Kino Vorschau 2010 Vol. 2.: März - Juni

Und schon sind die ersten drei Monate im Jahr 2010 auch schon wieder Geschichte. Ein Skandal, wie ich finde. Wo geht nur immer die ganze Zeit hin? Wie so oft, so gilt auch für 2010, dass das zweite Kinoquartal deutlich ruhiger als das Erste ist. Dass es aber dieses Jahr so zurückhaltend ist, hätte nun auch nicht sein müssen. Eigentlich freue mich nur auf „Iron Man 2“ so wirklich, während für die anderen hier verlinkten Filme gilt, dass bestimmt der eine oder andere nette Streifen, wohl aber auch Enttäuschungen dabei sein werden. Das größte Potential traue ich dann noch „The Messenger“ zu, in dem ich mir insbesondere von Woody Harrelson eine eine eindrucksvolle Leistung erhoffe. Habe ich eurer Meinung ganz großartige Perlen der Filmkunst vergessen, die in den nächsten drei Monaten anlaufen, darf dies natürlich – wie immer – in den Kommentaren ergänzend erwähnt werden. Zu den Trailern gelangt man dann, ebenfalls wie üblich, über die Poster.







Rezension: "Blind Side – Die große Chance"












Mit dem Glauben an den American Dream ist es auf dem alten Kontinent nicht sonderlich weit her. Die schöne Vorstellung, dass ein jeder Mensch all seine Ziele erreichen kann, wenn er nur hart genug arbeitet und an sich glaubt, wird gerne mit einem müden Lächeln bedacht und mit einem Verweis auf den „großen Philosophen Mick Jagger“ („You cant't always get what you want“) ins Reich der Mythen verbannt. Die Amerikaner aber lieben diesen Traum und werden nicht müde, diesen immer wieder auf Zelluloid zu bannen. Manchmal führt dies zu echten Klassikern der Filmgeschichte. Man munkelt jedenfalls, dass sich selbst verbiestert dreinschauende Realisten beim Antlitz der jungen Julia Roberts in „Pretty Woman“ ein glückseliges Lächeln nicht verkneifen konnten. In den meisten Fällen aber werden diese Filme, siehe zum Beispiel auch „Das Streben nach Glück“, von der (hiesigen) Kritik außerordentlich zurückhaltend aufgenommen, während der Abgesang auf den American Dream stets euphorisch besprochen wird (siehe den modernen Klassiker „American Beauty“). An diesem Sachverhalt kann auch der stets marktstrategisch günstig platzierte Hinweis „Basierend auf einer wahren Geschichte“ nichts ändern. Nichts lieben die Amerikaner nämlich mehr, als wenn der Amerikanische Traum nicht nur ein Traum ist, sondern zu einer realen Geschichte wird, die das Leben geschrieben hat. Von solch einer wahren Geschichte handelt auch „Blind Side – Die große Chance“. Ein Film, der nicht nur für den Oscar als Bester Film nominiert gewesen ist, sondern dem Sandra Bullock nun auch ihren ersten Goldjungen zu verdanken hat. Und während das Feel Good Movie in den Staaten ziemlich wohlwollend besprochen wurde, fällt die Kritik auf der anderen Seite des großen Teiches nun erwartungsgemäß deutlich zurückhaltender aus (was legitim ist), nimmt aber in Teilen sogar Züge an, die in ihrer arroganten Selbstgerechtigkeit von Zeit zu Zeit sogar richtig peinlich sind.


Blind Side – Die große Chance“ erzählt die wahre Geschichte von Michael Oher (Quinton Aaron), der es in seinem Leben nicht wirklich einfach hatte. Die Mutter drogenabhängig, sein Vater direkt nach der Geburt verschwunden, wuchs der zurückhaltende Hüne in verschiedenen Heimen und Pflegefamilien auf, aus denen er aber immer wieder flüchtete. Sein Weg führt ihn schließlich eines Tages an die christlich geprägte Wingate School. Seine Aufnahme geschieht nicht etwa aus christlicher Nächstenliebe, sondern weil der Coach das enorme sportliche Potential des Jungen erkennt. Bei seinen Mitschülern bleibt der einzige Afroamerikaner an der Schule stets ein Außenseiter, die Lehrpläne überfordern den Jungen. Durch Zufall kommt er eines Tages mit Sean (Jae Head), dem jungen Spross wohlhabender Eltern in Kontakt. „Wer das denn bitte sei?“ fragt ihn dessen Mutter, Leigh Anne Tuohy (Sandra Bullock) als sie ihren Filius mit „Big Mike“, wie Michael von allen nur abschätzig genannt wird, sieht. Einen Tag später wird die resolute Leigh Anne „Big Mike“, in der Kälte der Nacht frierend, einsam und verlassen und auf der Straße stehend, wiedersehen und ihn mit zu sich nach Hause nehmen. Und so kommt es, dass Michael von Leigh Anne, einer Innenarchitektin, und deren Mann Sean (Tim McGraw), dem Eigentümer von dutzenden Fast-Food-Restaurants, in deren Familie aufgenommen wird. Michael Oher wird am Ende endlich ein Heim und eine Familie gefunden haben, seinen nicht für möglich gehaltenen Schulabschluss machen, zur Uni gehen und schließlich 2009 seinen Durchbruch in der NFL schaffen.


Blind Side – Die große Chance“ ist nun, was seine Inszenierung angeht, ebenso konservativ veranlagt, wie das auch für die inhaltlichen Aspekte gilt. Der für das Genre völlig typische und damit wenig überraschende Handlungsablauf, kennt in seiner teleologischen Stoßrichtung keine Zweifel. Am Ende, das ist klar, wird das große Märchen vom wundersamen Aufstieg eines nie geförderten und stets benachteiligten Jugendlichen in Erfüllung gehen. Der Weg dorthin ist, zumindest im Film, nicht gerade steinig, sondern verläuft wie auf Schienen, einzig unterbrochen von den gängigen Spannungskurven filmischen Erzählens; unterstützt durch die stets wohlplatzierte musikalische Untermalung. Weder ist John Lee Hancocks Regie in irgendeiner Weise sonderlich bemerkenswert, noch handelt es sich bei „Blind Side“ um einen großartigen Film. Wohl aber ist es natürlich ein schöner Film, auch ein gelungener Film, so man diese „wahren“ Märchen gerne sieht. Neben dem Newcomer Quinton Aaron ist es vor allem Sandra Bullock, die im Fokus des Interesses steht, und ihre Leistung mit dem damit verbundenen Oscargewinn ist es nun auch, die „Blind Side“ diese Aufmerksamkeit beschert. Mit blondierten Haaren, viel Leidenschaft und Engagement hat sich Bullock in die Rolle der resoluten und großherzigen Mutter gestürzt, und ihre bisherigen Rollen damit eindrucksvoll in den Schatten gestellt. Sie spielt diese Rolle gut, man nimmt ihr den Auftritt jeder Zeit ab, und dass sie sich dieses Jahr nicht nur den Oscar, sondern auch die Goldene Himbeere persönlich abgeholt hat, lässt sie in diesem Zusammenhang gleich noch um einiges sympathischer erscheinen, als ohnehin schon.


So weit, so harmlos. Dass „Blind Side – Die große Chance“ nun aber von einigen Seiten harsche Kritik entgegen schlägt, hat vor allem auch etwas mit der politisch-gesellschaftlichen Verortung des Films zu tun, aus dem das Drehbuch und die Beteiligten zu keinem Zeitpunkt einen Hehl machen. „Blind Side“ ist ein idealisiertes Plädoyer für den Lebensentwurf des republikanischen Flügels der amerikanischen Gesellschaft. Aus der politischen Einstellung der Tuohys macht der Film kein Geheimnis, ganz im Gegenteil, er wird es nicht müde zu betonen: "If you so much as set foot downtown you will be sorry. I'm in a prayer group with the D.A., I'm a member of the NRA and I'm always packing." Dass weite Teile der europäischen Kritik angesichts solcher Sätze erst einmal missbilligend den Kopf schütteln (ich eingeschlossen) scheint verständlich. Nicht nachzuvollziehen ist es aber, wenn „Blind Side – Die große Chance“ wegen dieser politischen und gesellschaftlichen Ansichten, die sich in diesen zwei Sätzen verdichtet wiederfinden, a priori zum Teufel gewünscht wird. Man muss die in dem Film propagierten gesellschaftlichen Werte und Normen nicht teilen, wohl aber sollte man im Hinterkopf behalten, dass es sich in diesem Fall um ein Spannungsfeld divergierender kultureller Mentalitäten handelt, das sich jenseits und diesseits des Atlantiks befindet. Man sollte es also tunlichst unterlassen dem Film (und damit knapp der Hälfte der [wählenden] amerikanischen Bevölkerung) per se Reaktionismus zu unterstellen, nur weil er – überspitzt formuliert – das Tragen einer Waffe zum verfassungsmäßigen Grundrecht erklärt. Wohl aber muss sich der Film schon die Frage gefallen lassen, ob er in seinem Gutemenschen-Republikanismus nicht einen ziemlich unreflektierten utopischen Wunschzustand Vorschub leistet, also in gewisser Weise ebenso pauschalisiert, wie die Kritiker, gegen die ich den Film im Vorigen in Schutz genommen habe.


Neben der konservativen Ausrichtung ist es dann vor allem noch der von einigen Seiten dem Film attestierte latente Rassismus, dem ein Teil des Publikums übel aufstößt. Freilich, offenen - und somit vorsätzlichen Rassismus - will in „Blind Side – Die große Chance“ niemand entdecken. Aber ist die im Film auf den ersten Blick klar getroffene Unterscheidung in weiße Oberschicht und schwarzer Unterschicht nicht offenkundiger Beweis für diesen latenten Rassismus? Das also dem schwarzen Jungen nur geholfen werden kann, wenn er die Lebensweise des weißen Mannes annimmt, während seine schwarze Bekannten im Ghetto hocken und Drogen konsumieren? Auch in diesem Fall wird „Blind Side – Die große Chance“, und das ist der größte Vorwurf, den man ihm machen machen muss, seine mangelnde Reflektion zum Verhängnis. Der Film übersieht, dass er in seiner arg vereinfachenden Darstellung Vorurteilen und Stereotypen Vorschub leistet. Wenn man denn will, kann man dies als latenten Rassismus bezeichnen, doch ist für mich dieser Vorwurf nicht so zwingend, wie er von vielen Seiten erhoben worden ist. Fairerweise müsste man diese Kritiker dann nämlich auch fragen, wie sich diese Stereotypen in der Darstellung hätten vermeiden lassen sollen? Auf Zwang noch einen wohlhabenden Schwarzen und einen koksenden Weißen in die Geschichte implementieren? Oder kann man nicht auch erwarten, dass das Publikum die Singularität dieser Geschichte erkennt?


