Filmtagebuch Juni 2010

„Blood & Chocolate“ (4/10)

Billig produzierter, vor allem billig inszenierte und gespielte Werwolfaction, die erkennbar auf der Erfolgswelle von „Underworld“ und „Twilight“ mitschwimmen möchte. Dies gelingt jedoch nicht, säuft die Regiearbeit von Katja von Garnier doch bereits vor dem ersten Vollmond ab. Bezeichnenderweise ist das einzige Gruselige an dem Machwerk das Mitwirken von Katja Riemann, von dem hölzernen Nichts, das sich in dem Film Antagonist schimpft, fange ich besser gar nicht erst an. Was bleibt ist ein Filmtitel, der besser ist als der Film, und ein Trailer der dem Film in nichts nachsteht; mit Ausnahme des Songs am Ende.

„Die letzte Legion“ (4/10)

Rom ist am Ende. Genau wie ich, ob der katastrophalen Leistung von Ben Kingsley, den ich selten so schlecht gesehen habe, wie in diesem Film. „Die letzte Legion“ selbst ist dann nicht mehr als die x-te Variation der Artuslegende, ausgestattet mit dürftigen Actionsequenzen, dümmlichen Dialogen und einer Aishwarya Rai, die so plump in die Geschichte eingewoben ist, dass es eine Beleidigung des Zuschauers gleichkommt. Und bei diesem nervigen Dreikäsehoch als letzten Imperator Roms ist es kein Wunder, dass das römische Reich untergegangen ist.

„Erin Brockovich“ (9/10)

Nein, Julia Roberts musste man für diese Rolle keinen Oscar in die Hand drücken; gut gespielt hat sie aber trotzdem. Überhaupt ist die ganze Angelegenheit eine ziemlich runde Sache, die ich mir immer wieder ansehen könnte. Deswegen ist „Erin Brockovich“ – tut mir leid das sagen zu müssen – auch einer meiner Lieblingsfilme. Hübsche Bürohilfe hält ihren Boss auf Trab und bringt nebenbei einen raffgierigen Konzern zu Fall. Einfach nur schön!

„Geschenkt ist noch zu teuer“ (7/10)

Tom Hanks kann lustig, vor allem in den frühen Jahren seiner Karriere. Im direkten Vergleich ist zwar „Meine teuflischen Nachbarn“ der von mir favorisierte Film, nichts desto trotz geht auch diese Komödie in Ordnung, auch wenn sie doch immer wieder arg vorhersehbar geraten ist.

„Inglourious Bastards“ (8/10)

Wurde auch Zeit: Nach dem Basterds-Knaller von Quentin Tarantino war es schon längst überfällig sich auch mal mit der Vorlage zu beschäftigen. Enzo G. Castellaris „Ein Haufen verwegener Hunde“ erweist sich als runde Angelegenheit, die vor allem ob der zusammengewürfelten Combo aus Deserteuren ordentlich Laune macht. Letztlich jedoch um einiges harmloser, als ich vorher erwartet hatte. Warum der Film keine Jugendfreigabe erhalten hat, bzw. mittlerweile erhalten hat, ist kaum ersichtlich. Aber die Wege der FSK sind ja bekanntlich in den seltensten Fällen ergründbar.

„The Messenger“ (7/10)

Der bislang letzte Film den ich im Kino gesehen habe und dann war es gemessen an meinen Erwartungen auch noch eine Enttäuschung. Nach starker erster Hälfte gleitet der Film, der ein ebenso wichtiges wie interessantes Thema behandelt, in eine im direkten Vergleich mit dem gelungenen Beginn belanglose zweite Hälfte ab, die neben der obligatorischen und in diesem Fall wenig begründeten Romanze nicht mehr viel zu bieten hat. Nichts desto trotz: Woody Harrelson, der hier zeigt was er für ausgezeichneter Darsteller ist, und Steve Buscimi in einem an die Nieren gehenden Moment, retten den Film über die Ziellinie.

„Dänische Delikatessen“ (8/10)

Ein absoluter Knaller. Der dänische Film braucht sich vor Hollywood ebenso wenig zu verstecken, wie vor dem Rest Europas. Insbesondere die schwarzen Komödien von unserem nördlichen Nachbarn sind in den seltensten Fällen zu verachten. Dabei ist „Dänische Delikatessen“ nicht nur Komödie, sondern über weite Strecken auch noch absolut gelungenes Drama. Im Übrigen gefiel mir die dem Film zu Grunde liegende Pointe ziemlich gut, und – ich habe es an anderer Stelle schon einmal kurz angemerkt – wenn Mads Mikkelsen mit von der Partie ist kann ohnehin nicht mehr viel in die Binsen gehen.

„Ein Quantum Trost“ (7/10)

Die Zweitsichtung hat es noch mal eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Die Neuausrichtung des Bond-Franchise ist genau mein Ding. Wenn Forster seine zu Beginn doch sehr exzessive Wackelarie zu den Akten gelegt hat, überzeugt auch das zweite 007-Abenteuer mit Daniel Craig in der Hauptrolle. Kleine Anmerkung: Beim erneuten Sehen ist noch mal deutlich geworden, dass der Film das falsche Bondgirl in die ewigen Jagdgründe geschickt hat. Gema Arterton als Strawberry Fiels ist eindeutig verschenkt worden. Schade.

„Invictus“ (8/10)

Aus gegebenem Anlass und weil es einer der besten Filme des bisherigen Kinojahres war, sofort nach Erscheinen der DVD noch einmal gesichtet. Erwartungsgemäß kam der Film auf Englisch gleich noch ein wenig besser, auch wenn sich bestätigt, dass Eastwood in der zweiten Hälfte leicht abbaut. Nichts desto trotz ein toller Film, mit vielen tollen Momenten. Ich liebe den Augenblick, wenn Pienaar (Damon) seiner Familie Finaltickets mitbringt, und auch an die Haushälterin gedacht hat. Diese Szene ist von der betreffenden Darstellerin so großartig gespielt, dass es eigentlich Schande wäre „Invictus“ auf Freeman und Damon zu reduzieren.

„True Blood“, Staffel 3.1-3 (9, 9, 7/10)

Der dritten Staffel habe ich mir großer Spannung entgegen gefiebert und bin bislang – nach einem Viertel der Staffel – nicht enttäuscht worden. Die bisherige Ausrichtung der Season lässt eine Fokussierung auf die Lebensgeschichten der einzelnen Protagonisten vermuten. Wenn man diese Karte vernünftig ausspielt, dann könnte Staffel drei das Highlight der bisherigen Serie werden. Und wer immer noch auf die Verwirklichung des „Grindhouse“-Faketrailers „Werewolf Women of the SS“ wartet, braucht nur „True Blood“ zu sehen. Toll.

„Lady Gaga – Alejandro“ (7/10)

Von Lady Gaga kann man ja halten was man will, aber sie hat es verstanden dem Musikclip neues Leben einzuhauchen. Warum das Musikvideo tot sein sollte habe ich ohnehin nie verstanden. Nur weil die Zeiten von MTV und Konsorten vorbei sind? Da hat jemand wohl die Dynamiken des Internets nicht verstanden: Kurzfilme oder Clips sind ja nun mal wie geschaffen wie YouTube. Die Gaga-Lady hat das verstanden und inszeniert ihre Clips nicht nur das Medienereignis sondern auch als Kunstwerke. In „Alejandro“ gibt’s nun eine Homoerotik, ein wenig Blasphemie, dazu noch eine Fascho-SS-Ästhetik an der die Riefenstahl wohl ihre Freude gehabt hätte (Die Amis kommen nicht von los), und – natürlich - eine halbnackte Lady Gaga.

TV-Empfehlungen für die Woche vom 28.06.10 - 04.07.10

proudly presented by Tan, Flo & C.H.


