 22.35 Uhr)

Pro: Ein gefeierter Film, der es verdient gesehen zu werden. Der Thriller von Michael Haneke wurde mit Preisen und Lobesreden überschüttet. Wer sich selber überzeugen möchte, sollte einschalten. Ansonsten viel Glück mit dem „Das weißen Band“ bei der kommenden Oscarverleihung. Verdient hätte er die Auszeichnung. Contra: Das mit Caché geht so in Ordnung, aber was ich an dieser Stelle durchaus betonen möchte: „Das weiße Band“ muss man nicht gerade mit dem Oscar auszeichnen. Gewinnen wird er aber wahrscheinlich schon.


Verraten!“ (ARD, 02.55 Uhr)

Pro: Nicht zu stoppen in Sachen Übertreibung und nicht vorhandenem Realismus, aber hey, wer ein Blick auf Hollywoods König riskieren möchte, sollte sich die Spionagegeschichte aus den 50er Jahre mit Clark Gable nicht entgehen lassen. Contra: Wer ist Clark Gable?


Sonntag, 07.03.10


Fluch der Karibik 2“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Contra: Warum muss es immer einen zweiten oder gar einen dritten Teil geben. Kann man einen guten Film nicht einfach so stehen lassen? Nein, grundsätzlich wird versucht an den Erfolg des vorhergehenden Modells anzuknüpfen und noch mehr Geld zu machen. Der zweite Teil ist nicht schlecht, wird aber vom ersten um Länge geschlagen. Contra 2: Du hast die Antwort auf deine Frage ja selbst gegeben: Geld regiert die Welt. Den zweiten Teil kann ich im Übrigen am wenigsten leiden. Vor allem Will Turner aka Orlando Bloom mit seinem Daddy-Genöle nervt ganz entsetzlich.


Perfect World“ (RTL 2, 20.15 Uhr)

Pro: Eigentlich sind Clint Eastwood Regiearbeiten mehr als tabu. Aber man sollte die Augen nie vor einem guten Film verschließen. Neben den ganzen Blockbustern am Sonntagabend ist der Thriller eine kleine Perle. Contra: ü+roepiopjwiofrhoiefjwpodfkü - Da ist mir vor Schreck gerade der Kopf auf die Tastatur geknallt. Warum bitte sind Eastwoods Regierabreiten mehr als Tabu? Mein Herz, es schmerzt!


Easy Rider“ (Tele 5, 20.15 Uhr)

Pro: Ein Road Movie von seiner besten Seite. Der Kultfilm zeigt ein anderes Bild der 60er, als die meisten Amerikaner von ihrem Land hatten oder haben wollten. Vorzeigefreudige Vorgärten und spießige Familienväter sind hier durch Drogen und Biker ersetzt worden. Dennis Hoppers rebellische Darstellung eines gewissen Lebensgefühles ist mehr als sehenswert. Pro 2: Jop.


Ein Amerikaner in Paris“ (Bayern, 23.45 Uhr)

Pro: Oscargewinner aus dem Jahre 1951 höchstpersönlich inszeniert von Vincente Minnelli. Der Tanzfilm oder heute Musical genannt, ist nicht jedermanns Sache. Dennoch wer Klassiker mag oder hübsche Männer, kann sich gerne den tänzelnden Gene Kelly anschauen. Contra: Wenn überhaupt, würde ich mir eine tänzelnde Grace Kelly ansehen wollen. Ansosnten…


Hotel International“ (SWR, 00.05 Uhr)

Pro: Wer die Entstehung von Episodenfilmen sehen möchte, sollte sich diesen Film der im Rahmen einer Elizabeth-Taylor-Reihe gezeigt wird, ansehen. Neben unzähligen britischen Schauspielern und melodramatischen bis amüsanten Geschichten, beinhaltet der Film auch eine wahre Geschichte aus dem Leben eines Schauspielpaares. Und nun Oscartime. Womit wir beim Thema sind Ich werde im Übrigen, wie auch im letzten Jah,r keinen gesonderten Beitrag zur Oscarverleihung verfassen. Macht sowieso jeder. Wer wissen will, was ich von dem diesjährigen Run auf die Awards halte, sollte einerseits meinen Twitterkanal im Auge behalten und zum Anderen ist davon auszugehen, dass ich mich dann bei den Oscarposts meiner Kollegen je nach Ausgang freuen oder auskotzen werde.



Und wer unserem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweisen wir gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags). Und schließlich gibt es noch jede Menge (unkommentierte) TV-Tipps bei der Astronautenbar


Foto: „One less TV“ by Kevin Steele, lizenziert unter CC-BY-NC

Just Noticed: Schöner lesen bei "SchönerDenken"



Ich habe mal wieder „fremdgeschwafelt“ und mich den Kollegen von SchönerDenken zum zweiten Mal nach meiner Besprechung mit Richard Kellys „Southland Tales“ auseinandergesetzt. Ein Film, für viele absolut misslungen, den ich aber als ziemlich großartig erachte. Aber um mich soll es an dieser Stelle eigentlich nicht gehen, sondern um den Blog der Kollegen. Schöner lesen bei SchönerDenken – wie könnte es bei dem Untertitel „Zwischen Kirk bis Kafka“ auch anders sein. Kultur wird von dem Autorenteam groß geschrieben, ob nun es sich nun um die immer wieder unterhaltsamen Kino-Podcasts, oder andere Beiträge handelt. Von daher habe ich mich durchaus gefreut, als mich die Kollegen eingeladen haben, einen Gastbeitrag in der Rubrik „The Future...revisited“ zu verfassen. Das Ergebnis lässt sich nun HIER bestaunen. Und sollten die vorigen Worte noch nicht deutlich genug gewesen sein: Wer was auf sich hält, der hat SchönerDenken in seiner Blogroll, beziehungsweise den Feed abonniert. Klar soweit? Also los! Jetzt! Zack Zack!


Rezension: "Invictus"








Man sollte die katalysierende Wirkung, die der Sport auf das kollektive Gedächtnis einer Gesellschaft haben kann, nicht unterschätzen. Man braucht diesbezüglich ja nur an den deutschen Erfolg bei der Fußballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz zu denken. Und spätestens als am Ende der achtziger Jahre die Erinnerungsgeschichte in den Fokus der Geschichtswissenschaft rückte, ist dieses Phänomen hinsichtlich der konstituierenden Wirkung, die eben auch der Sport für eine Nation (oder andere Gemeinschaften) haben kann, endgültig zum Untersuchungsgegenstand geworden. Es kommt nicht von ungefähr, dass in dem von Hagen Schulze und Étienne François herausgegebenen dreibändigen Werk „Deutsche Erinnerungsorte“ die Bundesliga Aufnahme gefunden hat. Wenn die Besprechung zu Clint Eastwoods „Invictus“ nun also nicht mit Nelson Mandela, sondern mit diesem Thema anfängt, dann hat das durchaus seinen Grund. „Invictus“ ist mitnichten, wie im Vorfeld an einigen Stellen suggeriert, eine Biopic über Mandela, sondern eine einzelne Episode aus Mandelas politischem Wirken nach seiner Wahl zum Präsidenten von Südafrika im Jahr 1994. Es geht also an dieser Stelle darum, falschen Erwartungen den Wind aus dem Segel zu nehmen. Um es deutlich zu sagen: Wer „Invictus“ in Erwartung einer Biographie beizuwohnen betrachtet, wird unvermeidlich ein Opfer seiner eigenen Prämisse werden.