Die größte Chance, diesem Problem einen Lösungsansatz entgegenzustellen, wäre sicherlich die intensivere Beschäftigung mit Michael Oher gewesen. Dieser wird in „Blind Side“ jedoch weitestgehend fremdbestimmt gezeigt, was von einigen Seiten durchaus mit der Metapher vom dressierten Schoßhündchen hämisch kommentiert worden ist. Es ist durchaus ein wenig schade, dass sich der Film so auf seinen stringenten Feel-Good-Charakter beschränkt und sich zu wenig mit den Gedanken und Gefühlen seiner Protagonisten beschäftigt. Erst am Ende lässt der Film Leigh Anne Tuohy darüber nachdenken, ob sie überhaupt richtig, also nach dem Willen von Michael, gehandelt hat. Und erst am Ende lässt der Film Michael zum ersten Mal richtig selbst das Wort für sich ergreifen und klare Position beziehen. Zu diesem Zeitpunkt ist es jedoch schon reichlich spät, um dies noch als ernsthafte Reflektion werten zu können. Was somit bleibt, ist ein konventioneller, manchmal pathetischer und kitschiger Film nach einer wahren Begebenheit, der ein sehr wohl unterhaltender, und auf Grund seiner tollen Darsteller auch bewegender Film geworden ist. „Blind Side – Die große Chance“ ist also mit Sicherheit kein Meisterwerk, keinesfalls ist es aber auch der Schund, als den ihn manche gerne sehen würden. Vielleicht sollten wir alle, also wir Kritiker, die sich positiv wie negativ das Maul über diese Geschichte zerreißen, mal Michael Oher fragen, wie er selbst zu dieser Debatte steht. - Fazit: 7 von 10 Punkten.


Quellennachweis: Abbildungen aus "Blind Side - Die große Chance". © 2010 Warner


TV-Empfehlungen für die Woche vom 29.03.10 - 04.04.10

proudly presented by Tan & C.H.


Montag, 29.03.10


Freaky Friday“ (Sat. 1, 20.15 Uhr)

Pro: Die Fantasiekomödie mit Jamie Lee Curtis und Lindsay Lohan wird niemanden mit poetischen Dialogen und tiefer Handlung beeindrucken. Aber die Geschichte ist einfach witzig und man kann so schön, das Gehirn dabei ausschalten und sich einfach amüsieren. Ist doch auch was. Contra: Mag sein, aber die ach so lustige Körpertausch-Geschichte ist schon so oft verfilmt worden, dass es langsam langweilig wird.


Blood Diamond“ (ZDF, 22.15 Uhr)

Pro: Leider noch nicht gesehen, wird aber mal Zeit. Die Kritik des Filmes war durchwachsen. Von ‚faszinierend’ bis hin zu ‚lau’. Die Geschichte thematisiert den Handel mit Blutdiamanten in Afrika. Die einnehmende Handlung gepaart mit Leonardo DiCaprio ist vielversprechend. Contra: Das mit seiner gewollten politischen Botschaft bekommt „Blood Diamond“ nicht so wirklich hin. Trotzdem aber natürlich ein spannender, gut gespielter und toll bebildeter Film.


Dienstag, 30.03.10


Permanent Midnight“ (Das Vierte, 20.15 Uhr)

Contra: Dienstag hat wie immer nichts zu bieten. Auch nicht diese Geschichte über einen Comedy-Autor mit Heroinproblemen und dem üblichen Ausgang der Geschichte, hört sich nicht verlockend an. Eine Frau tritt in das Leben eines Mannes und alles wird gut. Außerdem kauft man Ben Stiller nicht immer seine Darstellungen ab, er spielt seit Jahren die gleiche Rolle oder viel mehr, sich selbst. Pro: Kenne den Film nicht, aber Ben Stiller hat durchaus Potential, dass er aber – das stimmt – in seinen Filmen nicht immer abrufen kann. Der Mann könnte ruhig mal ein wenig bissiger werden.


Mittwoch, 31.03.10


Das Haus am See“ (ZDF, 20.15 Uhr)

Pro: Der Film ist mehr als verwirrend und immer ist man auf der Suche nach der richtigen Zusammensetzung der Geschichte. Auch wenn ich der Meinung bin, dass es keine genaue Linie gibt und die Handlung Lücken aufweist, ist das melancholische Drama einen Blick wert. Dank der schönen Bilder vielleicht auch zwei. Contra: Für mich nur schwer vorstellbar, dass zwischen Keanu Reeves und Sandra Bullock so etwas wie echte Harmonie zustande kommt, aber da Sandra Bullock bei mir im Moment schwer im kommen ist („Blind Side“)…


Bram Stoker’s Dracula“ (Kabel 1, 22.00 Uhr)

Liebe Tan, schwerer Fehler! Wenn Coppolas „Dracula“ (sprich: die beste Adaption des Stoffes) im Fernsehen kommt, wird der auf diesem Blog zwingend, immer und überhaupt erwähnt: „Bram Stoker's Dracula“ lebt vor allem von seiner inszenatorischen Klasse. Optik, Musik und Stil (Der Score von Wojciech Kilar: Grandios) erwecken den Mythos zum Leben. Aber auch die Story kann überzeugen. Die tragische Liebe, das blutige Spiel um Leben und Tod, sowie – am Ende – auch Erlösung erschaffen ein Film von opernhafter Dimension. - KLICK


Wie ein wilder Stier“ (ARD, 00.35 Uhr)

Pro: Hier spring selbst ich über meinen Schatten und vergebe bereitwillig meine Zustimmung. Der Boxerfilm wir getragen von einer herausragenden Leistung des Wunderkindes Robert DeNiro. Ein bisschen zu lange ist der Film geraten, der sonst sehr sehenswert ist. – Es geschehen also doch noch Zeichen und Wunder…


Donnerstag, 01.04.10


Vergessene Welt – Jurassic Park“

Contra: Der zweite Teil lässt sehr nach. Dinosaurier sind auch hier der Mittelpunkt der Geschichte. Aber irgendwie ist es der Versuch noch mehr Effekte und Action unterzujubeln. Eigentlich könnte man fast sagen, der zweite Teil ist die Wiederholung des ersten Dinofilms. Nur mit anderen Schauspielern und einem viel leiseren WOW. Contra 2: Sehr richtig. Vor allem vermisse ich Sam Neill und Laura Dern. Immerhin ist Jeff Goldblum noch dabei.


Das Fenster zum Hof“ (Vox, 02.30 Uhr)

Pro: Ein Hitchcock, ein Hitchcock, ein Hitchcock. Ich mag diesen Film, alleine schon wegen Hitchs Auftritt beim Uhrenaufziehen. Grace Kelly und James Stewart sind natürlich ein Extrabonus. Pro 2: Richtig: Ein Hitchcock, ein Hitchcock, ein Hitchcock. Und ich mag diesen Film, weil er humorvoll ist, weil Grace Kelly zauberhaft, weil [hier einen beliebigen weiteren Grund eintragen], weil er ein Meisterwerk ist.


Freitag, 02.04.10


Ben Hur“ (ZDF, 13.35 Uhr)

Pro: Der Klassiker der Woche. Das Monumentalwerk von William Wyler kommt passend zu Ostern. Der Film aus dem Jahr 1959 ist der dritte Anlauf den gleichnamigen Roman erfolgreich zu adaptieren. Die Geschichte von Fürst Judah erhielt 11 Oscars. Somit gelungen. – Andekdotenstündchen: Meine Schwester wird es mir verzeihen, und es ist ja auch schon viele Jahre her: Es begab sich also zu der Zeit, als ich eines Nachmittags um Ostern „Ben Hur“ anschaute. Meine Schwester saß daneben, und es ging an das berühmte Wagenrennen. Kam während der Einführungsrunde plötzlich ein trockener Kommentar von der Seite: Was ist denn das für ein blödes Rennen, ist ja voll langweilig…


Der Da Vinci Code – Sakrileg“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Pro: Ich bin wahrscheinlich der einzige Mensch der diesen Roman nicht gelesen hat. Dafür habe ich den Film gesehen. Kuriosität mit Unvergleichlichkeit, gepaart mit Geschichtsfakten, Glaubenselementen und das alles in einem Thriller. Ist zwar ein wenig viel, aber bis auf die langen Haare von Mr. Hanks sehr eindrucksvoll. Pro 2: Jaaaa. Ich bin nicht mehr der Einzige, der hier auf den Howard-Protz steht, denn der Film ist natürlich ganz und gar großartig. Dazu von Hans Zimmer mit einem brillanten Score ausgestattet.


Honey“ (Vox, 20.15 Uhr)

Contra: Die zerbrechliche und rumhampelnde Jessica Alba als Mutter Theresa des Hip Hops. Herzzereisendes Drama oder auch, der größte Schrott. – Wer bin ich, als dass ich da widersprechen wollen würde.


Alien vs. Predator 2“ (RTL, 22.00 Uhr)

Klar, auch der erste Teil war natürlich kein wirklich guter Film im eigentlichen Sinne. Aber er war unterhaltsam und spaßig. Wäre schön, wenn dies auf den zweiten Teil auch zutreffen würde. Aber man hört ja leider nur Gegenteiliges.


L. A. Confidential“ (Vox, 22.20 Uhr)

Pro: Jawohl. Ist der Film jetzt ein Drama, ein Thriller oder eine Gangstergeschichte? Nicht ganz zuzuordnen. Die Story ist kompliziert, verstrickt und versunken. Aber Curtis Hanson gelingt es einen Film Noir und einen Klassiker für die Zukunft zu erschaffen. – Oder auch: Was Curtis Hanson hier aus der Romanvorlage von James Ellroy gemacht hat, ist eigentlich kaum zu fassen. Ein in jeglicher Hinsicht grandioser Noir. Ein Meisterwerk nicht nur was die Neunziger angeht, brillant inszeniert und photographiert.