Das hat man eben davon, wenn man selbst mit schlechtem Beispiel voran geht. Nachdem ich mir letzte Woche eine Auszeit gegönnt habt, lässt sich diese Woche nun Tan entschuldigen. Aber immerhin bin ich nun wieder mit dabei. Und Flo? Der schreibt, und schreibt, und schreibt... Immerhin etwas auf das man sich verlassen kann.


Christians Empfehlungen der Woche


Montag, 28.06.10


Manderlay“ (SWR, 23.30 Uhr)

Ich stelle diese Woche mal ganz unter das Motto Filme zu empfehlen, die ganz bestimmt ganz superkalifragilistischexpiallegetisch sind. Lars von Trier steckt mir mit seinem „Antichrist“ immer noch in den Knochen, der bislang auch der einzige Film des Dänen ist, den ich bislang gesehen habe. „Manderlay“ wiederum interessiert mich vor allem wegen Willem Dafoe. Der – so ist zumindest mein Eindruck – oftmals unterschätze Dafoe gehört meiner Meinung nach zu den besten und interessantesten Schauspielern seiner Generation – trotz oder gerade wegen seiner durchaus vorhandenen Tiefpunkte seiner Filmographie.


Mittwoch, 30.06.10


Sleepy Hollow“ (Sat 1, 22.55 Uhr)

Ist der Burton, den ich mir immer wieder ansehen könnte. Eigentlich kann ich dies von den meisten Filmen des begnadeten Filmemachers behaupten. Nichts desto trotz versteige ich mich an dieser Stelle zu der Bemerkung, dass „Sleepy Hollow“ mein Lieblingsfilm des Regisseurs ist. Das liegt zum einen am Thema und dem damit verbundenem düsteren und nebligen Setting, und zum Anderen an Christina Ricci und Johnny Depp. Ricci ist leider viel zu selten in vernünftigen Rollen zu sehen, und Depp nimmt in diesem Film bereits einiges von dem vorweg, was ihn später als Jack Sparrow zu einem der gefragtesten Schauspieler der Welt machen wird.


Donnerstag, 01.07.10


Zurück in die Zukunft“ (Vox, 20.15 Uhr)

Wenn man sich auf die Suche nach einem Film machen wollte, der nahezu perfekt ist, dann hätte man in „Zurück in die Zukunft“ einen geeigneten Kandidaten gefunden. Großartiger Spaß, den ich – wie den im vorigen bereits erwähnten Burton-Spaß – immer wieder guten Gewissens empfehlen kann. Und das obwohl ich mit Michael J. Fox gar nicht so viel anfangen kann.


Freitag, 02.07.10


Gegen die Wand“ (ARD, 23.30 Uhr)

Gestern hat die deutsche Fußballnationalelf England mit 4:1 vom Platz gefegt. All die jungen Özils, Khediras und Boatengs wirbeln über den Platz, verleihen der DFB-Elf einen ganz neuen Anstrich und zeugen von einer sich wandelnden Gesellschaft, die sich mit Migration und Mulikulturalität auseinandersetzen muss. Was im Fußball Özil ist, ist im deutschen Film Fatih Akin, der mit seinen Filmen zwischen den Welten wandelt. „Gegen die Wand“ , preisgekrönt und kontrovers diskutiert, steht bei mir immer noch ungesehen im Schrank. Das sollte sich bald einmal ändern.


Samstag, 03.07.10


Wächter des Tages“ (RTL, 22.35 Uhr)

Zu dem Film kann ich, abgesehen von der Tatsache das ich ziemlich gespannt bin, nicht viel sagen. Sicher ist nur, dass ich den ebenfalls von Timur Bekmambetovs inszenierten ersten Teil „Wächter der Nacht“ ziemlich gelungen finde, stellt das russische Fantasyspektakel doch eine äußerst interessante Alternative zu dem üblichen Hollywood-Einerlei dar. Wenn der zweite Teil also da anknüpft, wo der Vorgänger endete, kann eigentlich nicht mehr schief gehen.


Christians Warnung der Woche


Sonntag, 04.07.10


Date Movie“ (Pro 7, 20.15 Uhr)

Es gibt Filme die man nicht gesehen haben muss, um zu dem Schluss zu kommen, dass sie zu nichts zu gebrauchen sind. Mehr ist zu diesem Film nicht zu sagen. Vielleicht eins noch: Bevor ich mir diesen Film ansehe, wird die Hölle zufrieren.


Flos Empfehlungen der Woche


Donnerstag, 01.07.10


Kika“ (ARD, 00.35 Uhr)

Almodóvars von der Kritik schlecht rezipiertester Film, selbst noch nicht gesehen, aber hier rumliegen (also ähnlich wie zuletzt). Gibt wie immer einige bekannte Gesichter, so zum Beispiel Verónica Forqué („¿Qué he hecho yo para merecer esto!!“), Victoria Abril (siehe letzte Woche) und Rossy de Palma („Mujeres al borde de un ataque de nervios“). Mit seinen männlichen Darstellern (z.B. Peter Coyote) war Almodóvar dagegen mal wieder unzufrieden (siehe „La ley des deseo“). Vielleicht hätte ARD besser daran getan, statt „Kika“ das Meisterwerk des Mannes aus La Mancha, „Todo sobre mi madre“, auszustrahlen. Oder „La flor de mi secreto“. Oder „Carne trémula“. Naja, wie dem auch sei, Spaniens größter Regisseur neben/seit Luis Buñuel dürfte, könnte, sollte durchaus stets einen Blick wert sein. Und damit rette ich mich hinüber zum nächsten Tipp.


Sprich mit ihr“ (ARD, 02.30 Uhr)

In seinem vierzehnten Film räumt der Auteur seinem üblichen Humor wenig Platz ein. Lediglich sein Film im Film, „El amante menguante“, als reflektorisches Element für Benignos Gefühle, lässt ein paar Schmunzler zu, steht jedoch auch repräsentativ für die darauffolgende Vergewaltigung. Erfreulicherweise ist Almodóvar in den letzten zwei Jahrzehnten reifer geworden, weshalb er nunmehr mit Vergewaltigungen sicherer umgeht, anstatt sie in zweideutiger Weise als Verweis auf den Franquismus zu missbrauchen (siehe seinen beiden Erstlingswerke). „Hable con ella“ ist ein Film über vier Figuren, der wenig über diese Figuren verrät. Das Innenleben von Benigno, Marco, Lydia und Alicia bleibt dem Publikum leider oft verwehrt. „Wer liebt, der spricht“, fasst Almodóvar die Prämisse des Filmes im Audiokommentar zusammen. Leider spricht „Hable con ella“ nicht ganz so gut zum Zuschauer, wie es bei seinem Vorgänger („Todo sobre mi madre“) der Fall gewesen ist.


Beautiful Girls“ (3Sat, 22.25 Uhr)

Einer meiner Lieblingsfilme und dies nicht nur - aber auch - weil Natalie Portman mitspielt. Ein sehr schöner Film, des leider verstorbenen Ted Demme, über verblichene Träume, die Unart des Erwachsenwerdens und die Rückkehr in eine nostalgische Vergangenheit. Eine Geschichte, die nie alt wird, und stets aufs Neue unterhält. „Beautiful Girls“ erzählt von Freundschaft und von Liebe, vom Loslassen und vom Festhalten, von Verlust und von Gewinn. Damals war Matt Dillon noch jemand, dessen Namen man kannte. Uma Thurman, Mira Sorvino und Lauren Holden ergänzen die weibliche Riege, zu der auch Rosie O'Donnell und Annabeth Gish zählt. Den Film besitze ich - natürlich - ebenfalls auf DVD und habe ihn (aus Gründen, die hier den Platz sprengen würden) seither im Gegensatz zum unteren Film auch schon des Öfteren gesehen. „Where it began, I can't begin to know when, but then I know it's growing strong (...)“.