1990 wird Nelson Mandela (Morgan Freeman) aus seiner jahrzehntelanger Haft entlassen und gewinnt vier Jahre später nach dem Ende der Apartheid als erster Farbiger die Präsidentschaftswahlen Südafrikas. In der Folge muss es Mandela nicht nur darum gehen, sein Land wirtschaftlich wieder auf die Beine zu bringen, sondern auch die tiefen und hasserfüllten Gräben zwischen der weißen Minderheit und der schwarzen Mehrheit des Landes, die von den ehemaligen Kolonialherren stets unterdrückt worden sind, zu beseitigen. Mandela erkennt schnell, dass ein erster Schritt zur gegenseitigen Versöhnung die 1995 im eigenen Land stattfindende Weltmeisterschaft im Rugby sein kann, nur gibt es diesbezüglich zwei nicht unwesentliche Probleme. Zum einen ist Rugby als Inbegriff des weißen Sports bei der farbigen Minderheit Südafrikas ebenso verhasst, wie das grün-goldene Trikot der sogenannten Springboks, das als Symbol für die Apartheid steht. Zum anderen gehört die Nationalmannschaft Südafrikas, in der bis auf eine Ausnahme nur Weiße spielen, nicht gerade zu den Favoriten. Spätestens im Viertelfinale, so die Prognose der Experten, soll für die Springboks Endstation sein. Für Mandela, der seine politische Reputation dafür aufs Spiel gesetzt hat, dass die Springsboks ihre Farben und Traditionen beibehalten durften, ist dies nicht genug, und so lädt er den Kapitän des Teams zu sich zum Tee ein. Sein Auftrag an Francois Pienaar (Matt Damon): Die Weltmeistertitel für Südafrika, als integrierendes Symbol des Neuanfangs ins eigene Land zu holen.


Clint Eastwood wird am 31. Mai achtzig Jahre alt werden und der Kinoveteran ist immer noch nicht müde. Zehn Filme hat der Mann, der einst als Dirty Harry berühmt wurde, in den letzten zehn Jahren gedreht. Darunter solche Meisterwerke wie „Million Dollar Baby“ oder „Letters from Iwo Jima“, um nur mal zwei Filme zu nennen. Eines der Themen, das sich wie ein roter Faden durch das Oeuvre von Eastwood zieht, ist Rache. So zu sehen natürlich in seiner Rolle des Callahan, aber auch vor allem in seinen Werken als Regisseur: „Erbarmungslos“, „Mystic River“, aber auch sein letzter Film, „Gran Torino“, sprechen in dieser Hinsicht eine deutliche Sprache. Gerade jener letzte Film hat diesbezüglich jedoch gezeigt, dass sich die filmische Sicht von Eastwood auf die Dinge in den letzten Jahren gewandelt hat. Verkommt die Rache seines Helden in „Gran Torino“ bereits zu einer ironisierenden Metapher, die nicht mehr zum Ziel führt, ist es nun in „Invictus“ endgültig Zeit, dieser üblen Emotion abzuschwören. „Invictus“, dieser vordergründige Sportfilm nach einer wahren Begebenheit, fügt sich somit geradliniger in das Gesamtwerk Eastwoods ein, als dies auf den ersten Blick vielleicht ersichtlich ist. Welches größere Symbol als Nelson Mandela könnte es in diesem Zusammenhang geben, der dreißig Jahren von den weißen ehemaligen Kolonialherren eingekerkert wurde, um anschließend, ungeachtet seiner eigenen schmerzvollen Biographie, den schwierigen Weg auf sich zu nehmen, ein Land einen und als erster die Hand zur Versöhnung ausstrecken zu müssen?


Morgan Freeman spielt Nelson Mandela nicht nur, er ist es. Mimik und Körpersprache sind von eindrucksvoller Präzision. Man lehnt sich wahrlich nicht aus dem Fenster, wenn man Freeman in „Invictus“ seine beste Leistung seit Jahren attestiert. Die Tiefe, mit der Freeman seinen Mandela anlegt, zeigt sich immer wieder in kleinen Momenten, die „Invictus“ zu dem Film, machen der er geworden ist. Wenn Rugby für Mandela zunächst nur ein politisches Mittel ist, er in der Endphase des Turniers aber sogar Treffen mit ausländischen Vertretern unterbrechen lässt, um sich ergebnistechnisch auf den neusten Stand zu bringen, spürt man die geradezu kindliche Freude und Erregung über den Sport an sich, die langsam aber sicher ihre Bahnen bricht. Irgendwann wird Mandela von seiner Beraterin spöttisch gefragt, ob sein Interesse an Rugby denn nun wirklich politischer Natur sei. Und Mandela antwortet: Es ist menschlich. Wie überhaupt „Invictus“ ein weiterer sehr humanistischer Film von Eastwood ist, der nach seinem Kriegsdoppel „Flags of Our Fathers“ und Letters from Iwo Jima“, sowie den bereits angesprochenen „Gran Torino“ ein weiteres Mal den Ausgleich zwischen den Kulturen beschwört.


Clint Eastwood setzt dies in seinem gewohnt ökonomischen und pointierten Regiestil immer wieder gekonnt in Szene. Zur Mitte des Films lässt er die Springboks in die ärmlichen Townships von Johannesburg fahren und mit den dortigen Kindern trainieren. Um Fritz Langs Credo aus „Metropolis“ zu variieren: Hier wird der Sport Mittler zwischen Gehirn und Hand. Und tatsächlich: Über das Rugby, über den sensationellen Erfolg der Mannschaft, wird ein erster Schritt getan, um zusammenwachsen zu lassen, was bislang nicht zusammen gehörte. Die Menschen im Stadion, die leergefegten Straßen, der farbige Junge auf dem Polizeiauto der weißen Polizisten. Natürlich, in gewisser Weise ist das Bild, das Eastwood in „Invictus“ anbietet, naiv und bei näherer Betrachtung leicht zu desavouieren. Dieses eine Finale in Südafrika, dieser eine Sieg, hat die Probleme des Landes nicht gelöst, hat nicht die Arbeitslosigkeit beseitigt und hat dem Rassismus unter Garantie keinen endgültigen Riegel vorgeschoben. Doch um einen analytischen Blick auf die Entwicklung Südafrikas unter Mandela geht es Clint Eastwood nicht. Und so ist es legitim, wenn die Apartheid nur am Rande thematisiert wird, wenn Mandela nur in einem sehr isolierten Ausschnitt seines Lebens gezeigt wird. Wenn man also so will, könnte man zu dem Schluss kommen, dass „Invictus“ ein den Zuschauer manipulierendes Feel-Good-Movie ist. Und auch wenn man es sich mit dieser Einschätzung ein wenig einfach machen würde, im Grunde trifft dies durchaus zu. Wer bereit ist, sich auf den Film einzulassen, wird ähnlich berauscht werden, wie die abertausend Menschen im Stadion von Johannesburg.


Invictus“ mag nun nicht perfekt sein, gerade gegen Ende verfällt Eastwood in einen für ihn untypischen, weil überdeutlichen Symbolismus, der so nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Spätestens aber, wenn er den Sport auf dem Rasen einfängt - welch großartige Kameraarbeit von Tom Stern -, zeigt sich wieder seine gewohnte Präzision. Und so gehört „Invictus“ in gewisser Weise auch dem Rugby. Diesem beinharten Sport, von dem im Film einmal gesagt wird, dass er ein Sport für Proleten sei, der von Gentlemen gespielt wird, während Fußball ein Spiel für Gentlemen sei, das von Proleten gespielt wird. Matt Damon, neben Freeman der zweite Star des Films, gelingt in diesem Zusammenhang eine glaubhafte Verkörperung von Francois Pienaar. Jenem Mann der als Angehöriger der weißen Oberschicht aufgewachsen ist, und nun von Mandela dazu auserkoren wurde, als Symbol für eine ganze Nation zu fungieren. Clint Eastwood hat sich für seinen Film, der von nun an zu den besten Sport-Filmen, auf Grund seiner ambivalenten Natur per se ein kompliziertes Genre, überhaupt gezählt werden muss, weil er - auch wenn der Film nicht sämtliche Konventionen dieses Genres umschiffen kann - geschickt die Wechselwirkung zwischen dem Sport und dessen konstituierender Wirkung im Sinne eines zusammenführenden Gemeinschaftserlebnis thematisiert, bei dem gleichnamigen Gedicht des englischen Dichters William Ernest Henley inspirieren lassen: „I am the master of my fate: I am the captain of my soul.“ Ich finde, dass dies eine sehr schöne Metapher für diesen Film ist, trifft sie doch für Nelson Mandela ebenso zu, wie für jene Mannschaft, die am 24. Juni 1995 im Endspiel der Rugby-Weltmeisterschaft die hochfavorisierten Neuseeländer besiegt hat. Invictus: Unbezwungen. - Fazit: 8 von 10 Punkten.