Casino“ (ARD, 23.00 Uhr)

Pro: Unser Herr Scorsese mag Mafiafilme und was heute Leonardo DiCaprio für ihn ist, war früher Robert DeNiro. Das Gangsterdrama mit einem Hauch Liebeswirrwarr ist das zu Hause des Wortes ‚Fuck’. Insgesamt 398-mal wird es ausgesprochen. Na dann viel Spaß beim Zählen. Oder auch: Mit diesem Quasi-Nachfolger von „Goodfellas“ taucht Scorsese weiter in das kriminelle Milieu der Mafia ein. Sharon Stone spielt hier wohl so stark, wie nie wieder in ihrer Karriere, Fuck hin oder her.


Elizabeth – Das goldene Königreich“ (ZDF, 23.00 Uhr)

Pro: Die Fortsetzung ist mehr als gelungen und beinhaltet eine neue Geschichte, die dem erst Teil das Wasser reichen kann. Ich würde mal behaupten, dass Cate Blanchett einer der besten Darstellerin der heutigen Zeit ist und der Rolle der exzentrischen Monarchin gerecht wird. Contra: Was Cate Blanchett angeht, möchte ich dir nicht widersprechen. Bei dem Film an sich aber schon, denn der kann „Elizabeth“ zu keinem Zeitpunkt das Wasser reichen.


Die Passion Christi“ (Pro 7, 23.10 Uhr)

Contra: Die letzten 12 Stunden des Jesus von Nazareth. Die Geschichte ist jedem bekannt. Aber die Interpretation von Mel Gibson lässt Fragen offen und ist im Allgemeinen zu blutig, zu brutal, zu gewalttätig. Der Bibelfilm soll ja polarisieren, das hat er auch geschafft, für mich leider in die falsche Richtung. – Allerdings!


Doom“ (RTL, 23.50 Uhr)

Schrottiger als Schrott: Da sind sie völlig fertig die Doom-Jünger: „Ey, völlig geil Alter! Sieh mal: Die „Big Fucking Gun“ - Herzlich willkommen bei einer weiteren grandios miesen Game-Verfilmung, die die Welt nicht braucht. - KLICK


Samstag, 03.04.10


Matrix“ (Pro 7, 22.00 Uhr)

Optisch brillant inszeniert, inhaltlich mehr als Überzeugend steht „Matrix“ für einen der DER Filme der Neunziger Jahre. Was man von seinen Nachfolgern nicht behaupten kann, deren inhaltliche Qualität im selben Maße abnahm, wie die optische Wucht zunahm. Wie dem auch sei, definitiv ein Film der nach nur zehn Jahren schon das Prädikat eines Klassikers für sich beanspruchen kann. - Rezension.


Der Exorzist“ (RTL 2, 22.15 Uhr)

Pro: Ellen Burstyn in einem sehr ungewöhnlichen Film. Ein Mädchen wird von Wutanfällen und Krämpfen kontrolliert, als jede medizinische Behandlung fehlschlägt, ist ihre Mutter bereit einen Exorzisten miteinzubeziehen. Ein Horrorfilm, aber ein Guter. – Eben: Für mich ein Klassiker, unabhängig davon ob er eine krude Botschaft in sich trägt, oder nicht.


Flags of our Fathers“ (ZDF, 00.00 Uhr)

Contra: Kriegsfilm inszeniert von Clint Eastwood. Ein Foto gemacht für Propergandazwecke, die US-Soldaten als Helden zeichnen. Oder besser gesagt eine Fälschung. Lobende Worte von Seiten der Kritiker hielten sich in Grenzen. Pro: Schlechte Kritiken sind aber in diesem Fall ein sicherer Indikator für Qualität. Denn Amerikanern hat nämlich überhaupt nicht gefallen, was Eastwood da mit einem ihrer großen Mythen angestellt hat. KLICK


John Carpenters Vampires: Los Muertos“ (Pro 7, 00.45 Uhr)

Contra: Wer kommt auf die Idee Jon Bon Jovi als Hauptdarsteller in einem Vampirfilm zu besetzen? Die Geschichte spielt in Mexico und war so gut, dass sie es nicht mal in die US-Kinos geschafft hat. – Wer kommt auf die Idee Bon Jovi überhaupt in einem Film zu besetzen?


Menschen im Hotel“ (NDR, 02.55 Uhr)

Pro: Umjubelte Ballerina in Berlin. Als der Erfolg beim Gastauftritt ausbleibt, geht die Russin auf ihr Hotelzimmer um sich das Leben zu nehmen. Ein heruntergekommener Baron rettet ihr das Leben und gibt sich als Verehrer aus. Abgesehen hat er es auf ihre Perlen. Nicht erschrecken, der Film ist aus dem Jahr 1932 und glänzt mit der wundervollen Greta Garbo und einer Rivalin namens Joan Crawford.


Sonntag, 04.04.10


Jenseits von Afrika“ (ZDF, 14.10)

Pro: Ich muss ehrlich zugeben, dass ich hier nicht genau sagen kann ob ich den Sydney Pollack-Film gut oder schlecht finden soll. Das Melodrama ist einfühlsam und romantisch, aber es zieht sich an manchen Stellen wie alter Gummi. Außerdem ist Meryl Streep in dieser Rolle zu hoch gestochen. Aber gut, eine großartige Handlung und spannende Unterhaltung ist der Film alle mal.


King Kong“ (Kabel 1, 14.25 Uhr)

Pro: Das Original oder besser gesagt, die erfolgreichste King Kong-Verfilmung. Affe verliebt sich in weiße Frau. Affe wird gefangen und nach Manhattan gebracht. Affe bricht aus und gefährdet die Metropole. Schön ist die Technik aus den 70er Jahren. Contra: Mag sein, aber das ist ja nicht das Original. Ich kenne mich beim ollen Kong ja nicht so aus, aber die eine Affenverfilmung, ist ja wohl die von 1933.


10.000 BC“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Roland Emmerichs Uhrzeit-Film soll ja mal so richtig, richtig schlecht sein. Ich werde mir das einmal genauer ansehen.


Hitman“ (RTL, 22.00 Uhr)

Contra: Ausgebildeter hochprofessioneller Superkiller mit Strichcode auf dem Nacken und Nummer als Name. Alleskönner Hitman ist dennoch in der Lage sich in die hübsche Olga Kurylenko zu verlieben oder so ähnlich. Keine tiefgreifende Handlung nur jede Menge Action und Gewalt. Pro: Olga Kurylenko?


Matrix Reloaded“ (Pro 7, 22.25 Uhr)

Der zweite Teil der Matrix-Trilogie, die es wohl besser nie gegeben hätte. Aber: Die Special Effects sind über jeden Zweifel erhaben, und auch ansonsten ist der Film bei weitem nicht das oft kolportiere Desaster.


Birth“ (ZDF, 00.15 Uhr)

Pro: Bewegendes Drama über die Wiedergeburt der großen Liebe, ein erwachsener Mann in der Gestalt eines zehnjährigen Jungen. Mystisch und zugleich ruhig, aber erfüllt mit Spannung, betrachtet auf einer künstlerischen Ebene. Mehr als schockierend, wenn man die Sicht der Presse und die Anschuldigung der Pädophilie realisiert. – Klingt nach Zündstoff. Werde ich mir mal aufnehmen.


Arzt und Dämon“ (MDR, 00.20 Uhr)

Pro: Dr. Jekyll and Mr. Hyde aus dem Jahr 1940 mit Spencer Tracy in der Hauptrolle könnte das Aufnehmen wert sein. – Mach mal…


Und wer unserem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweisen wir gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags). Und schließlich gibt es noch jede Menge (unkommentierte) TV-Tipps bei der Astronautenbar


Foto: „One less TV“ by Kevin Steele, lizenziert unter CC-BY-NC


Kurz und Knackig Vol. 7: "Schwere Kost"



Das Leben des David Gale“ (2002)

Todesstrafe: Ja oder Nein? - letztlich befindet sich jedes Individuum mit dieser Grundsatzentscheidung in einem nicht aufzulösenden Spannungsfeld moralischer und ethischer Normen und Werte. Spricht man der Gesellschaft, genauer gesagt dem Staat, das Recht ab, einen anderen Menschen de jure vom Leben in den Tod zu befördern, führt man eine Debatte, deren Argumente sich unweigerlich aus den eigenen Moralvorstellungen ergeben. Hier heißt es dann konsequent zu sein, tangiert man doch einen Bereich, der zu essentiell ist, um jede Gesellschaft, jede Nation nach ihrer Facon selig werden zu lassen. Potentiell verpönte Schlagworte wie Sendungsbewusstsein, Überlegenheit, sowie richtig und falsch, erhalten in diesem Fall ihre Berechtigung. Mit anderen Worten: Wer aus moralischen und ethischen Gründen gegen die Todesstrafe votiert, kann diese Sichtweise nicht zur Disposition stellen, würde der ihm eigene Standpunkt doch ansonsten zu einer Kritik ex negativo geraten, muss also Länder wie Iran und die USA, zumindest dieses Thema betreffend, auf eine Stufe stellen. Liberale Strömungen innerhalb Hollywoods haben sich nun immer wieder mit der Todesstrafe im eigenen Land kritisch auseinandergesetzt. Dies gilt auch für den 2002 entstandenen „Das Leben des Davis Gale“. Über weite Streckend packend, hoch spannend und gerade von Kevin Spacey und Kate Winslet auf hohem Niveau gespielt, formuliert auch dieser Film durch die zwar rechtmäßige, aber auf einem Fehlurteil basierende, Hinrichtung von David Gale eine unmissverständliche Anklage gegen die Todesstrafe. Letztlich stellt sich „Das Leben des Davis Gale“ jedoch selbst ein Bein, suggeriert der Film zwar auf den ersten Blick die potentielle Fehlbarkeit des Systems (Noch vor der ethischen Debatte der eigentliche Schwerpunkt des Films) aufzeigen zu können, scheitert jedoch an der eigenen Prämisse, diese Fehlbarkeit nur durch eigene Manipulation erreicht zu haben. Mit anderen Worten: In der Lesart der Handlung hätte das System nicht versagt, wäre es nicht durch einen raffiniert eingefädelten Coup ausgehebelt worden. So scheitert der Film kolossal mit seinem ihm so wichtigen Anliegen und kommt nicht über die Ebene eines, immerhin, bewegenden Dramas hinaus. - Fazit: 4 von 10 Punkten.