Freitag, 02.07.10


Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa“ (RTL 2, 20.15 Uhr)

Einer von Lasse Hallstöms gelungeneren Filmen. Früher der einzig erträgliche DiCaprio-Streifen, weil er hier einen Behinderten spielt. Lebt allerdings primär vom jungen Johnny Depp, wobei ich nie verstanden habe, wie sich so jemand in Juliette Lewis (weder im Film, noch im realen Leben) verlieben konnte. Besonders stark ist die Szene, wenn Darlene Cates, die hier die übergewichtige Mutter spielt, zum ersten Mal seit Ewigkeiten - ich sag mal: Jahren - das Haus verlässt, um ihren Leo von der Polizeistation abzuholen. Gefangen zwischen familiärer Verpflichtung und dem jugendlichen Wunsch nach Unabhängigkeit muss Depp in „What's Eating Gilbert Grape“ Tag für Tag die richtige Entscheidung treffen. Hab ich mir vor vielen Jahren (2004?) auf DVD geholt, weil ich ihn so mag, aber seither nicht angesehen.


Sonntag, 04.07.10


Lost Boys 2: The Tribe“ (Pro7, 23.30 Uhr)

Zwar noch nicht gesehen, dürfte auch nicht der über-Film sein, aber Corey Feldman und die Rückkehr der Lost Boys, das ist im Grunde doch mehr als man braucht. Außer den Frog Brothers (in gewissem Sinne, Newlanders Szenen haben es nicht in den fertigen Film geschafft, dafür kehrt er im dritten Teil nun zurück) gibt es dann auch keine bekannten Gesichter (Sutherland und Patric hatten wohl besser zu tun bzw. sind zum Teil ja auch ins Jenseits befördert worden, Haim wäre gerne zurückgekehrt, was dann aber nicht klappte, s. „The Two Coreys“). Als Schmankerl wartet dann in einer der Nebenrollen noch die leckere Autumn Reeser („The O.C.“) auf. Für Fans von „The Lost Boys“ also wohl mit Abstrichen geeignet. Für Feldman-Fans dagegen Pflicht.


Flos Warnung der Woche


Dienstag, 29.06.10


Interview“ (NRD, 00.00 Uhr)

Der holländische Satiriker und Regisseur Theo van Gogh war speziell mit seinen antisemitischen und anti-islamischen Bemerkungen angeeckt. Wenig verwunderlich also, dass er durch die Hand eines islamischen Fundamentalisten auf offener Straße ermordet wurde. Vor seinem Tod hatte er geplant, in den USA drei seiner Filme neu zu drehen. Jene Aufgabe wollten nun seine Freunde und Kollegen fortführen. Der Schauspieler Steve Buscemi fungierte in „Interview“, dem gleichnamigen Remake von van Goghs 2003er Werk, nicht nur als Hauptdarsteller, sondern auch als Regisseur. Das Schubladen-Denken des Filmes, welches zu Beginn noch zum Schmunzeln ist, geht einem dann nach der Hälfte des Filmes nur noch auf den Zeiger. Der im dritten Akt platzierte Twist, der sich erst in der Schlussszene „offenbart“, ist dann letztlich nur genauso armselig, wie es bereits der gesamte zweite Akt war. Im Nachhinein verkommt „Interview“ somit zu einem aufgeblasenen Haufen Nichts, welches glücklicherweise bereits nach achtzig Minuten zu Ende geht.


Und wer unseren Urteilen nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender/Künstliche Welten und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags).Und schließlich gibt es noch jede Menge (unkommentierte) TV-Tipps in derAstronautenbar.


Foto: „One less TV“ by Kevin Steele, lizenziert unter CC-BY-NC


TV-Empfehlungen für die Woche vom 21.06.10 - 27.06.10

proudly presented by Tan, Flo & C.H.


Tans Empfehlungen der Woche


Mittwoch, 23.06.10


Der Gefallen, die Uhr und der sehr große Fisch“ (Tele 5, 20.15 Uhr)

Ja, diesen Titel könnte man durchaus als sehr ungewöhnlich betrachten. Und ungewöhnlich bringt einen meist dazu über den Rand zu sehen. Was man erblickt, ist eine Satire mit gemindertem Anspruch, aber mit französisch-britischen Humor, der erfahrungsgemäß sehr unterhaltend sein kann. Ein Klavierspieler der sich für den Messias hält und einen Löffel voll Blasphemie ergeben eine gute Mischung für einen erheiterten Mittwochabend.


Donnerstag, 24.06.10


Little Children“ (ARD, 22.45 Uhr)

Nach einigen Kurzfilminszenierungen debütierte der Schauspieler Todd Field erfolgreich mit dem Drama „In the Bedroom“ als Regisseur. Erst 5 Jahre später wagte er sich an seinen zweiten richtigen Film. „Little Children“ erzählt die Geschichten mehrer verzweifelter Figuren. Verzweifelt jeder auf seine Weise, von der unglücklichen Mutter und Ehefrau, gefangen im Alltag, über den faulenzenden Familienvater, bis hin zum pädophilen Nachbarschaftsschreck. Das Gesellschaftsdrama ist durchgehend schwer und überschattet von Bitterkeit. Nichts zum Entspannen und nichts für zwischendurch. Man muss dem Film schon seine ganze Aufmerksamkeit schenken, um nicht ganz dem aufbauenden Gefühl der Traurigkeit zu verfallen. Unterstrichen wird die Geschichte durch die guten Darstellungen von Kate Winslet und Patrick Wilson.


Samstag, 26.06.10


Eine Frau sieht rot“ (Rbb, 01.15 Uhr)

Nach einer Vergewaltigung wendet sich das Model Chris an die Polizei und mit Hilfe einer Anwältin kann sie den Täter vor Gericht bringen, allerdings erfolglos. Die Aussage des Täters wird als glaubwürdig wahrgenommen und er wird freigesprochen. Nach mehreren Zwischenfällen sucht Chris einen Ausweg auf ihre Weise. Viel darf man von der unharmonischen und gewalttätigen Geschichte nicht erzählen, denn das Drama versucht seine Handlung nicht zu verstecken, sondern entblößt jede Unruhe und Aggression ohne Bedenken. Mit einigen spannenden Elementen versucht sich der Film auch in Richtung Thriller. Die beiden Hauptdarstellerinnen Margaux und Mariel Hemingway sind die Enkelinnen des amerikanischen Schriftstellers Ernst Hemingway. Als kämpfende Anwältin zeigt sich Anne Bancroft von ihrer harten Seite. Kein Film für schwache Gemüter.


Sonntag, 27.06.10


Hinter dem Horizont“ (RTL 2, 20.15 Uhr)

Oh ja, der Film hat seine Fehler; und nicht gerade wenig. Die Geschichte über einen Vater der seiner Familie in den Tod und somit an einen benannten besseren Ort folgt, gleicht einer Achterbahn. Von gefühlvoll bis zu hinzu kitschig, von ergreifend bis seeenlos. Ein unendliches auf und ab. Beständig und ohne Frage berührend ist die visuelle Ansicht des Dramas mit Robin Williams. Die Bilder vieler farbenprächtiger Landschaften und anderen Spielereien machen den Film dann doch sehenswert und die Effekte wurden mit einem Oscar belohnt. Schwächen hin oder her, einmaliges Anschauen tut nicht weh.


Ein perfekter Ehemann“ (Pro 7, 04.40 Uhr)

Was weiß ich? So gut wie nichts; das spielt aber auch in diesem Fall keine große Rolle. Ein Bühnenstück von keinem geringeren als Oscar Wilde aus dem Jahre 1895, verfilmt 104 Jahre später mit Cate Blanchett und Julianne Moore. An diese kreative wundervolle Kombination kann man sich auch unwissend wagen und auf eine gelungene Komödie hoffen.


Tans Warnung der Woche


Donnerstag, 24.06.10


Step Up“ (Pro 7, 11.05 Uhr)

Dieses hip-hop-artige Rumgetanze und Rumgehopse auf dem Bildschirm ist meist geschichtslos und übertrieben bis hin zum Mond und zurück. Grundsätzlich wird eine Welt veranschaulicht, in der gesellschaftliche Barrieren weggetanzt werden können. Außenseiter werden zu Helden, alltägliche Probleme werden auf unergründlicheweise aus dem Weg geräumt. Der etwas andere amerikanische Traum wird alle paar Jahre neu aufgesetzt, mit der gleichen gesichtlosen Handlung und den gleichen ausdruckslosen Schauspielern, nun gut, die Musik passt sich wenigstens der Zeit an. Wer inszeniert solche Filme heutzutage freiwillig? Und wer will das heute noch sehen?