Quellennachweis: Abbildungen aus "Invictus". © 2010 Warner Bros.



Vorschau: Trailer zu "Blind Side – Die große Chance"

Als ich mir letzte Woche des Meisters (Eastwood) Neuen („Invictus“, Review folgt) angesehen habe, lief im Vorfeld der Trailer zu „Blind Side – Die große Chance“. Wie meine regelmäßigen Leser nun vielleicht wissen, bin ich der Schauspielerin Sandra Bullock nicht gerade zugeneigt. Das ist nun natürlich nichts persönliches, wie könnte es auch, aber irgendwie werde ich mit der Guten nicht wirklich warm. Vielleicht liegt das auch daran, dass mir die vor Jahren erfolgte Sichtung von „Miss Undercover“ die deutschstämmige Actrice mehr als nur ein wenig versaut hat. In den letzten Tagen sammelt Sandra Bullock bei mir aber fleißig Pluspunkte, und ist auf einem guten Weg ihre Aktien bei mir zu verbessern. Erst lässt sie überhaupt keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie es sich nicht nehmen lassen wird, bei der Verleihung der „Goldenen Himbeere“ persönlich beizuwohnen, für die sie nominiert ist. Das finde ich gut. Gleichzeitig ist Bullock aber auch für den Oscar für die beste Darstellerin nominiert, was ich zwar beiläufig zur Kenntnis genommen habe, mich aber nicht weiter gekümmert hat. Und da kommt nun „Blind Side – Die große Chance“ ins Spiel, in dem mich die nun plötzlich erblondete Darstellerin (das sieht übrigens gar nicht mal schlecht aus) in den gerade mal 2.30 Minuten, die der Trailer dauert, irgendwie schwer beeindruckt hat. Diese Rolle als großherziges Muttertier (nach einer wahren Geschichte; mal wieder) könnte tatsächlich dazu führen, dass ich Sandra Bullock am Ende noch für eine richtige gute Schauspielerin halte. Wollen wir doch mal sehen, ich stehe ja von Zeit zu Zeit auf diese Art von gefühlsduseligem Kino (womit ich jetzt am Ende sogar wieder den Bogen zu „Invictus“ geschlagen habe). Kinostart ist in Deutschland übrigens Ende März.


Quelle: TrailerAddict


TV-Empfehlungen für die Woche vom 22.02.10 - 28.02.10

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Montag, 22.02.10


Der Exorzismus von Emily Rose“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Pro: In Anbetracht der Tatsache, was diese Woche noch so in der Glotze läuft (vor allem Wiederholungen in den Dritten), geht die Mischung aus Gerichtsdrama und Horrorfilm durchaus auf. Hat man schon Schlimmeres gesehen. Contra: Neuauflage einiger Horrorfilme, verpackt in einem Thriller mit Laura Linney. Schlechter Auftakt für diese Woche.


Alarmstufe Rot“ (Kabel 1, 22.40 Uhr)

Contra: Steven Seagal ist ein Nichtskönner. Ach was rede ich: Der kann weniger als nichts. Der Film ist auch Schrott. Ach was rede ich: Der ist schrottiger als Schrott. Contra 2: Wer sagt eigentlich das Steven Seagal ein Schauspieler ist? Seine Filme waren noch nie sehenswert. Werden sie auch nie sein.


Blade Runner“ (HR, 00.15 Uhr)

Pro: Nachdem ich nun „Metropolis“ gesehen habe, ist mir Scotts Inspirationsquelle erst richtig bewusst geworden. Steht hier stellvertretend für die eben erwähnten zahlreichen Wiederholungen von im Prinzip sehr guten Filmen. Die Woche läuft z.B. auch noch „Irina Palm“ und „Lost in Translation“ Contra: Großartig, ein Science-Fiction-Thriller mit Harrison Ford. Ridley Scott hin oder her, mit den genannten Wiederholungen ist man um einiges besser bedient. Wenn man natürlich auf inszenierte Zukunftswelten steht, sollte man dann doch auf den 80er Jahre Schinken zurückgreifen.


Dienstag, 23.02.10


Der diskrete Charme der Bourgeoisie“ (RBB, 22.45 Uhr)

Pro: 1973 mit dem Oscar für den besten ausländischen Film ausgezeichnet, kann der Buñuel nur etwas werden – auch weil sonst eigentlich nichts lohnenswertes läuft. Bin gespannt, da ich den Film mal wieder nicht kenne.Pro 2: Oscars für die besten ausländischen Filme haben immer einen gewissen Beigeschmack. Oft wird nach Sympathie entschieden. Dieser Spielfilm ist eine Art Satire über die bessere Gesellschaft mit einer recht interessanten Geschichte. Nennenswert ist vielleicht auch Jean-Pierre Cassel, ein guter Schauspieler und Vater von Vincent Cassel.


Mittwoch, 24.02.10


Der mit dem Wolf tanzt“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Pro: Muss man nicht mehr viel zu sagen. Der ist schon sehr, sehr gut, wenn man bereit ist, sich auf die ganze Angelegenheit einzulassen. Einer der wenigen Filme, wo ich den Costner gerne sehe. Contra: Natürlich wird das Epos eines Tages ein Filmklassiker, dafür sorgen schon die 7 Oscars. Aber ein Western aus den 90er Jahren mit und von Kevin Costner entspricht einfach einem Stilgefühl, das nicht jedem zusagt.


Nachts, wenn Dracula erwacht“ (Das Vierte, 20.15 Uhr)

Pro: Eine weitere Verfilmung des Stokerschen Gruselstücks. Mal wieder mit Christopher Lee in der Hauptrolle, aber keine Hammer-Produktion. Ist ja bekanntlich mein Thema und somit für mich Pflicht, auch weil ich gespannt bin, wie sich der Kinski als Renfield schlägt. Contra: Unser C. H. mag Dracula. Sehr interessant. Aber Klaus Kinski ist ein durchgeknallter Irrer und schon deswegen bleibt der Fernseher aus.


Donnerstag, 25.02.10


Riddick - Chroniken eines Kriegers “ (Vox, 20.15 Uhr)

Pro: Der geht in seiner stilisierten Optik und mit einem Vin Diesel, der das spielt was er am Besten kann, völlig in Ordnung. Kurzweilige Sci-Fi Unterhaltung, die Einen zwar nicht längerfristig im Gedächtnis bleibt, dafür aber umso kurzweiliger ist. Contra: Was wirklich ein Pro? Wer hat bloß die arme Judi Dench in diesen Film gedrängt. Die Geschichte über das All, halbtote Krieger, Kreuzzüge auf irgendwelchen Planeten wird noch untermalt von Vin Diesels schlechter Darstellung. Es gibt eben Schauspieler, die der Meinung sind, man bräuchte nur einen tollen Körper um auf der Leinwand erfolgreich zu sein. Das Schockierende bei der ganzen Sache ist, dass es tatsächlich funktioniert.