Requiem for a Dream“ (2000)

Es sind weniger die extravaganten Schnitte und filmischen Mittel, die Darren Aronofsky in seinem Drogen-Drama benutzt, sondern der Blick in die Gesichter der Protagonisten, die jedwede keimende Hoffnung und jede Träumerei von vornherein begraben. Sucht, Abhängigkeit, Drogen, Zerstörung, und Selbstaufgabe: In mechanischen, automatisierten, irgendwann manisch wiederholten Bewegungsabläufen der eingeworfenen Pillen und aufgezogenen Spritzen liegt die Tragik dieser weggeworfenen Leben. Aronofsky gelingt es anzuklagen, ohne zu moralisieren. Er zeigt die Schwächen des Systems: Den einen Arzt, der Pillen verschreibt ohne seine Patienten überhaupt anzusehen, oder den anderen Arzt, der, statt zu helfen, lieber die Polizei holt. „Requiem for a Dream“ zeigt aber auch die Selbstverleugnung, die Unfähigkeit seine eigene Fehlbarkeit einzugestehen. Trostlosigkeit und Trauer: Zerstörte Leben in düsteren Bildern, ausgekotzt und hingerotzt in düsteren Gassen, wo keiner hinsieht, weil keiner hinsehen will. Die heile Fassade des bürgerlichen Lebens, spätestens in der Nacht zwischen Koks und gefallenen Nutten, entlarvt als Schein und nicht als Sein. Ein einziger Moment der Klarheit durchbricht den drogengetränkten Schleier: Der Sohn weint um seine Mutter, als er ihre Abhängigkeit bemerkt, doch das Ausmaß seiner eigenen Probleme erkennt er nicht. Jared Leto, Jennifer Connelly, Ellen Burstyn - der Verfall dreier Leben zeigt sich in den Gesichtern dieser drei Schauspieler, alle spielend, als ob es nach diesem Film keinen weiteren mehr geben würde. Und in der Tat: Mit „Requiem for a Dream“ hat Aronofsky wohl so ziemlich alles erzählt, was es zu diesem Thema zu erzählen gibt. Sucht ist kein Spaß, keine kleine Sache, ohne Hilfe, ohne soziales Netz, ist man verloren. Verloren wie der Junkie, der mit amputiertem Arm im Knast aufwacht, verloren wie die junge Frau, die ihre Würde dem Stoff geopfert hat, verloren wie die Mutter, die ihren Traum von der heilen Familie längst verwirkt hat. Der Traum ist ausgeträumt, begraben im Abwasser und Schmutz der Gesellschaft. Lux Aeterna, jenes eingängige Stück von Clint Mansell, es unterlegt den Film in seinen wichtigen Phasen. Aber das ewige Licht, es ist erloschen. Was bleibt ist Dunkelheit. - Fazit: 10 von 10 Punkten.


The Fountain“ (2006)

Wieder Darren Aronofsky, wieder ein schweres Thema. Leben und Tod. Anfang und Ende, oder aber doch Ende und Anfang? „The Fountain“ mag zwar ein Film sein, natürlich, doch ist er auch mehr: Geschichte, Erzählung, sicher auch Drama, vor allem aber philosophische Reflektion über die eigene Vergänglichkeit. Was kommt danach, wie gehen wir mit dem Leben und dem Tod um? Der Film gibt keine Antworten, doch stellt er Fragen. Es geht somit nicht um das Wissen an sich, sondern um den Glauben, vor allem aber ist „The Fountain“ transzendales Seherlebnis in grandiosen, berührenden Bildern. Die Geschichte von Tommy und Izzi als zentrales Element, um die sich die Erzählung rankt. Sie sterbenskrank. Er krank vor Angst, sie zu verlieren. Die Rettung vor Augen, muss er scheitern. Das Leben ist endlich, die Akzeptanz dessen, Schlüssel zur Ewigkeit. Eine Tatsache, gleichzeitig simpel und kompliziert, von Aronofsky in eine kunstvolle, bewegende, aber niemals kitschige Parabel gepackt, dessen exaltierten Verflechtungen die Zeitalter umfassen. Tommy und Izzi, der spanische Konquistador und seine wunderschöne Königin, die sich von einem bösartigen Feind im Inneren bedroht sieht. Eine offensichtliche, doch äußerst gelungene Allegorie. Man mag „The Fountain“ vorwerfen, er wäre ebenso prätentiös wie anmaßend geraten. Ein spiritueller Ausflug ohne Mehrwert, auch das ein gängiger Vorwurf. Glauben kann nicht aufoktroyiert werden, der Film kann nicht aufoktroyiert werden, und danach strebt er auch gar nicht. Es ist Darren Aronofskys Film, es werden seine Fragen und seine Antworten sein, die sich in „The Fountain“ widerspiegeln. Diese Antworten müssen keine Geltung haben, verströmen keinerlei Sendungsbewusstsein. Die Bilder zeugen vielmehr von Schönheit, Erhabenheit, Schmerz, Trauer, Mystik, Freude und decken so die gesamte Bandbreite menschlicher Emotionen ab. Kohärenz und Erklärungen sind nicht wichtig, die Rezeption spielt sich auf einer anderen Ebene ab. Tom und Izzy, eng umschlungen in der Badewanne; ein Manifest des Lebens im Angesicht des Todes Mehr kann man von einem Film nicht verlangen. - Fazit: 10 von 10 Punkten.


Three Burials – Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada“ (2005)

Auch das Regiedebüt von Tommy Lee Jones handelt von Tod, Schuld und Sühne. Die Geschichte um den alternden Cowboy, der seinem mexikanischen Freund einst versprach, seine sterblichen Überreste in dessen Heimat zu bestatten, und dieses Versprechen gleich mit einer Lektion in Demut für den an dessen Tod Verantwortlichen zu verbinden, gewann bei den Filmfestspielen in Cannes den Preis für das beste Drehbuch. Zudem wurde Tommy Lee Jones gleich noch mit der Auszeichnung für den besten Hauptdarsteller geadelt. Trotz der texanischen Weite, die den Film prägt, trägt Jones Erstling kammerspielartige Züge. Es geht um die Würde eines Menschen, auch im Tod. Es geht um Versprechen, aber auch um Versprechungen. Die Wüste an der mexikanischen Grenze. Ein trostloser, ein heißer Ort, ohne jegliche Perspektive. Die Weite des Horizonts, hier kein Zeichen der Freiheit, sondern der Depression. Stillstand, Gleichgültigkeit, Perspektivlosigkeit. Mitten drin eine Geschichte um Gerechtigkeit und Verbrechen. Angesichts des Versagens der Behörden mit Sicherheit auch ein Stück weit Selbstjustiz. Vor allem aber Weg zur Erkenntnis, oder wenn man so will, eine Lehrstunde in Menschlichkeit für den von Barry Pepper verkörperten, der fahrlässigen Tötung schuldig gewordenen, Grenzbeamten. Ein Mann, der zu Beginn arrogantes Scheusal, am Ende geläutert, als zentrales Element der Handlung fungiert. Dabei gibt sich Tommy Lee Jones bei seinem Regiedebüt keinesfalls überbetont ernst. Bei aller Melancholie und Bedächtigkeit, trägt der Film durchaus eine humorvolle Note. Three Burials – Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada“ fügt sich somit in die Reihe von Spätwestern ein, denen sämtliche Romantisierungen fremd sind. Hinzu kommt in diesem Fall noch die gesellschaftlich-politische Komponente der illegalen Einwanderung in die USA. Tommy Lee Jones versucht sich an einem zurückhaltenden Statement zum Abbau von Vorurteilen und Ressentiments, und für den respektvollen Umgang miteinander. Dass er sich bei dieser Lehrstunde alle Zeit der Welt lässt, und seinen Film mit aller Gemächlichkeit vorantreibt, macht die ganze Angelegenheit ebenso sympathisch, wie die Gelegenheit, den oftmals unterschätzen Barry Pepper zur Abwechslung mal nicht als GI zu sehen. Fazit: 7 von 10 Punkten.


The Virgin Suicides“ (1999)

Seit ihrem, in meinen Augen, Meisterwerk „Lost in Translation“ hat sich Sofia Coppola von ihrem berühmten Vater und Überregisseur emanzipiert. Dass eine Schwalbe aber noch lange keinen Sommer macht, zeigt sich bei näherer Betrachtung ihrer anderen Regiearbeiten, die, obschon sie natürlich keine wirklich schlechten Filme sind, nicht an „Lost in Translation“ anknüpfen können. Mit „The Virgin Suicides“ begibt sich Coppola in die USA der Siebziger Jahre. Von Flower Power und Freier Liebe kann hier jedoch keine Rede sein, noch nicht einmal von liberalen Tendenzen. Die Geschichte um eine Gruppe von Schwestern, die in einem konservativ-religiösen Elternhaus aufwächst und ein Leben von Verboten führt, erweist sich in letzter Konsequenz, der Titel sagt es ja überdeutlich, als äußerst schwere Kost. In der Retrospektive erzählt, ergeht sich Coppola in zahlreichen Andeutungen um Schuld und Verantwortung, treibt den Rezipienten wie ein verwundetes Tier in die von ihr gewünschte Richtung, bleibt jedoch jegliche Antworten, so sie eindeutiger Natur sein sollen, schuldig. Unwissenheit und Unverständnis prägen diesen Film, dessen fröhlicher und lebensbejahender Soundtrack die vorhandene Irritation nur noch zusätzlich akzentuiert. Letztlich scheint dies aber auch das Ziel der ganzen Angelegenheit: Verwirrung und quälende Fragen zu evozieren, den Fokus weniger auf die Schwestern, sondern auf die Zurückgebliebenen zu richten. Dort jedoch unterläuft „The Virgin Suicides“ ein entscheidender Fehler, bleiben doch die Stadtbewohner, die örtliche Gemeinde, und vor allem auch der Erzähler des Films zu unbeleuchtet. Es ist nicht zuletzt die einprägsame Performance der jungen Darstellerinnen, allen voran Kirsten Dunst, die den Blick, ob gewollt oder nicht, wieder auf die unglücklichen Schwestern abgleiten lässt. Offenkundig bleibt am Ende der Gegensatz zwischen dem Wunsch nach Liebe und Geborgenheit seitens der Töchter und der Kälte und Distanziertheit der Eltern. Und so wohnt dem Film doch stets die unausgesprochene Anklage inne, die Eltern, vor allem die Mutter, sei an allem Schuld gewesen. Man mag es denken, aber nicht wissen. Für die Tragik der in „The Virgin Suicides“ erzählten Geschichte mag dies zwar keine Rolle spielen, für den Zuschauer allerdings schon. - Fazit: 7 von 10 Punkten.