Flos Empfehlungen der Woche


Montag, 21.06.10:


Mein Freund aus Faro“ (ARD, 22.45 Uhr)

Vielleicht nicht einer der besten Filme der Woche, aber sicherlich eine löbliche Erwähnung wert, weil „Mein Freund aus Faro“ einer der wenigen deutschen Filme ist, die ich nicht nur im Kino gesehen habe, sondern die sich vom restlichen Scheißdreck der Herren Edel, Eichinger und Co. exzellent absetzt. In der Tat weiß Auteurin Nana Neul durchaus gelungen die gegenwärtige Jugend in ihrem Portrait in eine zeitlose Geschichte zu verpacken und dennoch ungemein authentisch zu wirken. Vorab sei jedoch gesagt, dass obschon die Geschichte laut Regisseurin auf einer wahren Geschichte basiert, sie nicht sonderlich innovativ ist. Dabei muss sie dies nicht zwingend sein, wirkt allerdings letztlich doch nur wie ein deutscher Abklatsch von Kimberly Peirces „Boys Don’t Cry“. Nichtsdestotrotz ist es für einen deutschen Film eine beachtliche Leistung - wenn auch mit inhaltlichen und sozialkritischen Mängeln - und innerhalb des nationalen Wettbewerbs somit ein kleines „Juwel“.


Mittwoch, 23.06.10:


Ich glaub, ich steh im Wald“ (RTL 2, 02.55 Uhr)

Ich sagte es ja, RTL 2 ist zum Abschlabbern für seine High-School-Komödien, auch wenn Amy Heckerlings übergeiler Debütfilm „Fast Times at Ridgemont High“ (wer auf den deutschen Titel kam, weiß ich nicht, wurde vermutlich seiner Zeit im Yps-Heft als Gewinnspiel ausgelobt) aus der Feder des talentierten Cameron Crowe zu bescheuerter Zeit läuft. Wer nicht schlafen kann oder immer schon mal eine der besten High-School-Komödien aller Zeiten sehen wollte (vollgestopft mit jungen Hollywood-Stars von Sean Penn über Forest Whitaker hin zu Jennifer Jason Leigh - nackt!- und anderen) der ist hier an der richtigsten aller richtigen Adressen angelangt. Allein der masturbierende Judge Reinhold, die nackte Phoebe Cates und die daruntergelegten The Cars sind eine Sichtung wert und wer mit Penns Spicoli eine von Hollywoods unsterblichen Kultfiguren kennen lernen möchte, darf sich den Film ohnehin nicht entgehen lassen. Abgesehen von der Uhrzeit fällt mir kein Grund ein, warum nicht jeder von euch den Film ansehen sollte. Und da es Aufzeichnungsgeräte gibt, negiere ich jedes unentschuldigte Missen von „Fast Times at Ridgemont High“. Für die deutsche Synchronisation übernehme ich allerdings keine Gewähr.


Donnerstag, 24.06.10:


Fessle mich“ (ARD, 00.30 Uhr)

Die Almodóvar-Reihe geht weiter - sogar chronologisch diese Nacht - und mit „¡Átame!“ trifft man auf einen der wenigen Filme mit pointiertem Untertitel („A love story…with strings attached!“). Das Ende einer Ära, wie es Hauptdarsteller Antonio Banderas selbst nannte, markierte dies doch den letzten Film der beiden Spanier … bis zu diesem Sommer (sie drehen demnächst „La piel que habito“). Almodóvars achter Spielfilm, den dieser selbst als romantisches Märchen ansieht, führte in den USA ob seiner Handlung (liebestoller Jüngling hält Objekt der Begierde als Geisel, bis diese sich in ihn verliebt) zu einer neuen Altersfreigabe, dem „NC-17“. Die Handlung selbst ist nur bedingt ernst zu nehmen, wirkt im dritten Akt etwas sehr konstruiert, macht aber grundsätzlich Spaß. Die Sex-Szene ist vermutlich der Klassiker in „¡Átame!“ und in der Tat sehr gut und authentisch inszeniert worden. Banderas' internationaler Durchbruch, der ihm seinen Weg nach Hollywood ebnen sollte. Der Bessere der beiden Filme, die wieder mal zu unsittlicher Zeit laufen.


High Heels - Die Waffen einer Frau“ (ARD, 02:10 Uhr)

Auch „Tacones lejanos“ verfügt über eine Szene mit Kultpotential, namentlich die Nachrichtensendung mit etwas anderem Ausgang. Ursprünglich sollte der Film von der Mutter zweier Töchter handeln, die bei einem Hausbrand vermeintlich ums Leben kommt. Fans des Auteurs wissen, dass dieses Handlungsgerüst später in „Volver“ eingewebt werden würde. Für manche Biographen ist „Tacones lejanos“ Almodóvars melodramatischster Film, der neben Ingmar Bergman auch Douglas Sirk Referenz erweist. Als Melodram funktioniert der Film allerdings nicht ganz so gut, wie als ein etwas unernster Thriller. Victoria Abril, die zuvor bereits in „¡Átame!“ die Hauptrolle übernommen hat, gelingt eine schöne Wandlung. Es ist ihr Film, woran auch Almodóvars Muse Marisa Paredes wenig ändert. Probleme bereitet „Tacones lejanos“ sein zweiter Akt mit der Gefängnisszene, die nicht wirklich überzeugen will und der familiären Gegenüberstellung, die zu langatmig ausfällt. Dafür hat der Film eine der schönsten Schlusseinstellungen in der Vita des Mannes aus La Mancha.


Event Horizon“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Mit seinen großen Vorbildern von Kubrick und Scott (der gesamte Film ist gespickt mit Referenzen, angefangen mit der bildlichen Überleitung vom Paramount Logo in die eigentliche Handlung, dies setzt sich im Laufe des Filmes fort, wenn Querverweise zu „2001“, „The Shining“, „Alien“ oder „Vertigo“ eingebaut werden) kann sich Anderson mit „Event Horizon“ zwar nicht messen, aber ein Meisterwerk wollte sein Film sicherlich auch nie sein. Den Kultstatus, welchen der Film nach seiner DVD-Veröffentlichung erfuhr, wurde er da schon eher gerecht. Man mag es dem Film verzeihen, wenn er hin und wieder etwas aus der Bahn gerät. Die Atmosphäre stimmt dennoch. Zwar wirken die Effekte teilweise etwas künstlich, dennoch ordnen sie sich der Handlung unter. Von dem Schauspielerensemble stechen wenig überraschend speziell Fishburne und Neill hervor, die Beide sehr engagiert bei der Sache sind. Insgesamt ist „Event Horizon“ ein liebenswerter Horrorfilm, den man in sein Herz schließt, auch wenn er seine Fehler hat.


Flos Warnung der Woche


Samstag, 26.06.10:


Run, Fatboy, Run“ (ProSieben, 20.15 Uhr)

Nein, es handelt sich hierbei nicht um die Uli-Edel-Adaption der sportlichen Aktivitäten des hoch geschätzten Kollegen Moviescape, sondern um eine weitere seichte Komödie rund um den Briten Simon Pegg. Dass dieser jedoch nur lustig ist, wenn er unter der Regie von Edgar Wright hantiert, macht diese 0815-Komödie voller typischer hollywood'scher Zoten aus der Feder der nervigen „Friends“-Tröte David „Ross“ Schwimmer unwahrscheinlich misslungen. Typ will Frau, haut vorm Altar ab, sieht sie aber wieder, da gemeinsames Kind, und kriegt erneut Torschlusspanik (in umgekehrter Form), als das Ekel Hank Azaria (der einzige Silberstreif am Horizont) um deren Hand anhält. Da empfiehlt sich eher noch „How to Lose Friends and Alienate People“.