Kirschblüten – Hanami“ (Arte, 20.15 Uhr)

Pro: Ist ja 2008 nicht nur auf der Berlinale außerordentlich gelobt worden. Ob dies zutreffend ist, werde ich dann demnächst mal prüfen. Immerhin hat die Hannelore Elsner damals offensichtlich noch in vernünftigen Produktionen mitgespielt, und nicht in diesem komischen Bushido-Eichinger-Dreck. Contra: Hört sich nach einer ziemlich einseitigen und ideenlosen Handlung an. Alleine die Worte: „Er bricht aus seinem Alltag als Beamter aus…“ legen die Fakten auf den Tisch.


Freitag, 26.02.10


(T)Raumschiff Surprise - Periode 1“ (Pro Sieben, 20.15 Uhr)

Contra: War „Der Schuh des Manitu“ wenigstens noch ab und an mal witzig, ist der Bullys zweiter Versuch schon ziemlich mau. Das Publikum hat den trotzdem gemocht. Contra 2: Til Schweiger.


Ein Fressen für die Geier“ (RTL 2, 02.00 Uhr)

Pro: So muss ein guter Western sein und es ist nicht wegen Clint Eastwood, sondern wegen Shirley MacLaine, der satirischen Handlung und der absurden Geschichte.


Samstag, 27.02.10


Contact“ (Sat 1, 20.15 Uhr)

Pro: Ich habe gerade zu meiner Überraschung festgestellt, dass Filmstarts den mit 10 von 10 Punkten besprochen hat. Das kann man ja nun, Höchstwertung hin oder her, schon mal als Garantie dafür ansehen, dass der nicht so schlecht ist. Bin gespannt. Pro 2: Der ist sogar sehr gut. Die Romanverfilmung ist anregend und der Film ist eine nicht ganz so unrealistische Science-Fiction-Geschichte wie sonst immer.


Spiel ohne Regeln“ (Pro 7 20.15 Uhr)

Contra: Sportliche Komödie mit Adam Sandler in der Hauptrolle. Man fragt sich zu recht, was dabei rumkommen soll. Die Antwort ist denkbar einfach: Nichts. Contra 2: Unverständlich, wie sich der lasche möchtegern Gangerstreifen auf diese Sendezeit rettet.


Dogma“ (Pro 7, 22.20 Uhr)

Pro: Der geht durchaus ganz in Ordnung, auch wenn sich Flo in seiner Besprechung sehr kritisch mit dem Smith-Film auseinandergesetzt hat. Anyway: Vor allem das Spiel von Damon und Affleck weiß mal wieder zu gefallen. Contra: Das Spiel von Damon und Affleck macht den Fantasyfilm erst recht so richtig grausam, mal von der Gottesbesetzung komplett abgesehen. Die Geschichte ist provokativ und absoluter Irrsinn. Wer sich so was Geschmackloses geben möchte, ist herzlich von Pro 7 eingeladen.


Event Horizon“ (Sat 1, 23.10 Uhr)

Pro: Ist so ein typischer Jein-Film. In einigen Teilen wirklich sehr gut, in anderen hingegen wieder nicht so überzeugend. Letztlich aber gerade wegen seiner Atmosphäre durchaus empfehlenswert. Contra: So wie es aussieht haben wir eine Science-Fiction-Woche. Raumschiffe machen das ganze nicht besser.


Sonntag, 28.02.10


Der Teufel trägt Prada“ (RTL, 20.15 Uhr)

Contra: Der ist bestimmt nicht schlecht, aber das Thema interessiert mich nicht wirklich. Meryl Streep, Emily Blunt und Anne Hathaway hin oder her. Contra 2: Wenn man das sehr witzige und empfehlenswerte Buch gelesen hat, ist die Verfilmung eine einzige Enttäuschung, da der Roman wirklich einiges an Humor und Bissigkeit bietet. Meryl Streep ist eine sehr begabte Schauspielerin, kein Zweifel, aber sie wird in den letzten Jahren immer wieder fehlbesetzt; das haben Publikumsmagneten eben so an sich.


8 Mile“ (RTL II, 20.15 Uhr)

Contra: Das amerikanische Gegenstück zu diesem Bushido-Vehikel. Interessiert mich ebenfalls nicht die Bohne. Allerdings muss man kein Prophet sein, um zu erahnen das der Film seinen deutschen Konkurrenten wohl spielend aus der Bahn schlägt. Aber wie gesagt: Mir ist das völlig wumpe. Contra 2: „There's vomit on his sweater already, mom's spaghetti…“ Kaum zu glauben das der Filmsong einen Oscar erhalten hat. Der Film ist schwach, wie Eminem.


Fluch der Karibik“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Pro: Der ist – von vorne bis hinten – wirklich toll. Prunkstück der ganzen Angelegenheit ist natürlich Johnny Depp. Schade, dass die weiteren Filme da nicht mehr so wirklich mithalten konnten. Aber das ist ja meistens so. Pro 2: Eigentlich ein guter und unterhaltsamer Film. Besonders sexy Orlando Bloom und die großartige Darstellung des Cpt. Sparrow. Manche Geschichten sollten allerdings ein Einteiler bleiben.


Irgendwann in Mexico“ (Pro 7, 23.00 Uhr)

Pro: Dritter Teil von Rodriguez' Mariachi-Trilogie, der mit Sicherheit der schlechteste der drei Filme ist, auf Grund seiner Besetzung (unter anderem auch Depp und Mendes) durchaus zu gefallen weiß. Ist in Ordnung. Pro 2: Wenigstens wird die filmtechnisch, sehr schwache Woche mit einem soliden Film abgeschlossen. Hoffen wir auf die nächsten 7 Tage.



Und wer unserem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweisen wir gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags). Und schließlich gibt es noch jede Menge (unkommentierte) TV-Tipps bei der Astronautenbar


Foto: „One less TV“ by Kevin Steele, lizenziert unter CC-BY-NC


Rezension: "Wolfman"










Bei all den Vampiren, die in letzter Zeit über die Leinwand geschlichen sind, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Wölfe wieder den Mond anheulen durften. In „Wolfman“ spielen die Werwölfe nun wieder die erste Geige und müssen sich nicht länger, wie zum Beispiel in den „Underworld“- und „Twilight“-Zyklen, mit ihrer Rolle als üble Sidekicks für die blutsaugenden Hauptdarsteller begnügen. Als der Charaktermime Benicio del Toro, der zuletzt in Soderberghs „Che“ zu gefallen wusste, eines Tages der Gedanke kam, dass man eigentlich ein Remake des gleichnamigen Klassikers aus den vierziger Jahren drehen müsste, stellte sich zu seiner Überraschung heraus, dass auch Universal der Angelegenheit nicht abgeneigt war. Dies vermag angesichts der aktuell in Hollywood grassierenden Remake- und Sequelwelle nicht weiter zu verwundern. Es ist geradezu pervers, wenn man sich vor Augen führt, dass nun sogar Raimis „Spider-Man“, der ja nun auch erst ein paar Jahre auf dem Buckel hat, ein Reset erfahren soll. Alter Wein in neuen Schläuchen also – und das trifft insbesondere auf „Wolfman“ zu, der eine ziemlich bewegte Entstehungsgeschichte hinter sich hat und von dem völlig klar war, dass sich dieses Remake in Stil und Optik von seinem Vorgänger unterscheiden musste, mit dem man das junge Zielpublikum heutzutage wohl kaum noch hinter dem Offen hervor locken kann.