Waltz with Bashir“ (2008)

Ari Folman war 1982 als israelischer Soldat im Libanon stationiert, und Zeuge des Massakers von Sabra und Schatila in dem christlich-libanesische Milizen eine bis heute nicht eindeutig geklärte Anzahl von Palästinensern ermordeten. „Waltz with Bashir“ ist somit sowohl autobiographisch, als auch dokumentarischen Charakters, ist gleichzeitig aber auch ein Trickfilm. Die Frage, ob die gezeichneten Bilder nicht das dokumentarische Ansinnen konterkarieren, ist in diesem Zusammenhang eine Frage, die durchaus ihre Berechtigung hat. Gleichzeitig unterstreichen diese künstlichen Bilder aber auch die Subjektivität von Erinnerungen. Und so dreht sich „Waltz with Bashir“ konsequenterweise auch um den Versuch Ari Folmans, sich seine eigenen Erinnerungen an das damals Erlebte wieder ins Gedächtnis zu rufen. Wie so oft, geht es auch in diesem Fall um Verantwortung, Schuld und Sühne. Hätten die israelischen Truppen nicht eingreifen müssen, als sie das Morden bemerkten? Der Film schlägt ziemlich schnell den Bogen nach Auschwitz: Hätten nicht gerade die Israelis intervenieren müssen, um diesen offensichtlichem Massenmord an Frauen, Alten und Kindern Einhalt zu gebieten? „Waltz with Bashir“ gibt auf diese Frage keine klare Antwort, sondern lässt immer wieder einzelne Stimmen der damals in Beirut stationierten Soldaten erklingen. Wie es im inneren dieser Menschen heute vielleicht aussieht, davon vermittelt der Film ein eindringliches Bild. In seinen eindrucksvollen Bilderwelten hat „Waltz with Bashir“ seine unbestrittenen Stärken, vermag zu überzeugen. Dem Anspruch einer Dokumentation hingegen hält Folmans Regiearbeit jedoch nicht stand. Die Bilder sind zu künstlich, wirken abstrakt, nicht natürlich – wie könnten sie auch? Natürlich, in gewisser Weise bietet der Zeichentrick dem Betrachter auch Schutz. Zwar nivellieren die Bilder die gezeigten Gewalttaten nicht, doch sie nehmen ihnen die Schärfe, vor allem aber auch jegliche Historizität. Am Ende des Films schließlich, als Folman sein Gedächtnis wiedergefunden hat, wird dem Betrachter dieser Schutz genommen. Der Film endet mit realen Aufnahmen von den Folgen des Massakers und dem Leid der Zivilbevölkerung. Dieser abrupte Wechsel ist ein Schock, und verfehlt seine drastische Wirkung nicht, zeigt sich doch ein weiteres Mal das Versagen der menschlichen Zivilisation. - Fazit: 7 von 10 Punkten.


TV-Empfehlungen für die Woche vom 22.03.10 - 28.03.10

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Montag, 22.03.10


Sweet Home Alabama“ (Sat 1, 20.15 Uhr)

Contra: Beziehungsklamotte mit Reese Witherspoon, selten mal ganz ansehnlich, öfter ziemlich langweilig. Muss nicht sein; hat man alles schon einmal so oder so ähnlich besser gesehen. Contra 2: Das sich die Verantwortlichen nicht mal Mühe geben, eine neue Handlung zu kreieren. Nach den ersten 20 Minuten ist vollkommen klar wie der Film enden wird. Durchschaubar von vorne bis hinten.


Jagd auf Roter Oktober“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Pro: Spannendes Katz und Maus-Spiel in den Tiefen des Meeres. Sean Connery und Alec Baldwin besorgen den Rest. Jedenfalls weitaus besser als „Crimson Tide“ den Kabel 1 diesen Abend auch noch versendet. Contra: U-Boot-Abend auf Kabel 1. Nicht ganz meine Welt, auch wenn die oben genannten Herren ein guter Grund wären. Dennoch, die Romanverfilmung über den Kalten Krieg zieht sich ins Unendliche und bleibt zu speziell.


The 6th Day“ (ZDF, 22.15 Uhr)

Pro: Ich verwechsle den immer wieder mit Total Recall“. Aber egal. Auch wenn dieser Film mit Sicherheit nicht der beste Actioner mit Arnie ist, vergebe ich, noch unter dem Eindruck der letzten Woche stehend, demonstrativ ein Pro. Pro 2: Nachdem mir letzte Woche dezent mitgeteilt wurde, dass ich nicht in Schublanden denken soll und Vorurteile nicht die Filmwelt regieren, vergebe ich trotz dem Science-Fiction-Genre und dem Arnold Schwarzenegger-Touch ein Pro: Die Geschichte ist einfallsreich und Arnie spielt einen ‚redlichen Familienvater’, dass hört sich dann doch nach einem interessanten Film an.


Lost in Translation“ (NDR, 23.00 Uhr)

Pro: Ist natürlich immer noch ein Meisterwerk, da hat sich nichts geändert – KLICK. Mal etwas anderes: Ich habe letzte Woche gelesen, dass Sofia Coppola als Regisseurin für den nächsten Twilight-Streifen im Gespräch sein soll. Wenn sich das bewahrheiten sollte, breche ich in Tränen aus. Pro 2: Der Film strahlt eine gewisse Ruhe aus und versinkt dennoch im Chaos. Bill Murray’s Charakter will sogar nicht in die Straße von Tokio passen, kann aber gut mit Drinks und Hotelbar. So viele Menschen verstehen den Film nicht, können nichts mit diesem Werk anfangen. Ich könnte schon fürs Making-Of sterben. Irgendwie würde ich mich über einen zweiten Teil freuen, irgendwie auch nicht. Würde den Zauber zerstören.


Dienstag, 23.03.10


Eine wahre Geschichte – Straight Story“ (RBB, 22.45 Uhr)

Pro: Fein! Mein Highlight der Woche. Wie ja allein schon der Titel sagt, wohl der narrativ stringenteste Film von David Lynch. Ich stand im Laden schon so oft vor der DVD, jetzt schau ich ihn halt im Fernsehen zum ersten Mal. Ich freu mich! Pro 2: Die Rasenmäher-Geschichte, endlich. Mir war nie bewusst, dass dies ein Lynch-Film ist. Zumal ich seinen Werken ziemlich kritisch gegenüberstehe. ‚Straight Story’ überzeugt mit Sympathie und mit der Tatsache, dass es eine wahre Geschichte ist. Außerdem ist Sissy Spacek eine außergewöhnliche Darstellerin. So gar nicht Hollywood.


Mittwoch, 24.03.10


Ichi - Die blinde Schwertkämpferin“ (Arte, 21.45 Uhr)

Pro: Arte hat offensichtlich immer noch seinen Asien-Schwerpunkt am Start. Diesmal gibt’s Martial Arts von 2008. Wird an dieser Stelle von mir lobend erwähnt, weil ich mir die Asien-Fraktion meiner Leser schon einmal für den nächsten Film gnädig stimmen möchte. Contra: Der Abenteuerfilm ist noch relativ neu. Aber diese Schwertsache, egal ob asiatisch oder nicht, ist gerne mal zu übertrieben. Im Grunde mag ich japanische Filme, aber die Kampfsachen können mich nie wirklich überzeugen und sind oftmals handlungsleer.


The Ring“ (Kabel 1, 22.35 Uhr)

Pro: Naomi Watts ist für mich eine ganze Große. In „Mulholland Drive“, natürlich, aber auch hier im Remake des japanischen Horror-Klassikers ist die Frau einfach nur einsame Spitze. Und um es noch einmal auf den Punkt zu bringen: Dieses Remake ist mindestens zwei mal so gut, wie das japanische Original. Contra: Genau wegen diesem Film hab ich Angst vor kleinen Mädchen mit langen Haaren. Nie wieder. Ich hoffe „Mulholland Drive“ kommt niemals im TV, alle zerschlagen mich nach meiner Wertung. Eine wirklich überzeugende Rolle spielte Naomi Watts in „21 Gramm“. Diese Rollen passen besser zu ihr.


Donnerstag, 25.03.10


Der Sternwanderer“ (Sat 1, 20.15 Uhr)

Pro: Über den wollte ich jetzt schon einfach so hinweg gehen, aber ein Blick hat gezeigt, dass Filmstarts den mit 9/10 Punkten besprochen hat, und auch ansonsten ist das Fantasymärchen mit Miller, Pfeiffer, De Niro und Co ziemlich gut besprochen worden. Ob das wohl berechtigt ist? Pro 2: Michelle Pfeiffer ist dieser Tage eine ziemlich unterschätze Schauspielerin. Aber das ist das Schicksal einer Hollywoodschauspielerin im gehobenen Alter. Talente wie diese, werden dann in billige Komödien gesteckt. Schade. Hört man sich die Zusammenfassung des Filmes an, könnte man von einem kitschigen Märchen ausgehen. Aber die Kritik war gut und Robert DeNiro in solch einer Rolle hat Seltenheitswert.


Jurassic Park“ (Vox, 20.15 Uhr)

Pro: Ganz und gar wundervoller Film. Großartig bebildert und gespielt, ausgestattet mit einem tollen Score, reiht sich der Film in die Popcorn-Reihe der großen Klassiker der Filmgeschichte ein. - ULTIMATIVE LOBHUDELEI Contra: „Jurassic Park“ ein Klassiker? Zugegeben, die Inszenierung ist einzigartig. Und bei der Erstsichtung ist der Film auch großartig. Keine Frage. Ich glaube aber bis heute, dass Neil und Dern eine Fehlbesetzung waren, aber ansonsten kann man sich über den Spielbergfilm nicht beschweren.