Christians Empfehlungen der Woche


Tja, und ich? Ich besitze diese Woche die Frechheit Tan und Flo für mich schuften zu lassen, mich selbst aber wegen akuten Zeitmangels entschuldigen zu müssen. Ich weiß: Schande über mein Haupt! Wenn ich diese Woche Filme empfohlen hätte, dann wäre auf jeden Fall „Little Children“ das Highlight der Woche. Kate Winslet ist eine Göttin vor deren Schauspielkunst man sich nur verneigen kann. Die Streifen von Almodóvar sind, das glaube ich Flo ungesehen, mit Sicherheit ebenfalls nicht zu verachten, und was „Ich glaub, ich steh im Wald“ angeht: Auch wenn ich die Euphorie meines Kollegen nicht teile, sollte man Penns Spicoli in der Tat mal gesehen haben. In diesem Sinne: ich muss weg…



Und wer unseren Urteilen nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender/Künstliche Welten und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags).Und schließlich gibt es noch jede Menge (unkommentierte) TV-Tipps in der Astronautenbar.


Foto: „One less TV“ by Kevin Steele, lizenziert unter CC-BY-NC


TV-Empfehlungen für die Woche vom 14.06.10 - 20.06.10

proudly presented by Tan, Flo & C.H.


Tans Empfehlungen der Woche


Montag, 14.06.10


Match Point“ (ZDF, 22.15 Uhr)

Ich mag weder die Schauspieler besonders noch den Regisseur, aber der Film weiß mehr als zu überzeugen. Ein Ex-Tennisprofi trifft auf die Tochter einer Londoner High Society Familie. Im Alltagsleben angekommen, macht Schwägerin Nola, eine erfolglose amerikanische Schauspielerin, jagt auf den Familienneuankömmling und eine aggressive Affäre nimmt ihren Lauf. Interessant einen europäischen Blickpunkt durch die Brille eines Vollblut-New-Yorkers zu sehen. Woody Allen entscheidet sich für kein spezielles Genre, und mutet sich so ein wenig zu viel zu. Der Film ist dennoch gelungen.


Mittwoch, 16.06.10


Eine Frau unter Einfluss“ (Rbb, 00.00 Uhr)

Auf diese Ausstrahlung warte ich schon seit dem ich den Film „Opening Night“ mit Gena Rowlands gesehen habe. John Cassavetes, bei beiden Filmen Regisseur, hat eine Vorliebe für komplexe und improvisierte Handlungen. Der Mittelpunkt in beiden Filmen ist eine psychisch labile Frau. Auch hier übernimmt Ms. Rowlands die Hauptrolle. Bin sehr gespannt.


The Producers – Frühling für Hitler“ (3Sat, 20.15 Uhr)

Nein, dies ist nicht das Remake aus dem Jahre 2005, sondern das Original des Komödiantengenies Mel Brooks von 1968. Erfolglose Produzenten versuchen mit einem zum Scheitern verurteilten Theaterstück über Adolf Hitler die Investoren über den Tisch zu ziehen und dann das Weite zu suchen. Doch ihr Plan scheint nicht ganz aufzugehen, die Musikrevue erweist sich als großer Erfolg. Mel Brooks begegnet der Geschichte, wie jedem seiner anderen Filme, mit sehr viel überladenem Humor. Der Oscar für das beste Originaldrehbuch, garantiert gute Unterhaltung, die ziemlich weit unter der Gürtellinie geht. Perfekt.


Sonntag, 20.06.10


Gothika“ (Pro 7, 22.10 Uhr)

Der einzige Horrorfilm den ich mir freiwillig und gerne ansehe und dessen Handlung für mich nachvollziehbar ist. Die Geschichte ist geprägt von Spannung und hält in jeder Ecke und jedem Zimmer - Schauplatz ist eine Art Gefängnis-Schloss - einen Schock bereit. Die Darsteller, darunter Halle Berry, Penelope Cruz und Robert Downey Jr., spielen ihre Rollen glaubhaft und machen einen guten Gruselfilm komplett.


Vermisst“ (Arte, 20.15 Uhr)

Um was geht es? Militärregierung, Militärputsch, Ausnahmezustand und Ausgangssperren. Eigentlich wäre ich jetzt schon desinteressiert und entmutig mir diesen politischen Thriller anzuschauen. Wären da nicht die Aussage einiger, die ihn als „fesselnd“ und „zum nachdenken“ beschreiben. Also gut, schließlich spielt ja Alleskönner Jack Lemmon, mit Unterstützung von Sissy Spacek, mit. Auf geht’s.


Tans Warnung der Woche


Dienstag, 15.06.10 Uhr



Der Pate III“ (HR, 23.30 Uhr)

Diese Woche gibt es einen klaren Verlierer. Während „Der Pate“ ohne Frage ein Meilenstein war und „Der Pate II“ sich auch noch auf die sichere Seite beförderte, kann der dritte Teil das Niveau nicht halten. Aber was macht Nr. 3 falsch? Die Fehlbesetzung von Sophia Coppola, die fade und langatmige Handlung, die Abweichungen vom letzten Roman. Alles irgendwie lieblos und einfach daher inszeniert. Selbst Al Pacino und Diane Keaton scheinen keine richtige Lust zu haben. Wie so oft, kann ein weiterer Teil eines Meisterwerkes nicht überzeugen.



Christians Empfehlungen der Woche


Montag, 14.06.10


Alien“ (Kabel 1, 22.05 Uhr)

Ridley Scotts „Alien“ gehört bereits zum festen Kanon der Filmgeschichte. Alles wichtige zu dem Film scheint dabei bereits gesagt. Revolutionierte das Actiongenre, weil es eine Frau an die Spitze stellte, beeindruckte durch klaustrophobisches Grauen und gehört somit zu Recht zu den Meilensteinen des Sci-Fi-Horros. Warum das so ist, das zeigt sich bei jeder erneuten Sichtung, verliert der Film doch auch bei der x-ten Wiederholung nichts von seiner Wirkung. Wer keine Lust auf Fußball verspürt, der ist an diesem Montag, wie auch über weite Strecken der restlichen Woche bestens versorgt.


Match Point“ (ZDF, 22.15 Uhr)

Ich mag sowohl die Schauspieler(in) besonders, als auch den Regisseur und somit vermag es nicht Wunder zu nehmen, dass ich den Film als überaus gelungenen betrachte. Gleichermaßen der beste London-Allen, wie auch der beste Johannsson-Allen. Ein Film über die britische Oberschicht, über Glück, Moral, Schuld und Sühne. Vor allem aber Unterhaltung auf sehr hohem Niveau, an dem aus kaum etwas auszusetzen gibt Wie schrieb ich in meiner Besprechung zu „Match Point“ so schön? Spiel, Satz und Sieg, Mr. Allen!


Mittwoch, 16.06.10


Armee der Finsternis“ (Tele 5, 22.15 Uhr)

Sam Raimis „Armee der Finsternis“-Trilogie genießt mittlerweile ebenfalls Kultstatus. Und bei jedem Genrefreund beginnen die Augen zu leuchten, wenn Bruce Campbell und die obligatorische Kettensäge in einem Satz genannt wird. Ich selbst stehe dieser Trilogie, insbesondere was den ersten und den zweiten Teil angeht, nicht ganz so euphorisch gegenüber. Mein Liebling ist da schon der Abschluss des Dreiklangs, weil „Armee der Finsternis“ nicht ganz so bierernst daherkommt, wie es insbesondere der erste Teil tut. So präsentiert sich der Film als äußerst vergnüglicher Gruselkost, die nicht zu verachten ist.