Am Ende des 19. Jahrhundert kehrt der Theaterschauspieler Lawrence Talbot (Benicio del Toro) in seine englische Heimat zurück. Seine Rückkehr ist einem traurigem Anlass geschuldet. Sein Bruder ist tot und entsetzlich verstümmelt in einen Graben liegend aufgefunden worden, und nun ist Lawrence dem Hilferuf von Gwen Conliffe (Emily Blunt), der Verlobten seines Bruders, gefolgt, die ihn um Hilfe bei der Aufklärung des Mordes gebeten hat. Angst und Schrecken terrorisieren nun seit diesem Tag das kleine Dorf Blackmoor, das von dem riesigen Anwesen der im Dorf nicht sonderlich geschätzten Talbots dominiert wird. Unterdessen heißt Sir John Talbot (Anthony Hopkins) seinen verlorenen Sohn willkommen. Seit dem Tod seiner Mutter hat sich zwischen Sohn und Vater ein tiefer Graben aufgetan, der auch durch den tragischen Tod des Bruders nur notdürftig zugeschüttet scheint. Mittlerweile gehen im Dorf Gerüchte umher, dass ein riesiger Werwolf im Wald sein Unwesen treibt. Ein offensichtlicher Aberglaube, an den Lawrence nicht so Recht glauben mag, bis er eines Nachts bei Vollmond ebenfalls von einer Bestie angegriffen und gebissen wird. Schwer verletzt wird er zurück zum Anwesen seines Vaters gebracht. Als seine Wunden unnatürlich schnell heilen und der Mond eine immer größere Anziehungskraft auf ihn ausübt, beginnt auch Lawrence an den unheilvollen Fluch zu glauben. Und er ist nicht der Einzige, der den düsteren Ereignissen im Dorf auf den Grund gehen möchte. Francis Aberline (Hugo Weaving), Ermittler bei Scotland Yard, heftet sich schon bald an die Fersen von Lawrence Talbot. Derweil rückt der nächste Vollmond unerbittlich näher


Es ist nicht zu leugnen, dass man „Wolfman“ seine unruhige Entstehungsgeschichte immer wieder ansieht. Noch vor Drehbeginn wurde der ursprünglich für die Regie vorgesehene Mark Romanek durch Joe Johnston ersetzt, und auch das Drehbuch wurde immer wieder modifiziert und überarbeitet. Dies steht dem Film nicht sonderlich gut zu Gesicht und führt dazu, dass die erzählte Geschichte immer wieder Brüche aufweist, die der Kohärenz der Narration abträglich sind. Erstaunlicherweise gelingt es dem Gesamtpaket „Wolfman“ aber diesen Sachverhalt geschickt zu überdecken. Dafür zeigt sich vor allem die Visualisierung der ganzen Angelegenheit verantwortlich, die in bester Gothic-Horror-Tradition optisch ordentlich auf den Putz haut. Die in entsättigten Erd- und Grautönen gekleideten Bilder evozieren eine großartige Atmosphäre, die durch die stimmigen Kostüme und die stetigen Nebelschleier, die durch das britische Moor wabern, noch zusätzlich unterstützt wird. Gerade auch das riesige, verwinkelte Anwesen mit all seinen Schnörkeln und Ornamenten, vollgestopft mit präperierten Tieren aus aller Welt und alten Möbeln, kann diesbezüglich noch einmal ordentlich punkten. Gleiches gilt auch für den famosen Score von Danny Elfman, der sich ganz offensichtlich mit seiner düsteren und violinenlastigen Partitur an Wojciech Kilars „Dracula“-Thema angelehnt hat. Aber auch hier zeigt sich wieder das ganze Chaos in der Produktion von „Wolfman“. Eigentlich war Elfman nämlich schon längst gefeuert, da seine Musik beim Testpublikum (völlig unverständlicherweise) nicht ankam. Ersetzt wurde er durch Paul Haslinger, der jedoch ebenfalls nicht überzeugen konnte, so dass am Ende doch wieder die Musik von Elfman verwendet wurde, was für den Film definitiv ein Glücksfall ist, gehen Musik und Bilder in „Wolfman“ doch eine symbiontische Verbindung ein.


Neben der gelungenen Optik, sind es vor allem die Darsteller, die „Wolfman“ zu einer wirklich spaßigen Angelegenheit machen. Sowohl Benicio del Toro, als auch Anthony Hopkins, der mit seinem im Film getragenen Vollbart selbst ganz schön wölfisch aussieht, haben in ihren Rollen sichtlich Spaß und tragen den Film mühelos über die Spielzeit hinweg. Gleiches gilt auch für Hugo Weaving, einzig Emily Blunt bleibt in ihrer Rolle ein wenig blass. Ansonsten ist zu diesem Remake nicht mehr sonderlich viel zu sagen: Die Spezialeffekte sind, was die Werwolf-Nummer angeht, ansprechend umgesetzt und fügen sich nahtlos in das positive Gesamtbild ein. Im Übrigen ist „Wolfman“ kein Kindergeburtstag und präsentiert sich in seiner Gewaltdarstellung als überaus saftig-deftige Angelegenheit, was in Anbetracht des Themas endlich wieder einmal mit der nötigen Konsequenz umgesetzt worden ist, und nicht zu der mittlerweile doch zu oft gesehenen PG-13 Nummer verkommt. All dies führt dazu, dass die erzählerischen Schwächen von „Wolfman“ in diesem Fall in den Hintergrund treten können, und einem kleinen aber feinen Werwolf-Spaß für zwischendurch nichts im Wege steht. - Fazit: 7 von 10 Punkten.


Quellennachweis: Abbildungen aus "Wolfman". © 2010 Universal


Rezension: "Sherlock Holmes"












Ob sich Sir Arthur Conan Doyle jemals hätte träumen lassen, welche Karriere seine berühmteste literarische Figur machen würde? Ich denke schon. Würde man ihn Heute fragen können, man könnte ziemlich sicher sein, dass er nicht allzu überrascht von dem anhaltenden Erfolg seiner Figur wäre. Denn schon zu Lebzeiten Doyles führte dessen Entscheidung, Holmes sterben zu lassen, zu großem Unmut bei der immer weiter anwachsenden Leserschaft. Und so ließ Doyle seinen Helden von den Toten auferstehen und revidierte somit auf literarische Art und Weise das Ableben von Holmes. Müßig zu erwähnen, dass die Abenteuer um Sherlock Holmes und seinen getreuen Freund und Helfer Dr. Watson geradezu prädestiniert dafür sind, um auch auf Zelluloid erzählt zu werden. Die wohl berühmteste Filmreihe um den britischen Meisterdetektiv, ob nun Vorlagengetreu oder nicht, stellt wohl der in den späten dreißiger und frühen vierziger Jahren entstandene britische Zyklus um Basil Rathbone dar, der das öffentliche Bild des Meisterdetektivs unbestritten geprägt hat. Und nun kommt also Guy Ritchie daher gelaufen und versucht sich an einer modernen Adaption der berühmten Kriminalgeschichten. Daran ist zunächst einmal noch nichts auszusetzen, zumal Ritchie vor allem mit seinen ersten beiden Filmen „Lock, Stock and Two Smoking Barrels“ und „Snatch“ bewiesen hat, dass er kultig angehauchte Crime-Action zu inszenieren vermag. Danach ging es aber mit seinen Filmen stetig bergab und auch wenn ihm mit „Rock N Rolla“ eine nette Rückkehr zu seinen Wurzeln gelang, musste man im Vorfeld zu Recht skeptisch sein, ob die Liaison zwischen Ritchie und Holmes funktionieren kann. Das Publikum in den USA hat diese Frage mittlerweile mit einem klaren „ja“ beantwortet, und bescherte dem Briten sein bestes Einspielergebnis in den USA überhaupt.