Freitag, 26.03.10


Unsere Erde“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Pro: Jetzt wollte ich schon schreiben, dass man sich den Film auch ohne Werbung, ganz legal und noch in HD dazu auf YouTube ansehen kann, hab dann aber festgestellt, dass ich den mit „Home“ verwechselt habe. Sei es drum, wer am Freitag Lust auf Öko hat, kann gerne einschalten. Ansonsten kann der Fernseher aber auch gerne ausbleiben. Pro 2: Manche Menschen schlafen zu diesen Filmen. Ich fand ihn ziemlich beeindruckend, die Bilder sind sehr bewegend. Mutter Erde ist eben was besonders. Ob er als Abendunterhaltung punkten kann? Eher nicht, schön ist er trotzdem.


Samstag, 27.03.10


Nur noch 60 Sekunden“ (Sat 1, 20.15 Uhr)

Contra: Selbstzitat: „Dieser Film hat keinen Cyrus „The Virus“, hat keinen Steve Buscemie, der ultracool den psychopathischen Massenmörder miemt. „Nur noch 60 Sekunden“ hat hingegen einen Bösewicht, der böse schaut (zumindest glaubt man, dass es das bedeuten soll), und nebenbei ein Faible für Holzarbeiten hat. Das wirkt alles irgendwie ein wenig wie Selbstherapie. Gut, der Streifen hat dafür Angelina Jolie. Blöd nur, dass die Jolie in diesem Film mit einer mehr als grausig hässlichen Frisur in Wasserstoff-Blond daherkommt, was die ganze Sache schon wieder ein wenig unerfreulicher gestaltet. „Lichtblick“ des Films: Wenigstens ist Vinnie Jones cool wie immer, aber das ist es dann auch.“ Contra 2: Ich hätte es nicht besser formulieren können; deine Aussage trifft ins Schwarze.


Sonntag, 28.03.10


Doktor Schiwago“ (Tele 5, 16.25 Uhr)

Klassiker der Woche. Die berühmte Buchverfilmung ist aus dem Jahre 1965 und erhielt 5 Oscars. Der Film ist etwas lang geraten, was sehr typisch für adaptiere Roman zu der damaligen Zeit war. Das epische Monumentaldrama erzählt die Geschichte eines Arztes und die Liebe zu zwei Frauen. Sehr zu empfehlen.


Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs“ (RTL, 20.15 Uhr)

Pro: Der letzte Teil der grandiosen „Herr der Ringe“-Trilogie: Wenn man schon etwas kritisieren möchte, dann höchstens das der Frodo/Gollum-Plot noch mehr nervt, als im zweiten Teil und das der Film kein Ende findet. Aber ansonsten... Pro 2: Es ist unbegreiflich, dass Menschen mit solch einer Fantasie überhaupt existieren, und als ob das nicht schon genug wäre, bringen sie es noch so gekonnt zum Papier. Ganz unverständlich ist es, wenn man dann auch noch im Stande ist, dieses Buch angemessen zu verfilmen und ein einmaliges Werk in die Welt zu setzen. Bin gespannt auf den „Hobbit“-Film.


Shrek der Dritte“ (NDR, 23.00 Uhr)

Contra: Der grüne Fettsack nervt mich immer noch. Pro: Und wie sieht es aus mit dem Esel? Der ist doch witzig. Shrek bleibt toll. Obwohl der dritte Teil schon ein wenig nachlässt.


Pans Labyrinth“ (Pro 7, 22.05 Uhr)

Pro: „Es ist ein großes Stück Film, dass Guillermo del Toro da mit „Pans Labyrinth“ abgeliefert hat, einen Streifen, der die Grenzen zwischen reiner Unterhaltung und Kunst verschwimmen lässt. Ein Film, dem man das Herzblut seiner Entstehung ansieht. Der sich nicht nur durch seine optische Brillanz, seiner faszinierenden Welt auszeichnet, sondern auch und vor allem durch seine wunderbaren Schauspieler sowie seine wunderschöne musikalische Untermalung. Ein Film, der sich in seiner Narration Zeit lässt, sich entfaltet und dann zu seiner vollen Wirkung findet.“ - KLICK Pro 2: Ich wollte C. H. eigentlich nicht so oft zustimmen. Aber bei manchen Filmen kann man nicht anders. Das erste Mal wurde ich bei der Übertragung der Academy Awards auf dem Film aufmerksam. Damals ging der Oscar überraschend an „Das Leben der Anderen“. Leider bot sich nie die Gelegenheit ihn anzusehen, schön das Pro 7 das Fantasiespektakel zeigt.


Und wer unserem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweisen wir gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags). Und schließlich gibt es noch jede Menge (unkommentierte) TV-Tipps bei der Astronautenbar


Foto: „One less TV“ by Kevin Steele, lizenziert unter CC-BY-NC


Rezension: "Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen"











Werner Herzog gehört zu den international renommiertesten deutschen Regisseuren. Seine bekanntesten Arbeiten hat er mit Klaus Kinski, dem Enfant terrible des deutschen Films besetzt. Eine Beziehung, die offensichtlich alles andere als leicht war, und der Herzog in der Folge ein en ganzen Dokumentarfilm gewidmet hat. In seinem neusten Film hat sich Herzog nun Abel Ferrara bedient, und - mehr oder weniger - ein „Remake“ dessen „Bad Lieutenant“ abgedreht. Dieser war darüber alles anders als begeistert, was einen Mann wie Werner Herzog verständlicherweise mal eben ziemlich piepe war. Mit Nicolas Cage, Val Kilmer und Eva Mendes suchte er sich für seine Version von „Bad Lieutenant“ eine Truppe zusammen, die auf der einen Seite ihren darstellerischen Zenit bereits überschritten (Cage, Kilmer), beziehungsweise auf der anderen Seite noch niemals erreicht hat (Mendes, Xzibit). Gerade Nicolas Cage hat sich vom einst gefeierten Oscargewinner in „Leaving Las Vegas“ zum Handlanger halbgarer Filmchen entwickelt. Filme wie „Knowing“, oder „Wicker Man“ sprechen in dieser Hinsicht eine deutliche Sprache. Jedenfalls sind die Zeiten schon lange vorbei, in denen Cage Ende der Neunziger als Actionheld in Filmen wie „Con Air“, „The Rock“, oder „Im Körper des Feindes“ krachend die Leinwand rockte. Herzogs „Bad Lieutenant“ ist somit auch eine Chance für Nicolas Cage, um vielleicht wieder ein Stück weit an seine darstellerischen Glanzzeiten anzuknüpfen.


New Orleans, kurz nach dem verheerenden Hurrikan Katrina. Terence McDonagh (Nicolas Cage) stößt in einer überfluteten Zelle auf einen zurückgelassenen Häftling, der zu Ertrinken droht. Nachdem er den Delinquenten einige Zeit in seiner misslichen Lage zappeln lässt, zieht er den eingebuchteten Fisch dann doch aufs Trockene. Einige Monate später wird der Cop für seine Heldentat zum Lieutenant befördert. Doch der weiße Ritter in Polizeiuniform wird von mehr als nur einem Dämonen gequält. Von höllischen Rückenschmerzen gepeinigt, steigt McDonagh alsbald von Vicodin auf Koks um. Und wenn er sich nicht gerade das Koks aus der Aservatenkammer reinzieht, bei seiner Lieblingsnutte Frankie (Eva Mendes) eine schnelle Nummer schiebt, oder sein Gehalt bei Sportwetten verprasst, geht er sogar von Zeit zu Zeit seinem Beruf als Polizist nach. Als der Drogendealer Nummer 1 von New Orleans, Big Fate (Xzibit), eine fünfköpfige Familie ins Jenseits befördert, wird McDonagh die Leitung der Ermittlungen anvertraut. Es dauert nicht lange, und McDonaghs Netz aus Schein und Sein droht im Spannungsfeld seiner Drogensucht und der ihm anvertrauten Arbeit zu zerreißen.


Im Prinzip ist „Bad Lieutenant“ ein recht gewöhnlicher Cop-Thriller, der vom tiefen Fall seines Antihelden erzählt. McDonagh, der auch wegen seiner Arbeit zum Junkie geworden ist, eine Nutte als Freundin hat, aufgewachsen in einer Familie, in der der Vater, ebenfalls Polizist, Alkoholiker ist, ebenso wie dessen Freundin. Und wenn Herzog in der ersten Hälfte seines Film diese, zumindest inhaltlich, so typische Geschichte erzählt, dann sieht man das zwangsläufige und bittere Ende, gerade wenn man die Vorlage von Ferrara kennt, bereits kommen. Dann aber, so nach drei Vierteln des Films, vollzieht Herzog eine geradezu aberwitzige Kehrtwende, die das zu Beginn dieses Absatzes bemühte „im Prinzip“ ad absurdum führt. Es ist von einer geradezu gnadenlos Satire gekennzeichnet, wenn McDonagh in sich versunken, und bis über beide Ohren in der Scheiße hockend, an seinem Schreibtisch sitzend, einen Besucher nach dem anderem empfängt, und sich seine gesammelten Probleme von einer Sekunde auf die andere in Nichts auflösen. Herzog erlaubt sich mit „Bad Lieutenant“ einen großen Spaß und lässt seinen Film mit zunehmender Spielzeit in eine waschechte Satire abgleiten: Am Ende sind alle Probleme gelöst, die Dealer verhaftet, Papi trocken, die Freundin schwanger und McDonagh zum Captain befördert. Großartig!


Aber zurück zu Nicolas Cage. Diesem gelingt in „Bad Lieutenant“ sein darstellerisches Comeback. Man hat ihn seit Jahren nicht mehr so gut gesehen, wie hier unter Herzog. Auch wenn er seine Rolle über die gesamte Spielzeit mit einem leicht überdrehten und irren Touch anlegt, so richtig entfesselt agiert Cage erst dann, wenn auch das Drehbuch ins Absurde abgleitet. Dann aber gibt es für Cage kein Halten mehr, und schreit und gestikuliert sich durch den Film, dass es eine wahre Freude ist. Letztlich ist „Bad Lieutenant“ die reinste Nicolas Cage One Man Show, der Rest der Besetzung kann nur noch freundlich unterstützend zuarbeiten. Cage spielt ebenso exzentrisch, wie Werner Herzog Regie führt. Da legen umgelegte Gangster auch noch mal eben einmal einen flotten Breakdance hin, oder die Geschichte wird gleich aus der Sicht von Leguanen erzählt. Was das alles so wirklich soll, ist nicht ersichtlich, ist aber auch, mal abgesehen davon, dass die ganze Angelegenheit einen geradezu unverschämten Spaß macht, nicht weiter von Interesse. Herzog gelingt mit „Bad Lieutenant“ wahrscheinlich der trashigste Kunstfilm des Jahres, der stetig zwischen den Genres pendelt. Für Nicolas Cage hingegen gilt, dass er Herzog für diese Rolle danken und zusehen sollte, dass er an die in diesem Film gezeigte Leistung in Zukunft wieder ein wenig öfter anknüpfen kann. - Fazit: 8 von 10 Punkten.