Donnerstag, 17.06.10


Brokeback Mountain“ (ARD, 22.45 Uhr)

In Ang Lees “Brokeback Mountain” gelang Heath Ledger wohl die beste Leistung in seinem viel zu früh zu Ende gegangenen Leben. Lee gelingt mit diesem Drama nicht nur ein eindringliches Portrait zweier Liebenden, sondern thematisiert gleichermaßen gesellschaftliche Tabus und Zwänge, die den Einzelnen zu Grunde richten können. Das alles ist ebenso großartig gespielt, wie inszeniert (allein die Naturaufnahmen sind absolut umwerfend), und nochdazu durch die Tatsache, dass diese schwule Liebe auch noch in das Western- und Cowboy-Genre eingepasst wird, mit zusätzlicher sozio-struktureller Brisanz versehen.


Sonntag, 20.06.10


Blue Velvet” (Tele 5, 22.10 Uhr)

Dennis Hopper verkörpert in „Blue Velvet“ einen der widerwärtigsten Bösewichte der Filmgeschichte. Abseits dessen hat David Lynch mit diesem Film einen der besten Filme der Neunziger Jahre geschaffen, der in jeder Hinsicht perfekt ist und einen tiefgründigen Blick auf den Schmutz wagt, der unter der Oberfläche schlummert. Viel mehr gibt es in meiner Besprechung zu diesem Meisterwerk zu lesen.


Christians Warnung der Woche


Wes Craven präsentiert Dracula“ (Pro 7, 00.25 Uhr)

Katastrophal miese und neumodische Verfilmung der Dracula-Legender, bei der sich der alte Blutsauger wohl im Grabe umdrehen würde, müsste er diesen Schund sehen. Der Film steht in direkter Linie zu Filmen wie „Van Helsing“ und „Blade Trinitiy“ die den transylvanischen Fürsten ebenfalls zur absoluten Witznummer degradieren. Um diesen Film macht man so man am Besten einen großen Bogen.


Flos Empfehlungen der Woche

Mittwoch, 16.06.10


Frühling für Hitler“ (3SAT, 20.15 Uhr)

Mel Brooks Debütfilm ist letztlich doch gelungener als das Broadway-Adaptions-Remake vor fünf Jahren mit Broderick und Lane, da kurzweiliger. Primär sehenswert wegen seines dritten Aktes, wenn die tatsächliche Aufführung beginnt, die sich vom desaströsen Happening zum umjubelten Bühnenhit entwickelt (allein Textzeilen wie „I was born in Dusseldorf und that is why they call me Rolf“ oder „Don't be stupid, be a smarty, come and join the Nazi party!“ sind komödiantisches Gold). Hier lässt sich ungleich besser über den „Fuehrer“ lachen, als in anderen, missrateneren Vehikeln wie Levys „Mein Führer“ oder Tarantinos „Inglourious Basterds“.


Moulin Rouge“ (Super RTL, 20.15 Uhr)

Musicals empfehle ich ungern in der synchronisierten Fassung, aber wenn das deutsche Fernsehen einen der fünf besten Filme des letzten Jahrzehnts ausstrahlt, dann ist das eine Erwähnung wert. Der unglaublich talentierte Baz Luhrmann liefert mit „Moulin Rouge!“ sein bisheriges Meisterwerk ab. Großartig besetzt (selbst Kylie Minogue stört nicht), mit einem großartigen Bühnenbild, einem noch großartigeren Soundtrack mit unwahrscheinlich großartigen Liedern (z.B. „Come What May“) sorgt in seiner Summe nicht nur für einen großartigen, sondern einen makellosen, perfekten Film über das Schönste aller Themen: die Liebe („I will love you, until the end of time“).


Donnerstag, 17.06.10


Das Gesetz der Begierde“ (ARD, 00.50 Uhr)

Leider bisher noch nicht gesehen, jedoch zu Hause stehen. Sehr löblich, dass die ARD nun eine Almodóvar-Reihe präsentiert - wenn auch nicht in chronologischer Folge und seine Frühwerke negierend. Über die Auswahl kann man ohnehin streiten, der brillante „Todo sobre mi madre“ entfällt zum Beispiel ganz, aber in der Not frisst der Teufel Fliegen. Hier versuchte sich der Mann aus La Mancha in „La ley del deseo“ Ende der Achtziger zum ersten Mal an seiner eigenen Kurzgeschichte „La visita“, die er Anfang der Siebziger geschrieben hat und 2004 nochmals sehr viel ausführlicher mit „La mala educación“ adaptieren würde. Läuft aber wie vermutlich auch die anderen sieben Filme der Reihe in der deutschen Fassung und nicht OmU, wodurch Almodóvars Filme leider einiges an Atmosphäre verlieren.


Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ (ARD, 02.30 Uhr)

Almodóvars internationaler Durchbruchsfilm läuft zu behämmerter Zeit (die ja quasi erfordert, dass man den Film aufzeichnet), ist aber sehr lohnenswert anzusehen. „Mujeres al borde de un ataque de nervios“ brachte dem spanischen Auteur nicht nur eine Oscarnominierung ein, sondern logischerweise damit auch Ruhm und Anerkennung im Ausland. Herzhaft komisch und toll besetzt, mit vielen seiner Musen (Rossy de Palma, Julieta Serrano, Antonio Banderas, Kiti Manver, Chus Lampreave) und allen voran Carmen Maura. Dies sollte der letzte von sieben Filmen sein, die Almodóvar mit der Maura gedreht hat, basierend auf einer persönlichen Zerstrittenheit, die erst mit „Volver“ 18 Jahre später wieder aus der Welt geräumt wurde. Läuft in der ARD sogar in HD (wer das Equipment hat).


Samstag, 19.06.10


Der Frühstücksclub“ (RTL II, 12.30 Uhr)

Man sollte RTL II eigentlich knutschen, für all seine High-School-Filme, die es im Vormittagprogramm versendet. Zumindest etwas Rehabilitation für all die „Frauentausch“- und sonstigen TV-Verbrechen der Privaten. Vielleicht ist „The Breakfast Club“ die Mutter aller Schulfilme, John Hughes’ krönendes Meisterwerk, unsterblich, nicht nur weil es mit Simple Minds’ „Don’t You (Forget About Me)“ abschließt. „You see us as you want to see us... In the simplest terms, in the most convenient definitions. But what we found out is that each one of us is a brain...and an athlete… and a basket case… a princess… and a criminal. Does that answer your question?... Sincerely yours, the Breakfast Club.”

Flos Warnung der Woche


Samstag, 19.06.10


Insomnia - Schlaflos“ (Vox, 20.15 Uhr)

Es gibt diese Woche ein paar schlechte Filme und allesamt laufen sie auf Vox. Chris Nolans Remake von Erik Skjoldbjærgs gleichnamigem und ungleich gelungenerem Film von 1997 weiß weder in seinem (nicht vorhandenen) Spannungsaufbau zu überzeugen und schon gar nicht mit seinen völlig fehlbesetzten Darstellern. Liest sich natürlich schön: Pacino, Williams und Swank. Alle einen Oscar gewonnen, Swank sogar zwei. Aber ich sag es immer wieder gerne: ein Oscar macht noch keinen guten Schauspieler. Und auch nicht jeder Schauspieler ist für jede Rolle geschaffen. In seiner Summe ist der Film also so daneben, wie der deutsche Titel. Entweder „Insomnia“ oder „Schlaflos“ - aber dann bitte nicht beides.


Und wer unseren Urteilen nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender/Künstliche Welten und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags).Und schließlich gibt es noch jede Menge (unkommentierte) TV-Tipps Astronautenbar.