Wir befinden uns im London des 19. Jahrhunderts, das von einer ganzen Reihe von Morden heimgesucht wird. Zum Glück lebt in der Metropole an der Themse auch Englands berühmtester Detektiv, und so gelingt es Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.) und seinem getreuen Kompanion Dr. Watson (Jude Law) einen weiteren Mord in letzter Sekunde zu verhindern und den Täter Lord Blackwood (Mark Strong) dingfest zu machen. Dieser baumelt schon bald am Galgen, nicht ohne Holmes vorher dezent darauf hinzuweisen, dass die Geschichte an diesem Punkt noch lange nicht ausgestanden ist. Und tatsächlich: Schon wenige Tage nach der vermeintlich erfolgreichen Hinrichtung des Schurken kursieren Gerüchte in der Stadt, dass Blackwood von den Toten auferstanden sei. Und damit nicht genug: Es sterben weiterhin Menschen, teils wichtige Persönlichkeiten der englischen Politik. Schnell ist Holmes klar, dass er es hier mit einer groß angelegten Verschwörung zu tun haben muss, die bis in die vornehmen Häuser der britischen Oberschicht reicht. Als sich dann noch Irene Adler (Rachel McAdams), eine alte Liebschaft von Holmes, in das undurchsichtige Spiel einklinkt, steckt Holmes endgültig in einem Dilemma zwischen Ratio und Emotion, das von den Heiratsabsichten seines besten Freundes Watson noch zusätzlich verstärkt wird.


Sherlock Holmes“ ist in der 2010er-Fassung zunächst einmal ein waschechter Guy Ritchie-Film, was man ab der ersten Minute auch spürt. Sonderlich intellektuelles Kino braucht also nun wirklich niemand zu erwarten. Ritchie liefert vielmehr bewährte Genre-Kost und lässt den scharfen Intellekt seines Helden zu einer teilweise ziemlich plumpen Hau-Drauf-Anleitung verkommen, wie denn der nächste Bösewicht am besten vermöbelt werden kann. Und weil der Sherlock von Heute nicht nur theoretisch ein Genie ist, sondern auch praktisch einiges auf dem Kasten hat, gibt’s dann gleich mal eine auf die Nuss: Bare-knuckle Fight Reloaded: Guy Ritchie ist sich nicht zu schade, sich selbst zu zitieren; im direkten Vergleich zwischen „Golden Brown“ und „Rocky Road to Dublin“ gibt es dann übrigens keinen klaren Gewinner. „Sherlock Holmes“ ist also ein harmloser Jungs-Film, der auch den Ladys gefallen wird. Der aber auch auf Grund seines klaren Bekenntnisses zum Mainstream nur selten von wirklich packender Natur ist. Der Meisterdetektiv Sherlock Holmes ist ein Actionstar geworden: Er springt kopfüber in die Themse, balanciert auf der halb fertig gestellten Tower-Bridge und liefert sich sich eine Schlägerei nach der Anderen. Im Grunde wäre dies ja alles gar nicht weiter wild, wäre es Ritchie zumindest gelungen, seine zahlreichen Actionszenen mit einer funktionierenden Geschichte zu verbinden. Diese aber hangelt sich mehr schlecht als recht durch den Film, und will mit ihren zahlreichen und überkonstruiert wirkenden Verflechtungen nur selten überzeugen.


Als frappierend erweist sich die Einfallslosigkeit der ganzen Angelegenheit auch an anderer Stelle. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich Ritchie für seinen Holmes bei einer berühmten TV-Figur bedient hat, die sich wiederum ihrerseits von Conan Doyles berühmten Detektiv hat inspirieren lassen. Es ist kein Geheimnis, dass Sherlock Holmes Vorbild für den kratzbürstigen und misanthropischen Dr. House (Hugh Laurie) gewesen ist, der mit Sarkasmus und Dreitagebart seine Patienten auf geniale Art und Weise diagnostiziert und seine Mitarbeiter genauso gerne quält. Und nun also präsentiert Ritchie seinen Holmes als kratzbürstigen Zyniker mit Dreitragebart, dessen Sprüche oftmals verletzender Natur sind, und seinen besten Freund Dr. Wilson - Verzeihung: Dr. Watson - damit immer wieder zur Weißglut bringt. Ähnlichkeiten zum ständig schlecht gelaunten Doktor sind also keineswegs zufällig und wahrscheinlich durchaus gewollt. Immerhin aber ist diese Rolle Robert Downey Jr. auf den Leib geschrieben. Der in den letzten Jahren überaus gefragte Schauspieler mag zwar kein Holmes klassischer Prägung sein, vielmehr sieht er mit Schlapphut und Sonnenbrille wie ein ständig zugedröhnter Rockstar aus, doch in diesen Ritchie-Film passt er wie die Faust aufs Auge. Ob man Downey Jr. dafür gleich mit dem Golden Globe auszeichnen muss, sei einmal dahingestellt, nichts desto trotz bleibt zu bemerken, dass er und Jude Law nicht nur den Fall lösen, sondern auch den Film retten.


Wenn die vorherigen Worte nämlich auch sehr kritisch klingen, qualifiziert sich „Sherlock Holmes“ durchaus als kleiner Spaß für zwischendurch, der eher visuell, denn narrativ punktet. Gerade die Bilder des viktorianischen London wissen ein ums andere Mal zu gfallen, wie auch Rachel McAdams ganz adrett aussieht, selbst wenn ihre Rolle nicht sonderlich viel hergibt. Man muss also keinesfalls so ein begnadeter Analytiker wie Sherlock Holmes sein, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass Guy Ritchie mit seinem neuesten Film erneut kein großer Wurf gelungen ist. In der Summe geht der Film aber in Ordnung. Außerdem: Auch wenn das arg auf Sequel getrimmte Ende des Films ein wenig störend erscheint, ist mit der Einführung des einen und ultimativen Gegenspielers von Sherlock Holmes, nämlich Professor Moriarty, das Versprechen gegeben, dass sich ein zweites Holmes-Abenteuer mit Downey Jr. weiter steigern kann. Ein wenig mehr Sorgfalt auf die Geschichte und etwas weniger Konzentration auf die harte Rechte von Holmes wäre dann aber schon angebracht. - Fazit: 6 von 10 Punkten.


PS: Wer sich Übrigens mal an dem „echten“ Sherlock Holmes versuchen möchte, aber zu faul zum Lesen ist, der kann sich HIER einige von Doyles Geschichten rund um den berühmten Detektiv als Hörbuch kostenlos runterladen. Darunter auch mit „Das letzte Problem“ das Abenteuer, das Holmes (vorläufig) in die ewigen Jagdgründe befördert.


Quellennachweis: Abbildungen aus "Sherlock Holmes". © 2010 Warner Bros.


TV-Empfehlungen für die Woche vom 15.02.10 - 21.02.10

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Montag, 15.02.10


A. I. – Künstliche Intelligenz“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Contra: Während der Anfang noch ziemlich neu und spannend ist, entwickelt sich der Film in einen langweiligen Science-Fiction-Film. Programmierte Roberterjungen in einer Hochtechnologiewelt ohne Gefühle und mit Gigolo Joe als Ersatzpapa. Ein bisschen zu viel künstliche Intelligenz. Pro: Man sieht dem Film meiner Meinung nach ziemlich genau an, was von Kubrick stammt, und welche Szenen von Spielberg geprägt sind. Es ist vor allem dieser inszenatorischer Mix der den Film interessant macht, auch wenn Spielberg am Ende ziemlich dick aufträgt.


James Bond – Der Spion, der mich liebte“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Pro: Zeitgenössisch gesehen sitzt Daniel Craig auf einem ziemlich hohen Ross. Das tat Roger Moore seiner Zeit auch. Der zehnte Film aus der Spionreihe behandelt die Entführung eines U-Bootes. James Bond eben. Contra: Mein James Bond neben Daniel Craig ist Sean Connery. Roger Moore hingegen ist zwar jetzt auch nicht so schlecht, aber eben kein Connery.


James Bond – In tödlicher Mission“ (Kabel 1, 22.40 Uhr)

Pro: James Bond, die Zweite. Seltsam, anschließend wir nicht der Nachfolger „Moonraker“ gezeigt, sondern diese Geschichte über eine gesunkenes Spionageschiff. Moore stellte 007 insgesamt sieben Mal dar und war somit am häufigsten der berühmte Geheimagent. Contra: Siehe oben.