Quellennachweis: Abbildungen aus "Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen". © 2010 Splendid

Rezension: "Männer, die auf Ziegen starren"












Männer, die auf Ziegen starren“ - was für ein Filmtitel, was für ein Versprechen. Wie gemacht für eine kurzweilige und unterhaltsame Satire, gerade wenn man sich ins Gedächtnis ruft, dass das Gezeigte mitnichten nur erstunken und erlogen ist, sondern tatsächlich einen wahren Kern besitzt. „More of this is true than you believe“ heißt es dann auch folgerichtig im Vorspann des Films und man möchte sich eigentlich gar nicht so genau vorstellen, wie sich die mächtigste Armee der Welt einst darin gefiel, ihre Soldaten auf Ziegen starren zu lassen, sie also zu parapsychologischen Superkriegern auszubilden. Jedenfalls gab es sie wirklich, sowohl die selbsternannten „Jedis“, als auch die sogenannte New Earth Army, nachzulesen – wenn man denn möchte – im gleichnamigen Buch von Jon Ronson. Und nun hat es diese irre Geschichte auch auf die Leinwand geschafft, nur logische Konsequenz bei dem ihr innewohnenden Potential. George Clooney, Jeff Bridges, Ewan McGregor, sowie Kevin Spacey ließen es sich dann auch nicht nehmen, bei diesem aberwitzigem Projekt mitzuwirken. Bridges zeigte sich von dem Drehbuch von „Männer, die auf Ziegen starren“ sogar derart begeistert, dass er nach Beendigung der Dreharbeiten zu „Crazy Heart“ direkt mal ohne Pause weiterarbeitete. Man muss also kein Prophet sein, um zu dem Schluss zu kommen, dass Regisseur Grant Heslov bei diesem ansehnlichen und gute Laune versprechenden Cast als wahrer Glückspilz bezeichnet werden muss, so einen Haufen Könner unter seiner Fuchtel zu haben.


Der Reporter Bob Wilton (Ewan McGregor) führt ein ruhiges und beschauliches Leben. Glücklich verheiratet, besteht sein aufregendstes Erlebnis darin, den einigermaßen verwirrt wirkenden Gus Lacey (Stephen Root) zu interviewen, der ihm erzählt, dass die USA einst Soldaten in parapsychologischer Kriegsführung ausgebildet hätten; Töten durch Blicke und durch die Wände gehen inklusive. Wilton gibt zunächst nicht viel auf das Gefasel des vermeintlich Verwirrten, bis ihn der Zufall (?) eines Tages in Kuwait auf Lyn Cassady (George Clooney) treffen lässt. Nach Kuwait gelangte Wilton wegen der Affäre seiner Frau, denn wie er selbst so schön sagt: Er musste tun, was viele Männer mit gebrochenem Herzen machen: Sie ziehen in den Krieg. Wie gut für ihn, dass die USA im Jahr 2003 gerade mal wieder in den Irak einmarschiert sind. Cassady jedenfalls erzählt ihm ebenfalls von dieser ominösen Geheimeinheit, die unter der Leitung von Bill Django (Jeff Bridges) dazu auserkoren wurde, den Krieg zur nächsten Stufe der Evolution zu führen. Nun, gut dreißig Jahre später, sei er – Cassady – reaktiviert und auf eine geheime Mission in den Irak geschickt worden. Wilton, getrieben von der Neugier und der Verheißung von Abenteuern, schließt sich dem Jedi an und am nächsten Morgen setzten beide den Fuß auf irakisches Hoheitsgebiet.


Männer, die auf Ziegen starren“ krankt nun an mindestens zwei grundlegenden Problemen. Zum einen scheitert der Film in dem Versuch die sehr fragmentierten Handlungsfetzen zu einem engmaschigen Netz zu verknüpfen, und zum anderen tut der sozialkritische und politische Unterbau, der dem Film innewohnt, nicht besonders gut. Ersteres zeigt sich immer wieder daran, dass die Sequenzen, die in der Gegenwart spielen, sich also mit der Odyssee von Cassady und Wilton beschäftigen, zu den uninteressantesten und langatmigsten Momenten des Films gehören, und im direkten Vergleich zu den vergnüglichen Episoden, die den Aufbau und Verlauf der New Earth Army schildern, in den Hintergrund treten. Das zweites Manko macht sich verstärkt gegen Ende von „Männer, die auf Ziegen starren“ bemerkbar, wenn nämlich der Bogen von der parapsychologischen Kriegsführung zu den gegenwärtigen Folterskandalen der amerikanischen Armee im Irak geschlagen wird. Kritik kann immer nur dann funktionieren, wenn sie sorgfältig in das Narrativ eingearbeitet ist, so aber stellt sie nicht mehr als eine Geste dar, die zwar gut gemeint ist, letztlich aber nicht zu überzeugen vermag. Um es also auf den Punkt zu bringen: Der Film kann leider nicht in Gänze halten, was er im Vorfeld versprochen hat.


Worin „Männer, die auf Ziegen starren“ wie erwartet reüssiert, ist der gut aufgelegte Cast, allen voran natürlich George Clooney und Jeff Bridges. Gerade Clooney hat in seiner Karriere immer wieder gezeigt, dass er auch in der Komödie zu Hause ist, und wenn er sich – so wie auch in diesem Film – ein Stück weit selbst auf die Schippe nimmt, dann bleibt für gewöhnlich kein Auge trocken. Während Clooney, mit Schnauzer und langer Mähne wild durch die Gegend tanzend, gerne auch mal seinen Wagen zielsicher gegen den einzigen Stein fährt, der sich weit und breit in der Wüste befindet, gefällt, setzt Kevin Spacey seine Rolle erstaunlicherweise gegen die Wand. Der sonst für gewöhnlich so überzeugend aufspielende Darsteller bleibt in seiner Rolle erstaunlich blass, und kann sich nur selten in Szene setzten. Während McGregor ohnehin nur ein besserer Sidekick für Clooney ist, stellt Jeff Bridges aus darstellerischer Sicht das zweite Highlight des des Films. Heimlicher Star der ganzen Angelegenheit ist jedoch Stephen Lang als Brigade General Dean Hopgood, der in seiner Rolle als durchgeknallter General zu brillieren weiß.


Und überhaupt, es gibt die parapsychologische Abteilung innerhalb des US-Militärs ja sowieso nur, weil die Franzosen einst eine Falschmeldung in die Welt gesetzt haben, die Sowjets dies aber für bare Münze genommen, und eigene Forschungen angestrengt haben. Und weil die Russen nun glauben, dass die Amerikaner Superkrieger ausbilden, die das aber eigentlich gar nicht getan haben, müssen diese nun wohl oder übel auch im parapsychologischem Spiel mitmischen. Es sind solch herrliche Dialoge, aus denen ein an die Coens erinnernder Wortwitz spricht, die den Film am Leben erhalten. Hätte „Männer, die auf Ziegen starren“ konstant das Niveau gehalten, das der Film immer wieder in diesen einzelnen, kurzen Momenten erreicht, es hätte eine der komödiantischen Highlights des diesjährigen Kinojahrs werden können. So aber ist diese Groteske nur ein nettes Filmchen, das man sich zwar gerne ansieht, am Ende jedoch aber auch leicht enttäuscht ist. Man kann es auch anders ausdrücken: Wenn der Titel besser ist, als der eigentliche Film, dann ist einiges daneben gegangen. - Fazit: 6 von 10 Punkten.


Quellennachweis: Abbildungen aus "Männer, die auf Ziegen starren". © 2010 Kinowelt


TV-Empfehlungen für die Woche vom 15.03.10 - 21.03.10

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Montag, 15.03.10


Kindergarten Cop“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Pro: Ein Actionfilm mit Arnold Schwarzenegger? Eigentlich alles andere als eine gute Idee. Aber Moment, ein Undercover-Cop in einem Kindergarten und viele Kinder die auf seiner Nase rumtanzen, einfach genial. Der Kultfilm ist von Regisseur Ivan Reitman, dem Vater von Jason Reitman. Da hat er es also her, sein Talent. Contra: Das geht ja diese Woche wieder gut los mit uns Beiden. Ein Actionfilm mit Arnold Schwarzenegger soll keine gute Idee sein? „Terminator“? Halloho?! Ein „Kindergarten Cop“ ist keine gute Idee. So! Das mit Ivan Reitman wusste ich allerdings auch noch nicht.


Die Fliege“ (Das Vierte, 20.15 Uhr)

Contra: Horrorfilm mit Horrorlegende Vincent Price. Das Genre bleibt ein wenig schwierig, aber vielleicht ist ja die Romanverfilmung von 1958 erträglicher als der Neuzeit-Schund. Man kann es nie wissen. Pro: Doch, das kann man wissen. 1. David Cronenberg (Pe se schon einmal eine gute Entscheidung). Ist das Original, mein Fehler. Macht die ganze Angelegenheit aber natürlich noch besser. 2. Genre-Klassiker. Und ja: Ist auf jeden Fall besser, als der übliche 08/15-Kram.


Das perfekte Verbrechen“ (ZDF, 22.15 Uhr)

Pro: Bleibt bestimmt nicht als einer der besten und spannendsten Thriller in Erinnerung. Muss er aber auch nicht. Ryan Gosling bügelt das schon ziemlich gut aus. Contra: Wenn du das sagst. Klingt nicht nach einem Film, den ich mir jetzt unbedingt ansehen werde, trotz Anthony Hopkins.


Rache ist süß“ (ARD, 00.50 Uhr)

Pro: Zwei verlassene Menschen halten sich gegenseitig von Selbstmord ab und wollen sich an ihren Peinigern rächen. Die Opfer sollen ruiniert werden, doch es läuft alles aus dem Ruder und die Geschichte nimmt eine unvorhergesehene Wende. Helena Bonham Carter ist eine sehr ungewöhnliche Schauspielerin, was ihren Charakteren immer eine besonders interessante Note verleiht. – Kenne ich auch noch nicht, aber wie ich gerade sehe, spielt neben Bonham Carter auch noch Sam Neil mit. Klingt auch vom Inhalt gut, läuft ohne Werbung, wird aufgenommen.