Foto: „One less TV“ by Kevin Steele, lizenziert unter CC-BY-NC



In eigener Sache

Es ist ruhig auf diesem Blog geworden. Für meine Verhältnisse sogar ziemlich ruhig Seit knapp zwei Wochen wartet die Besprechung von „The Messenger“ darauf von mir geschrieben zu werden (Starke erste Hälfte, dann ebenso stark nachlassend). Im Moment kann ich mich jedoch einfach nicht dazu aufraffen meine rar gesäte freie Zeit - Arbeit über Arbeit – mit dem Schreiben von Texten zu verbringen. Schließlich ist es Sommer, und nicht minder wichtig: Meine Masterarbeit steht an und wartet darauf geschrieben zu werden. Und wer den ganzen Tag mit dem Lesen und Schreiben wissenschaftlicher Texte verbringt (wenn ich denn endlich mal dazu kommen würde), der verspürt wenig Lust auch noch nach Dienstschluss in die Tasten zu hämmern. Außerdem hat gestern die Fußball WM begonnen, was mein Zeitkontigent für Kinobesuche und Rezensionen noch mehr beschneiden dürfte. BTW: Diese Vuvuzelas gehen mir jetzt schon auf den Geist. Was ich damit sagen will: Kino, TV & Co wird für einen längeren Zeitpunkt in die Sommerpause gehen. Sommerpause ist in diesem Fall nicht gleichbedeutend mit der vollständigen Stilllegung des Blogs zu verwechseln (zumindest die TV-Tipps wird es weiterhin geben), sondern eher als sehr reduziertes Programm zu begreifen, das ich hier zumindest die nächsten drei Monate anbieten werde. Aber wer weiß: Vielleicht packt mich in ein paar Wochen auch schon wieder die Lust am Schreiben, und die Sache sieht schon wieder ganz anders aus. Einstweilen wünsche ich meinen Lesern einen schönen Sommer und vor allem eine fröhliche und ereignisreiche Fußballweltmeisterschaft. Ich freu mich schon auf Morgen, tippe auf ein 3:0 unserer Jungs, und werde die folgenden vier Wochen ganz unter das Motto stellen: Neben „Acker, Acker, Wacker, Wacker“ gibt’s vor allem „Waka Waka“!


TV-Empfehlungen für die Woche vom 07.06.10 - 13.06.10

proudly presented by Tan, Flo & C.H.


Tans Empfehlungen der Woche


Mittwoch, 09.06.10


Wie Raubkatzen“ (Arte, 14.45 Uhr)

Der französische Psychothriller, wenn man ihn überhaupt so nennen kann, ist aus dem Jahre 1964 und beherbergt Jane Fonda und Alain Delon. Die Geschichte über einen flüchtenden Frauenheld und zwei Amerikanerinnen, die ijm unfreiwillig zur Seite stehen, kann vor allem mit Spannung trumpfen. Beeindruckend sind auch die Bilder der Côte d’Azur und Monsieur Delon selbst. Wer also gerne einen guten Thriller, mit darstellerischer und landschaftlicher Eleganz genießen möchte, kann sich hier beruhigt bedienen.


Donnerstag, 10.06.10


Speed“ (Vox, 20.15 Uhr)

In Gedenken an Dennis Hopper, der am 29.06.10 verstarb, ist mir „Speed“ ins Auge gefallen. Dies ist vielleicht nicht sein bester Film, nein, da gibt es wirklich einige andere Meisterwerke. Aber es ist ein guter und solider Film, der durchaus erfolgreich war und eine nette Gelegenheit bietet, Mr. Easy Rider zu ehren. Mehr bleibt nicht zu sagen.


Samstag, 12.06.10


Gigi“ (3Sat, 20.15 Uhr)

Das Musical ist einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten und gewann 9 Oscars. Die Geschichte des Mädchens Gigi, das sich in einen Frauhelden verliebt, könnte auch heute ohne Frage funktionieren. Nur ist es eben ein Musical, und die werden heute nicht mehr so gemacht wie früher. Der begabte Vincente Minnelli hat seine Aufgabe in diesem Fall sehr gut gemacht und 3Sat legt am Sonntagabend zur gleichen Uhrzeit mit „Ein Amerikaner in Paris“ nach. Früher in der Woche, von Montag auf Dienstag Nacht strahlt HR „Vorhang auf“ und „Der Pirat“ aus. Somit eine eher klassische und musicalreiche Woche, ganz im Zeichen des Regisseurs.


Sonntag, 13.06.10


Ein (un)möglicher Härtefall“ (RTL, 20.15 Uhr)

Diese Woche ist gepflastert mit Wiederholungen und ziemlichen Unterhaltungslücken, jedoch kann wenigstens der Sonntag mit der satirischen Geschichte von Joel und Ethan Coen den Filmhorizont ein wenig aufhellen. Mittelpunkt der Filmkomödie ist eine geldhungrige Heiratsbetrügerin, die selbst den Gegenanwalt aufs Kreuz legt. Mit den üblichen seltsamen und verwirrten Charakteren und einigen bissigen Dialogen wird die banale Erzählung in Gang gehalten. Die Chemie der beiden Hauptdarsteller, Catherine Zeta-Jones und George Clooney, rundet das Ganze ab und die Nebenrollen machen die Komödie perfekt. Natürlich spielt der Film in einer anderen Liga wie „Fargo“, aber nicht jeder Film kann ein Meisterwerk sein und vor allem humorvolle Unterhaltung ist sehr viel wert.


Ein perfekter Mord“ (RTL 2, 20.15 Uhr)

Weil die Woche einfach zum Wegwerfen ist und ich ein kleiner Michael Douglas Fan bin, empfehle ich diesen etwas seichten und vorausschauenden Thriller. Das Bühnenstück wurde bereits von Alfred Hitchcock verfilmt und erzählt die Geschichte der jungen Erbin Emily, die eine Affäre mit einem Künstler hat. Die Geschichte ist eher bodenständig, dennoch in einigen Elementen spannend, große Überraschungen gibt es leider keine. Dennoch ein solider Film mit Gwyneth Paltrow.


Tans Warnung der Woche


Montag, 07.06.10


Das Imperium der Wölfe“ (ZDF, 22.15 Uhr)

Die Romanverfilmung lässt mehr als zu wünschen übrig. Ein misslungener Versuch „Die purpurnen Flüsse“ mit „Der Pakt der Wölfe“ zu paaren. Jean Reno macht hier nichts falsch, es ist die Geschichte die förmlich vor Brutalität und Verwirrung trieft. Würde man die Inszenierung außen vorlassen sowie, die Actionszenen abziehen, dann würden ein schlechtes Drehbuch und eine noch schlechtere Handlung übrig bleiben. Einer der schwächsten Filme die ich je gesehen habe.



Christians Empfehlungen der Woche


Donnerstag, 10.06.10


Born to be Wild“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

Meine Kollegen haben es bereits gesagt, bzw. werden es noch sagen: Weil die Woche einfach zum wegwerfen ist, will meinen: diese Woche nichts sonderlich Pralles im Fernsehen läuft, schafft es eben auch mal ein Film wie „Born to be Wild“ empfohlen zu werden. Tim Allen, John Travolta und Martin Lawrence blödeln sich durch ihre Bikertour quer durch die Staaten. Das ist alles ganz nett, kann man sich durchaus ansehen und wird durch das Auftreten der wunderbaren Marisa Tomei sogar noch eine ziemlich runde Sache.


Speed“ (Vox, 22.15 Uhr)

Sandra Bullock und Keanu Reeves sind eine Kombination, die bei weitem nicht immer zu funktionieren vermag. „Speed“ allerdings gilt mittlerweile als kleiner Klassiker. Und wenn Tan schreibt, dass dieser Film sicherlich nicht zu Hoppers besten Filmen gehört, dann ist das sicherlich noch untertrieben. Nichts desto trotz aber natürlich sein durchaus spannender Spaß, dessen Prämisse in der Folge immer wieder kopiert wurde. Wer den Film noch nicht gesehen (gibt es das noch?), der darf gerne einschalten. Aber ab Morgen beginnt sowieso die WM, und dann kann man ja auch Fußball bis zum Exzess schauen.


