

Hast du nichts zu erzählen, dann lass es wenigstens gut aussehen und ordentlich krachen. Nach diesem Motto funktionierten und funktionieren nicht nur unzählige Actionfilme von „300“ bis hin zu „Transformers“, sondern auch die „Resident Evil“ - Reihe, die nun schon ihren vierten Ableger spendiert bekommen hat. Seitdem sich Milla Jovovich 2002 zum Ersten Mal fiesen Zombies stellte, die als Resultat eines fehlgeschlagenen Experimentes die Menschheit bedrohen, sind nunmehr Acht Jahre vergangen. In diesen Jahren entwickelte sich die Adaption des gleichnamigen Videospiels zu einem überaus rentablen Franchise, dass jedoch – man muss es so deutlich sagen – sukzessiver schwächer geworden ist. Konnte Teil Eins noch relativ gut gefallen, zeigte sich spätestens bei „Resident Evil – Extinction“, Ableger Nummer Drei, dass der ganzen Angelegenheit langsam aber sicher die Luft auszugehen drohte. Irgendwann reicht es eben nicht mehr Milla Jovovich durch die Gegend hüpfen zu lassen, um im Kinosaal begeisterte Reaktionen zu evozieren. Da traf es sich gut, dass James Cameron Ende des letzten Jahres der Filmindustrie mit seiner 3D-Technologie ein neues Spielzeug in die Hände gegeben hat. Das Ende vom Lied war abzusehen: „Resident Evil – Afterlife“ kommt – natürlich – in 3D.
Ein Jahr nach Ende des dritten Teils. Alice (Milla Jovovich) hat sich mit ihren geklonten Alice-Kolleginnen erfolgreich bis nach Tokio durchschlagen können. Dort macht sie mit dem ansässigen Quartier der Umbrella-Corporation kurzen Prozess und fegt einmal ordentlich durch. Dies nimmt Oberfiesling Albert Whesker (Shawn Roberts) selbstredend persönlich und beraubt Alice ihrer Superkräfte. Leider vergisst Whesker dabei auf sein Flugzeug zu achten und knallt gegen den nächsten Berg. Alice überlebt selbstredend den Crash und macht sich auf die Suche nach Arcadia, der letzten von gesunden Menschen bevölkerten Stadt, die sich inmitten von Alaska befinden soll. In Alaska findet Alice jedoch nur eine verwirrte Claire Redfield (Ali Larter). Ein klassischer Fall von dumm gelaufen; nächste Ausfahrt: Los Angeles. Inmitten der zerstörten Stadt angekommen, treffen die Beiden auf eine Gruppe Überlebender, die sich in einem Gefängnis verschanzt haben. Da sich die aber die fiesen Zombies durch den Boden gewühlt haben, ist es dort nicht mehr sicher. Ein Ausbruch muss her. Das Ziel: Arcadia. Wie sich herausstellt keine Stadt, sondern ein Schiff, das vor der Küste von Los Angeles hin und her dümpelt. Gesagt, getan und auf los geht’s los.
Für „Resident Evil – Afterlife“ hat es sich zum Ersten Mal seit Teil Eins Paul W. Anderson, der sich auch stets für die Drehbücher der Reihe verantwortlich zeigte, wieder auf dem Regiesessel gemütlich gemacht. Er dachte wohl, dass 3D ein großer Spaß sei, den er sich unmöglich entgehen lassen kann. Und damit sind wir auch direkt am Herzstück des Films angelangt. Man mag an „Resident Evil – Afterlife“ kritisieren, was man will. Man muss dem Film jedoch zu Gute halten, dass er sich darum bemüht hat, die 3D-Technologie vernünftig einzusetzen, und nicht nur als nachträgliches Gimmick zu missbrauchen (so wie im Fall von „Kampf der Titanen“), um noch schnell auf den fahrenden Erfolgszug aufzuspringen. Und was soll man sagen? Dieser Film ist der beste Beweis dafür, dass 3D im Moment nicht mehr als eine optische Spielerei ist, die allerdings hervorragend dazu geeignet ist, Filme, die nur von ihren visuellen Spielereien leben, spürbar aufzuwerten. Die Handvoll Actionszenen, die von Anderson auf den Punkt inszeniert werden, machen unfassbar viel Laune. In 3D umherfliegend Patronenhülsen, durch die Luft wirbelnder Mörtel, auf das Publikum zurasende Wurfsterne, sowie nicht zuletzt die nun in der dritten Dimension metzelnden Milla Jovovich – all dies macht im Verbund mit dem knackigem Soundtrack ziemlich Laune.
So weit so gut. Die Kehrseite von der Medaille ist jedoch, dass abseits der optischen Brillanz, die immer wieder aufblitzt, gähnende Leere herrscht so weit das Auge reicht. So gehören die Dialoge sicherlich zum absolut dämlichsten, was seit längerer Zeit im Kino zu sehen war. Hinzu kommt eine absolut verschlafen wirkende Synchronstimme von Jovovich, die den Eindruck eines auf Valiums gesetzten Faultiers erweckt. Inhaltlich ist bei dem Franchise ohnehin schon immer Hopfen und Malz verloren gewesen. Nach dem Ausflug in dunkle Gewölbe (Teil Eins), einer ganzen Stadt (Teil Zwei), sowie einer unfassbar anödenden Wüste (Teil 3), geht’s nun ab nach Los Angeles. Wieso, Weshalb, Warum? Selbst wer fragt, bleibt in diesem Fall dumm. Letztlich ist dies aber auch egal. Dass Anderson nichts mehr einfällt, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass er sich reichlich hemmungslos aus dem Bauchladen des Actionfilms bedient. Von „Matrix“ bis „Blade II“ ist. Ähnlichkeiten sind keinesfalls zufällig, und stets gewollt. Insgesamt bleibt zu sagen, dass es sich bei „Resident Evil – Afterlife“ – 3D sei Dank – um einen über weite Strecken unterhaltsamen No-Brainer handelt, den man sich aber nur ansehen sollte, wenn man Gefallen an der optischen Spielerei der dritten Dimension findet. Der Rest ist nämlich gewöhnliche Kost von der Stange, der niemandem hinter dem Offen hervorlocken dürfte. – Fazit: 6 von 10 Punkten.


