Wilde Erdbeeren“ (Arte, 20.15 Uhr)

Pro: Das Psychodrama aus den 50er Jahren, handelt von einem Mediziner, der viel zu spät feststellt, dass er sein Leben und seine Familie verpfuscht hat. Der schwedische Film von Regisseur Ingmar Bergman wurde bei der Berlinale 1958 mit einem Goldenen Bären ausgezeichnet. - Ist vorgemerkt.


Dienstag, 16.02.10


Batmans Rückkehr“ (Tele 5, 20.15 Uhr)

Pro: Hier haben wir schon eine bessere ‚Batman’- Umsetzung. Interessant sind die Figuren des Pinguins und vor allem sexy Catwoman Michelle Pfeiffer, die das Ganze sehenswert macht. Natürlich ist der Rest der Comicverfilmung auch nicht schlecht. Pro 2: Und so schnell wird man (also ich) wegrationalisiert. Jetzt bin ich noch nicht einmal mehr für den Chauvi-Part zuständig. Wer sexy ist oder nicht, bestimme immer noch ich. Der Rest der Comicverfilmung ist übrigens nicht nur nicht schlecht, sondern superb. KLICK


Mittwoch, 17.02.10


Beau Brummell – Rebell und Verführer“ (Bayern 12.10 Uhr)

Pro: Der Klassiker für diese Woche mit Elizabeth Taylor und Peter Ustinov. Der Unterhaltungsfilm ist pompös inszeniert und mit vielen Dialogen geschmückt. Die Geschichte über das rebellische Verhalten eines Adligen und die Liebe zu Zeiten des 19. Jahrhunderts. Achtung, schwere Kost für jeden der keine Historienfilme mag. Contra: Ich habe zwar nichts gegen Historienschinken, doch nach Lektüre der Inhaltsangabe habe ich beschlossen, dass ich aus der Nummer raus bin.


Unterwegs nach Cold Mountain“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Pro: Charles Frazier schrieb ein Bürgerkriegsdrama über seinen Ur-Ur-Onkel, der zu Fuß 300 Meilen nach Hause und dem Krieg davon lief. Einige Jahre später, verfilmte Anthony Minghella die wahre Geschichte mit einer besonders herausragenden Renee Zellweger und einem wundervollen Ensemble von Schauspielern. Contra: Allerdings präsentiert sich die ganze Angelegenheit als nicht gerade ziemlich flüssig inszeniert und vorangetrieben, was ein bisschen schade ist. Und Nicole Kidman hat man auch schon besser gesehen.


Tuyas Hochzeit“ (Arte, 22.00 Uhr)

Liebe Leute, es ist Berlinale und Arte und 3Sat lassen sich nicht lumpen. Nachdem Regisseur Wang Quan'an mit dem hochgelobten „Tuyas Hochzeit“ 2007 auf der Berlinale den Goldenen Bären gewann, durfte er in diesem Jahr mit seinem neuen Film „Tuan Yuan“ das Festival sogar eröffnen. Blinde Empfehlung für „Tuyas Hochzeit“ an dieser Stelle also.


Glory“ (Kabel 1, 23.10 Uhr)

Contra: Und wieder eine Verfilmung des amerikanischen Bürgerkrieges. Die Geschichte handelt von schwarzen Mitbürgern die das erste Mal selber um ihre Rechte kämpfen wollen. Denzel Washingtons erhält seinen ersten Oscar für die Darstellung des Private Trip. Bleibt Geschmacksache. Contra 2: Ohne den Film zu kennen, befürchte ich allein aus der Inhaltsangabe ganz fürchterlichen Kitsch. Lasse ich besser mal aus, obwohl es diese Geschichte ohne Zweifel wer ist, erzählt zu werden.


Mord nach Plan“ (SWR, 23.00 Uhr)

Contra: Schwankender Psychothriller mit magerer Spannung und einem Schimmer von Vorausschauung. Einfach gesagt, kein besonders guter Film. Jedoch inszeniert nach einem wahren Mordfall und ein bisschen basiert der Film auf Alfred Hitchcocks „Cocktail für eine Leiche“. Pro: Immerhin führt Barbet Schroeder Regie, und so ein bisschen was kann sie er (hust) in Sachen Regie dann doch.


Donnerstag, 18.02.10


In den Schuhen meiner Schwester“ (Vox, 20.15 Uhr)

Pro: Zwei unterschiedliche Schwestern und eine belehrende Großmutter. Bevor der Film als Frauenfilm charakterisiert wird, bitte eine Chance geben. Die Komödie ist humorvoll, amüsant und einfach mal was Neues. Contra: Frauenfilm


Die Sehnsucht der Veronika Voss“ (Arte, 20.15 Uhr)

Pro: Ehemaliger Filmstar gezeichnet vom Alkohol, Drogen und psychischen Labilität. Solche Verfilmungen gibt es wie Sand am Meer. Diese Fassung kommt aus der deutschen Filmwelt und wird anlässlich der Berlinale gezeigt. - Sagt mir gerade überhaupt nichts, da Arte aber gewöhnlich eine gute Filmauswahl hat, kann man den ja mal aufzeichnen.


Blue Velvet“ (Arte, 22.55 Uhr)

Pro: Auch diese Woche ist ein David Lynch Film vertreten. Schöne Blumen und Gartenzäune verblassen, als der Hauptprotagonist ein abgetrenntes Ohr findet und der Psychothriller mit der Suche nach dem Besitzer des restlichen Körpers beginnt. Finstere aber sehenswerte Geschichte. Pro 2: Lynch-Fanboy speaking: Ich sehe mich außerstande einen David Lynch mit einem Contra zu versehen. Meisterwerk! It's a strange World!“


Message in a Bottle“ (ARD, 23.30 Uhr)

Contra: Ein bisschen zu langweilig und ein bisschen zu lange. Im Ansatz sympathisch, aber wer es verpasst, hat nichts verpasst. Pro: Robin Wright Penn. Mehr positives fällt mir zu dem Ding auch nicht ein.


Freitag, 19.02.10


Der Schuh des Manitu – Extra Large“ (Pro Sieben, 20.15 Uhr)

Pro: Keine Rarität im deutschen Fernsehen. Aber ein Hit bzw. eine heitere Parodie kann nie schaden. Viel zu beschreiben gibt es nicht, jeder kennt den Film voller Anspielungen an Karl-May-Filmen oder anderen Filmklassikern. Contra: Mir würde dazu noch einfallen, dass ich den damals im Kino richtig lustig fand, aber der Film schlecht gealtert ist. Mittlerweile kann ich mich bei der ganzen Chose kaum noch zu einem Lächeln durchringen.


Planet der Affen“ (RTL 2, 20.15 Uhr)

Contra: Tim Burtons Affen sind wie Tim Burtons „Batman“. Funktioniert einfach nicht. Science-Fiction-Filme haben immer einen Beigeschmack wenn sie nicht von einer wirklich guten Geschichte getragenen werden. Die Geschichte mit den Tierchen ist zu banal, genauso wie das Ende. Gut, Tim Burtons Filme sind immer ein bisschen speziell aber immer von hoher erzählerischer Qualität. Aber bitte keine weiteren Mark Wahlberg-Affen. Pro: In gewisser Weise ist es doch gar nicht schlecht, dass der Film nichts taugt. Auch Tim Burton kocht nur mit Wasser und der Film ist wirklich Mist, das stimmt. Es geht nichts über den originalen „Planet der Affen“. Allerdings finde ich die Mark Wahlberg-Affe Pointe ziemlich gelungen.


Wayne´s World“ (Das Vierte, 20.15 Uhr)

Pro: Zwar ist der Film ziemlich daneben, aber man erinnert sich gerne an die zwei Schwachköpfe, über die man einst Samstag mittags gelacht hat. Erinnert ein bisschen an „Superbad“ letzten Samstag (Zugegebenerweise, sehr guter und witziger Film. Irrtum beim Contra. Yeah, McLovin). Pro 2: Kann man so stehen lassen und „Bohemian Rhapsody“ vielleicht noch erwähnen.