Three Burials - Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada“ (ARD, 22.45 Uhr)

Barry Pepper ist für meinen Geschmack viel zu wenig zu sehen, vor allem wenn man ihn zur Abwechslung nicht in Kriegsfilmen („Der Soldat James Ryan“, Wir waren Helden“, „Flags of our Fathers“) sehen möchte. Hier darf er einen ziemlich abgefuckten Grenzbeamten geben, der von seinem tristen Leben ziemlich angepisst ist, und in der Folge eine Lektion in Verantwortung und Demut lernt, als er aus Versehen einen Mexikaner erschießt. Sein Lehrmeister ist Tommy Lee Jones, der hier nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern ganz nebenbei noch sein Regiedebüt abgeliefert hat. In der Summe, gerade auch inszenatorisch, ein mehr als überzeugender Film, auch wenn Flo das ein wenig anders sieht. - KLICK


Samstag, 12.06.10


American Dreamz – Alles nur Show“ (RTL, 20.15 Uhr)

Nach „About a Boy“ die zweite Zusammenarbeit zwischen Paul Weitz und Hugh Grant, und auch wenn die erneute Kooperation der Beiden bei weitem nicht so gelungen ist wie im Fall der toten Ente, vermag die Satire auf das Castingwesen dennoch in weiten Teilen zu überzeugen. Aber sind wir doch mal ehrlich: Ich empfehle in der dieser Woche keinen Film, der mich wirklich vom Hocker haut, ist eigentlich auch völlig egal, denn es ist Sommer und es ist WM und überhaupt.


Sonntag, 13.06.10


Rote Laterne“ (Arte, 20.15 Uhr)

Aber, oh Wunder, keine Woche ohne kulturelles Highlight. Arte springt mal wieder in die Bresche und zeigt in Venedig hoch dekoriertes Kino aus China. Ein Film, der dort lange Zeit nicht gezeigt werden durfte. Ob sich der Film wirklich lohnt, vermag ich aber nicht zu sagen.


Christians Warnung der Woche


Montag, 07.06.10


Ultraviolet“ (Kabel 1, 20.15 Uhr)

'Tschuldigung, aber der Film ist einfach scheiße.


Flos Empfehlungen der Woche


Mittwoch, 09.06.10


Final Fantasy VII: Advent Children“ (Kabel 1, 22.15 Uhr)

„Die Handlung des Films ist weder spannend noch intelligent, (…) ein wirrer Opfermythos, dessen Personal aus billigen Archetypen besteht“, titelte die ZEIT, wohl weniger wegen dem Film selbst, als wegen dem, was die Zeitung mit ihm in Verbindung brachte. Schließlich wurde zum Teil auch „Final Fantasy VII: Advent Children“ der Doppelmord durch zwei Jugendliche im mecklenburgischen Tessin in 2007 angelastet. Bis zu „stern TV“ schaffte es das Thema damals. Mit dem Film hat das nichts zu tun, der ist ein visuell berauschendes Animationswerk, durchaus spannend, nicht zwingend intelligent (welche Filme sind das schon?). Und wer hinterher durchbrennt, der hatte sie vorher schon nicht mehr alle.


Freitag, 11.06.10


Freeze - Alptraum Nachtwache“ (3SAT, 22.25 Uhr)

Ole Bornedals eigenes Remake seines kultigen Originals „Nattevagten“ von 1994 ist einer der wenigen Vertreter seiner Art, der nicht vollends misslungen ist (obschon das Original im Fall der Fälle vorzuziehen wäre). Seit jeher beeindruckte mich das gelungene Casting von Ewan McGregor in die Rolle von Nikolaj Coster-Waldau, auch das übrige Ensemble (Josh Brolin, Nick Nolte, Patricia Arquette, Lauren Graham) kann sich sehen lassen. Bei einem sagenhaften US-Einspiel von $1,179,002 hat es das US-Remake mit bekannten Schauspielern dann - laut Wikipedia - geschafft, weniger einzuspielen, als sein europäisches Original. Bedenkt man, dass diese Woche nichts sonderliches Pralles im Fernsehen läuft, wäre „Nightwatch“ noch einer der empfehlenswerteren Filme.


Samstag, 12.06.10


Last Action Hero“ (Sat.1, 20.15 Uhr)

Herrliche Persiflage und zugleich Hommage an das Genre des Action-Films und zugleich an Arnies Rollen. Da lässt es sich auch die Branche (u.a. Tina Turner, Anthony Quinn, Ian McKellen, Sharon Stone, Jean-Claude Van Damme) nicht nehmen, in Cameos oder Nebenrollen aufzutreten. Hatte mir selbst immer schon großen Spaß gemacht, da ausgesprochen selbstreferentiell und mit einem gehörig zwinkernden Auge („I'm the famous comedian Arnold Braunschweiger“). Funktioniert im Original jedoch eine ganze Ecke besser als in seiner deutschen Synchronisation. Ein Nichtsichtung des Filmes würde Jack Slater wohl mit den Worten quittieren: „Big mistake!“


Sonntag, 13.06.10


Deutschland – Australien“ (ZDF, 20.30 Uhr)

So schnell gehen vier Jahre ins Land und mit zwei Tagen Verspätung darf auch die DFB-Elf endlich ihr erstes von vermutlich nur vier Spielen (glücklicherweise den Letzten unter Nivea-Jogi) bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika austragen. Wer nachprüfen will, ob Poldi wirklich wie versprochen explodiert - ich habe die stille Hoffnung, Herr Löw meinte das sprichwörtlich - oder Miro seine phänomenale Saison bei den Bayern auch im Nationaldress fortsetzt, der sollte es sich nicht nehmen lassen, das Zweite Deutsche Fernsehen einzuschalten. Wie gesagt: es sind ja nur vier Spiele, wenn überhaupt.


Flos Warnungen der Woche


Donnerstag, 10.06.10


Three Burials - Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada“ (ARD, 22.45 Uhr)

Da die Woche so wenig hergibt und C.H. sicherlich das Teil hier als Empfehlung aufschwatzen will, muss auch jemand dem Blender ein Bein stellen. Das Regie-Debüt von Tommy Lee Jones ist ein Meer von sehr viel schön gefilmter Bedeutungslosigkeit über Figuren, deren Verhalten in den seltensten Fällen nachvollziehbar ist und in einem Ende mündet, welches für Freundschaft und Spiritualität steht. Hierfür zwei Stunden zu verwenden ist sicherlich ein Fehlgriff, der Film wird nach gut einer Stunde eintönig und relativ uninteressant. Außer Barry Pepper gibt es hier nichts zu sehen. Es können eben nicht alle Schauspieler auch gute Regisseure sein. - KLICK


Samstag, 12.06.10


Solaris“ (RTL II, 22.05 Uhr)

Wenn man schon kaum etwas zu empfehlen hat, muss man diese Woche wenigstens doppelt warnen. Zeigt sich in „Freeze“, dass ein Remake, obschon schwächer, doch zumindest ansatzweise Augenhöhe zu seinem Original erreichen kann, stellt Steven Soderberghs Remake von Andrei Tarkovskys gleichnamigen Meisterwerk von 1972 das Gegenbeispiel dar. Ein müder, leb- und liebloser Aufguss, der primär durch den Clooney-George als leading man funktionieren sollte, was auch einige Jahre später bei Soderberghs inoffiziellem „Casablanca“-Remake „The Good German“ deftig in die Hose ging. Nee, seit der Jahrtausendwende kriegt er nichts mehr wirklich hin, der Steven.


Und wer unseren Urteilen nicht traut, oder weiterführende Anregungen benötigt, den verweise ich gerne auf die folgenden Kollegen, die ebenfalls im wöchentlichen Turnus ihre Empfehlungen unter das Volk bringen: Freitags beim Zeitverschwender/Künstliche Welten und Hard Sensations, sowie Sonntags bei Blockbuster-Entertainment. Und der ganz besonderen TV-Tipp der Woche lässt sich (manchmal) bei Intermoviession finden (ebenfalls Sonntags). Und schließlich gibt es noch jede Menge (unkommentierte) TV-Tipps Astronautenbar.


Foto: „One less TV“ by Kevin Steele, lizenziert unter CC-BY-NC


 
Creative Commons License
Dieser Blog ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.