Dienstag, 16.03.2010


Der Elefantenmensch“ (RBB, 22.45 Uhr)

Contra: Eigentlich sollte dieser Film in absolut keiner Liste auftauchen. Er sollte nicht mal ein Contra verdienen. Aber es gibt wirklich Befürworter und Liebhaber dieses Gesellschaftsdramas. Deshalb gibt es folgendes zu sagen: Dies ist der absolut schlechteste Film aller Zeiten. Ja, David Lynch führte Regie und ja, Mel Brooks produzierte das Ganze und ja, die arme Anne Bancroft tauchte für fünf Minuten auf. Dennoch die Geschichte über den Elefantenmensch der ins Theater geht und mit Leuten aus der höheren Gesellschaft Tee trinkt, bleibt einfach *******. Ende. Pro: Ende? Ne ne, das ist erst der Anfang! ;-) David Lynch gelingt mit „Der Elefantenmensch“ eine hervorragend gespielte, grandios gefilmte und tief bewegende Geschichte. Jetzt sind wir am Ende.


Mittwoch, 17.03.2010


Forrest Gump“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Pro: Läuft nicht das erste und letzte Mal in diesem Jahr. Bleibt aber ein großartiger Film mit einem sehr starken Tom Hanks. Contra: Ja, Tom Hanks ist in der Tat stark, doch nimmt sich „Forrest Gump“ viel zu wichtig, nimmt sich zu ernst, und übertreibt es so ein Stück weit.


Donnerstag, 18.03.2010


2 Fast 2 Furious“ (Vox, 20.15 Uhr)

Contra: Der Action –„Thriller“ ist die Fortsetzung des schauspielreichen und intellektuellen hochgradig anspruchsvollen ersten Teils. Nur diesmal ohne Vin Diesel. Was für eine Tragödie. Die Trilogie über illegale Straßenrennen und die dazugehörige Tuningszenen ist für die Katz. Selbst sexy Paul Walker kann da nichts retten. Pro: Der Hintern von Eva Mendes. PS: Mittlerweile ist die ganze Chose sogar schon eine Quadrologie.


Junikäfer“ (3 Sat, 22.25 Uhr)

Pro: Tragikomödie über kriselnde Beziehungen zwischen Schwiegertochter und der Familie des Ehemanns. Der Film bekam hauptsächlich Aufmerksamkeit wegen Amy Adams großartiger, geschwätziger und oscarnominierter Darstellung der Schwägerin. – Schön, dass klingt doch endlich mal wieder auf einen Film, auf dem ich mich im Fernsehen mal freuen kann. Ohne Werbung, ganz ansehnlich besprochen. Bin gespannt.


Die Stunde der Komödianten“ (HR, 00.55 Uhr)

Pro: Der Politthriller bildet das Zentrum für die Geschichte einer Romanze. Umringt von exzentrischen Selbstdarstellern und anderen kuriosen Figuren. Oder auch nur: Elizabeth Taylor und Richard Burton. – Diese alten Klassiker sein Metier, auch „Die Stunde der Komödianten“ habe ich noch nicht gesehen. Wird aufgenommen.


Die zwölf Geschworenen“ (ARD, 01.50 Uhr)

Pro: Der Klassiker der Woche. Rang 87 auf der AFI Liste der 100 besten Filme aller Zeiten. Das Justizdrama ist auch Sidney Lumets Spielfilmdebüt. Pro 2: Ups, das ist dann wohl der erste Film in dieser Woche, den wir beide gesehen haben und einer Meinung sind. Das ist in diesem Fall aber auch nicht sonderlich schwer.


Freitag, 19.03.10


X-Men 2“ (RTL 2, 20.15 Uhr)

Contra: Erster Teil nicht gut, zweiter Teil nicht gut. Pro: Erster Teil gut, zweiter Teil noch besser. Nein, im Ernst: Alles, was Bryan Singer im ersten Teil richtig gemacht hat, macht er wieder richtig und den Rest macht er dann sogar noch besser. Es tut dem zweiten Teil spürbar gut, dass die Einführung der wesentlichen Charaktere abgeschlossen ist, und ordentlich in die Vollen gegangen werden kann.


Samstag, 20.03.10


Dummy“ (3 Sat, 15.30 Uhr)

Pro: Ein Arbeitsloser wird Bauchredner und lernt seine große Liebe kennen. Die Handlung lässt jetzt niemanden überventilieren, aber Vera Farmiga hat seit „Up in the Air“ eine Chance verdient. Und Jessica Walter ist die Queen der Komödien-Nebenrollen. – Ne, das ist wohl richtig. Die Handlung haut mich jetzt ebenfalls nicht vom Hocker, aber neben Farmiga spielt auch noch Adrian rody mit. Ist gebongt.


Blow“ (RTL 2, 20.15 Uhr)

Pro: Von den Kritikern bekam der Film über Kokain und anderen Drogen ordentliche Schelte. Die Lebensgeschichte über den seiner Zeit berühmtesten Drogendealer ist dennoch nicht nur wegen der großartigen schauspielerischen Leistung von Johnny Depp, sondern auch wegen der bizarren Handlung, sehenswert. Contra: Die allerdings außerordentlich zähflüssig geraten ist, was der Grunds ein dürfte, warum der Film kritisch besprochen worden ist. Trotzdem aber natürlich kein wirklich schlechter Film.


Lost in Space“ (Tele 5, 20.15 Uhr)

Contra: Da freut sich bestimmt jemand über den Science-Fiction-Film oder nicht? Ozonschicht verbraucht, Weltraummission gestartet, Übersiedlung der Menschen auf einen anderen Planeten und Entdeckung einer fremden Galaxie. Wer, zur Hölle, schaut sich so was an? Contra 2: Nein, in dem Fall hast du sogar mal recht. „Lost in Space“ reißt keinen vom Hocker, kann man am ehesten noch als familienkompatible Unterhaltung durchwinken. Definitiv kein guter Film.


Jenseits der Stille“ (Bayern, 20.15 Uhr)

Pro: Deutsche Filme sind nur selten wirklich gut. Aber die Geschichte über ein Mädchen die bei ihren gehörlosen Eltern aufwächst und die Musik für sich entdeckt, ist ergreifend und dank Caroline Link ein starkes Familiendrama. – Kenne ich leider auch noch nicht. Um genau zu sein, habe ich von Caroline Link noch gar nichts gesehen. „Jenseits von Afrika“ steht noch unberührt im Regal, und ich will auch endlich einmal dazu kommen „Im Winter ein Jahr“ zu sehen.


Rocky IV“ (Sat 1, 21.50 Uhr)

Contra: Für die Rocky Filme muss man schon ein Mann sein. Ansonsten sind die Boxerfilme nur schwer zu ertragen. Pro (bezieht sich nur auf „Rocky“): Es wird dich vielleicht überraschen, aber ich kenne Frauen, die „Rocky“ mögen. Wobei man – zugegeben – nur den ersten Teil mögen muss, der Rest ist dann bei weitem nicht mehr so gut.


Rocky V“ (RTL, 01.00 Uhr)

Contra: Siehe oben. Pro: Siehe oben.


Sonntag, 21.03.10


Désirée“ (ZDF, 11.00 Uhr)

Pro: Historienfilm als Überbrückung des Sonntag Vormittags? Vielleicht. Historienfilm mit Rebell Marlon Brando? Bestimmt. Wer Charaktergenie Marlon Brando als Napoleon sehen möchte, sollte seine Zeit in den Film von 1954 investieren. Contra: Möchte ich nicht. ;-)


Der Tod steht ihr gut“ (RTL, 12.55 Uhr)

Pro: Meryl Streep und Komödien sind wie Pizza und Ananas. Passt einfach nicht. Darüber lässt sich natürlich streiten. Goldie Hawn wiegt das humorlose Defizit auf und macht ihre Sache gewohnt gut. Die Handlung über ein Elixier das Unsterblichkeit verleiht, ist natürlich übertrieben, aber es ist witzig zuschauen wie sich die beiden Hauptdarstellerinnen versuchen das untote Leben zur Hölle zu machen. Pro 2: 1. Pizza und Ananas passt sehr gut und 2. Meryl Streep kann so ziemlich alles spielen, was sie will. Geht in Ordnung.


Frau mit Hund sucht Mann mit Herz“ (ZDF, 15.25 Uhr)

Pro: Ein bisschen zu kitschig geratener Liebesfilm. Der aber dann doch mit seiner Handlung überzeugt. Eigentlich ganz schön. – Irgendwie fällt mir dazu gerade nichts ein.


Philadelphia“ (Kabel 1, 15.45 Uhr)

Pro: Tom Hanks erster Oscar. Gesellschaftsdrama über Aids und die Ablehnung der Homosexuellen mit einer Vielzahl von bemerkenswerten Schauspielern. Pro 2: Jawohl. Dem ist so. Nicht gerade angenehme Kost für einen Sonntagnachmittag, dennoch aber natürlich ein erstklassiger Film.


Der Herr der Ringe – Die zwei Türme“ (RTL, 20.15 Uhr)

Pro: Subjektiv gesehen, der schlechteste Film der Trilogie. Aber auch der Schlechteste ist immer noch gut genug. Besonders die Handlung mit dem Wesen Gollum ist einmalig. Gelungener zweiter Teil. Pro 2: Für mich ist ja der schlechteste Teil der Reihe immer noch der Dritte, und ich persönlich muss sagen, dass Gollum nervt. Aber natürlich hast du Recht: Aber auch das Schlechteste ist in diesem Fall immer noch gut genug.


Shrek 2“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Pro: Die Woche der zweiten Teile. Das hässliche Oga lernt seine Schwiegereltern kennen und trifft auf Prinz Charming. Die Ideen der Shrek-Filme sind einfach einmalig. Schöner Film-Sonntag. Contra: Der grüne Fettsack nervt einfach nur. Ohne mich, aber so was von.


Und wer unserem Urteil nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweisen wir gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags). Und schließlich gibt es noch jede Menge (unkommentierte) TV-Tipps bei der Astronautenbar


Foto: „One less TV“ by Kevin Steele, lizenziert unter CC-BY-NC


 
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