Wächter der Nacht“ (RTL, 22.25 Uhr)

Timur Bekmambetows russischer Mix aus Action und Fantasy funktioniert ziemlich gut, wenn man dazu bereit ist, sich auf den Film einzulassen. Wer mal einen Actionfilm mit fantastischem Einschlag sehen will, der sich vom Hollywood-Einerlei absetzt, der ist mit diesem Film sehr gut bedient.


Monster`s Ball“ (RBB, 01.00 Uhr)

Pro: Ziemlich gewagter Film von Marc Forster über die Todesstrafe und die Rassenfrage. Der melancholisch gehaltene Film wird von Schicksalsschlägen vorangetrieben. Halle Berry gibt in dieser Rolle alles und das Auftauchen von Heath Ledger erinnert an einen versunkenen Stern. Contra: Ich stehe dem Film zwiegespalten gegenüber (Wenn man von den tollen Darstellern redet, bitte nicht Billy Bob Thornton vergessen): Schwächen zeigt der Film jedoch in seiner Narration, die ein Stück weit zu sehr mit dem Holzhammer vorangetrieben wird.


Samstag, 20.02.10

Elizabeth“ (RTL 2, 20.15 Uhr)

Pro: Großartige Cate Blanchett in einer wundervollern Verfilmung der rothaarigen Königin. Für das Auge wird so manches geboten. Im Jahre 1939 wurde die Monarchin von Bette Davis in Farbe portraitiert. Die Unterschiede sind gewaltig. Im Laufe der Zeit wurde „Elizabeth“ unzählige Mal verfilmt, wobei Davis und Blanchett der Darstellung der Einzigartigkeit der historischen Gestalt am nächsten kommen. Contra: Es stimmt schon, dass Cate Blanchett in dem Film wirklich eine Wucht ist, ich hab's ja in einem „Closer Look“ schon thematisiert. Wenn Shekhar Kapur seine Filme doch nicht immer so im Pomp und Kitsch ersaufen lassen würde...


Chinatown“ (Bayern, 20.15 Uhr)

Pro: Ein Touch Noir in einem 70er Jahre Thriller. Die Detektivstory beinhaltet eine wundervolle Gruppe von Schauspielern und Roman Polanskis Ideenreichtum. AFI (American Film Institut) platzierte den Spielfilm auf Platz 21 der besten Filme aller Zeiten. Pro 2: Und das völlig zu Recht. Ende der Durchsage.


Scary Movie 2“ (Sat 1, 22.10 Uhr)

Pro: Eigentlich völliger Blödsinn und maßlose Übertreibung. Dennoch die Zusammenstellung von Parodien einiger Horrorfilme der letzten Jahre hat so manche Lacher im Petto. Der zweite Teil ist dank merkwürdigem Hausdiener immer gut unterhaltend. Contra: Ernsthaft? Ein Pro? Oha. Schon der erste Teil ist ja nun nicht gerade der Inbegriff komödiantischer Unterhaltung, und der zweite Ableger unterbietet dieses Niveau (sic!) spielend.


Tod auf dem Nil“ (ARD, 00.15 Uhr)

Pro: Eine Agatha Christie Verfilmung beinhaltet immer eine Gruppe von Menschen, auf einer Reise, mit einer von allen gehassten Person. Die besagte Person wird ermodert und zufälligerweise befindet sich auf dem Trip der eigensinnige Detektiv Hercule Poirot. Nach „Mord im Orientexpress“ ist diese Komödie mit einem Staraufgebot die nächstbeste Verfilmung. Fahrgast zu Poirot: ‚Sie französisches Arschloch.’ Poirot: ‚Aber nein, belgisches Arschloch.’ - Schön! Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.


Irina Palm“ (RBB, 00.35 Uhr)

Lief ja neulich in der TV-Premiere auf der ARD und wer den Film dort verpasst hat, sollte ihn nun nachholen. Marianne Faithfull ist eine Wucht, und auch stimmt das stets das Timing dieser Tragikkomödie. Oder aber anders ausgedrückt: Da sitzt jeder Handgriff. ;-)


Grüsse aus Hollywood“ (Bayern, 01.05 Uhr)

Pro: Sehr schönes Samstagabendprogramm diese Woche. Die Biografie die sich an die Vorlage von „Star Wars“-Star Carrie Fisher und deren Beziehung zur berühmten Mutter anlehnt, beschreibt die schwarzen Seiten Hollywoods und den Ruhm eines Familienmitgliedes. Shirley MacLaine sitzend und singend auf einem Klavier, unersetzbar. Pro 2: Was du schon alles gesehen hast, verwundert mich immer wieder. Wird auf jeden Fall aufgenommen. Wenn Mike Nichols Regie führt, dann können die Dinge gar nicht so schlecht laufen.


Sonntag, 21.02.10


Zusammen ist man weniger allein“ (WDR, 13.15 Uhr)

Contra: Die Anstrengungen im Buch sind gar nichts gegen die im Film. Die Romanverfilmung verfehlt besonders die Darstellung der eigenartigen Personen und macht dem Film noch schwerer als die Vorlage. Pro: Was denn? Was denn? Der Film ist doch so etwas von wunderbar und wunderschön. Das nenne ich mal einen fabelhaften Franzosen, der Audrey Tautou für mich nach dem Amelie-Zucker-Gedöns wieder rehabilitiert hat. Klasse Film!


Bruce Allmächtig“ (RTL, 20.15 Uhr)

Pro: Jim Carrey Filme waren schon besser, aber dieser beschäftigt sich mit der Thematik Gott und seine Aufgaben. Humorvoll meistert die Hauptfigur die Angelegenheit und liefert einige Lacher. Gut für eine einfache Sonntagabendunterhaltung. Contra: Jim Carrey. Der Kerl nervt einfach nur. Und Morgan Freeman ist in dem Filmchen auch so etwas von verschenkt.


Das Streben nach Glück“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Contra: Der Will-Smith-Monat auf Pro 7. Abgesehen von der Kritik an Will Smith, ist der Film nicht gerade unterhaltend. Es liegt nicht an der ernsten Problematik, sondern an der schwachen Umsetzung. Der Film zieht sich ins unendlich und die wahre Geschichte, die wirklich Potenzial für eine wundervollen Film hat, wird verschenkt. Pro: Das sehe ich ein wenig anders. Ich habe vorher genau das erwartet, was du bemängelst, war dann aber positiv überrascht das sich der Film dann doch sehr zurück nimmt. Geht in Ordnung.


Bad Boys 2“ (Pro 7, 22.35 Uhr)

Contra: ‚Wenn du ein Problem hast, spring vom Dach!’ – Okay. Wer es braucht, bitte. Pro: Danke. Und sie trällern weiter: Bad boys, bad boys/ Whatcha gonna do/
Whatcha gonna do when they come for you...?
Aber auch ich muss zugeben, dass es dieser zweite Teil mit seinen Geschmacklosigkeiten leider ein wenig übertreibt.


Die Kameliendame“ (Bayern, 23.30 Uhr)

Pro: Greta Garbo eine Seltenheit in letzter Zeit. Wer die Legende noch nie gesehen hat, dem fehlt filmische Allgemeinbildung. In diesem Sinne, einen schönen Valentinstag. - Hab Greta Garbo noch nicht gesehen. Jetzt fehlt mir wohl die filmische Allgemeinbildung. Schnüff!



Und wer unserem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweisen wir gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags). Und schließlich gibt es noch jede Menge (unkommentierte) TV-Tipps bei der Astronautenbar


Foto: „One less TV“ by Kevin Steele, lizenziert unter CC-BY-NC


 
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